Skandal enthüllt! Jahrzehntelange Tierquälerei von Jägerschaft gedeckt?

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Skandal enthüllt! Jahrzehntelange Tierquälerei von Jägerschaft gedeckt? Und der Schütze mordet weiter!
Punktgenau zum 1. Salzburger Jägerball und zum Start der ‚Hohen Jagd‘ am Salzburger Messegelände deckt RespekTiere einen riesen Skandal auf und geht damit an die Öffentlichkeit. Was sich im Moment vor unseren Augen auftut, spottet einmal mehr jeder Beschreibung. Brisante Papiere wurden da übermittelt, welche eine schwere Tierquälerei zutage bringen, begangen von einem Jäger – und dass über mehrere Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte hinweg. Die Beweislast ist erdrückend, das Geschehen nahezu lückenlos nachvollziehbar. Das besonders Furchtbare: viele wussten davon, in Fakt eine ganze Gemeinschaft; nur einer aber fasste schließlich allen Mut zusammen und brachte den Fall zur Anzeige. Was folgte, ist ein echter Krimi, mit sämtlichen Zutaten und Spannungsmomenten versehen, inklusive der allgegenwärtigen Intrigen, welche solchen Vorkommnissen oft die letzte Würze verleihen; und obwohl die Tat (eigentlich Taten, wir werden später darauf zurückkommen) einwandfrei belegt war, geriet der Motor der Akte trotz Intervention selbst der Staatsanwaltschaft plötzlich ins Stottern, bis er letztendlich vollends in sich zusammensackte. Dabei wollen wir es aber nicht beruhen lassen und fordern nun eine späte Aufklärung, inklusive eines lebenslangen Jagdverbotes des Täters.
Was war also passiert? Ein aufgeregter Informant, er hatte den ORF-Beitrag zur Nacht des Fuchses gesehen wo auch wir unsere Meinung kundtun durften, schilderte die folgenden Geschehnisse am Telefon; schon am Tag darauf trafen wir uns mit dem Zeugen (der jederzeit für eine gerichtliche Aussage zur Verfügung steht), welcher dann das Gesagte auch noch mit eindeutigem Schriftverkehr belegen konnte. Wie er zu den Papieren kam, darüber möchten wir im Moment noch nicht sprechen.
Fotos: sie sind doch viel mehr Heger als Jäger…
Jedenfalls, dem Jagdleiter des Jagdreviers Berndorf bei Salzburg, Herr S. (welchen wir inzwischen selbstverständlich kontaktiert haben und der alle Aussagen voll inhaltlich bestätigten konnte) war eine von einem Kollegen – in Fakt seinem damaligen Stellvertreter – begangene Tierquälerei zu Ohren gekommen. Der Verdächtige, Herr K., so stellte sich heraus, hatte einen Rehbock mit einem Kleinkalibergewehr (22 Win.Mag) in seinem Auto sitzend angeschossen und schwer verletzt. Zur Info: die Jagd mit einer solchen Büchse und der dazugehörigen Munition ist verboten, weil das Geschoss zu wenig Geschwindigkeit aufnimmt, den Körper eines größeren Tieres nicht durchdringt. Heißt, das Projektil hinterlässt eine schlimme Eintrittswunde, bleibt aber dann unweigerlich im Körper stecken und verursacht dort unfassbare Schmerzen. Es gibt keine Austrittsstelle, ergo auch keinen Blutaustritt, sodass sich die Wunde sehr schnell infiziert. Eine Schockwirkung wie bei großkalibrigen Gewehren entfällt, wodurch der Schmerz ungedämpft und ein fürchterliches Leiden vorprogrammiert ist (halten wir fest: der Jäger verwendete nicht nur eine für den Jagdbetrieb nicht zugelassene Waffe, sondern auch noch eine ‚für die Erlegung von Schalenwild‘ nicht zugelassene Munition).
Der Rehbock schaffte es trotz seiner schrecklichen Wunde ins Unterholz zu entfliehen, worauf der Schütze die Verfolgung aufnahm, nach dem geflohenen Tier suchte. Am Abend, Stunden nach der Tat, wurde ein anderer Jäger auf ihn aufmerksam, lies sich die Geschehnisse schildern, und zusammen versuchten sie nun den Schwerverletzten zu stellen; im späteren Vorfallsprotokoll des zuständigen Jagdleiters S. sollte vermerkt sein, dass der zufällig Hinzugekommene aussagte, der Beschuldige war über sein Erscheinen ’so ganz und gar nicht erfreut, es war ihm sichtlich unangenehm‘. Warum er sich trotzdem an der ‚Nachsuche‘ beteiligte, ist schnell erklärt: weil ihm der Rehbock leid tat! Gegen 21 Uhr abends konnten sie das arme Tier erneut neben der Straße erblicken, wo nun der Verdächtige sofort wieder seine für diese Zwecke verbotene Waffe auf den Verletzten richtete und nochmals abdrückte. Er, neben der Karriere als Gesetzesbrecher offenbar auch noch ein besonders mieser Schütze, verfehlte, worauf der Rehbock einmal mehr in den Wald floh. Der Jägergefährte holte nun seinen Hund, um die blutige Spur zu verfolgen. Der allerdings ‚zeigte nicht an‘, und so wurde aus dem Duo letztendlich sogar ein Trio, oder besser ein Quintett, denn ein weiterer Jäger samt Hund, wurde hinzu geholt. Zu fünft, drei Menschen und zwei Hunde, setzte man die gnadenlose Hetzjagd fort. Als es schließlich jedoch zu dunkel wurde, zog man sich zurück.
Am nächsten Tag gegen 8 Uhr früh startete die Pirsch von Neuem. Dieses Mal waren die fünf erfolgreich. Sie fanden den Schwerverletzten. Was nun folgte, spottet jeder Beschreibung. Originalaussage: ‚Der Hund von xxx hielt den Bock nieder und xxx knickte den Bock mit seinem Messer.‘ Was bedeutet, der Hund des einen Jägers hatte sich ins Hinterteil des Opfers fest verbissen, der Hundehalter griff zum Messer und schnitt dem Leidenden die Kehle durch. Ohne jegliche Betäubung, versteht sich. Nachsatz: das tote Tier wurde daraufhin in die ‚Wildkammer‘ eines weiteren Jagdschutzorgans, für die ordnungsgemäße Verarbeitung des ‚Wildbrets‘ zuständig, gebracht. Der Kleinkaliber-Schütze, im folgenden Protokoll als ‚kundig‘ ausgewiesen, erklärte das Fleisch für unbedenklich, obwohl laut der Jagdhygieneverordnung kein Wild zum Verzehr freigegeben werden darf, wenn der erste zu einer Verletzung führende Schuss länger als 3 Stunden zurückliegt. Und schon gar nicht, wenn sich noch dazu ein Hund ins Fleisch verbissen hatte…

