Traditionelle Weihnachtskundgebung am Heiligen Abend – Weihnachstbrief

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Traditionelle Weihnachtskundgebung am Heiligen Abend – Weihnachstbrief

In der heiligsten Nacht der Christenheit fanden wir uns auch heuer wieder vor dem Salzburger Dom ein, um dort rechtzeitig zur Christmette eine feierliche Kundgebung abzuhalten. Diese Weihnachstdemo hat ja mittlerweile bereits eine jahrelange Tradition und nicht zuletzt deshalb erwarteten uns wohl auch heuer schon viele MettebesucherInnen, welche schon 2 Stunden vor Beginn der Messe in einer endlosen Menschenschlange weit über den Domplatz hinaus anstanden! 
So konnten wir also die Christnacht perfekt nützen, um möglichst viele Menschen – wohlgemerkt, ohne den mindesten Versuch einer Anklage oder den berühmten erhobenen Zeigefinger – an eine unumstößliche Tatsache zu erinnern: Fleisch essen tötet! Und gerade die Weihnachtszeit, das größte Fest der Christenheit, jener Gemeinschaft, welche Barmherzigkeit, Nächstenliebe und ‚Du sollst nicht töten’ als höchste Glaubensgrundsätze auf ihre Fahnen heftet, bedeutet für die Tiere im selben Atemzug eine Zeit des unvorstellbaren Leides, die Zeit, wo die Schlachthöfe in Akkordarbeit im Blut ertrinken…
 
Im Zuge der Kundgebung sahen dann aberhunderte MettenbesucherInnen einen Aktivisten in Todesmaske, eine bluttriefende Metzgerschürze umgehängt, und eine weitere Tierschützerin in Schweinemaske mit blutigem Kostüm. Transparenten in großen Lettern mit Schriftzügen wie ‚Ich sterbe jeden Tag für Eure Ernährungssünden! Denk daran, gerade zu den Festtagen!‘, ‚Solange es Schlachthöfe gibt wird es auch Schlachtfelder geben’, oder ‚Ehrfurcht vor dem Leben ist Abscheu vor dem Töten‘ schrieen den PassantInnen entgegen, die mitternächtliche Stunde durch den Schein mitgebrachter Kerzen hell erleuchtet. Besonders passend an jenem Ort war dann wohl jenes, welches ‚Wir kreuzigen Jesus jeden Tag auf ein Neues – in unseren Schlachthöfen!‘ verriet! Auch ‚Blutige Weihnachten? Werden Sie VegetarierIn und retten Sie Leben – jeden Tag‘, konnte da gelesen werden. Leider mussten wir auf Grund der widrigen Verhältnisse, Dauerregen und Wind, auf die normalerweise immer zum Einsatz kommenden Fototafeln verzichten – die Bilder wären vom Himmelswasser bestimmt ruiniert worden…
Dennoch bildeten sich sofort Menschentrauben, viele Fotos wurden gemacht und eine breite Zustimmung – wie in jedem Jahr – erfreute die AktivistInnen. Tatsächlich verwundert es ein bisschen, dass gerade an jenem Ort und zu jenem Zeitpunkt eine derartige Zustimmung zur Thematik herrscht; kaum fällt ein böses Wort, niemand, der anklagt, und nur ganz wenige welche mit einem ‚muss denn das gerade heute sein‘ oder dergleichen zu punkten versucht.
Nicht zuletzt beinhaltet diese Erkenntnis vielleicht sogar die große Hoffnung, dass sich der Widerstand in den Menschen gegen die grenzenlose Tierausbeutung mehr und mehr formiert 🙂 Als ganz besonderes Zeichen dass sich die Tierrechtsbewegung auf dem richtigen Weg befinden, sahen wir dann folgende Tatsache: während sich in den letzten Jahren besonders ‚eh schon lange TierschützerInnen‘ zu Wort meldeten, kamen nun sogar FleischesserInnen zu den AktivistInnen, welche ihren Dank für die Aktion aussprachen und vom ehrgeizigen Bestreben erzählten, ihre Ernährung langsam aber sicher umzustellen – aufmerksame RespekTiere-Newsletter-LeserInnen haben es vielleicht bemerkt, selbige Worte haben wir dann schon im letzten Jahr ausgesprochen – und 2016 bot sich exakt dasselbe Bild !
 
