Archiv für den Monat Oktober 2017

Neuigkeit zur Petition: Lasst uns auf den Wandel in der SPD hoffen!

https://www.change.org/p/12407344/u/21702625

Marianne Grimmenstein

Deutschland

16. Okt. 2017 — Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der SPD-CETA-Petition,

danke, dass Sie noch Hoffnung haben und unsere Petition unterstützten. Heute bitten wir Sie dringend, mit unserer berechtigten Hoffnung noch einmal die vielleicht schon resignierten Menschen in Ihrem Umfeld zu motivieren. Wir dürfen nicht jetzt zum Schluss unsere Chance verpassen, CETA doch noch zu verhindern!

Wir fanden es unfassbar, dass die meisten unserer PolitikerInnen den Konzernen mit Abkommen wie TTIP, TiSA und CETA riesige „Geschenke“ auf unsere Kosten machen wollen.

Wir haben in einer europäischen Bürgerinitiative rund 3,3 Millionen Protestierende vereint.- Die Bürgerinitiative wurde jedoch von der Kommission mit unrechtmäßigen Gründen nicht anerkannt und nicht berücksichtigt. Wir haben mit Hunderttausenden in den Städten gegen die Abkommen demonstriert. – Die neoliberalen Parteien haben den Protest einfach übergangen. Wir haben DIE GRÜNEN vor der Wahl aufgefordert uns zu versprechen, in keine Koalition zu gehen, die CETA ermöglicht. Das versprachen sie uns nicht.

Im Wahlkampf 2017 kamen die von uns vehement bekämpften Handelsabkommen als Thema überhaupt nicht mehr vor. Die Parteien und die Medien sparten dieses brisante Thema völlig aus. Die Strategie des Totschweigens und die Bürger ins Leere laufen zu lassen, schien aufzugehen.

Die meisten von uns, die sich mit vielen Aktionen gegen die vorläufige Inkraftsetzung von CETA gewehrt haben, sind erschöpft und resigniert. Sie glauben nicht mehr an die Wirksamkeit eine weitere Unterschriftensammlung. Diese Erschöpfung vieler Mitstreiterinnen kann dazu führen, dass wir jetzt die große Chance des Moments verpassen.

Die SPD hat durch neoliberale Politik in dem letzten Jahrzehnt die Hälfte der Wähler verloren. und nach der Bundestagswahl erklärt, sie „habe verstanden“. „Verstanden haben“ muss heißen, dass die neoliberalen Kräfte in der SPD an Einfluss verlieren! „Verstanden haben“ muss also heißen, dass die SPD nun ihre Möglichkeit nutzt, CETA im Bundesrat zu stoppen und damit wieder für das Gemeinwohl und die Gerechtigkeit eintritt!

Unsere reale Chance des Moments besteht darin, dass wir die Kräfte in der SPD stärken, die CETA als weitere Bevorzugung der Konzerne schon vor der Wahl ablehnten. Um diese Chance zu nutzen, bitten wir die UnterstützerInnen dieser Petition hiermit ganz dringend:

Lasst uns noch einmal energisch und jetzt erfolgreich für Gemeinwohl und soziale Gerechtigkeit streiten. Sprecht bitte mit ganz vielen Menschen ringsum, die vielleicht schon hoffnungslos wurden. Motiviert sie noch einmal, diese aussichtsreiche SPD-Petition gegen CETA zu unterstützen und mit Hilfe einer neu orientierten SPD dann CETA zu stoppen. Das kann uns mit der Unterstützung sehr vieler Menschen gelingen.

Den Wahlsieg in Niedersachsen hat die SPD möglicherweise nun schon der Tatsache zu verdanken, dass sie in Berlin in die Opposition gehen wird und eine Neuorientierung versprach. Das dadurch wieder gewachsene Vertrauen der Wähler in die Bereitschaft der SPD nun für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen muss jetzt auch durch praktische Politik gerechtfertigt werden. Mit einem Stopp von CETA kann die SPD beweisen, dass die angekündigte Neuorientierung nicht nur Gerechtigkeitslyrik ist, sondern auch in die Tat umgesetzt wird.

