Einladung zum Zeitpunkt-Apero, 2. Mai 2022

Gibt es eigentlich einen Menschen,
der in irgendeiner Situation nicht wichtig genommen werden will?
Ruth C. Cohn

Liebe Leserinnen und Leser
Die Neutralität wird in der Schweiz das dominierende Thema sein, zumindest bis im Herbst, wenn wahrscheinlich wieder Covid herrscht, vielleicht gleichzeitig mit dem Gaspreis und der Geldentwertung. Aber bis dahin wird die Frage «Krieg oder Frieden?» vielleicht nicht die öffentliche Debatte, aber die Herzen und die Diskussionen am politischen Küchentisch beherrschen.

Die «immerwährende» Neutralität der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde vor Kurzem aufgegeben – gegen den Willen von mindestens 95 Prozent der Bevölkerung, aber auf Druck von 95 Prozent der Medien und in ihrem Schlepptau von der überwiegenden Mehrheit der Politiker. Es sind nie die Menschen, die einen Krieg wollen. Es sind immer ihre verblendeten Führer und die hinter ihnen stehenden Kräfte – die ihn manchmal sogar brauchen.

Machen wir uns nichts vor: Die Sanktionen sind Krieg, Wirtschaftskrieg. Die Sanktionen der EU, denen die Schweiz folgt, sollen Russland ruinieren. Von der Leyen hat sich unmissverständlich ausgedrückt.

Die Sanktionen schaden der Schweiz, und sie verkürzen den unseligen Krieg um keine Sekunde. Im Gegenteil: Als neutrales Land hätte die Schweiz die Möglichkeit, ihre ehemals geschätzten guten Dienste anzubieten und zu vermitteln. Jetzt versuchen sich darin so parteiische und gewaltbereite Aktuere wie Israel oder die Türkei. Ob das gut kommt?

Die Neutralität gehört dermassen zum Selbstverständnis der Eidgenossenschaft, dass sie in der Bundesverfassung kaum erwähnt wird. Art. 173 gibt der Bundesversammlung und Art. 185 dem Bundesrat die Aufgabe, «Massnahmen zur Wahrung … der Neutralität der Schweiz» zu treffen. Kein Artikel, kein Absatz, nicht einmal eine Fussnote in der ganzen Bundesverfassung mit einem Hinweis darauf, wer die Neutralität gegebenenfalls aufheben dürfte und unter welchen Bedingungen.

Aber ein Bundespräsident kann es offensichtlich, denn schliesslich ist er ja Bundespräsident, obwohl er als Bundesrat auf die Verfassung geschworen hat. Und in ihr stehts nichts über die Aufhebung der Neutralität. Wie die Mächte vor hundert Jahren in den Ersten Weltkrieg genachtwandelt sind, stolpern wir jetzt in einen Krieg. Denn ein Wirtschaftskrieg ist ein Mittel der Eskalation. Er verfolgt Kriegszeiele – Unterwerfung und Zerstörung – und sich schnell zu einer Hungerblockade ausweiten, ein (verbotenes) Mittel der Kriegsführung.

Dass die Schweiz jetzt Partei in einem Wirtschaftskrieg sein soll, ist nicht hinzunehmen. Es ist der eine Verfassungsbruch zu viel, mit dem unsere Regierung gezeigt hat, dass sie eigentlich vor nichts zurückschreckt, nicht einmal vor Krieg. Es ist der Hochmut, der vor dem Fall kommt.

Darüber wollen wir sprechen, am Zeitpunkt-Apero vom 2. Mai im Grossen Konzertsaal in Solothurn.
Ebenso darüber, dass wir einen Angriffskrieg nicht gutheissen können, auch Provokationen nicht. Und über unsere (scheinbare) Machtlosigkeit in dieser Krise.

Wir haben höchste interessante Gäste: Dr. Daniele Ganser, Historiker, Friedensforscher, NATO-Kenner und Erfinder des wunderbaren politischen Begriffs «Menschheitsfamilie»
Mathias Bröckers, Bestseller-Autor, «Putin-Versteher» und Chronist auf dem Weg in eine multipolare Welt
Verena Tobler, Soziologin, Mediatorin und scharfzüngige Friedensaktivistin
Ralph Bosshard, Oberstlt. i.Gst., Absolvent der Generalstabsschule Moskau und Senior Planning Officer in der Special Monitoring Mission to Ukraine der OSZE.
Sie alle wollen natürlich, dass die Schweiz den Weg zur Neutralität wieder findet und der Krieg rasch zu Ende geht. Aber wie? Darüber wollen wir am Apero sprechen.

Im ersten Teil stellen sich ein paar vielversprechende Initiativen vor, u.a. die Giacometti-Initiative «Volk und Stände entscheiden über dringlich erklärte Bundesgesetze» und die «Fördergesellschaft Demokratie Schweiz». Für den musikalischen Rahmen sorgt die Berner Musikerin und Chansonnière Yoki.

Dazwischen gibt es wie immer eine stündige Pause zur Verpflegung vom Finger-Food-Buffet und zur Vernetzung mit den vielen interessanten und interessierten Menschen.