Wie in jedem Jahr möchten wir Ihnen an dieser Stelle unseren allgemein gültigen Weihnachtsbrief nahe legen.
Auch in diesem Jahr war Respektiere in der Heiligen Nacht im schon traditionellen Einsatz. Unsere Weihnachts-Kundgebungen, inmitten der heiligsten Stunden der Christenheit, sollen keinesfalls erzürnen, niemanden beschämen, niemanden ärgern, niemanden bloßstellen; sie sollen nur erinnern an das Leid der Welt, an das, was wir unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, tagtäglich antun – am allermeisten gerade in der Weihnachtszeit – am Festtagstisch!
 
Überall leuchten tausend Lichter, langsam kehrt ein bisschen Friede in die erhitzen Gemüter. Der Adventstress – ein Widerspruch in sich, haftet den vorweihnachtlichen Tagen  doch die Fabel an, die ruhigste Zeit des Jahres zu verkörpern – fällt nun etwas von uns ab. Entspannung liegt in der Luft. Wir feiern Weihnachten, das Fest der Liebe. Weihnachten ist das Fest zu Christi Geburt, des Sohnes unseres Schöpfers. Es ist der zweithöchste unserer Feiertage, die Geburtsstunde des Christentums schlechthin (als höchsten Feiertag bezeichnet die Christenheit den Tod und die Wiederauferstehung Jesu, Ostern genannt). Unser Schöpfer, Gott, Allah oder wie auch immer wir ihn/sie nennen wollen, hat nach Ansicht von Milliarden von Menschen alles Leben auf diesen Planeten erschaffen. Ein gütiger Allmächtiger, ein Gott, der Nächstenliebe und Gutherzigkeit zu seinen allerobersten Dogmas erkoren hat, den wir anbeten, vor allem in unseren schwersten Stunden. Den wir lieben und achten und ehren – wenn wir gerade Zeit dazu haben… Doch im selben Atemzug des Gebetes vergessen wir, dass alle Wesen welche unseren so wunderbaren Planeten bevölkern, Teil dessen Schöpfung sind, wir alle sind als Gleiche unter Gleichen gedacht. Wir, ‚Mensch‘, haben dennoch Trennlinien geschaffen, obgleich diese künstlich sind und nur in unserer egozentrischen Gedankenwelt existieren; wir haben sie erschaffen, ohne Gottes Zutun, sind irgendwann auf die so fatale und von Größenwahn kündende Idee gekommen, dass ‚Mensch‘ die Krone aller Existenzen ist, übergeordnet allen Wesen, den geflügelten, den Vierbeiner, den schwimmenden, kriechenden; dass wir genetisch von diesen viel weiter entfernt sind als von Gott selbst, dessen Ebenbild wir – in einem Anfall von zum Himmel stinkender Blasphemie ist dieses Gedankengut einem der Vertreter der Gottheit auf Erden eingefallen – sein sollen.           
Gerade wir, die wir so oft herrisch sind und nicht demütig, gefühlskalt und nicht erfüllt von Liebe, gewalttätig und nicht friedliebend, gierig und nicht genügsam, fordernd anstatt gebend – ist es nicht tatsächliche bloße Gotteslästerung, wenn wir uns dennoch fast gleichzustellen versuchen mit jener/m, der/die die Welt erschaffen hat als sein Wunderland von Farben, Formen, von Gerüchen und Gefühlen, von sprießendem Leben, verteilt auf unzählige Arten?
Eine Umwelt als Zusammenspiel von natürlichen Vorgängen, welche uns Kälte auf der Haut spüren lässt und Hitze, uns fühlen lässt, Schmerz und Leid, Liebe und Angst, Vertrauen und Mut; die Regen sendet und Schnee, immer fließende Wasser spendet, und Wälder geschaffen hat, die so vielfältiges Leben beherbergen, dass wir es selbst in Tausenden von Jahren nicht bewerkstelligt haben auch nur annähernd all ihre Formen kennen zu lernen. Ja, all das hat Gott gemacht, zumindest nach Ansicht jener, welche seinem heiligen Buch, der Bibel, Glauben schenken.
 

