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Sumpfgebiete

Hallo und guten Tag,

die meisten Menschen haben EINEN Job und sind damit voll ausgefüllt. Andere brauchen zwei, um irgendwie über die Runden zu kommen. Und dann gibt es da noch einige Bundestagsabgeordnete, die ganz viele Jobs haben – neben ihrem Mandat. So, wie Johannes Röring, einer der einflussreichsten Politiker, wenn es um unsere Lebensmittel geht. Er muss ein wahrer Tausendsassa sein, denn er ist selbst Landwirt und führt dazu noch sage und schreibe 21 (!) Funktionen „nebenher“ auf. WIE kann das funktionieren? Und vor allem: WARUM machen Abgeordnete das?

Die Antwort ist so einfach wie skandalös. Diese Politiker – Herr Röring ist nur einer von vielen – verdienen nicht nur mehrfach. Sie arbeiten gleichzeitig als Unternehmer, Berater, Aufsichtsrat und, ja: als Lobbyist. Eine Ämterhäufung, die hochproblematisch ist für unsere Demokratie!

Es darf nicht sein, dass sich Lobbyisten im Bundestag ihre eigenen Gesetze zimmern. Zeigen Sie, dass sie damit nicht einverstanden sind, indem Sie unsere Macht als Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen setzen und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

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Herr Röring sitzt im Agrarausschuss des Bundestages und ist GLEICHZEITG gleichzeitig Chef eines Agrarlobbyverbandes in NRW und Präsidiumsmitglied des mächtigen Bauernverbandes. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, besitzt er einen eigenen Schweinemastbetrieb. Er lobbyiert für seine eigenen Interessen – und kann dann im Agrarausschuss praktischerweise über Tierschutzvorgaben gleich selbst mitentscheiden!

Was hat das mit Volksvertretung noch zu tun? Ich bin mir sicher, dass der Verbraucher-, Umwelt- oder Tierschutz nur dann nicht unter die Räder kommt, wenn WIR außerhalb des Bundestages Druck machen. Helfen Sie uns dabei, eine Gegenmacht der Verbraucherinnen und Verbraucher aufzubauen und schließen Sie sich uns an als Förderer/Förderin von foodwatch!

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Wie ist es möglich, dass jemand als Abgeordneter genau für den Bereich zuständig ist, indem er als Unternehmer und Lobbyist auf eigene Rechnung arbeitet? Leider geht es nicht um Einzelfälle, die Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik hat längst höchste Kreise erreicht. Zum Beispiel Peter Bleser: Jahrelang oberster Verbraucherschützer seiner Fraktion, „nebenher“ Aufsichtsratschef eines Agrarhändlers mit Milliardenumsatz, 2006 „Pate“ (!) für Felder mit genverändertem Monsanto-Mais – Ende 2017 machte er sich als Staatssekretär im Namen der Bundesregierung für den weiteren Einsatz des Ackergifts Glyphosat stark, mit dem vor allem Monsanto Profit macht.

Gibt es denn gar keine Schamgrenze? Eine solche Verquickung von Interessen DARF es einfach nicht geben! Wenn Lobbyisten in Bundestag und Bundesregierung ihre eigenen Gesetze bauen und über die eigenen Subventionen entscheiden, hilft nur eins: WIR Verbraucherinnen und Verbraucher müssen dagegen halten! Unterstützen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

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Das schlimmste ist: Im Ernährungs- und Agrarbereich gibt es eine kaum enden wollende Zahl von Überschneidungen zwischen Unternehmen, Lobbyverbänden und der Politik. Es wimmelt nur so von Interessenkonflikten, munter werden die Rollen gewechselt und vermischt:

