Endlich: Ein wissenschaftsbasierter Friedensansatz

http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/endlich-ein-wissenschaftsbasierter-friedensansatz.html

Weltfriedensgipfel der «Global Union of Scientists for Peace» 14./15. Juni in Kiew.

Von: Franz Rutz

Kriege entstehen im Kopf… Was lange bestenfalls als weiser philosophischer Satz galt, scheint sich immer mehr auf der wissenschaftlichen Ebene zu bewahrheiten. Nicht nur das: Umsetzungen dieser Erkenntnisse zeigen in jahrelangen Praxistests erstaunliche Ergebnisse, auf individueller und sozialer Ebene. Sie sind darum der neue Ausgangspunkt, die veralteten Konzepte zu Krieg und Terror in unseren Köpfen aufzuweichen.

Dies war der Grund, dass sich Mitte Juni eben gerade eine wissenschaftliche und nicht eine politische Elite zu einem Friedensgipfel in Kiew traf. In der Ukraine darum, weil diese einerseits den grossen politisch-wirtschaftlichen Spannungsknoten zwischen Ost und West darstellt. Andererseits aber auch, weil einer der einflussreichsten Generäle in diesem Land, Vasyl Krutov, die Vertreter der «Global Union of Scientists for Peace» GUSP dazu eingeladen hatte (siehe GUSP-Direktorium auf https://www.gusp.org/de/). Rund 600 Wissenschaftler, Bildungsexperten und Politiker aus 21 Ländern kamen, über Dutzende von Medien-Kanälen wurden die News dazu verbreitet.

«Krieg und Terror zerstören unser Volk – wir müssen alles unternehmen, um über unsere politische Gesinnungen hinaus wachsen zu können. Die Wissenschaft zeigt uns neue Wege dazu», das eines der Statements des 3-Sterne-Generals.

An der zweitägigen Konferenz zeigten Wissenschaftler, wie individueller Stress gehirnphysiologische Notfallprogramme im Einzelnen auslöst. Diese erzeugen die typischen Verhaltensmuster von Angst, Aggression oder Depression. Der Mensch, genetisch grundsätzlich zum sozialen Wesen bestimmt, degradiert damit zum«Stress-Roboter». Verdichtet sich individueller Stress zu Rivalitäten zwischen Gruppen und Völkern, sind das Resultat gesellschaftliche Konflikte, Krieg und Terror.

Die neue Friedensstrategie verfolgt darum einen neurowissenschaftlichen Ansatz zum Frieden (BBAP – Brain-Based Approach to Peace). Sie wird bereits in hunderten von Schulen erfolgreich eingesetzt. Es sind Strategien, die den Stressmodus im Gehirn des Einzelnen umkehren. Dazu kommen Technologien, die den kollektiven Stress in der Gesellschaft als Ganzes reduzieren, wie wissenschaftliche Feldversuche gezeigt haben.

Zu Wort kamen neben Repräsentanten aus verschiedensten Wissenschaftsbereichen auch jene Pioniere, welche die evidenzbasierten Programme zur kollektiven Stressreduktion erfolgreich einsetzten oder es immer noch tun: der ehemalige Ministerpräsident von Mozambique, Joachim Chissano; der jetzige Friedens-Nobelpreisträger und Präsident von Kolumbien, Juan Manuel Santos; Schulverantwortliche der öffentlichen Schulen von San Francisco und Chicago; hohe Militärs aus USA, Mittel- und Südamerika. BBAP hat inzwischen weltweit in über 20 Ländern Einzug im Bereich von Bildung und Militär gehalten.

Die Ukraine hat vor zwei Jahren begonnen, diese BBAP-Programme einzuführen. Sie umfasst Übungen in Transzendentaler Meditation, individuell und in Gruppen. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Universitäten des Landes. Die Resultate sind so vielversprechend, dass die Programme nun ausgeweitet werden.

Meine Teilnahme am Friedensgipfel hat meine Zuversicht weiter genährt: Wenn sich alte Konzepte zu relativieren beginnen, ist der Weg offen, für einen nächsten Evolutionsschritt in der Menschheit. Unbeirrte Pioniere sind die Wegbereiter.

Franz Rutz hat am Friedensgipfel der GUSP vom 14. und 15. Juni 2017 in Kiew teilgenommen.

Website GUSP: https://www.gusp.org/de/

Montag, 24. Juli 2017

 


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