Und nein, wir sind nicht gottgleich, sind nicht das Ebenbild; in Wahrheit sind wir eine Laune seines/ihres Geistes und er/sie wird uns, wenn wir nicht umkehren, im Augenzwinkern der Ewigkeit wieder von der Landkarte des Lebens fegen; all unsere Spuren verwischen und künftig verleugnen, dass wir je existiert haben, jegliche Erinnerung in anderen Wesen an uns streichen – weil wir zur allzu oft  seine einzige Schande sind, sein einziger Fehler in einem ansonst perfekten System, ein hässlicher, nimmersatter Parasit an der Nährnadel des Daseins.
Wir feiern das Fest der allumfassenden Liebe, und dennoch, paradoxer Weise, geben wir diese Liebe meist nur an die uns wirklich Nahestehenden weiter. Schon der nächste Nachbar wird davon ausgesperrt, nur mehr mit einem freundlichen Gruß bedacht und ansonst tunlichst ignoriert; erst recht Menschen aus anderen Staaten, anderen Kontinenten, mit anderen Hautfarben, und ganz gewiss der Bettler vor dem Supermarkt am Ende unserer Straße oder der zitternde Flüchtling, welcher im Wimpernschlag des Momentes seine ganze Existenz, viel zu oft sogar seine ganze Familie verloren hat. Armut ist nicht unser Ding, wir verschweigen deren Präsenz, zumindest in unserer Mitte. Würden wir das nicht tun, müssten wir uns eingestehen, dass sich ein gewaltiger Fehler in unsere Großherzigkeit, in die Erschaffung einer Schein-Glitzerwelt des absoluten Kapitalismus, wo jede/r alles erreichen kann, geschlichen hat…
   

Menschlichkeit, gestehen wir es uns ein, wir haben sie zu einem bloßen Schlagwort degradiert, eine sinnleere Worthülse, ein schwaches Kerzenlicht inmitten eines schäumenden Ozeans. Zu einer fragilen Nacktheit inmitten eines Eissturmes. Menschlichkeit ist eine Insel, deren Küsten aus Sand gebaut, vom wütenden Meer mit unbändiger Kraft unentwegt umspült, fortgerissen zu werden drohen; die wogenden Wellen knabbern ständig an den Rändern, hilflos sehen wir zu, wie diese unsere Insel immer kleiner wird; ausgesetzt ungeheuren Mächten, welche die menschliche Psyche vollends überfordern; Mächte, nennen wir sie beim Namen, wie Neid, Eifersucht, Gier und Besitzstreben. Menschlichkeit, die verstaubt in einem Kämmerchen vegetiert und meist nur dann hervorgeholt wird, wenn es uns gerade in den Kram passt. Wenn wir in ‚Stimmung‘ dafür sind, wie jetzt gerade, zur Weihnachtszeit. Dann erwecken wir die Vergessene zu neuem Leben, doch bevor sie noch erblühen kann, packen wir sie auch schon wieder ein und verstauen sie, bis zum nächsten Anlass. Wie einen teuren Anzug, den man nur einmal im Jahr trägt…
Allein auf Grund dieser Voraussetzungen schon auf den Boden der Tatsachen zurück geworfen, scheitert unsere zerbrechliche Psyche aber dann vollends an anderen, noch komplexeren Herausforderungen: denn nun erfolgt der Zusammenstoß des sich selbst zum Halbgott erkorenen Menschen mit exorbitant unterlegenen Kreaturen – den Tieren. Wie anders wohl hätte unser schwacher Geist reagieren können? Wir haben sie unterworfen, ausgerottet, eingekerkert; erschlagen sie täglich zu Abermillionen, lassen die Orte des Todes, die Schlachthöfe, in Blut ertrinken. Ja, sie sind unserer Arroganz, unserem Gewinnstreben, unserer Grausamkeit, unserer Gier nach deren Fleisch, völlig wehr- und hilflos ausgeliefert; sie laufen zwar schneller als wir, manche können sogar fliegen, sie schwimmen in nie gekannter Perfektion durch die Ozeane, sie sind stärker, schöner, ja, sie sind tatsächlich wesentlich menschlicher als ‚Mensch‘ selbst – aber wir, wir haben Hände; Hände die greifen können, gestalten, verändern; diese Hände, gepaart mit dem in uns ständig nagenden Zwang alles zu beherrschen, sind eine gar tödliche Waffe, vergleichbar mit keiner anderen Erfindung der Natur! Nur durch sie könne wir schaffen, bauen, vorantreiben – und an unserem eigenen Untergang arbeiten, ohne Rast, ohne Ruh; ein treibendes Herz, Schizophrenie pur, versunken in despotischer Gedankenwelten; Besitz als übergeordnetes Kriterium. Kapitalismus, der die Welt erobert, als alleiniger Anspruch des Ichs; konsumieren und verbrauchen, so, als ob wir die letzte Generation wären; schwerwiegendste Entscheidungen fällen wir alleinig für den Moment, zum jetzigen Vorteil, kein Gedanke wird dabei an unsere Kinder verschwendet; wir haben den Planeten unterjocht, ausgebeutet, umgegraben und sogar die Luft verpestet – unsere Luft, die wir zum Atmen benötigen, welch ein unbegreiflicher Irrsinn…
 
