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Wir haben Geburtstag und laden Sie ein — foodwatch

© foodwatch
  Hallo
,
wir haben uns mit Konzernen angelegt, vor dem Bundestag demonstriert, gejubelt, als die Ampelkennzeichnung Realität wurde und uns mit Politiker:innen wie Renate Künast und Horst Seehofer heiße Diskussionen geliefert: Und plötzlich feiern wir schon unseren 20. Geburtstag. Als kleines Team mit fünf Leuten um Thilo Bode sind wir 2002 in Berlin gestartet, inzwischen haben wir Büros in vier Ländern und schon einiges erreicht. Was das genau ist und vor allem, was es noch zu tun gibt – darüber möchten wir mit Ihnen aus diesem Anlass gerne sprechen! 

Wir laden Sie herzlich ein zu unserem „foodwatch Online Lunch-Talk“ am 27. September!

Chris Methmann, seit einem Jahr Geschäftsführer von foodwatch, Christiane Groß, Leiterin des Webteams und Andreas Winkler, Leiter des Presseteams, freuen sich auf den Austausch mit Ihnen! Wir wollen darüber reden, welche Produkte uns im Supermarkt besonders aufregen; was wir erreicht haben – und was unser größter Misserfolg war; und was die Klimakrise mit unserem Essen zu tun hat. Außerdem sind wir natürlich sehr gespannt auf Ihre Rückmeldungen und Wünsche.

Der Talk wird am Dienstag, 27. September von 12.30 bis 13.30 Uhr über die Videokonferenz-Plattform Zoom stattfinden. Den entsprechenden Link finden Sie unten. Für eine Teilnahme am PC ist keine Installation von Zoom notwendig, für eine mobile Teilnahme am Smartphone hingegen schon. Wir haben Ihnen unten Anleitungen für die unterschiedlichen Teilnahmemöglichkeiten verlinkt. 

Wir freuen uns auf Sie!  
Klicken Sie auf den Link, um dem Zoom-Meeting beizutreten:
us02web.zoom.us/j/88415125660?pwd=VlMvaDFYQXEreFFkVGNSOUI1ZDlIZz09  

Meeting-ID: 884 1512 5660
Kenncode: v&V5j7

Dienstag, 27. September 2022, 12:30-13:30 

Lunch-Talk zu 20 Jahren foodwatch
Was wir geschafft haben, wo wir gescheitert sind, wo es jetzt hingeht.
> Zum Zoom-Meeting
  Um teilzunehmen, klicken Sie einfach auf den obenstehenden Link und geben Sie nach Aufforderung den angegebenen Kenncode ein. Der Zoomraum öffnet fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung

Hinweis: Zur Durchführung der Online-Veranstaltung verwenden wir Zoom
(Hinweise zur Datenverarbeitung
 
Teilnahme ohne Zoom per Computer
Sie haben Zoom nicht installiert? Kein Problem, wenn Sie über Ihren Computer teilnehmen wollen, ist weder eine Installation noch ein Account notwendig. Befolgen Sie einfach die folgenden Schritte:  
  Für die Teilnahme an einem Zoom-Meeting im Browser klicken Sie auf den an Sie versandten Einladungslink. 
Jetzt werden Sie aufgefordert, das Programm oder die App zu installieren. Diese Pop-Ups lehnen Sie einfach ab.  Nun fragt Zoom erneut, ob Sie die App öffnen möchten, was Sie erneut ablehnen. Danach erscheint die Option „Treten Sie über Ihren Browser bei“. Klicken Sie nun diesen Link an und geben Sie anschließend Ihren Namen ein. Zuletzt stimmen Sie den Nutzungsbedingungen zu und werden daraufhin direkt zum Meeting weitergeleitet.  Quelle: Computerbild  
  Sie wollen per Smartphone teilnehmen? In diesem Fall ist eine Installation erforderlich, jedoch nicht das Anlegen eines Accounts. Wie Sie Zoom installieren und an der Veranstaltung teilnehmen können, erklärt diese Anleitung der Lebenshilfe e. V. 

Dann vielleicht bis zum 27. September – wir würden uns freuen! 
 
  Herzliche Grüße Ihre Christiane Groß
Leiterin Webteam   
P.S.: Falls Sie neugierig geworden sind, aber nicht teilnehmen können: Hier finden Sie unsere Themen und Erfolge aus 20 Jahren foodwatch zum Nachlesen, von Acrylamid bis Werbelügen:

foodwatch.org/de/ueber-uns/unsere-erfolge
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Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg, Geschäftsführer sind Dr. Chris Methmann und Jörg Rohwedder.

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Die Preise steigen und steigen — foodwatch

Werden Sie jetzt foodwatch-Mitglied! 
  Die Lebensmittelpreise steigen und steigen. Warum das auch für foodwatch ein Problem ist, schreibt Ihnen heute unser Geschäftsführer Chris Methmann – und erklärt, was Sie tun können.  
  Hallo sylvia linnenkohl, „Ich habe sie jahrelang unterstützt. Leider ist es mir aufgrund der enorm ansteigenden Lebenshaltungskosten nicht mehr möglich, weiterhin an foodwatch zu spenden.“ Zuschriften wie diese erreichen uns in den letzten Wochen vermehrt.

Es ist bedrückend zu lesen, wie viele Menschen die aktuelle Krise in Geldnot stürzt. Sie müssen abwägen: Was kann ich mir noch leisten? Wo kann ich sparen?

Diese Misere treibt mich nicht nur als Mensch, sondern auch als Geschäftsführer von foodwatch um. Momentan kündigen deutlich mehr Menschen ihre Mitgliedschaft bei foodwatch als üblich. Welche Aktivitäten wir uns noch leisten können – das wird eine zunehmend schwere Entscheidung für uns. Daher bitte ich Sie heute:
Werden Sie jetzt foodwatch-Mitglied!   
  Denn gerade weil so viele Menschen sparen müssen, braucht es eine starke, unabhängige Organisation wie foodwatch, die die Tricks der Lebensmittel-Konzerne entlarvt. Denn tricksen tun sie, gerade jetzt, auf dem gesamten Weg vom Bauernhof in unseren Einkaufskorb. Drei Beispiele:  
Die mächtige Bauernlobby vergießt Krokodilstränen, weil das Brot so teuer geworden ist. Dabei verfüttert sie über 60 Prozent der hiesigen Ernte an ihre Tiere [1]. Doch statt weniger Tiere zu halten und das Gedränge im Stall zu reduzieren, fordert der Bauernverband: noch mehr Ackergifte einsetzen zu dürfen, um aus den Böden das letzte herauszupressen [2]. Auch viele Hersteller greifen zu einem alten Trick: Sie verstecken die Preiserhöhungen in kleineren Packungen. Für das gleiche Geld gibt es dann weniger Gummibären, Erdnüsse [3] oder Margarine [4]. Schließlich haben wir in den Supermärkten mal genau hingeschaut: In den letzten Monaten haben Rewe und Co. die Preise für konventionelle Milch massiv erhöht. Und tatsächlich profitieren davon auch die Landwirt:innen. Anders bei der Bio-Milch: Hier haben nach unseren Recherchen nur die Handelsketten und die Molkereien das Geld eingestrichen. Bei den Landwirt:innen ist nichts angekommen. Der Handel hat die höheren Preise einfach festgelegt, weil er es kann. Weil die Verbraucher:innen davon ausgehen, dass Bio-Milch halt teurer ist.
  Wenn Konzerne im Windschatten der Inflation so schamlos Kasse machen, macht mich das einfach nur wütend. Dagegen müssen wir Verbraucher:innen uns wehren. Als foodwatch gelingt es uns immer wieder, die Werbelügen und Tricks der Industrie aufzudecken – wir werden in Zeiten wie diesen dringend gebraucht. Aber gerade jetzt gehen wir geschwächt in diese Auseinandersetzungen.

