Investoren verdrängen heimische Landwirtschaft — S&G 43


hag. Der Boden ist für die Bauern
der wichtigste Produktionsfaktor.
Doch die Preise für Pacht oder
Kauf landwirtschaftlicher Flächen
steigen seit Jahren stark an, womit
sich auch die Kosten der landwirt-
schaftlichen Produktion erhöhen.
Ein Hauptgrund für die enorme
Preissteigerung ist laut Andreas
Tietz vom Thünen-Institut für Länd-
liche Räume, dass in Zeiten nied-
riger Zinsen immer mehr
Geldanleger auch außerhalb der
Landwirtschaft den Boden als Ka-
pitalanlage für sich erkannt haben.
Die Folge ist, dass sich bereits
2017 jeder dritte landwirtschaft-
liche Betrieb in Ostdeutschland
mehrheitlich im Besitz von Investo-
ren befand, die mittlerweile – je
nach Bundesland – zwischen 19 %
und 37 % der landwirtschaftlichen
Fläche in Ostdeutschland bewirt-
schaften. Sie zahlen Preise, mit de-
nen normale landwirtschaftliche
Betriebe nicht konkurrieren kön-
nen und rauben so deren Existenz-
grundlage. Zwar beklagt Land-
wirtschaftsministerin Julia Klöck-
ner diese Entwicklung, doch außer
Lippenbekenntnissen hat sich bis-
her nichts getan. So wird unwieder-
bringlich eine wichtige Säule
unserer Gesellschaft – die kleinbäu-
erliche Landwirtschaft – immer
mehr zurückgedrängt, anstatt deren
Entfaltungsräume und Vielfältig-
keit mit aller Priorität zu verteidi-
gen. [7]

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