Friederich-Otto-Ripke: erst Staatssekretär in Niedersachsen, dann Lobbyist für die Geflügelwirtschaft.
Matthias Berninger: erst Verbraucherschutzstaatssekretär, dann Konzernlobbyist für Mars und Mit-Verhinderer der Ampelkennzeichnung.
Günther Tissen: jahrelang Regierungsdirektor im Bundesernährungsministerium, heute Cheflobbyist der deutschen Zuckerindustrie.
Karl-Heinz-Funke: früher Bundeslandwirtschaftsminister, jetzt im Kuratorium der Wiesenhof-Stiftung.
Christian von Boetticher: erst Umwelt- und Agrarminister in Schleswig-Holstein, heute Lebensmittelproduzent und Vizechef des Lobbyverbandes der Ernährungsindustrie und noch immer Landeschef des einflussreichen CDU-Wirtschaftsrats.
Franz-Josef Holzenkamp: lange Zeit „verbraucherpolitischer Sprecher“ seiner Bundestagsfraktion, jetzt (und bereits neben dem Mandat) Chef des mächtigen Raiffeisenverbandes.
Silvia Breher: Holzenkamps Nachfolgerin im Bundestag, erst Geschäftsführerin eines Bauernlobbyverbandes, jetzt im Agrarausschuss des Bundestages.
Gert Lindemann: erst Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (das ist das Ministerium, das auch FÜR den Verbraucherschutz da ist!), danach Aufsichtsrat bei Nordzucker, einem Konzern, der zu den Top-Profiteuren von Agrarsubventionen gehört. Und dann, als ob nichts gewesen sei, plötzlich zum Landwirtschafts- und Verbraucherminister in Niedersachsen berufen…

Diese Liste ist keineswegs vollständig. Und jetzt frage ich Sie: Wie soll die Landwirtschaft verbraucher- und umweltfreundlicher werden, der Tierschutz verbessert, der Pestizideinsatz reduziert, der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung erfolgreich geführt werden, wenn in Bundestag und Bundesregierung Politiker sitzen, die so eng mit der Branche verbandelt sind? Es gibt nur einen Weg, ihnen etwas entgegenzusetzen: Wir müssen es selbst tun! Helfen Sie uns, die Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken und eine Gegenlobby aufzubauen. Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

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Diese Interessenverquickung führt unsere Demokratie ad absurdum. Die Süddeutsche Zeitung zitierte unlängst einen Politiker, der nach einer kritischen Rede von einem Agrarminister angesprochen worden sei: „Wenn du irgendwann auch auf Linie bist, dann sorgen wir auch für dich.“ – „Lukrative Posten“ als Gegenleistung für Linientreue? Das schlägt dem Fass den Boden aus! Da sitzen Abgeordnete mit Nebenjobs, die in eigener Sache lobbyieren und dann über ihre eigenen Interessen abstimmen. Verbände und Unternehmen kaufen sich Ex-Politiker ein, die ihre Drähte in die Politik nutzen, um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Und wenn einer immer noch nicht auf Linie ist, zeigt man ihm schon mal dezent, wo es lang geht. Das können wir uns nicht länger gefallen lassen! Helfen Sie uns, eine starke Gegenlobby aufzubauen: Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

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Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Martin Rücker,
Geschäftsführer

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Quecksilber in Fisch: Jetzt kommt es auf Sie an!

Fisch kann das hochgiftige Schwermetall Quecksilber enthalten. Vor allem Raubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen, sind oft stark belastet – so stark, dass die Bundesregierung Schwangere ausdrücklich vor dem Verzehr bestimmter Fischarten warnt. Trotzdem wollte die EU-Kommission die Grenzwerte für einige dieser Raubfische lockern! Ein Plan, der Verbraucherinnen und Verbrauchern eine höhere Quecksilber-Belastung zumutet. Und das rein aus wirtschaftlichen Überlegungen, nämlich um hoch belasteten Fisch verkaufen zu können! Zunächst sah es so aus, als sei dieser Plan vom Tisch – ein Erfolg für uns alle, die gegen die Anhebung der Grenzwerte protestiert haben. Doch jetzt haben wir erfahren, dass das noch keineswegs sicher ist: Die Abstimmung über diese Frage wurde verschoben. Das Thema wird anscheinend gerade erneut diskutiert. Darum müssen wir JETZT noch einmal aktiv werden! Informieren Sie Freunde und Bekannte über die bevorstehende Entscheidung und bitten Sie sie, die EU-Kommission mit uns aufzufordern: Hände weg von den Quecksilber-Grenzwerten! Die Zeit drängt, denn JETZT gerade ist das Thema in der Kommission auf der Agenda!

