Schlagwort-Archive: DEUTSCHE MITTE

Gorleben, Asse, Ahaus und die (fast) unendliche Strahlungsdauer des Atommülls

(Die Meinung des Autors spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Partei wieder.) Das beim Betrieb von Atomkraftwerken der Bauart, wie sie uns in Deutschland von den Alliierten erlaubt war, jede Menge noch sehr lange strahlender Atommüll anfällt, war schon bekannt, lange bevor der erste Atommeiler in der Planung war. Die Atomtechnik, die weitestgehend ohne diesen…

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De Hesse kumme!

von Wulfing Kranenbroeker Fregatte Hessen F221Das hatten wir doch schon mal! Damals waren es die vor allem aus Hessen-Kassel stammenden Soldaten, die für die britische Krone ihren Blutzoll entrichteten. Von den insgesamt 20.000 Soldaten kamen lediglich die Hälfte lebendig in der Heimat wieder an. Aber auch aus anderen Regionen mußten Deutsche für die falsche Seite…

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London lügt wie gedruckt

Die Affäre Skripal wird seitens des Westens benutzt, um Stimmung gegen den gerade mit 77% wieder gewählten russischen Präsidenten Putin zu machen. Großbritannien hat nach dem Brexit ein großes Interesse, ein zuverlässiger Partner zu bleiben. Auch deshalb drängelte man sich am vergangenen Wochenende als militärischer Unterstützer regelrecht vor. Als Syrien wegen einem unbewiesenen Giftgaseinsatz seitens…

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[Video abspielen] Das geplante Polizeiaufgaben-Gesetz ist das schärfste seit 1945 – jetzt in Bayern, und morgen bundesweit?

 

Im kommenden Monat Mai steht in Bayern eine massive Ausweitung der staatlichen Befugnisse und der Wegfall weiterer persönlicher Freiheiten an. … wenn das neue bayerische Polizeiaufgaben-Gesetz (PAG) beschlossen wird. Es läuft unter dem Label „die Verbrechensbekämpfung verbessern“. Dadurch sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Am 15. Mai kommt das Gesetz im bayrischen Landtag in…

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Der Fall Skripal – einige zwingende Klarstellungen

Seit dem 14. März 2018 geistert eine Agentenstory durch die Medienlandschaft, daß man glauben könnte, es handele sich um eine Werbekampagne für einen nächsten James Bond-Film. Völlig unhaltbare Behauptungen werden in der Tagesschau und den Schlagzeilen der üblichen Printmedien auf die ahnungslose Bevölkerung losgelassen, ohne daß die Fake News-Polizei eingreift. Inzwischen werden schon wieder Diplomaten…

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Wer ist denn eigentlich die Deutsche Mitte?

https://deutsche-mitte.de/wer-ist-denn-eigentlich-die-deutsche-mitte/

Bereits ein grober Überblick über unsere Ziele zeigt deutlich, dass es Übereinstimmung mit der Linken einerseits ebenso gibt, wie mit der AfD auf der anderen Seite des politischen Spektrums.

Geübte Nutzer der etablierten Medien werden umgehend eine Alarmglocke hören, die vor der so genannten `Querfront` warnt. Das stört uns nicht weiter, denn die Autoren solcher Texte demonstrieren nur ganz offenkundig, dass ihr journalistischer Schwerpunkt nicht auf Recherchearbeit liegt. Außerdem maßen wir uns einfach nicht an eine Idee oder ein Konzept kategorisch und von vorne herein abzulehnen, nur weil es aus einem politischen Lager stammt, das nicht das unsere ist. Was wir dementsprechend allerdings tatsächlich ablehnen, ist jede Form von Ideologie.

Die Mitte: Wegen Überfüllung geschlossen?

Drängen sich aber heutzutage denn nicht alle Parteien immer mehr in die Mitte? Wenn es also einen politischen Raum gibt, der wegen Überfüllung geschlossen sein müsste, dann ist das doch wohl die Mitte, oder?