Es wird noch brisanter, aber dazu später. Wie ging die traurige Geschichte also weiter?

Foto: (Schein-)Heilig
Fotos: auch das schöne Geschlecht ist manchmal so ganz und gar nicht schön; zumindest ist es nicht vor der Mordlust gefeit… rechts: im Zuge einer Recherchereise nach Tschechien entdeckten wir eine Fasanerie; einer der Vögel musste vorzeitig sterben, weil er offensichtlich Füches anlocken sollte, die dann in schweren Schlagfallen getötet wurden…
Die furchtbaren Ereignisse blieben nicht im Verborgenen; sie wurden innerhalb der Jägerschaft zum diskutierten Gesprächsthema. Der für das Revier zuständige Jagdleiter, Herr S., reagierte schließlich wie ein Mann von Ehre eben reagiert. Er legte K. den freiwilligen Austritt aus dem Jägerkonsorzium nahe. Eine Konsorziumsitzung wurde einberufen (12.07.2016), woran sich 5 Jäger beteiligten, darunter auch K. selbst, zu diesem Zeitpunkt noch immer in seiner Funktion als Jagdleiter-Stellvertreter. Die Vorgehensweise schien eine beschlossene Sache, bis sich letztlich aber aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zwei der Mitglieder auf Seiten von K. stellten, und somit eine 3:2-Mehrheit herstellten. Auch wichtig: zuvor noch war die Angelegenheit dem Hegemeister Mag. H. übergeben worden (28.07.2016), ein Jurist, der neben seiner Jagdleidenschaft auch Bezirksrichter ist. Der will die Angelegenheit mit einer Selbstanzeige K’s regeln. Hierfür hatte Jagdleiter S. eine handschriftliche Sachverhaltsdarstellung zur Vorlage verfasst. Diese, so lautete ein Versprechen, würde 1:1 übernommen werden.
Nebensatz: Herr Mag. H., in seiner Funktion als Hegemeister (Jägerschafts-Struktur: 1. Landesjägermeister, Stellv., 2. Bezirksjägermeister, 3. Hegemeister, 4. Jagdleiter, 5. Jäger), entgegen der bei solchen Fällen üblichen Vorgehensweise, hat die schwerwiegenden Missstände nicht der Jagdbehörde gemeldet.
Gleichzeitig richtet Jagdleiter S. ein Schreiben an die BH Salzburg, eine ‚Anzeige wegen mehrfacher Übertretung des Salzburger Jagdgesetzes durch das Mitglied der Jagdgesellschaft K.‘ … Herr K. hat hierdurch gegen die Bestimmungen des $ 70 Abs. 1 lit b JG, § 70 Abs. 3 lit a, lit. B und lit. D JG verstoßen‘.

