Davor ziehen wir den Hut!

Davor ziehen wir
den Hut!
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Hallo und guten Tag,

heute möchte ich Ihnen von zwei Menschen erzählen, die mich persönlich sehr beeindruckt haben: von einer Unternehmerin und einem Pensionär. Beide haben durch enormes Engagement vorgelebt, dass eine andere Welt möglich ist! Es sind zwei Geschichten, die mir gezeigt haben, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Die erste Geschichte beginnt mit einer kleinen Metallnadel in einer Kekspackung, entdeckt in der Keksfabrik Hans Freitag im niedersächsischen Verden. Für Anita Freitag-Meyer, die Firmenchefin, eine echte Katastrophe: Gelangt ein solches Produkt in den Verkauf, besteht akute Verletzungsgefahr für die Verbraucherinnen und Verbraucher, gerade auch für Kinder. Und der mittelständische Betrieb stellte Kekse in riesiger Stückzahl für fast alle großen Handelsketten her. Ein Rückruf der Kekspackungen würde gewaltige Kosten verursachen – und das, obwohl vielleicht nur die eine Nadel in der einen Tüte steckte und womöglich kein einziges bedenkliches Produkt überhaupt in den Handel gelangt war. Was also tun?

Anita Freitag-Meyer entschied sich für den Weg maximaler Offenheit und Transparenz. Die junge Unternehmerin startete eine riesige Rückrufaktion, warnte ihre Kundinnen und Kunden wo immer möglich: auf ihrer Internetseite und in sozialen Medien. Im Fernsehen hielt sie das gefundene Metallteilchen in die Kamera. Sie veröffentlichte sogar ihre eigene Handynummer, antwortete persönlich am Telefon und mit Kommentaren im firmeneigenen Blog auf jede Frage besorgter Kundinnen und Kunden, war zu jeder Tages- oder Nachtzeit für die Menschen zu erreichen. Sie hat einfach alles getan, um die Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Wow!

Leider wissen wir, dass die wenigsten Unternehmer so handeln wie Anita Freitag-Meyer. Zu oft werden Fehler vertuscht oder wichtige Warnungen verzögert. Ob Verletzungen durch Fremdkörper in Lebensmitteln oder schwere Erkrankungen bis hin zu Todesfällen durch Salmonellen oder Listerien in Lebensmitteln. Zum Glück passiert das nicht jeden Tag, aber es passiert immer wieder – und ich meine: Wenn Unternehmen nur einen dieser schlimmen Fälle vermeiden könnten, indem sie konsequent einen Rückruf veranlassen und eine Warnung veröffentlichen, die möglichst viele Menschen auch erreicht, dann sollten sie das tun! Aber wir Verbraucherinnen und Verbraucher sind eben darauf angewiesen, dass die Firmen schnell und konsequent handeln, wenn einmal ein Fehler passiert ist. Deshalb macht sich foodwatch stark dafür, dass das Handeln von Anita Freitag-Meyer zum gesetzlichen Standard wird. Denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass jedes Unternehmen aus freien Stücken so handelt wie die Keksfabrik Hans Freitag. Das müssen wir aber – denn es geht um unsere Gesundheit! Wenn sich Fremdkörper wie Metallsplitter und Glasscherben oder Gifte in Lebensmitteln befinden, müssen wir darüber informiert werden – und zwar so schnell wie möglich! Bitte helfen Sie uns dabei, dafür zu sorgen, dass dies endlich zum Standard für alle Unternehmen wird und werden Sie jetzt Fördermitglied von foodwatch:

Jetzt Förderer/ Förderin werden

Meine zweite Geschichte spielt in einem Wohnzimmer in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Greven. Es dampft und qualmt, und mittendrin ist Gert Kretschmann, der Zeuge wird, wie sein Marken-Fernseher in Rauch aufgeht. Später entdeckt er, dass sein Fernseher bereits längst wegen technischer Mängel zurückgerufen worden war. Nur: Er – und mit ihm wohl viele andere Käuferinnen und Käufer – hatten davon nichts mitbekommen.

