Hessen-CDU verschickt Weihnachtspost und wirbt für Gender-Lehrplan

Mathias von Gersdorff – Aktion KiG

Hessen-CDU verschickt Weihnachtspost und wirbt für Gender-Lehrplan
Mathias von Gersdorff
Nimmt seine Basis nicht ernst, ignoriert Kritiker des Lehrplanes: CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg. Pressefoto CDU Fraktion Hessen
Wenige Tage vor Weihnachten verschickte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Hessen, Michael Boddenberg, einen Brief, in welchem er seinen Parteikollegen Kultusminister Ralph Alexander Lorz gegen die Kritik gegen den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ in Schutz nimmt.

Dabei versagt er kläglich. Hier sollen nur die wichtigsten Stellen kommentiert werden. Wir dokumentieren seinen vollständigen Brief HIER

http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/12/hessen-cdu-verschickt-weihnachtspost.html

Michael Boddenberg schreibt: „Das natürliche Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder nach Art. 6 (2) GG wird nicht angetastet. Dieses steht vor jeglichem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Das Recht für die Erziehung der Kinder liegt bei den Eltern.“

Diese Aussage ist nichts anderes als eine Worthülse, wenn nicht eine Verdrehung der Tatsachen: Der neue „Lehrplan zur Sexualerziehung“ ist verbindlich und fächerübergreifend. Eltern, die mit diesem Lehrplan also nicht einverstanden sind, können nichts unternehmen.

Der Lehrplan erwähnt das ausdrücklich auf Seite 6: „Sexualerziehung ist für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich und nicht an die Zustimmung der Eltern gebunden.“

Es ist zwar richtig, dass die Eltern vorher informiert werden sollen, was Boddenberg auch in seinem Brief erwähnt. Aber das ist auch alles. Streng genommen haben sie nicht einmal das Recht, die Unterrichtsinhalte abzuändern (obwohl in der Praxis das oft geschieht, falls es Proteste gibt). Doch aufgrund der Tatsache, dass nun Sexualerziehung (und damit auch die Gender-Erziehung) fächerübergreifend (!) stattfinden soll, ist es gar nicht möglich, die Eltern auf dem Laufenden zu halten. Das Kultusministerium will ausdrücklich, dass die vorgegebenen Inhalte in Biologie, Mathematik, Deutsch, Englisch etc. vermittelt werden. Die Eltern können bei diesem Querschnittsthema gar nicht überall ihre Meinung abgeben.

Die Aussage Boddenbergs steht außerdem in offensichtlichem Widerspruch mit der umstrittensten Zielvorgabe des neuen Lehrplanes, der Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Bei dieser Forderung wird der Elternwille ausdrücklich ignoriert, ansonsten macht sie keinen Sinn.

Ebenso schreibt Michael Boddenberg: „Ehe und Familie, die eine zentrale Rolle im Familien- und Gesellschaftsbild der CDU spielen, werden deshalb ausdrücklich hervorgehoben“.

Das steht tatsächlich in der Einleitung, aber nicht mehr in den konkreten Vorgaben. Ehe und Familie werden in den Konkretisierungen völlig beiseite geschoben zugunsten von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Patchworkfamilien.

Bei der Konkretisierung wird vor allem eines betont: Die Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Diese Forderung wird dermaßen betont, dass man den Lehrplan gleich „Lehrplan zur Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hätte nennen können.

Seit Ende September wird in Hessen insbesondere über diese Forderung nach Akzeptanz gestritten. Die katholische Kirche, der Landeselternbeirat, der Philologenverband und andere haben diese Forderung kritisiert. Dass Boddenberg die vorgebrachten Argumente gegen diese Akzeptanz in seiner Antwort schlichtweg ignoriert, spricht für sich selbst.

Stattdessen verstrickt sich Boddenberg in Widersprüche, wenn er auf das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ eingeht. Er schreibt nämlich: „Und daher ist es von Bedeutung, dass die Vielfalt eben nicht nur „erduldet“ oder „ertragen“ wird, wie es der Begriff „Toleranz“ meint, sondern dass Vielfalt „akzeptiert“ wird in dem Sinne „Du bist okay, so wie du bist“.“

Wenn man von den Kindern erwartet, sie sollen sagen „Du bist okay, so wie du bist“, dann wird eine bestimmte Gesinnung verlangt. „Du bist okay, so wie du bist“ ist eine normative Aussage. Es obliegt aber nicht der Schule, eine solche ethische Haltung abzuverlangen. Offensichtlich wird hier eine Grenze überschritten, und zwar das sog. „Indoktrinationsverbot“ in der schulischen Bildung. Dieses Verbot geht auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts zurück.

Michael Boddenberg schreibt gleich danach: „Niemandem wird dabei eine Ideologie aufgezwungen.“ Offensichtlicher Unfug, wie alle oben genannten Kritiker des Lehrplanes ausführlich erläutert haben. Eine Liste von Zitaten der Kritiker finden Sie HIER.

Der Brief des CDU-Fraktionsvorsitzenden im hessischen Landtag ist eine klassische Beschwichtigung, die an Leser gerichtet ist, die sich mit der Materie nicht auseinandergesetzt haben.

Es wäre erfreulich, wenn die CDU in Hessen die Kritik am Lehrplan endlich ernst nehmen würde. Es ist unverständlich, wieso dieser Erlass wie ein Dogma verteidigt wird.

Ist es so schwer zu akzeptieren, dass man einen Fehler gemacht hat, den man nun korrigieren muss? Für Menschen, die in ideologischen Schubladen denken, sehr wohl. Wegen der Koalition mit den Grünen scheinen nun auch etliche Bildungspolitiker der CDU-Hessen in solchen Schubladen gefangen zu sein. Zum Schaden der Kinder und der eigenen Reputation.

* * *

Der neue „Lehrplan zur Sexualerziehung“ für Hessen muss gestoppt werden!

Bitte helfen Sie uns und nehmen Sie an dieser wichtigen Petition der Aktion „Kinder in Gefahr“ teil. Bitte beteiligen Sie sich an diesem Protest mit Ihrer Unterschrift und der Verbreitung unserer Petition an den Ministerpräsidenten Volker Bouffier:

http://www.aktion-kig.de/kampagne/petition_hessen_2.html

PS. Unsere Seite in Facebook ist inzwischen ein sehr wichtiges Informationsmedium unserer Aktion „Kinder in Gefahr“ geworden. Für ein „Gefällt mir“ wären wir sehr dankbar: https://www.facebook.com/aktionkig/?fref=ts  

Ihre Spende für die Aktion Kinder in Gefahr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s