Datum/Zeit: Montag, 2. Mai 2022, 18.15 bis 21.45 Uhr
Ort: Grosser Konzertsaal, Unt. Steingrubenstrasse 1, 4500 Solothurn.
Eintritt:
Vorverkauf (Ticketino): Fr. 35.–
Abendkasse: Fr. 40.–
Inkl. Verpflegung und Getränke.

Wenn Sie etwas früher kommen wollen, machen Sie noch einen Bummel durch die Ambassadorenstadt oder besteigen den Turm der St. Ursen-Kathedrale, der nach zwei Jahren endlich wieder geöffnet ist.

Ich freue mich, Sie zu einem anregenden Abend begrüssen zu dürfen und bleibe

Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber



 
Zum Zeitpunkt-Apero anmelden

«Reset oder Renaissance»,

das Schwerpunktthema des neusten Zeitpunkt (Nr. 168).
Eine historische Wahl und eine grosse Entscheidung.
Mit Beiträgen von Mathias Bröckers, Ernst Wolff, Christoph Pfluger und anderen. 128 Seiten.
Sonderangebot für Zeitpunkt-Leser: Fr./€ 10.– statt 15.– (gültig bis 24. April.

Weitere Infos und Bestellung

In der Ausgabe blättern.

Textbeispiel: Leben am Halsband – wir werden nur noch wollen, was wir dürfen

Neu im Zeitpunkt-Infoportal


Herzschlag statt Fingerabdruck
19. April 22
Wolfgang Kempens
Dynamik, Rhythmus, Klangfarbe, Tonhöhe und Ton: Jedes Herz schlägt anders. Spanische und iranische Forscher entwickeln eine neue Möglichkeit, Menschen zu identifizieren.

  Tourismus: Jedes Land hat seine eigenen Coronaregeln 
18. APR 22 
BARBARA HAGMANN
Auch wenn viele Länder ihre Einreisebestimmungen ­gelockert haben, bleibt das Reisen kompliziert. Griechenland und Italien fordern sogar von Kindern ab fünf oder sechs Jahren ein Zertifikat.


«Bei uns vergisst man sie nicht»: Procol Harum und ihr Welthit
17. APR 22 
NICOLAS LINDT
Als ich mich in die Welt verliebte – Chronik einer Leidenschaft #7

Corona, Ukraine, Koyaanisqatsi und Frühling immer wieder
16. APR 22 
WOLFGANG WEIGAND
2015 waren es die Flüchtlinge, dann kam Greta Thunberg und Friday for Future, dann die Corona-Angst-Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg. Und was wird danach kommen im Weltgeschehen?

Die Karfreitagsfrage
15. APR 22 
CHRISTOPH PFLUGER
Wer Auferstehung will, muss etwas sterben lassen. Aber was?

 

Ostern als Obdach für alle
16. APR 22 
PHILIPPE SCHULTHEISS 
Die Ostergeschichte ist auch eine Geschichte des Willkommen- und Heimischseins. Der Philosoph, Ökonom und Theologiestudent Philippe Schultheiss nimmt das Osterfest zum Anlass, um über die selbstverschuldete metaphysische Obdachlosigkeit des Menschen zu reflektieren.

Die Achse Rom-Berlin hinter den EU-Sanktionen gegen Russland
16. APR 22 
CAROLINE HARTMANN
Einer Rekonstruktion der Financial Times (6.4.) zufolge waren zwei Personen in Europa ausschlaggebend für die Entscheidung zum Einfrieren der russischen Zentralbankreserven: Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi und Björn Seibert, Ursula von der Leyens Stabschef.

Bleibt der autarke Staat eine Utopie?
14. APR 22 
BARBARA HAGMANN
Sind autarke Systeme möglich, beziehungsweise können sie Bestand haben? Der Versuch, einen unabhängigen Staat zu gründen, wagte in den 60ern der italienische Ingenieur Giorgio Rosa mit seiner Roseninsel.

Den Boden pflegen wie die eigene Haut
14. APR 22 
REDAKTION
Die Humusschicht, die die Erde wie eine dünne Haut überzieht, braucht für ihre Gesundheit eine ebenso achtsame Pflege, wie die Haut des Menschen. Der Bodenfruchtbarkeitsfonds und Weleda laden ein, einen Beitrag an eine «Wertschätzungskette» zu leisten.

