Wären Nichtwähler eine Partei, wären sie stärkste Fraktion in BaWü — clubderklarenworte

Where’s the beef?

Guten Abend liebe Leserin.
Guten Abend lieber Leser.

Erlauben Sie mir zu kommentieren.

Prof. Dr. Roger Willemsen galt bis zu seinem Tod am 7. Februar 2016 als einer der bekanntesten Intellektuellen in Deutschland. Dennoch war er auch ein TV-Star. 2013 führte er ein selbstmörderisches Projekt durch. Er setze sich in jede Parlamentssitzung des Deutschen Bundestages. Er beobachtete.
Sprach nicht mit Politikern. Beobachtete. Daraus entstand sein Bestseller „Das Hohe Haus“ und die Kompetenz über das Geschehen im Parlament auf der Metaebene sprechen zu können.
Ich zeige Ihnen hier ein kurzes Filetstück aus einer 1:1 Talksendung des SWR, das am 1. Dezember 2014 auf dem Campus der Uni Mainz aufgezeichnet wurde. Zwei Minuten und fünfundzwanzig Sekunden einer pointierten politischen Analyse der Bundeskanzlerin. Nach sieben Jahren hat diese Analyse eine fast erschreckende Aktualität. Sie spricht aber für den ehemals klugen Geist und die von ihm verfasste Beurteilung.

Auf Grund gesetzt
Ich empfehle Ihnen das komplette, sehr gelungene, unterhaltsame Interview. Nicht etwa, weil ich Ihnen verführerisch vorführen möchte, wie analytisch man auch als bekennender Kiffer denken und formulieren kann. Nein, Drogen haben nichts zu tun mit Kreativität. Ganz im Gegenteil. Man kreist nur um sich selbst und verblödet. Drogen sind ein bisschen wie Daumenlutschen.

Ich verweise auf diese Merkel-Analyse, da ich in diesen Tagen sehr viele E-Mails von Zuschauern und Lesern erhalte, die darin zum Ausdruck bringen, Abonnements von Tageszeitungen oder Politmagazinen aufzukündigen. Sie wollen sich von „Polit-Postillen“ zunehmend fernhalten.

Allen Ex-Abonnenten ist die Unausgewogenheit und die politisch einseitige Indoktrination als Kündigungsgrund gemein. Hinzu kommt noch bei auffällig vielen E-Mail-Schreiberinnen und -Schreibern die Erkenntnis, die Bundeskanzlerin verkannt zu haben.
Was wenig mit der Abo-Kündigung an sich zu tun hat aber offenbar viel mit einer mit ihr einhergehenden politischen Katharsis. „Ich habe immer nur ihre uneitle, unaufgeregte Art gesehen.“ So ähnlich formulierten viele, wohl entschuldigend, ihr Followerdasein.

Offenbar ist es tatsächlich eine Art medialer und politischer Entgiftung, die sich in Teilen der Gesellschaft am Corona-Komplex entfacht hat. Offen gestanden, ich bin versucht dieses „Merkel-Detoxen“ auch für mich in Anspruch zu nehmen.

Am Ende der jahrelangen politischen Kreuzfahrt wirkt die Bundeskanzlerin auf mich wie Francesco Schettino, der die Costa Concordia auf Grund legte und sich erstmal von Bord abseilte. Menschliche Katastrophen im Rückspiegel lassend.
 
Koordinatenverlust
Das toxische Niveau in unserem gesellschaftlichen Miteinander scheint mir wuchtig. Nicht wenige beginnen zu halluzinieren. Die Auslöser von Halluzinationen können unter anderem Schlafmangel, hohes Fieber, Unterkühlung, Drogen, Medikamente, Psychosen oder extreme soziale Isolation sein, ich vermute FFP2 Masken müssen da auch eine noch nicht untersuchte Rolle spielen. Anders kann ich mir solche Videokommentare wie unter meinem jüngsten Video nicht erklären:

