Kükentöten: Ihre Stimme ist jetzt wichtiger denn je! // JEFTA — CETA — TTIP

Eigentlich wollte die Bundesregierung das Kükentüten beenden. Doch hält sie Wort? Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Millionen männliche Küken werden kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie keine Eier legen und damit „wertlos“ sind. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD zwar versprochen, diese grausame Praxis zu stoppen. Doch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält sich schon erste Hintertürchen offen: Die Politik habe geliefert, jetzt sei die Wirtschaft am Zug. Ganz ehrlich: Diese ständigen Ausflüchte und Ausreden müssen ein Ende haben, die neue Bundesregierung muss endgültig Schluss machen mit dem barbarischen Kükentöten!

Hier unterzeichnen

Hallo und guten Tag, 
wussten Sie, dass es in der Eierproduktion ganz normal ist, dass die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen auf grausame Weise getötet werden, in der Regel mit Kohlendioxid vergast? Eine gängige Praxis – bei konventionellen Betrieben ebenso wie bei ökologischen Eiererzeugern. Denn „moderne“ Legehennen sind auf maximale Legeleistung gezüchtet. Sie setzen aber viel zu wenig Fleisch an, es lohnt sich daher wirtschaftlich nicht, die männlichen Küken aufzuziehen. Deshalb werden Sie einfach aussortiert:

Geboren, um zu sterben.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es zwar klipp und klar: „Das Töten von Eintagsküken werden wir bis zur Mitte der Legislaturperiode beenden.“ Doch die neuesten Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner lassen Zweifel aufkommen, ob die Regierung wirklich Wort halten wird. Denn in einem Interview hat die CDU-Politikerin die Verantwortung jetzt vor allem auf die Geflügelindustrie abgeschoben. Die Bundesregierung habe ja schon rund fünf Millionen Euro in die Erforschung von technischen Alternativen (etwa Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei) investiert, nun wolle sie „mit den Betroffenen zusammen“ eine Lösung unterstützen. Der konkreten Nachfrage der Journalistinnen und Journalisten

„Können Sie ausschließen, dass am Ende der Wahlperiode immer noch Millionen männliche Küken getötet werden?“ wich die Ministerin aus – und zeigte mit dem Finger auf die Geflügelbranche: „Wir als Bundesregierung haben geliefert, jetzt ist die Wirtschaft am Zug.“

Wie bitte? Von wegen „die Bundesregierung hat geliefert“! Noch immer werden etwa 45 Millionen (!) männliche Küken pro Jahr direkt nach dem Schlüpfen getötet. Gerade erst musste die Bundesregierung zugeben: 2017 wurden in Deutschland sogar noch einmal eine Million MEHR Küken getötet als im Jahr zuvor.

Wir finden: Die Ministerin macht es sich zu einfach. Das Kükentöten muss gestoppt werden. Ohne Wenn und Aber! Dafür steht Frau Klöckner in der politischen Verantwortung. Appellieren Sie jetzt an die Landwirtschaftsministerin, ihr Versprechen zu halten: Sie muss endlich Schluss machen mit dem millionenfachen Kükentod – und zwar WIRKLICH!

Jetzt mitmachen

Ein Verbot des Kükentötens ist ein wichtiger, aber gleichzeitig nur ein kleiner Schritt. Wir müssen die Ursachen der Probleme in der Tierhaltung bekämpfen, nicht allein die Symptome.

Das heißt: Auf lange Sicht muss die einseitige Hochleistungszucht beendet werden. Würden nur die gesundheitlich robusten Zweinutzungshühner eingesetzt, müssten die Tiere unter weniger Krankheiten leiden und die Hahnenküken wären keine Ausschussware mehr!

Weitere Themen:

Mehrheit für Limo-Steuer

Die Zustimmung für eine Hersteller-Abgabe auf überzuckerte Getränke wächst. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von foodwatch ergab, dass die Mehrheit eine „Limo-Steuer“ befürwortet. Bei der gleichen Fragestellung vor zwei Jahren waren die meisten noch dagegen. Hier geht’s zu den detaillierten Umfrage-Ergebnissen.

Laut Weltgesundheitsorganisation gelten zuckergesüßte Getränke als eine Hauptursache für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes. Zahlreiche Regierungen wie zum Beispiel in Großbritannien, Frankreich, Irland, oder Mexiko haben bereits eine Sondersteuer oder -abgabe auf überzuckerte Getränke beschlossen. In Großbritannien führte dies dazu, dass führende Hersteller schon vor Inkrafttreten den Zuckergehalt ihrer Produkte deutlich senkten.

In Deutschland hatten Anfang Mai mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte sowie ein Bündnis aus Fachgesellschaften und Krankenkassen gemeinsam mit foodwatch die Bundesregierung aufgefordert, endlich verbindliche Maßnahmen zu ergreifen, darunter eine Steuer auf gesüßte Getränke. Kurze Zeit später schloss sich auch der Deutsche Ärztetag dieser Forderung an. Doch die Bundesregierung lehnt verbindliche Maßnahmen bisher ab und setzt stattdessen weiter auf freiwillige Vereinbarungen mit der Lebensmittelindustrie. Wir werden bei dem Thema nicht locker lassen!

EU will JEFTA besiegeln

In nur wenigen Wochen will die EU ein weiteres Freihandelsabkommen unter Dach und Fach bringen: JEFTA – das Handelsabkommen mit Japan. Das Abkommen enthält ähnlich kritische Vorhaben, wie CETA oder auch das auf Eis gelegte TTIP-Abkommen mit den USA – beispielsweise Sonderklagerechte für Konzerne, Handelsausschüsse ohne ausreichende demokratische Kontrolle oder eine Aufweichung des Vorsorgeprinzips beim Gesundheits- und Verbraucherschutz. In unserem Report „Handel um jeden Preis“ gibt es mehr Infos zu JEFTA und den anderen Handelsabkommen, die die EU derzeit rund um den Globus plant. Wir schauen weiter genau hin und kämpfen für einen gerechten Welthandel!

Report lesen

foodwatch bei Instagram

Wir informieren jetzt regelmäßig auf Instagram – unter anderem mit Videobotschaften aus unserem Team, wissenswerten Grafiken und aktuellen Lebensmittelwarnungen.

Jetzt folgen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir sind nicht gegen Freihandel – aber gegen undemokratische Handelsabkommen, die hinter verschlossenen Türen zugunsten der großen Konzerne ausgehandelt werden. Deshalb recherchieren wir, klären auf und protestieren. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen für eine neue Handelspolitik in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
Interview mit Julia Klöckner
Umfrage: Mehrheit für Limo-Steuer
Studie von foodwatch und Powershift zu neuen EU-Handelsabkommen
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s