Dass viele Menschen sich die Unterstützung für foodwatch nicht mehr leisten können, dafür habe ich großes Verständnis. Wenn Sie allerdings ein paar Euro im Monat übrig haben, dann frage ich Sie heute: Können Sie einspringen? Bitte setzen Sie ein Zeichen gegen die Maschen und Winkelzüge der Lebensmittel-Industrie. Helfen Sie uns dabei, die Lebensmittelindustrie daran zu hindern, aus der schwierigen Situation vieler Verbraucher:innen Profit zu schlagen. Werden Sie jetzt foodwatch-Mitglied!  
  Hier foodwatch stärken!  

  Vielen Dank und herzliche Grüße

Ihr Dr. Chris Methmann
Geschäftsführer  

P.S.: Nicht nur Lebensmittel, auch Strom, Papier, die Heizung für unsere Büros und unser Aktionsmaterial wird teurer. Diese Kosten belasten unser Budget zusätzlich. Helfen Sie mit, diese Preissteigerungen abzufedern, und werden Sie jetzt foodwatch-Mitglied! >
Hier klicken, und foodwatch unterstützen

  Quellen:
[1] Rheinische Post, „Bauernverband warnt vor „Preissprüngen in ungekanntem Ausmaß“ bei Lebensmitteln“, 25.03.2022: h‍ttp‍s://‍rp-online.d‍e/wirtschaft/preiserhoehu‍ng-lebensmittel-brotpre‍is-koennte-sich-verdoppeln_aid-67‍495293
[2] ZDF, Bauernverband für Priorisierung:“Ohne Gas keine Milch, keine Butter“, 01.07.2022: htt‍ps‍://w‍ww.‍zdf.d‍e/nachrichten/wirtschaft/bauernverband-rukwied-gasversorgung-landwirtschaft-100.h‍tm‍l
[3] Spiegel Online, „Verbraucherschützer warnen vor versteckten Preiserhöhungen“, 19.08.2022: h‍ttps‍://w‍ww.‍spieg‍el.d‍e/wir‍tschaft/service/inflation-verbraucherschu‍etzer-monieren-pre‍iserhoehungen-ueber-verpackungstri‍ck-a-81e88bca-1ea0-4‍c3e-a171-cd1ce9bfc‍4b1
[4] Verbraucherzentrale Hanburg, „Shrinkflation: Wie Upfield mit Rama kräftig absahnt!“, 11.08.2022: htt‍ps:/‍/ww‍w.vzhh.d‍e/themen/mog‍elpackungen/mogelpackung-des-monats/shri‍nkflation-wie-upfield-rama-kraeftig-abs‍ahnt  
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Erfolg: Wir haben die Klage gewonnen! — foodwatch

Ende Juli hat uns das Verwaltungsgericht Köln Recht gegeben. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die ehemalige Ernährungsministerin Julia Klöckner hätte die Studie nicht geheim halten dürfen. Das Urteil ist außerordentlich bedeutend für die Freiheit der Forschung in Deutschland.  
  Die Vorschrift schützt die Behörde bei der Entscheidungsfindung auch nicht vor politisch unliebsamen Ergebnissen von eingeholten Fachstudien [3]. Zitat aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln  
  Das Urteil stellt klar: Die Bürger:innen haben ein Recht darauf, dass ihnen die mit Steuergeldern finanzierten Studienergebnisse ohne politische Zensur der jeweiligen Regierung zugänglich gemacht werden. Was die Politik später aus den Erkenntnissen macht, ist Teil des politischen Aushandlungsprozesses – die Meinungsbildung muss jedoch unzensiert möglich sein. Das Urteil ist damit ungeheuer wichtig für den demokratischen Diskurs in Deutschland.   
  Viele Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen
Rauna Bindewald, Volljuristin im Kampagnenteam von foodwatch
Quellen:
[1] Industrie investierte 1 Milliarde Euro in Kampf gegen die Ampel, 16.06.2022: ht‍tp‍s://‍w‍ww‍.foodwatch.‍or‍g/d‍e/aktuelle-nachrichten/‍2010/industr‍ie-investierte-1-milliarde-eur‍o-in-kampf-gegen-die-ampel/
[2] Interner BMEL-Vermerk zum vertraulichen Umgang mit der Original-Studie, Herbst 2018: ht‍tps‍://‍ww‍w.foodwatch‍.or‍g/file‍admin/-DE‍/Themen/Ampel/Dok‍umente/2019-04_In‍terne_E-Mails_BMEL_geschw‍aerzt.p‍df
[3] Urteil des Verwaltungsgerichts Köln, 28.07.22: ht‍tp‍s://w‍ww‍.foodwatch.o‍rg/‍fileadm‍in/-DE/Themen/Ampel/Dokumente/Urteil_‍Verwaltungsgericht_Koeln_‍MRI.p‍d‍f 

Eltern gegen Goliath — foodwatch

Hallo ,
Tony the Tiger besucht Cem Özdemir: Mit einer Protest-Aktion vor dem Ernährungsministerium zum Kinder-Überzuckerungstag [1] haben wir klargemacht:
Bei dem im Koalitionsvertrag versprochenen Gesetz gegen an Kinder gerichtetes Junkfood-Marketing muss sich endlich etwas tun! Mit Erfolg – Staatssekretärin Silvia Bender hat sich uns und den Fragen anwesender Journalist:innen gestellt und angekündigt: Es soll bald einen Gesetzesentwurf geben. Ihr Haus arbeite „mit Hochdruck daran, dass wir im Laufe dieses Jahres etwas vorlegen können“.

Wir werden am Thema dran bleiben und für eine wirksame Regelung kämpfen.

Aber nicht alle halten ein Gesetz gegen Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel für eine gute Idee. Als ich vom Ministerium zurückgekehrt, habe ich die vielen Rückmeldungen von foodwatch-Mitgliedern zum Überzuckerungstag gelesen. Eine Unterstützerin schreibt uns:  
  Ich bin Mutter von zwei Kindern im Kindergartenalter und Schulalter. Und ich bin weit entfernt davon zu sagen, dass immer alles einfach ist, im Gegenteil, täglich lernen wir dazu und machen neue Erfahrungen. Aber ganz klar ist es meine Entscheidung und Verantwortung, zum einen wie viel Fernsehen (und welches) meine Kinder schauen und welche und wie viele Süßigkeiten [sie essen]. – foodwatch-Unterstützerin  
  Vielleicht sehen Sie das genauso: Eltern sind für die Gesundheit ihrer Kinder verantwortlich. Ich finde: Sie haben Recht! Lesen Sie bitte weiter, wieso ich mich trotzdem für ein Gesetz gegen Junkfood-Werbung einsetze.

Aus meiner Sicht ist der Kampf der Eltern gegen die Lebensmittelindustrie der Kampf David gegen Goliath.

