tatsächlich geschafft – Rumänien trotz Corona, die Reise!!! — respektiere

Wie schlecht doch waren die Vorzeichen für diese Reise; unmöglich, wurde uns da gesagt, von den verschiedensten Stellen. Andererseits, was hatten sich da Berge an Hilfsgütern angesammelt, von vielen, vielen herzensguten Menschen gespendet, welche so gerne anderen eine Freude machen wollten; und es hatte uns jedes Mal beinahe das Herz gebrochen, all die Güter einsam vor sich hin stehen zu sehen; im Moment unbewegte, ungebrauchte Platzfüller. Im Wissen, anderswo wären sie vielleicht so heiß erseht, dringend benötigt. All die Säcke mit Kleidung, mit Werkzeugen, mit Hygieneartikeln. Und Spielsachen, Stofftiere, Tretroller, neue Puppen, Spiele selbst, wie würden diese Dinge Kinderaugen gerade zu dieser Zeit des Jahres zum Leuchten bringen!
Fotos oben: vom Hundefutter bis hin zum Spielzeug, oft nagelneu gekauft; unzählige Päckchen und Kartons werden uns immer wieder geschickt oder sogar gebracht  Andrea Pohl aus Deutschland beispielsweise, die herzensgute, sie sendet in regelmäßigen Intervallen dutzende solche!
Foto unten: genau darum MÜSSEN wir fahren – die Hunde leiden, Corona hin oder her…
Und dann noch die Hunde bei Frau Oprea; Sie wissen, jene 85 Jahre alte Frau, welche rund 100 der Süßen – zuvor chancenlos auf den Straßen der Stadt umhergeirrt, immer in der drohenden Gefahr von einem Hundefänger, staatlichen Schergen, eingefangen und einem todsicheren Schicksal zugeführt zu werden – bei sich am Rande der Stadt, irgendwo im Nirgendwo aufgenommen und in Sicherheit gebracht hatte. Jetzt, wo sämtliche Nahrungsressourcen aufgrund der Menschenkrankheit weggefallen waren (kaum ein Hilfstransport riskierte den weiten Weg, und die Restaurants, von wo stets überlebenswichtige Essensreste gekommen waren, sind seit Wochen zugesperrt).
Nein, ob all dieser Überlegungen, wir mussten es einfach wagen. Durchziehen, wie man so schön sagt, ohne Rücksicht auf Verluste, einfach den Motor starten und sehen was passiert. Selbst feststellen, was möglich wäre und was nicht. Da hilft kein Zaudern, kein Abwarten. JETZT werden wir gebraucht, nicht erst im Jänner, Februar oder gar März! Ja, vielleicht wäre schon an der österreichischen Grenze zu Ungarn Ende der Fahrt, aber dann hätten wir uns nichts vorzuwerfen, wir hätten es wenigstens versucht. Anstatt zu lamentieren zu handeln, das ist doch stets die Devise gewesen und sie wird es auch bleiben. Solange wir atmen. Das RespekTiere-Virus in uns lässt anderes nicht zu.
Fotos: back to the roots – dahin, wo wir zu Hause sind: auf den Straßen Ost-Europas!
Letztendlich war die Entscheidung also keine wirklich schwere; ran an die Arbeit, eine Arbeit mit unsicherem Ausgang freilich. Der Van bis unters Dach prall befüllt – unfassbar, welcher große Menge an Gütern der Laderaum bei geschickter Frachtverteilung fasst – fanden wir uns nun tatsächlich bald auf der Ostautobahn wieder. Der anfangs zwar bitter kalte, aber dennoch sonnige Tag sollte nun beim Vorüberziehen der niederösterreichischen Agrarflächen alsbald ein trüber werden, ein von Nebelschleiern geplagter; jene tragen dann allerdings in Macht in sich, die Wunden einer der Natürlichkeit entrissenen Landschaft gnadenvoll zu verdecken. Nun die hunderten Windräder im Pannonischen Becken, nimmermüde Giganten, stumme Zeugen einer Gemeinschaft, welche selbst die letzten Flecken Natur längst zum Industriepark umgewandelt hat. Auch wenn sie diesen in all ihrer Präpotenz grün anzufärben versucht. Schwingende Rotorblätter, die mit surrendem Geräusch ihren Unmut in die Welt flüstern; selbst der Wind längst ein Gefangener, zur immerwährenden Arbeit verpflichtet. Sein Lied ist ein dementsprechend trauriges, das Umfeld, besonders bei diesem Wetter, ein in dumpfe Melancholie getauchtes.
