Neuigkeit zur Petition: Die Petition hebt ab…

https://www.change.org/p/bundeskanzlerin-angela-merkel-keine-abschiebungen-nach-afghanistan/u/21320443

Thomas Nowotny

83071 Stephanskirchen, Deutschland

11. Sep. 2017 — …und der Flieger bleibt (hoffentlich) am Boden.

Am kommenden Dienstag, 12.9.2017, spricht Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel von 17-18 Uhr in Rosenheim auf dem Max-Josef-Platz.
Bei dieser Gelegenheit werde ich ihr mehr als 75.000 Unterschriften zu unserer Petition „Keine Abschiebungen nach Afghanistan“ überreichen.
In den Tagen vor der Übergabe der Unterschriften haben noch einmal viele tausend Menschen unterschrieben – danke dafür!
Entgegen aller Fakten ist für denselben Tag ein Flug nach Kabul geplant (wie im letzten Update berichtet).
An diesem Dienstag ist auch Schulbeginn in Bayern. Leider kann die 11jährige Matilda nicht wie geplant in die 6. Klasse der Realschule gehen, da sie mit ihren 14 und 2 Jahre alten Geschwistern und der psychisch schwer erkrankten Mutter ohne den Vater nach Tirana abgeschoben wurde. Seit sechs Wochen sind die älteren Geschwister praktisch auf sich gestellt. Matilda schrieb am 3.8.2017 einen Brief an die Bundeskanzlerin, den ich an das Bundeskanzleramt weiterleitete und der bis heute unbeantwortet ist. Jetzt werde ich diesen Brief persönlich übergeben.

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats, 11.09.2017
Abschiebeflieger nach Afghanistan stoppen!
Am morgigen Dienstag sollen erneut 12 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben werden / Flüchtlingsrat: „Abschiebeflug innenpolitisch motiviert“
Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl soll der nächste Sammelcharterflug mit abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan starten. Am morgigen Dienstag, den 12.09.2017 startet der Flug vom Düsseldorfer Flughafen aus mit voraussichtlich 12 Flüchtlingen und ca. 40 Bundespolizist*innen an Bord. Dabei hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan in den letzten Wochen und Monaten sogar noch verschlechtert. Bombenanschläge und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung sind in allen Landesteilen an der Tagesordnung.

Das Bundesinnenministerium ist ob der schlechten Sicherheitslage so sehr in Sorge um Polizeibeamt*innen, die Abschiebeflüge begleiten, dass sie das Flughafengebäude nicht verlassen dürfen und mit dem nächsten Flug umgehend nach Deutschland zurückfliegen müssen.

„Dieser Abschiebeflug kurz vor der Bundestagswahl ist offensichtlich innenpolitisch motiviert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière scheint jetzt noch einmal richtig Härte beweisen zu wollen, um den rechten Rand geschlossen zu halten und keine Stimmen an die AfD zu verlieren. Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der als CSU-Spitzenkandidat gerne nach Berlin und de Maizière beerben will, hilft natürlich gerne mit und steuert die Hälfte der Abzuschiebenden aus Bayern bei“, kritisiert Alexander Thal, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Die Sicherheitslage in Afghanistan ist jedoch extrem schlecht, Abschiebungen sind deshalb buchstäblich lebensgefährlich und nicht zu verantworten!“

Anlässlich der Sammelabschiebung nach Afghanistan finden in mehreren Städten Kundgebungen für ein Bleiberecht für afghanische Flüchtlinge statt, darunter in Köln, Dortmund, Göttingen, Frankfurt, und natürlich am Düsseldorfer Flughafen: www.facebook.com/events/117025672332845/

http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/material-507.html

Kundgebung
gegen den ersten Sammelabschiebeflug nach Afghanistan aus NRW
sowie die Abschiebeflüge in die Balkanländer
Kommt am Dienstag, den 12.9. um 17 Uhr zum Düsseldorfer Flughafen!
Wir fordern die NRW-Landesregierung auf den Abschiebeflug abzusagen.