Nun, das sehen wir nicht so. Nur weil sich alle Parteien, die einmal als politische Mitte galten, vor den Karren einer neoliberalen Globalisierungsagenda spannen ließen, bedeutet das kaum, dass sie dabei auch die Mitte der Bevölkerung mitgenommen hätten. Im Gegenteil: Nachdem sich die SPD ihrer missglückten Koalition mit den Grünen selbst disqualifiziert hat und beide Koalitionäre freigiebig soziale Verantwortung und Friedensliebe über Bord geworfen haben, nachdem auch die FDP ihren freiheitlichen Geist zugunsten einer Regierungsbeteiligung verpfändet hatte, wurde die bereits schwer gebeutelte SPD völlig ihres Eigenlebens beraubt und eignet sich mittlerweile nur noch zum Mehrheitsbeschaffer für den Notfall.

Aber die CDU steht doch für die Werte der Mitte, mögen Kritiker einwenden. An dieser Stelle muss allerdings die Gegenfrage erlaubt sein, welche Werte das denn dann eigentlich sein sollen. Keine Partei hat auch nur annähernd so viele Kurskorrekturen in die exakte Gegenrichtung vorgenommen, wie die so genannte Union. Ob in Sachen Wehrpflicht, Bankenrettung, Energiewende, Einwanderungspolitik oder Renten, nirgendwo könnte ein Wähler vom Beginn dieses Jahrtausends heute „seine“ Partei wiederfinden. Alle ehemaligen Koalitionäre können ihre Sinnentleerung auf Merkel schieben, aber auch die eigene Partei wurde unter ihrer Führung im Wortsinne vollkommen und umfassend wert-los.

Ist das nicht den globalen Herausforderungen geschuldet? In gewisser Weise natürlich durchaus. Da das Kapital bekanntlich keine Grenzen kennt, scheint es bestrebt, die politischen nun ebenfalls aufzulösen. Als hinderlichste Fessel für den finalen Siegeszug des Neoliberalismus erwies sich aber die nicht zu brechende Solidarität, die ihren Ursprung in der europäischen Aufklärung hat und die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Sozialstaat verwirklicht. Folglich muss nun auch diese Schranke fallen, um den unstillbaren Hunger nach mehr künftig unbeschränkt und hemmungslos zu befriedigen.

Sinnentleerte Parteien losgelöst von der Bindung an die traditionellen Wähler wurden zu willfährigen Werkzeugen, die sich voller Eifer an die Transformation machten.

  • Dazu musste die Bundeswehr in ein Instrument umgewandelt werden, das sich leicht zu weltweiten Einsätzen missbrauchen lässt1.
  • Dazu musste man selbstverständlich das Kapital von den verbliebenen Ketten befreien, die Generationen ihm mühsam angelegt haben2.
  • Dazu wurde die europäische Verständigung ebenfalls einem Finanzgremium unterworfen, das an keinerlei demokratische Kontrolle mehr gebunden und niemandem Rechenschaft schuldig ist3.
  • Dazu wurde die NATO von einem Bündnis zur Verteidigung, in eine Allianz zum Ausfechten weltweiter Rohstoffkriege umgewandelt4.
  • Dazu wurde ein lebendiger Mittelstand geopfert, um zunehmend prekären Zeitarbeitsverhältnissen das Feld zu räumen5.
  • Dazu wurde schließlich Berthold Brechts Ironie zur bitteren Realität und man machte sich tatsächlich daran, das Volk, das einem nicht länger passt, auszutauschen6.

Das sind doch Verschwörungstheorien!
Sind sie das?

Die „mediale Tarnvorrichtung“

Jede der aufgezählten Punkte lässt sich einfach auf den Wahrheitsgehalt hin überprüfen. Wieso, wenn das alles stimmen sollte, tut denn niemand etwas dagegen? Eigentlich will das doch kein Mensch.

