Roche und Novartis verletzen ihre ethischen Pflichten in Schwellenländern

Eine neue Studie von Public Eye enthüllt, dass Roche und Novartis internationale Ethikstandards zu Medikamententests verletzen.
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Internationale Ethikstandards machen klare Vorgaben: Wenn in einem Land Medikamententests durchgeführt werden, muss die dortige Bevölkerung später auch von den Behandlungen profitieren können. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung eines Landes nur für Medikamententests gut genug ist – aber von der Heilwirkung eines Medikamentes ausgeschlossen bleibt. Eine neue Studie von Public Eye enthüllt, dass genau dies oft der Fall ist.

Novartis und Roche testen neue Medikamente oft in Schwellenländern wie der Ukraine oder Mexiko. Die Präparate, die über Tod und Leben entscheiden können, werden dort häufig sogar noch teurer als in der Schweiz verkauft. Zynischerweise werden damit genau jene wirtschaftlich benachteiligten Menschen von der Behandlung ausgeschlossen, an denen die Medikamente getestet werden.

So kostet das Brustkrebsmedikament Perjeta von Roche in Mexiko oder der Ukraine pro Jahr jeweils knapp 56’000 Dollar. Jemand, der das dort gültige Mindesteinkommen verdient, müsste für eine Jahresbehandlung mehr als 30 Jahre lang arbeiten!

Public Eye fordert deshalb von den Pharmaunternehmen, die jeweilige Einkommens- und Versicherungssituation bei der Preissetzung zu berücksichtigen.
Dies besonders im Hinblick auf die wirtschaftlich schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Auch diese müssen von den Ergebnissen der Medikamententests profitieren – und nicht nur die Patienten und Patientinnen in den wohlhabenden Ländern.

Weitere Infos zu unserer Studie über klinische Versuche finden Sie hier.

Für Public Eye
Roman Bolliger

Public Eye | Dienerstrasse 12 | Postfach | 8021 Zürich | www.publiceye.ch

 

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