Am Dienstag, den 12.9.2017 um 18:45 soll die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan starten, erstmals wieder seit dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft in Kabul. Diesmal startet der Flug von Düsseldorf aus.

Deutschland hatte im vergangenen Oktober ein Rückführungsabkommen mit Afghanistan geschlossen, im Dezember letzten Jahres wurde dann mit ersten Sammelabschiebungen begonnen. Nach dem schweren Sprengstoffanschlag nahe der deutschen Botschaft in Kabul Ende Mai 2017 schränkte die Bundesregierung die Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge nur vorläufig ein. Nun plant das Innenministerium noch vor der Bundestagswahl wieder mit Sammelabschiebungen nach Afghanistan zu beginnen.

Morgen wird wieder mit Sammelabschiebungen nach Afghanistan begonnen.

Angeblich nur mit Straftätern, wobei sich diese Behauptung schon bei vorrangegangen Flügen als unwahr herausgestellt hat. Wir müssen wegen dieser scheinheiligen Rechtfertigung der Abschiebungen durch die deutsche Regierung nochmal besonders darauf aufmerksam machen, dass auch Abschiebungen von Straftätern in ein Kriegsgebiet wie Afghanistan nicht zu rechtfertigen sind.

Heftige Kämpfe, Bombenanschläge, bewaffnete Überfälle und Entführungen gehören seit Jahren in allen Teilen von Afghanistan zum Alltag. Teile des Landes werden durch die Taliban kontrolliert. Tausende Menschen verlieren jedes Jahr ihr Leben, ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage. Hundert-tausende Afghanen befinden sich bereits auf der Flucht – viele davon als Binnenflüchtlinge oder in den direkten Nachbarländern.
Unzählige Menschenrechtsorganisationen, NGOs und Expert_innen berichten seit Jahren über die katastrophalen Zustände in dem seit mehr als 15 Jahren vom Krieg geschundenen und zerstörten Land.

Fast 3.500 Tote und mehr als 7.900 Verletzte unter der afghanischen Zivilbevölkerung im Jahr 2016 sprechen eine deutliche Sprache.

Abschiebungen nach Afghanistan sind somit Abschiebungen in den Tod und deshalb nichts anderes als die Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland!

Dagegen wollen wir am Dienstag gemeinsam protestieren.

Wir fordern keine Abschiebungen nach Afghanistan!
Afghanische Flüchtlinge müssen in Deutschland und anderen EU-Staaten weiterhin Aufnahme finden und Schutz erhalten!
Abschiebungen stoppen!!!

Kundgebung gegen die Abschiebungen in den Kosovo, nach Serbien und Albanien

Am 12. und 13. September 2017 sollen neben der Sammelabschiebung nach Afghanistan am Dienstag auch Abschiebeflüge in die Balkanländer vom Flughafen Düsseldorf stattfinden. Wir rufen dazu auf, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und gegen diese Abschiebungen zu protestieren.

Nicht selten sind Menschen, die aus diesen Ländern nach Deutschland fliehen Angehörige der Minderheit der Roma, weil gerade sie in diesen Ländern betroffen sind von Gewalt, Stigmatisierung und rassistische Ausgrenzung aus allen gesellschaftlichen Bereichen: es fehlt an Systemen der sozialen Sicherung wie Krankenversicherung, gehen die Kinder der Roma in die Schule werden sie dort meist ausgegrenzt, der Gang zur Schule wird eine Qual, der sich viele nach einiger Zeit nicht mehr gewachsen sehen, es fehlt an Unterstützung durch solidarische LehrerInnen etc…..ein Teufelskreislauf aus Armut, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit beginnt. Hier in Deutschland gehen laut einer Studie alle Roma zur Schule, im Kosovo z.Bsp. nur noch 25%.

