Sprengstoff für den Denkrahmen — clubderklarenworte

Von hohlen Klangschalen

Guten Tag liebe Leserin.
Guten Tag lieber Leser.
 

Mehr als 10.000 Stimmen wurden bis heute bei einem ersten politischen Lackmus-Test auf der Webseite Club der klaren Worte abgegeben.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa stellt z.B. jede Woche im Auftrag der Fernsehsender RTL und n-tv die Sonntagsfrage. Dabei sind bei der letzten Sonntagsfrage 2502 Menschen befragt worden. Forsa weist dabei nicht „Nichtwähler“ oder neue Parteien aus. Es ist sehr fragwürdig, in einer der größten Krisen des Landes, in einer „unabhängigen“ Meinungsumfrage, die inzwischen fast physisch erfahrbare Wahl-Volatilität der Bürger nicht zu berücksichtigen. Die Auswahloptionen sollten der gesellschaftlichen Stimmungslage entsprechend erweitert werden. Es ist das bekannte Muster des von „den Medien“ vorgegeben Denkrahmens. Die Sozialwissenschaft kennt dafür den Begriff „Framing“, der ein verengtes Deutungsmuster vorgibt.
 
Framing am Beispiel der Altparteien anders erläutert:
Mit dem Rücken zur Wand stehen und denken: „Na ja, wenigstens anlehnen.“

Auch wenn meine Umfrage nicht repräsentativ ist, ist sie doch schon jetzt Flaschenöffner. Sie hat den alten Geist der politischen Ränkespiele aus einer neuen Flasche entweichen lassen. Die Parteivorsitzenden von „dieBasis“ und „Wir2020“ haben sich gemeldet. Mit ganz unterschiedlichen Reaktionen. Sie können hier im Artikel, mehr dazu lesen.

Gemeldet hat sich auch Helmut Markwort. Er rief an. Sie kennen ihn als Journalist und Entwickler und späteren Herausgeber des „Focus“. Als FDP-Politiker und Alterspräsident des Bayerischen Landtages, sowie Mitglied des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunk, um nur ein paar Haltestellen zu nennen. Wir kennen uns seit Ende der 19880-er Jahre, unser letztes Telefonat hatten wir wohl Ende der 1990er-Jahre. Seitdem gab es keine engeren Berührungspunkte. 

Markwort wollte mit seinem Anruf seine Sympathie und Anerkennung für meine publizistische Arbeit zum Ausdruck bringen. Ich berichte Ihnen deshalb von diesem Anruf, weil wir beide uns in dem Gespräch schnell einig waren, das wir mit Besorgnis die Entwicklung in den Medien beobachten. Wer derzeit kritische Fragen an politische, vom Volk gewählte, Amtsträger stellt, wird von einem Teil der Öffentlichkeit und der Mehrheit der veröffentlichten Medienmeinung als politisch „Rechts“ diffamiert. 

Erste erfolglose Versuche spüre ich auch in meinem Umfeld und selbst Markwort, dessen FDP-Mitgliedschaft seit 1968 wahrscheinlich schon in seine DNA assimilierte, ist offenbar nicht davor gefeit sich „rechtsoffen“- Vorwürfen ausgesetzt zu sehen. 

Die Randnotiz dieses Telefonates soll Ihnen nur Kompass sein, in Ihrer Sicht auf die Ereignisse. Als selbstreflexiver Mensch fragen Sie sich ja vielleicht inzwischen auch jeden Morgen beim Zähneputzen,  sind Sie noch ganz klar im Kopf oder leiden Sie auch schon an digitaler Blasenentzündung? 
Lassen Sie sich durch Ihre kritische Sicht auf die Ereignisse im Land und Ihrem Lesen und dem Konsumieren von Bewegtbildberichten, von unabhängigen Journalisten, nicht durch Anwürfe von außen irritieren.
Ich schenke Ihnen hierzu ein Mantra: „Ich kann nicht beeinflussen, was andere über mich denken, aber ich kann entscheiden, ob es mich interessiert.“