Mit herzlichen Grüßen
Marianne Grimmenstein und Henner Gröschner


 

 

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Das Spiel der Spiegel

http://transinformation.net/das-spiel-der-spiegel/

geschrieben von Untwine auf recreatingbalance, übersetzt von Antares

Betrachten wir noch einmal die folgende Grafik:

Wie ich es bereits im Artikel zuvor* erwähnte, sind die vier höchsten Ebenen und die drei oberen Unter- Ebenen im Mentalen die so genannten spirituellen Reiche des reinen Lichts, wo – neben anderem Aspekten – unser Geist (Monade, Anker des Willens) und unsere Seele (Atma, Anker der Liebe) wohnen.
Die gepunktete Linie in der Mitte der mentalen Ebene ist eine Membran, die diese darüber liegenden höheren spirituellen Ebenen der reinen Liebe und des Lichts von den darunterliegenden unteren Ebenen der sogenannten Persönlichkeit teilt. Erinnert euch, je niedriger die Ebene, desto dichter ist die Materie und desto mehr Anomalie ist vorhanden. Diese Membran ist der Punkt, an der sich die Materie so verdichtet hat, dass in allem, was sich unterhalb dieses Punktes befindet, genug Anomalie herrschte, als dass sich die Dunkelheit und die Dualität manifestieren konnten.

Da alles zuerst ganz oben erschaffen wird und dann die Ebenen nacheinander herunter sickert, können wir die unteren Ebenen als Spiegelprojektion der höheren oder die unteren Körper als die von den höheren Körpern geworfenen Schatten betrachten.

Stellen wir uns nun die gleiche Anordnung vor, jedoch auf einer horizontalen Ebene, und vereinfachen sie zu symbolischen Zwecken.

Die 4 höheren Ebenen und höheren mentalen Ebenen befinden sich dort, wo wir ebenfalls sind, das ist das reale Selbst. Die unteren Ebenen der Persönlichkeit, bestehend aus der physischen, der plasmatischen, der ätherischen, der astralen / emotionalen und der niedrigeren mentalen, sind Spiegelungen des Selbst in einem Spiegel.
Die mentale Membran (gestrichelte Linie) ist eine Nebelwolke, die zwischen dem realen Selbst und der Reflexion steht und die Reflexion im Spiegel verwischt.

An den meisten Orten im Universum wird diese Nebelwolke als sehr dünn und durchsichtig erlebt. Auf diesem Planeten, auf dem sich eine grosse Menge der Anomalie angesammelt hat, wird sie als dicker Nebel erlebt, der schwer durchschaubar ist.
Neben dieser mentalen Membran befinden sich vor allem auf der Ebene des Plasmas noch weitere Nebel- und Dunstschichten zwischen dem Selbst und seiner Reflexion.

Wir müssen uns also daran erinnern, dass das, was wir hier von uns selbst sehen, unsere physischen Körper mit unseren Emotionen und Gedanken, nur ein Spiegelbild unseres realen Selbst sind, wie in einen Spiegel geworfen. Der Spiegel ist ein Zauberspiegel, der Erinnerungen an das, was hinein geworfen wurde, bewahren kann. So bleibt einem auch bei dichtem Nebel die Spiegelung im Spiegel erhalten. Wegen dieses dichten Nebels haben wir hier auf den niedrigeren Ebenen, die nur die Reflexionen sind, die meiste Zeit über vergessen, dass wir nur Reflexionen sind, und fingen an zu glauben, dass wir das selbst sind.

Überall wo wir uns in der physischen, emotionalen und mentalen Welt umsehen, sehen wir nur Reflexionen, da alle anderen Menschen, Orte, Objekte auch nur Reflexionen ihres eigenen höheren Ichs sind.
Als blosse Reflexionen, die das reale Selbst vergessen haben, gab es oft dieses Gefühl, unvollständig zu sein, dass unsere Identität nicht validiert wird, was aus dem verlorenen Blick des realen / Höheren Selbst stammt. In dieser Vergesslichkeit gab es eine verbreitete Tendenz, in der Welt der Reflexionen nach diesem Gefühl der Vollendung zu suchen. So hoffen die Menschen, ihre Identität zu vervollständigen und zu validieren, indem sie nach positiven Meinungen anderer Menschen suchen, indem sie hoffen, dass positive Erfahrungen und Errungenschaften ihre Identität endgültig bestätigen und die Reflexion dann nicht mehr verschwimmen wird. Aber das ist absolut nichtig, denn Vervollkommnung kann nie aus der Welt der Reflexionen kommen, sondern nur aus der Rückverbindung mit dem eigenen Höheren, realen Selbst.

Die Vervollständigung in der Welt der Reflexionen zu suchen, ist wie das Platzieren zweier Spiegel voreinander, die Reflexionen spiegeln einander endlos wider. Diese Welt, in der das Höhere Selbst in Vergessenheit geraten ist, ist ein Labyrinth gegenüberstehender Spiegel, in der es nicht möglich ist, das Wirkliche zu verstehen.

