[dc-news] Verfassungsbeschwerde, Stellenangebot Redakteur.in, Browser-Spionage

Digitalcourage – Newsletter vom 14. November 2016

Liebe SYLVIA,

eins sollte die Wahl in den USA uns lehren: Es kann ganz schnell gehen – schon ist jemand an den Hebeln der Macht, dem Demokratie und Grundrechte völlig schnuppe sind. Wir sollten daher verdammt gut überlegen, ob wir zulassen wollen, dass immer neue Überwachungsmöglichkeiten geschaffen werden. Denn wer weiß, in wessen Hände dieses Instrumentarium morgen gerät?
Im nächsten Jahr ist Bundestagswahl und wir wollen alles daran setzen, uns für Freiheit und Demokratie einzusetzen.
Mach uns jetzt stark, werde Fördermitglied von Digitalcourage! https://digitalcourage.de/mitglied

Mit besten Grüßen aus Bielefeld,
Rena Tangens, padeluun und das Team von Digitalcourage

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1.    Endspurt: Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung
2.    Ausspioniert vom eigenen Browser – was tun?
3.    Stellenausschreibung: Digitalcourage sucht Redakteur.in / Campaigner.in
4.    BND-Gesetz: Unser Protest war nicht zu übersehen
5.    Das war „Freedom not Fear“ 2016 in Brüssel
6.    Jetzt im Shop: Digitalcourage-Wandkalender 2017
7.    Ideenspenden für Aufkleber und T-Shirts gesucht
8.    Buchtipp: „Networks of Control“ von Wolfie Christl und Sarah Spiekermann
9.    BigBrotherAwards 2017: Jetzt Datenkraken nominieren
10.  Termine
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1.    Endspurt: Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung!

Was lange währt, wird endlich gut. Am 28. November werden wir unsere Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung in Karlsruhe beim Bundesverfassungsgericht einreichen. Letzte Gelegenheit: Noch kannst auch Du unsere Verfassungsbeschwerde unterstützen! 27.000 Menschen haben bereits unterzeichnet – lass uns die 30.000 vollmachen.
https://digitalcourage.de/weg-mit-vds
Hintergrund: Ab 1. Juli 2017 müssen alle Telefon- und Kommunikationsanbieter auf Vorrat speichern, wann wer mit wem wo kommuniziert. Das gilt nicht nur für Telefongespräche und SMS, sondern auch für die Internetnutzung – und es betrifft die gesamte Bevölkerung.

Hintergrund: Telefon- und Internetüberwachung in Europa: Vorratsdatenspeicherung:
https://digitalcourage.de/blog/2016/telefon-und-internetueberwachung-in-europa-vorratsdatenspeicherung

2.    Ausspioniert vom eigenen Browser – was tun?

Journalist.innen von Panorama und ZAPP haben sich Zugang zu gehandelten Daten verschafft und offengelegt, wie die scheinbar nützliche Browser-Erweiterung „Web of Trust“ (WOT) alle überwacht, die das Programm installiert haben. Die Software sendet die Adressen aller besuchten Seiten an Datenhändler. Betroffen sind Millionen Menschen, darunter Politikerinnen, Unternehmer, Polizist.innen, politisch Aktive, Richter.innen und Journalisten.
Was in den meisten Berichten fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass es weitere Browser-Erweiterungen gibt, die genauso unsicher sind. Außerdem haben alle gängigen Browser eine WOT-ähnliche Funktion fest eingebaut. Meist ist das die „Safe Browsing API“ von Google. Auch diese ist für die Privatsphäre der Nutzer.innen keineswegs unbedenklich. Außerdem wissen wir dank Edward Snowden, dass NSA und GCHQ die Cookies dieses Dienstes verwenden, um Internetnutzende weltweit eindeutig zu unterscheiden. Entscheide Du selbst, ob Du diese Funktion nutzen willst! In unserem Blog erklären wir, wie das geht:

Ausspioniert vom eigenen Browser – was tun?
https://digitalcourage.de/blog/2016/wot-addon-google-safe-browsing

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3.    Stellenausschreibung: Digitalcourage sucht Redakteur.in / Campaigner.in

Wir suchen ab Januar 2017 eine Urlaubsvertretung für vier Monate. Und weil Digitalcourage weiter wächst, wollen wir die neue Stelle zu einer unbefristeten machen.

