Kafkaesk — clubderklarenworte

Stop!

Guten Abend liebe Leserin.
Guten Abend lieber Leser.

In Düsseldorf steht die Tonhalle. Dort wollte Heino – ja genau der – einen „deutschen Liederabend“ veranstalten. Warum nicht? 
Der Intendant hatte den für den 8. Oktober geplanten Auftritt mit Werken von Brahms und Schubert und eben Heino, nicht bewerben wollen. 
Die bedeutende Spielstätte „Tonhalle“ hatte mitgeteilt, sie störe sich an dem »etwas tümelnden Untertitel« und wolle sich an eine städtische Richtlinie halten, an die man gebunden sei: »Städtische Räume sind kein Ort für Hetze«.  
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Diese Leerzeilen stehen für die Sprach- und Fassungslosigkeit, die ich im Moment der Gewahrwerdung dieser Nachricht verspürte. 
Nicht, weil Heino den Fischer-Dieskau macht. Nein.
Der Intendant, dessen Namen ich entgegen jeglicher journalistischer Normen hier nicht schreibe, konnotierte das Wort „deutsch“, tatsächlich mit rechtem Gedankengut. 
Die Auslassung der Namensnennung dürfen Sie als Minimalprotest gegen die raumgreifenden, schwachmatischen „politischen Korrektheit“ in diesem Land begreifen. Ein Land, in dem die neue Besetzung des Altherren-Juroren-Sessels bei DSDS mehr öffentliche Beachtung findet, als die Suspendierung von diversen Grundrechten von jener Menschen, die den zwei TV-Velociraptoren beim gegenseitigen Wegbeißen zuschauen.

Ich sende Ihnen den Entwurf eines vierten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite deshalb so spät, weil ich hoffte, er würde sich heute vor 00:00 Uhr noch in Luft auflösen. Leider hoffte ich vergeblich.
Hier also der bittere Entwurf.

Dieses Land erscheint mir auch morgen in der Früh wieder kafkaesk.

Ich fürchte, Dieter Hildebrandt hatte verdammt recht:
„Seit die Zukunft begonnen hat, wird die Gegenwart täglich schlechter.“

In diesem Sinne, Gute Nacht Deutschland.

Ihr 

Markus Langemann

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