Zum letzten Mal — foodwatch

foodwatch
Heute ist der Tag gekommen, an dem ich mich von Ihnen verabschieden möchte. Zwanzig Jahre foodwatch liegen seit der Gründung hinter mir. Jetzt ist es Zeit, einer jüngeren Führungsriege Platz zu machen. Worauf ich stolz bin, aber auch welchen Fehler ich gemacht habe und warum foodwatch keine Einkaufsberatung ist – darüber erzähle ich Ihnen in unserem Video, das Ihnen einen Einblick in meine Erfahrungen gibt:

Video über meine foodwatch-Zeit

Hallo
In diesen Tagen frage ich mich oft: War foodwatch erfolgreich?

Einerseits: Ja, denn wir haben die Verbraucher:innen vor zahlreichen Gefahren geschützt (Dioxin, Lebensmittelzusatzstoffe, unausgewogene Lebensmittel, Werbelügen) und wichtige Debatten angestoßen, zum Beispiel über die untauglichen Pläne für eine Reform der Landwirtschaft. Andererseits: Nein, weil wir den Agrar-und Lebensmittelmarkt nicht grundsätzlich verändert haben. Nach wie vor gibt es keine verpflichtende Lebensmittelampel, für die wir seit 15 (!) Jahren streiten. Es gibt keine ausreichende Transparenz über Lieferketten. Und neuartige Handelsverträge wie das CETA-Abkommen mit Kanada bedrohen Verbraucher- und Gesundheitsschutz-Standards.

Ein wenig stolz bin ich, dass es uns gelungen ist, foodwatch zu einer internationalen Organisation zu machen. Unternehmen und Regierungen nehmen uns ernst. Schon unsere Präsenz verhindert so manche negative Entwicklung. Das, was wir erreicht haben, verdanke ich meinem großartigen Team, aber ohne den Rückhalt von Ihnen, liebe Interessent:innen, die unseren Weg begleitet, unterstützt, aber auch kritisch kommentiert haben, wäre dies nicht möglich gewesen. Allein durch Ihre Präsenz machen Sie uns Mut und motivieren Sie uns. Sie verleihen uns auch die notwendige politische Legitimation, kompromisslos für Verbraucherrechte im Lebensmittelmarkt zu streiten. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Ich bin sehr froh, dass ich die Verantwortung jetzt an meine Nachfolger, Jörg Rohwedder, Direktor von foodwatch International, und Dr. Chris Methmann, neuer Direktor von foodwatch Deutschland übergeben kann.

Jörg Rohwedder ist seit vielen Jahren in verschiedenen politischen Organisationen aktiv, unter anderem war er Campaigner bei der Online-Plattform WeMove Europe und Geschäftsführer der Bewegungsstiftung. Zuletzt arbeitete der 54-jährige im Geschäftsführungsteam von LobbyControl.

Dr. Chris Methmann engagiert sich ebenfalls schon seit langem in der globalisierungskritischen und Umweltbewegung. Bevor er zu foodwatch kam, setzte er sich als Kampagnendirektor bei der Bürgerbewegung Campact für den sozialen, ökologischen und demokratischen Fortschritt ein.

Ich bin überzeugt, beide werden – zusammen mit allen foodwatch-Büros – die Organisation noch stärker machen und eine europäische Verbraucherrechtsorganisation aufbauen, die uns dem Ziel eines sozial gerechten, ökologischen, transparenten und der Gesundheit förderlichen Ernährungssystems näher bringt.

Video über 20 Jahre foodwatch

Bitte bleiben Sie foodwatch und der neuen Führung gewogen! Wir brauchen Sie! Ich habe es selbst erfahren: Es lohnt sich zu kämpfen, auch für kleine Fortschritte!


Mit meinen herzlichen Grüßen und besten Wünschen für Sie
Ihr
Thilo Bode

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