„Ich finde das Video sehr gut und habe am Inhalt nichts auszusetzen… Mir ist nur die „Freimaurer-Symbolik“ ins Auge gestochen (siehe Coverbild oder der „Schweigefuchs“ am Ende)… Nichts für ungut, ich denke, dass es auch bei diesen Gruppen Menschen mit guten Absichten gibt… Die Frage ist für mich, warum man diese Symbolik hier immer wieder subtil einfließen lässt?“

Herrje, verlorene Seelen fantasmieren [sic.] in ihren PC-Stuben vor sich hin.
Wer versucht kritisch und klar zu kommentieren, zu analysieren, läuft Gefahr von einem anwachsenden Teil in der Gesellschaft als Schwurbel-Schwungrad gesehen zu werden. Es scheint mir eine Folge einer in die Grundfesten unserer Gesellschaft vordringenden Verunsicherung zu sein. Einer Gesellschaft der mindestens die gesunden Koordinaten für ein Grundvertrauen, Respekt, Anstand und lässige Entspannung komplett verrutscht sind. 
 
Ein anderer Blick auf die gestrigen Wahlen
Über 10 Mio. Bürger waren aufgerufen wählen zu gehen.
720.207 Menschen gingen nicht zur Wahl (BW und RP).

Lassen Sie uns nur schnell in BaWü hineinzoomen. Allein in BaWü gingen eine halbe Million Menschen nicht zur Wahl (-516.707). Das sind in etwa so viel Wählerstimmen, wie die Parteien SPD, FDP oder AfD jeweils alleine für sich gewinnen konnten. Tatsächlich gewählt haben 4.895.238 Menschen.
Auf Basis der Anzahl der Wahlberechtigten haben die Nichtwähler mit 37% gewonnen.

Die Zahlen. 
Nichtwähler 37%, Grüne 20%, CDU 15%, SPD 7%, AFD 6%, FDP 6%

Mir ist unverständlich warum bei der Berichterstattung in den Medien dieser Blick nicht beständig eröffnet wird. Würden die Spitzenkandidaten schon am Wahlabend und auch darüberhinaus, ständig mit dem Anteil der Nichtwähler konfrontiert, würde ich mir erhoffen mehr Demut im Umgang mit dem erteilten Mandat zu sehen. Demut vor der dünnen legitimierten Luft die sie atmen. In Baden-Württemberg erreichen die politischen Parteien fast 40 % der Wahlberechtigten gar nicht mit ihren Inhalten. Fast 40%. There’s the beef! In Rheinland-Pfalz sind es knapp 35% die nicht wählen gingen.

Es steht zu vermuten, dieser Trend setzt sich bei der anstehenden Bundestagswahl fort. Das ist ein enormer Vertrauensentzug. Warum wird darüber keine große Diskussion im Land geführt? Warum?

Ahoi

Ihr

Markus Langemann


PS: Die gute Nachricht der vergangen Woche. RLT hat Herrn Bohlen nach dem Jurorentisch nunmehr die Privatfunk-Restmülltonne zugewiesen.
Rheinland-Pfalz: Bei der Landtagswahl 2021 waren in Rheinland-Pfalz 3,04 Millionen Bürgerinnen und Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Von ihrem Wahlrecht machten 1,96 Millionen Personen Gebrauch. Die Zahl der Wählerinnen und Wähler verringerte sich gegenüber der Landtagswahl 2016 um 203 500.
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3 Kommentare zu „Wären Nichtwähler eine Partei, wären sie stärkste Fraktion in BaWü — clubderklarenworte

  1. Sorry, aber das sind alles nur fiktive Zahlenspielchen. Dahinter ist überhaupt keine Aussage! Meine Schwester z.b. hat für ihren Ehemann, verstorben 2014, und ihren Sohn verstorben 2016, einen Wahlschein bekommen. Wieviel Verstorbene noch? Und wer hat diese dann unterschrieben? Es geht genau so zu wie bei den gefälschten Wahlen in USA. Also ist das Papier und die Zeit, hier etwas erklären zu wollen, total verschwendet.

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