Dazu kommt die rassistische Ausgrenzung der Erwachsenen aus dem Erwerbsleben aufgrund der Zugehörigkeit zur Gruppe der Roma. Haben Roma in diesen Ländern Arbeit, so ist sie meist unterbezahlt und prekär. So sind viele Roma dazu verdammt, informellen Beschäftigungen nach zu gehen, die aber keinen Lebensunterhalt sichern.
Studien belegen, dass viele der in den Kosovo abgeschobenen Roma diesen Ort wieder verlassen, weil sie keine Lebensgrundlage dort haben: der Erhalt von Sozialleistungen ist an schwierige Bedingungen geknüpft, so muss z.Bsp. ein Kind im Haushalt leben, das jünger ist als 4 Jahre. Erhalten sie Sozialleistungen, sind auch diese so gering, dass sie nicht ausreichen. Selbstredend ist daher auch der Zugang zum Wohnungsmarkt erschwert bis unmöglich, Roma leben meist in slumartigen Siedlungen, die jederzeit geräumt werden können und sie zum Ziel von rassistischen
Anschlägen werden lässt. Sie sind schutzlos.

Es ist ein offenes Geheimnis (einmal googlen: „Roma Balkan“), es ist so offen, dass es schon gar kein Geheimnis mehr ist, sondern eine Tatsache: Roma wurden und werden diskriminiert und das nicht nur von einzelnen Bevölkerungsgruppen sondern auch vom Staat, in dem sie leben. Diese „systematische und kumulative“ (also sich anhäufend, weil es viele/ alle Bereiche des Lebens betrifft) Verfolgung könnte durchaus als Verfolgungsgrund gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention und somit als Asylberechtigung identifiziert werden. Warum dies nicht passiert, ist uns schleierhaft, deswegen fordern wir den sofortigen Stopp aller Abschiebungen in den Balkan und die Ermöglichung eines normalen Lebens!

Neben all diesem sehen wir besonders Deutschland in einer historischen Verantwortung, fielen doch geschätzte 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der deutschen Nationalsozialisten und dem an ihnen geplanten Völkermord zum Opfer.
Deshalb:
ABSCHIEBUNGEN VON ROMA
STOPPEN!!!
ALLE ROMA BLEIBEN HIER!!!

Protestkundgebung:
Dienstag 12.9.2017 um 17 Uhr
Große Halle Terminal B
Flughafen Düsseldorf
Von Bochum organisiert die Gruppe Treffpunkt Asyl eine gemeinsame Anreise ab Bochum.
Treffpunkt: Di. 12.9. 15:40 Bochum Hauptbahnhof, Haupteingang vor Bäckerei Kamps. Wir würden dann um 15.55 mit dem RegionalExpress über Essen und Duisburg fahren.

Keine Abschiebung nach Afghanistan! Keine Abschiebung ins Kriegsgebiet! فارسی ▼

Protestiert gegen den ersten Sammelabschiebeflug aus NRW!
Kommt am Dienstag, den 12.9. um 17 Uhr zum Düsseldorfer Flughafen.
Wir fordern die NRW-Landesregierung auf, den Abschiebeflug abzusagen.

Protestkundgebung:
Dienstag 12.9.2017 um 17 Uhr
Große Halle Terminal B
Düsseldorfer Flughafen

***

اخراج اجباری به افغانستان یک جنایت است افغانستان امن نیست .
به همین منظور انجمن ندای افغان با مشارکت همه اقوام با هم برابر و برادر
افغان و همکاری بشردوستانه نهاد ها سازمانهای آلمانی مان قراره بتاریخ
12/9/2017 تظاهرات برگذار گردد آدرس میدان هوایی شهر دوسلدورف
دوستان و عدالت خواهان و مهاجرین عزیز ایالت نورد راین وستفالن بخاطر داد
خواهی و حق طلبی بیاید و از این حرکت حق خواهی حمایت کنید .تا جلوی پروازی که
قرار است افغانها را به قتلگاه میبرند را بیگیریم
پس دوستان وعده حضور.
روز سه شنبه
ساعت ۱۷:۰۰
میدان هوایی دوسلدورف
صالون بزرگ Abflug Terminal B
ندای افغان شهر دوسلدورف

