Von Mordlust, Lügen und Tierquälereien – Rotwildmassaker im Tiroler Lechtal gehen in die nächste Runde! — respektiere

Gerade als wir uns einigermaßen nach den schrecklichen Geschehnissen im sogenannten „Reduktionsgatter“ von Kaisers letzten Februar gefangen haben, trifft uns die Meldung der Tiroler Kronenzeitung von Donnerstag wie ein Stich ins Herz. „ES“ ist wieder da! Das Tötungsgatter. Diesmal nicht in Kaisers, sondern ein Dorf weiter, in Steeg. Foto, Gemeinde Kaisers, am Tag nach dem großen Morden! Der Aufschrei in der Bevölkerung nach dem Massaker von Kaisers, einer Hauruckaktion, die bei Nacht und Nebel die Macht der Behörde demonstrierte, war laut und gewaltig.
Da versprach der Hauptverantwortliche, ÖVP Landeshauptmann Stellvertreter, gleich am nächsten Tag, sowas würde nie mehr passieren! Und jetzt, genau ein Jahr danach, wieder in der Schonzeit, steht das nächste Vergnügen für alle Sadisten im Raum. 5 Stück zuviel auf tausenden Hektar Wald. 5 unschuldige Wesen, die meisten davon gerade hochschwanger, vom Hunger getrieben an die einzige Futterstelle weit und breit von der es kein zurück mehr gibt, weil die Türen zufallen, ausgelöst von den Veterinären, bezahlt mit unseren Steuergeldern.
Josef Geisler, Landeshauptmann-Stellvertreter in Tirol, im Vorfeld zur ‚Nacht der Schande‘ in Kaisers: „Die vorliegenden Zahlen bestätigen, dass die Regulierung des Rotwildbestandes und die konsequente Bekämpfung von Tbc beim Rotwild absolut notwendig sind.“  Derselbe, nach dem Morden und im plötzlichen Bewusstsein, dass die Bevölkerung derartig grausame Vorgehensweisen nicht länger hinnehmen möchte: „Eines ist für mich nach diesen Vorfällen klar: In Tirol werden wir Gatterabschüsse künftig verbieten. So etwas wird es in Tirol nicht mehr geben.“
Die Oppositionsparteien hielten sich an das Versprechen und forderten schließlich im Landtag ein Verbot von sogenannten Tötungsgattern in Tirol. Anstatt Wort zu halten, flüchteten sich die Regierungsparteien ÖVP und Grüne im Gegenzug aber im Abänderungsantrag in sinnleere Floskeln . Das hörte sich dann so an: ‚Konzentrierte Abschüsse in Wildgattern sollen künftig vermieden werden.‘

Ein Satz der Schande, Teil 2. Jedenfalls einer, der Böses für die Zukunft erahnen lässt. Und für die Affaire Steeg Tür und Tor offenhält…

Hintergrundinformation: Rotwild, also Hirsch und Hirschkuh, ist ein wanderndes Auentier, das vom Menschen aus seinem natürlichen Lebensraum verdrängt wurde – hinein in den Wald, hinauf auf höhere Lagen. Die Gemeinden und Grundeigentümer verpachten ihre Jagdgebiete an Jagdpächter, die Berufsjäger einstellen, die das Wild hegen. Das heißt der Jagdpächter bezahlt die Jagdpacht an Gemeinde bzw. Grundeigentümer, bezahlt einen oder mehrere Berufsjäger zur Beobachtung, Hege und Regulation, kauft das Futter für die Winterfütterung von örtlichen Bauern ab und kommt für eventuell entstehenden sogenannten Wildschaden wie etwa Verbiss durch Hunger auf, den der Forst am Wald feststellt.
Förster und Jäger stehen seit langer Zeit im Konflikt, weil der Forst einen  wildfreien Wald will. Bei den Behörden, also bei der Bezirkshausptmannschaft, kommen die verschiedenen Interessen zusammen und Abschusspläne werden erstellt.

Diese werden aufgrund von Wildzählungserhebungen jährlich festgelegt und nicht erfüllte Abschüsse werden jedes Jahr einfach addiert. Je mehr das Wild bejagt und quasi dauernd in Angst versetzt wird, desto schwieriger wird es die sehr hohen und mittlerweile fiktiven Abschussvorgaben zu erfüllen.
Ziel der Förster ist es, das Rotwild auszurotten.

Da kam es vor einigen Jahren gerade recht, dass TBC in manchen Tieren nachgewiesen wurde und sie somit legitim unter dem Deckmantel des Seuchenschutzes vernichtet werden konnten. Seit mehr als 3 Jahren gab es im Lechtal keinen einzigen TBC- Fall mehr bei Rindern, die auch von dieser Krankheit befallen werden können. Doch der Druck der Behörden auf die Jäger ließ nicht nach. Also wurde etwas Effektives erfunden und 2011 zuerst in Steeg eingeführt: ein Tötungsgatter. An der Fütterung zu schießen, ist bei Jägern und Menschen mit Restcharakter verpönt, es gilt als unweidmännisch und feig.

