Hilfsfahrt Rumänien/Serbien – der Bericht!

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Hilfsfahrt Rumänien/Serbien – der Bericht!
Das war ein Jahr der Superlativen – so viel und so lange waren wir wahrscheinlich noch nie unterwegs gewesen, respekTIERE IN NOT im Dauereinsatz! Von Albanien, Bosnien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, dem Kosovo, Montenegro, Rumänien über Serbien, der Slowakei, Ungarn und Tschechien bis nach Mauretanien, in all diese Länder hat es uns die Aufgabe geführt, in vielen davon konnten wir hoffentlich Spuren hinterlassen oder zumindest wichtige Unterstützung bringen!
Zum darüber nachdenken ist aber jetzt noch nicht Zeit, gilt es doch nun diese letzte Hilfsfahrt des Jahres gut zu bewältigen. Und weit wird sie uns einmal mehr führen, liegen die Zielorte doch in Rumänien und in Serbien!
Ja, wieder werden wir wieder mehr als 700 kg an dringendst benötigten Futtermitteln zum Beispiel zu Frau Oprea in ihr Asyl am Rande Temeswars bringen, wo bis zu 150 Hunde schon mit Magenknurren auf uns warten; dann geht es wie immer nach Nadrac, jenem Ort, wo buchstäblich die Straße endet, in die ‚Sackgasse des Lebens‘. Und zu guter Letzt, Inshalla – so Gott will – sollten wir die wunderbare Frau Brukner wiedersehen, im vielleicht schönsten Gnadenort der Welt, ihrem Paradies bei Djurdjevo, einem serbischen Dort unweit von Novi Sad!
Foto: ganz wichtig, eigentlich der Hauptgrund der Fahrt zu diesem Zeitpunkt, ist natürlich die Unterstützung von Frau Oprea und ihren Hunden!
So viele Sachen haben wir gesammelt, derart viele, dass wir sie unmöglich alle in unserem Van unterbringen konnten, obwohl dessen Laderaum eine wahrlich riesige Menge zu schlucken imstande ist! Aber, für jedes Problem gibt es auch eine Lösung, und so nutzten wir vor kurzem die Gunst der Stunde: ein Fahrer Frau Brukners brachte das im Sommer von uns in einem Blumenbeet ausgesetzt aufgefundene Hundemädchen ‚Tally‘ zu ihrer neuen Pflegemama nach Österreich, am Weg zurück durften wir seinem Fahrzeug ein Dutzend Bananenschachteln voll Kleidung und einige Säcke mit anderen Gütern zuladen: allesamt, die ganze Menge, bestimmt für ein vom Tierschutz Djudjevo (www.tierschutz-djurdjevo.ch) alljährlich veranstaltetes Weihnachtsfest im Jänner, wo besonders arme und alte Menschen beschenkt werden (Serbien ist ein christlich orthodoxes Land, wo das große Fest 13 Tage später gefeiert wird als bei anderen Christen-Konfessionen üblich; Grund dafür ist das Festhalten am julianischen Kalender, gleich übrigens der russisch-orthodoxen Kirche, während der Rest der Christenheit, auch die griechisch-orthodoxe oder die rumänisch-orthodoxe Kirche, den ‚neuen‘ gregorianischen Kalender 1582 übernahm, Anm.)!
Da die Grenze nach Serbien mit größeren Mengen an Waren nur schwer zu überschreiten ist, werden wir den Großteil unseres Wageninhaltes, nachdem wir also schon im Voraus in den Balkanstaat senden durften, wohl in Rumänien lassen; aber zumindest einige zusätzliche Säcke Kleidung, verschiedene Dinge des täglichen Bedarfs, sowie 5 Rollatoren, eine unverzichtbare Hilfe für gehbehinderte Menschen, sind für Frau Brukner’s Hilfswerk reserviert!

So finden wir uns wieder im wirklich aus allen Nähten platzenden RespekTiere-Mobil. Den ganzen gestrigen Tag hat es gedauert, das orange Ungetüm derart zu beladen, dass wir zumindest den Großteil der gesammelten Waren unterbringen hatten gekonnt – der Rest ist beiseite gelegt für die nächste Hilfsfahrt; denn Sie wissen ja: jedes Ende eines Einsatzes ist bereits der Beginn des nächsten! Neben mir sitzt wieder einmal Günther, der die letzten Stunden vor der Fahrt noch damit verbracht hat, kleine Päckchen mit Süßigkeiten für die Caritas-Kinder von Nadrac herzurichten. Das Wetter, zumindest anfangs, passt hervorragend für solche Unternehmungen. Die Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt, leicht bewölkt, die Straße trocken – was will man mehr?

