Was die Amis richtig gut können — clubderklarenworte

Zwischen Amüsement und Verzweiflung

Guten Tag, liebe Leserin,
guten Tag, lieber Leser. Auch wenn wir an dieser Stelle häufiger am harten Brot der gesellschaftlichen Transformation beißen, es besprechen und bewerten, sei daran erinnert, der Mensch lebt nicht von selbigem allein. Die heitere, leicht verdauliche Kost ist für ein wohlbalanciertes Sein zwingend erforderlich. Nun sagt man dem deutschen Wesen allgemein ein verkrampftes Verhältnis zum Leichten, gar zum Humor nach. Ich wage dennoch heute mit Ihnen den Schritt auf dieses dünne Eis. Zudem ist es uramerikanischer Content, den ich Ihnen zum Amüsement empfehlen möchte. Jaja, bitte unterlassen Sie es, jetzt politisch korrekt zu missbilligen: „Herr Langemann, muss es denn ausgerechnet amerikanischer Humor und dann auch noch das Wort ,Content‘ sein?“ Ich bitte Sie! Wenn die Amis etwas richtig gut können, dann doch Propaganda, Kriegstreiberei und – natürlich – auch Entertainment. Manchmal lässt sich Vorgenanntes sogar darunter zusammenfassen. Gut, inzwischen können sie auch globale Innovation und Geschäftsmodelle ganz ordentlich, wie etwa Twitter, Instagram, Facebook, Amazon, PayPal, Google, Youtube, Netflix, Airbnb, Apple, Microsoft, Mastercard, Visa, Amex, Tesla, McDonald’s, Uber. Und ein paar andere.  Aber sie haben nur 20 Flugzeugträger. Andere Länder haben beispielsweise gar keine. Nun, wir Deutsche können dafür auf Universalgelehrte wie Goethe und Dramatiker wie Schiller verweisen. Zugegeben, die haben heute etwas an Einfluss verloren. Aber dafür haben wir auch mal den Buchdruck und das MP3-Format erfunden, das reicht doch über die Jahrhunderte. Außerdem ist da der weltweit respektierte große Denker und bedeutende Staatsmann Olaf Scholz an der Spitze unseres Landes. Und die nationale Humor-Tankstelle mit seinen feingeistigen Pointen ist Herr Oliver Pocher. Läuft doch. Ich höre Sie jetzt fragen: „Siehste, wofür brauchen wir die Amis also noch in Humorfragen?“ – Sie haben halt auch in Fragen des leichten Entertainments ein paar echte schwere Geschütze. Schauen Sie mal bei David Letterman auf Youtube vorbei. Seit Kurzem hat er dort einen eigenen Kanal, auf dem Sie Bits aus seiner 1982 gestarteten legendären „Late Show“ sehen können. 6.028 Sendungen, erst bei NBC, später bei CBS, 33 Jahre, bis zum Mai 2015.

Ein Fundus an wunderbar leichter Unterhaltung. Über die weltweite Bedeutung von Letterman für die nun sterbende TV-Branche, die unterhaltende allemal, muss ich hier nicht schreiben. Wenn Sie ein Faible für amerikanische leichte Momente haben, kann Ihnen dieser Kanal viele Stunden Dauergrinsen bescheren. Ist ja gut für die Gesunderhaltung im Allgemeinen und die der Erdanziehung anheimzufallen drohenden Gesichtsmuskeln im Besonderen.
In diesen Zeiten, in denen vor allem von den medienschaffenden Kleingeistern Vokabeln wie „Dritter Weltkrieg“ oder „Atomschlag“ so unfassbar und unverständlich leicht über die offenbar vom jeweiligen Hirn entkoppelten Lippen gehen, braucht es eben gelegentlich leichten Stoff als Regulativ für die Psychohygiene.
Sicher geraten Sie in kleiner Diskussionsrunde gelegentlich an den Punkt, an dem es Ihnen schwerfällt, argumentativ den Anwurf zu parieren, wie es denn sein könne, dass „die in Berlin“ keine Ahnung haben sollen von dem, was sie treiben; wie ausgerechnet Sie aus alternativen Informationsangeboten Belege auf den Tisch legen können, von denen „die in Berlin“ nichts wissen. „Die in Berlin sind gewählt und damit wissen die schon, was sie machen.“ So das Bollwerk der Bornierten.
In diesem sehr feinen Fundstück gibt Dr. Hans-Georg Maaßen einen Einblick in die politische Arbeit in Berlin, die nicht nur eines Loriot-Preises würdig wäre, sondern auch noch erklärt, warum wir gerade stehen, wo wir stehen.
https://www.youtube.com/watch?v=RP8GAGGVU-Q