Eine Fütterung einzuzäunen, um die Tiere systematisch nur noch dort zu füttern und Gatter zu schließen, wenn sie vor lauter Hunger drin stehen, nennt man Tötungsgatter.
Foto: ein riesen Aufschrei ging durch die Bevölkerung; viele BewohnerInnen besagten Gebietes formierten sich in Protestinitiativen! Funktioniert so:
Rotwild ist im Winter bei Eiseskälte und Massen von Schnee auf Fütterung angewiesen, um zu überleben. Denn ins Tal können sie im Winter nicht ziehen, weil dort wir Menschen sind. Im Februar ist Schonzeit, das heißt, die Hirschkühe sind trächtig und wagen sich vorsichtig mit ihren Kälbern vom letzten Jahr in die Fütterung, die praktischerweise von einem hohen Zaun, automatischen Türen und etlichen Kameras umgeben ist. Live übertragen werden die Bilder in die warmen Büros der Veterinäre der Bezirkshauptmannschaft bzw. direkt an den Schreibtisch des Tiroler Landesveterinärs, der zufällig mit Steuergeldern die Jagd in Steeg gepachtet hat. Wenn die Tiere sich vom Hunger getrieben dem ersehnten Futter nähern, löst der gute Veterinär den Schließmechanismus des Kerkers aus uns los geht das Vergnügen für alle Sadisten. Da steht dann der Schütze Aug in Aug mit seinen wehrlosen Opfern und beginnt zu schießen. Gerne mit Schalldämpfern, die immer wieder abkühlen müssen, damit der Spaß ja länger dauert.

Sobald das Gatter schließt, ist Panik unter den scheuen Fluchttieren. Sie springen wie wild umher, auf den Zaun auf, reißen sich Fetzen aus der Haut, brechen sich Beine und Kiefer, immer wieder getroffen und doch nicht richtig vom scharfen Feuer. Das dauert dann schon gern 45 Minuten und länger, bis es wieder still wird im Gatter. Der Schnee blutgetränkt, das Fell veklebt von Schweiß und Blut, die Augen weit aufgerissen von der Angst. Foto: Gemeinde Kaisers, ‚die Nacht des Blutes‘! Genau das passierte vor genau einem Jahr in Kaisers. 34 Stück elendig dahingemetzelt. Um uns Menschen „vor Seuchen zu schützen“.  Leider war die Panik im Gatter so groß und Dorfbewohner wurden auf das Martyrium aufmerksam. Schon blöd, denn die kamen und machten Fotos.
Das mag Putin, oh, Verzeihung, die BH Reutte und die Veterinäre nicht. Die Bilder gingen ins Netz, der Aufschrei der Bevölkerung war laut, da versprach der ÖVP Landeshauptmann Stellvertreter und gleichzeitig Hauptverantwortliche schnell, dass sowas nicht mehr passieren werde. Und siehe da, da vergeht genau ein Jahr, und wir haben es wieder mit dem Gatter zu tun! Diesmal „nur“ 5 Stück. Nicht schlimm. Hochschwangere Tiere, weg müssen sie, weg muss der Abschaum. Gut, dass es das Gatter gibt.

Übrigens: Wildbiologin Dr. Christine Miller hat zu der Thematik Rotwild im Lechtal zwei brillante Gutachten erstellt und bei ihren Recherchen herausgefunden, dass die Abschussvorgaben im Lechtal schon lange zu hoch und unerfüllbar sind. Denn die Tiere, die man töten soll, gibt es nicht. Sie existieren nicht. Die fiktiven Abschusszahlen sind viel zu hoch und entsprechen keiner Realität.
Wild ist nicht am Boden angewachsen wie Bäume, nein, es bewegt sich, es wandert, es zieht umher und versteckt sich immer mehr durch den hohen Jagddruck. Die Tiere leben in Angst. Angst macht schwach und anfälliger für Krankheiten.  Ein Teufelskreis. Es fehlt den Wildtieren an Ruhezonen, in die sie sich im Winter zurückziehen können. Die meisten Menschen haben kein Verständnis mehr für ihre Mitgeschöpfe.

Und jetzt ist es wieder da. Das Gatter. Wann wird es passieren? Heute? Morgen? Jetzt gerade?
Das Gatter in Steeg ist nicht so nahe am Ort wie jenes von Kaisers. Da hört man nix da drin im Wald, da kann man wüten. Richtig geil. Die letzten 3 Mal müssen sehr geil gewesen sein. Erst 70 Stück eingeschlossen und langsam getötet, dann über 50, dann mehr als 30. Orgiastisch. Dann kam eine Weile keins mehr. Der Tod hing wohl zu lange in der Luft. Und jetzt müssen es die 5 Stück sein, die nicht mehr sein dürfen.

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