Schächttage 2019 – von Emotionen, Verhaftungen, Versprechungen und Demo-Action!!! — respekTiere

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Schächttage 2019 – von Emotionen, Verhaftungen, Versprechungen und Demo-Action!!!
Wie schon im Vorjahr haben wir die letzten Tage rund 800 Kilometer auf kleinen Seitenstraßen in Niederösterreich zurückgelegt, um nur ja bei möglichst vielen Schächtbetrieben (also jenen, welche um die Bewilligung für ein betäubungsloses Schlachten angesucht hatten) direkt vor Ort zu sein. Wie wichtig das ist, es lässt sich kaum in Worte fassen – denn tatsächlich führte in der Vergangenheit alleine unsere Präsenz dazu, dass mehrere Schlachthöfe bereits das rituelle Schlachten ausgesetzt haben. Es geht dabei nämlich auch um Prestige, um Ansehen, und das wird in den meist kleinen Gemeinden (Schächten soll so versteckt wie möglich passieren) durch die Bereitschaft, zumindest für jene Tage neben dem ohnehin immer qualvollen Töten auch noch jenes ohne vorangegangene Betäubung in den eigenen Räumlichkeiten zuzulassen, sehr in Mitleidenschaft gezogen. Gar keine Frage, wir wissen von Augen- und OhrenzeugInnen, dass unsere Einsätze wochenlang Gesprächsthema in den Ortschaften bleiben, die Verantwortlichen durch das Aufmerksam-machen mit Konfrontationen bis hin zur sozialer Ächtung zu rechnen haben. Fazit: Wie kaum sonst wo haben diese Proteste einen Effekt, der wirklich nachhaltig ist. Die Wirkung setzt unmittelbar ein, und sie ist eine anhaltende. 🙂
Foto: Protest bei Klosterneuburg!
Unser erster ‚Besuch‘ in diesem Jahr galt einem alten Bekannten – dem kurdischen Schlachthofbetreiber in Bruderndorf bei Stockerau. Dort hatten wir heuer im Gegensatz zum letzten Jahr keine Kundgebung gemeldet, und dass, obwohl wir 2018 so einige Missstände aufdecken mussten. Missstände, welche zu Anzeigen und einem Einsatz der Polizei sowie des Amtstierarztes geführt hatten, welcher seine Aufgabe dann übrigens mehr als bravourös erledigte. Dennoch aber oder gerade deswegen kam es in Folge zu direkten Gesprächen, die im Großen und Ganzen dann auch ganz gut verliefen. Gut deshalb, weil von Seiten des Schächters eine klare Bereitschaft zu erkennen war, seine Schafe wenigstens bis zum grausamen Ende möglichst angstfrei zu halten. Der Schlachthofbetreiber versicherte uns sogar, wir dürften jederzeit wiederkommen, er würde uns seine Tiere gerne zeigen und etwaige Probleme direkt besprechen.
Von dieser Zusicherung wollten wir nun Gebrauch machen, und so gingen wir ohne Umschweife geradewegs ins Zentrum der Schächterei, nur um vom Chef persönlich mit einem wüsten Schimpfkonzert empfangen zu werden. Ja, aus dem Versprechungen des Vorjahres war offensichtlich nichts mehr in Erinnerung geblieben, im Gegenteil. Wir wurden des Geländes verwiesen, sogar die Benützung der öffentlichen Straße wolle man uns untersagen.
So einen Affront, so einen Bruch der Handschlag-Qualität, lassen wir natürlich nicht auf uns sitzen; und so stand bald entgegen der Absicht ein blutübergossener Metzger sowie ein kunstblutiges Schaf an der Straße, ein Transparent verriet: Religionsfreiheit ist keine Rechtfertigung für Tierquälerei!
