Groß denken für kleine Tiere

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Während der Insektenschutz in diesen Tagen Aufwind hat, finden im Hintergrund die Verhandlungen um die Zukunft der EU-Agrarpolitik statt. Es geht um viel.

Heute findet in Berlin das Nationale Forum zur Biologischen Vielfalt statt. Vor einer Woche berieten in NRW die Agrarminister darüber, wofür Landwirte in Zukunft noch Steuergelder erhalten sollen. Gestern kündigte die Bundesregierung ein 100 Millionen Programm gegen das Insektensterben an. Im Zentrum dieser Beratungen steht immer wieder die Landwirtschaft, deren Umgang mit Chemikalien, dem Boden und Flächen.

Insektensterben: Im Zentrum steht die Landwirtschaft

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) veröffentlichten gestern eine gemeinsame Stellungnahme zum Schutz der Insekten in Deutschland.  Es ist ein Plädoyer für eine Wende in der Agrarpolitik.

Plädoyer für eine Agrarwende

„Die dramatische Abnahme der Insekten in Deutschland ist inzwischen klar belegt. Sie ist insbesondere eine Folge der derzeitigen Formen der Landnutzung mit ihren vielen schädigenden Auswirkungen auf die Natur“, erläutert Prof. Manfred Niekisch, stellvertretender Vorsitzender des SRU.

„Maßnahmen zum Schutz von Insekten müssen daher prioritär bei der Landwirtschaft ansetzen, um großflächig wirksam zu werden. Dazu zählt eine Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes und damit die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln.“  Prof. Peter Feindt, Vorsitzender des WBBGR betonte: „Die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU bietet eine wichtige Chance für erfolgreiche Maßnahmen im Insektenschutz. Insbesondere sollte es darum gehen, die flächenbezogenen Direktzahlungen stärker mit Landschaftsvielfalt zu verknüpfen.“

Er forderte mehr Geld für standortangepasste Maßnahmen und eine insektenfreundlichen Landschaftsgestaltung. Naturverträglich wirtschaftende  LandwirtInnen sollten stärker belohnen.

Im Hintergrund laufen die GAP-Verhandlungen

Im Hintergrund laufen derzeit die Verhandlungen um die Zukunft der EU-Agrarpolitik auf Hochtouren.  Schon lange  fordern Natur- und Umweltschützer eine Stärkung der „Ersten Säule“.

Das sind die Fördermittel, die Landwirte erhalten, wenn sie etwas für die Allgemeinheit tun. Bisher ist die Größe der Betriebe für die Höhe der Förderung entscheidend.

Was macht England nach dem Brexit? 

Mit großem Interesse schauen alle Landwirtschaftsexperten derzeit nach England, das sich auf die Zeit nach dem Brexit vorbereitet und seine Landwirtschaftspolitik neu formulieren muss.

Die britischen Landwirte hatten sich mehrheitlich für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Aber viele fürchten jetzt den Wegfall der EU-Fördermittel und die Folgen der neuen Handelsverträge mit den USA und anderen Export-Agrarnationen.

UK Gesetzesentwurf leitet Agarwende ein

Das neue Landwirtschafts-Gesetz, das jetzt beraten wird, soll für UK die Agrar-Förder-Wende bereits bringen. Der Landwirtschaftsminister spricht sich gegen eine Flächenförderung aus, und für die Förderung naturverträglichen Wirtschaftens. Englands einflussreiche Großgrundbesitzer-Klasse läuft gegen diese Ankündigung Sturm.

 

 

11. OKTOBER 2018 
VON: 

  

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