Neuigkeit zur Petition: Historischer Tag für uns Minderheiten: Bundestags stärkt uns den Rücken!

https://www.change.org/p/minister-baaske-witaj-muss-bleiben-wir-eltern-k%c3%a4mpfen-den-sorbisch-unterricht-unserer-kinder/u/20440349

Kathleen Komolka

Deutschland

3. Juni 2017 — Anlässlich des bevorstehenden 25-jährigem Jubiläums der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen befasste sich unser Bundestag am gestrigen Freitag mit uns Minderheiten.
Ein entsprechender Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie von Bündnis 90/Die Grünen (18/12542 neu) mit dem Ziel und Auftrag die Sprachen der anerkannten nationalen Minderheiten – Dänisch, Nord- und Saterfriesisch, NIEDER- UND OBERSORBISCH sowie Romanes – und der Regionalsprache Niederdeutsch zu SCHÜTZEN und zu FÖRDERN wurde dabei EINSTIMMIG im Bundestag beschlossen.
Nach Einschätzung der Unesco, sind bis Ende dieses Jahrhunderts (!) die HÄLFTE der weltweit rund 6.000 gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht. In ihrem sogenannten Sprachenatlas stuft die UN-Organisation UNSERE Niedersorbische (gemeinsam mit unserer Obersorbischen) Sprache als „definitiv gefährdete Sprachen“ ein.
Damit wird auch deutlich: JETZT ist die ALLERHÖCHSTE und DRINGENDSTE Zeit ALLE notwendigen, aktiven, fördernden, schützenden, flankierenden Schritte einzuleiten und Maßnahmen zu ergreifen um dieses sich unmittelbare ankündigende Aussterben unserer Sorbischen Sprache und Kultur, aber auch unserer anderen Minderheitensprachen in unserem Land, zu verhindern.
Wie wichtig die sprachliche Vielfalt der Minderheiten für unsere Bundesrepublik ist wurde gestern bereits dadurch verdeutlicht, dass einige Abgeordnete die Debatte in Teilen in ihren regionalen Sprachen und Dialekten zu hielten.
Mit dem gestrigen Beschluss bekennt sich der Bund klar und eindeutig zu seiner Verpflichtung gegenüber uns Minderheiten. Wir freuen uns sehr über dieses DRINGEND erwartete und nötige Bekenntnis für all unsere in Deutschland lebenden Minderheiten!
Damit wird auch deutlich, dass der Schutz und die Förderung der Minderheiten- und Regionalsprachen zwar originäre Aufgabe der Bundesländer sei, aber auch der Bund hier in der Pflicht stehe und die Verantwortung trage den dafür nötigen Rahmen zu schaffen. Ferner ist es auch die Aufgabe des Bundes ggf. die Länder an die Wahrnehmung dieser Aufgabe deutlicher, nachdrücklicher, eindringlicher als bisher zu erinnern und bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu unterstützen.
Herbert Behrens (Die Linke) griff bei seinem Redebeitrag auch einen Kernaspekt dieser, unserer, Petition auf:
Sprache ist ein Ausdruck von Heimat und kultureller Identität, die es zu schützen gelte.
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) stärkt unserem sorbischen Volk den Rücken: So bezeichnete er es als „widerlich“, dass die sorbische Minderheit von Rechtsextremen immer wieder als „Fremde“ angefeindet werde. Dabei bestehe die sorbische Kultur in Deutschland bereits seit rund 1.400 Jahren. Auch gegen Anfeindungen gegen Sinti und Roma müsse entschieden vorgegangen werden!
Der einstimmig verabschiedete Antrag fordert die Bundesregierung auf, die politische Partizipation der anerkannten Minderheiten weiter zu stärken.
Eine Stärkung die nur gelingen kann, wenn uns Minderheiten dazu unsere eigenen Sprachen zur Verfügung stehen. Mit diesem Beschluss hat der Bund den Ländern hier eine wichtige Brücke gebaut.
Von herausragender Bedeutung für uns ist dabei, dass die Bundesregierung Initiativen zur Förderung von Regional- und Minderheitensprachen in Bildungseinrichtungen, insbesondere Konzepte zur stärkeren Vermittlung in diesen Sprachen an die junge Generation, unterstützen möchte.
Ein Aspekt dem sich unser Land nicht mit einer einschränkenden und ausgrenzenden Sorben-/Wenden/Schulverordnung entgegenstellen kann und darf. Das wäre der falsche Weg!
Vielmehr stärkt dieser Beschluss des Bundestages in unseren Augen den in Brandenburg verfassungsmäßig verankerten Anspruch unserer Kinder im Schulunterricht in unserer niedersorbischen/wendischen Sprache, unserer (oftmals einstigen Mutter-)Sprache seit unzähligen Generationen, unterrichtet zu werden und dabei unterstützt und gefördert zu werden.
Unser großer und nicht in Worte zu fassender Dank gilt ALLEN Menschen die für uns Minderheiten einstehen und ihre Stimmen erheben und damit diese bedeutsame und in die Zukunft weisende Entscheidung des Bundestages gestern erst ermöglicht haben!
Klarer, eindringlicher und unmittelbarer – und vor allem genau zum rechten Zeitpunkt- kann die Botschaft auch an unser Brandenburger Bildungsministerium nicht sein.
Sehr geehrter Herr Baaske, bitte setzen Sie den am gestrigen, für uns Sorben historischen 2. Juni, befassten Beschluss umfassend, spracherhaltend, nachhaltig und zukunftsorientiert in der geplanten Sorben-Wenden-Schulverordnug um!
Erbauen und begehen Sie diese Brücke zum Erhalt unserer Sprache gemeinsam mit uns!
Darum ersuchen wir, die Eltern der sorbischen/wendischen Kinder die jetzt und in Zukunft in unseren Brandenburger Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet unsere niedersorbische/wendische Spracher erlernen wollen, Sie im Namen unseres gesamten sorbischen Volkes.
Sichern Sie mit der kommenden Sorben-/Wenden-Schulverordnung die Rechtsansprüche unserer Kinder zum Erlernen unserer Sprache und leisten damit einen unschätzbaren, nachhaltigen Beitrag für den Erhalt unseres Volkes im Land Brandenburg und in Deutschland.
Bei diesem Prozess stehen wir mit Herzblut an Ihrer Seite und freuen uns Sie, Herr Minister Baaske, beim Bau dieser Brücke unterstützen zu können.

Bundestag beschließt Stärkung der Minder­heiten­sprachen
Anlässlich des bevorstehenden 25-jährigen Jubiläums der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen vom 5. November…

 

 

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