Mission ‚Free Boomer‘

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Mission ‚Free Boomer‘ – ‚Boomer is free‘!!!!
Jetzt ist es also wirklich soweit. Endlich! Das Abenteuer ‚Free Boomer‘ kann beginnen! Oh, was haben wir uns die letzten beiden Wochen Sorgen gemacht, machen sie uns noch immer, gepaart mit Vorwürfen – während wir im Warmen Weihnachten feiern, durchlebt dieser Hund sein fortgesetztes Martyrium. An einer schweren Eisenkette gefesselt, gefangen in seinem Verlies, welches wir mit ‚Hölle‘ bezeichnen, er aber nennt es sein einziges zu Hause… Ausgesetzt der bittersten Kälte, den grausamst vorstellbaren Bedingungen, gebettet auf verfaulenden, harten und tiefgefrorenen Pflanzenstielen . .. wie mag es ihm wohl ergangen sein, die Frage ist eine wohl sehr rhetorische. Unzählige Male haben wir seither den Blick flehend zum Himmel gerichtet, an jedem verdammten Tag, bitte, bitte, lieber Gott, falls Du von da oben zusiehst, gib ihm die Kraft noch ein bisschen auszuhalten…
Der Van steht, nur halb beladen, für die Abfahrt bereit in der Einfahrt. Halb beladen, deswegen, weil wir bei der letzten Hilfsfahrt erst vor 2 Wochen, der weihnachtlichen Reise, so viele Sachen gesammelt hatten, die wir unmöglich im Wageninneren unterbringen konnten. Sie sind nun zwischengelagert, im Elternhaus bei Krems in Niederösterreich, unweit der Bundeshauptstadt. Dorthin führt uns nun der erste Schritt des Einsatzes. Der Mercedes ist mit einer dicken Schicht Schnee überzogen, darunter pures Eis. Mit zitternden Fingern und klammen Händen befreien wir ihn von der Last, und dann zeigen seine Lichter schon in Richtung Osten. Der Startschlüssel dreht sich im Schloss, ein kurzes Murren, aber schon im nächsten Moment laufen 129 Pferde im Inneren warm. Der Morgen hat schweren Schneefall gebracht, die Fahrverhältnisse sind wirr; so geht es die ersten 100 Kilometer nur sehr langsam voran, keine 70, 80 km/h schaffen wir durch Wind und Wetter; aber ab Linz zeigt sich die Spur plötzlich frei vom Matsch.
Gegen 13 Uhr ist die erste Etappe geschafft; im heimatlichen Kammern schafft es das Quecksilber auf wenigstens 0 Grad zu klettern, und sofort beginnen wir mit der Zuladung. Karton um Karton, Sack um Sack schluckt der große Laderaum, dazu gut 300 kg an Hundefutter, welches für die Straßenhunde von Nadrag sowie für die Pflegestation der großartigen Tierärztin Dr. Noemi Kiss gedacht ist – dort wird Boomer – so Gott will – gesundgepflegt werden, aufgepäppelt und mit den nötigen Impfungen versehen, sodass er in wenigen Wochen dann zur Ausreise bereit ist.
Fotos: unterschiedliche Fahrverhältnisse beim Start des Einsatzes; vom Matsch zur freien Straße, dann wieder verstärkter Schneefall, zuletzt verschneite Fahrbahnen!
Aber soweit wollen wir nun gar nicht vorgreifen; noch steht eine lange Tortur bevor, mit ungewissem Ausgang, bis hin ins von Salzburg gut 1000 Kilometer entfernte rumänische Bergstädtchen. Der Wintereinbruch hat, so wissen wir es aus den Nachrichten, Osteuropa fest im Griff, Schneemassen, Eiseskälte. Gevatter Frost, der vom Klimawandel Todgesagte, ist noch einmal zur alten Form aufgelaufen. Vor sich hat er ein Heer von Myriaden kleiner, weißer Soldaten in die Schlacht gesendet, winzige Kristalle, welche aber die Kraft in sich trugen, das Land mit einer dicken Schicht weiches Etwas unter sich zu begraben.