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Hallo und guten Tag, 

fangen wir noch einmal ganz am Anfang an: Viele Fische sind mit dem Schwermetall Quecksilber belastet – mehr als die meisten anderen Lebensmittel. Und Quecksilber ist hochgiftig. Vielleicht gehören Sie auch zu denjenigen, die von ihren Eltern als Kinder noch zu besonderer Vorsicht mit Quecksilber-Fieberthermometern ermahnt wurden? Quecksilber gerät durch Kohlekraftwerke in großen Mengen in die Luft und damit in Gewässer und Weltmeere. Dort wandelt es sich in das 100-mal giftigere Methyl-Quecksilber um und wird von Fischen aufgenommen.

Besonders hoch belastet sind Raubfische wie Schwert- und Thunfische, da sie am Ende der Nahrungskette stehen und in ihrem Leben viele kleine, belastete Fische verspeisen. Für uns Menschen kann das ein Gesundheitsrisiko darstellen. Quecksilber kann die Entwicklung von Föten schädigen und auch bei Erwachsenen zu Nervenschäden führen und das Immunsystem angreifen. Die Bundesregierung warnt deshalb Schwangere ausdrücklich vor dem Verzehr einiger Fischsorten wie Aal, Heilbutt oder eben Schwert- und Thunfisch.

Trotzdem wollte die EU den Grenzwert für einige große Raubfische lockern! Warum? Gute Frage! Vor allem aus wirtschaftspolitischen Gründen.

Denn es ist so: Der im Moment geltende Quecksilber-Grenzwert für größere Raubfische (1 Milligramm pro Kilogramm Fisch) führt aufgrund der tatsächlich hohen Belastung der Fische dazu, dass etwa die Hälfte dieser Fische nicht verkauft werden darf. Die Idee, die im Raum steht: Man verdoppelt diesen Grenzwert einfach auf zwei Milligramm pro Kilogramm Fisch – und schon dürfen die meisten Fische legal verkauft werden. Dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher damit potenziell stärker mit dem Nervengift Quecksilber belastet werden als ohnehin schon, schien dabei zunächst keine Rolle zu spielen.

Mit mehr als 50.000 anderen Verbraucherinnen und Verbrauchern haben Sie bei der EU-Kommission bereits gegen diese Pläne protestiert – dafür vielen Dank! Und unser Erfolg schien schon zum Greifen nah: In einem neuen Entwurf für das Gesetz war keine Rede mehr von einer Erhöhung der Grenzwerte. Doch jetzt kommen Zweifel auf: Anders als ursprünglich geplant, wurde im Juni doch noch nicht in der Expertengruppe abgestimmt. Die Diskussionen über höhere Grenzwerte werden offenbar weiter geführt. Deshalb müssen wir JETZT noch einmal ein Zeichen setzen: Bitte empfehlen Sie unsere Aktion weiter und fordern Sie Freunde und Bekannte auf, sich unserem Protest anzuschließen:

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Wir meinen: Statt an den Quecksilber-Grenzwerten herumzuschrauben, sollte die EU dafür sorgen, dass der Quecksilberausstoß durch die Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung konsequent reduziert wird. Denn hier ist der Ursprung des Problems!

Bitte unterstützen Sie unsere Forderung und empfehlen Sie unsere Aktion an Familie und Freunde weiter. Hier der Link zu unserer E-Mail-Aktion:

www.quecksilber-aktion.foodwatch.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Gefährliche Schadstoffe in Lebensmitteln sind ein riesiges Problem – für uns alle. Viel zu oft werden die Grenzwerte solcher Stoffe immer noch an Wirtschaftsinteressen festgemacht, nicht aber an unserer Gesundheit. Wir brauchen Ihre Unterstützung, um dies zu ändern! Werden Sie deshalb Förderer/in von foodwatch:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Nachricht auf foodwatch.de zur ursprünglich geplanten Grenzwerterhöhung

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Freihandels-Deal durch die Hintertür – letzte Chance, das zu verhindern!