Je näher wir der Grenze kommen, desto beschwerter werden die Gedanken; im Wissen, dass die Fahrt nun bald enden könnte, gerade jetzt, wo wir bereits seit Stunden unterwegs waren – nein, jetzt sollte, dürfte, es kein Zurück mehr geben. Aber die Wege sind unergründlich; wir im Fahrzeug, wir sind jetzt nicht mehr die Player, nicht die, die die Zukunft entscheiden. Die Karten liegen am Tisch, es ist wie im Spiel, rien ne marche plus, nix geht mehr. Die Würfel gefallen, das Schicksal, besser der Zufall, entscheidet.
Dann taucht die zwischennationale Zone auch schon vor uns auf; kaum Verkehr, die österreichischen Behörden kontrollieren gegenüber streng die Einreise – wie werden wir, falls das Unternehmen nun überhaupt eine Fortsetzung erfährt, die wohl bewältigen? Keine Zeit darüber nachzudenken, wenn es soweit ist, wenn die rot-weiß-roten Grenzbalken auf der eventuellen Retourfahrt vor uns auftauchen, dann werden wir uns dem Problem eingehend widmen. Ein Versprechen des Moments. Und dann volle Konzentration auf die rot-weiß-grünen Behörden, welchen es nun abliegt, über Weiterkommen oder vorzeitigen Stopp zu entscheiden
Foto: erstmals würden wir uns darauf wirklich freuen – rumänische Fahrverhältnisse! 🙂
Auf der Ausreisereise der Alpenrepublik ist niemand zu sehen; warum auch, aus den Augen, aus dem Sinn. Allerdings müssen wir nun die ungarische Zöllnergarde passieren; die steht aufgereiht parat, mit strengen Blicken und maskenbehangen erwartet man uns. Tatsächlich, sämtliche Fahrzeuge werden angehalten. So auch das RespekTiere-Mobil; Henriette, die nun auch schon mehrere Male bei solchen Einsätzen dabei war, spricht aber – als großer, allerdings auch einziger Trumpf in des Hilfsbeabsichtigten Hand – perfekt ungarisch. Sofort erzählt sie den Beamten von der Notwendigkeit der Fahrt; unterstrichen wir diese – ach ja, es gibt da sogar noch eine weitere Ass-Karte – von Papieren, welche die rumänische Caritas dankenswerterweise im Vorfeld übermittelte. Womit sie den Transport offiziell als ‚Hilfstransport‘ auswies. Ein paar bange Augenblicke folgen; aber dann nickt das Trio in Uniform freundlich, überreicht uns eine Transitplakette und wünscht gute Fahrt!
Wow, die Erleichterung ist eine wahrhaft große; denn nun ist zumindest eines gewiss: die Sachen werden so oder so ihr Ziel erreichen. Wir hatten nämlich, von Vorahnung geplagt, bei der so wunderbaren Frau Doina –  eifrige RespekTiere-Newsletter-LeserInnen wissen längst über den letzten Engel Gottes in Menschengestalt Bescheid – angefragt, ob es denn nicht die Möglichkeit gäbe, dass, wenn wir wie befürchtet, ja, sogar vermutet, den rumänischen Boden nicht betreten dürfen, ob denn nicht eventuell jemand zur Grenze kommen könnte, nur, um die Sachen entgegenzunehmen und sie weiter zu transportieren. Als Sicherstellung sozusagen, damit letztendlich in jedem Fall der Zweck erfüllt wird, die lange Reise keine umsonst getätigte gewesen wäre…  gemeinsam würden wir bei einem Verbot des Übertritts dann im ‚Niemandsland‘ zwischen den Balken umzuladen, ein bisschen tratschen, Zwischenmenschliches austauschen und den Weg später in die jeweils entgegengesetzte Richtung fortsetzen: tatsächlich, so wartete Tiberus, der immer bereite Tier- und Menschenfreund und Schweigersohn Frau Doinas, bereits auf unseren Anruf, um mit seinem übergroßen VW-Bus loszustarten; und ebenso ein Fahrer der Caritas selbst, der sich bereit erklärt hatte, die doch rund einstündige Fahrt von Temeswar auf sich zu nehmen. Sodass wir die Riesenladung dann auf zwei kleinere Busse aufteilen könnten…
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Fotos oben und unten: im so unfassbar wichtigen Behindertenheim; derart viele Dinge haben wir gebracht, sodass sich der Eingangsbereich mit Schateln und Säcken beschlichtet überfordert zeigt… unten: der Herr des Hauses, der vierbeinige Wächter! 🙂

Foto oben: liebevoll für Weihnachten geschmückt, so präsentiert sich das Heim; unten: der so süße Wächter, vor dem niemand Angst zu haben braucht…


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