15 Bananenschachteln voller warmer Kleidung packen wir noch am Abend zu; Karin, die gute Seele der Region, immer im Einsatz für die Ärmsten der Armen, hat die Textilien gesammelt, gewaschen, fein säuberlich in die wartenden Kartons geschlichtet. Es ist wahrlich so schön zu wissen, es gibt überall ganz großartige Menschen, welche dem allgemeinen menschlichen Stillstand ihren vollsten Einsatz entgegensetzen; es gilt ein herzlichstes ‚Danke‘ zu sagen, in tiefstem Respekt!!!

Foto: bis spät in die Nacht wird das RespekTIere-Mobil beladen: immer mittendrinen Mama und Papa Putzgruber!
Am späten Abend bringt mein Bruder noch eine große Palette mit Spendengütern. Irgendwie gelingt es uns, auch noch diese Ladung im Van zu verstauen; fest steht, aus dem Vorhaben, den Sprinter dieses Mal nicht so grenzenlos vollzufüllen, wird leider erneut nichts…
Samstagmorgen, das Wetter hat umgeschlagen. In der Nacht ist der Schneefall in den Niederungen in Regen übergegangen, und langsam verwandelt sich die weiße Watte in schmutzigraue Rinnsale. Für uns nicht das übelste Vorzeichen, denn zumindest eine Weile, durch das österreichische Flachland, werden die Fahrbedingungen dadurch bestimmt erleichtert sein. Christine, die ewige Mitstreiterin aus Linz, stößt hinzu, schon in aller Herrgottsfrühe ist sie von Linz kommend losgefahren. Und natürlich, sie ist wie immer pünktlich beim vereinbarten Treffpunkt. Ihr Auto wird beim Elternhaus auf uns warten, gut aufgehoben, und wir verlieren nun keine Zeit mehr – die Befreiung Boomer wird Wirklichkeit!
Bis nach Wien geht es jetzt problemlos dahin, die Straßen halbwegs frei, bloß leichter Matsch an den Fahrbahnseiten verrät das nächtliche Inferno. Dennoch ist Vorsicht geboten, gestern sind in der Bundeshauptstadt, so erfahren wir später, gut 25 Zentimeter Schnee gefallen. Von diesen sieht man heute zwar nichts mehr, aber der dauernde Nieselregen verwandelt die Verkehrswege mancherorts, geschuldet der tiefen Temperatur, in echte Rutschbahnen.
Bei Cosma und Alex – Ihr erinnert Euch vielleicht, beide waren beim großen Kastrationsprojekt in Bulgarien, nur drei Monate zurück – an vorderster Front mit dabei, machen wir einen kurzen Zwischenhalt; es fehlt uns ein Dokument, welches die Einsatzfahrt als Caritas-Transport ausweist; unbezahlbar ist ein solches an der Grenze nach Rumänien, erleichtert es den Übertritt doch immer wieder erheblich – und die beiden so herzensguten TierschützerInnen werden es uns ausdrucken! Außerdem dürfen wir auch Spenden übernehmen, beigesteuert zur Mission ‚Free Boomer‘ von ganz wunderbaren Menschen, die die so emotionale Hilfsaktion für den armen Hundes bestmöglich unterstützen möchten – einfach nur großartig!
Fotos: wieder einmal durften wir uns über die Unterstützung des Tierheim Krems freuen – einen Box für den Transport von Boomer wartete auf uns! Unten: Wien, nach nächtlichem Schnee-Inferno im nass-kalten Tauwetter. rechts: Doris, die so herzensgute Tierschützerin aus dem Burgenland, bringt uns einmal mehr eine ganze Autoladung voll Spendengüter zum Treffpunkt knapp vor der ungarischen Grenze; auch Vera ist gekommen, die ebenfalls eine Menge an Kleidung und Schuhen für die armen Menschen in Nadrag gesammelt hatte!
Foto: der Van ist so voll, dass wir kaum die Türen zubekommen!