Die EU will schon nächste Woche das JEFTA-Abkommen durchdrücken – jetzt unsere Protestaktion verbreiten! Um den Newsletter online zu lesen,
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Die EU will das umstrittene JEFTA-Handelsabkommen mit Japan im Eilverfahren durchboxen – ohne die Zustimmung des Bundestages. Dabei hätte JEFTA weitreichende Auswirkungen auf das Leben von uns allen. Bereits nächste Woche (!) will der EU-Ministerrat den Vertrag ratifizieren. Es bleiben also nur noch wenige Tage… Wir fordern: Der Bundestag muss an der Entscheidung über JEFTA beteiligt werden! Vielen Dank, dass Sie unseren Protest schon unterstützen. Bitte machen Sie unsere Aktion jetzt noch bekannter – jede Stimme zählt!

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Hier lesen Sie noch einmal, was JEFTA für uns alle bedeutet und warum der Bundestag darüber abstimmen sollte:

Hallo und guten Tag,

bestimmt erinnern Sie sich noch an die Bilder – oder waren sogar selbst dabei: Im Herbst 2015 und 2016 demonstrierten in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern Zehntausende GEGEN die Freihandelsabkommen TTIP und CETA und FÜR einen gerechten Welthandel. Mehr als 3,2 Millionen Menschen in ganz Europa unterzeichneten die Bürgerinitiative „Stopp TTIP“. Es gab eine breite öffentliche Debatte über die Risiken der Abkommen mit den USA und Kanada.

Haben die Verantwortlichen aus den Protesten gelernt? Ja. Aber ganz anders als wir – und wahrscheinlich auch Sie – sich das vorstellen. Denn: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit verhandelt die EU derzeit über eine ganze Reihe von neuen Freihandels-Deals rund um den Globus, unter anderem das sogenannte JEFTA-Abkommen mit Japan. Aber nicht etwa werden die bei TTIP und CETA kritisierten Punkte dabei ausgespart. Nein, genau wie bei dem geplanten Abkommen mit den USA und bei dem Kanada-Abkommen geht es bei JEFTA nicht nur darum, dass die – ohnehin niedrigen – Zölle zwischen den Handelspartnern wegfallen, sondern auch um eine weitreichende Zusammenarbeit bei der Gesetzgebung. Standards und Normen, etwa im Umwelt- und Verbraucherschutz, sollen in Zukunft angepasst oder gegenseitig anerkannt werden. Zudem sollen einflussreiche „Handelsausschüsse“ etabliert werden, in denen Vertreter der EU und Japans sitzen sollen – aber keine Volksvertreterinnen und Volksvertreter aus den Parlamenten.

Und dieses weitreichende Japan-Abkommen will die EU nun in weiten Teilen einfach alleine durchdrücken – ohne, dass der Bundestag und die Parlamente in den anderen Mitgliedsländern mitentscheiden dürfen!

Um das zu erreichen, bedient sich die Kommission eines Tricks: Das Abkommen wurde in zwei Teile geteilt: einen Handelsteil und einen Investitionsteil. Rein rechtlich fällt der Handelsteil in die alleinige Zuständigkeit der EU („EU-only“). Deshalb kann er im Alleingang von den EU-Gremien in Kraft gesetzt werden. Über den Investitionsteil sollen die EU und die Mitgliedstaaten gemeinsam entscheiden. Doch dieser Teil existiert bisher noch gar nicht. Trotzdem soll der große Rest des Abkommens bereits in Kraft treten, sobald EU-Rat und Europaparlament entschieden haben. Mit diesem Kniff will die EU-Kommission anscheinend vermeiden, dass sich der Ärger um das EU-Kanada-Abkommen CETA wiederholt. Auch hier wollte die Kommission durchsetzen, dass die nationalen Parlamente NICHT abstimmen dürfen. Erst nachdem einige Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – dagegen protestierten, lenkte die EU-Kommission ein: Die nationalen Parlamente dürfen mitentscheiden. Die gewählten Abgeordneten haben damit entscheidenden Einfluss: Stimmt zum Beispiel der Bundestag mit „Nein“, ist das GESAMTE CETA-Abkommen gestoppt – nicht nur der Teil, der zweifelsfrei in die nationale Zuständigkeit Deutschlands fällt.

