2021 mit foodwatch

foodwatch
Hallo
wir hoffen, Sie sind trotz der aktuellen Situation gesund und munter ins neue Jahr gestartet! Das vergangene Jahr war für uns alle durch die Corona-Krise nicht einfach, aber auch sehr ereignisreich: Noch kurz vor Jahresende haben wir in einem vierten Land, nämlich Österreich, ein neues Büro eröffnet. Und auch inhaltlich haben wir gemeinsam mit Ihnen einiges bewegt. Heute möchten wir Danke sagen für Ihre Unterstützung und in diesem Newsletter auf 2020 zurückschauen – und zugleich einen Ausblick geben, was wir 2021 vorhaben. Viel Spaß beim Lesen!
Der Goldene Windbeutel 2020 geht an… den Grünländer Käse
Eine Mehrheit von 65.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern hat im September den Grünländer Käse von Hochland zur dreistesten Werbelüge des Jahres gekürt. Der Käse wirbt auf der Verpackung mit „Milch von Freilaufkühen“, obwohl die Tiere im Stall stehen. Hochland hat den Negativpreis nicht angenommen und
weigerte sich bislang, die Werbelüge zu beenden. Was viele nicht wissen: Täuschung bei Lebensmitteln ist gesetzlich verboten. Die zuständigen Lebensmittelbehörden sind also eigentlich verpflichtet, bei Verbrauchertäuschung einzuschreiten. Doch was machen diese bislang? Nichts! Das wollen wir ändern: Wir werden 2021 den Druck auf die zuständigen Behörden erhöhen, damit diese nicht weiterhin tatenlos zusehen, wenn Unternehmen Produkte mit eindeutig irreführenden Angaben bewerben. Notfalls auch mit rechtlichen Mitteln, denn so einfach lassen wir uns nicht abspeisen!
> Weitere Informationen dazu finden sie hier.
Das halbe Leben zwangsfixiert: Schweinequal stoppen!
Zu Beginn des letzten Jahres haben mehr als 600.000 Menschen mit foodwatch, Campact und zahlreichen anderen Umwelt- und Tierschutzorganisationen den Ausstieg aus der Kastenstandhaltung von Sauen gefordert – eine grausame Praxis, die es erlaubt, Muttersauen in engste Käfige zu pferchen. Gemeinsam mit Ihnen konnten wir so viel Druck ausüben, dass eine Abstimmung im Bundesrat mehrfach verschoben werden musste. Letztendlich stimmte der Bundesrat jedoch einem „Kompromiss“ zu, der keinen schnellen Ausstieg aus dem Kastenstand vorsieht, sondern ihn für bis zu 15 weitere Jahre erlaubt. Zwar konnten wir durch unseren gemeinsamen Protest verhindern, dass es noch schlimmer kommt – doch für die Sauen bedeutet das trotzdem noch jahrelanges Leid.  Aber eines können wir versprechen: Wir werden nicht aufgeben und weiter gegen die Missstände in der Tierhaltung kämpfen – danke, dass Sie uns dabei unterstützen!
> Weitere Informationen dazu finden sie hier.

Der Nutri-Score in den Supermarktregalen
Die Nährwertampel ist da! Seit November 2020 dürfen Hersteller in Deutschland den Nutri-Score ganz offiziell auf die Verpackungen drucken. Mehr als zehn Jahre haben wir mit Ihnen für eine einfach verständliche Kennzeichnung gekämpft. Erstmals hat sich ein von unabhängigen Wissenschaftlern entwickeltes Modell – gegen den Willen der Lebensmittel-Lobby – durchgesetzt. Das ist ein toller Etappensieg! Doch es gibt noch ein paar Haken, die uns natürlich auch 2021 beschäftigen werden: Der Nutri-Score ist bislang nur ein freiwilliges Modell. Außerdem versuchen Lobbyverbände bereits jetzt, die Kriterien für das Label zu verwässern, damit zum Beispiel zuckerhaltige Getränke oder Wurstwaren besser bewertet werden als von den unabhängigen Wissenschaftlern empfohlen. Wir werden uns auch 2021 dafür einsetzen, dass die Hersteller damit nicht durchkommen und dass der Nutri-Score europaweit verpflichtend wird!
 > Weitere Informationen dazu finden sie hier.

Was steht in 2021 an?
Viele der Themen aus 2020 werden wir natürlich auch in diesem Jahr weiter verfolgen. Aber es kommen auch neue dazu. Wir können natürlich noch nicht viel verraten, aber zum Beispiel werden wir uns 2021 verstärkt mit dem Kindermarketing für ungesundes Essen in den sozialen Medien befassen. Zudem gehen wir weiter den Lobbyverflechtungen von Bundesministerin Julia Klöckner nach – denn bislang weigert sie sich, bekannt zu machen, welche Lobbyisten sie wann getroffen hat. Und nicht zuletzt wollen wir mit unserer neuen Plattform Topf Secret – Mission Fleisch Licht ins Dunkel der Fleischindustrie bringen – denn bisher bleiben die allermeisten Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen geheim. Das wollen wir gemeinsam mit Ihnen ändern! Es bleibt also spannend bei foodwatch und wir freuen uns sehr, wenn Sie uns auch in diesem Jahr wieder tatkräftig dabei unterstützen!

Bleiben Sie gesund!


Herzliche Grüße
Oliver Huizinga
Leiter Recherche und Kampagnen

Natürlich ist noch mehr passiert bei foodwatch, doch alles passt leider nicht in diesen Newsletter. Daher hier noch weitere Themen und Ereignisse, die in 2020 wichtig waren und uns auch im neuen Jahr beschäftigen werden:

> Mineralöl in Babymilch – Rossmann stoppt Verkauf von belasteten Produkten 
> Corona und Lebensmittel – Familien von Ernährungsarmut betroffen
> Topf Secret – foodwatch siegt vor Gericht
 

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