Millionen Tierkäfige beweisen die gescheiterte Agrarpolitik — foodwatch

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Hallo
noch immer werden Millionen von Tieren in Europa in Käfigen gehalten und leiden unendliche Qualen.

Manchmal denken wir hier bei foodwatch, uns könne kaum noch etwas überraschen im Agrar- und Ernährungssektor. Seit Jahren befassen wir uns mit absurden Werbelügen und müssen uns abenteuerliche Rechtfertigungen und Ausflüchte anhören. Und von Politiker*innen hören wir unentwegt, die Verbraucher*innen hätten es mit ihren Kaufentscheidungen selbst in der Hand, Missstände zu beseitigen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Auch und gerade beim Tierschutz.

Doch dass tatsächlich rund 300 (!) Millionen Tiere in der EU bis zum heutigen Tag legal in engsten Käfigen und Verschlägen gehalten werden, war uns bis vor kurzem auch nicht klar und hat uns wirklich geschockt. Bitte unterstützen Sie uns dabei, diese unhaltbaren Zustände zu beenden und werden Sie Förderer*in von foodwatch.

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Diese 300 Millionen Käfigtiere können nicht durch unsere Kaufentscheidungen aus ihrem Martyrium befreit werden, sondern nur, ausschließlich und allein durch politisch-gesetzgeberische Entscheidungen. 

Solange es gesetzlich erlaubt ist, werden Millionen von Muttersauen in der EU weiterhin in Zwangsjacken gleichenden „Kastenstände“ gezwängt und Millionen von Legehennen in angeblich „ausgestalteten Käfigen“ oder Abermillionen Kaninchen in engen Maschendrahtverschlägen gequält.

Als Verbraucher*innen wollen wir solche Zustände nicht nur nicht, wir verlangen auch von den zuständigen Politiker*innen, diese Auswüchse der Tierhaltung zu verbieten. Ohne Ausnahme und ohne Ausreden. Mit der Ausrede, wir Verbraucher*innen müssten nur richtig einkaufen, lassen wir uns nicht länger abspeisen – und wir von foodwatch gehen aktiv dagegen vor. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns als Förderer*in von foodwatch dabei unterstützen würden.

Tiere müssen, so fordert es der „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ (Lissabon Vertrag) von 2007, bei allen Gesetzgebungsverfahren der EU und auch der Mitgliedstaaten als „fühlende Wesen“ behandelt werden.

Ist es angemessen, „fühlende Wesen“ in engste Käfige zu sperren? Ein einziges? 300.000.000? War es jemals angemessen, so etwas zu tun? Natürlich nicht. Noch nie.
Aber halt – da kommt schon die nächste Ausrede, nämlich dass man ja gern den Tieren helfen würde, aber die Wettbewerbslage berücksichtigen müsse. Denn selbst wenn wir uns entscheiden würden, die Tiere nicht weiter zu quälen, dann würden es eben die anderen machen. Innerhalb oder außerhalb der EU. So hörten wir es vergangenes Jahr, als die seit Jahrzehnten überfällige Abschaffung der Sauenkäfige in Deutschland hätte beschlossen werden müssen. Aber nicht wurde, wegen der Konkurrenz außerhalb Deutschlands.

Jetzt hören wir dieses „Argument“ wieder, diesmal aus Brüssel. Denn die Europäische Kommission muss sich mit der Forderung befassen, alle Tierkäfige in der EU zu verbieten. Und zwar, weil über 1, 4 Millionen Menschen das in einer von foodwatch gemeinsam mit 170 weiteren Organisationen vorangetriebenen europaweiten Bürgerinitiative gefordert haben.

Auch wenn einige EU-Kommissar*innen bereits signalisiert haben, dass sie ein solches Käfigverbot unterstützen und das Europäische Parlament dies – allerdings mit langjährigen Käfig-Übergangsfristen – neuerdings auch unterstützt: die Gegner warnen vor Billigimporten aus Ländern mit niedrigeren Standards, die damit die europäische Agrarwirtschaft schwächen würden. Doch die EU kann, anders als einzelne Mitgliedstaaten (die können das nicht!), bei der Welthandelsorganisation (WTO) durchsetzen, dass sie von allen Importeuren vergleichbare Tierschutzleistungen verlangen darf wie von den europäischen Landwirt*innen.

Das kann tatsächlich gelingen.

Tierschutz muss und kann in Europa vorangebracht werden. Wenn wir nur den Druck aufrechterhalten. Doch der Gegendruck von all denen in der EU wird massiv sein, die selbst auf dem Weltmarkt mit niedrigsten Preisen Gewinne machen. Allen voran die Großen der europäischen Fleisch- und Milchindustrie, wie Tönnies & Co. Mehr gesetzlich vorgeschriebener Tierschutz passt nicht in deren Konzept, weil er die Kosten erhöht und die Gewinne schmälert.

Doch mehr Tierschutz muss das Konzept der EU sein. Tiere sind fühlende Wesen. So steht es in den europäischen Verträgen. Auch deshalb müssen wir gemeinsam die verantwortlichen Politiker*innen in Europa jetzt dazu bringen, tierquälerische Käfighaltungen in der EU ein für alle Mal zu verbieten.

Nur dank Ihrer Unterstützung können wir unsere Aktivitäten realisieren, wie zuletzt eine von rund 100.000 Menschen unterzeichnete Aufforderung an den EU-Handelskommissar und die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns dabei als Förderer*in von foodwatch unterstützen würden.

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Vielen Dank und herzliche Grüße  

Matthias Wolfschmidt
Internationaler Strategiedirektor von foodwatch

Weiterführende Quellen: > Link zu Informationen und Quellen

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