Genau das will die Kommission bei JEFTA jetzt offenbar mit allen Mitteln verhindern und dazu den Einfluss des Bundestages und der anderen Abgeordneten in den EU-Mitgliedstaaten beschneiden. Das Abkommen soll im Schnellverfahren an den nationalen Parlamenten vorbei beschlossen werden.

Wir wollen das nicht einfach hinnehmen! Wenn die EU künftig im Alleingang über Freihandelsabkommen entscheidet, werden wichtige Debatten über Handel, Handelsabkommen und deren Folgen für uns Verbraucherinnen und Verbraucher erstickt. Wir fordern daher den Bundestag auf, sich dieses Vorgehen nicht gefallen zu lassen. Wir wollen, dass unsere gewählten Volksvertreter im Bundestag mitentscheiden über ein Abkommen wie JEFTA. Schreiben Sie daher jetzt an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter: Stoppen Sie JEFTA, solange es nicht zu spät ist!

Hier Protestbrief an Bundestag unterzeichnen!

Immer mal wieder hören wir: In Zeiten von Donald Trump kann man doch nicht mehr gegen Handelsabkommen sein. Um es klar zu sagen: Wir reden keinesfalls Protektionismus und Nationalismus das Wort. Aber die Alternative kann eben nicht heißen: Noch mehr Handelsabkommen, die nur den großen Konzernen dienen und einen besseren Verbraucherschutz verhindern! Die Alternative muss ein gerechterer, an den Interessen der Menschen ausgerichteter Welthandel sein. Abkommen müssen fair sein, sie müssen transparent und demokratisch entschieden werden und sie sollten zu einer Verbesserung der Standards führen! Abkommen wie JEFTA sind das Gegenteil davon. Deshalb wehren wir uns dagegen! Unterstützen Sie uns und schließen Sie sich jetzt unserem Protest an:

Hier Aktion unterzeichnen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir können es nicht oft genug sagen: Wir sind nicht gegen Handel, aber gegen undemokratische Abkommen, die hinter verschlossenen Türen zugunsten der großen Konzerne ausgehandelt werden. Deshalb recherchieren wir, klären auf und protestieren. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen für eine neue Handelspolitik in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
foodwatch-Report: „Handel um jeden Peis?“
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Was ist grün, gelb, rot und bald im Supermarkt zu finden?

Danone führt eine Lebensmittelampel in Deutschland ein. Doch dabei darf es nicht bleiben! Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo und guten Tag, 

etwa 15 Prozent der Kinder und 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gelten als übergewichtig oder fettleibig. Im Vergleich zu den 1980er- und 1990er-Jahren hatte der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent zugenommen, der Anteil adipöser Kinder hatte sich verdoppelt. Die Zahlen sind zuletzt nicht weiter angestiegen, doch immer noch viel zu hoch. Zu dieser Entwicklung tragen auch viele verarbeitete Produkte bei, deren hoher Gehalt an Fett oder Zucker nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Eine leicht verständliche Kennzeichnung in Ampelfarben kann das ändern: Auf einen Blick könnten wir Verbraucherinnen und Verbraucher uns durch eine Grafik auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen über den Nährwertgehalt informieren und Produkte miteinander vergleichen.

Die Lebensmittelindustrie wehrte sich jahrelang gegen eine solche Kennzeichnung – lässt sich doch mit hochverarbeiteten, unausgewogenen Lebensmitteln der größte Gewinn erzielen. Als vor ein paar Jahren in der EU über eine verbindliche Ampel diskutiert wurde, brachte die Industrie die Initiative mit einer beispiellosen Kampagne zu Fall.