              
Wir streiten an verschiedensten Konferenz-Orten der Welt um lächerliche Ziele eines gemeinsamen Vorgehens gegen eine drohende Klima-Katastrophe, ein Desaster, welches unser aller Zukunft einschneidend verändern wird; in Wahrheit ist es zum Kampf ums Überleben geworden, für jedes Wesen auf Mutter Erde, aber was tun wir? Unsere von uns gewählten Repräsentanten streiten um Prozente, um Zahlen, um 1,5 Grad Celsius, missachten Fakten – alles egal, nur der Wirtschaft dienend; lebensverachtendes kleinkariertes Denken. Wir träumen von imperialer Zukunft, dabei haben wir uns dem Barbarentum kaum entfernt, sind noch immer verhangen im Stammes- und Sippendenken. Wir sehen zu, wie unsere Welt zu Grunde geht, ohnmächtig, kein Aufschrei, der durch Millionen Kehlen drängt; uns geht’s gut, zumindest heute noch. Und selbst der Gedanken, wir sitzen letztendlich alle im selben Boot, macht uns kaum Angst – noch immer sind unsere Kabinen dabei in der Luxusklasse, während die Entwicklungsländern rudern. Doch sinkt das Boot, sinkt die Luxusklasse – der goldene Käfig – mit ihm, und als letzte Gerechtigkeit des Schicksals werden sich zumindest einige der Ruderer, welche das Unglück kommen sehen, retten können, jene in ihren vergitterten Palästen und verblendeten Ansichten jedoch nicht…
 
Wenn wundert’s, dass es kaum Aufmerksamkeit erregt, wenn in der hektischen Vorweihnachtszeit unglaubliche Massaker über unsere ‚Nutz’tiere hereinbrechen, in der heiligsten Zeit des Jahres die Schlachthöfe in Blut versinken; wenn irgendwo am Weltenmeer – so geschehen vor wenigen Jahren –  ein Schiff versinkt, voll beladen mit tierlichem Leben. Es erzeugt zwar ein kurzes Wehmutsgefühl, dass dabei 9 Menschen gestorben sind, ein kurzes Seufzen, mehr nicht; dass fast 20 000 Rinder von der See verschlungen, mit in den Tod gerissen wurden, ist nur eine Anekdote der Geschichte, und der Tod von mehreren zehntausend Schafen kümmert uns genau so wenig. Allesamt waren sie ja sowieso zum Sterben verurteilt, in lybischen Schlachthöfen dazu bestimmt ihr Leben mit durchschnittenen Kehlen ohne jegliche Betäubung auszuhauchen… Uns hat deren kurzes Dasein nicht gekümmert, deren Tod noch viel weniger; sie, die unbeweinte Kreatur, dazu verdammt, ihr qualvolles Leben noch qualvoller im Wüstensand auszuhauchen, im Stich gelassen vom ach so kultivierten Europa.
 