Nein, das will in der Tat niemand. Dennoch passiert es. Und zwar in zunehmend beschleunigtem Takt. Der Mechanismus dahinter ist ebenso alt wie einfach: man versteckt die Bäume im Wald. In einer unübersehbaren Flut von Informationen gerät das Wichtige zur Randnotiz. Die Bewertung der Relevanz einer Nachricht, die wir über Jahrzehnte den Medien überlassen haben, findet in der digitalen Welt nicht mehr wahrhaftig statt. Während man unsere Blicke auf die Feiern anlässlich der Entscheidung zur gleichgeschlechtlichen Ehe lenkt, beschließt ein eigentlich beschlussunfähiger Rest-Bundestag in Notbesetzung das größte Zensurgesetz der bundesrepublikanischen Geschichte. Dadurch, dass wir dauernd von blutrünstigen „Pro-russische Separatisten“ berichtet bekommen, meidet man Erklärungen darüber, dass der Westen in der Ukraine einen Staatsstreich von Faschisten unterstützt hat. Während wir uns über Doping im russischen Spitzensport ereifern dürfen, bleibt der Aufmarsch der NATO an der östlichen Grenze unerwähnt und wird so unsichtbar.

Diese „mediale Tarnvorrichtung“ funktioniert ebenso einfach wie effektiv. Auf jeden Versuch sie zu durchbrechen wird in zeitlos-schlichter Weise geantwortet, indem man den Delinquenten als Verschwörungstheoretiker brandmarkt und so aus der ernstzunehmenden Gesellschaft verbannt. Die angesprochenen Inhalte werden in der Folge irrelevant7.

Vermutlich würde doch jeder vernünftige Mensch zustimmen, wenn man fordert, dass die Hintergründe eines Verbrechens zunächst geklärt werden sollten, bevor man sich an Verurteilungen, Verfolgung und Bestrafung macht. Zumindest sollte man diese Vorgehensweise in einem Land erwarten, das sich als Rechtsstaat bezeichnet. Politiker aller Couleur würden dem sicherlich umgehend zustimmen … aber das gilt für das größte Verbrechen in unserem jungen Jahrtausend8 ebenso wenig, wie für bizarre Mordversuche unter Einsatz von Giftgas oder radioaktivem Material9. Die Lieferung von Beweisen gerät entweder zur Farce, wie beispielsweise regelmäßig bei den Begründungen der Kriege gegen den Irak10, man verzichtet gleich vollkommen darauf und liefert stattdessen sofort den Schuldigen, wie am 11. September oder dieser Tage in London.

Der Versuch unumstößliche Indizien zu liefern gerät zur Realsatire, wenn die Bevölkerung nach jedem so genannten terroristischen Anschlag bereits darauf wartet mitgeteilt zu bekommen, dass einer der Täter wieder einmal seinen Ausweis am Tatort vergessen hat11.

Statt zu hinterfragen und aufzuklären, verteilt unsere Regierung in vorauseilendem Gehorsam endlich auch deutsche Soldaten quer über den Globus12, wo sie in unserem Namen töten und sterben. Das nehmen unsere Repräsentanten stillschweigend für uns hin. Aber wehe, jemand fragt nach Hintergründen, Widersprüchen oder Ungereimtheiten! Tod und Verwüstung werden akzeptiert. Das birgt anscheinend keine Gefahr. Zweifel und gesunder Menschenverstand offenbar schon.

Souveränität im eigenen Leben

Bevor die eigentliche Frage zu sehr aus dem Blickfeld gerät, kehren wir zurück an den Ausgangspunkt. Die bisherigen Überlegungen zeigen in unseren Augen, dass die politische Mitte mit dem Interesse und der Verpflichtung den Staatsbürgern der Bundesrepublik Deutschland zu dienen, in vielerlei Hinsicht hintergangen und verraten wurde.

Blutleere Hüllen einst großer und verdienstvoller Parteien stehen als Fassaden in dem verwaisten Raum, der alle vier Jahre mit viel Energie für eine kurze Zeit reanimiert wird. Die zwischenzeitliche Bedeutungslosigkeit verschwindet routiniert unter der medialen Tarnkappe, die uns nebst unzähligen Werbeblöcken und noch mehr Nebensächlichkeiten durch verlässliche, regierungstreue Berichterstattung vorgaukelt, letztendlich doch eine gute Wahl getroffen zu haben.