Aufruf von Afghanischer-Aufschrei / Nedaje Afghan Düsseldorf
afghanischer-aufschrei.de

Protest auch in Frankfurt: Dienstag 12.9. ab 18 Uhr am Hauptbahnhof…

„Am Dienstag, den 12.9. soll die nächste Sammelabschiebung von Deutschland (Düsseldorf) aus nach Afghanistan starten. Angeblich nur mit Straftätern, wobei jetzt schon klar ist, dass die Betroffenen Afghanen nicht alle Straftäter sind. Jedoch möchten wir, wegen dieser scheinheiligen Rechtfertigung der Abschiebungen durch die deutsche Regierung, nochmal besonders darauf aufmerksam machen, dass auch Abschiebungen von Straftätern in ein Kriegsgebiet wie Afghanistan nicht zu rechtfertigen sind. Abschiebungen nach Afghanistan sind Abschiebungen in den Tod und deshalb nichts anderes als die Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland!

Dagegen wollen wir am Dienstag gemeinsam protestieren.
In Frankfurt wird zu einer Demo aufgerufen.
Wir sammeln uns um 18Uhr am Hauptbahnhof, Frankfurt (Kaisersack)
und werden dann gemeinsam lautstark zur Hauptwache ziehen.

…in München: Freitag 15.9. ab 17 Uhr Odeonsplatz…

Wählen gehen – jetzt erst recht – für Menschenrechte und gegen rechtspopulistische Politik!
Mahnwache und Protestaktion MENSCHENRECHTE WÄHLEN! am Freitag, 15.9., dem „Tag der Demokratie“, ab 17 Uhr auf dem Odeonsplatz, München
Die BRD steht vor einer Bundestagswahl, die man guten Gewissens als historisch bezeichnen kann. Erstmals wird allen Umfragen zufolge eine rechtsextreme Partei in den Bundestagswahl einziehen, nach vier Jahren GroKo ist die Demokratie stark angeschlagen, weite Teile der Bevölkerung fühlen sich bei keiner der antretenden Parteien mehr wirklich aufgehoben. Die Bundeskanzlerin lässt sich international für ihre angeblich liberale Flüchtlingspolitik feiern, in Wirklichkeit hat die Bundesregierung unter ihrer Leitung längst eine 180-Grad-Wende vollzogen. Alle Zeichen stehen auf Ablehnung, Abschiebung, Abschottung. Man ist dem rechten Mob gefolgt und hat einen beeindruckenden Rechtsruck hingelegt, von der „Willkommenskultur“, die 2015 hochgejubelt wurde, ist nichts mehr übrig.
Insbesondere Bayern macht sich stark für eine Politik, in der hart und erbarmungslos gegen Schutzsuchende vorgegangen wird. Man belegt Flüchtlinge mit Arbeitsverboten, verwehrt ihnen den Zugang zu (Aus-)Bildung und Integration, lässt sie in Abschiebelagern verschwinden, die weitgehend rechtsfreie Räume sind. Die brutale Abschiebepraxis trifft besonders gern gut integrierte Menschen, die schon lange hier sind. Auch Kinder, Kranke und Familien werden wie Verbrecher gnadenlos in eine menschenunwürdige Existenz geschickt.
Wir Flüchtlingshelfer sind Zeugen dieses Vorgangs. Wir sind Zeugen von schweren Menschenrechtsverstößen – oder zumindest deren Billigung – durch zahlreiche Vertreter unserer Landesregierungen und der Bundesregierung. Wir beobachten ein erschreckendes Versagen der Behörden (insbesondere des BAMF) und eine Bundesregierung, die diese Behörden massiv beeinflusst, um Ablehnungen der Asylanträge in die Höhe zu treiben. Eine faire und sorgfältige Einzelfallprüfung ist im deutschen Asylrecht nicht mehr existent.