Herr Kretschmann findet heraus, dass dies keine Seltenheit ist. Insbesondere bei Lebensmitteln: Rund 100 Lebensmittel werden jedes Jahr zurückgerufen, etwa zwei pro Woche und viele davon wegen erheblicher gesundheitlicher Risiken. Nur: Wer erfährt davon? Gert Kretschmann versteht schnell: Niemand kann sich darauf verlassen, dass eine womöglich lebenswichtige Warnung bei ihm auch ankommt. Weder gibt es eine gesetzliche Pflicht, die Warnungen so weit wie eben möglich zu verbreiten, noch gibt es Behörden, die im Fall der Fälle angemessen an die Öffentlichkeit gehen. Das muss sich ändern! Helfen Sie uns dabei, die staatlichen Stellen in die Pflicht zu nehmen.

Stärken Sie uns den Rücken, damit wir für die Sache der Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv werden können und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch.

Die Sache mit dem Fernseher ist ein paar Jahre her. Heute ist Gert Kretschmann Pensionär, und von seinem kleinen Haus in Greven aus betreibt er seit mittlerweile zehn Jahren ein eigenes Warnsystem für gesundheitsgefährdende Produkte – in Eigenregie und mit eiserner Disziplin. Drei bis vier Stunden jeden Tag recherchiert er im Internet, ob es irgendeine neue Rückrufaktion gegeben hat. Gert Kretschmann warnt dann selbst – auf seiner Internetseite produktrueckrufe.de, per App, auf Facebook und Twitter, mit einem Newsletter und seit kurzem über WhatsApp. Damit schafft er etwas, was die 16 zuständigen Landesbehörden und eine Bundesbehörde mit ihren Personalstäben nicht hinbekommen: Er warnt schneller und besser. Ein tolles Engagement!

Doch Gert Kretschmann und ich sind uns einig: Es kann nicht sein, dass eine vernünftige Warnung von einer Privatperson abhängt! Es muss endlich Standard werden, dass Unternehmen und Behörden schnell und klar vor unsicheren Lebensmitteln warnen. Helfen Sie mit, das zu schaffen, indem Sie die Lobby der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken: Werden Sie jetzt Fördermitglied von foodwatch!

Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Rückrufaktionen ausgewertet – und sind wirklich schockiert darüber, was Unternehmen und Behörden hier zulassen. Informationen auf versteckten Internetseiten und immer wieder unnötige Verzögerungen. In den schlimmsten Fällen vergingen drei Wochen(!), bis eine Behörde vor Glassplittern in einem Babyprodukt (!) berichtete. Genauso lange dauerte es, bis vor einem Nahrungsergänzungsmittel gewarnt wurde, das eine gefährliche pharmazeutische Substanz enthielt – Risiko für die Konsumenten: Schlaganfall oder Herzinfarkt!

Auch wenn Lebensmittel heute vergleichsweise sicher sind, so werden immer noch unnötige Gesundheitsgefahren in Kauf genommen. Und jeder Einzelfall ist einer zu viel! Um uns zu schützen, brauchen wir bessere Gesetze. Wir werden nicht lockerlassen, den Finger in diese Wunde zu legen. Am glaubwürdigsten sind wir dabei, wenn uns möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützen. Je mehr sich uns anschließen, umso größer die Chance, dass wir gehört werden. Je mehr Menschen signalisieren, dass sie nicht bereit sind, alles mit sich machen zu lassen, umso größer unsere Durchschlagskraft. Zeigen Sie den Verantwortlichen, dass der Schutz Ihrer Gesundheit und der Ihrer Familie absoluten Vorrang haben muss und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Martin Rücker
Geschäftsführer foodwatch Deutschland

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderin/Förderer, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Weiterführende Informationen und Quellen:
Newsletter-Text mit vollständigen Quellenangaben.
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

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