Digitalcourage sucht Redakteur.in / Campaigner.in (m/w)
für Bürgerrechte, Datenschutz und Netzpolitik

Wir suchen jemanden, der oder die brillant schreiben und dabei sachlich präzise ebenso wie emotional, charmant und polemisch formulieren kann. Du sollst die Arbeit und die Themen von Digitalcourage in Online- und Offline-Medien sichtbar machen.
Es geht um eigenständige Recherche und neue Ideen, das Formulieren von Positionen, Entwickeln von Kampagnen und Aktionen und das Schmieden von Bündnissen. Interesse an Politik und Engagement für Grundrechte und Datenschutz setzen wir voraus.
Gefragt sind technisches Verständnis, Gespür für politische und gesellschaftliche Entwicklungen und der Wille, etwas zu bewegen.
Wenn Du das kannst und das Engagement für eine bessere Welt zu Deiner Sache machen willst, dann bewirb Dich!

Umfang 30 Stunden pro Woche, Bezahlung angelehnt an TVöD 11.
Bewerbungen bis Freitag, 25 November 2016
bitte ausschließlich per E-Mail, gern mit Referenzen und Arbeitsproben
an: bewerbung@digitalcourage.de
PGP-Schlüssel: https://digitalcourage.de/kontakt
Nähere Auskünfte erteilt: Rena Tangens, Tel. 0521 1639 1639
Die detaillierte Ausschreibung ist auf unserer Website:
http://digitalcourage.de/jobs

4.    BND-Gesetz: Unser Protest war nicht zu übersehen

Unser Protest war nicht zu übersehen: Ab 5 Uhr morgens hatten wir 1200 kleine Figuren vor dem Bundestag aufgestellt, mit Namen und Bild von allen, die innerhalb einer Woche bei der Aktion online mitgemacht hatten. Diese Figuren stehen für Menschen, die mutig sind, ihr Gesicht zeigen und mit uns die Abschaffung von Geheimdiensten fordern.
Seit die Pläne über das neue BND-Gesetz bekannt wurden, haben wir mit Aktionen, Interviews und Aufklärungsarbeit vor dieser Überwachungsoffensive gewarnt. Doch am 21. Oktober winkte der Bundestag und am 4. November der Bundesrat das Gesetz durch. Trotz NSA-Untersuchungen, Kritik von drei UN-Sonderberichterstattern, Datenschützern und der Zivilgesellschaft haben SPD, CDU und CSU die illegalen Machenschaften, die durch Edward Snowden und später durch den NSA-Untersuchungsausschuss bekannt wurden, kurzerhand legalisiert.
Wir lassen aber nicht locker und fordern zusammen mit der Internationalen Liga für Menschenrechte die Abwicklung der Geheimdienste. Denn BND, Verfassungsschutz und Co. geben uns keine Sicherheit. Im Gegenteil – Geheimdienste entwickeln ein demokratiefeindliches Eigenleben. Wir sehen keinen Nutzen im Wirken der Geheimdienste, und eine effektive parlamentarische Kontrolle ist offenbar unmöglich.

Vortrag von padeluun anhören: Geheimdienste abschaffen:
http://www.geheimdienste-vor-gericht.de/abwicklung-der-geheimdienste-und-aufbau-alternativer-strukturen

Tolle Fotos und Bericht von unserer Figurenaktion gegen den BND:
https://digitalcourage.de/blog/2016/bnd-darf-jetzt-noch-mehr-wir-fordern-in-berlin-seine-abschaffung

Unser Bericht über den Entwurf des BND-Gesetzes (7. September):
https://digitalcourage.de/blog/2016/legal-illegal-bndal-bnd-gesetz-soll-massenueberwachung-legalisieren

Plenarsitzung zum BND-Gesetz ansehen:
http://dbtg.tv/fvid/7020287

5.    Das war „Freedom not Fear“ 2016 in Brüssel

Aktivistinnen und Aktivisten aus 20 Ländern waren dieses Jahr bei „Freedom not Fear“ dabei. Sie alle sind nach Brüssel gereist, haben sich kritisch über europäische Politik ausgetauscht, Aktionen gegen Überwachung diskutiert und einen gemeinsamen Appell gegen Grundrechteabbau durch das Handelsabkommen TiSA geschrieben, der anschließend der EU-Kommission übergeben wurde.
Wir reisen einmal im Jahr zur Konferenz „Freedom not Fear“ nach Brüssel, um uns mit EU-Abgeordneten, Aktivist.innen aus ganz Europa und Expert.innen zu treffen. Jedes Mal sind wir begeistert, wie viele Menschen sich europaweit kreativ und energisch für Grundrechte in der Digitalisierung einsetzen.
Viele Entscheidungen über Datenschutz und Rechte im Internet werden mittlerweile in Brüssel getroffen. EU-Politiker.innen fordern mehr Überwachung durch Unternehmen und durch Staaten und mehr Macht für die Daten-Ökonomie. Etwa 20.000 Lobbyisten beeinflussen die EU-Institutionen so, dass möglichst viele Wünsche der Internet-Konzerne umgesetzt werden. Dagegen wollen und müssen wir etwas tun.

