„Ich wollte Sikkim von der Chemie befreien“

One World Award (OWA)

Eine Auszeichnung für Sikkim

Shri Pawan Chamling hat im vergangenen Jahr den One World Award verliehen bekommen. Dieser wird an Menschen und deren Projekte vergeben, die „im Sinne einer positiven Globalisierung diese Welt innovativ und engagiert zu einer besseren Welt machen“. Initiiert und finanziert wird der OWA von der Bio-Firma Rapunzel in Kooperation mit dem Welt-Bio-Verband IFOAM. Die Auszeichnung ist mit 40 000 Euro dotiert. Neben dem Preis für Lebensleistung werden fünf weitere Gewinner ausgezeichnet, wovon einer als Grand Prix Gewinner besonders gewürdigt wird. 2017 waren dies Shri Pawan Chamling und das United World College (Indien & Deutschland). In der Jury engagieren sich neben dem Vorsitzenden Bernward Geier Vandana Shiva (Indien), Nnimmo Bassey (Nigeria), Roberto Ugas (Peru) und Joseph Wilhelm, der Geschäftsführer von Rapunzel. Dieser besucht traditionell die Grand Prix Gewinner. Diesmal machte sich eine neunköpfige Delegation auf den Weg, zu der auch unser Autor Bernward Geier gehörte.
www.one-world-award.de

Foto: Statue für  Vorbilder: Der One World Award wird alle drei Jahre auf interna­tio­naler Ebene ver­geben. Die erste Ver­leihung fand 2008 statt. © PR-Material

Interview

„Ich wollte Sikkim von der Chemie befreien“

Warum wollten Sie ganz Sikkim auf Bio umstellen?

Am wichtigsten war mir, Sikkim von den gefährlichen Chemikalien zu befreien. Die Gefahren der Kunstdünger und Pestizide waren eine große Bedrohung für die Gesundheit unserer Menschen und auch für die Biodiversität. Es gab nur einen Weg und der führt zur biologischen Landwirtschaft. Ich war überzeugt, dass ein konsequenter Weg zum biologischen Landbau nicht nur die Existenzen der Farmer retten kann, sondern damit ein Beitrag zur Rettung der Erde geleistet wird.

Shri Pawan
Chamling

... ist Ministerpräsident von Sikkim, dem zweitkleinsten Bundesstaat Indiens. Sikkim beschloss 2003, die gesamte Landwirtschaft auf Bio umzustellen – und schaffte dies innerhalb von 12 Jahren.

Was waren die größten Herausforderungen?

Die erste Herausforderung für unsere Bäuerinnen und Bauern war, dass mit dem Bio-Landbau ein neues Denken verbunden ist. Es war natürlich auch schwierig, die Methoden des Bio-Landbaus auf die Bauernhöfe zu bringen. Noch schwieriger war es jedoch, die Institutionen zu überzeugen. Als das Parlament meinen Antrag annahm, die gesamte Landwirtschaft von Sikkim umzustellen, hat der damalige Landwirtschaftsminister dagegen opponiert und behauptet, dass dies unmöglich sei. Konsequenterweise ist er zurückgetreten.

Wie könnte Deutschland das bescheidene Ziel von 20 Prozent Bio erreichen?

Entscheidend wird sein, dass die Regierung den biologischen Landbau als oberste Priorität in ihren politischen Zielsetzungen festlegt. Demnach kann ich nur empfehlen, die Umstellung zum Staatsziel zu erklären und Politik und Gesetze entsprechend darauf auszurichten.

Könnte auch der Rest der Welt auf Bio-Landbau umgestellt werden?

Wenn wir auf der ganzen Welt dieses Ziel annehmen, dann schaffen wir es bis 2050, dass konventionelle, agro-chemische und industrielle Landwirtschaft der Vergangenheit angehören. Ich bin mir dessen sogar ganz sicher.

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