Deshalb muss man, um reale spirituelle Durchbrüche geschehen zu lassen, unbedingt jegliche Hoffnung auf Validierung und Vollendung durch die Meinungen anderer Menschen, auf eigene Errungenschaften oder auf andere Umstände aus dieser Welt der Reflexionen in diesen niederen Ebenen aufgeben. Man muss die Unordnung der Bilder, die im Gedächtnis des Spiegels (im mentalen, astralen, ätherischen, plasmatischen und physischen Körper und deren Auren) gespeichert sind, löschen, die durch Erfahrungen und Umstände in diesen unteren Ebenen geschaffen wurden. Das bedeutet mit anderen Worten – sich mit der Persönlichkeit, mit den Überlegungen, mit den physischen emotionalen und niederen mentalen Welten zu de-identifizieren.
Mit dieser nun klareren Perspektive kann man endlich das Licht sehen, das vom Höheren Selbst gesendet wird. Wenn das niedrigere Selbst / die Reflexion nicht in die Richtung der Spiegelwelt, sondern in Richtung des Höheren / realen Selbst schaut, wird eine Brücke des Lichts zwischen dem Selbst und seiner Reflexion geschaffen, die die Nebel beseitigt. Die Reflexion wird nicht mehr verwischt werden, eine wirkliche Vollendung wird stattfinden, da das Bewusstsein und die Identifikation im realen / Höheren Selbst zentriert sein werden, das dann alles kontrollieren wird, was passiert. Dies geschieht sowohl individuell als auch für die gesamte Schöpfung.

Befreiung jetzt
Sieg des Lichts!

*Energetisches Abhalten und die Manifestation durch den Freien Willen

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Neuigkeit zur Petition Vorsicht! Geplante Abschiebung nach Afghanistan am 24.10.2017

https://www.change.org/p/9802088/u/21704974

Thomas Nowotny

83071 Stephanskirchen, Deutschland

16. Okt. 2017 — Gerade am 13.10. ließ Österreich abschieben, unter anderem einen frischoperierten nierenkranken Patienten direkt aus der Klinik:
https://amasosite.wordpress.com/2017/10/15/afghan-returnees-and-their-painful-stories/
Nach der Wahl am 15.10. fragt man sich, wie unter diesen Umständen ein weiterer Rechtsruck in der Asylpolitik aussehen soll … noch kürzeren Prozess als „kurz“en Prozess geht nicht.

Auch die deutsche Bundesregierung kann es immer noch nicht lassen!

Traurige Routine – der bayerische Flüchtlingsrat warnt:
Vorsicht! Geplante Abschiebung nach Afghanistan am 24.10.2017
Die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan ist aller Voraussicht nach für den 24.10.2017 vom Flughafen Leipzig angesetzt. Laut Bundesregierung beschränken sich Abschiebungen auf Gefährder, Straftäter und Personen die über ihre Identität täuschen – wie das im jeweiligen Bundesland ausgelegt wird, bleibt fraglich – Vorsicht ist geboten!
Aktuelle Warnhinweise und weitere Informationen:
Flüchtlinge aus Afghanistan sind von Abschiebung bedroht – jedoch nicht alle, die Mehrheit von ihnen ist vor der Abschiebung sicher. Hier finden Sie Informationen und Materialien wer überhaupt von der Abschiebung bedroht ist und welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, doch noch eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen:
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/material-507.html

Höchste Zeit für Menschenrechte! Schreiben wir den jamaikanischen VerhandlerInnen (danke an die „Zeit“ für das schöne Piratenportrait):

katrin.goering-eckardt@bundestag.de
cem.oezdemir@bundestag.de
christian.lindner@bundestag.de
angela.merkel@bundestag.de
horst.seehofer@bundestag.de

Sehr geehrte Damen und Herren,
Die öffentlichen Diskussionen zu den bevorstehenden Verhandlungen der Jamaica-Koalition lassen befürchten, dass dabei essentielle Menschenrechte unter die Räder kommen.
Sie müssen sich entscheiden, ob der Wille von 13% oder von über 80% der Wählerinnen und Wähler maßgeblich sein soll für die Umgestaltung der Asylpolitik.
Wenn Sie sich für die Mehrheit der Deutschen und für die Menschenrechte der Flüchtlinge einsetzen, muss die folgende Regelung festes Bestandteil des zu schließenden Koalitionsvertrages sein:

„Abschiebungen in eine Region werden ausnahmslos zurückgestellt, solange diese von den Vereinten Nationen als Kriegs- und Krisengebiet im Sinne von Art. 15c der EU-Qualifikationsrichtlinie eingestuft wird. Das bedeutet aktuell: Niemand darf nach Afghanistan abgeschoben werden.
Abschiebungen dürfen nicht die Gefährdung kranker Menschen oder die Trennung von Familien zur Folge haben.“
Mit freundlichen Grüßen

Ebenso wichtig ist das folgende Anliegen einer menschenwürdigen Unterbringung von Geflüchteten. Wer das möchte, kann gern beide Forderungen in einen Brief/eine mail kombinieren.