Mit Argusaugen verfolgten die Anwesenden den Protest, welcher später auch an der Ortseinfahrt sowie vor dem Gemeindezentrum fortgeführt wurde. Herr Schlachthofbetreiber drohte mit der Polizei, ob er sie tatsächlich rief oder nicht, entzieht sich der Kenntnis. Jedenfalls, wir konnten die Kundgebungen ungestört durchführen, keine Beamten erschienen.
Den Rest des Tages sowie den nächsten verbrachten wir mit Recherchearbeiten auf verschiedensten Höfen; quer durch das Land, überall dort, wo betäubungslos getötet werden sollte. Allerdings präsentierten sich die meisten der Betriebe einsam und verlassen, ohne Bewegung, andere zeigten sich abgeschottet und ließen kaum eine Chance zu, die Todgeweihten auch nur zu sehen…
Am Montag standen wir dann schon früh morgens vor einer großen Landwirtschaft in Maria Gugging bei Klosterneuburg. Dort erwartete uns bereits die Polizei, welche während der gesamten Versammlung anwesend blieb. Der Bauer hatte Vorkehrungen getroffen; sein Grundstück war mit einem Absperrband sowie ‚Betreten Verboten‘-Schildern umgeben, und so blieb uns nur ein schmaler Streifen Asphalt. Aber der genügte, um große Aufmerksamkeit bei den AnrainerInnen und PassantInnen hervorzurufen, welche – wie fast überall sonst auch – die Aktion zum überwiegenden Teil mit Beifall und hochgestreckten Daumen quittierten! Schließlich kam der Landwirt selbst; er bot uns zwar Wasser, allerdings kein Verständnis für die Aktion an. Es wäre besser hier zu schächten, anders würden die Leute ihre Tiere in den angrenzenden Nachbarstaaten mit noch lascherer Schächtvorschrift töten lassen – was dann die Tierqual erhöhen würde. Die bösen ehemaligen Ostblockstaaten, Slowakei, Ungarn, usw., immer müssen sie für das selbe Schreckensszenario herhalten, ob nun bei den Hühner-, bei den Puten- oder Schweinehaltern, und jetzt auch bei den Schächtern! Allerdings, der Bauer vergaß sich zu erinnern: nur weil es auch anderswo Tierqual gibt, rechtfertigt das nicht die (zusätzlich zum normalen Schlachtbetrieb) selbst verursachte. Ja, und das Argument ‚Ich muss ja auch von etwas leben‘, ist dann ebenfalls kein wirklich verständliches, denn selbiges könnte doch beispielsweise auch ein Drogendealer behaupten. Der ja auch nur das verkauft, was die KundInnen haben wollen, also bloß deren Wünsche erfüllt…

Hoch anstrengende und emotionale Einsatztage neigen sich nun dem Ende zu. Ein Fazit bleibt: nächstes Jahr werden wir erneut mit aller Vehemenz vor den betroffenen Betrieben stehen, denn eines ist wohl völlig sicher: gerade im Moment wird neben der Beendigung der Opfertage-Schächtung bei Grandits auch bei allen anderen reges Diskussionsklima herrschen. Und wir wetten darauf: zumindest ein weiterer Hof der ‚besuchten‘ wird 2020 keine Schächtungen mehr durchführen! Vielleicht also schaffen wir das betäubungslose Schlacht-Verbot selbst ohne Eintrag in die Gesetzbücher; nämlich dann, wenn sich kein Landwirt und kein Schlachthof mehr bereit erklärt, das grausame Ritual in den eigenen vier Wänden zu dulden!
Und selbstverständlich werden wir auch ‚dazwischen‘ unsere Bemühungen fortsetzen: am Herbst wird es eine neue Regierung geben, und der/die dann zuständige TierschutzministerIn sollte auf die Thematik vorbereitet sein – denn erst wenn sich Österreich in die zuvor genannten Länder mit einem ‚betäubungslosen Schlachtverbot‘ einreiht, kann diese Kampagne als abgeschlossen gelten!!!
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