Emil und die Detektive… foodwatch

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Hallo und guten Tag
,als Erich Kästner „Emil und die Detektive“ schrieb, tat er etwas in der Literatur noch nie Dagewesenes: Bis dahin gab es Märchen, Heldenepen oder „Moral-Geschichten“. Aber kein Buch, in dem einige etwa zwölfjährige Jungs gemeinsam mit Emils couragierter Cousine Pony Hütchen einen Dieb verfolgen und am Ende auch überführen. Unzählige Kinderbücher in dieser Tradition sind seither erschienen. Doch im Jahr 1929 war Kästners „Emil“ ein emanzipatorischer Perspektivenwechsel. Und der Beginn der modernen Kinderliteratur.

Auch foodwatch fordert einen bahnbrechenden Perspektivenwechsel – zumindest in den Augen der Nahrungsmittelindustrie: die verpflichtende Einführung einer Nährwertampel auf Lebensmitteln in ganz Europa. Sie ist unerlässlich, um die Gesundheit der Bürger:innen in Europa zu schützen, indem sie unausgewogene Nahrungsmittel auf den ersten Blick entlarvt.

Bis heute gibt es kein Gesetz, das die Lebensmittelhersteller in der EU verpflichtet, die Nährwertzusammensetzung ihrer Erzeugnisse auf der Packungsvorderseite für jedermann und kinderleicht verständlich anzugeben. Das hat die mächtige Lebensmittellobby bislang verhindert. Doch foodwatch wird nicht ruhen, bis sich das ändert – hoffentlich gemeinsam mit Ihnen, denn gemeinsam sind wir stärker. Bitte unterstützen Sie uns als Mitglied von foodwatch.

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foodwatch fordert die Lebensmittelampel nicht als einzige Organisation. Letzte Woche hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Europäische Union aufgefordert, den Nutri-Score, also die Nährwertampel, verpflichtend in ganz Europa einzuführen.

Laut der WHO-Krebsforschungsagentur könnten durch diese Lebensmittelkennzeichnung ernährungsbedingte Krankheiten und sogar Krebs nachweislich verringert werden. Die bisher üblichen, kleingedruckten Nährwerttabellen auf der Packungsrückseite leisten dies nicht – viel zu klein, zu unverständlich und zu komplex sind die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen für Verbraucher:innen. Sie können einfach nicht auf einen Blick erkennen, welche Produkte gesünder oder unausgewogener sind.

Doch statt längst tätig zu werden, dulden die EU und sämtliche Mitgliedstaaten, also auch Deutschland, nach wie vor die abenteuerlichsten Werbelügen und Irreführungen auf den Verpackungsvorderseiten. Sie nehmen so vermeidbare Gesundheitsschäden ihrer Bürger:innen in Kauf – siehe WHO. Und das, obwohl Täuschung und Irreführung bei Lebensmitteln überall in Europa seit 2005 verboten sind. Der Nutri-Score würde viele der Irreführungen und Werbelügen durch die einfachere Vergleichbarkeit innerhalb einer Produktgruppe schnellstens entlarven.

Bitte stellen Sie sich bei unserem Einsatz für diese Lebensmittelkennzeichnung an unsere Seite und unterstützen Sie uns als Mitglied von foodwatch.

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Dank unserer Beharrlichkeit, durch investigative Recherchen und unsere engagierte Öffentlichkeitsarbeit ist es uns gelungen, dass Bundesministerin Julia Klöckner die Nutri-Score-Ampel widerstrebend auch für Deutschland als freiwillige Kennzeichnung eingeführt hat. In einigen anderen EU-Staaten ist das, auch dank foodwatch, ebenfalls so.

Jetzt aber kommt es darauf an, die Nährwertampel verpflichtend durchzusetzen. In ganz Europa. Denn nur so müssen alle Lebensmittel, also auch die unausgewogenen, mit einer Ampel gekennzeichnet werden. Sonst wäre die gute Idee ad absurdum geführt. Derzeit findet in der EU ein Gesetzgebungsprozess statt, in dem es bis Ende 2022 darum geht, ob die Lebensmittelampel verpflichtend eingeführt wird oder nicht. Die Ernährungs- und Agrarlobby wird jedoch alles versuchen, um zu verhindern, dass erstmals in der Geschichte der EU eine von unabhängigen Wissenschaftlern entwickelte, nachweislich wirksame, von der Weltgesundheitsorganisation geforderte, farbige Nährwert-Pflichtkennzeichnung auf der Schauseite von allen Lebensmittelverpackungen vorgeschrieben wird.

Und foodwatch wird weiter mit voller Kraft dafür kämpfen, dass die verpflichtende Nährwertampel in Europa endlich kommt. Mit Büros in Berlin, Brüssel, Amsterdam, Paris und Wien. Mit dem langen Atem, den es braucht, um mächtige Widerstände zu überwinden.
 Bitte stärken Sie uns dafür den Rücken und werden Sie Mitglied von foodwatch.

Es geht nicht nur um eine farbige Kennzeichnung. Es geht darum, dass die Lebensmittelgesetze der EU konsequent im Interesse und zum Schutz der Verbraucher:innen Europas geschrieben und auch durchgesetzt werden.

Das ist das Ziel von foodwatch.

Was das mit Kästner zu tun hat? Er hat mit „Emil und die Detektive“ gezeigt, wie befreiend und bahnbrechend ein Perspektivenwechsel sein kann. Und Kästner hat auch gewusst

Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es. – Erich Kästner

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie, als Mitglied von foodwatch, uns dabei helfen würden, den überfälligen Perspektivenwechsel im Lebensmittelrecht zu erreichen.

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Danke für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße

Matthias Wolfschmidt
Internationaler Strategie Direktor

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Impressum
Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.

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