Stopp Air Base Ramstein :: Newsletter 03_2017 – Mit Protest und Kultur zum Frieden

 
STOPP AIR BASE RAMSTEIN 2017
Newsletter 03_2017

Danke!
Die
neuste Spendensammlung hat insgesamt rund

12.000 €
erbracht – ein unerwartetes und gewaltiges Ergebnis eurer großen Solidarität und Unterstützung!

Eine bessere Voraussetzung für erfolgreiche Aktionen, für eine große Menschenkette und ein eindrucksvolles buntes Festival kann es kaum geben.

Jetzt alle Kraft in die Mobilisierung: Ramstein 2017 wird groß, bunt, solidarisch und friedlich!

Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender!

 Insert alt text here
„Stopp Air Base Ramstein“
mit Protest und Kultur zum Frieden
von Andrea Beck

Die US Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz ist der zentrale Drohneneinsatzort der Erde, ohne den der aktuelle Drohnenkrieg, unter anderem im Nahen Osten, mit tausenden von zivilen Todesopfern nicht möglich wäre.  Zusätzlich ist der Militärstützpunkt auch die potentielle Koordinierungsstelle aller US-amerikanischen Atomwaffen Europas. Mit dem Ziel gegen dieses Zentrum des Kriegs zu protestieren, wird ein Personenfriedensbündnis, vergleichbar dem Krefelder Apell gegen die Atomwaffen in den 80 Jahren, im September 2017 zum dritten Mal die Aktion „Stopp Air Base Ramstein“ veranstalten. Seit 2015 wurde die große Protestaktion kontinuierlich ausgeweitet und so werden dieses Jahr unter anderem ein Friedensfestival mit bekannten Musikern und ein internationaler Kongress zu Militärbasen Höhepunkte einer Woche voll Veranstaltungen darstellen. Zur Veröffentlichung der auftretenden Künstler und des aktuellen Ablaufplans veranstalteten die Organisatoren am 10. Mai eine Pressekonferenzen in Berlin, sowie am 11. Mai in Kaiserslautern. Die anschließende mediale Verbreitung der Konferenzen, unter anderem in Form einer Meldung der dpa, war sehr breit und positiv.

Dort erklärte Reiner Braun, Co-Präsident des International Peace Bureau und Mitglied des Koordinierungskreises von „Stopp Air Base Ramstein“, die Ziele, die mit Hilfe dieser Protestaktion erreicht werden sollen. So arbeitet bei „Stopp Air Base Ramstein“ ein großes Personenbündnis aus Mitgliedern diverser Friedensorganisationen, wie etwa der „Bundesausschuss Friedensratschlag“, die „Kooperation für den Frieden“ und der „Friedenskreis Wanfried“, gemeinsam daran, die zentrale Bedeutung der Air Base Ramstein für den internationalen Drohnenkrieg und ebenso für die internationale Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen.

Bei der Pressekonferenz war des weiteren Mike Nagler von attac anwesend. Er betonte die Rolle der Air Base, über die die außergerichtliche Tötung von bisher 6000 Menschen im aktuellen Syrienkrieg und 15.000 Menschen im Afghanistankrieg gesteuert werde. Immer wiederholte Begründungen, wie die der gestiegenen Zielsicherheit durch Drohnenangriffe, seien inzwischen mehrmals widerlegt. „Die Ausreden der deutschen Regierung, sie beteilige sich nicht am Angriffskrieg, sondern liefere nur die Bilder, erkennen wir nicht an. Ohne die Unterstützung durch die Bundesregierung, in Form der Duldung von Ramstein und den Einsatz der unbewaffneten deutschen Drohnen wäre die illegale Tötung von Frauen und Kindern nicht möglich.“

Die Aufrechterhaltung von US-Ramstein und die Akzeptanz von 155 in Deutschland stationierten US-Drohnen ermöglichen, nach Nagler, die illegale Tötung unschuldiger Menschen, die unter anderem während der aktuellen Kriege im Nahen Osten durch die Drohnen auch psychisch terrorisiert werden. Das alles verstoße gegen die UN-Menschenrechtscharta, das internationale Völkerrecht und auch gegen das deutsche Grundgesetz.

Ein erstes Ziel von „Stopp Air Base Ramstein“ ist, nach Reiner Braun, daher die Schließung der Drohnen-Relais-Station, das endgültige Ziel die Schließung der gesamten Air Base Ramstein. Die hierfür nötige Kündigung des Stationierungsvertrags mit den USA durch die deutsche Regierung ist jederzeit möglich. Für die Organisation und Umsetzung des dafür nötigen Protests in Form der Aktion „Stopp Air Base Ramstein“ vom 8. bis zum 10 September 2017 sind in ganz Deutschland, hauptsächlich ehrenamtlich tätige, Unterstützer/innen in 15 Ramstein-Friedensgruppen organisiert.