Pro Asyl hat einen Musterbrief veröffentlicht, der an Landes- wie Bundespolitiker gerichtet ist und gern weiterverwendet werden kann:

Betreff: Asylsuchende nicht über längere Zeit in Erstaufnahmeunterkünften zwangsunterbringen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns heute aus einem besonderen, dringlichen Anlass an Sie: Wir sind besorgt über aktuelle Planungen einiger Bundesländer, nach denen Asylsuchende künftig bis zu zwei Jahre in Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben und nicht mehr zur Aufnahme in die Kommunen verteilt werden sollen. Mit der Einführung des §47, Abs. 1b des »Gesetzes zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht« wurde es den Ländern überlassen, Asylsuchende zu einem Aufenthalt in den Erstaufnahmezentren von bis zu zwei Jahren zwangszuverpflichten. Die dauerhafte Ausgrenzung von Asylsuchenden in Erstaufnahmeeinrichtungen, zentralen Unterbringungseinrichtungen u. ä. hat weitreichende negative Folgen, sowohl für die betroffenen Flüchtlinge als auch für Länder und Kommunen.

Flüchtlingsfeindliche Haltung wird verstärkt

Es kann nicht im Interesse des Landes sein, Asylsuchende dauerhaft in Großunterkünften außerhalb der Kommunen zu isolieren und sie dadurch vom Kontakt zur hier lebenden Bevölkerung auszuschließen. Vorbehalte und Ängste nehmen zu, wenn statt eines einzelnen Menschen und seines Schicksals nur noch eine anonyme Menge wahrgenommen wird.

Mit der Isolierung von Flüchtlingen, womöglich noch hinter Zäunen und Stacheldraht, sendet die Politik überdies ein überaus problematisches Signal an die Bevölkerung: Flüchtlinge als gesellschaftlich Nichtzugehörige und als Sicherheitsproblem. Die ohnehin besorgniserregenden Vorbehalte eines Teils der Bevölkerung werden dadurch verstärkt,  existierende flüchtlingsfeindliche Haltungen bestätigt. Dem gesellschaftlichen Frieden ist damit nicht gedient. Probleme für die Zukunft sind vorprogrammiert, mehr noch: In Großunterkünften leben die Bewohner*innen geradezu auf dem Präsentierteller für Anfeindungen und Anschläge.

Großunterkünfte für Flüchtlinge sind stigmatisierende Zeichen der Ausgrenzung. Bundesländer, die bis heute auf die Verteilung in die Kommunen und wo immer möglich auch die Unterbringung in Wohnungen gesetzt haben, sind auch in dieser Hinsicht gut gefahren.

Angeblich  »schlechte Bleibeperspektive« ist ein schlechtes Kriterium

Bitte führen Sie sich die empirische Erkenntnis der vergangenen Jahrzehnte vor Augen: Ein erheblicher Teil derjenigen, die künftig in der Erstaufnahme langfristig festgehalten werden sollen, wird in Deutschland bleiben.

Die Begründung für die Isolierung – eine angeblich »schlechte Bleibeperspektive« – ist alles andere als stichhaltig: Diese Vorabeinstufung lediglich auf Grundlage der aktuellen Anerkennungsquote des Bundesamtes für das jeweilige Herkunftsland erweist sich tatsächlich häufig als falsch. Eine BAMF-Anerkennungsquote von – wie etwa derzeit bei Afghan*innen – offiziell rund 47%  bedeutet für 100% der ankommenden Afghan*innen eine »schlechte Bleibeperspektive« – also eine falsche Einordnung in schon einmal annähernd der Hälfte der Fälle.  Gerade Afghan*innen haben bei einer Klage gegen den Asylbescheid in rund 60% der Fälle große Chancen auf Erfolg. Insgesamt haben 47% aller Asylsuchenden, die vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen den BAMF-Bescheid einlegen, Erfolg – ein weiteres Indiz, dass die vorab definierte Bleibeperspektive kein Kriterium sein kann. Die statistische Grenze, nach der sich die angeblich gute Bleibeperspektive bemisst, ist fragwürdig und zudem rechtlich nicht definiert. Sie widerspricht dem Charakter eines fairen, unvoreingenommenen Asylverfahrens, in dem individuelle Fluchtgründe geprüft werden.

