encore – CO2 – DER VERGEBLICHE KAMPF — thinkagain

Alljährlich grüßt das Murmeltier, diesmal aus Madrid. Es war die COP25, die fünfundzwanzigste UN-Klimakonferenz zur CO2-Begrenzung. Fast 27.000 Delegierte waren Anfang Dezember in die spanische Hauptstadt gereist, um sich am Ende der Konferenz darauf zu einigen, dass sie nichts erreicht hatten. Jahr für Jahr, seit 1995, hatte das Treibhausgas zugenom­men und 2019 mit 415 ppm einen nie dagewesenen Höchstwert erreicht. Wird da vielleicht etwas falsch gemacht? Wird da mit den falschen Waffen gekämpft?


Ratten und Scheiterhaufen

Vor gerade mal zwanzig Generationen war unser Leben beherrscht von Aberglauben und Dogmen, von Tabus und Ignoranz. Man glaubte, dass ein Bündel Lumpen, lange genug in einer finsteren Ecke belassen, sich spontan in Ratten verwandelte, dass man aus jedwedem gelblichen Material Gold herstellen könnte oder, wenn das nicht klappte, zumindest ein Elixier für ewige Jugend.

Rivalisierende Gelehrte versuchten vergeblich, die wahre Natur der Dinge zu verstehen. Nachdem ihnen das misslang, fanden sie wenigstens Trost darin, wenn ihre Gegner auf dem Scheiterhaufen endeten. Es war die finstere Zeit des Doktor Faustus, der verzweifelt versuchte zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält.

Eine Supernova des Geistes

Doch dann geschah etwas, was die Menschheit wie eine Supernova erleuchtete, was eine Lawine von Erkenntnis freisetzte – und schließlich die industrielle Revolution, das technische Zeitalter und bislang unbe­kannten Wohlstand ermöglichte. Es war ein Ereignis, welches dazu führte, dass die Leistungen der folgenden Jahre den Fortschritt der vergangenen 3 Millionen als armselig verblassen ließen. Dieses Ereignis fand zunächst in den Köpfen einiger Weniger statt, breitete sich aber bald mit Licht­geschwindigkeit aus: Es war die Entdeckung der Unterscheidung. (Der Begriff Unterscheidung, so wie hier gebraucht, ist nicht nur die Feststellung, dass schwarz nicht weiß ist. Er bedeutet, etwas so lange anzuschauen, bis man wahrnimmt, was schon immer da war, aber nicht gesehen wurde. Erkennen ist etwas anderes. Wenn jemand das Reh am Waldrand erkennt, dann wusste er schon vorher, dass es Rehe gibt.)

Man hatte herausgefunden, dass komplizierte, bis dahin unverständliche Phänomene durch intelligente Unterscheidungen schrittweise durch­schaubar, verständlich und nützlich gemacht werden konnten. So war bis anno 1600 die Elektrizität ein nutzloses Kuriosum, welches darin bestand, dass Papierschnipsel an poliertem Bernstein kleben blieben. Doch nun begann man, elektrische Ladung von elektrischen Feldern zu unter­scheiden, man trennte Strom von Spannung, und das bizarre Phänomen Elektrizität konnte zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden. Ohne besagte Unterscheidungen gäbe es keine Staubsauger, keine Lampen, keine Computertomographie und auch keine Smartphones.

Wissenschaft ist nichts anderes als die geordnete Ansammlung intelli­gen­ter Unterscheidungen. Das erfordert häufig, dass neue Begriffe erfunden werden, weil eben eine bestimmte Unterscheidung bisher nicht gemacht wurde und damit nicht Teil der Sprache war. Hier ein Beispiel:

Bei der Entwicklung von Arzneimitteln traf ein kluger Kopf vor etwa 60 Jahren folgende intelligente Unterscheidung: Man muss einerseits unter­suchen, was der menschliche Körper mit einem Medikament macht, und umgekehrt, was ein Medikament mit dem Körper macht. Für Ersteres prägte man den Begriff „Pharmakokinetik“, für Letzteres „Pharmako­dynamik“. Jeder Pharmazeut auf dieser Welt, der seiner Zunft keine Schande machen möchte, wird heute unter diesen Begriffen genau das verstehen. Das ist die Basis für Fortschritt und Professionalismus.

Die Einführung der Unterscheidung in unser Denken und die Bereicherung der Sprache durch klare, logisch verknüpfte Begriffe sind eine gigantische Errungenschaft, die ihresgleichen nur in der Entstehung des aufrechten Gangs findet. Eine Domäne jedoch hat sich bis jetzt gegen klare Sprache und intelligente Unterscheidungen erfolgreich gewehrt: die Politik.

