Vergiftungen in Indien: Wir reichen Beschwerde gegen Syngenta ein — publiceye

Deutlich mehr Vergiftungen mit Syngenta-Pestizid als bislang bekannt

Vor zwei Jahren haben wir aufgedeckt, dass im zentralindischen Yavatmal Hunderte Baumwollbauern vergiftet wurden. Die Ursache: Cocktails aus hochgiftigen Pestiziden. Darunter das Insektizid Polo von Syngenta. Der Schweizer Agrochemiekonzern exportierte den hochgiftigen Wirkstoff des Insektizids nach Indien, obwohl dieser hierzulande als zu gefährlich für Umwelt und Gesundheit gilt und nicht eingesetzt werden darf. Neue Recherchen und amtliche Dokumente aus Indien zeigen nun, dass das Ausmass der Vergiftungsfälle mit dem Pestizid Polo weit grösser ist als bislang bekannt.

Ungeachtet dieser Tatsachen verkauft Syngenta weiterhin Polo in Indien und bestritt bisher jegliche Mitverantwortung an den Vergiftungen.

51 Opferfamilien haben deshalb gestern – mit der Unterstützung von Public Eye und weiteren Organisationen – in der Schweiz eine OECD-Beschwerde eingereicht.
Sie fordern, dass Syngenta in Indien an Kleinbauern keine gefährlichen Pestizide mehr verkauft, wenn diese eine Schutzausrüstung voraussetzen bzw. bei Vergiftungen kein Gegenmittel zur Verfügung steht. Zudem soll der Konzern die Opferfamilien für ihre medizinischen Behandlungskosten und Lohnausfälle entschädigen.

Die Familie der zwei Todesopfer sowie ein überlebendes drittes Vergiftungsopfer bringen ihren Fall zudem vor ein Schweizer Gericht. Sie haben in Basel eine auf der Produktehaftung basierende Schadensersatzklage eingereicht, da einer der Wirkstoffe im Pestizid Polo direkt aus der Schweiz stammte.

Lesen Sie die Hintergründe

Der Fall zeigt einmal mehr, welch gravierende Menschenrechtsverletzungen Schweizer Konzerne verursachen. Die Konzernverantwortungsinitiative, über die wir am 29. November abstimmen, ist daher ein entscheidender Schritt, um Unternehmen endlich in die Verantwortung zu nehmen. Syngenta müsste nach Annahme der Initiative die mit vielen seiner Produkte verbundenen Risiken endlich ernst nehmen und sicherstellen, dass es zu keinem zweiten Yavatmal kommt!

Für Public Eye,
Roman Bolliger

Public Eye | Dienerstrasse 12 | Postfach | 8021 Zürich | www.publiceye.ch
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