Der kalte Krieg um Eurasien – von Moskau aus betrachtet

http://norberthaering.de/de/27-german/news/1036-eurasien

Von Gastautor. Wer sich wundert, wie es nach einer Phase der Entspannung in den 1990er Jahren zu dem neuen Kalten Krieg, der akuten Gefahr einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und Russland sowie der allgegenwärtigen Dämonisierung Russlands kommen konnte, dem sei das neue Buch „Russia’s Geoeconomic Strategy for a Greater Eurasia“ von Glenn Diesen aus demJahr 2017 empfohlen.

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… Mit dem Wiederaufstieg Chinas als ökonomischem Powerhouse Asiens und der Annäherung Chinas und Russlands kommt es nun zu der von der US-Regierung so gefürchteten geoökonomischen Integration das Großkontinents und damit zu einem sich beschleunigenden Machtverlust der USA, den diese verzweifelt und mit allen Mitteln zu verhindern suchen….

… Am klarsten hat Brzezinski in seinem Buch „The Great Chessboard“ das Verhältnis der USA zu anderen Nationen definiert.

Die drei Hauptziele der hegemonialen geopolitischen Strategie seien es, „Bündnisabsprachen zwischen Vasallen zu verhindern und deren Abhängigkeit in Sicherheitsfragen zu erhalten, die Zahlungsbereitschaft Tributpflichtiger sicherzustellen und zu verhindern, dass sich die Barbaren zusammenschließen“…

… Die enormen Kosten des Militärapparats mit seinen weltweit rund 1000 Stützpunkten drohen die USA ökonomisch zu überfordern…

Die Erhaltung der „globalen Hegemonie ist zu einem finanziell nicht durchzuhaltenden Unterfangen geworden mit Blick auf die steigende Verschuldung und die soziale Ungleichheit“ in den USA, schreibt Diesen. Es sei inzwischen zu der neuen Situation gekommen, dass die USA, aber auch die EU und Japan Schulden in einem nicht mehr nachhaltigen Ausmaß angehäuft hätten, während China, Russland und andere Schwellenländer die wichtigsten Kreditgeber seien.

Die USA hätten sich auf den Weg hin zum Bankrott begeben…

… Mit dem ökonomischen Niedergang durch die Überbetonung des Militärischen gehe den USA zudem die Option verloren, ihren Verbündeten wirtschaftliche Vorteile zu bieten…

… Diesen kritisiert, dass sich die EU als unfähig erwiesen habe, Russland in ausreichende Vorteile zuzugestehen, die dem europäisch-russischen Verhältnis Stabilität gegeben hätten. „Die EU hat damit nicht erkannt, dass es in der Ära der Geoökonomik eine vollkommen neue Dynamik der Außenbeziehungen geben muss“, so Diesen…

… Dem neuen Kalten Krieg liegt, wie Diesen überzeugend ausführt, mit dem Aufstieg von Asien und insbesondere China die größte Umverteilung von geoökonomischer Macht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zugrunde. Auf der Gewinnerseite befinden sich die eurasischen Landmächte China und Russland, auf der Verliererseite die USA als wichtigste maritime Macht, die versucht, sich ihrem Niedergang entgegenzustellen. Auch Europa werde marginalisiert:

… Der Autor rät den USA … Der EU empfiehlt er …

… Somit dürfte der neue Kalte Krieg weitergehen – bis der Westen irgendwann Vernunft annimmt.

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