Wenn man der quirligen, pulsierenden und unglaublich abwechslungsreichen Dauerbeschallung der Tarnkappe einmal entkommt, wenn man ihre bunten Lichter und die flimmernde Neonreklame einmal ausblenden kann und es wagt, in der gewonnenen Stille ganz ungestört den eigenen Gedanken nachzuhängen, dann passiert etwas sehr merkwürdiges. Wie alles im Leben hat das, was sich dann eröffnet zwei Seiten, die untrennbar miteinander verbunden sind:

Zum einen vermag man dann die gespenstische Leere zu erkennen, die hinter dem Vorhang entstanden ist und die einmal erfüllt war mit unseren Werten, Visionen und Idealen. Der Platz unserer Wünsche, unserer Hoffnungen und natürlich auch unserer Ängste, die hier einst der aufrichtige Ausgangspunkt für politische Ziele, hehre Bewegungen und Parteien waren. In einer Zeit, bevor man damit begonnen hat, das alles einfach und bequem auf die medialen Projektionsflächen out-zu-sourcen, statt es sich mühevoll zu erarbeiten um sich so – ausgehend von dem so aufgefundenen eigenen „politischen Mittelpunkt“ auf dem Boden demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen – entlang des gesamten Spektrums individuell und frei zu positionieren.

Zum anderen eröffnet sich durch die schmerzhafte Erkenntnis der medialen Leere aber auch die gewaltige Chance sich seiner selbst wieder bewusst zu werden. Sich nicht damit abzufinden, dass andere eine Projektion des Idealbildes für unsere ureigensten Bedürfnisse entwerfen, dem wir dann ein Leben lang verzweifelt hinterherrennen. Eigenständiges Denken, eigenständige Abschätzungen, eigenständiges Handeln, eigenständiges Bewerten, eigenständige Kritik – Souveränität im eigenen Leben – die Voraussetzung für das, was man als „Innere Mitte“ bezeichnen könnte.

Der gesunde Menschenverstand als Kompass

Diese Gedanken sollen keinesfalls die Behauptung aufstellen, dass wir den allein seligmachenden Weg zu diesen Mittelpunkten gefunden hätten. Ganz und gar nicht. Sie sind im Gegenteil ein deutlicher Ausdruck dafür, dass wir uns erst auf den Weg gemacht haben, danach zu suchen.

Es wäre sogar vermessen zu behaupten, dass wir ihn irgendwann garantiert finden werden. Es scheint aber mehr als offensichtlich, dass die „anderen“ seit geraumer Zeit sogar die Suche danach eingestellt und sich stattdessen ganz auf die Illusion zwischen den politischen Rändern spezialisiert haben. Diese Disziplin wollen wir ihnen gar nicht streitig machen. Sie sind jetzt in einem neuen Sinn allesamt die Konservativen, die Bewahrer des Erreichten, die sich mit dem Erhalt der Illusion einer Mitte zufriedengeben, während die Ränder wachsen.

Den Verlust der Mitte wollen wir aber nicht einfach untätig hinnehmen und auch wenn es aussichtslos erscheinen mag, wollen wir es doch zumindest versuchen. Wir haben uns in Bewegung gesetzt, erkunden unvoreingenommen neue Pfade, gehen lieber beschwerliche Steigungen im nicht erkundeten Terrain, statt ausgetretenen Kreisbahnen zu folgen, stehen Abkürzungen offen gegenüber, scheuen aber auch Umwege nicht, lassen uns von vermeintlich unüberwindbaren Flüssen ebenso wenig abhalten wie von gezielt gezogenen Mauern, wir verlassen uns nicht auf GPS-Signale von unsichtbaren Satelliten, die den kürzesten Weg versprechen, sondern benutzen als Kompass den gesunden Menschenverstand. Wir haben uns in Bewegung gesetzt. Sind damit im Wortsinne die eigentlich Progressiven. Wir haben uns in Bewegung gesetzt und wenn das Sprichwort stimmt, nach dem der Weg das Ziel ist, dann gewinnen wir mit jedem Schritt.