Nach einer Tasse heißen Kaffee müssen wir aber schon aufbrechen, denn noch einen weiteren Zwischenstopp gilt es zu absolvieren; so halten wir eine gute Stunde später im Burgenland, knapp an der ungarischen Grenze: Ihr werdet es erraten, die liebe Doris hat es tatsächlich geschafft, in der kurzen Zeit – hatten wir doch erst vor zwei Tagen erfahren, dass wir Boomer aus seiner Hölle holen dürfen – noch Dutzende Säcke Kleidung und diverse Hilfsgüter von verschiedenen Tier- und MenschenfreundInnen einzusammeln.
Am Treffpunkt erwartet uns eisig kalter Wind, so stark, dass wir es kaum schaffen aus dem Van zu klettern; und da ist sie schon, die Gute, ihr Kombi bis oben hin vollgestopft! Aber nicht nur sie, auch eine weitere Helferin namens Vera, ist gekommen, ebenfalls mit einigen Tüten voller Kleidung!
So unfassbar für uns der Gedanke im Moment auch erscheint all diese Sachen zusätzlich im ohnehin überladenen Mercedes unterzubringen, letztendlich findet selbst der letzte Karton, der letzte Sack und die letzte Tüte noch irgendwie Platz! Allerdings, aufmachen sollte man die Schiebetüren nun nicht mehr müssen, an der Grenze etwa, will man der Gefahr entgehen, unter der Menge der Güter begraben zu werden!
Nach einer herzlichen Verabschiedung hat uns die Straße wieder; bald überqueren wir auch die Grenze ins Magyarenland, nun geht der Regen wieder in Schneefall über. Langsam werden die Bedingungen unwirtlich, wie erwartet eigentlich, aber wenigstens rollt der Verkehr – im Gegensatz zur anderen Richtungsspur, wo sich immer wieder kilometerlange Staus aufbauen – Rückreise-Weihnachtsverkehr! Na hoffentlich ist die Masse bis morgen durch, tut sich ein Gedanke auf, denn sonst erwarten uns dann einmal mehr lange Stunden im Stillstand auf der Autobahn…
Foto: Ungarn ist manchmal schon ein seltsames Land; der Vergleich auf diesem Plakat an den Raststätten ist wohl völlig unzumutbar: Sei kein Schwein, sagt es uns, entsorge den Müll und wirf ihn nicht einfach weg…
Es ist erneut stockdunkel, als wir endlich den rumänischen Banner über den Grenzbalken wehen sehen. Gott ist TierrechtlerIn, zumindest heute, denn die Zöllner winken uns freundlich durch, nicht einmal den oft so wichtigen Ausdruck wollen sie sehen! Wie wunderbar, denn wie gesagt, wir hatten echt befürchtet die Schiebetüre zur Ladefläche öffnen zu müssen…

Jetzt ist das Land tief verschneit, die Temperatur klettert stetig nach unten. Minus 5 zeigt das Thermometer bald, TEndenz fallend, dazu eisiger Wind. Relativ schnell sind wir auf Höhe Temeswar, dann verliert sich die Autobahn in der Bundesstraße; vorbei an der Kleinstadt Lugoj, ab nun wird das Asphaltband noch enger, dazu ist die Straße nicht mehr geräumt – tief durchatmen, schon ‚entern‘ wir den Weg in die Sackgasse, gut 25 Kilometer hinauf den Anstieg, durch die schneestarren Wälder, raus aus der Zivilisation. Schneeglatt ist es, stockduster, es gibt keine Fahrbahnbeleuchtung. Nur zwei am Weg liegende Ortschaften bieten zumindest ein klein wenig Abwechslung, ansonsten verschluckt uns die Finsternis. Zusätzlich zollen wir der Anstrengung nun langsam Tribut, Krämpfe in den Oberschenkeln lassen erahnen, wie eine echte Tortur auszusehen hat.

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