Eine Billion Euro – wofür eigentlich? — foodwatch

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HALLO,
die allermeisten Menschen, mit Sicherheit auch Sie, wollen eine Landwirtschaft, die das Wasser nicht verschmutzt, die Vielfalt der Arten erhält, Tiere nicht quält und auch kleinen und mittleren Landwirten ein ausreichendes Einkommen ermöglicht.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Mehr als eine Billion Euro an Subventionen sind die letzten 20 Jahre in die europäische Landwirtschaft geflossen – doch nichts ist besser geworden: Die massive Umweltzerstörung, die Qualen der Tiere, die Klimaerwärmung und das Höfe-Sterben halten an.

Aber der Bio-Boom ist doch ein Wandel zum Besseren, wird nicht der Bio-Marktanteil immer größer? Leider ist der Bio-Boom nur ein Märchen.

20 Jahre nach Einführung des Bio-Siegels liegt der Marktanteil von Biolebensmitteln bei 6,4%. Das heißt: Fast 94% der in Deutschland verkauften Lebensmittel werden konventionell erzeugt, bei Fleisch sogar 97%. 

Drei Prozent Biofleisch? Wo ist hier der vielbeschworene Bio-Boom? Wenn Julia Klöckner behauptet, das Bio-Siegel zeige, „welche enorme Hebelwirkung ein staatliches Positiv-Kennzeichen haben kann“, steckt dahinter nur eine durchsichtige Strategie: Sie will uns vorgaukeln, in der Landwirtschaft sei alles auf einem guten Weg.

Das Gerede vom Bio-Boom lenkt von den nötigen Reformen in der Landwirtschaft ab. Helfen Sie uns, dieses Gerede als Märchen zu entlarven und unterstützen Sie uns mit einer Fördermitgliedschaft!

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Märchen Nummer zwei: Das Tierwohl-Label! Aber das Tierwohl-Label bedeutet kein Ende der Tierquälerei. Denn die „Haltungsform“ ist kein Garant für guten Tierschutz. Hinzu kommt, dass nur eine geringe Anzahl der Tiere überhaupt davon profitiert, weil – wie beim Bio-Siegel – freiwillige Appelle, tiergerechtes und daher teureres Fleisch zu kaufen, kaum etwas bewirken. Und auch Fleisch- und Milchprodukte, die exportiert werden, tragen natürlich nicht das Tierwohl-Label. Wir wollen aber kein Tierschutz-Luxus-Segment für wenige Tiere, die zufällig das Glück haben auf einem „Tierwohl-Label-Hof“ zu leben. Wir möchten strenge gesetzliche Regeln, die allen Tieren zugutekommen. Märchen helfen uns und den Tieren nicht weiter.

Aber zumindest beim Klimaschutz in der Landwirtschaft gibt es deutliche Fortschritte, behauptet die EU-Kommission. Und das ist Märchen Nummer drei! Denn: Echte Fortschritte gibt es nicht. Außerdem importiert die EU große Mengen an energieintensiv erzeugtem Mineraldünger sowie an Konsumgütern (z.B. Kaffee, Palmöl) und Futtermitteln, die in den Herkunftsgebieten zur Regenwald-Abholzung und zu einem Anstieg der Treibhausgase beitragen. Auf 50-100% höher als in der offiziellen Statistik ausgewiesen, schätzen Studien die Treibhausgasemissionen der EU-Landwirtschaft, zählt man diese indirekten Effekte hinzu.

Fakt ist: 70% der Treibhausgasemissionen in der europäischen Landwirtschaft entfallen auf die Tierhaltung.

Um diese Treibhausgase wirksam und langfristig abzusenken, müssen letztlich die Tierbestände verringert werden – bei gleichzeitigem Schutz vor Billig-Importen. Die Konsequenz: Wirksamer Klimaschutz in der Landwirtschaft heißt höhere Preise für Fleisch und Milchprodukte!
Diese unbequeme Wahrheit muss endlich auf den Tisch. Märchen und Fantasiezahlen helfen nicht gegen den weltweiten Temperaturanstieg. Unterstützen Sie uns dabei, denn wir machen uns damit nicht nur Freunde! Werden Sie Fördermitglied!

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Was ist denn die Lösung?
Meine Antwort ist: Am Anfang steht immer, die Probleme ehrlich beim Namen zu nennen. Ohne schonungslos über die wirkliche Situation zu berichten und stattdessen der Bevölkerung weiter unbequeme Wahrheiten zu verschweigen, wird es keine ernsthafte Debatte geben. Und damit auch keine Lösungen, die die tatsächlichen Probleme angehen, anstatt sich an Märchen zu orientieren.Wir sehen es als eine wesentliche Aufgabe von foodwatch an, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und eine ehrliche Diskussion über die tatsächlichen Probleme in unserer Landwirtschaft und mögliche Lösungen anzustoßen.

Bitte unterstützen Sie uns bei dieser Aufgabe mit Ihrer Fördermitgliedschaft!


Denn an einer grundlegenden Neuausrichtung der Agrarpolitik und der Landwirtschaft führt kein Weg vorbei. Sonst werden die Steuergelder für den Agrarsektor weiter steigen und alles geht weiter wie bisher: eine Landwirtschaft auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt.Am Ende also eine Landwirtschaft auf Kosten unser aller Zukunft.

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Vielen Dank und herzliche Grüße  



Thilo Bode
Geschäftsführer von foodwatch
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Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.

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