Eine weitere Neuerung, die Sie angestoßen haben: Viele Leserinnen und Leser hatten sich für die Mediathek gewünscht, Film- oder Videobeiträge nicht einzeln zahlen zu müssen, sondern im Jahresabo. Wir haben dies nun technisch realisiert. Für einen Betrag von nur 0,27 Cent pro Tag erhalten Sie ein Jahr lang auf alle derzeitigen und künftigen Produktionen vollen Zugriff. Das Jahresabo ist für Sie bequem und uns ermöglicht es eine bessere Planbarkeit von neuen Projekten. Es finanziert zwar nicht unsere Arbeit, ist aber ein sehr hilfreiches Instrument, um das CdkW-Angebot weiter auszubauen. Bitte nutzen Sie das Angebot bis zum 1. August noch heute. Gehen Sie dazu einfach auf ein beliebiges Video mit Bezahlschranke, hier in der Mediathek, und wählen Sie die Option Jahresabo aus. Vielen Dank!
https://clubderklarenworte.media.video.taxi/
Ihre Anregungen in den vergangenen Wochen habe ich aufgegriffen. Bei Literaturempfehlungen hatten Sie sich gewünscht, nicht auf den größten globalen Onlinehändler zu verweisen. Ich möchte deshalb den heimischen Buchhandel unterstützen, jene Buchhändler und engagierten Verlage und Handelsplattformen, die ihre Steuerabgaben auch hier im Land leisten. Deshalb arbeite ich künftig mit der etwas provokativ lautenden Onlinebuchhandlung „Buchkomplizen“ des feinen Westend Verlags zusammen. Über die Buchkomplizenschaft bekommen Sie alle Bücher aller Verlage. So wie Sie es vom Jeff-Bezos-Unternehmen kennen. Sie finden auf der Website clubderklarenworte.de ab sofort einen Buchshop in Zusammenarbeit mit den Buchkomplizen, es gehört ja schon fast etwas Banditenschaft dazu, sich der amerikanischen Shoppingkultur zu entziehen.
Vielleicht haben Sie ja schon Gelüste auf Schlauchbootgummi-Geruch, Sonnencremehaut und Sand zwischen den Seiten eines Buches. Wunderbar leichte Urlaubslektüre von Kurt Tucholsky bis zu politischen Einblicken mit dem Historiker Dr. Daniele Ganser habe ich Ihnen hier zusammengestellt. Sind Bücher auch Ihre Haustiere, dann freuen Sie sich möglicherweise über gelegentliche Empfehlungen in den Newslettern. Auch wenn Sie als Kind nicht in eine Buchhandlung gefallen sind, macht Offline-Lesen stark.
https://media.video.taxi/embed/YdIyS588gKYG
Gemeinsam mit dem wunderbaren Produzenten Rainer Spix habe ich den Dokumentarfilmer Konstantin von zur Mühlen besucht. Er verfügt über einen enorm großen Schatz an historischen Filmaufnahmen und ein Spezialwissen über den Umgang mit Bewegtbildern in Dokumentationen. Erstmals hat Konstantin von zur Mühlen für uns sein Archiv mit rund 15.000 Filmrollen geöffnet. Wann immer TV-Sender, von ARTE bis zum japanischen Fernsehen, historisches Doku-Bildmaterial benötigen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, das sie bei von zur Mühlens Firma Kronos Media fündig werden.
Ich wollte von Konstantin u. a. lernen, wie wahrhaftig diese Bilder sind. Gerade auch Kriegsbilder. Wie wahrhaftig die Sender mit diesen Bildern umgehen und ob Dokumentationen und Bewegtbildern zu trauen ist. Fragen von hochaktueller Brisanz.
https://media.video.taxi/embed/YdIyS588gKYG

Für die 45-minütige Dokumentation „Langemann trifft …“, in wenigen Tagen hier exklusiv in der Mediathek abzurufen, haben wir das Archiv seiner Firma in Hamburg besucht. Sie erfahren in dem Interview erstaunliche Hintergründe über Bilder, die uns im kollektiven Gedächtnis sind. Einige beeindruckende Dokumentationen von Kronos Media finden sich bereits jetzt in der CdkW-Mediathek. Rainer und ich, wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.
Die jüngste Kolumne von Peter Löcke lesen Sie hier. Ich vermute, mit Vergnügen.
So, nun ist es Zeit für den letzten Kaffee, wenn Sie diese Zeilen noch am Sonntagabend lesen. Übrigens: Kaffee schmeckt wirklich noch besser, wenn Laphraiogh drin ist und kein Kaffee.
Erreichen Sie diese Zeilen erst am Montagmorgen, werden Sie die jüngsten Erkenntnisse „der Wissenschaft“ interessieren: Die Gravitation ist keine Konstante, sondern variabel – und an jedem Montagmorgen im Bett am stärksten. Auch hier hilft Kaffee. Kaffee fragt nicht, wo du letzte Nacht gewesen bist. Kaffee versteht dich. 
So oder so wünsche ich Ihnen einen guten Start in den Montag. Den Olaf unter den Wochentagen. 
Ihr
Markus Langemann

PS: Wer Senseo für echten Kaffee hält, hält Tessa Ganserer auch für eine echte Frau. 

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