Quellen:
1 https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/einsaetze/ueberblick/zahlen/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zinSx8QnyMLI2MXIKDnQ0cQ13NQl2DHY0NzMz0wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxmuELVKQfpR-VlViWWKFXkF9UkpNaopeYDHKhfmRGYl5KTmpAfrIjRKAgN6LcoNxREQC-OoUy/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922DSSC0AUE6UESA30M0
2 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koalitionsausschuss-die-verdraengten-suenden-der-heuschrecken-baendiger-a-611329.html
3 https://www.welt.de/debatte/article108947819/ESM-verstoesst-gegen-Gesetz-und-EU-Vertraege.html
4 http://www.igra-gt.de/index.php/beitraege-zur-geschichte/27-die-nato-wende-nach-dem-mauerfall
5 https://www.welt.de/wirtschaft/article173842543/Dem-deutschen-Mittelstand-droht-die-Luft-auszugehen.html
6 http://www.un.org/esa/population/publications/migration/execsumGerman.pdf
7 https://www.youtube.com/watch?v=8gP2AiYv4qY
8 https://www.matrixwissen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=101:introductory-summary-on-911&catid=57&lang=de&Itemid=90
9 https://www.nachdenkseiten.de/?p=42924
10 https://www.rubikon.news/artikel/lugen-fur-den-krieg
11 https://www.merkur.de/politik/paris-nizza-berlin-warum-terroristen-immer-wieder-ihre-ausweise-am-tatort-vergessen-zr-7163290.html
12 http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verteidigungspolitik/243585/weltkarte-auslandseinsaetze

Kinder sind Potentialbomben – bis sie in die Schule kommen

https://deutsche-mitte.de/schule/

Freie Schule

Wenn Kinder auf die Welt kommen, sind sie noch kleine Genies und „Potentialbomben“ (André Stern).

Spielend und mit Begeisterung für die Themen, die gerade dran sind, erlernen und erfahren sie die Welt – in dem ihrem Wesen angemessenen Tempo. Dann kommen sie in die Schule. Unser starres Erziehungs- und Bildungssystem scheint jede Begeisterung am Lernen und damit die Entfaltung hin zu glücklichen, erfüllten, selbstbewussten, ausgeglichenen und nicht manipulierbaren Erwachsenen zu ersticken. Eine Reform unserer Gesellschaft und ein dauerhafter Frieden sind ohne eine Reform unseres Bildungssystems nicht denkbar. Der kürzlich in der Nähe von Wien abgehaltene Kongress „Ökologie der Kindheit“ zeigt die Richtung.

Kongress „Ökologie der Kindheit“

Es war eher Zufall (wenn man an so etwas glauben will), dass ich auf den Kongress „Ökologie der Kindheit“ aufmerksam wurde, der am 25. November 2017 in Mauerbach bei Wien stattfand. Von Arno Stern (neuestes Buch: „Das Malspiel und die Kunst des Dienens“) und seinem „Malort“ und seinem Sohn André (neuestes Buch: „Spielen um zu fühlen, zu lernen und zu leben“) hatte ich schon gehört und ein wenig auf Youtube gesehen. Dieser Kongress war also eine Gelegenheit, dem Vater wie auch dem Sohn zu begegnen.