Neuerdings wollen Coca-Cola, Nestlé und drei andere Lebensmittelkonzerne eine eigene Industrie-Ampel einführen. Der Haken: Das ist eine Ampel, die ihren Namen nicht verdient. Die Kriterien sind so lasch, dass sogar ein Produkt wie Nutella keine einzige rote Ampel bekäme. Das darf nicht zum europäischen Standard werden!

Doch jetzt zeigt Danone, dass es auch anders geht. Danone will die sogenannte Nutriscore-Ampel einführen. Ein Modell, das unabhängig von der Industrie durch französische Wissenschaftler entwickelt wurde und auch von der französischen Regierung unterstützt wird. Die Nährwertangaben aller Produkte sollen schrittweise ab 2019 auf den Verpackungsvorderseiten zusätzlich mit dieser „französischen Ampel“ vereinfacht dargestellt werden. Das erklärte der Danone-Konzern am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Bundestag.

Danone hat erkannt, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher die Ampel wünschen – und beugt sich unserem jahrelangen Protest. Aber: Wenn Danone alleine vorprescht, ist die Kennzeichnung nutzlos. Denn die Idee der Lebensmittel-Ampel ist ja, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt verschiedene Produkte schnell miteinander vergleichen können – das geht nicht, wenn nur ein Hersteller die Ampel einführt.

Die NutriScore-Ampel wurde im vergangenen Jahr von der französischen Regierung – auf freiwilliger Basis – eingeführt und bereits von zahlreichen Unternehmen (auch Danone) übernommen. NutriScore nimmt eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Bestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet werden. Schließlich wird das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die zugleich mit den Buchstaben A-E hinterlegt ist. Ein Produkt mit einem günstigen, ausgewogenen Nährwertprofil erhält somit eine grüne Einordnung und den Buchstaben A, ein sehr unausgewogenes Produkt enthält eine rote Bewertung und den Buchstaben E.

Das Modell unterscheidet sich damit von dem Ampel-System, das die englische Lebensmittelbehörde FSA bereits 2007 entwickelt hatte. Diese „Original-Ampel“ zeigt nicht eine einzige Farbskala, sondern vier: jeweils für die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz. Beide Systeme haben in einem großen Vergleichstest der französischen Regierung dazu geführt, dass Menschen gesünder einkaufen.

Wir sagen: Ob NutriScore aus Frankreich oder die Original-Ampel aus Großbritannien – entscheidend ist, dass wir ein von unabhängigen Experten entwickeltes System haben, das die Nährwerte eines Produkts mit einer farblichen Kennzeichnung direkt auf der Produktvorderseite darstellt und die Vergleichbarkeit von Produkten gewährleistet. Und zwar verpflichtend für ALLE Lebensmittelhersteller!

Danke, dass Sie unseren Protest für eine Lebensmittelampel bereits unterstützen. Machen Sie jetzt die Aktion bekannter, empfehlen Sie die Petition Freunden und Bekannten per E-Mail, Facebook oder Twitter:

Jetzt Aktion empfehlen!

Die fetteste WM aller Zeiten!

Es ist wieder Fußball-WM! Wenn Sie auch schon im Fußball-Fieber sind, wünschen wir Ihnen eine tolle Zeit und viel Spaß beim Gucken und Jubeln. Auch als Nicht-Fußball-Fan kommt man um das Großereignis nicht herum – zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Unsere foodwatch-Expertin Luise Molling hat sich das mal genauer angeschaut und eine dicke Überraschung erlebt… Schauen Sie sich jetzt das Video an – und abonnieren Sie HIER direkt mit einem Klick unseren Youtube-Kanal. Damit verpassen Sie keins unserer Videos mehr!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir kämpfen schon seit Jahren für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Dabei kämpfen wir auch immer gegen eine mächtige Lebensmittellobby, die sich mit allen Mitteln gegen mehr Transparenz wehrt. Bitte unterstützen Sie uns! Wir arbeiten unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanzieren uns aus Förderbeiträgen und Spenden. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, dem jede und jeder beitreten kann – bitte werden auch Sie Fördermitglied:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Danone führt Lebensmittelampel ein
Industrie-Ampel rechnet Produkte gesund

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Bayer und Monsanto werden ein Paar – und jetzt?

