Meeressäuger: 10 faszinierende Fakten über Wale

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Pottwal

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Für die meisten Menschen sind Wale heutzutage keine gewaltige Proteinquelle mehr, die es hemmungslos auszubeuten gilt, sondern sanfte, kluge Meeresriesen. Nach Jahrhunderten der Bejagung bis fast an den Rand der Ausrottung haben sich viele Arten in ihrem Bestand wieder etwas erholt. Und neben einigen indigenen Völkern jagen nur noch wenige Nationen die Tiere in größerem Stil. Die Erforschung der Wale hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht, viele Fragen sind aber weiterhin offen. Warum tauchen Cuvier-Schnabelwale so tief? Weshalb stranden Wale? Wie ernährt der Blauwal seinen massigen Körper? Und welche Arten drohen doch bald zu verschwinden?

Amazonas-Flussdelfin – auch im Süßwasser sind Wale zu Hause
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Wale und Delfine bringen wir vor allem mit Salzwasser in Verbindung. In der Tat lebt die überwältigende Mehrheit der rund 90 bekannten Arten im Meer. Eine kleine Gruppe hat sich allerdings an das Süßwasser angepasst und existiert inzwischen ausschließlich in großen Flusssystemen Südamerikas und Asiens: die Amazonas-Flussdelfine, die Gangesdelfine und der Jangtse-Delfin oder Baiji, der mittlerweile als ausgestorben gilt (einige andere Spezies wie der Irawadidelfin im Mekong suchen diesen Lebensraum nur zeitweise auf). Das auffälligste Merkmal der Flussdelfine ist ihre längliche, sehr schmale Schnauze, mit der sie sich an die oft trüben Gewässer mit geringer Sichtweite angepasst haben: Sie suchen damit nach Nahrung im Schlamm am Flussgrund. Wahrscheinlich entwickelten sich die ersten Flussdelfine vor etwa 20 Millionen Jahren aus Arten, die in flachen Küstenmeeren und im Brackwasser vor Flussmündungen zu Hause waren. Aus dem Amazonasbecken kennt man heute drei Arten, die sich auf großen Flüssen relativ leicht beobachten lassen. Der Amazonas-Flussdelfin (Inia geoffrensis), der unter ihnen am weitesten verbreitet ist, fällt darüber hinaus durch seine rosige Haut auf. Fischer betrachten ihn aber leider manchmal als lästige Konkurrenz und töten ihn – sein Fleisch dient dann auch oft als Köder für die eigentliche Beute.

Omurawal – unbekannte Vielfalt im Meer
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Er ist größer als ein Schwertwal, dennoch übersahen ihn Meeresbiologen lange Zeit: Erst im Jahr 2003 beschrieben japanische Wissenschaftler den Omurawal (Balaenoptera omurai). Zuvor wurden durch Walfänger getötete Exemplare als kleine Vertreter des Brydewals betrachtet. Und seit der offiziellen Anerkennung als eigenständige Spezies hat die Erforschung der Omurawale kaum Fortschritte gemacht, bis Salvatore Cerchio vom New England Aquarium in Boston und sein Team erstmals eine Population vor der Nordwestküste Madagaskars entdeckten und beobachten konnten. Laut einer DNA-Analyse weisen die Omurawale eine vergleichsweise geringe genetische Diversität untereinander auf, wahrscheinlich sind sie also recht selten. Die Tiere scheinen zumindest regional relativ flache und warme Schelfwassergebiete zu bevorzugen, wo sie Zooplankton aus dem Wasser filtern. Der Omurawal ist übrigens keine extreme Ausnahme: In den letzten Jahrzehnten wurden einige neue Walarten entdeckt und beschrieben – trotz ihrer Größe können sie in den Weiten der Meere übersehen werden oder wurden fälschlicherweise bereits bekannten Arten zugewiesen. Ein anderes Beispiel ist ein bislang unbeschriebener Schnabelwal aus dem Pazifik, den japanische Walfänger wegen seiner dunklen Färbung als Rabenwal bezeichnen.

Atlantischer Nordkaper – Kollisionen sind sein Schicksal
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Der Atlantische Nordkaper (Eubalaena glacialis) gehört zu den seltensten Großwalen der Erde. Bis heute hat er sich praktisch nicht von der Jagd erholt, durch die sich der einst rund 100 000 Tiere große Bestand drastisch reduziert hat: Nur etwa 300 bis 500 Exemplare schwimmen noch vor der nordamerikanischen Atlantikküste. Die europäische Population ist dagegen wohl ausgestorben. Im Englischen heißt die Art auch „right whale“, weil diese Tiere die richtigen Meeressäuger am Anfang der Waljagd waren. Sie zogen langsam in Küstennähe dahin und ließen sich daher leicht erbeuten. Heutzutage besteht die größte Gefahr für sie in der Kollision mit Schiffen. Die Zusammenstöße während der letzten Jahrzehnte sind für ein Drittel aller geklärten Todesfälle der Wale verantwortlich. Häufig sterben die Tiere auch, weil sie sich in Fangleinen und Netzen verheddern. Wegen des kleinen Bestands bedeutet der Verlust jedes einzelnen Exemplars einen Rückschlag für den Artenschutz.

Pottwale – Vorsicht, wenn sie stranden
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Im Januar 2016 strandeten mehrere Pottwale an der deutschen und niederländischen Küste, obwohl sie laut Autopsie gesund waren – abgesehen vom Plastikmüll im Magen, der jedoch nicht unmittelbar zum Tod geführt habe, so die Veterinärmediziner. Wahrscheinlich hatten sich die Tiere auf ihrem Zug aus der Arktis nach Süden in die Nordsee verirrt, wo sie nicht ausreichend Nahrung fanden und schließlich im flachen Schelfmeer endeten. Prinzipiell können solche Strandungen weltweit auftreten. Die Ursachen dafür sind bisher nicht vollständig geklärt; diskutiert wird Verschiedenes, etwa dass Sonnenstürme die Magnetorientierung der Tiere beeinträchtigen, militärisches Sonar ihre Kommunikation fatal stört oder kranke Artgenossen sie ins Verderben leiten. Oft versuchen Menschen diesen Pottwalen wieder zurück ins Meer zu helfen, leider verendet jedoch die Mehrzahl am Strand. Für die Retter kann es sogar heikel werden – wenn Faulgase die massigen Leiber aufblähen. Denn bisweilen explodieren die Kadaver, wovon eindrucksvolle Videoaufnahmen zeugen. Manchmal werden die toten Wale auch präventiv gesprengt.

Schweinswal – Deutschlands einziger Wal
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In deutschen Gewässern tummeln sich nur selten Wale. Mitunter verirren sich Pottwale in die Nordsee, doch sterben sie dann bald. Auch Finn- und Zwergwale sind nicht häufig Gäste. Und der Große Tümmler lebt zwar in der Nordsee, hält sich aber meist von unseren Küsten fern. Ganz anders sieht es dagegen beim Gewöhnlichen Schweinswal (Phocoena phocoena) aus, den man mit etwas Glück vom Sylter Strand aus beobachten kann. Denn hier pflanzen sich die Meeressäuger fort und ziehen ihre Jungen groß. Den Gesamtbestand in unseren Gefilden schätzt man je nach Jahreszeit auf 15 000 bis 50 000 Tiere. Die Art ist also nicht akut gefährdet. Allerdings haben die Schweinswale in der Nordsee durchaus Probleme: Sie verfangen sich in Fischereinetzen und gelten als lärmempfindlich, so dass sie beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen aus den betroffenen Regionen fliehen.

Vaquita – er stirbt leider gerade aus
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