Es ist der Kampf von Eltern gegen mehr als eine Milliarde Werbe-Euro. Soviel hat die Süßwarenindustrie allein 2021 für Werbung ausgegeben. Mit diesen Unsummen haben Konzerne wie Ferrero und Nestlé vor allem junge Menschen im Visier. Denn egal, ob im Fernsehen, im Internet oder im Supermarkt: Junkfood-Marketing beeinflusst nachweislich sowohl die Vorlieben als auch die Mengen von Süßwaren, die ein Kind zu sich nimmt [2]. Und vielleicht können Eltern beim gemeinsamen Einkauf dem Gequengel ihrer Kinder noch widerstehen. Aber spätestens mit dem ersten Taschengeld geht ein Stück dieser Kontrolle verloren.

Leider bewirbt die Lebensmittelindustrie mit ihrem Kindermarketing fast ausschließlich Junkfood. Oder ist Ihnen schon mal eine bunte Comicfigur auf Brokkoli oder Vollkornbrot aufgefallen? Der Grund: Softdrinks, Chips oder Schokoriegel bringen deutlich höhere Profite als Mineralwasser, Obst oder Gemüse. Dieses einseitige Marketing der Lebensmittelindustrie trägt dazu bei, dass Kinder in Deutschland doppelt so viel Süßwaren, aber nicht halb so viel Obst und Gemüse essen wie empfohlen.

Wenn Sie, wie unsere Unterstützerin, den Kampf um gesunde Ernährung bei Ihren Kindern gewinnen, verdient das Anerkennung. Aber es kostet viel Kraft, auch das klingt in der Zuschrift an. Auch ich bin Mutter von zwei Kindern und ärgere mich immer wieder: Wieso darf die Lebensmittelindustrie unsere Bemühungen mit ihren raffinierten Marketing-Tricks andauernd torpedieren? Warum müssen wir ständig gegen die Verlockungen der Junkfood-Industrie ankämpfen?

Außerdem – die hohe Zahl übergewichtiger Kinder zeigt: In vielen Fällen verliert David leider gegen Goliath. Das hat verschiedene Gründe. Die Werbemilliarden sind aber sicher einer davon! Am Ende leiden die Kinder. Die überflüssigen Pfunde werden sie im Erwachsenenalter meist nicht mehr los. Spätestens dann sind die Folgen oft lebensbedrohlich: Jede/r vierte Erwachsene in Deutschland gilt als adipös. Etwa zehn Millionen sind an Typ 2-Diabetes erkrankt. Fehlernährung tötet hierzulande etwa genauso viele Menschen wie das Rauchen. Und dafür ist die Lebensmittelindustrie mitverantwortlich! Alles andere ist, als würde man die Tabakkonzerne von ihrer Mitverantwortung für Lungenkrebs freisprechen.

Fachleute aus Medizin und Wissenschaft sehen das übrigens genauso: Werbung für Ungesundes fördert Übergewicht und macht Kinder krank – mit langfristigen Folgen. Deshalb fordern medizinische Fachorganisationen, Krankenkassen und Ärzteverbände bis hin zur Weltgesundheitsorganisation schon seit Jahren ein Gesetz gegen Junkfood-Marketing. 

Fazit: Natürlich tragen Eltern Verantwortung für die Ernährung ihrer Kinder. Süßigkeiten und Snacks in Maßen sind völlig ok. Nicht ok ist es, wenn sich Konzerne gezielt auf Kosten der Kindergesundheit bereichern. Denn der Kampf um gesunde Kinderernährung ist keiner auf Augenhöhe. Genau wie viele Ärzt:innen und Expert:innen wollen wir Eltern deshalb den Rücken stärken. Es geht uns nicht um Bevormundung, sondern um Befreiung von manipulativer Werbung. Eltern sollen es leichter haben, ihre Kinder gesund zu ernähren. Und dabei nicht gegen Tony Tiger auf den zuckrigen Frühstücksflocken, SpongeBob auf der Cola oder gegen Junkfluencer in den sozialen Medien ankämpfen müssen.  

  Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Mit freundlichen Grüßen

Luise Molling, Kampagnen und Recherche  

P.S.: Sie wollen uns im Kampf gegen Goliath unterstützen? Wir arbeiten seit vielen Jahren am Thema Kindermarketing. Die Ankündigung zu einem Gesetz im Koalitionsvertrag war ein großer Schritt zu unserem Ziel. Aber für ein effektives Gesetz brauchen wir weiter Ihre Unterstützung. Denn nur wenn wir mit Aktionen, Recherchen und Medienrummel genug Aufmerksamkeit erzeugen, können wir der Süßwarenlobby trotzen. Werden Sie deshalb heute foodwatch-Fördermitglied! > Jetzt Mitglied werden!

  Quellen:

[1] rbb, „Protest gegen Junkfood-Werbung“, 12.08.2022: ht‍tps‍://‍ww‍w.rbb-onli‍ne.d‍e/abend‍schau/vid‍eos/20220812_‍1930/Kinder_
ue‍berzuckerung_ju‍nkfood_‍werbung‍.ht‍m‍l
[2] Jama Network, „Association of Food and Nonalcoholic Beverage Marketing With Children and Adolescents’ Eating Behaviors and Health“, 2.Mai 2022: h‍t‍tps‍:‍//‍jama‍net‍work.c‍om‍/journals/
jamap‍ediatrics/fullar‍ticle/‍2791859  
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Teufelskreis — foodwatch

Das Bienensterben nimmt weltweit immer größere Ausmaße an [1]. Mit dramatischen Folgen. Schuld sind die Gifte, die auf den Feldern versprüht werden. Kräuter, Tiere und Insekten fallen den Pestiziden von Bayer Monsanto, Syngenta oder BASF zum Opfer. foodwatch hat eine Strategie entworfen, wie der Einsatz von Ackergiften vollkommen gestoppt werden kann. Helfen Sie uns dabei und werden Sie Förder:in von foodwatch.  
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  Hallo es ist ein lichter Sommermorgen in Hildesheim. Margeriten, Salbei und Flockenblumen blühen. Neben einem kleinen Kiessee kontrolliert Imker Christian sein Wildbienenhotel: flott fliegen die Bienen raus, um auf Blüten nach Nektar und Pollen zu suchen, die sie wieder zurück bringen, um ihre Brut zu versorgen, die im nächsten Jahr schlüpfen wird. Alles scheint in Ordnung.
Doch innerhalb weniger Stunden bricht das Unheil hinein. In der Nähe besprüht ein Landwirt sein Maisfeld mit Ackergiften – und bringt damit das Summen der Bienen zum Verstummen. Wo sich gestern Hunderte von Bienen vor dem Bienenhotel tummelten, kriechen jetzt nur noch wenige Tiere.  Das ist kein Einzelfall.
Ein weltweites Bienensterben ist im Gange [2] – kein unabänderliches Schicksal, sondern menschengemacht. Die Hauptschuld trägt der ungezügelte Einsatz von Pestiziden. Und die bringen noch mehr Folgeschäden mit sich: Mittlerweile sind 80 % der Gewässer in Agrarlandschaften belastet [3]. Es kostet Wasserwerke mehrere Millionen Euro, das verschmutzte Grundwasser zu filtern [4]. Und wir erleben ein nie dagewesenes Insekten- und Vogelsterben [5]. Es sind potente, hochdosierte Giftstoffe, die natürliche Kräuter, Tiere und Insekten abtöten sollen. Mit den Stoffen verdienen die Chemieriesen der Welt wie Bayer Monsanto, Syngenta oder BASF unglaubliche Summen. Obwohl das Problem immer mehr Menschen bewusst wird und sich viele gegen Pestizide einsetzen, werden immer potentere Giftstoffe auf unseren Äckern und Wiesen versprüht.
Der Einsatz von Pestiziden in der EU ist heute wesentlich höher als in den 1990er Jahren [6] – mit fatalen Folgen für Artenvielfalt, Klimaschutz, Bodenqualität und Gesundheit.  foodwatch hat deswegen mit dem anerkannten Pestizid-Experten Lars Neumeister zwei Jahre lang an einer detaillierten Studie gearbeitet [7]. Wir zeigen darin auf, wie der komplette Ausstieg aus dem giftigen Pestizidmarkt gelingen kann. Dafür werden wir in den nächsten Monaten und Jahren kämpfen. Das wird nicht einfach werden – denn wir haben mit der Pestizid-Lobby mächtige Gegner. Daher brauchen wir Ihre Unterstützung.   
 