Neben Arno Stern und André Stern waren die Familientherapeutin Katharina Saalfrank und der Förster und Unternehmer Erwin Thoma als Referenten eingeladen. Und ich muss sagen: Jeder der vier Vorträge hat sich gelohnt. Das von mir aufgezeichnete Pressefrühstück mit den Referenten ist auf Youtube zu finden:   Teil 1   Teil 2

Das Lernen ist dem Kind angeboren

Arno Stern berichtet in seinem Vortrag, wie er darauf kam, Kindern mit dem sogenannten „Malort“ einen geschützten Raum anzubieten, in dem sie ohne Bewertungen durch Erwachsene malen konnten. Er hat bei seinen Forschungen über verschiedene Kulturen festgestellt, dass Kinder das Zeichnen nicht erst von Erwachsenen lernen müssen, sondern dass Kinder aller Kulturen die gleichen archetypischen Formen und Symbole innewohnen, die sie auch altersgemäß ähnlich ausdrücken können – selbst dann, wenn sie vorher noch nie Papier und Malstifte zur Verfügung hatten.

Dies sieht Arno Stern zusammen mit anderen Beobachtungen als Hinweis, dass allen Kindern der Welt die Veranlagung mitgegeben ist, sich zu entfalten und ihre Umwelt zu gestalten. Es sei völlig unnötig, so Stern, Kinder zum Lernen anzuhalten oder gar zu zwingen, denn das Lernen und sich Entfalten sei bereits in ihnen angelegt und drücke sich durch das spontane Spiel aus.

Mit Begeisterung spielen ist wie Dünger für das Gehirn

Arno Sterns Sohn André war nie in der Schule. So heißt sein bekanntestes Buch auch „ Ich war nie in der Schule “. Wann immer er Interesse für ein Thema zeigte, öffneten seine Eltern ihm einen Raum, dieses Thema stundenlang, tagelang oder länger zu verfolgen. So lernte er unter anderem das Metalltreiben, das Gitarre spielen und schließlich den Instrumentenbau. Der Impuls zu letzterem war die Erkenntnis, dass es die Gitarre seiner Wahl nicht gab und er sie wohl selbst bauen musste.

Die Existenz dieser allen Kindern mitgegebenen Veranlagung, durch das freie und spontane Spiel zu lernen, vieles auszuprobieren und einige Dinge bis hin zur Meisterschaft zu entwickeln, wird durch die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung unterstützt: Diejenigen Gehirnregionen, die mit der größten Begeisterung verwendet werden, entwickeln sich am stärksten. Dies wird durch die Ausschüttung von Botenstoffen bewirkt, die wie Dünger wirken.

Begeisterung ist also Dünger für das Gehirn. Und dieser Dünger wird durch das spontane Spiel ausgeschüttet. Denn das spontane Spiel folgt der Begeisterung des Kindes.

Alles was notwendig ist: Das Vertrauen in das Kind

Begeisterung, so erklärt uns André Stern, ist die einzige Ressource, die auf Erden grenzenlos zur Verfügung steht. Alles, was von Seiten der Eltern und der Gesellschaft nötig sei, sei das Vertrauen in das Kind, dass es in seinem Spiel seiner Begeisterung folgt und sich so entfaltet.

Da alle Kinder unterschiedlich sind, unterscheiden sich auch die Räume, in die sie sich spielend hinein entwickeln, sowie auch Zeitpunkt und Geschwindigkeit, mit der sie dies tun. André’s älterer Sohn habe mit acht Jahren lesen und schreiben gelernt, der jüngere Sohn dagegen bereits mit zweieinhalb!

Warum also, stellt sich die Frage, zwingen wir unsere Kinder, zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmte Inhalte in einer bestimmten Geschwindigkeit und einer bestimmten Methode zu lernen? Dies kann nicht kindgerecht sein, ja das verstößt regelrecht gegen die menschliche Natur. Wir können, so sagen uns die Hirnforscher wie Hüther oder Spitzer und die Praktiker, wie die Familie Stern, der Natur des Kindes vertrauen.

Ökologie der Kindheit – eine neue Haltung gegenüber dem Kind

Auch in einem zweiten Punkt zeigt uns die Hirnforschung ein gesellschaftliches Fehlverhalten auf. Wenn Erwachsene versuchen, ein bestimmtes Verhalten bei Kindern zu erpressen, indem sie mit Ausgrenzung drohen, werden die gleichen Gehirnareale aktiviert wie bei physischem Schmerz.

