Weihnachtskundgebung 2020; Weihnachtsbrief — respektiere

2020 ist alles anders; selbst die längst traditionelle RespekTiere-Kundgebung in der heiligsten Nacht der Christenheit konnte nun nicht so stattfinden wie in all den Jahren zuvor. Nichtsdestotrotz aber fanden wir uns dennoch auch heuer wieder vor dem Salzburger Dom ein, mit dem alleinigen Anliegen, die Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Denn viel zu oft wird leider vergessen: Weihnachten, das Fest der Liebe, ist gleichzeitig auch jene Zeit, wo die Schlachthöfe auf Hochbetrieb laufen; warum? Weil wir ungeachtet des großen Sterbens zwar von Liebe reden, aber damit meist leider immer nur unsere Allernächsten in die heheren Gedanken miteinschließen. Die Gabentische biegen sich, und wie um die eigene Unvollkommenheit zu unterstreichen, kann die Völlerei beginnen…

AktivistInnen in Tierkostümen, vor Jesus‘ betenden Händen, das ist es, mit was die KirchenbesucherInnen zu sehen bekamen. ‘Blutige Weihnachten? Werden Sie VegetarierIn und retten Sie Leben, jeden Tag!‘, stand da in dicken Lettern auf den Transparenten. Zwar nicht wie ansonsten bei der Christmette – diese kann im Seuchenjahr vor Ort nur eingeschränkt und deshalb vielmehr virtuell stattfinden –  sondern dieses Mal schon am späten Nachmittag, nämlich bei der Vesper.

So konnten wir also einmal mehr den Heiligabend doch noch perfekt nützen, um möglichst viele Menschen – wohlgemerkt, ohne direkte Anklage (die Kundgebung soll vielmehr als eine Einladung zum Nachdenken gesehen werden) oder den berühmten erhobenen Zeigefinger – an eine unumstößliche Tatsache zu erinnern: Fleisch essen tötet! Und gerade, wir haben es schon angesprochen, die Weihnachtszeit, das größte Fest der Christenheit, jener Gemeinschaft, welche Barmherzigkeit, Nächstenliebe und ‚Du sollst nicht töten’ als höchste Glaubensgrundsätze auf ihre Fahnen heftet, bedeutet für die Tiere im selben Atmenzug eine Zeit des unvorstellbaren Leides, jene Zeit, wo die Schlachthöfe in Akkordarbeit im Blut ertrinken…

Es sollte sich trotz der Ausgangssperren und der damit verbundenen diversen Hindernissen dann doch eine ganze Menge an Menschen eingefunden haben, um im Salzburger Dom die frühabendliche Vesper zu begehen. Vor dem heiligen Gebäude, direkt am Brunnen und dort, wo die allermeisten Gläubigen vorbei mussten, um überhaupt erst in die Kirche zu gelangen, hatten sich die TierschützerInnen positioniert; wo besser hätte man unter den Gegebenheiten auf das versteckte Leid der Tiere speziell um die Weihnachtszeit hinweisen können?! Stoffbanner mit besagten Aufschriften konnten da gesehen werden; aber auch Botschaften wie ‚Wir kreuzigen Jesus und seine Lehren jeden Tag auf ein Neues – in unseren Schlachthöfen und Mastanstalten!‘ erweckten großes Interesse. ‚Geschlossen wegen Tierquälerei‘ war dann die wohl direkteste Anrede an die Kirche, welche sich endlich, endlich mit den Fehlern der Vergangenheit auseinandersetzen und das tun sollte, was ihre Existenz am meisten rechtfertigt – nämlich jene zu schützen, die nicht für sich selbst sprechen können!




Wie schon im letzten Jahr, dem Himmel sei Dank, setzte dann der eigentlich angekündigte schwere Regen nicht ein; dennoch, auch der leichtere machte uns zunehmend das Leben schwer. Alles in allem aber waren wir dennoch sehr zufrieden mit der Wetterentwicklung, und zumindest an diesem Tag konnte man aufgrund der halbwegs günstigen Konstellation sogar den Eindruck gewinnen: Ja, Gott ist doch TierrechtlerIn! 🙂
Die KundgebungsteilnehmerInnen hielten tapfer durch, um den Menschen einen Anblick zum Nachdenken zu bieten. Schwein und Schaf und Kuh, sie alle hatten ein Schild umgehängt, ‚Ich habe Angst vor Weihnachten‘; im Hintergrund nahm auch noch Jesus selbst Platz, ein alternder zwar, aber der war der einzige, den wir in der kurzen Zeit auftreiben konnten 🙂 Er verkündete alsbald die Botschaft: ‚Als Nahrung gebe ich euch die Samen der Pflanzen und die Früchte, die auf den Bäumen wachsen, überall auf der ganzen Erde‘ – 1 Moses9,3)‘

Der Protest wurde übrigens durchwegs wohlwollend aufgenommen; so manche Bilder sollten von der Szenerie gemacht werden, welche hoffentlich viel verschickt und somit viele Menschen zum Nachdenken anregen könnten! Tatsächlich, so manche Menschen erfreute der Anblick des stillen Kundgebung sogar ganz offensichtlich und einige verharrten lange; so zum Beispiel eine Mann, der mit einem Kleinkinder gekommen war – welches offenbar genau wissen wollte, was wir hier veranstalten und warum!