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  Auch den Landwirt:innen schadet der Gifteinsatz auf dem Acker massiv. Sie sind in eine starke Abhängigkeit geraten. Ein Teufelskreis hat sich entwickelt: auf immer größeren Flächen pflanzen sie Monokulturen und versuchen die Kosten weiter zu senken, um auf einem globalen Markt mithalten zu können. Diese industrielle Landwirtschaft benötigt dann Pestizide. Und auf einmal geht es nicht mehr ohne – scheinbar.   Denn bislang hat sich kaum jemand getraut, sich vorzustellen, wie eine Welt ganz ohne Ackergifte aussehen könnte – und aufzuschreiben, wie das funktionieren könnte.
Unser Bericht zeigt, wie der Ausstieg aus den Pestiziden gelingen kann. Einfach geht es bei Weizen und Mais. Auch für Gemüse ist kein Herbizid oder Pestizid nötig. Bei Früchten ist es etwas schwieriger. Doch auch bei Trauben und Äpfeln ist ein kompletter Ausstieg aus der Nutzung von Pestiziden möglich – er braucht nur etwas länger. Der Einsatz von Pestiziden muss deutlich teurer und ein Verzicht auf Pestizide honoriert werden. Wir haben den Bericht bereits den wichtigsten Entscheider:innen in der Europäischen Kommission vorgelegt. Die haben zwar sehr aufgeschlossen reagiert, aber wir müssen weiter Druck machen.
In den nächsten Monaten wollen wir richtig loslegen und die Industrie mit kreativen Aktionen und hartnäckigem Protest dazu bringen, sich auf einen Verzicht einzulassen.

foodwatch entlarvt seit Jahren die verbraucherfeindlichen Praktiken der Lebensmittelindustrie und kämpft für das Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher auf qualitativ gute Lebensmittel. Dazu gehört auch, dass keine Pestizidreste auf unseren Tellern landen. Der beste Weg dahin: Ackergifte gar nicht erst ausbringen. Unterstützen Sie uns dabei und werden Sie heute foodwatch-Mitglied.  
 
  Heute foodwatch-Mitglied werden  
 
  Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße
Ihre Annemarie Botzki
Campaignerin für Tierhaltung und Landwirtschaft    
 
P.S.: Nur ein Bruchteil der landwirtschaftlichen Fläche in Europa wird derzeit für die Produktion von Lebensmitteln genutzt, die die Menschen essen sollten, um sich gesund (und klimafreundlich) zu ernähren.

Große Mengen an Land werden für die Produktion von Tierfutter für die Fleisch- und Milchproduktion verwendet. Die Landwirtschaft in der EU ernährt sieben Milliarden Nutztiere pro Jahr und etwa 0,45 Milliarden Menschen [8]. Auf diesen riesigen Flächen werden ebenfalls Unmengen an Pestiziden eingesetzt. Das muss sich endlich ändern! Deshalb: > Werden Sie Mitglied von foodwatch!
 
  Quellen:
[1]  htt‍ps:‍/‍/w‍ww.iucn.org/content‍/nearly-one-10-wild-bee-species-face-extinction-europe‍-while-status-more-half-remains-unknown-iucn-‍report und h‍ttp‍s:/‍/ww‍w.cbsnews.‍com/news‍/wild-bee-species-missing-since-1990s‍-extinction/
[2] ht‍tp‍s:‍//w‍ww.quarks.de/umwelt‍/tierwelt/darum-verhungern-die-‍wildbienen/
[3] ht‍tp‍s:‍/‍/ww‍w.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=33/‍2021
[4] Nach Mohaupt et al. 2020 „Etwa 64.000 Grundwasserproben werden jährlich auf Atrazin, das am häufigsten getestete Pestizid, analysiert. Geht man von Kosten von 400€ pro Probe aus, würde allein diese Prüfung Kosten verursachen über 25 Millionen Euro“ mehr Infos im Pestizid report hier: ht‍tp‍s:/‍/w‍ww.foodwatch.org/en/reports/2022/‍locked-in-pesticides-europes-dependency-on-harmful-‍pesticides-and-how-to-overcome-it‍/
[5] Der Begriff Insektensterben dürfte vor allem durch die Ergebnisse der sogenannten „Krefelder Studie“ aus dem Herbst 2017 an Fahrt aufgenommen haben. Sie berichtete über einen Verlust von rund Dreivierteln der Biomasse fliegender Insekten – vor allem aus Naturschutzgebieten Nordwestdeutschlands. ht‍tp‍s:/‍/journals.plos.‍org/plosone/‍article?id=10.1371/journal.pone.‍0185809
[6] Seite 32 und folgende: ht‍tp‍s:/‍/www.foodwatch.‍org/fileadmin/-INT/‍pesticides/2022-06-30_Pesticides_Report_foodwatch.‍pdf
[7] Hier zu finden: ht‍tp‍s:/‍/ww‍w.foodwatch.‍org/de/reports/2022‍/locked-in-pesticides‍/ Eine deutsche Zusammenfassung des Reports findet sich hier: ht‍tp‍s:/‍/ww‍w.foodwatch.org/fileadmin/‍-DE/Themen/Pestizide/Dokumente/2022-06-30_‍Kurzfassung_Pestizid-Report.‍pdf
[8] Seite 87 ht‍tp‍s:/‍/www.foodwatch.‍org/fileadmin/-INT/pesticides/2022-06-30_‍Pesticides_Report_foodwatch.‍pdf  
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Die Gastro-Lobby ist gescheitert — foodwatch

Ein Riesenerfolg: Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig müssen auch die Behörden des letzten Bundeslandes in Deutschland ihren Widerstand gegen unsere Mitmach-Plattform „Topf Secret“ aufgeben. Die Rechtslage ist nun bundesweit klar: Verbraucher:innen haben ein Recht auf Zugang zu den Ergebnissen amtlicher Lebensmittelkontrollen, die bisher geheim gehalten wurden. Ab sofort kann jede:r die Hygiene-Berichte von Restaurants, Bäckereien und anderen Betrieben einsehen, erfragen und auf „Topf Secret“ veröffentlichen. Machen Sie jetzt mit: Klicken Sie sich durch, stellen Sie Ihren Antrag zu einem Betrieb Ihrer Wahl und schaffen Sie damit Transparenz bei Lebensmittelkontrollen!  
  Hier klicken & Bericht anfordern!  
  Hallo sylvia linnenkohl, Wissen Sie, wie sauber es in Ihrem Lieblingsrestaurant zugeht? Ob in der Backstube der Konditorei um die Ecke regelmäßig geputzt wird? Höchstwahrscheinlich nicht. Zwar kontrollieren die Behörden örtlich ansässige Lebensmittelbetriebe. Aber die Ergebnisse dieser Kontrollen bleiben in der Regel streng geheim.