Die Politik hat sich gegen Klarheit erfolgreich gewehrt

Nicht etwa, dass Klarheit hier fehl am Platze wäre. Politik ist durchaus eine komplexe Angelegenheit, die von intelligenten Unterscheidungen profitieren würde. Der heutige politische „Diskurs“ ist aber eher „der systematische Missbrauch eines Vokabulars, welches eigens zu diesem Zwecke ständig erneuert wird“ (frei nach Otto Laporte, einem deutschen Physiker). Das verhindert nicht nur die Lösung komplexer Probleme, es ist deren Ursache. Warum ist das so?

Politik ist eigentlich das Erschaffen und Implementieren von Spielregeln für das optimale Zusammenleben größerer Gemeinschaften. Es hat sich gezeigt, dass dazu gewisse Personen mit besonderen Befugnissen ausgestattet werden müssen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass diese Personen dazu neigen, ihre Privilegien nicht nur zum Wohle der Gemein­schaft zu verwenden, sondern auch – und gerade – zum persönlichen Vorteil. Sie nutzen ihre Macht, um an der Macht zu bleiben. Um diesen Betrug zu verbergen, muss Klarheit vermieden werden. Während Wissen­schaft durch Logik und Klarheit zur Wahrheit strebt, geht es in der Politik durch List zu Mehrheit und Macht.

Lassen Sie uns nun ein Thema analysieren, welches zwischen Politik und Physik, zwischen Mehrheit und Wahrheit angesiedelt ist: Global Warming (GW). Es stammt zwar aus den USA, hat aber unser Land mit einer Unerbittlichkeit durchdrungen, wie sie nur in Deutschland zu finden ist.

Um die Welt zu retten, sind Politik und Wissenschaft eine Ehe einge­gangen, die sehr schnell in Zwangsprostitution endete – für die Wissen­schaft. Die Forscher dürfen jetzt nicht mehr ihrer wahren Neigung folgen und mit Lust und Liebe die reine Wahrheit suchen, sondern sie müssen liefern, was der Freier fordert. Und der möchte schreckliche Nachrichten, er braucht Sprengstoff, um die Welt in Angst und Abhängigkeit zu versetzen. Willkommen in der Welt der Klimaretter.

Vielleicht können Sie sich nicht vorstellen, dass scheinbar ehrenwerte, welt­weit etablierte Organisationen wie Greenpeace, Sierra Club, WWF oder der Weltklimarat IPCC korrupt und unethisch sind. Aber schauen Sie einfach selbst: Schon bei ganz oberflächlicher Betrachtung wird der Schwindel sofort sichtbar. Als Temperaturmessungen durch Satelliten über achtzehn Jahre keine Erwärmung zeigten, da gab man dem Kind einen neuen Namen: aus Global Warming wurde Climate Change. Nach­dem die ursprüngliche Bedrohung also ausgeblieben war, verkauft man jetzt deren vermeintliche Folgen.

Keine Sache der Mehrheit, sondern der Wahrheit

Das IPCC verweigert sich jeglicher wissenschaftlichen Debatte, insbeson­dere, wenn seine düsteren Vorhersagen Jahr für Jahr daneben­liegen. Die einzige Antwort: „97 Prozent aller Wissenschaftler unterstützen diese Ergebnisse.“ Wie erwähnt ist Physik aber keine Sache der Mehrheit, sondern der Wahrheit. Als man Einstein vorhielt, dass hundert Wissen­schaftler seine Theorie ablehnten, antwortete er: „Warum so viele? Ein einziger, der mir meinen Fehler zeigt, würde genügen.“

Und außerdem: Wie objektiv sind besagte 97 Prozent? Stellen Sie sich vor, zwei Freunde diskutieren, ob es den lieben Gott gibt oder nicht. Als sie sich nicht einigen können, fragt man die Experten. Und siehe da, 97 Prozent sagten, „ja, es gibt ihn“. Man hatte alle Pfarrer, Bischöfe und sogar den Papst persönlich gefragt. Wenn die es nicht wissen, wer dann?

So liefern die linientreuen Wissenschaftler gehorsam die gewünschten, politisch opportunen „Ergebnisse“ an ihre Schutzpatrone. Die so gerüs­teten mächtigsten Männer und Frauen der Welt treffen sich, um den Plane­ten zu retten und um sich gegenseitig in ihrer Betroffenheit zu überbieten. Ihnen, denen die Erde und ihre Temperatur angeblich mehr am Herzen liegen als alles andere, ihnen ist es in 25 Jahren nicht gelungen, die Konzentration des CO2-Moleküls in der Luft um ein paar lächerliche Millionstel zu senken.