Ein immer größer werdendes Netzwerk aus Arbeitsgemeinschaften, lokalen Initiativen und Friedensorganisationen, insbesondere im direkten Umfeld der Air Base in Rheinland-Pfalz, arbeiten zusammen für das Gelingen einer Protestaktion, auf das die bereits hohe Teilnehmerzahl von 5000 Teilnehmern im Jahr 2016, übertroffen wird. Zahlreiche Vorver-anstaltungen und die ermöglichte öffentliche Beteiligung sorgten bereits im Vorfeld, für einen Zuwachs der Popularität. So wurden unter anderem ein Song- und ein Plakatwettbewerb ausgeschrieben, an denen sich sowohl Amateure als auch bekannte Künstler beteiligten. Die von den Jurys zu Gewinnern gekürten Künstler, werden den diesjährigen „Stopp-Ramstein-Song“, beziehungsweise die zentralen Plakate der Kampagne stellen.

Bei dem Wort „Protestaktion“ mag zuerst eine Demonstration mit Reden von Politikern vor dem inneren Auge auftauchen, doch das diesjährige „Stopp Air Base Ramstein“ bietet mehr.

So beginnt die Veranstaltung mit einem einwöchigen Friedenscamp, das Interessierte einlädt in unmittelbarer Nähe der Air Base Ramstein gemeinsam zu zelten. Bereits während des Camps können die Besucher an kulturellen Veranstaltungen und Workshops teilnehmen. Am Freitag, dem 8. September beginnt dann der „Internationale Kongress zu Militärbasen“, der am 8. und 9. September in der Kaiserslauterner Versöhnungskirche stattfindet und aus Vorträgen und Workshops besteht. Dort werden bekannte internationale Vertreter aus Ländern wie den USA, Südkorea und Japan über den Widerstand gegen die Militärstützpunkte in ihren jeweiligen Ländern berichten und die Teilnehmer können Workshops, zum Beispiel über die Bedeutung der Militärbasen in der globalen NATO-Strategie besuchen. Ebenfalls am Freitag den 8. September werden bei einer Abendveranstaltung in der Versöhnungskirche drei bekannte Redner für den Frieden auftreten. Den Schweizer Historiker Daniele Ganser, die US-amerikanische Whistleblowerin Ann Wright und den deutschen Theologen Eugen Drewermann verbindet ihre gemeinsame Ablehnung der aktuellen Kriegspolitik und des Einsatzes von Drohnen. Alle drei setzten sich für den Frieden ein und werden am Freitagabend die Fragen des Publikums beantworten.

Am Morgen des 9. Septembers wird, wie bereits 2016, als Darstellung des öffentlichen Protestes auch dieses Jahr eine Menschenkette vom Camp bis in die nächste Nähe der Air Base Ramstein organisiert.

Am Nachmittag kommt es dann in Kaiserslautern zum Höhepunkt des diesjährigen „Stopp Air Base Ramstein“. Auf dem „Künstler für den Frieden“ werden über 20 Künstlerinnen und Künstler auftreten und namhafte Politiker sprechen, die die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Kultur des Netzwerkes „Stopp Air Base Ramstein“ Laura Jäckel auf der Pressekonferenz vorstellte. So setzen die deutsche Sängerin Leslie Clio, die sich unter anderem mit dem Song „I couldn’t care less“ einen Namen machte, und der Reggae-Musiker Patrice durch ihren Auftritt auf diesem Festival ein Zeichen für den Frieden. Auch die Rapperin Pilz, der Kabarettist Dieter Hallervorden, die Rap-Gruppe Microphone Mafia und der Liedermacher Jan Degenhardt werden neue Teilnehmer anziehen und für eine Verjüngung des Publikums sorgen, was der Friedensbewegung auch zu Gute kommen würde.

Das Festival soll an Tradition der deutschen Friedensbewegung der 80er Jahre anknüpfen, die mit der Aktion „Künstler für den Frieden“ die Wirkung der Musik nutzte, um ihre Ansichten und Ziele in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Beteiligung der Musiker schaffte bereits damals eine neue Möglichkeit der Identifikation mit politischen Themen und bewegte mehr Menschen dazu, sich für den Frieden zu engagieren.
Das Musikfestival soll ebenso das Programm auflockern und auch die Menschen einladen, die sonst nicht an politischen Veranstaltungen teilnehmen. Mitwirken werden auch Abgeordnete des deutschen Bundestages, wie zum Beispiel Sarah Wagenknecht von der Partei Die Linke und Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

All diese Veranstaltungen und das Friedenscamp werden ausschließlich anhand von Spenden finanziert. Unter anderem durch Spendenaufrufe, ein Crowdfunding und die flexible Entscheidung der Camp-Teilnehmer über ihren Beitrag, wird das nötige Geld gesammelt. Eine wachsende Sympathie gegenüber der „Stopp Air Base Ramstein“ seitens der Bevölkerung und die ebenso zunehmende Popularität, zeigt sich auch an dem erfolgreichen Spendenaufruf, der uns in wenigen Tagen erfreulicherweise die stattliche Summe von rund 12.000 Euro eingebracht hat. So kann die Vorbereitung und Umsetzung der Protestaktion zügig voran gehen.

