Klartext direkt aus dem Bauch der Bundesrepublik. — clubderklarenworte

SAVE OUR SOULS  · · · − − − · · · 

Guten Abend liebe Leserin.
Guten Abend lieber Leser.
 

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail von einem Leser, der mich anschrieb. Der Mann ist Eigentümer einer Speditionsfirma in Oberbayern. Diese E-Mail hat mich berührt, weil Sie viel über den Ist-Zustand unserer Gesellschaft, das verzweifeln über diesen Zustand und sein Hadern mit unserer Heimat sagt. Die E-Mail kam aus dem Bauch der Bundesrepublik, dort wo man so oft auch das gesunde Gefühl verortet.

Diese E-Mail erschien mir gleichsam eines S.O.S aus der Funkerbude des kenternden Deutschland-Dampfers.
Die Mehrheit schläft, die Kapelle spielt, die morschen Leitmedien verblasen den letzten heißen Dampf. Unterdessen läuft der Kahn unter der Wasserlinie voll. Den gewaltigen Corona-Ruck, der alles Polit-Porzellan zerschlagen hat, haben allen an Bord gespürt. Die Scherben liegen offen herum.
Gleichwohl wird fiebrig dagegen angelebt und angetanzt. Zuweilen fühlt es sich an wie der letzte Tango.

Nun, der wackere E-Mail-Mann hat sein gut laufendes, gesundes Unternehmen, wie er mir schrieb, nach einem langen Kreuzgang einfach an das Kreuz geschlagen.

Was motivierte, vielmehr frustrierte diesen Mann aus der Mitte? Jenen Mann, der als „kleiner Mittelständler“, wie er sagt, erfolgreich aber desillusioniert sein gesundes Geschäft beerdigt und über dreißig Mitarbeitern kündigt.
Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit einer Ausnahme, haben für seine Entscheidung sogar Verständnis.

Was ist los in einem Land, in dem Engagement nicht mehr belohnt wird? Was ist los in einem Land in dem tatkräftige Unternehmer eine Sinnentleerung in ihren Taten sehen, ihr Heil im Freitod ihres Unternehmens suchen. Wie groß muss die Depression vorangeschritten sein?

Von Robert Musil stammt er schöne Satz:
„In Zeiten der Pleite bevorzugt die Seele das Jenseits.“

So gesehen, leben wir seit langer Zeit in der schleichenden Verpleitung. Die intellektuelle Insolvenz sehen wir seit Jahren an vielen Stellen im Land.
Dort, wo Dichter und Denker nur noch siechen und kriechen.
Dort, wo der Feinsinn und das Ventilieren von Ideen seine Heimat hatte. Wo Menschen durchlässig waren für neue Gedanken. Wo Begeisterungsfähigkeit, Aufbruchbereitschaft und Innovation zum unbedingte Inventar der deutschen Seele gehörten, stehen oft nur noch die Urnen, in denen all diese Tugenden und mehr zu Grabe getragen wurden. Final übergossen mir der alles gleichmachenden, klebrigen Bundes-Burger-Soße der politischen Korrektheit.

Ich habe zum Hörer gegriffen und ihn angerufen. Den E-Mail-Mann. Ich habe nach seiner Seelenlage gefragt. Ich bin nicht viel zu Worte gekommen, was gut ist. Was Sie in dem Interview hören, lesen Sie in keinem Leitmedium. Sie hören oder sehen es auch in keiner der Anstalten für die Sie zu zahlen haben. In den Privaten sowieso nicht.

Journalismus fängt dort an, wo etwas beschrieben und veröffentlicht wird, von dem andere nicht wollen das es berichtet wird. Alles andere ist Propaganda. Diese Haltung wird seit einhundert Jahren verschiedenen Publizisten zugeschrieben, ich mache Sie mir hier und heute zu eigen. Deswegen gibt es das Interview online. Mal sehen wie lange noch.

Ich gestehe! Kurz habe ich gezögert dieses Interview zu veröffentlichen, weil im Verlauf des Gespräches ein Satz vom E-Mail-Mann fällt, von dem ich weiß, das er in Teilen unserer Bevölkerung als derzeit unsagbar gilt und man mir versuchen könnte zu unterstellen, ich sei auch einer von denen.

Da ich weder einer von jenen noch von denen bin und stets versuche mich von Framing-Fesseln zu befreien, war es nur logisch dieses Interview zu veröffentlichen. Das ich aber kurz „zuckte“ zu Veröffentlichen, hat mich erschrocken, weil dieser Reflex etwas beängstigendes an sich hat. Er ist nämlich der Vorbote des Demokratie-Infarktes.

Hier hören Sie den Mann:
 

Vielleicht haben Sie diese Veröffentlichung noch nicht gesehen, deswegen nur kurz der Hinweis darauf. Nicht das Sie später einmal sagen, „…hab‘ ich nicht gewußt.“

Und damit Sie auch nicht sagen können, ich wußte gar nicht wie es in anderen Ländern gerade zugeht, verlinke ich Ihnen hier ein paar Live-Kameras. Diese ermöglichen Ihnen eine kleine spätösterliche „Reise“. Wäre es nicht so bitter und erbärmlich, dieses digitalen Schlüsselloch als Ersatzbefriedigung für Ihre Reiselust zu nutzen, könnte es fast cool sein. Schauen Sie hier und hier oder hier.

Machen Sie etwas, was Ihnen gut tut an diesem Ostermontagabend. Die Bibel sagt, am Ostermontag erschien der Erlöser. Ich will Sie nicht desillusionieren aber heute wird er mutmaßlich nicht mehr vorbeikommen. Wählen Sie deshalb etwas  was Sie locker macht, je nach angestrebtem Erlösungsgrad. Atmen Sie tief in Ihr Sonnengeflecht, rauchen Sie irgendwas oder leeren Sie eine Flasche Whisky oder Wein. Irgendetwas halt, was Ihnen auch Dionysos empfehlen würde, denn ab morgen wird es wieder hart und selten herzlich.

Ihr 

Markus Langemann

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