Mit der Mitmach-Plattform „Topf Secret“ wollten wir 2019 Licht ins Dunkel bringen. Mit wenigen Klicks können dort Bürger:innen die Berichte amtlicher Kontrollen bei den zuständigen Behörden anfragen und später veröffentlichen.

Nach dem Start des Portals stellten zehntausende Bürger:innen einen Antrag. Einige erhielten Einblick in Berichte mit teils ekelerregenden Details, wie Kakerlaken in der Backstube oder massiver Schimmelbefall an Küchenwänden. Ein Teil der Antragsteller:innen bekam von den Behörden hingegen überhaupt keine Rückmeldung – oder haarsträubende Antworten: Manche Ämter erklärten sich überlastet, manche drohten mit Gebühren in vierstelliger Höhe, andere sabotierten den Antragsprozess, indem sie Einblick in die Kontrollberichte nur persönlich in den Behörden-Räumen gewährten – inmitten der ersten Corona-Welle.

Auch die betroffenen Betriebe machten mobil gegen die Transparenz-Plattform – unterstützt durch den Gastro-Lobbyverband DEHOGA. Bundesweit reichten sie Klage ein, worauf sich einige Behörden ausruhten. Diese wollten die Kontrollberichte erst herausgeben, wenn die Rechtslage geklärt ist.

In den folgenden Monaten haben Gerichte in ganz Deutschland die Klagen nach und nach abgeschmettert. Zuletzt urteilte das Verwaltungsgericht Schleswig, dass auch die Kontrollberichte in Schleswig-Holstein herauszugeben sind. Gemäß dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG) haben Bürger:innen ein Recht auf Zugang zu den Ergebnissen amtlicher Lebensmittelkontrollen. Die Rechtslange ist endlich geklärt!

Machen Sie jetzt mit: Stellen Sie Ihren eigenen Antrag auf „Topf Secret“.  
  Klicken zu Topf Secret  
  Verbraucher:innen haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ein Lebensmittelbetrieb pfuscht oder nicht. Dänemark zeigt, wie es geht: Dort erfährt man direkt an der Ladentür und im Internet anhand von Smiley-Symbolen, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt ist. Wenige Jahre nach Einführung dieses „Smiley-Systems“ im Jahr 2002 hat sich die Quote der beanstandeten Unternehmen halbiert – von 30 auf rund 15 Prozent. In Deutschland bleibt die Beanstandungsquote seit Jahren konstant bei etwa 25 Prozent. Je mehr Menschen bei „Topf Secret“ mitmachen, desto größer ist der Druck auf die Behörden – und damit auch auf die Politik: Sie muss – wie in Dänemark – die Betriebe per Gesetz verpflichten, die Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen pro-aktiv zu veröffentlichen. Das entlarvt die Schmuddelbetriebe – und beseitigt den Wettbewerbsnachteil für die vielen sauberen Unternehmen, die Mühe und Geld in Hygiene investieren – wovon aber niemand etwas mitbekommt.

Werden Sie jetzt mit uns gemeinsam aktiv und stellen Sie Ihren Antrag auf „Topf Secret“!  
  Hier Kontrollbericht anfragen  
  Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihr Dario Sarmadi
Pressesprecher & Öffentlichkeitsarbeit  
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Notruf im Schweinestall — foodwatch

Tierärzte schlagen seit Jahren Alarm: Millionen von Tieren leiden in Ställen und niemand hilft ihnen. Jetzt will Agrarminister Cem Özdemir mit einem neuen Label Abhilfe schaffen. Lesen Sie hier, warum diese Tierhaltungs-Kennzeichnung in die Irre führt – und was wir jetzt tun können, um uns für die Tiergesundheit einzusetzen.


Hallo

es ist heiß und stickig. Aus den Betonspalten im Boden steigen beißende Dämpfe in die Lungen. Dicht gedrängt stehen in Deutschland über 22 Millionen [1] Schweine in ihren Boxen. Die Tiere beißen sich gegenseitig in ihre Ohren und Schwänze. Viele haben Abszesse und offene Wunden. Fast 40 Prozent leiden an entzündeten Organen und Gelenken [2]. Die Zustände in der Tierhaltung sind katastrophal [3]. Doch anstatt die Qual im Stall konkret anzugehen, nähren Handel und Politik seit Jahren eine große Illusion: Hätten die Tiere nur mehr Platz oder frische Luft, würden wir alle nur etwas mehr fürs Fleisch bezahlen – den Tieren ginge es direkt besser. So jetzt auch Agrarminister Cem Özdemir. Sein Plan gegen das Tierleid: Verbraucher:innen sollen künftig auf der Packung erkennen können, wie Schweine gehalten werden. Fünf Haltungsstufen sollen uns helfen, Qualfleisch beim Einkauf zu meiden. Später soll das auch für Hühner, Rinder und andere Tiere gelten. 

Nur: Ein solches Tierhaltungslabel führt in die Irre. Was die wenigsten wissen: Tiere in allen Haltungsformen leiden. So fanden Forscher:innen in Dänemark Krankheiten bei rund 30 Prozent der untersuchten Schweine – in biologischer wie konventioneller Haltung gleichermaßen [4]. Und jüngst zeigten 97 Prozent (!) der untersuchten Schweizer Legehennen Anzeichen gebrochener Brustbeine [5]. Das Problem plagt alle Haltungsformen.

Foodwatch setzt sich seit Jahren für mehr Tiergesundheit ein. Jetzt sehen wir die große Gefahr: Dass das neue Tierhaltungs-Label sogar schadet. Weil es den Anschein erweckt, allein ein etwas größerer Stall würde den Tieren helfen. Und dann echte Anstrengungen ausbleiben, die Tiergesundheit zu verbessern.

Daher planen wir in den nächsten Monaten eine große Informationskampagne. Mit einem Report zur Tiergesundheit, einem Erklärfilm, Infografiken in den sozialen Medien. Damit wir die Sache richtig groß aufziehen können, bitten wir Sie heute um Ihre Mithilfe. Werden Sie foodwatch-Mitglied! 

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Mal ehrlich, das soll helfen? Ein Mastschwein lebt momentan auf einem halben bis einem Quadratmeter [6]. Die Haltungsstufe 2 im neuen Tierhaltungslabel garantiert nun 20 Prozent mehr – also max. 20 Quadratzentimeter mehr Platz. Ab Stufe 3 steigt der Platzbonus auf (absurd genaue) 46 Prozent – dazu kommen Frischluft und Kontakt zur Außenwelt. Minimale Verbesserungen, die es schwer machen, überhaupt von Tierschutz zu sprechen.

Das Gravierendste aber ist: Ob die Tiere gesund sind oder nicht, hängt von ganz anderen Faktoren ab. Bei Schweinen stimmt zum Beispiel oft die Nährstoffversorgung nicht. Vielen Legehennen saugt die Hochleistungs-Eierproduktion das Kalzium aus den Knochen – die dann leichter brechen.

Wie wir das ändern können, haben wir in den letzten Monaten zusammen mit führenden Tierärzt:innen entwickelt – ein Plan für eine umfassende Gesundheitsüberwachung in der Tierhaltung. Denn eigentlich liegen viele wichtige Daten schon vor: So untersuchen Schlachthäuser die Tierkadaver nach Krankheitsanzeichen. Molkereien analysieren Milch auf Entzündungsstoffe. Diese Spuren ließen sich bis zum einzelnen Betrieb zurückverfolgen.