Statt das Problem zu lösen, haben sie es zur neuen Religion erhoben, die das Vakuum füllt, welches vom schwindenden Christentum hinterlassen und vom gedeihenden Islam noch nicht besetzt worden ist.

Diese neuen Hohepriester profitieren ganz massiv von Furcht und Unwissenheit in der Bevölkerung. Man lebt sehr gut vom Geschäft mit Windmühlen und Solardächern, von internationalen Megakongressen, wo Gleichgesinnte sich gegenseitig lobend erwähnen, Medaillen umhängen, alternative Nobelpreise verleihen und gleichzeitig gründlich die eigenen Taschen füllen. Und auch wenn die Ergebnisse der 27.000 Experten in Madrid sehr mager waren, eines steht schon fest: der Ort für die nächste Konferenz: Glasgow.

Wie die Suche nach intelligentem Leben

Es wurde ja versprochen, dass komplizierte Phänomene durch intelligente Unterscheidungen durchschaubar und verständlich gemacht werden könn­ten. Würde sich dieses Tool auch im Dickicht von Global Warming behaupten?

Zuerst müssen wir GW aus dem großen grünen Eintopf von Umwelt­bewusstsein, Gutmenschentum und Technophobie herausfischen und auf einen Teller legen, um es sezieren zu können. GW hat nichts mit Luft­verschmutzung oder Feinstaub, mit Tsunamis oder mit Plastikmüll am Strand zu tun. Es geht ausschließlich um Kohlendioxid (CO2) und warme Luft. Nach dieser ersten Feststellung zerlegen wir das verbleibende Thema in eine Reihe von Thesen und prüfen deren Richtigkeit.

These 1: Der CO2-Gehalt der Atmosphäre hat sich erhöht. Stimmt das?

Keine Frage, so ist es. In den vergangenen fünfzig Jahren ist die Konzen­tration von CO2 in der Luft um ca. ein Drittel angestiegen, allerdings liegt sie immer noch bei weniger als 0,05 %. Unter 2.000 Luftteilchen würden Sie im Durchschnitt nur ein CO2-Molekül finden – wenn Sie Glück haben.

These 2: Dieser Anstieg ist von Menschen verursacht

Man kann den erwähnten Anstieg auch in Tonnen ausdrücken und diese Zahl vergleichen mit den Mengen an CO2, die der Mensch durch Ver­hei­zen von Kohle, Erdöl und Gas produziert. Die Rechnung lässt keine Zweifel aufkommen, dass ein wesentlicher Beitrag vom Menschen gemacht ist.

These 3: Die Erde erwärmt sich

Das könnte der Fall zu sein, es gibt dazu unterschiedliche Daten. Alles in allem hat sich die Erde wohl in den vergangenen 50 Jahren um ca. 0,5 °C erwärmt, also durchschnittlich etwa ein Hundertstel Grad pro Jahr. Das ist nicht viel, dennoch gibt es sensible Personen, die beteuern, sie würden diese Erwärmung spüren.

These 4: Ursache für die Erwärmung ist menschengemachtes CO2

Diese These kann weder bewiesen noch ausgeschlossen werden. Das ist wie mit der Suche nach intelligentem Leben auf anderen Planeten, da können wir uns nicht sicher sein, ob es existiert, können es aber auch nicht ausschließen. Letzteres kann man nur für die Erde.

Zur Veranschaulichung der Komplexität von These 4 hier ein Vergleich: Jemand überlegt, ob der zunehmende Konsum von Coca-Cola weltweit zu mehr Fettleibigkeit führt. Zur Untersuchung bestimmt man das Durch­schnittsgewicht aller Menschen des Planeten, vom Säugling in Lesotho bis zum Greis in Kanada. Man vergleicht die Werte kontinuierlich und stellt eine durchschnittliche Zunahme von 5 Gramm pro Jahr fest, in den vergangenen 50 Jahren also ein viertel Kilo. Ist das die Folge von Coca-Cola? Oder hat es mit sinkender Armut und geringerer Säuglings­sterblichkeit zu tun? Einen kleinen Beitrag könnte das beliebte Kalt­getränk durchaus geleistet haben. Der Zusammenhang ist aber weder zu beweisen noch auszuschließen.