Warum aber, so stellt sich die Frage, liefern wir unsere Mitgeschöpfe, im vollsten Bewusstsein, was sie im fernen Osten erwartet, dieser Tortur aus? Warum? Weil Geld unser treibender Motor geworden ist, der allmächtige Euro, der allmächtige Dollar, der längst von unserem Innersten Besitz genommen hat, an uns nagt wie ein wucherndes, alles verschlingendes Karzinom.
Warum kaschieren wir den Wahnsinn in unserer Mitte mit lächerlichen Gütesigeln, lamentieren über ‚artgerechte Tierhaltung‘, über ‚Weiderind‘ und ‚Gockelhahn‘, quetschen den Begriff ‚Bio‘ aus bis zum bitteren Ende, anstatt endlich, endlich, endlich neue Wege zu finden? Die Ausbeutung zu beenden, und damit unsere eigenen Seelen zu entlasten, so weit reicht unser Horizont leider noch immer nicht.
Wir, die wir so stolz auf die Errungenschaften der Zeit sind, den Fortschritt der Zivilisation, mythenschwangeren Vorträgen über Ethik lauschen, unsere Gesetze befolgen – und selbst dann, wenn diese Gesetze gegen das Leben gehen – wir sind stolz darauf, dass sich unsere westliche Zivilisation ein scheinbar hochdemokratisches Verständnis geschaffen hat, anderen ErdenbewohnerInnen weit voraus; wir empfinden es als gerecht, wenn wir z. B. Mörder und Vergewaltiger und Kinderschänder nicht in ihre Heimatländer ausliefern, wenn dort die Todesstrafe auf sie warten würde; und das ist wahrscheinlich gut so. Aber im selben Atemzug verschiffen wir Myriaden von Tieren in dieselben Länder, völlig unschuldige Seelen, die nie etwas anderes ‚verbrochen‘ hatten als geboren worden zu sein, ohne mit der Wimper zu zucken direkt in die Arme von Totschlägern und Tierquälern im Namen Gottes, kein Nachdenken über deren Schicksal – es bekümmert uns nicht! Dabei brauchen wir dann aber auch gar nicht fremde Länder zu belasten, auch vor der eigenen Haustüre haben wir noch längst nicht gekehrt. Wie viele Tiere wachen in ‚unseren‘ Schlachthöfen aus der Betäubung auf? Wir wissen es, alle wissen wir es, doch was wird dagegen unternommen? Worte, nichts als Worte, die doch niemanden helfen. Ist das Gerechtigkeit? Sind das die Früchte der Zivilisation, der Demokratie, der Religion? ‚Solange es noch Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben‘, denken wir über jenen unfassbar klugen Satz eines russischen Schriftstellers namens Leo Tolstoi nach!
 
                
Und hochgelobtes Europa, um noch einmal darauf zurückzukommen, wir sind um nichts besser als jene Dritt-Statten, keinen Deut; oder ist es Gerechtigkeit, wenn wir in unseren Ländern Tiere in Konzentrationslagern sperren, sie unter schrecklichsten Verhältnissen vegetieren lassen, sie elendslange Transporte zu den Todeslagern genannt Schlachthöfe unterwerfen, nur um möglichst kostengünstig an deren Fleisch zu kommen?
Wenn wir Vollblut-VegetarierInnen wie Kühe plötzlich mit zermahlenen Leichenteilen anderer Tiere füttern, nur weil diese Art der Nahrung uns am wenigsten Geld kostet, unseren Profit maximiert?
Erinnert Euch, was deshalb passierte; eine Rinderseuche brach aus, einige Menschen sind daran erkrankt, meist jene, welche sich geradezu fast ausschließlich vom Fleisch der Gequälten nährten, das Gehirn zum Schwamm geworden – und in Folge ertrank die Welt in einem nie dagewesenen Meer von Rinderblut, die Schergen der Regierungen wurden ausgeschickt und ein beispielloses Töten setze ein. Noch heute liegt der Hauch des Todes über den Stätten dieser Massenmorde, noch heute bleibt fühlenden und denkenden Menschen die Luft weg allein beim Gedanken an diesen Wahnsinn. War es gerecht, derartige Massaker anzurichten, deswegen, weil Mensch die Gesetze der Natur außer Acht gesetzt hat, Gott gespielt und in diesem Versuch desaströs gescheitert ist?
Aber nicht Mensch selbst zahlte die Zinsen, nein, Berge von toten Rindern zeugten von der Fehlbarkeit menschlicher Machtansprüche.