Würde man diese Daten systematisch sammeln, ergänzen und nutzen, könnte man jene Betriebe schnell ausfindig machen, in denen die Tiere besonders leiden. Und die Landwirte erst schulen und unterstützen. Wenn dann keine Besserung eintritt, muss ein Qualbetrieb schließen. Den kranken Tieren wäre viel mehr geholfen als mit einem einfachen Label auf der Fleischverpackung.

Diesen Plan wollen wir in den nächsten Monaten bekannt machen – in Gesprächen mit der Politik; mit einem großen Report, über den die Medien berichten; einem Erklärfilm, der in den sozialen Medien herumgereicht wird. Bitte helfen Sie mit, unseren Plan für die Tiergesundheit bekannt zu machen. Unterstützen Sie die Tiergesundheit als foodwatch-Fördermitglied.

Wenn Sie jetzt foodwatch-Mitglied werden, schenken wir Ihnen zum Dank ein Exemplar des Bestsellers „Das Schweinesystem“ meines Kollegen Matthias Wolfschmidt. Der gelernte Veterinär zeigt auf, wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden.

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße
 Ihre Annemarie Botzki
Campaignerin für Tierhaltung und Landwirtschaft


P.S.: Tierschutz ist in der Verfassung verankertes Staatsziel. Die Politik darf die Verantwortung nicht mit einem Tierhaltungslabel auf uns Verbraucher:innen abwälzen. Der Staat muss jetzt systematisch die Tiergesundheit kontrollieren und das Leid im Stall beenden. Bitte setzen Sie sich gemeinsam mit uns dafür ein. 
> Werden Sie heute foodwatch-Mitglied


Quellen:
[1] htt‍ps:/‍/w‍ww.zdf.‍de/nachrichten/wirtschaft/‍schweine-agrar-landwirtschaft-bestand-statistik-100.h‍tml
[2] Vion Schlachthofdaten: htt‍ps:/‍/w‍ww.vion-transparency.c‍om/‍wp-content/uploads/sites/‍10/2022/05/221040_VIO_CAM_Keuringsresultaten-DE-Varken-Organbefunde-Q1-2022-V1-1920×791.j‍pg
[3] In Deutschland verenden jährlich etwa 13,6 Mio Schweine. Die schockierende Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigt, dass viele längere Zeit vor ihrem Tod mit „mit erheblichen Schmerzen und/oder Leiden“ lebten. 
htt‍p‍s:/‍‍/w‍‍ww.tiho-hannover‍.‍de/‍universitaet/‍aktuelles-veroeffentlichungen‍/‍pressemitteilungen/‍detail/‍untersuchungen-an‍-verendeten-getoeteten-schweinen-in-verarbeitungsbetrieben-fuer-tierische-nebenprodukte
[4] htt‍ps:/‍/‍pubmed.ncbi.nlm.nih.‍gov/‍28671066/
[5] htt‍ps:/‍/w‍ww.watson.‍ch/‍schweiz/wissen/651338063-schock-studie-der-uni-bern-97-prozent‍-aller-legehennen-haben-gebrochene-knochen
[6] ht‍tps:/‍/w‍ww.‍gesetze-im-internet.‍de/tierschnutztv/TierSchNutztV.‍p‍df 
Impressum
Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg, Geschäftsführer sind Dr. Chris Methmann und Jörg Rohwedder.

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Vorsicht vor dieser Milch — foodwatch

Eine Eukalyptus-Wüste mit Glyphosat und Insektentod: Wer bei Aldi vermeintlich „klimaneutrale“ Milch kauft, unterstützt ein zweifelhaftes Waldprojekt in Uruguay – das mit Umweltschutz wenig zu tun hat. Das belegen jetzt Recherchen von foodwatch und ZDF. Fluten Sie deshalb mit uns die Postfächer von Aldi. Wir fordern: Stoppt die Klimalüge!  
   Hier klicken und Aldi stoppen!  
  Um Aldi zu schreiben, wählen Sie auf der Aktionsseite das Bundesland aus, in dem Sie wohnen. So wissen wir, ob Ihre Nachricht an Aldi Nord oder Süd gehen soll. Im nächsten Schritt setzen Sie einfach den Haken und geben schließliche Ihre Daten an. Dann einfach unterzeichnen und schon erhält Aldi Post von Ihnen!  
  Hallo
Neulich bei Aldi: Der Blick wandert über das Milchregal. Eigentlich alle gleich, oder? Moment – ein Label mit grünem Fußabdruck und einem verlockenden Versprechen sticht heraus: „Diese Milch ist klimaneutral“. Kann ich also getrost die rülpsenden Kühe vergessen und mit gutem Gewissen zugreifen? Leider nein, denn das Label ist irreführend. Mit dem Marketingtrick will der Discounter nur Kund:innen in seine Märkte locken.  Wir haben genauer hingeschaut: Die Kühe, das Futter und der Dünger stoßen große Mengen Treibhausgase aus. Im Gegenzug unterstützt ALDI ein Projekt in Uruguay. Dort soll neuer Wald geschaffen und so CO₂ gebunden werden. Also Regenwald und Artenschutz? ZDF Frontal war vor Ort [1] und wir stellen fest: Die Realität sieht anders aus. Trist und steril reiht sich hier über Kilometer Eukalyptus Baum an Eukalyptusbaum. Und sollte sich doch mal eine Wildpflanze oder gar Insekt hierher verirren, wird ihm mit Glyphosat schnell der Garaus gemacht. Soll Milch etwa dank dieser Einöde plötzlich klimaneutral sein?  
  Dazu kommt: Eukalyptuswälder wirken als Brandbeschleuniger und können eine verheerende Rolle bei Waldbränden spielen [2]. In Uruguay hat um die letzte Jahreswende der größte Waldbrand der Landesgeschichte gewütet [3]. Mit zweifelhaften Projekten Treibhausgase ausgleichen lassen, damit die Klimabilanz auf dem Papier gut aussieht? Das ist Ablasshandel in Reinform. Aldi muss seine Unterstützung für die Klimalügen sofort beenden. Konzerne reagieren immer dann, wenn ihr Ruf gefährdet ist. Deswegen fluten wir das Postfach von Aldi und zeigen: Wir lassen uns nicht irreführen. Setzen Sie Aldi mit uns unter Druck – schreiben Sie eine Beschwerdemail an den Konzern!  
  Klimalüge beenden!  
  Unsere Recherchen zeigen: Aldi interessiert sich nur bedingt für ernsthaften Klimaschutz. Das Unternehmen kann nicht einmal genau beziffern, wie viele Treibhausgase die Kühe ausstoßen. Und müssen die Milchlieferanten konkrete Vorgaben, den CO₂ Ausstoß der Milch zu begrenzen, erfüllen? Fehlanzeige – dabei gäbe es sinnvolle Maßnahmen, wie Biogasanlagen für Gülle und verbesserte Futtermittel [4], zu denen Aldi seine Zulieferer verpflichten könnte. Trotzdem klebt das klimaneutral Label schon seit über einem Jahr auf der Milch. Das Beispiel Aldi zeigt: Konzerne machen Klimawerbung vor allem als Marketinginstrument für eigene Profite. Unser Planet und wir Verbraucher:innen sind Ihnen weniger wichtig. Schlimmer noch – mit ihren Klimalügen behindern Sie echten Klimaschutz. Denn ob mit oder ohne Label: Milch ist kein klimafreundliches Produkt! Vielmehr muss für wirksamen Klimaschutz die Anzahl von Wiederkäuern wie Kühen bis 2045 halbiert werden [5]. Mit seinem Greenwashing suggeriert Aldi hingegen, dass es einfach so weitergehen kann. Ganz klar – hier ist auch die Politik gefordert. Aldi muss jedoch schon heute handeln und die Unterstützung für die Klimalüge sofort beenden!  
  Hier Aldi stoppen!  
  Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Mit freundlichen Grüßen
Manuel Wiemann
Recherchen & Kampagnen  
PS: Raten Sie mal, welches andere Projekt Aldi unterstützt: Das Fake-Waldschutz Projekt Tambopata in Peru, in dem nach Projekt-Beginn sogar mehr Bäume gefällt wurden, als davor. Rewe hatte das Projekt letztes Jahr verwendet, um Hähnchenfleisch klimaneutral zu rechnen. Dafür gab es von uns den Goldenen Windbeutel und eine Abmahnung. Mit Erfolg – Rewe hat die Kooperation eingestellt und das Klimaneutral Label ist verschwunden. Unser Druck zeigt Wirkung – lassen wir ihn Aldi spüren!  > Hier Beschwerdemail an Aldi schreiben!
 
