Paradise Papers zeigen Schweizer Mitverantwortung für Rohstoff-Fluch

Paradise Papers
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 Die Paradise Papers decken heikle Rohstoff-Geschäfte auf.
Glencore, Louis Dreyfus, Vitol oder Trafigura – die Schweizer Rohstoffgiganten haben Schlagzeilen gemacht in den vergangenen Tagen. Es geht um aggressive Steuervermeidung, um Korruptionsverdacht, um Interessenskonflikte. Die Paradise Papers zeigen es erneut: Der Rohstoffhandel ist das riskanteste Geschäft der Schweiz.

Glencore hat mithilfe komplexer Konstrukte Australien, Kolumbien und Burkina Faso um riesige Steuereinnahmen gebracht. Und im Kongo hat sich der Bergbaukonzern äusserst lukrative Lizenzen für den Kupferabbau unter den Nagel gerissen. Dafür griff die Firma auf die Dienste von Dan Gertler zurück, einem dubiosen Geschäftsmann, für dessen verdächtige Zahlungen an den kongolesischen Präsidenten Kabila sich auch die US-Justiz interessierte. Pro Tonne Kupfer bezahlte Glencore dem Staat vier Mal weniger als die Konkurrenz – auf Kosten der kongolesischen Bevölkerung, die zu 80 Prozent von weniger als zwei Dollar pro Tag lebt.

Eine Konkurrentin Glencores, Vitol, ist derweil in Genf in den Fokus der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft hat Verträge zwischen Vitol und einer Filiale von Seven Energy beschlagnahmt – einer Gesellschaft, die Ölverträge dadurch erhalten haben soll, dass der Geschäftsmann Kola Aluko der früheren Energieministerin Nigerias Schmiergelder bezahlte.

Die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga sagte als Reaktion auf diese Geschichten am Sonntag in den Medien: „Wenn es die Wirtschaft nicht schafft, sich an ihre eigenen Vorgaben zu halten, dann braucht es staatliche Regeln.“ In einer Analyse zeigt Public Eye auf, mit welchen Massnahmen dieser Rohstofffluch „Made in Switzerland“ beendet werden kann.

Lesen Sie unsere Analyse zu den Paradise Papers
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Recherche-Award

Wie wichtig investigative Recherchen sind, um illegale und illegitime Praktiken ans Licht zu bringen, belegen die Paradise Papers eindrücklich. Deshalb haben wir uns entschlossen, unser 50-Jahre-Jubiläum im kommenden Jahr zum Anlass zu nehmen, um mit einem Recherche-Award investigative Recherchen von Journalistinnen oder NGOs zu unterstützen, die in jenen Entwicklungs- oder Schwellenländern ansetzen, in denen Menschenrechte verletzt werden. Bitte weitersagen!

 Public Eye | Dienerstrasse 12 | Postfach | 8021 Zürich | www.publiceye.ch
Die Paradise Papers zeigen: Unsere Arbeit ist wichtiger denn je. Wir bleiben dran, wenn die erste Empörung abklingt – bis wir echte Veränderungen bewirken. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Für Public Eye, Roman Bolliger

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