Hinzu kommt die hartnäckige Weigerung der Bundesregierung, Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen – entgegen aller internationalen Berichte von Menschenrechtsorganisationen und unabhängigen Stellen über die permanente Verschärfung der Sicherheitslage dort. SPD-Außenminister Gabriel setzt sich damit sogar über einen Parteitagsbeschluss hinweg nicht nach Afghanistan abzuschieben. Am Tag der Ankündigung, die Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufzunehmen, weil Zivilisten nicht wirklich in Gefahr seien, kommen bei einem Anschlag auf eine Moschee in Kabul mehr als 70 Menschen ums Leben. Es ist also mehr als zynisch, wenn am 12.9. wieder eine Sammelabschiebung nach Kabul stattfinden wird, denn AFGHANISTAN IST NICHT SICHER!
Diese dramatischen politischen Entwicklungen bringen uns ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen und Helferkreise in eine demokratische Bredouille: die CSU ist für uns ohnehin nicht wählbar, weil sie mit „Leitkultur“-Debatte und ihrem ganz eigenen Verständnis von Integration das Antreten der AfD in Bayern obsolet macht. Die ehemalige Volkspartei SPD stellt sich nicht erkennbar gegen diesen dramatischen Rechtsruck unseres Parteiensystems und unserer Gesellschaft.
Dennoch fordern wir jede und jeden auf, am 24. September 2017 wählen zu gehen.
Wir wollen demokratische Prozesse stärken und rufen deswegen dazu auf, Menschlichkeit und Menschenrechte zu wählen. Auch wenn viele von uns das Vertrauen in die etablierten Parteien verloren haben, fordern wir unsere Mitbürger*innen auf, Ihre Stimme nicht zu verschenken und damit die Erosion der Demokratie zu verstärken, sondern sie einer der wenigen Parteien zu geben, die für Menschenrechte und Demokratie stehen und auf keinen Fall zuzulassen, dass die rechtspopulistischen Politik von AfD und CSU weiter gestärkt wird.
Wir werden eine Mahnwache abhalten und ein Menschenbanner bilden, auf dem zur Wahl von Menschenrechten eingeladen wird. Auf Stellwänden werden wir verschiedene Initiativen vorstellen und auf Kampagnen hinweisen, die für die Wahrung und Verteidigung von Menschenrechten stehen. Wir werden bildkräftig und kreativ auf die erschütternde Tatsache hinzuweisen, dass Deutschland und Europa dabei sind, viele Errungenschaften der Zivilgesellschaft zu opfern und die Wertegemeinschaft Europa ad absurdum zu führen. Darüber hinaus rufen wir Euch auf, den Odeonsplatz mit Eurem Helferkreis oder Eurer Bezugsgruppe fantasievoll zu „bespielen“ – d.h. für die Dauer der Kundgebung kleine szenische Darstellungen der Menschenrechtsverletzungen durchzuführen und viele aussagekräftige Bilder zu kreieren.
Zusätzlich ist der öffentliche Kundgebungsraum auch noch mal ein Ort, an dem wir Flüchtlingshelfer*innen in kleinen Gruppen über unsere Wahloptionen diskutieren und – trotz allen angestauten Frustes – hoffentlich so viele wie möglich davon überzeugen können, JETZT ERST RECHT WÄHLEN ZU GEHEN! Jede Stimme für eine demokratische Kraft – selbst für die zahlreichen demokratischen Kleinstparteien – ist eine Stimme gegen Rechtspopulismus von egal wem!
…in Berlin am Samstag 16. September ab 13 Uhr, Innenministerium, Alt-Moabit 140