 
  Quellen: 
1) ht‍tps://w‍ww.‍zdf.de/politik/frontal/klimaversprechen-von-‍aldi-auf-dem-pru‍efstand-10‍0.h‍tml
2) htt‍‍ps://w‍‍w‍w.‍fo‍cus.d‍e/politik/experten/gastbeit‍rag-von-
frank-uekoetter-hinter-der-feuerkatastrophe-v‍on-portugal-steckt-‍auch-
die-waldw‍irtschaft‍-der-verga‍ngenheit_id_728‍3109.‍h‍t‍m‍l
3) h‍tt‍‍ps‍://‍‍w‍‍ww.f‍az.‍‍n‍e‍t/aktu‍ell/gesellschaft/ungluecke/hitzewel‍le-
in-sue‍da‍me‍rika-wie-das-risiko-fuer-waldbrae‍nde-steigt-17729‍972.‍‍h‍tm‍l
4) h‍t‍t‍p‍s://‍w‍‍w‍w.‍if‍eu.d‍e/file‍admin/uploads‍/IFEU‍-VDM-Milc‍hbericht-2014.‍‍p‍‍df
5) h‍t‍tps‍://w‍‍w‍w.‍green‍peace.de/publikationen/210128_bedeutung_
der_zielsetz‍ung_klimaneutralitaet_fuer_den_
landwirtschaft‍ssektor.‍p‍df  
 

G7: Zockerei mit Essen stoppen! — foodwatch

© foodwatch

Investoren machen Gewinne, während Familien von Nigeria bis zum Libanon sich kein Brot mehr leisten können. Finanzjongleure spekulieren auf steigende Preise von Weizen, Mais und Reis – und machen das Essen damit teurer. Wir sagen: Niemand darf Profite machen, die den Hunger schüren! Fordern Sie jetzt – eine Woche vor dem G7-Gipfel in Elmau – ein Ende der exzessiven Spekulation!

Jetzt Petition unterzeichnen!

Hallo
,fette Gewinne, magere Mahlzeiten: Die einen machen mit Wetten auf Mais und Weizen an den Börsen das schnelle Geld, die anderen können sich kein Brot mehr leisten. Seit dem Angriff auf die Ukraine wächst die Spekulation mit Nahrungsmitteln dramatisch – allein in den ersten Kriegstagen flossen Milliarden Euro und Dollar in Fonds, die mit Nahrungsmitteln spekulieren [1]. Und das treibt die steigenden Lebensmittelpreise auf fatale Weise zusätzlich in die Höhe: Auf dem Weltmarkt kostete Weizen schon etwa 50 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres [2].

Die Spekulation ist zurück, hier wird auf steigende Preise gewettet, also quasi auf Hunger [3]. – Der ehemalige UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter

Gleichzeitig überschlagen sich die Warnungen vor Hungerkrisen. In Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan und Jemen gilt nun die höchste Hunger-Warnstufe [4]. Die UN warnen: 750.000 Menschen droht damit der Hungertod [5]. Die Ursachen sind vielfältig und teils schwer zu lösen: Klimawandel, Dürre, Krieg, Corona. Die Zockerei an den Börsen könnten wir aber sofort beenden.

In wenigen Tagen empfängt Kanzler Scholz die mächtigsten Regierungen der Welt zum G7-Gipfel im bayrischen Elmau. Mit am Tisch sitzt auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Doch die Hunger-Spekulation steht gar nicht auf der Agenda. Und das wollen wir jetzt ändern.

Je länger wir warten, der ungezügelten Spekulation mit Nahrungsmitteln eine wirksame Grenze zu setzen, desto mehr Menschen werden Hunger leiden. Diese Zockerei auf Kosten der Ärmsten muss endlich aufhören! Helfen Sie mit, das Thema auf die G7-Agenda zu bringen. Bitte klicken Sie hier und unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition für strenge Regeln gegen exzessive Spekulation!

Hier unterschreiben!

Die Finanzwetten haben sich längst von der ursprünglichen Funktion der Rohstoffbörsen abgekoppelt. Eigentlich sollen sie Landwirt:innen und Agrarfirmen gegen schwankende Preise absichern. Doch inzwischen bestimmen hauptsächlich Fonds und Investmentbanken das Geschehen – sie interessiert allein ihr Gewinn. Das Problem: Wenn viele von ihnen auf steigende Preise wetten, ziehen die tatsächlichen Preise nach – für alle!

Die EU könnte die bestehenden Regeln einfach verschärfen. Nachdem Anleger 2007 und 2008 die Preise schon einmal in die Höhe getrieben hatten, führte die Union Obergrenzen für die Spekulation ein, sogenannte „Positionslimits“. Sie legte also fest, wie viele solcher Finanzwetten Anleger überhaupt abschließen dürfen. Doch diese Obergrenzen sind viel zu lax, um die exzessive Spekulation wirksam zu begrenzen. Das zeigt die aktuelle Entwicklung.

Wenn am nächsten Wochenende Deutschland, Frankreich und die EU am G7-Tisch sitzen, müssen sie klarstellen: Die Obergrenzen müssen schärfer werden – und US-Präsident Biden überzeugen. Denn auch an der Börse in Chicago wird kräftig spekuliert.

Deswegen starten die foodwatch-Organisationen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich eine gemeinsame Petition. Wir wollen das Thema in die Medien und auf die Agenda der G7 bringen. Dafür brauchen wir Sie: Bitte helfen Sie mit, das zügellose Zocken der Finanzindustrie zu stoppen! Klicken Sie hier und lassen Sie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die G7-Staatschefs wissen: Sie müssen die schädliche Spekulation endlich wirksam eindämmen!

Zockerei mit Essen stoppen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße

Annemarie Botzki, Kampagnen & Recherche


P.S.: Zum ersten Mal deckte foodwatch das Geschäft mit der Nahrungsmittelspekulation schon 2011 auf. Einige Banken stiegen damals aus dem Geschäft aus. Wir wissen: Zerren wir die unethischen Finanzwetten ans Licht, können wir sie verhindern. Bitte sein sie dabei – lassen sie uns Zockerei auf die G7-Agenda setzen.
> Jetzt hier klicken und Aktion unterschreiben!


