Neuigkeit zur Petition: Ständige Angst

https://www.change.org/p/bundeskanzlerin-angela-merkel-keine-abschiebungen-nach-afghanistan/u/19360400

Thomas Nowotny

83071 Stephanskirchen, Deutschland

10. Feb. 2017 — So betitelt die Süddeutsche Zeitung einen Bericht, in dem das Schicksal der Deportierten in Kabul beleuchtet. Bernd Kastner schreibt:
„Ali Agi stammt aus Herat im Westen Afghanistans, seine Familie sei nach Iran geflohen, er sei jetzt zum ersten Mal überhaupt in Kabul. Er kenne niemanden, sei völlig allein. Und er lebe in ständiger Angst vor Attacken. Am Dienstag, es war gegen vier Uhr am Nachmittag, muss es einen lauten Knall gegeben haben, so genau erinnert er sich nicht mehr daran. Nur, dass er geblutet habe, dass ihn in einer Apotheke jemand verbunden und dann ein hilfsbereiter Taxifahrer zurück in die Unterkunft gefahren habe. Auch in deutschen Zeitungen war anderntags nachzulesen, was passiert war: Vor dem Obersten Gerichtshof in Kabul hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mehr als zwanzig Tote, Dutzende Verletzte.

Uschi Josat hat ein Foto von Agi, es zeigt eine Gestalt auf einem Bett liegend, das Gesicht komplett eingebunden. Er hatte großes Glück, die Verletzungen an Stirn und Nase seien nur leicht. Wie es weitergehen wird, wisse er nicht. Eine Woche dürfe er noch in dem Gasthaus bleiben. Und dann? „Ich kann hier nicht bleiben“, sagt Agi, er meint Kabul. Seine „Mum“ lebt in ständiger Sorge und wütend ist sie auch: „Die Politiker wissen gar nicht, was sie auch den Paten antun.“ Jenen Helfern, die das Bild Deutschlands so positiv geprägt haben.

Thomas Nowotny, Kinderarzt aus Oberbayern und auch einer der zahllosen Helfer, hat eine Onlinepetition gestartet: „Gegen Abschiebungen nach Afghanistan.“ Er sieht darin einen Verstoß gegen die europäischen Grundwerte angesichts der unsicheren Lage. Durch die Attacke vor dem Gerichtsgebäude sieht er sich bestätigt. Mehr als 58 000 Bürger haben diese Petition an die Bundeskanzlerin inzwischen unterzeichnet.“
Auch im Heute-Journal war gestern ein guter Beitrag dazu zu sehen – und die Fassungslosigkeit des Moderators, als die Politik ihre Maske fallen lässt: Als der hessische Ministerpräsident die Frage beantwortet, ob er auch den Tod der Abgeschobenen in Kauf nehmen will.
Dagegen muss der Protest jetzt noch lauter werden:
Für Samstag, 11.2.2017 (das ist morgen!) sind an vielen Orten Demonstrationen geplant – ich werde in Berlin dabei sein.
Eine Übersicht über die Planung finden Sie hier:
https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1taIaQZLSvMFPHQGNo9uuFMEfd1U&ll=51.82929416761001%2C10.389588250000088&z=6

Bitte schreiben Sie LeserInnenbriefe und Mitteilungen an die verantwortlichen PolitikerInnen vor allem in Hessen, Baden-Württemberg, NRW, Hamburg und Berlin.

Und plötzlich kommt die Abschiebung
Eigentlich soll über Asylanträge innerhalb weniger Monate entschieden sein – auch, um Flüchtlinge nicht in schwierige Situationen zu bringen…

 

 

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