Ein weiteres Zeichen für eine wachsende Relevanz der Aktion „Stopp Air Base Ramstein“ ist das breite und positive mediale Echo, als Reaktion auf die beiden Pressekonferenzen in Berlin und Kaiserlautern. So verfasste die dpa eine Meldung, die unter anderem von der Welt, dem Focus und dem Hamburger Abendblatt übernommen wurde:

Kriegsgegner planen erneut Menschenkette in Ramstein

Mit einer Menschenkette und weiteren Aktionen wollen Friedensaktivisten im September erneut gegen die Rolle des US-Militärflugplatzes Ramstein beim Kriegseinsatz von Drohnen protestieren.

Zu der Kettenaktion am 9. September würden deutlich mehr als die 5000 Teilnehmer des vergangenen Jahres erwartet, sagte Reiner Braun vom Koordinierungskreis Kampagne Stopp Air Base Ramstein anlässlich der Programmvorstellung am Mittwoch in Berlin. Der Protest soll vom Ort Ramstein bis zur Air Base und von dort zu einem Denkmal für Opfer eines Flugzeugunglücks führen. Es habe sich nichts daran geändert, dass die Air Base „die zentrale Relaisstation für die Drohneneinsätze“ sei, begründete Braun die erneute Aktion. Dazu gehört auch ein Internationales Friedenscamp vom 3. bis zum 10. September, zu dem 1000 Gäste erwartet werden. Ein internationaler Kongress in Kaiserslautern soll sich um das Thema Militärbasen drehen, unter anderem auch um die Standorte Ramstein, Jagel (Schleswig-Holstein) und Büchel (Kreis Cochem-Zell). „Wir werden auch mit dem Camp für einen Tag für eine Blockadeaktion nach Büchel fahren“, sagte Braun. Am 9. September soll es außerdem nachmittags ein Friedensfest in Kaiserslautern geben.

An einer Menschenkette im Juni 2016 hatten sich laut Braun etwa 5000 Demonstranten beteiligt. Die Polizei zählte rund 2000 Teilnehmer.

dpa

Der Sender Russia Today veröffentlichte ein Interview mit Reiner Braun zur Pressekonferenz, das von mehreren Websiten übernommen wurde und auch der ausführliche Artikel der Agentur Pressenza  wurde auf verschiedenen Websites veröffentlicht. Auf KenFm wird in den nächsten Tagen ein langes Telefoninterview mit Reiner Braun zum Thema erscheinen und auf weltnetz.tv ist die Pressekonferenz in voller Länge zu sehen.

Insgesamt steigt nicht nur die Sympathie gegenüber „Stopp Air Base Ramstein“ und seine Bekanntheit, sondern auch das Interesse der deutschen Bevölkerung und die Ablehnung des Einsatzes von Drohnen und des Kriegs allgemein. Auch im direkten Umfeld der Air Base Ramstein, sieht ein großer Teil der Bevölkerung die Völkerrechtsverletzungen und die eigene Bedrohung: Militärstützpunkte sind Magneten „feindlicher“ Angriffe. Für viel Empörung sorgt auch der Bau des neuen Krankenhauses innerhalb der Air Base, das für deutsche Bürger nicht zugänglich sein wird, aber mit durch deutsche Steuern finanziert wurde.

Die steigende Popularität, das große Netzwerk an aktiven Mitarbeitern, verteilt in ganz Deutschland, und nicht zuletzt die erfreuliche Teilnahme zahlreicher namhafter Künstler am Festivals für den Frieden stimmen die Organisatoren positiv. Sie erwarten 2017 eine Protestaktion, die einen neuen Grad an Aufmerksamkeit für das Thema Drohnenmord und die zentrale Bedeutung der US Air Base Ramstein schaffen wird. „Stopp Air Base Ramstein“ wird, nach Koordinator Reiner Braun, die größte Friedensaktion vor der Bundestagswahl und der Friedensbewegung Mut und neuen Aufschwung bringen.

 Insert alt text here
Artikel der Rheinpfalz über die Pressekonferenz in Kaiserslautern am 11. Mai
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s