Es bleibt die Frage, warum derartige Seuchen dann aber auch immer nur ausbrechen, wenn der Bestand an den jeweiligen ‚Nutz’tieren auf Grund von Förderungen und Geldverschiebungen ein nicht mehr zu haltendes Niveau erreicht hat, Ställe und Verschläge überquellen; plötzlich passiert’s, Hühnergrippe und Milliarden von Hühnern werden staatlich subventioniert erschlagen und verbrannt; Schweineseuchen und Keuler, gewissenlose Häscher, Schlächter, werden ausgesandt, um die Erde im Blut ertrinken zu lassen; Blauzungenkrankheit und abertausende Ziegen sterben, noch bevor sie gelebt haben. Millionen von Tieren werden in den Labors gequält, grausamst, so dass jede noch so detaillierte Beschreibung der hierfür verwendeten Spielarten der Dr. Mengeles nicht dazu ausreichen könnte um den perfekten Horror einem ’normalen‘ Gehirn auch nur ansatzweise begreifbar machen zu können. Wofür? Um unsere Gesundheit zu steigern, für Medikamente, wie jenes verfluchte Mittel, welches gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit schwer beworben wird: eine Tablette genügt, und sie werden das Unwohlsein im Magen los, welches durch den ‚Genuss‘ von allzu viel Schweinebraten, Gänsefleisch, Wildschwein und anderen tierlichen Kadavern entstanden ist. Um dann noch mehr Fleisch in sich reinstopfen zu können; “gleich Renni (oh bitte entschuldigen Sie den Fauxpas) renn i in die nächste Apotheke, damit ich weiter völlen kann, an den Geburtstagen Jesus‘, ist die Botschaft – im Bewusstsein, dass ‚Völlerei‘ von eben diesen als eine der 7 Todsünden genannt worden war; so ehrt man den Christus, während man gleichzeitig gegen seine elementaren Gesetze verstößt. Und damit auch noch unverzeihlichen Vergehen am Mitgeschöpf Tür und Tor öffnet! Wahrlich, der Turm von Babel der Perversität reicht inzwischen bis zum Horizont, kratzt an Gottes Wohnzimmer, und ständig wird an seiner epochalen Größe weiter gebaut, in immer schnelleren Schritten.
 

Mit erstaunten Augen folgen wir den im Ozean schwimmenden Delphinen; deren Anblick tut unserer Seele gut, diese Perfektion, das absolute eins werden von Körper und Wasser; wir lieben diese Tiere, bezeugen es wieder und wieder in endlosen Debatten; sie können, berühren wir bloß ihre Haut, Erkrankungen der Psyche heilen, schwimmen mit Behinderten unserer Gattung und helfen diesen über deren Krankheiten hinweg – als Dank dafür sperren wir sie in engste Becken… jene, die ein Symbol der Freiheit sind, in endlosen Weiten den Sonnenuntergang entgegen ziehen, wir sperren sie in Pools, lassen sie einem staunenden Publikum dümmliche Tricks vortragen, belohnen sie mit Applaus und einer Portion Fisch. Fisch aus jenen Meeren, die einst ihre Heimat waren; aus jenen Meeren, welche, einst berstend vor Leben, nun zu Müllhalden gigantischen Ausmaßes verkommen sind; mehr und mehr lebensfeindlich. Trotzdem hören wir nicht auf unseren Mist in ihnen zu versenken, wir die Allmacht Mensch.
Wir fangen Thunfisch, obwohl wir wissen, dass die dafür verwendeten Netze auch Millionen von Delphinen, unsere Freude, töten. Doch die Freundschaft endet dort, wo das Geschäft anfängt. Das Geschäft mit dem Tod ist ein grausames, setzt sich über Ethik hinweg, hat es immer getan. Wir wissen, dass der Fang von Thunfisch Delphine an den Rand der Ausrottung bringt, übrigens den Thunfisch selbstredend auch, und trotzdem servieren wir sogar unseren ‚Haus’tieren Sheba-Häppchen…mit Thunfisch….
 
