Die 7 absurdesten Forderungen der Lebensmittel-Lobby — foodwatch

Hallo ,

eine Lebensmittelampel, die zuckrigen Getränken grünes Licht gibt und fettig-salziger Wurst bescheinigt, immerhin halbwegs ausgewogen zu sein? Daran kann etwas nicht stimmen! Doch wenn es nach den Wünschen der Industrie geht, wäre das bald Realität. Wir haben interne Dokumente erhalten, die zeigen, mit welch abstrusen Forderungen die Lebensmittel-Lobby versucht, die Nutri-Score-Ampel zu verwässern. Das Ziel: Die Berechnungsgrundlagen so zu verändern, dass die eigenen Produkte besser abschneiden! 

Die 7 dreistesten Forderungen der Lebensmittel-Lobby
Jahrelang hatte die Industrie-Lobby gegen die verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung gekämpft.

Nachdem nun immer mehr Länder – auch Deutschland – den Nutri-Score einführen wollen, heißt die Taktik jetzt: Was nicht verhindert werden konnte, muss unschädlich gemacht werden! Deswegen hat die Lobby, allen voran der Deutsche Lebensmittelverband, nun die Berechnungsgrundlagen des Nutri-Score im Visier. Diese sollen im kommenden Jahr auf europäischer Ebene überprüft werden – und hier sieht die Industrie ihre Chance gekommen, ihre unwissenschaftlichen Forderungen durchzudrücken. Das wäre fatal – denn eine Ampelkennzeichnung, die selbst zuckrigen Getränken grünes Licht gibt, verkommt zu einem Marketing-Instrument der Konzerne!  Selbst Traubensaft bekäme dann ein dunkelgrünes A – obwohl er 60 Prozent mehr Zucker enthält als Coca-Cola! Und auch ein zuckriges Fertigkaffee-Getränk von Starbucks könnte sich plötzlich mit einem hellgrünen B statt einem dunkelroten E schmücken. Dabei ist ein hoher Zuckerverzehr, vor allem durch Getränke, eine der Hauptursachen für Fettleibigkeit – und nur Wasser bekommt aktuell den besten Nutri-Score A.
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Natürlich: Kein Kennzeichnungssystem ist perfekt und auch der Nutri-Score kann verbessert werden. Aber die absurden Forderungen der Lobbyverbände, wonach selbst Wurst und zuckrige Getränke besser dastehen sollen, sind kein hilfreicher Beitrag zu dieser Debatte.
Wir bleiben dran und machen uns dafür stark, dass der Nutri-Score auf Basis unabhängiger wissenschaftlicher Expertise weiterentwickelt wird – und nicht aufgrund eines Wunschkonzerts der Lebensmittelindustrie!
Denn nur dann kann er das bleiben, als was er entwickelt wurde: Eine verbraucherfreundliche Lebensmittelampel, die es im Supermarkt auf einen Blick ermöglicht, verschiedene Produkte miteinander zu vergleichen und gesündere Kaufentscheidungen zu treffen

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Luise Molling
Campaignerin bei foodwatch Weiterführende Informationen und Quellen: foodwatch-Hintergrundpapier zu den Lobby-Forderungen
und ihrer Bewertung durch das Max-Rubner-Institut

Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: 
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Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

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