Quellen:

[1] Lighthouse Reports, „The Hunger Profiteers“: h‍ttp‍s://‍ww‍w.lighthousereports.‍nl/investigat‍ion/the-hunge‍r-profite‍ers/
[2] Deutschlandfunk, „Was hilft gegen die drohende Ernährungskrise?“: h‍tt‍ps://‍w‍w‍w.deutschlandfun‍k.d‍e/ukr‍aine-wei‍zen-get‍reide-ex‍port-blo‍ckade-we‍lternaehru‍ng-100.ht‍m‍l
[3] Spiegel Online, „Wie Spekulanten von der Krise profitieren“: ht‍tps:‍//www‍.spiegel.‍de‍/wirtschaft/nahrungsmittel-wie-spekulanten-von-der-krise-profitieren-a-566ff49f-81e6-4327-a235-b23fa4616dc0
[4] United Nations, „Overlapping crises push millions into ‘extreme levels of acute food insecurity‘“: h‍ttps:‍//ne‍ws.un.o‍rg‍/en/story‍/2022/06/1119752
[5] ZDF, „UN warnen vor Verschlimmerung der Hungerkrise“: ht‍tp‍s://‍w‍w‍w.zdf.‍de/nachric‍hten/politik/un-hungerkrise-verschlimmerung-ukraine-krieg-ru‍ssla‍nd-100.‍ht‍m‍l
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Das soll Tierleid beenden? — foodwatch

Millionen Tiere leiden Schmerzen – in großen und kleinen Betrieben, bio und konventionell. Nun will die Regierung ein neues Haltungslabel einführen. Doch am millionenfachen Leid ändert es nichts. Denn die Gesundheit der Tiere spielt für das Label keine Rolle. Schreiben Sie jetzt an Bundesminister Cem Özdemir und fordern Sie echte Verbesserungen statt hübscher Labels!  
  Jetzt Petition unterzeichnen!   
  Hallo sylvia linnenkohl, Schweine mit entzündeten Lungen und schmerzhaften, geschwollenen Gelenken. Hühner, die so schnell gemästet werden, dass ihre Knochen nicht mithalten und brechen. Millionenfach leiden Tiere Qualen, Tag für Tag. 

Die großen Fleischkonzerne setzen darauf, billig und immer billiger zu produzieren, damit Fleisch aus Deutschland ein Exportschlager bleibt. Das geht auf Kosten der Schwächsten – der Tiere. Aber auch auf die der Landwirte, die unter gewaltigem Druck stehen. 

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir verpasst jetzt eine wichtige Chance, gegen diese Missstände anzugehen: Er hat am Dienstag sein neues Haltungslabel vorgestellt. Das soll es zunächst für Schweinefleisch geben, später dann auch für andere Produkte und Tierarten. Je nachdem, wie die Tiere gehalten wurden, gibt es Kategorien von 1 bis 5. Das sagt uns beim Einkauf beispielsweise, wieviel Platz die Tiere hatten oder ob sie ins Freie konnten. 

Das Problem: Es sagt nichts darüber aus, ob die Tiere Schmerzen hatten oder gesund waren. Dabei stammt jedes vierte Fleischprodukt aktuell von einem kranken Tier [1]! Schmerzhafte Geschwüre, entzündete Euter, klaffende Wunden: Völlig egal, Hauptsache der Stall war ausreichend groß. 

Das dürfen wir dem grünen Bundesminister nicht durchgehen lassen. Wenn wir schon Tiere für die Lebensmittelerzeugung nutzen, müssen wir auch dafür sorgen, dass diese nicht krank gemacht werden. Doch darum kümmert sich bisher niemand. Bitte helfen Sie mit, das zu ändern: Setzen sie sich jetzt für umfassende Gesundheitskontrollen im Stall ein!  
  Fordern Sie jetzt: Tierleid beenden!  
  Mit dem neuen Label überlässt Cem Özdemir den Verbraucher:innen die Wahl der Qual. Dabei sind die Stufen eins bis drei eigentlich tierschutzwidrig und sollten gar nicht erlaubt sein. Wir finden: Verbraucher:innen müssen sich bei jedem Fleisch- oder Milchprodukt darauf verlassen können, dass es den Tieren gut ging. Es ist Aufgabe von Cem Özdemir, dafür zu sorgen und die Tierqual endlich zu beenden!

Der Weg hin zu gesunden Tieren ist eigentlich gar nicht so schwer: Schon jetzt wird beispielsweise bei der Schlachtung erfasst, ob ein Tier gesund war oder nicht. Bei 40 Prozent der Schweine fallen dabei Schäden an Lunge, Leber und anderen Organen auf [2]. Die nötigen Informationen liegen also auf dem Tisch. Doch bisher haben Tierhalter:innen, die immer wieder durch kranke Tiere auffallen, nichts zu befürchten. Wir fordern: Wer seine Tiere gesund hält und damit guten Tierschutz praktiziert, muss belohnt werden. Und wer Tiere leiden lässt, muss gezwungen werden, das zu ändern. 

Es ist an Cem Özdemir, die Regeln entsprechend zu setzen. Eigentlich hat die neue Regierung schon im Koalitionsvertrag festgelegt:   
  Wir erarbeiten eine Tiergesundheitsstrategie (…) – Koalitionsvertrag, Seite 35 [3]  
  Lassen Sie uns Cem Özdemir gemeinsam an dieses Versprechen erinnern! Gerade jetzt, wo er sich mit seinem neuen Label in Sachen Tierschutz profilieren will. Das ist unsere Chance! Etliche Fachverbände wie zum Beispiel die „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft“ unterstützen unsere Petition. Seien auch Sie dabei – je mehr sich zusammentun, umso wirksamer unser Protest!  
  An Cem Özdemir schreiben   

  Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Herzliche Grüße
Ihre Annemarie Botzki
Campaignerin für Tierhaltung und Landwirtschaft  

P.S.: Noch vor 20 Jahren führte Deutschland Schweinefleisch ein, um die Nachfrage decken zu können. Heute wird längst weit über Bedarf produziert.  Obwohl der Konsum für Schweinefleisch in Deutschland spürbar zurückging, wurden immer mehr Tiere geschlachtet. Ich selbst bin seit meiner Kindheit Vegetarierin und lebe heute vegan, und das mit Überzeugung. Aber diese Entwicklung zeigt: Wenn wir wirklich etwas im Interesse der Tiere ändern wollen, reicht es nicht, selbst auf tierische Produkte zu verzichten. Wir müssen uns gemeinsam dafür stark machen, dass Politik die Regeln verändert! > Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition!

  Quellen:

[1] foodwatch, „Ausgewählte Studienergebnisse zur Tiergesundheit“: ht‍tps‍://‍ww‍w.foo‍dwatch.o‍rg‍/filea‍dmin/The‍men/
Tierhalt‍ung/Schwein‍esystem/2016-09-22_Ausgewaehlte-Studien-‍zur-Tiergesundheit.p‍df 
[2] Vion food group, „Kontrollergebnisse Schweine“: h‍ttp‍s://‍ww‍w.vion-tran‍sparency‍.co‍m/d‍e/kontrollergebn‍isse/kontrollergebnisse-schweine/
[3] Koalitionsvertrag, „Mehr Fortschritt wagen“: ht‍tps‍://‍ww‍w.spd.d‍e/fi‍lead‍min/Dokumen‍te/Koalitionsvertra‍g/
Koalitionsvertrag_2021-2025.p‍df  
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