Aus weiteren Gründen erweist sich der Ausschluss von Flüchtlingen anhand der so genannten »schlechten Bleibeperspektive« häufig als falsch: Zahlreiche Menschen, die nicht in die Kategorie »gute Bleibeperspektive« sortiert werden, erhalten später ein Aufenthaltsrecht aus anderen Gründen – und selbst, wenn nicht: Auch angesichts der zu erwartenden langen Asylverfahren vor den Verwaltungsgerichten und angesichts der Tatsache, dass viele schutzsuchende Menschen aus vielerlei Gründen zumindest für mehrere Jahre in Deutschland bleiben werden, macht ihre Isolation und Ausgrenzung keinen Sinn, von den humanitären Argumenten ganz abgesehen. Auch bei Dublin-Fällen kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle in den Ersteinreisestaat überstellt werden. Tatsächlich wurden im ersten Halbjahr 2017 nur 3.085 Überstellungen durchgeführt, trotz über 21.500 vorliegender Zustimmungen durch die aufnehmenden Staaten. In vielen Fällen stoppen Gerichte die Überstellung, weil Schutzsuchende bei einer Überstellung in EU-Randstaaten Elend und Obdachlosigkeit ausgesetzt würden.

All dies zeigt: Es ist eine Illusion zu glauben, diejenigen, die man zu Menschen mit angeblich »schlechter Bleibeperspektive« erklärt, würden innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren das Land wieder verlassen. Mit dieser Erkenntnis stellt sich die Frage nach den gesellschaftlichen Folgewirkungen einer Isolation – die Frage nach der Integration.

Hilfestellung bei Asylverfahren wird behindert, Integration erschwert

Die Erfahrungen der 1990er und 2000er Jahre haben deutlich gezeigt, dass eine Unterbringung in isolierten Großunterkünften zu erheblichen Problemen führen kann und eine desintegrative Wirkung hat. Im schlimmsten Fall werden – insbesondere auch durch diskriminierende Begleitregelungen wie Residenzpflicht, Bargeldentzug etc. Integrations- und Teilhabechancen, aber auch Selbsthilfefähigkeiten, Produktivität und seelische Gesundheit mit der Dauerunterbringung in Erstaufnahmen erheblich angegriffen oder gar zunichte gemacht.

Erstaufnahmezentren, die lediglich, wie ihr Name es auch nahelegt, der logistischen und administrativen Bewältigung der Erstaufnahmesituation und ersten Orientierung  der Ankommenden dienen sollten, werden auf diese Weise zu Desintegrationszentren, in denen Flüchtlingen über lange Zeit hinweg Jahre der Zugang zu Schule, Arbeit, neuen Nachbarn, Ehrenamtlichen versperrt wird.
Wer zwei Jahre isoliert ist, lernt nur schwer die deutsche Sprache. Der behinderte Aufbau sozialer Kontakte führt unter Umständen sogar dazu, dass Flüchtlinge in ihrem zentralen Anliegen und Recht auf ein faires Asylverfahren keine angemessene Hilfestellung bekommen.
Auch der Zugang zu unabhängigen Beratungsstrukturen oder Rechtsanwält*innen wird durch die Isolation massiv erschwert. Wer kein Geld hat und der Residenzpflicht unterliegt, der wird an vielen Orten keine Chance haben, sich nach einem Rechtsanwalt umzuschauen. Rechtsanwält*innen werden nicht in gebotenem Maße ihrerseits Beratung und Hilfestellung in teilweise abgelegenen Unterkünften anbieten können, so dass dem Rechtsschutz nicht genüge getan werden kann. Dieser faktische Ausschluss vom Zugang zu Rechtsmitteln scheint bedauerlicherweise in einigen Bundesländern geradezu gewollt. Wer doch rechtlichen Beistand findet und gegen eine Entscheidung vor Gericht zieht, den erwarten bei der aktuellen Überlastung der Verwaltungsgerichte weitere Jahre im Lager.
Vor Ort und in den Kommunen sind es oft ehrenamtliche Helfer*innen, die Asylsuchende dabei unterstützen, Kontakt zu Anwält*innen herzustellen. Mit beschränktem Zugang für Ehrenamtliche zu isolierten Erstaufnahmezentren entfällt diese Unterstützung.

Die Zahl der Fehlentscheidungen des BAMF ist hoch. Ohne Hilfestellung, ohne Rechtsschutz wird davon auszugehen sein, dass vermehrt auch diejenigen keinen Schutz mehr erhalten, denen er zusteht. Es wird schwieriger, Fehlentscheidungen des BAMF zu korrigieren.