K. reichte am 03.08. des Jahres seine Selbstanzeige ein. Darin aber war das Geschehen nun plötzlich völlig konträr dargestellt. Der Verdacht liegt nahe, man wollte den Jäger schonen, kein öffentliches Interesse wecken, und so wurde das Schreiben sehr wahrscheinlich nicht von K. selbst verfasst, sondern in seiner stark abgeschwächten Form vom Jagdpächter, also Hegemeister Mag. H., wie gesagt ein (wortgewandter) Jurist, Zeile für Zeile diktiert.
Jagdleiter S. wusste von dieser Entwicklung zu dem Zeitpunkt noch nichts. Um den Frieden in der jetzt zerrütteten Gemeinschaft wiederherzustellen, gab er schweren Herzens, aber im Interesse der Gruppe bei der folgenden Zusammenkunft der Gemeinschaftsjagd Berndorf am 23.08. sein Ausscheiden aus der Jägergruppe bekannt. In selber Besprechung sagte auch K. verbindlich seinen Austritt zu (die BH Salzburg Umgebung hatte ihm am 21.09.2016 die Jagdkarte entzogen – für ein (!!!) Jahr… mehr sollte ihm nicht passieren, aber das wusste Jagdleiter S. im Augenblick natürlich noch nicht). Alles schien doch noch halbwegs geregelt; K. würde für sein Fehlverhalten bestraft werden, ohne die beiden Kontrahenten würde in der Jagdgemeinschaft wieder Ruhe einkehren, die Gerechtigkeit hätte zumindest teilweise gesiegt.

Fotos: Sprachverwirrung? Ist es nun die ‚Jagd‘ oder ‚jagt‘ da jemand? Nehmen wir halt den Mittelweg! Ist dem Autor sicher nach zuviel Genuss des allgegenwärtigen Gerstensaftes eingefallen…
Aufgrund der Selbstanzeige landete die Angelegenheit vor der Staatsanwaltschaft Salzburg. Aus deren Abschluss-Bericht (30.09.16) erfährt Ex-Jagdleiter S. nun aber erstmals davon, dass ‚sein Vorschlag‘ zur Selbstanzeige doch nicht, wie versprochen, 1:1 wiedergegeben, sonder ganz im Gegenteil, in für den Belasteten extrem abgemilderter Form den Behörden überreicht worden war.
Für zusätzliche Sprengkraft sorgt folgende Tatsache: in der dem Kleinkaliber-Jäger diktierten Selbstanzeige, die – erinnern wir uns – überhaupt erst, nachdem der für das Revier zuständige Jagdleiter die Initiative ergriffen und einen Ausschluss des Beschuldigten aus der Gemeindejagd verlangt hatte, vonstattenging, sprach dieser nun davon, er hätte den Rehbock zufällig neben der Straße stehend entdeckt, als er mit seinem Wagen unterwegs gewesen war. Sofort bemerkte der Jäger nun eine Verletzung an dessen Hinterbein (ja, natürlich, beim Vorbeifahren sieht man so etwas gleich, zumindest mit dem geschulten Auge eines Jägers – und die Zunge, die Jägerlatein perfekt beherrscht, beschwört dann derartige Fantasien, Anm.) worauf der gute Mann beschloss, ihn edelmütig wie er nun mal ist ‚von den Leiden erlösen‘ zu wollen.  Weil er aber kein anderes Gewehr mit sich hatte, nahm er eben die verbotene Büchse, schoss voreilig und verursachte damit die schreckliche Verletzung (beredet sollte vielleicht auch einmal die Tatsache werden, dass Jäger anscheinend sogar bei Routineausflügen, zum Beispiel beim Einkaufen, ihre Büchsen mitführen; wozu eigentlich? Und was sagt das Gesetz dazu?).
Der Hundeführer gab dem entgegen in seiner späteren Zeugenaussage bei der ermittelnden Staatsanwaltschaft allerdings an, Herr K. hätte während der Verfolgung kein Wort von dem Problem mit dem Hinterfuß erwähnt. ‚Die Verletzung sahen wir erst, als der Rehbock verendet war. K. sagte dann zu mir, dass er dies vorher nicht gesehen haben.‘
Bedeutender Zusatz: ‚Es handelte sich um einen interessanten Bock im waidmännischen Sinne. Ich glaube daher, dass er ihn deswegen erlegen wollte, obwohl er eine ungeeignete Waffe dabei hatte.‘ (Anm., ein ‚im waidmännischen Sinne interessanter Bock‘ ist ohne Zweifel ein solcher, welcher über ein größer als übliches ‚Gehörn‘ verfügt, also eine begehrenswerte Trophäe verspricht)