Abschließend möchten wir uns noch bei der Veranstaltungsbehörde für die Kompromisslösung des Standortes sowie die unbürokratische Abhandlung bedanken, und natürlich bei der Polizei, die mit ausgesprochen netten und verständnisvollen BeamtInnen vor Ort vertreten war!

Foto: Vater und Sohn, sehr interessiert! Nächste Generation ‚Tierschützer‘! Manche Menschen bedankten sich mit einer Spende für den zu dieser Tageszeit doch eher ungewöhnlichen Protest!
RespekTiere Weihnachtsbrief

Jahr für Jahr ist Respektiere in der Heiligen Nacht im schon traditionellen Einsatz. Die Weihnachts-Kundgebungen, inmitten der heiligsten Stunden der Christenheit, sollen keinesfalls erzürnen, niemanden beschämen, niemanden ärgern, niemanden bloßstellen; sie sollen nur erinnern an das Leid der Welt, an das, was wir unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, tagtäglich antun – am allermeisten unvermuteter Weise gerade in der eigentlich ‚friedlichsten und stillsten Zeit‘ des Jahres, um Weihnachten herum; das zweitgrößte Fest der mitgliederstärksten Glaubensgemeinschaft des Planeten, wer mag es bestreiten, ist für die Tiere kein gnadenbringendes – im Gegenteil, es geht mit unvorstellbaren Massenschlachtungen einher, damit der Tisch für uns nur ja reichlich gedeckt ist!
 
Überall leuchten tausend Lichter, langsam kehrt vorsichtiger Friede in die erhitzen Gemüter. Der Adventstress – ein Widerspruch in sich, haftet den vorweihnachtlichen Tagen doch die Fabel an, die ruhigste Zeit des Jahres zu verkörpern – fällt nun etwas von uns ab. Entspannung liegt in der Luft. Wir feiern Weihnachten, das Fest der Liebe. Weihnachten, zu Ehren Christi Geburts, seines Zeichens ‚Sohn Gottes – glaubt am an die Schriften in den Heiligen Büchern – Sohn unseres Schöpfers. Es ist der zweithöchste der religiösen Feiertage, die Geburtsstunde des Christentums als eigenständige Religion schlechthin (als höchsten Feiertag bezeichnet die Christenheit den Tod und die Wiederauferstehung Jesu, also das Osterfest, Anm.).

Unser Schöpfer, Gott, Allah oder wie auch immer wir ihn nennen wollen, hat nach Ansicht von Milliarden von Menschen alles Leben auf diesen Planeten erschaffen. Ein gütiger Allmächtiger, ein Gottvater, der Nächstenliebe und Gutherzigkeit zu seinen allerobersten Dogmas erkoren hat, den wir anbeten, vor allem in unseren schwersten Stunden. Den wir lieben und achten und ehren – wenn wir gerade Zeit dazu haben… Doch im selben Atemzug des Gebetes vergessen wir, dass alle Wesen welche mit uns diesen so wunderbaren Planeten bevölkern, ebenfalls Teil dessen Schöpfung sind, alle Lebewesen, pflanzliche, tierliche, menschliche, sind als Gleiche unter Gleichen gedacht. Wir, ‚Mensch‘, haben dennoch Trennlinien geschaffen, obgleich diese künstlich sind und nur in unserer egozentrischen Gedankenwelt existieren; haben sie erschaffen, ohne Gottes Zutun, haben uns irgendwann in der so fatalen und von Größenwahn kündenden Idee verrannt, dass ‚Mensch‘ die Krone aller Existenzen ist, übergeordnet den anderen Wesen, den geflügelten, den vierbeinigen, den schwimmenden, kriechenden; nehmen es als gegeben hin, dass wir genetisch von diesen wesentlich weiter entfernt sind als von Gott selbst, dessen Ebenbild wir – in einem Anfall von zum Himmel stinkender Blasphemie ist dieses Gedankengut einem der Vertreter der Gottheit auf Erden eingefallen – uns einbilden zu sein (wer von ‚uns‘ dem Idealbild aber am nächsten kommen soll, das haben wir dabei doch sehr offen gelassen. ‚Mensch‘, das Ebenbild Gottes? Hitler, Stalin, Idi Amin, Kim Il-Sung, Mao Zedong, Muammar al-Gaddafi, Pol Pot, Saddam Hussein, Slobodan Milosevic, um nur einige Schreckensherrscher der jüngeren Geschichte zu nennen, werden damit wohl nicht gemeint sein, obwohl dies alles zweifelsfrei auch Menschen wie Du und ich waren. Und wenn ich mich in den Spiegel schaue, dann muss ich wohl anerkennen, auch so kann und wird ein Schöpfer, der die freie Auswahl hat, eher nicht aussehen wollen…).

Foto: neue Welt – Abstand!
Gerade wir, die wir so oft herrisch sind und nicht demütig, gefühlskalt und erfüllt von Neid und Zwietracht, gewalttätig und nicht friedliebend, gierig und nicht genügsam, fordernd anstatt gebend – ist es nicht tatsächliche bloße Gotteslästerung, wenn wir uns dennoch praktisch gleichzustellen versuchen mit jenem, der die Welt erschaffen hat als sein Wunderland von Farben, Formen, von Gerüchen und Gefühlen, von sprießendem Leben, verteilt auf unzählige Arten?

weiterlesen … http://www.respe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s