Open letter: Trade agreements, data flows, data protection and privacy (PDF):
https://edri.org/files/TiSA/TISA_open_letter_20161021.pdf

Das war „Freedom not Fear“ 2016:
https://digitalcourage.de/blog/2016/bruessel-das-war-freedom-not-fear-2016

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6.    Jetzt im Shop: Digitalcourage-Wandkalender 2017

Trotz Terminstress immer wissen, was das Wichtigste ist? Der Digitalcourage-Kalender 2017 gibt den Überblick. So ist auf den ersten Blick klar, wann die BigBrotherAwards 2017 verliehen werden, wann die nächste Digitalcourage-Demo ist oder der nächste AKtiVCongrEZ.
Wie immer: rechteckig, groß und gelb, mit den Wochentagen zwecks Übersicht in einer Zeile und mit den wichtigsten Feiertagen verschiedener Kulturen (inklusive Pastafari). Ab sofort gibt’s den Digitalcourage-Kalender 2017 in unserem Online-Shop:
https://shop.digitalcourage.de/wandplaner-/-kalender-2017.html

7.    Ideenspenden für Aufkleber und T-Shirts gesucht

Manchmal hat ein pfiffiger Spruch auf einem T-Shirt oder ein Bild mit Aha-Effekt auf einem Sticker mehr Wirkung als zehn Blogartikel zusammen. Genau solche Ideen suchen wir. Witzige, treffende, pointierte Slogans oder Bilder zu Technik, Grundrechten oder Politik. Aus unseren Favoriten produzieren wir T-Shirts und Aufkleber und sorgen dafür, dass möglichst viele Menschen ein Aha-Erlebnis haben werden.
Also: Blitzideen einfangen und via E-Mail senden an: mail+blitzidee@digitalcourage.de

8.    Buchtipp: „Networks of Control“ von Wolfie Christl und Sarah Spiekermann 

Welche privaten Informationen sammeln Datenkonzerne und was machen sie damit? Die Studie „Networks of Control“ zeigt detailliert, wie persönliche Daten beim alltäglichen Surfen mit PC und Smartphone erfasst, analysiert und gehandelt werden. Klar wird, dass Überwachung nichts Passives ist, sondern die Kontrolle über Menschen ermöglicht. Das zeigen Beispiele aus der Versicherungs-, Kredit- und Werbeindustrie. Das Buch diskutiert, welche ethischen Grenzen die kommerzielle Überwachung überschreitet und gibt Empfehlungen für Politik, Bildung und Justiz. Wer fundiert wissen möchte, wie viel Datenkonzerne wissen und wie weit ihre Analyse von Personen geht, sollte die Studie von Wolfie Christl und Sarah Spiekermann unbedingt lesen. „Networks of Control“ ist auf Englisch im Buchhandel und als kostenloses PDF erhälftlich.

Buch: „Networks of Control“ als PDF:
http://crackedlabs.org/en/networksofcontrol

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9.    BigBrotherAwards 2017: Jetzt Datenkraken nominieren

Welches Unternehmen schnüffelt gern in Daten? Welche Behörde ignoriert Grundrechte im Internet? Mit welchen Tricks versuchen Daten-Konzerne an persönliche Informationen zu kommen? Wir interessieren uns für die fiesesten Datenkraken und freuen uns über jede Nominierung für die BigBrotherAwards 2017.
Jetzt bis zum 31. Dezember 2016 für BigBrotherAwards nominieren:
https://bigbrotherawards.de/nominieren
Die Verleihung der BigBrotherAwards findet am Freitag, 5. Mai 2017 in Bielefeld statt.

10.    Termine

• 12. Dezember 2016, 19 Uhr: „Lesen gegen Überwachung“, Café Sarottihöfe, Berlin
• 27.–30. Dezember 2016: 33C3 – Chaos Communication Congress in Hamburg
• 31. Dezember 2016: Einsendeschluss für Vorschläge für den BigBrotherAward 2017
https://bigbrotherawards.de/nominieren
• 2.–5. Februar 2017: AKtiVCongrEZ 2017 in Hattingen: Termin jetzt schon vormerken!
• 5. Mai 2017: Verleihung der BigBrotherAwards in Bielefeld

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Marktstraße 18
33602 Bielefeld
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Tel: +49-521-1639-1639
Fax: +49-521-61172
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