Vulnerable Gruppen brauchen besondere Unterstützung

In besonderer Weise inakzeptabel ist die Isolierung für die besonders Schutzbedürftigen. Offenbar sollen auch Minderjährige bzw. Familien mit Kindern nicht von der Dauerunterbringung ausgenommen werden. Für Kinder und Minderjährige ist das Wohnen in Erstaufnahmeeinrichtungen mit erheblichen Nachteilen für ihr psychisches und physisches Wohl verbunden. Dies widerspricht dem Recht junger Menschen, »auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit« (§ 1 Abs. 1 SGB VIII). Dies gilt umso mehr, als dass nach wie vor eine flächendeckende kindgerechte Unterbringung nicht gewährleistet ist. Dies ist mit der UN-Kinderrechtskonvention wohl kaum in Einklang zu bringen.

Minderjährige haben oftmals keinen oder nur einen sehr reduzierten Zugang zu Bildung während der Unterbringung in der Erstaufnahme, da in der Mehrzahl der Bundesländer die Schulpflicht an das Verlassen der Aufnahmeeinrichtung bzw. der landesinternen Zuweisung anknüpft. Dies steht im Widerspruch zu Art. 14 der EU-Aufnahmerichtlinie (2013/33/EU). Hiernach müssen Kinder spätestens nach drei Monaten die Möglichkeit des Schulgangs haben: »Der Zugang zum Bildungssystem darf nicht um mehr als drei Monate, nachdem ein Antrag auf internationalen Schutz von einem Minderjährigen oder in seinem Namen gestellt wurde, verzögert werden.« In einigen Bundesländern erleben wir, dass statt Schule eine Art reduzierter Pseudo-Schulunterricht angeboten wird. Dies kann nicht als Erfüllung der oben genannten Vorgaben angesehen werden.

Zu den besonders von den negativen Folgen betroffenen Gruppen gehören auch traumatisierte Menschen.  Sie werden im deutschen Asylsystem nach wie vor häufig nicht erkannt und sind damit den für sie besonders unzuträglichen Lebensbedingungen besonders ausgesetzt. Die Isolierung hat enorme psychische Wirkung. Traumatische Erfahrungen durch Verfolgung und Flucht lassen sich isoliert in Großlagern kaum überwinden. Es besteht statt dessen die Gefahr, dass die Menschen depressiv, apathisch werden – und es nach einer positiven Entscheidung im Asylverfahren umso schwieriger ist, sie dabei zu unterstützen, auf eigenen Füßen zu stehen, ein neues Leben zu beginnen.

Wir verkennen nicht die Probleme, die in manchen Kommunen durch die Aufnahmeverpflichtung für Asylsuchende bestehen. Sie sind aber nicht dadurch lösbar, dass man die Schutzsuchenden länger in einer unzuträglichen und humanitär nicht vertretbaren Aussonderung in der Erstaufnahme festhält.
Kommunen müssen verstärkt dabei unterstützt werden, Schutzsuchende menschenwürdig unterzubringen und den Anschluss zu Ehrenamtlichen und den Kontakt zur Bevölkerung zu ermöglichen. Nur so können Berührungsängste abgebaut werden und Integration gelingen.

Wir bitten Sie dringend, von allen Plänen zur langfristigen Zwangsunterbringung von Schutzsuchenden in der Erstaufnahme Abstand zu nehmen und stattdessen ein in die Zukunft weisendes, integratives Konzept zur Flüchtlingsaufnahme anzugehen, dass Schutzsuchende angemessen behandelt und der Gesellschaft dienlich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hier noch viele wichtige Beiträge zur „Rückführung“ nach Afghanistan und zur Lage dort:

Amnesty international hat einen ausführlichen Report zur zwangsweisen Rückkehr aus Europa nach Afghanistan veröffentlicht und die Abschiebungen (völlig zu Recht) als illegal bezeichnet.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/afghanistan-amnesty-international-abschiebungen-eu-illegal

Hier der komplette Bericht mit erschütternden Einzelbespielen.:
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/tl_files/Not%20safe/Amnesty-Bericht-Afghanistan-Abschiebungen-Oktober2017.pdf

Hier eine Aufstellung von Thomas Ruttig dazu:
https://thruttig.wordpress.com/2017/07/15/abschiebungen-nach-afghanistan-europaweit-2017-eine-ubersicht/

Trotz des massiven Drucks sind immer weniger Afghanen zur „freiwilligen“ Rückkehr zu bewegen:

http://www.fr.de/politik/flucht-zuwanderung/migration-bloss-nicht-afghanistan-a-1364702,0#artpager-1364702-0

