Der nächste Zeitpunkt

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit

Liebe Leserinnen und Leser

Wo steckt der neue Zeitpunkt? Die Antwort auf diese Frage beginnt am 7. März, als ich von einem befreundeten Arzt aus Deutschland den ersten kritischen Corona-Text von Dr. Wolfgang Wodarg erhielt.



Ich besuchte seine Website, sah sein offenes, freundliches Gesicht, seine bemerkenswerte Aufarbeitung des Schweinegrippe-Skandals im Auftrag des Europaparlaments und wusste sofort: Der weiss, wovon er redet.

Schon nach wenigen Tagen Arbeit bemerkte ich, wie die Internet-Recherchen ständig schlechtere Ergebnisse lieferten. Um die wichtigen Ergebnisse zu sichern und darzustellen, richteten wir deshalb auf zeitpunkt.ch eine Corona-Datenbank ein.

Das brachte uns viele Zugriffe, aber auch ein Problem: Der Zeitpunkt wollte kein Corona-Verlag sein, selbst wenn das ein Geschäft geworden wäre.

Also gründeten ein paar Freunde am Osterdienstag den Verein «Corona-Reset», der sich eine möglichst umfassende und zuverlässige Corona-Plattform zum Ziel setzte. Wir wollten die vielen kritischen Studien und Analysen, über die der Mainstream kein Wort verliert und die meist nur schwierig zu finden sind, übersichtlich zusammenfassen und darstellen. Titel und Untertitel sollten die Sache bereits auf den Punkt bringen.

Viele Helferinnen und Helfer meldeten sich, ein Dutzend blieb dabei und ein paar wenige legten sich in der Corona-Werkstatt hinter der Datenbank richtig ins Zeug. Verarbeitet wird das Material von vier Profi-Journalisten (mit insgesamt 96 Jahren Berufserfahrung) und einem Pensum von rund 200 Prozent.

Rechtzeitig vor dem Start Mitte April merkten wir, dass wir eigentlich gar keinen Reset wollen, also eine Rückkehr zum Alten. Wir wollen vielmehr dazu beitragen, dass die Corona-Krise, die ja erst der Auftakt zu einer viel umfassenderen Umwälzung ist, für eine echte Transformation genutzt wird. Also: Namenswechsel auf corona-transition.org.



Zur Zeit liegen wir bei 12’000 bis 15’000 täglichen Besuchern, Tendenz steigend. Dank einigen Betteleien meinerseits ist sogar die Finanzierung zur Zeit gesichert. Wir bekommen enorm viel positives Echo, das wir gar nicht angemessen beantworten können. In einem Monat geht eine tolle App an den Start. Alles gut – für den Moment.

Ich freue mich natürlich, wenn Sie den Newsletter der corona-transition abonnieren und zur Verbreitung der Website beitragen, deren Datenbank mit gegen 1000 Abstracts und Zusammenfassungen ziemlich einzigartig im deutschen Sprachraum ist.

Weil der Lockdown auch mich überrascht hat – ich beantworte immer noch die Frage nach Verzögerung des Zeitpunkt – musste ich mit Satire antworten:Bersets Homeoffice entstand. In einem kleinen Team mit einem Schauspieler und zwei Leuten für Kamera, Technik und Schnitt produzierten wir 20 Folgen, die zwischen 2000 und 10’000 Leute erreichten. Ob sie alle lachten, hat uns Google nicht verraten.

Nach ein paar Mahnwachen und Briefen an Bundesrat, Politiker und Ämter war klar: Diese Krise ist nicht mit Protest zu meistern, sondern nur mit einer politischen Antwort. So trafen sich an Pfingsten rund 70 Menschen aus der ganzen Schweiz auf dem Rütli und bekräftigten ihre Entscheidung, die Verfassung zu verteidigen – und zu vollenden. Denn noch sind wir ein gutes Stück entfernt von den Zielen, die in der Präambel so schön beschrieben sind.




In der Folge wurde Ende Juni die Kampagne für das Referendum gegen die geplante Verlängerung des Notrechts gestartet, das Ende Juli von den eben gegründeten «Freundinnen und Freunde der Verfassung» übernommen wurde und zur Zeit rund 15’000 Unterstützer zählt. Gut, aber nicht gut genug. Hier finden Sie die Gründe und ein Formular, in dem Sie sich für eine Unterschrift eintragen können.