Eine Megafusion wird wahr – jetzt erst recht dürfen wir nicht aufgeben! Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo und guten Tag,
das Horrorszenario ist wahr geworden: Die US-Kartellbehörden haben die Übernahme des Saatgut- und Agrarchemie-Herstellers Monsanto durch Bayer genehmigt. Bayer zahlt mehr als 50 Milliarden Euro (!) und wird dadurch zum weltweit führenden Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Es handelt sich um die bisher größte Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland. Damit erleben wir eine (Handels)-Machtkonzentration noch nie da gewesenen Ausmaßes.Da kann leicht das Gefühl entstehen, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher auf verlorenem Posten stehen – aber gerade jetzt dürfen wir nicht aufgeben und sollten uns auf unsere Kraft besinnen.Denn erinnern Sie sich? Letztes Jahr ist Unerhörtes passiert: Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in Europa hatten genug von Glyphosat und haben bei der EU-Kommission protestiert. Die Folge: In Brüssel lag endlich der Vorschlag auf dem Tisch, den Unkrautvernichter zu verbieten. Ein gigantischer Erfolg! Ohne diesen breiten Protest wäre es nie so weit gekommen.Aber was passierte dann? Deutschlands Stimme war das berühmte „Zünglein an der Waage“. Und was tat der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt? Er stimmte gegen das Verbot und setzte durch, dass die Zulassung von Glyphosat um weitere fünf Jahre verlängert wurde. Wieder einmal hatte sich der Megakonzern Monsanto behauptet — mit willfähriger Hilfe unseres Ministers.

Aber gezeigt hat sich auch: Wir sind zwar Zwerge, aber völlig chancenlos sind wir nicht.

Es lohnt sich: Unterstützen Sie uns bitte weiterhin gegen die Übermacht der Agrarmultis und werden Sie Fördermitglied von foodwatch.

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Denn unser Essen hat einen hohen Preis: verschmutztes Grundwasser, Klimawandel und gequälte Tiere. Das ist der traurige Alltag unserer Landwirtschaft. Unkrautkiller wie Glyphosat sind Teil dieses perversen Systems, das die Profitinteressen von Saatgut- und Chemiekonzernen bedient, sich aber nicht um den Schutz der Umwelt, das Wohlergehen der Nutztiere und die Gesundheit der Verbraucher schert.

Umso wichtiger ist der Kampf gegen die Agrarmultis. Denn mit der Übernahme Monsantos durch Bayer ist das Grusel-Szenario perfekt: Wenn Bayer-Monsanto zum größten Agrarchemiekonzern der Welt geworden ist, gibt es nur noch drei Konzernriesen, nämlich neben „Baysanto“ die Konzerne ChemChina und Dow/Dupont. Diese werden dann den größten Teil des Weltmarktes für Saatgut und Chemikalien unter sich aufteilen und damit maßgeblich über unsere Ernährung bestimmen. Und zwar nach schmutzigen Regeln.

Eins ist nämlich klar: Diese wirtschaftliche Macht ist eine politische Macht. Die erneute Zulassung für den Unkrautkiller Glyphosat beweist es: Die europäischen Behörden schätzten Glyphosat als unbedenklich ein und beriefen sich dabei auf „wissenschaftliche“ Studien, die Monsanto SELBST (!) durchgeführt hat. Das ist ungefähr so, als wäre für die Abgastests bei der Zulassung neuer Kraftfahrzeuge VW zuständig…! Die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen stuften Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Ich weiß, liebe foodwatch-Interessierte, unsere Chancen, diese Macht zu brechen, sind winzig.

Aber sollen wir denn nichts tun? Nein, das kommt nicht in Frage, wir kämpfen weiter. Bitte helfen Sie uns dabei und unterstützen Sie uns als Fördermitglied!