Foto: das Beladen des Sprinters – jedes Mal wieder eine echte Herausforderung!
Schon im Burgenland – wie so oft – hart an der ungarischen Grenze legen wir den ersten Zwischenstopp ein. Die unvergleichliche Doris erwartet uns bereits, erneut hat sie viele, viele Sachen zusammengetragen, welche wir nur mehr mit viel Not und Mühe im Van unterbringen. Nach einer herzlichsten Umarmung – es ist soooo schön zu sehen, wie einzelne Menschen immer und immer wieder ihre Zeit und ihr Geld einsetzen, um anderen, weniger Begüterten sowie den Tieren zu helfen – überqueren wir auch schon die Grenzstation, vorbei am etwas rassistisch klingenden ‚Hotel Paprika‘ (auf ungarischer Seite wohlgemerkt) und stoßen alsbald tief hinein ins pannonische Hinterland.
Ab nun ändert sich die Witterung dramatisch. Man kann dem Quecksilber des Thermometers beim Sinken zusehen, im selben Maße steigen die Schneemengen am Straßenrand. Und urplötzlich, wie aus dem Nichts, sitzen wir einmal mehr fest: der fast übliche Stau um Bukarest. Doch dieser, so verrät uns Google Maps bald, dehnt sich über bestimmt 2 Dutzend Kilometer aus. Eine Baustelle ist der Grund, und die verursacht doch zumindest ein gewisses Nasenrümpfen; denn ist es wirklich notwendig in einer der Hauptreisezeiten des Jahres ein Projekt an der Autobahn zu beginnen, welches ein bestimmt vorauszusehendes derartiges Chaos verursacht? Noch dazu, wo erneut die Gebühren für den Highway angehoben worden sind, nun auf stolze 31 Euro für 7 Tage Autobahn-Benützung? Da bleibt bloß ein ‚Grrrr‘ auf den Lippen zurück.
Und viel Ärger im Kopf, denn Google Maps weiß auch noch, dass wir zweieinhalb Stunden im Kollaps verbringen werden, ohne Hoffnung auf eine Ausfahrt oder gar eine Abkürzung.
Fotos: Impression beim ungarischen Tatabanya; eine wirklich nicht allzu schöne Wohnwüste…
drunter: ab nun ändert sich die Wetterlage, das Land erfriert in Schnee und Eis!
Schließlich lotst es uns aber doch eine Abfahrt hinunter, und als wir den Knoten endlich hinter uns lassen, haben wir ganze 10 Kilometer in 2 Stunden Fahrtzeit zurückgelegt! Nun ist die Straße zwar mehr oder weniger frei, allerdings kommt dichter Nebel auf. Gespenstisch wirkt die Umwelt, die Bäume im Weiß erstarrt, die Sichtweite beschränkt sich bald auf wenige Meter.
Irgendwann erreichen wir dann endlich die Grenze nach Rumänien; einen kilometerlangen Stau der LKW’s gilt es zu überholen, dann aber werden wir jäh gebremst; die Grenzkontrollen nötigen uns trotz nur weniger Fahrzeuge vor uns eine gute halbe Stunde ab; macht nichts, denn nun sind wir endlich im Karpatenland. Es ist jetzt bereits stockdunkel; die angestellte Menschenmenge vor der Vignettenstelle – das (empfehlenswerte) Papier schlägt sich seit Jahren unverändert mit moderaten 6 Euro nieder (es ist in Rumänien eine ‚Straßenbenützungsgebühr‘ zu entrichten) – wirkt wie die Umgebung selbst, nämlich in klirrender Kälte gefangen. Zwischenzeitlich hat es bis zu minus 10 Grad, ein kurzer Rastaufenhalt im Freien bringt deshalb die Lebensgeister trotz der nun schon rund 1000 Kilometer Entfernung zum Ausgangsort Salzburg schnell wieder zurück…
Ab Temeswar wird der Nebel gar noch dichter, am Wegesrand türmen sich die Schneeberge. Dazu sind die Autobahnen über weite Strecken völlig unbeleuchtet, was Konzentration und Aufmerksamkeit auf ein Höchstes fordert.
An der Tankstelle (der Sprit drohte uns auszugehen, gerade jetzt, wo wir die letzten 30 Kilometer großteils durch menschenleere Wälder anzutreten haben) sind die Zapfsäulen – es ist die einzige Versorgungsstation weit und breit – ausgefallen. Warum, wir wissen es nicht; jedenfalls deutet der Tankwart eine Entschuldigung, welche wir mit rund 10 Minuten Wartezeit übersetzen.
Danach aber geht es in den Endspurt; unfassbare Schönheit tut sich vor uns auf, als wir den Waldesrand erreichen. Die Bäume unter der Schneelast weit in die Fahrbahn hinein geneigt, starr gefroren in glitzerndes Weiß, das Land begraben unter einer dichten Schicht bauschiger Watte.
Paradoxerweise ist die Straße in die Berge hinein weitgehend frei, perfekt geräumt; als wir dann aber endlich Nadrag, die vermeintlich wiedergewonnene Zivilisation und unser heutiges Ziel, erreichen, ändert sich die Situation. Dicke Eisbrocken sind an der Fahrbahn festgeklebt, tiefe Schrunden, Schneeverwehungen; eigentlich seltsam, dass die Landstriche wesentlich besser zu befahren sind als das Ortgebiet selbst. Aber, wir sind in Rumänien, nahe am Ankunftsort, und diesbezügliche Fragen, die stellen wir uns frühestens morgen!
Fotos: Reihe 1, der Verkehr an der Grenze zu Rumänien nötigt uns wieder einmal mehr als eine halbe Stunde Wartezeit ab; Reihe 2: vor der Vignettenstelle in Rumänien, eine Atmosphäre, welche eine ‚Am Schauplatz‘-Sendung durchaus rechtfertigen würde! Reihe 3: tief verschneit und gefährlich glatt ist der Weg durch die Berge hindurch! rechts: Nadrac, hoch winterlich!
Impressionen von der Rückfahrt aus Nadrac; inzwischen setzt leichtes Tauwetter ein, aber immer noch wirkt das Land erstarrt! Oben: Ein Pferd wartet auf den Halter, der irgendwo im Wald nach abgebrochenen Ästen zum Verheizen sucht.

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