Die «Verfassungsfreunde» ihrerseits scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Ein Monat nach der Gründung zählt die Bewegung bereits über 700 Mitglieder. Vergangene Woche wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Themen nach dem Referendum befassen soll: Mit einer Volksinitiative zur Regelung des Notrechts in der Verfassung, der möglicherweise notwendigen Sanierung der Grossbanken und einigem mehr.

Man kann übrigens auch «Verfassungsfreund» oder «-freundin» werden, wenn man nicht in eine parteifreie Politik von unten einsteigen will. Es genügt die Überzeugung, dass der Souverän in der Politik ein starke Stimme braucht. Die Website ist noch provisorisch. Aber ich hoffe, sie genügt, um das Häkchen an der richtigen Stelle machen zu wollen (Mitgliederbeitrag Fr. 50.–).

Das Engagement in all diesen Bereichen schien mir wichtiger als die Arbeit an der nächsten Zeitpunkt-Ausgabe «Zur Lage des Menschen». Aber jetzt, wo die jungen Pflanzen erste Früchte tragen, kann ich mich wieder meiner liebsten Aufgabe zuwenden: für Sie eine Publikation zu machen, die Sie vielleicht auf- (oder an-)regt, die das Bewusstsein erweitert und die Hoffnung nährt, dass wir die wirklich guten Zeiten der Menschheit noch erleben – wenigstens in Ansätzen.

Ich glaube jedenfalls ganz fest daran, dass wir sehr guten Zeiten entgegengehen. Ohne Geduld, ohne eine gewisse Leidensfähigkeit für den Übergang und ohne Erfahrung von Sinn wird es allerdings nicht gehen.

Weil Sie bis hierher gelesen haben, kann ich Sie noch auf ein vertrauliches Projekt aufmerksam machen: Als GenossenschafterInnen haben wir ungeahnte Einflussmöglichkeiten auf einige der wichtigsten Unternehmen des Landes. Demokratie in der Wirtschaft ist möglich! Aber sie muss konkret gewollt und geschickt organisiert werden. Ein paar Freunde von detailwandel.ch haben dieses Projekt ein Jahr lang vorbereitet und wollen jetzt «die Bevölkerung ans Ruder» bringen.

Raffael Wüthrich, Co-Präsident des Vereins und ehemaliger Mediensprecher der Vollgeld-Initiative und seine Kollegen werden das Projekt an den folgenden fünf Orten vorstellen:

  • St. Gallen: Mittwoch, 9. September
  • Fribourg: Mittwoch, 9. September
  • Luzern: 11. September
  • Zürich: Dienstag, 15. September
  • Basel: Mittwoch, 16. September
  • Bern: Donnerstag, 17. September

Für die Anmeldung an einem der Daten und weitere Infos bitte hier klicken.

Ja, wir leben in spannenden Zeiten mit ungeahnten Gestaltungsmöglichkeiten. Hinein uns Vergnügen!

Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger, Herausgeber




Die Gesichtsmaske ist der neue Gesslerhut. Dies hat die Urner Lehrerin Prisca Würgler zu einem Spaziergang von Flüelen zum Tell-Denkmal in Altdorf inspiriert, wo am nächsten Samstag vor dem Zeughaus eine Kundgebung stattfindet.



Mir fällt die grosse Ehre zu, an diesem historischen Ort die Schlussrede zu halten. Ich verspreche Ihnen: Ich werde alles geben!
Ich hoffe, dass es keinen Live-Stream gibt. Und ich bin sicher, dass sich der Ausflug in die Urschweiz lohnt. Sie werden viele Freunde treffen, die Sie noch nicht gekannt haben.

Neuerscheinung Dmitry Orlov:
Die Lehre vom Kollaps – die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überwinden
144 S. Fr./€15.–

Der Kollaps einer Gesellschaft beginnt mit der Erosion des Vertrauens in eine bessere Zukunft und erfolgt in fünf Stufen:
1. finanzieller Zusammenbruch
2. kommerzieller Zusammenbruch
3. politischer Zusammenbruch
4. sozialer Zusammenbruch und
5. kultureller Zusammenbruch.
Dmitry Orlov wagt es, das Ende präzis zu Ende zu denken.
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