http://www.welcome-united.org/de/home/

16. September – Antirassistische Parade / commUNITY-Carnival in Berlin
Wir werden uns nicht daran gewöhnen, was vor unseren Augen passiert und zur Normalität erklärt wird: Die Tage werden nicht besser. Das Leid und der Tod sind keine Ausnahme. Sie prägen unser Leben und den Alltag aller, die in diesem Land noch immer nicht dazugehören oder versuchen, hierher zu kommen. Menschen werden beleidigt, bespuckt, geschlagen. Die Solidarität von Hunderttausenden wird mit Füßen getreten. Wir werden misstrauisch angeguckt. Sie bauen Zäune, um uns nicht hereinzulassen. Sie schieben uns ab, damit wir verschwinden. Aber wir sind da. Wir bleiben. Wir haben unsere Hoffnung. Wir haben unsere Wünsche. Wir leben. Welcome united.

Die Erinnerung ist aktueller denn je
Wir geben nicht auf. Wir erinnern uns an den Sommer 2015. Hunderttausende öffneten die Grenzen Europas. Sie waren nicht aufzuhalten, weil sie sich nicht aufhalten ließen. Sie gingen einfach los. Sie setzten sich in Bewegung, um anzukommen. Vom Budapester Bahnhof zur österreichischen Grenze. Bewegungsfreiheit blieb keine Forderung mehr. Die Bewegung nahm sich ihre Freiheit. Für ihr Recht auf Rechte, für ihr Recht auf Anwesenheit, auf Schutz, Hilfe und Zukunft. Der „March of Hope“ bleibt ein unvergessliches Ereignis in der langen Geschichte der Kämpfe für das Recht auf Flucht und Migration.
Auch heute sind wir immer noch viele. Wir sind immer noch da, vielleicht sind wir sogar mehr geworden. Tagtäglich versuchen wir, uns dem Unrecht der Ordnung zu widersetzen. Die kleinen und großen Proteste sind Teil unseres Lebens geworden. Die Hoffnungen des Jahres 2015 sind noch nicht besiegt. Denn sie haben ihren Weg in das solidarische Handeln Abertausender in Deutschland und Europa gefunden. Wir streiten weiter für die Anwesenheit der Geflüchteten und Migrant*innen – oder für unsere Anwesenheit. Wir helfen im Alltag. Wir protestieren gegen staatliche Verfolgung und Abschiebungen. Wir wehren uns gegen den neuen Rechtspopulismus und die alten Nazis. Wir sind da und sind bei denen, die gekommen sind. Wir sind die, die gekommen sind. Welcome united!
From solidarity to politics!
Die aktuelle Politik gegenüber Geflüchteten und Migrant*innen muss sich ändern. Da lassen wir nicht mit uns reden. Das ist für uns ein unverrückbarer Punkt in aller unserer Politik und an alle Politiker*innen:
– Für das Recht zu gehen und zu kommen: Stop the dying!
Das Sterben im Mittelmeer muss aufhören. Jetzt. Sofort. Da gibt es nichts zu reden. Wir verweigern uns der Normalisierung von Tod und Leid an dieser mörderischen Grenze: Wer ertrinkt, wird ermordet! Der tausendfache Tod könnte morgen beendet werden, wenn Menschen ein Flugzeug oder eine Fähre nach Europa nutzen könnten. Stattdessen verfolgen die Herrschenden diejenigen, die helfen. Wir verlangen eine Wende der europäischen Migrationspolitik! Für sichere Fluchtwege, Bewegungsfreiheit und ein Europa des Willkommens!
– Für das Recht zu bleiben: Stop the fear!
Hunderttausende haben es in den letzten Jahren bis nach Deutschland geschafft. Aber Hunderttausende wissen immer noch nicht, ob sie bleiben können. Ohne ein Bleiberecht sind sie weiter Angst, Unsicherheit und Ungewissheit ausgesetzt, anstatt eine Zukunft beginnen zu können. Dazu gehört auch, dass wir Frauen nicht weiter Diskriminierung und Gewalt erleben. Oder dass die unzähligen auseinander gerissenen Familien wieder zusammen leben können. Wir fordern eine klare Haltung aller, die hier politische Entscheidungen treffen wollen: Bedingungsloses Bleiberecht und ein Ende der Abschiebungen und Selektionen – jetzt sofort! Alle, die hier sind, sind von hier und bleiben!