Das Interesse der Redaktion der nach Auflagenstärke gemessenen zweitgrößten Tageszeitung, nach der BILD, der Süddeutschen Zeitung, verschiebt sich auch immer mehr in Richtung „IKEA-Bällebad-Journalismus“. Wenn Sie in der vergangenen Woche wahrgenommen haben, wie die SZ mit Herrn Reitschuster, dem einzigen „pain in the ass“-Journalisten in der Bundespressekonferenz-Kirmes umging, wissen Sie welcher Geist durch einen Teil der SZ-Redakteursköpfe weht. Es ist der, von hohlen Klangschalen, die den Sound der Regierungspolitik wiedergeben können. Ich werde den Eindruck nicht los, die SZ mutiert zu einer Art gedruckter Lavalampe. Schön anzusehen aber nicht besonders hell. 
Birk Meinhardt, der preisgekrönte Egon-Erwin Kisch-Reporter der SZ, hat diese Entwicklung in seinem Buch „Wie ich meine Zeitung verlor“, schon mal literarisch verarbeitet. Er schreibt darin, warum er den Laden verlassen hat. Ich hatte Ihnen das Buch hier schon mal empfohlen.

Es verfestigt sich von Tag zu Tag, dass nicht nur die politische Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sehr kritisch zu sehen ist, sondern auch die der ehemaligen Print-Leitmedien. Wobei Sie bei der Bezahlung einer SZ den Mehrwert haben, damit wenigstens noch einen Fisch einwickeln zu können.

Ich habe gerade einen handfesten Skandal zur Süddeutschen auf dem Tisch liegen, den ich nach weiterer Recherche, in den nächsten Tagen in einem Video veröffentlichen möchte. Sie werden sich die Augen reiben müssen.

Und noch eine Vorschau. Markwort kündigte mir übrigens an, kraft seines Amtes als BR-Rundfunkrat, die in einem von mir im Video angesprochene dringend gebotene objektive Landtagsberichterstattung mit Hinblick auf Regierungskritische Abgeordnete, in den BR-Rundfunkrat einbringen zu wollen und diese einzufordern.

Es würde mich sehr freuen. Vielleicht rufe ich ihn danach noch mal an und frage ihn, oben er Lust auf ein Interview hat. Zu gerne würde ich ihn fragen, in wieweit er rückblickend betrachtet, den „Besten-Listen“- und „Schnipsel“-Journalismus, den er mit dem „Focus“ in der deutschen Presselandschaft hoffähig gemacht hat, als persönlichen „Sündenfall“ betrachtet. Ob er damit nicht auch einer Verschiebung von journalistischen Werten und Normen den Boden bereitet hat. 
In unserem Telefonat hatte ich es schlicht vergessen zu fragen, was wohl daran liegt, dass ein Großteil meines Großhirns mit der permanenten Speicherung von PINs, TANS, PUKs und Passwörtern belegt ist. 

Im „Focus“ erfahren Sie ja oft, dass z. B. der Bauch die Problemzone Nummer Eins der Deutschen ist. Fast 40 Prozent der Deutschen, oder so ähnlich, würden diese Zone gerne verändern.
Persönlich bin ich ja der Meinung, die Zeit hat sich geändert und inzwischen heißt die Problemzone der Deutschen zu mindestens über 50%,  „Presselandschaft“.

Sie als Leserin und Leser und ich als Ihr publizistischer Begleiter können jedenfalls gemeinsam doch etwas bewegen. Bleiben oder werden Sie kritisch mit Leitmedien und auch den sogenannten „alternativen Medien“. Bitte auch mit mir. 

Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Start in die 8. Woche des Jahres. In diesem Sinne Prost.
Ich trinke jetzt schon ab Mittags.

Ihr 

Markus Langemann 

PS: Die kommende Woche drehe ich den Spieß mal um und verstecke mich vor meinen Schlüsseln. Sollen die mal sehen, wie sie ohne mich die Tür aufkriegen.

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