So eng sind die Grenzen unserer Liebe gesetzt, zudem verändern sie sich fortwährend, sind schwimmend, deren Konturen niemals feste; sobald die Kreatur Mensch einen Vorteil ziehen kann, verkauft sie ihre ‚Freunde‘, liefert diese achselzuckend dem Henker aus.

Noch ein Beispiel? Der Hund, der beste Freund des Menschen! Wissen sie, wie viele Hunde jeden Tag in Tötungslager sterben? Erschlagen, vergiftet, vergast, erschossen – bei lebendigem Leib verbrannt, wie geschehen zuletzt im Vorfeld der Fußball-EM 2012 in der Ukraine oder im russischen Sotschi der olympischen Spiele 2014, nicht anders wahrscheinlich dann auch in Rio wegen der Sommerspiele 2016 – warum? Weil man die Straßen ‚säubern‘ mochte, für die großen Sportereignisse; kein Straßenhund soll dort Fans belästigen, keiner soll am Bildschirm zu sehen sein, wenn hunderte TV-Stationen über Land und Leute berichteten…  wer sagt uns, das nicht selbiges in den nächsten Jahren wieder und wieder passiert?
Wussten Sie, dass Rumänien das Tötungsverbot für Straßentiere, erst 2008 gesetzlich verankert, in den letzten Jahren erneut ausgesetzt hat? Das in diesem Land zuvor in wenigen Jahren hunderttausende, ja manche Quellen sprechen von mehr als 10 Millionen‚ beste Freude des Menschen‘ einfach ausgelöscht worden sind? Völlig gesunde Tiere, wunderschöne, selbst junge Hunde, die selbst im Angesicht des Todes noch immer festhalten am Bund mit dem Menschen, diesen noch immer mit liebenden Augen betrachten, wenn der Inhalt der Spritze bereits ihre Gedanken lähmt, ihre Adern platzen lässt…
 
Nun, im Zeitalter der Flüchtlingsströme, kommt eine neue Problematik auf uns zu – es ist zu befürchten, dass im Zuge der Menschlichkeit, wo jedermann/frau alleine auf diesen Aspekt konzentriert scheint, in den letzten Jahren mühsam erkämpfte Rechte für die Tiere erneut völlig ins Hintertreffen geraten! Ja, die Gefahr ist gegenwärtig, ohne jeden Zweifel, denn erst einmal steht wie selbstverständlich das Wohl der Menschen im Vordergrund; es ist wunderschön, dass sich so Viele für die Vertriebenen einsetzen, dass wir sie helfend in unserer Mitte aufnehmen  – vergessen dürfen wir dabei aber nicht auf die Tiere, welchen in so vielen arabischen Kulturen leider praktisch keinerlei Schutz gewährt wird. Wie werden die Menschenmassen auf diese Herausforderung reagieren? Ganz sicher ist es nicht das richtige Zeichen im Vorfeld, wenn auf Bahnhöfen ‚Halal‘-Fleisch als Willkommensgabe angeboten wird, ein solches Vorgehen schadet nicht allein den Tieren, sondern über Umwegen auch den Flüchtlingen selbst; weil es Unmut kreiert, weil es der zum Himmel stinkenden Ausländerfeindlichkeit einen Anlass, einen Nährboden bereitet (natürlich muss unterschieden werden: ‚halal‘ ist nicht gleichbedeutend mit ‚betäubungslosem Schlachten‘; vor allem Muslime akzeptieren im Generellen eine Anästhesie vor dem Schächtschnitt, und tatsächlich derart durchgeführt besteht zu ‚unseren‘ Schlachtmethoden dann kaum ein Unterschied. Auch Folgendes muss einmal gesagt sein: wenn sich unter solchen Voraussetzungen EuropäerInnen beschweren, die ihrerseits selber Fleisch essen und damit ebenfalls Tiere der Hölle der Schlachthöfe ausliefern, dann ist das, verzeihen Sie die Formulierung, mehr als scheinheilig)…
 