Perspektivlos: Die Abgeschobenen vom vergangenen Winter, in Kabul gestrandet
https://www.ndr.de/info/sendungen/echo_der_welt/Angst-und-Leere-Abgeschoben-nach-Afghanistan,afghanistan854.html
Eine von vielen Meldungen zur „Sicherheitslage“…
http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-rotes-kreuz-schliesst-zwei-bueros-im-norden-des-landes-a-1172015.html#ref=rss

Pro Asyl hat die Lageberichte des Auswärtigen Amts nochmals ausführlich beurteilt und als unzulänglich kritisiert:
https://thruttig.wordpress.com/2017/10/12/4661/

Themenschwerpunkt Afghanistan im Asyl-Magazin:
https://thruttig.files.wordpress.com/2017/10/20171000am17-3_thema_afgh.pdf

Medico international beklagt in der lesenswerten Analyse „Wir sind die Sintflut“ – auf Afghanistan und den Rest der Welt bezogen – den „Zynismus als Massenphänomen“
https://www.medico.de/blog/wir-sind-die-sintflut-16852/

Dieses Update beginnt und endet mit Österreich…
https://m.kurier.at/chronik/oesterreich/asylbescheid-umzug-einer-oesterreicherin-nach-afghanistan-sei-zumutbar/292.248.994

Das nächste Update wird sich (wie schon länger geplant) mit der europäischen Asylpolitik und dem Widerstand dagegen befassen.


 

 

Studie: Wale und Delfine haben menschenähnliche Kultur und Gesellschaft

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/studie-wale-und-delfine-haben-menschenaehnliche-kultur-und-gesellschaft20171017/

Manchester (Großbritannien) – Wale und Delfine leben in eng geknüpften sozialen Gruppen, bilden komplexe Beziehungen, sprechen miteinander und das zudem in regionalen Dialekten. Damit teilen die Meeressäuger zahlreiche Eigenschaften mit uns Menschen, die zudem – auch das zeigt die aktuelle Studie – mit der proportionalen Hirngröße der Arten einhergeht, obwohl die Struktur unserer Gehirne sich deutlich unterscheidet…

is cuteness a curse? (Fluch)

Visit us online at www.worldanimalprotection.org.au
Can’t see images? Click here.
World Animal Protection
Dear Friend,

The orphaned sloth Machito endured suffering no baby should ever have to face.

When he was brought to the AIUNAU rehabilitation centre near Medellin, Colombia he had painful sores on his arms, broken nails, and one nail completely missing – like a human having a toe cut off.

He was crying out continuously.

It is likely Machito was ripped from his mother in the wild and was still suffering anxiety. Like many baby sloths in the Amazon, it’s possible he was exploited as a prop for tourist selfies.

Your kind gift today could help rescue sloths like Machito from abuse in the name of entertainment, rehabilitate them for life in the wild, and protect other animals around the world.

Sloths aren’t smiling – they’re suffering

Friend, you and I know wild animals like sloths belong in the wild – not being passed between strangers, day in day out, pulled and squeezed and forced to contort into unnatural positions.

For the normally quiet and docile sloth, each tourist is just one more in a stressful, endless stream of strangers who hurt and mishandle them in their quest for the perfect selfie.

Sloths seem friendly. But a sloth’s ‘smile’ is just the shape of their facial markings. And their ‘hug’ is just their instinct to grab hold – as natural as it is for us to stand with two feet on the ground.

Sloths do not want a hug. They just want to survive.

Fortunately, little Machito was rescued from abuse. But tragically, many like him may not live through the extreme stress of being taken from their natural home for more than six months.

You can help give them a chance.

With a generous gift today, you could help educate tourists, ensure travel companies don’t offer wildlife interactions, and give sloths and other vulnerable animals much-needed protection.

Thank you for everything you do for animals in need.

Sincerely,


Neil D’Cruze
Technical Expert for Wildlife
World Animal Protection

Together we can
End the needless suffering of animals
Influence decision makers to put animals on the global agenda
Help the world see how important animals are to all of us
Inspire people to change animals‘ lives for the better
Move the world to protect animals.
World Animal Protection
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Spannende Veranstaltungen im Oktober und November!

Spannende Veranstaltungen im Oktober und November.
Zur Webansicht
 Veranstaltungstipps
www.publiceye.ch
Der Herbst ist da und die Tage werden kürzer. Der ideale Zeitpunkt also, um am Abend eine Veranstaltung zu besuchen. Es lohnt sich! Denn im Oktober und November stehen spannende Events auf dem Programm:
 Ihr Engagement für Kovi
Infoveranstaltungen zur Konzernverantwortungsinitiative
Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards. Die Konzernverantwortungsinitiative will solchen Geschäftspraktiken einen Riegel schieben. Sie kommt eventuell bereits nächstes Jahr zur Abstimmung.