These 5: Die Erderwärmung gefährdet das Leben

Es hat in geschichtlicher Zeit wärmere Phasen gegeben, die bedeutsam waren, und die etwa Weinanbau in England ermöglicht haben. Es soll dahingestellt bleiben, ob britischer Wein eine Gefährdung für das Leben auf dem Planeten war, es ist jedenfalls nicht auszuschließen.

Was sind die Bremsen gegen Global Warming?

Was schließen wir aus diesen Unterscheidungen? Fakt ist: Thesen 1 bis 3 sind richtig, Thesen 4 und 5 sind nicht zu klären.

Fazit: Mit ungewisser Wahrscheinlichkeit kommt ein Schaden ungewissen Ausmaßes auf die Menschheit zu. Das ist wie beim Autofahren: Mit ungewisser Wahrscheinlichkeit werden wir eines Tages einen Crash mit ungewissen Folgen haben. Vielleicht werden wir ja auch nie einen Unfall haben. Das wissen wir aber erst am Ende unseres Lebens. Klugerweise reduzieren wir also schon heute die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls durch gute Bremsen und mindern den möglichen Schaden durch Airbags und Gurt. Das ist Risikomanagement, ersteres heißt aktiv, letzteres passiv.

Was sind die Bremsen gegen GW? Da müssen wir wieder unterscheiden. Falls GW menschengemacht wäre, so wäre das eine gute Nachricht. Wir könnten aktives Risikomanagement betreiben durch weltweite Reduktion der CO2-Emissionen.

Wäre GW natürlichen Ursprungs, so gäbe es keine Maßnahmen, um ihm aktiv entgegenzutreten. Es bliebe nur die Option, die Folgen für die Menschheit durch passives Risikomanagement zu minimieren. Solche Maßnahmen wären dann offensichtlich auch im Falle von man-made GW nützlich. Der Airbag hilft ja auch, wenn wir den Unfall selbst verschuldet haben.

Und noch eine Unterscheidung: CO2-Reduktion wirkt nur, wenn die ganze Welt mitmacht. Es bringt nichts, wenn Europa, um CO2 zu sparen, die elektrischen Zahnbürsten verbietet und China für jede Bürste, die vom Netz geht, ein 800 Megawatt Kohlekraftwerk anwirft. CO2 verteilt sich nämlich ziemlich gleichmäßig über den Planeten, jeder kriegt davon ab, egal, wo es gemacht wird.

Welches Risikomanagement haben die Politiker im 25-jährigen Krieg gegen GW bisher betrieben? Gut, es wurden gigantische Geldströme generiert – am CO2 hat das aber nichts geändert. Dennoch verfolgt man weiter diesen globalen und aussichtslosen Weg.

Warum kein lokales, passives Risikomanagement?

Warum betreibt man denn kein lokales, passives Risikomanagement? Warum schützen wir uns nicht vor den Folgen der Erwärmung? Das ginge doch viel einfacher. Schon heute könnte man Moskitonetze für Kinder­betten in Baden-Württemberg anbringen, um die Kleinen vor Malaria zu schützen. Und warum ist Lübeck noch nicht evakuiert? Haben die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt keinen Anspruch auf Schutz vor steigendem Meeresspiegel? Ist Niederbayern auf den Einfall von Puff­ottern vorbereitet, die bei subtropischem Klima bald Alltäglichkeit sein werden?

Keine Frage: Solch absurde Maßnahmen würden auch dem einfältigsten Zeitgenossen die Augen öffnen, um den gigantischen Betrug zu erkennen, der sich abspielt. Er würde erkennen, dass GW, falls es dann wirklich stattfindet, so geringen Einfluss auf das Leben hat, dass vernünftige Schutzmaßnahmen weder denkbar noch notwendig sind. Und diese Erkenntnis soll verhindert werden – auf Teufel komm raus.

Wir sind auf dem Weg zurück in die finsteren Jahrhunderte, als aus Müll Ratten wurden, als man gelbe Flüssigkeiten zu Gold machte und als die Hexen lichterloh auf den Scheiterhaufen brannten. Und wenn wir nichts gegen den Verfall des Geistes tun, dann könnten wir, über kurz oder lang, auch noch den aufrechten Gang einbüßen und wieder auf Bäumen leben. In Hambach gab es schon erste Anzeichen dafür.

Helfen Sie mit, dass unsere Zivilisation nicht ganz verloren geht. Wie? Durch das gleiche Werkzeug, welches sie geschaffen hat: durch intelli­gente Unterscheidung und durch klare Sprache. Wort und Logik müssen wieder den Diskurs bestimmen, nicht Geschwätz und Intrige. Am Anfang war das Wort, am Ende ist die Lüge.


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