Die Folge sind Kinder, die nicht erlebt haben, dass sie so geliebt und angenommen werden, wie sie sind und auch später als Erwachsene weiterhin den angelernten Mustern folgend versuchen, sich den Erwartungen Anderer anzupassen. Die Folge sind Menschen, die nicht alle zwei bis drei Minuten, wie ein nicht verdorbenes Kleinkind, sondern vielleicht zwei bis dreimal im Jahr echte Begeisterung empfinden. Die Folge sind Menschen, die nicht mehr wissen, wer sie wirklich sind, weil sie ihr einzigartiges Wesen als Kind nicht zur Entfaltung bringen durften und sich dies später als Erwachsene nicht mehr trauen. Die Folge sind Menschen, die auch als Erwachsene mit der Androhung von Strafe und Ausgrenzung manipulierbar sind (siehe z. B. den sozialen Druck, der auf Eltern ausgeübt wird, ihre Kinder zu impfen).

Wenn wir eine Gesellschaft wollen, die aus selbstbewussten, selbstbestimmen, erfüllten und glücklichen Menschen besteht, müssen wir also die Haltung der Gesellschaft gegenüber den Kindern ändern. André Stern nennt die neue Haltung die „Ökologie der Kindheit“.

Die Etablierung dieser neuen Haltung erfordert natürlich einen regelrechten Paradigmenwechsel in der Gesellschaft. Dieser Paradigmenwechsel ist trotz aller Hindernisse bereits in vollem Gange, hat aber die politische Ebene bisher nicht spürbar erreicht. Der Wandel braucht insgesamt natürlich auch Zeit, denn wir müssen ja die scheinbare Sicherheit alter Paradigmen aufgeben und uns auf das anfangs noch unbekannte Gewässer der neuen Paradigmen einlassen. Das ist gar nicht so ohne…

Hans Tolzin

Meine erste politische Forderung: Ein Ende der Schulpflicht

Aus diesen neuen Erkenntnissen über das angeborene Wesen des Kindes ergeben sich politische Forderungen. Als erstes muss natürlich die generelle Schulpflicht fallen, so dass jene Familien, die sich als Vorreiter dafür entschieden haben, diese Art von Vertrauen in ihre Kinder zu haben, dies auch in der Praxis umsetzen können. Darüber hinaus sollten Eltern, die – aus welchen konkreten Gründen auch immer – ihre Kinder selbst zu Hause lehren wollen, dazu die Gelegenheit bekommen.

In den Staaten, in denen dies für Freilerner-Familien möglich ist, sind die Erfahrungen anscheinend sehr gut. Allerdings müssen z. B. in Österreich auch Kinder, die nicht zur Schule gehen, trotzdem jährlich eine staatliche Prüfung ablegen. Das ist zwar wesentlich besser als im unnachgiebigen Deutschland, bedeutet aber immer noch reichlich Stress für die betroffenen Familien.

An Stelle einer staatlichen Prüfung könnte stattdessen die Verpflichtung für die Eltern stehen, die Entwicklung ihrer Kinder zu dokumentieren und einmal jährlich im Rahmen einer Studie zusammen mit Wissenschaftlern festzuhalten, wie sich das Kind entwickelt. Auf diese Weise könnten die Daten gesammelt werden, die es langfristig ermöglichen, auf politischer Ebene die Folgen der bildungspolitischen Reformen konkret einzuschätzen.

Meine zweite politische Forderung: Keine verbindliche Zuordnung zu einer bestimmten Schule

Eltern kennen ihre Kinder am besten und wissen in der Regel auch am besten, was gut für sie ist. Deshalb sollten sie die Schule frei wählen können, sofern es eine gewisse Auswahl an ihrem Wohnort gibt.