Die Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung, unter Bezirkshauptmann Mag. Schneglberger, gab für die Staatsanwaltschaft am 08.09. zu Protokoll:
‚Rehe sind Schalenwild. Bei der von Herrn K. verwendeten Repetierbüchse handelt es sich um ein Kugelgewehr mit einer Randfeuerpatrone. Gem. §70 Absatz 3 lit. A des Salzburger Jagdgesetzes 1993 … ist die Benutzung von Schusswaffenmunition und Zielhilfsmittel, die für die Jagd auf jagdbare Tiere nicht bestimmt sind, verboten. …. Hintergrund dieser Regelung ist die geringe kinetische Energie von Randfeuerpatronen. …. Ist das Beschießen von Schalenwild mit Schrot oder solchen Kugeln und Patronen, die keine der Stärke des Wildes entsprechende ausreichende schnelltötende Wirkung erwarten lassen, verboten.
….
Bei Rehwild muss die Mindestgeschossenergie 1000 Joule bei einer Entfernung von 100 Metern betragen. Bei der von Herrn K. verwendeten Waffe liegt die Geschossenergie beim Verlassen des Laufes zwischen 410 und 440 Joule. Bei einer Entfernung von 100 Metern ist die Geschossenergie entsprechend geringer.
Aus dem dargelegten ist ersichtlich, dass Herr K. die Waffe, auch zum Abgeben eines Fangschusses, nicht hätte verwenden dürfen.

Er hat in Kauf genommen, dass er einem Tier ev. unnötige Qualen zufügt.
Um Mitteilung des Ergebnisses der dortigen rechtlichen Prüfung wird ersucht, damit gegebenenfalls ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet werden kann.‘

Foto: dieses Reh war vor einigen Jahren nahe Salzburg angeschossen worden; mit ‚Nachsuche‘ hielt man sich wohl nicht lange auf…

alles lesen … http://www.respekTiere.at

Findet Ihr die Geschichte genauso unfassbar wie wir? Dann bieten sich am Wochenende gleich die großartigen Gelegenheiten Euren Ärger in einen Protest umzuwandeln!
Heute sind wir beim 1. Salzburger ‚Jagaball‘ dabei – durch eine höchst beanstandeswerte ‚Flexibilisierung‘ neuer Gesetze durch die Jägerschaft allerdings ein bisschen abseits vom Geschehen – Beginn der Kundgebung 19 Uhr, bei der Mariensäule am Domplatz!
Auch vor der ‚Hohen Jagd‘-Messe werden wir am Samstag und Sonntag präsent sein; genauere Infos hierzu bitte unter info@respektiere.at, denn auch hier gibt es Probleme mit der Anmeldung, sodass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau wissen wo wir denn dann wirklich stehen werden!
Sei dabei – Deine Stimme zählt!!!
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