Bereits engagieren sich viele Personen als Freiwillige. Wir suchen weiterhin motivierte Menschen, die sich für die Initiative engagieren – sei es online, mit Leserbriefen oder mit einem Engagement in Ihrer Region. Bei Interesse können Sie sich hier unverbindlich anmelden oder uns eine E-Mail an initiative@publiceye.ch schreiben.

Infoveranstaltungen zur Initiative
finden an folgenden Daten statt:

  www.publiceye.ch
  Filmreihe: Bottled Life

Filmreihe: Bottled Life

Im Rahmen einer Filmreihe in Bern zeigen wir am 25. Oktober im PROGR um 18.30 den Film „Bottled Life“. Der Film wirft einen kritischen Blick auf das Wassergeschäft von Nestlé. Vertieft wird der Filminhalt mit einem Input der Public Eye Regionalgruppe Bern.
Der Eintritt ist frei (Kollekte).

Vortragsreihe "Aufbruch in eine nachhaltige Welt"

Vortragsreihe „Aufbruch in eine nachhaltige Welt“

Die Vortragsreihe von Eine Welt | Afro Pfingsten beleuchtet „offene Baustellen“ im Projekt einer faireren Welt und skizziert Ansätze, wie die anstehenden Probleme konstruktiv angegangen werden können.
Public Eye unterstützt die Veranstaltungsreihe als Partnerorganisation.
Die Veranstaltungen finden am 25. Oktober, 8. November, 29. November und am 13. Dezember in Winterthur statt.

Kosmopolitics

KOSMOPOLITICS: Die Welt verändern, indem man sie beschreibt

Wenn die Grenzen zwischen Aktivismus und Journalismus fallen. An der Veranstaltung am 13. November im neuen Zürcher Kulturzentrum KOSMOS werden Erfahrungen, Probleme, Chancen und die Zukunft von aktivistischem Journalismus diskutiert.
Beim Podiumsgespräch mit dabei: unser Mediensprecher Oliver Classen.
Der Eintritt ist frei (Kollekte).

  www.publiceye.ch
Wir freuen uns, Sie an der einen oder anderen Veranstaltung zu treffen!

Für Public Eye, Roman Bolliger

Danke für Ihre Unterstützung
Public Eye | Postfach | Dienerstrasse 12 | 8021 Zürich | www.publiceye.ch
 

Die Stadt des Affengottes – eine wahre Geschichte

https://www.kopp-verlag.de/Die-Stadt-des-Affengottes.htm

Die Stadt des Affengottes

Douglas Preston

Die Stadt des Affengottes

Gebunden, 386 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Artikelnummer : 126134
ISBN-13: 9783421047571

Preis: 20,00 €

Versandkostenfrei in Europa, inkl. MwSt.

Express-Lieferung innerhalb Deutschlands Versand ins außereuropäische Ausland.

Lieferstatus: sofort lieferbar Gewicht: 630.00 Gramm

Menge:

 Eine unbekannte Zivilisation, ein mysteriöser Fluch, eine wahre Geschichte

Schon seit dem 16. Jahrhundert gibt es Gerüchte über eine Provinz im Regenwald von Honduras, deren Städte reich und prachtvoll seien, ganz besonders die Weiße Stadt, auch Stadt des Affengottes genannt. Der Legende nach ruht ein Fluch auf ihr. Immer wieder machten sich Abenteurer und Archäologen auf die Suche nach den Zeugnissen dieser Zivilisation, die offenbar nicht zu den Mayas gehörte – und scheiterten ein ums andere Mal.

Erst die moderne Lasertechnik, mit deren Hilfe das Gelände aus der Luft gescannt wird, förderte die gänzlich überwucherten Reste einer bis dahin unbekannten archäologischen Stätte zutage. Um sie vor Ort zu untersuchen, muss man sich allerdings auch heute noch auf den beschwerlichen Weg durch den Dschungel machen.

Douglas Preston hat sich zusammen mit einer archäologischen Expedition auf die Spuren der sagenumwobenen Stadt begeben. Er kämpfte gegen sintflutartige Regen, bissige Insekten, giftige Schlangen und die dichte Vegetation – und fand tatsächlich eindrucksvolle Relikte einer untergegangenen Zivilisation. Aber auch er zahlte am Ende einen hohen Preis.

»Ein Märchen aus dem wahren Leben, in dem alles drin ist: von der neuesten Technologie über alte Flüche bis hin zu verleumdeter Wissenschaft und einer mysteriösen Krankheit.« The Huffington Post