Vergessen wir nicht, unsere Mitgeschöpfe sind es, denen gegenüber wir ebenfalls Verantwortung tragen. Wir müssen, wollen und sollen alle neuen BürgerInnen willkommen heißen, vom ganzen Herzen. Aber unter einer Bedingung: im Gegenzug MÜSSEN diese Gleichberechtigung von Mann und Frau anerkennen – und MÜSSEN Tiere, die hier unter Verfassungsschutz stehen, als Mitgeschöpfe achten und betrachten! Als unverrückbaren Teil unserer Kultur, ohne jede Ausnahme. Warum ich das erwähne? Denken Sie bitte nochmals an das betäubungslose Schlachten, welches in Deutschland und Österreich nur unter ganz bestimmten Auflagen durchgeführt werden darf, ansonsten aber als verboten gilt. Noch kein/e PolitikerIn brachte es aber bisher über die Lippen, unverrückbar auszugeben, dass diese Tötungsart auch verboten bleibt, komme was wolle – und das ist ein schlechtes Zeichen! Wir müssen alles tun um jenen Vertriebenen eine neue Heimat zu geben, selbstverständlich, es ist ein Gebot der Menschlichkeit. Was wären Menschenrechte wert, wenn wir sie zwar in unseren Gesetzen garantieren, in gegebenem Falle aber ob zu großer Belastung nicht einhalten würden? Eine wichtige Frage dürfen wir bei all solchen Überlegungen dennoch nicht hinten anstellen, nie vergessen: was sind bei all solchen Problematiken im Gegensatz dazu Rechte für die Tiere wert? Die Zeit wird es weisen…
Übrigens: RespekTiere hat der alten Kampagne für ein endgültiges und generelles Verbot des betäubungslosen Schlachtens 2016 neues Leben eingehaucht. Wir werden dieses Vorhaben solange verfolgen, bis der Gesetzgeber die Forderung als Gesetz niederschreibt…
Wir feiern jedes Jahr das Fest der Besinnlichkeit. Besinnlichkeit geht mit Ruhe einher. Doch ist Ihnen schon aufgefallen, es gibt gar keine Ruhe mehr?! Wir haben sie ausgemerzt, weil wir Angst vor ihr haben. Stille bringt Einsamkeit und wir fürchten es allein zu sein. Deshalb füllen wir die Ruhe aus, füllen die Leere mit Lärm und Hast und Gedränge. Ja, die Stille ist uns zur Plage geworden, zum Feind, sie beunruhigt uns. Deshalb ist Weihnachten, das Fest der Liebe, der Ruhe, der Besinnlichkeit, zu einer Veranstaltung verkommen, Tradition und Brauchtum verwelkt wie eine Blume unter der Wüstensonne.
Wir feiern das größte Fest der Christenheit, feiern die Geburt Jesus Christus. Dass diese Geburt eigentlich im Sommer oder im Herbst stattgefunden haben mag, ist uns dabei völlig nebensächlich. Dass wir jenen, den wir als Erlöser huldigen, einst an einen Holzpfahl geschlagen haben, sein Haupt mit einer Krone aus Dornen geziert, schieben wir ebenfalls beiseite. Es waren nicht wir, es waren die Römer oder die Pharisäer, die Juden oder sonst wer; doch wie man diese Einsicht auch dreht und wendet, glaubt man den Lehren der Kirche, dann ist Jesus einzig für unsere Sünden gestorben, also für jeden von uns – wir alle sind seines Todes verantwortlich, jede/r Einzelne… Und statt darüber nachzudenken, kreuzigen wir ihn und seine Ideen jeden Tag auf’s Neue, in unseren Schlachthöfen, auf den Kriegsschauplätzen, auf den Müllhalden dieser Erde.
 
 
Nicht nur für uns, denkt an Eure Kinder, an die Zukunft der nächsten und übernächsten Generation – garantieren wir diesen ein lebensfreundliches Umfeld, kein Preis hierfür darf uns zu hoch sein! Wenn der Mensch an der Tierliebe versagt, dann versagt er an sich selbst.
 
Ihnen allen wünschen wir aus tiefstem Herzen ein gesegnetes, tierleidfreies Weihnachten und ein 2017, wo wir gemeinsam für die Rechte der Tiere ganz viel erreichen können!!!!
 

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