Solarenergie vermieten
15. APR 22 
REDAKTION
Bis 2050 will die Schweiz klimaneutral werden. Dafür muss aber noch viel getan werden. Mit über fünfzig Prozent Häusern, die älter als vierzig Jahre sind, besteht in der Schweiz ein hoher Sanierungsbedarf, um die CO2-Emissionen und die Energiekosten zu senken.
Harry geht wieder auf See
13. APR 22 
REDAKTION
Zwei Jahre an Land, zwei Jahre Schweiz, zwei Jahre Segelstopp: Der Berner Künstler Harald Reichenbach bricht wieder auf in die weite Welt, nachdem das Reisen jäh von Corona beendet worden war. Heute fliegt er dorthin, wo sein Segelboot damals gestrandet ist: in der Karibik.
Hinweise

Das Restaurant Hölloch in Muothatal von Bruno Suter sucht für seine «Raucherbeiz» freundliche, weltoffene Menschen mit Gastroerfahrung für den Service und zur Unterstützung des Geschäftsführers (Pensen zwischen 20 und 100 Prozent). Zimmer für Übernachtung vorhanden. Bewerbungen an  hoellgrotte@bluewin.ch
Technologie entwickelt sich rasant. «Intrinsic», ein Netzwerk für Bildungsinnovation fragt sich:
Wie werden die neuen Möglichkeiten von Augmented Reality, Artificial Intelligence und Blockchain die Lernkultur bereichern?
Bei Intrinsic sind wir gerade daran, uns in die neuen Möglichkeiten fürs Lernen des Web 3.0 einzudenken. Wir freuen uns riesig, einen breiten Fächer an spannenden Persönlichkeiten mit dabei zu haben am 20. Mai 2022:
Infos und Anmeldung zum Workshop gibt’s hier. Bücher für die nächste Welt   Erwin Jakob Schatzmann (Text) und Christine Gluch(Illustrationen): Schweini – eine Fabel über Freiheit und Anpassung. Mit 38 Illustrationen. 2022. 60 Seiten, Fr. 29.00.-/€ 29.00.-. ISBN: 978-3-907263-08-2. Erscheint Ende April. Bestellen.

 
Sinn in der Krise finden
Auf Angst reagiert der Mensch mit Kampf, Flucht oder Erstarrung. Reife Persönlichkeiten allerdings lassen sich gar nicht erst Angst einjagen von der Politik und den Massenmedien. 32 Geschichten, in denen es durch alle emotionalen Register geht. Für die Autorinnen und Autoren aber ist immer klar: Ich stehe aufrecht da, für mich, für die Freiheit und für die direktdemokratische Schweiz.
Prisca Würgler (Hrsg): Unser Jahr unter Corona – ein Blick in 32 Tagebücher. edition Zeitpunkt, 2021. 104 Seiten, Fr. 15.00.-/€ 15.00.- (Bestellung)
Der Aufstieg ist langsam, der Niedergang schnell. Aber das ist nur das Erste, was man über die kommende Zeit wissen muss.
Dmitry Orlov: Die Lehre vom Kollaps– die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überleben. edition Zeitpunkt, 2020. 144 Seiten, Fr. 15.00.-/€ 15.00.- (Bestellung)

 

«Die Strategie der friedlichen Umwälzung – eine Antwort auf die Machtfrage» von Christoph Pfluger.
Die Reformen, die unser Planet so dringend braucht, werden alle verwässert, verzögert oder ins ­Gegenteil verkehrt. Wenn wir Zukunft haben wollen, müssen wir uns den Mächten stellen, die Frieden und ­Gerechtigkeit verhindern.
Die Strategie der friedlichen Umwälzung identifiziert den großen Gegner und entwickelt Werkzeuge zu seiner Entmachtung. Das Gute daran: Bereits die ersten Schritte bringen Befriedigung und Freiheit.
Es braucht keine Mehrheit und auch nicht viele. Aber es braucht dich!
 






«Das AntWort – die Wahrheit des Absurden», das Buch von Anton Brüschweiler hat einen guten Start erlebt. Rund 600 Exemplare dieser humoristischen Textsammlung haben in den letzten Wochen Leser gefunden. Hier können Sie in dem Buch blättern. Die edition zeitpunkt hat vom Autor die Erlaubnis, dieses Buch ausdrücklich auch als Lektüre für das stille Örtchen anzupreisen. Wenn das keine Empfehlung ist!
 

«Unverblümt», die aphoristische Denkprosa von Erwin Schatzmann, die auch in kleinen Häppchen enorm anregend wirkt. 148 S. geb. Fr. 18.–
 


«Das nächste Geld», für das ich selber meine ganze Schreibkunst mobilisiert habe, um Sie aus den zehn Fallgruben des Geldsystems zu führen.
Manchmal ist es hilfreich, die Probleme zu kennen, bevor sie einem auf den Kopf fallen.

   
Geld-Magazin, Österreich:
«Christoph Pfluger ist wohl eines der besten Bücher zum Thema ‹Geld› gelungen. Wer es liest, versteht, was Sache ist.»

Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. 2. rev. Aufl., 2016. 252 Seiten, Fr. 23.-/€ 21.- (hier bestellen)   
Veränderungen kann man nicht bestellen,
aber die Anregungen dazu.

Wer den Zeitpunkt für ein Jahr abonniert, bezahlt, was er will. (Hier bestellen).

Den Zeitpunkt verschenken: (Bestellformular für Geschankabos)

Schnupperabo (2 Ausgaben für Fr. 20.–, null Risiko), Bestellformular
Postadresse:
ZeitpunktWerkhofstrasse 19Solothurn4500SwitzerlandAdd us to your address book

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s