– Für das Recht auf Solidarität: Break the silence!
Das Gesetz unterscheidet zwischen unterschiedlichen Herkunftsstaaten und sortiert uns ein: in die mit guter oder die mit schlechter Bleibeperspektive. Staaten werden als sicher, unsicher oder halb sicher konstruiert. Wer am meisten von Ausgrenzung betroffen ist, Minderheitenangehörige wie z.B. Roma oder nicht der Norm entsprechende Menschen, wird auch hier in einer Warteschleife der Nicht-Anerkennung gehalten. Wir fordern den Ausbau einer Solidarität, die keine Unterschiede anhand der Herkunft macht.
– Für das Recht auf Rechte: Stop Racism!
Unsere Gesellschaft ist nicht erst seit zwei Jahren, sondern seit Jahrhunderten eine Vielfalt von vielen. Wer wohnt noch dort, wo seine Vorfahren geboren wurden und wer arbeitet da, wo er wohnt? Immer kamen Menschen. Immer gingen Menschen. Es gibt keine Rechtfertigung für unterschiedliche Rechte. Ob aus Syrien, Griechenland oder Mazedonien, ob aus Nigeria, Marokko oder Baden-Württemberg. Ob das Recht auf Wohnen, auf Bildung, auf Arbeit, Mobilität oder auf Gesundheitsversorgung. Soziale und politische Rechte gelten für alle, die da sind. Ausnahmslos und von Anfang an.
– Für das Recht, nicht gehen zu müssen: Stop global injustice!
Seit Jahrhunderten rauben einige Länder anderen Ländern ihre Ressourcen. Sklavenhandel, Bodenschätze, mieseste Arbeit und korrupte Regierungen: Der Reichtum des Westens ist auf Ausgrenzung und Ausbeutung aufgebaut. Europa exportiert weiter einen ungezügelten Kapitalismus, der täglich tötet. Menschen fliehen nach Europa, weil sich nichts mehr haben und ihr Leben retten wollen. Alle haben ein Recht auf Unversehrtheit, auf Glück und Zukunft – an jedem Ort auf dieser Welt und nicht nur im Westen.
Unsere Stimme zählt!
Eine Woche vor der Bundestagswahl wollen wir uns zeigen. Wir alle – gemeinsam auf der Straße in Berlin. Wir wollen den Platz für all jene Stimmen und Geschichten öffnen, die sonst nicht gehört werden oder ungehört bleiben sollen. Es sind Erzählungen, die selbst im aktuellen linken „Gerechtigkeitswahlkampf“ noch immer sehr leise sind – auch, weil viel zu viele noch immer kein Wahlrecht haben. Wir sagen: Welcome United!
Wenn wir auf die Straßen gehen, wollen wir sehr viele sein. Alle sollten kommen, denen das Gemeinsame und die Solidarität am Herzen liegen. Alle sollten kommen, die es nicht weiter ertragen, dass an den europäischen Grenzen die Menschen im Elend verweilen, verzweifeln oder sterben. Denn wir wissen, dass viele seit Jahren um ihre Zukunft kämpfen. Jetzt ist es Zeit, gemeinsam unsere Stimmen zu erheben. Wir sind viel mehr als wir denken! We’ll come United!

Wir rufen dazu auf, am 16. September zu einer bundesweiten Demonstration nach Berlin zu kommen – zu einer großen Parade für Teilhabe, Gleichberechtigung und Solidarität. Welcome United. We’ll come United!

http://www.welcome-united.org/de/anreise/

Spenden für die Anreise Geflüchteter nach Berlin:
https://www.betterplace.org/de/projects/56722-buses-of-hope-protestanreise-fur-gefluchtete


 

 

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