Meine dritte politische Forderung: Freie Schulen werden finanziell gleichwertig bezuschusst

Freie Schulen, die anderen pädagogischen Konzepten folgen als die staatliche Schule, müssen die gleiche finanzielle Unterstützung erhalten wie staatliche Schulen. Auch diese Maßnahme hat das Ziel, Eltern mehr Freiraum für den Ausbildungsweg ihrer Kinder zu bieten.

Meine vierte politische Forderung: Volle Selbstverwaltung auch von staatlichen Schulen

Auch die staatliche Schule sollte die Möglichkeit erhalten, sich selbst zu verwalten und neue Wege zu gehen, was die pädagogischen Konzepte, die Lerninhalte sowie das Miteinander der Pädagogen, der Eltern – und natürlich auch der Schüler – angeht.

Die Politik muss sich von starren Konzepten und von Zentralismus lösen

Wie schon gesagt, erfordert ein gesellschaftsweiter Paradigmenwechsel hin zum bedingungslosen Vertrauen in das Kind vor allem Zeit und damit Geduld. Dieses Vertrauen kann und darf nicht erzwungen werden. Vielmehr gilt es, durch das Auflösen starrer Konzepte und die Stärkung der pädagogischen Selbstverwaltung die bereits bestehende gesellschaftliche Dynamik zu erleichtern und damit zu beschleunigen. Jede einzelne gesetzliche Maßnahme muss dabei wissenschaftlich ergebnisoffen begleitet werden, um sicherzustellen, dass diese angestoßene bzw. von Hindernissen befreite Enwicklung auch in eine gute Richtung führt.

Bildung und ForschungDie Deutsche Mitte will diese Bildungsreform

So wie ich das Programm der Deutschen Mitte und die Einstellung der Mehrheit der Mitglieder verstehe, will unsere Partei genau diese Art von Reform unseres Bildungswesens. Da unser bildungspolitisches Programm noch nicht ausformuliert ist, ist dieser Artikel natürlich nicht der Weisheit‘s letzter Schluss, sondern als Diskussionsbeitrag zu verstehen. Die Offenheit des Programms und der Mitglieder für dieses Thema ist auf jeden Fall einer der Hauptgründe, warum ich mich in der Deutschen Mitte engagiere.

Das bildungspolitische Programm wartet nun darauf, dass wir Mitglieder uns in Arbeitsgemeinschaften zusammenfinden und es in eine Form gießen, die dem Geist und der Ethik der Partei entspricht.

Mitglieder, die sich diesbezüglich engagieren wollen, können sich über die lokalen Stammtische, die Landesverbände und das Forum der Webseite vernetzen oder auch gerne einfach eine Email an info@deutsche-mitte.de senden.

Eine der zu klärenden Fragen für ein bildungspolitisches Programm wäre aus meiner Sicht, ob eine Bildungspflicht, wie sie derzeit noch in unserem Kurzprogramm formuliert ist, überhaupt nötig ist, und wenn ja, in welcher Form.

Hans Tolzin

Wehretat – Zwei Prozent vom >>>BIP

https://deutsche-mitte.de/wehretat/

Wehretat

„Und an dieser Stelle ist man den Spin-Doktoren auf den sprichwörtlichen Leim gegangen, denn 2 Prozent des BIP ist etwas ganz anderes, als 2 Prozent des Bundeshaushaltes.
Genaueres Hinsehen und -hören rentiert sich in dieser Größenordnung durchaus, denn dieser kleine Wahrnehmungsfehler ist keineswegs vernachlässigbar und wird immense Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben.

2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands rund 3,14 Billionen Euro.
Der Bundeshaushalt im gleichen Jahr betrug 317,4 Milliarden Euro, davon waren 289 Milliarden Steuereinnahmen.
Wie jetzt? 2 Prozent des BIP wären ja demnach 62,8 Milliarden Euro, oder?
Das würde ja bedeuten, dass wir ab 2024 nicht 2, sondern 20 Prozent unseres Haushaltes für Rüstung aufwenden werden…
Dann würde ja fast jeder vierte Steuereuro direkt in Waffen fließen!?

alles lesen …

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