Neuigkeit zur Petition: Stellungnahme zur Antwort der SWSG

https://www.change.org/p/die-stadt-stuttgart-soll-eine-todkranke-frau-nicht-auf-die-stra%c3%9fe-werfen/u/20983864

Karin Maack

Deutschland

6. Aug. 2017 — Leider hat Manuela T. bis jetzt kein Schreiben mit der Zusicherung, vorerst in der Wohnung bleiben zu können, erhalten (obwohl mir das von der SWSG telefonisch zugesichert worden war). Dafür hat die SWSG auf diese Petition auf Change.org geantwortet. Verständlicherweise ist die SWSG daran interessiert, in gutem Licht zu erscheinen – die Kommunikation mit ihrer Mieterin scheint zweitrangig zu sein.
Die SWSG hat durchaus nicht alle entstandenen Schäden beseitigt. Sie hat nach dem vierten (!!) Abwasserschaden den Boden trocknen und eine Wand streichen lassen. Zwei Mitarbeiter wurden geschickt, um das Bad putzen. Die Spülmaschine und die Waschmaschine waren kaputt (da sie ca. 2 cm im Schmutzwasser gestanden hatten) und mussten ersetzt werden. Die Kosten dafür wurden erst im Gerichtsverfahren berücksichtigt. Die SWSG machte weiterhin den Vorschlag, ihre Mieterin solle die Wohnung ausräumen, damit diese saniert werden könne. Das hat Manuela T. abgelehnt, da sie nicht in der Lage war, innerhalb des von der SWSG vorgegebenen Zeitrahmens von drei Wochen die Wohnung (samt Einbauküche) auszuräumen. Manuela T. hätte eine Mängelbeseitigung der SWSG zugelassen, wenn die damit verbundenen Beeinträchtigungen für die Familie zumutbar gewesen wären.
Mit einem Schuldnerberater, einem Sozialmanagement oder Kundenbetreuer der SWSG hatte Frau Manuela T. in dieser Sache keinen Kontakt, der ganze Briefverkehr lief über einen Rechtsanwalt der Mieterin, da die Sache für sie zu komplex geworden war.
Eine Ersatzwohnung hat Manuela T. nicht gefunden, weil das in ihrem Fall auf dem angespannten Stuttgarter Wohnungsmarkt fast unmöglich ist – nicht, weil sie sich nicht darum gekümmert hätte. Das hat sie durchaus.
Was die Beschwerden der Nachbarn betrifft: In dem mehrstöckigen Haus hatte die Familie Probleme mit maximal drei anderen Parteien. Mit einer Partei gab es (unabhängig von der SWSG) einen Gütetermin vor Gericht, der zu einem von beiden Seiten akzeptierten Ergebnis führte.
Die genannten „massiven Vorwürfe“ haben dazu geführt, dass Familie T. einmal von der SWSG befragt wurde. Eine Mediation mit allen betroffenen Parteien fand nie statt und wurde auch nicht von der SWSG initiiert. Aber Familie T. erhielt eine Abmahnung. Nachdem die SWSG auf diese Art ihre Parteilichkeit demonstriert hatte, wurden weitere Mediationstermine für Familie T. sinnlos. Und seit Herbst 2016 gibt es mit keiner anderen Mietpartei im Haus irgendwelche Konflikte.
Manuela T. hatte gegen den Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart, die Räumungsfrist nicht zu verlängern, beim Landgericht Stuttgart Einspruch eingelegt. Jetzt hat das Landgericht die Frist bis Ende November 2017 verlängert – was offenbar der SWSG noch nicht bekannt ist.
Ich habe inzwischen Gespräche mit dem Sozialamt geführt, die mir versichert haben, es sei in Stuttgart generell üblich, Wohnungslosigkeit in Zusammenarbeit mit der SWSG nach Möglichkeit zu verhindern. Das ist eine schöne Sache und ich höre das besonders gerne, da Stuttgart meine Heimatstadt ist. Die SWSG hat gegenüber Manuela T. aber nie – so wie jetzt in ihrer Stellungnahme auf change.org – erwähnt, dass sie die Wohnung nicht verlassen muss, solange keine passende Unterkunft für sie und ihre Familie gefunden wurde. Ihr wurde im Gegenteil immer wieder angedeutet, dass sie als Mieterin unerwünscht sei. Und, wie schon gesagt, sie hat bis jetzt noch kein Schreiben von der SWSG erhalten, das sie in dieser Hinsicht beruhigen könnte.


 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s