Gerade in Deutschland können wir etwas bewegen, indem wir die Konzernhörigkeit deutscher Behörden und Politiker öffentlich machen. Denn nicht genug damit, dass sich europäische Behörden auf „Monsanto-Studien“ beriefen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), auf dessen Glyphosat-freundliche Einschätzung die EU-Entscheidung basierte, hat sogar ganze Textpassagen fast wörtlich aus Studien von Monsanto übernommen!

Doch bei Glyphosat ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Denn die EU-Entscheidung bedeutet erst einmal nur, dass Glyphosat prinzipiell weiter zulässig ist. Deutschland kann deshalb jetzt selber über die weitere Zulassung von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln – die meisten stammen von Monsanto –  entscheiden. Angeblich will die Bundesregierung die Anwendung von Glyphosat „so schnell wie möglich grundsätzlich“ verbieten, heißt es im Koalitionsvertrag. Doch damit das wirklich umgesetzt wird, müssen wir weiter Druck machen. Helfen Sie uns dabei uns und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch!

Ob Glyphosat tatsächlich krebserregend ist oder nicht – wir wissen es nicht. Ein solides Urteil kann solange nicht gefällt werden, wie die von der Industrie angefertigten Studien geheim bleiben. Unter diesen Umständen dürfen die Verantwortlichen schlichtweg keinerlei Risiken eingehen! Wir fordern deshalb: Die Bundesregierung muss endlich Schluss machen mit Glyphosat auf dem Acker. Umstrittene Pestizide wie Glyphosat dürfen nicht länger auf Grundlage von Studien, die die Industrie selbst durchgeführt hat, zugelassen werden.

Es muss ein Ende haben mit der Herrschaft der Konzerne über uns Bürgerinnen und Bürger! Die Zeit ist reif – werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch!

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Es geht um viel mehr als um Glyphosat. Es geht darum, welche Art von Landwirtschaft wir wollen – eine die ohne Ackergifte auskommt, oder eine Landwirtschaft am Tropf von Bayer und Monsanto. Es geht darum, wer über solche wichtigen Fragen entscheidet: die Großkonzerne – oder wir. Deshalb bitte ich Sie: Machen Sie uns als unabhängige Verbraucherorganisation stark. Seien Sie dabei als Förderin/Förderer von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Thilo Bode
Geschäftsführer

Weiterführende Informationen und Quellen:
Spiegel Online: Bayer übernimmt Monsanto.
Gutachten stuft Glyphosat nicht als krebserregend ein – Zweifel bleiben
Koalitionsvertrag von Union und SPD
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Mit diesem Trick will die EU den Bundestag übergehen

Die EU will das JEFTA-Abkommen durchdrücken – mit einem Trick und ohne Abstimmung im Bundestag. Um den Newsletter online zu lesen,
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Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit will die Europäische Union das umstrittene JEFTA-Handelsabkommen mit Japan durchdrücken. Schon in vier Wochen (!) entscheidet der EU-Ministerrat. Durch einen Trick sollen der Bundestag und die Parlamente in den anderen Mitgliedsländern dabei außen vor bleiben. Dabei hätte JEFTA weitreichende Auswirkungen auf das Leben von uns allen. Wir finden: Der Bundestag darf bei einer so wichtigen Entscheidung nicht übergangen werden! Unterstützen Sie unsere Protestaktion: Der Bundestag muss an der Entscheidung über JEFTA beteiligt werden! Es bleibt nicht viel Zeit…

Hier protestieren!

Hallo und guten Tag,
bestimmt erinnern Sie sich noch an die Bilder – oder waren sogar selbst dabei: Im Herbst 2015 und 2016 demonstrierten in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern Zehntausende GEGEN die Freihandelsabkommen TTIP und CETA und FÜR einen gerechten Welthandel. Mehr als 3,2 Mio. Menschen in ganz Europa unterzeichneten die Bürgerinitiative „Stopp TTIP“. Es gab eine breite öffentliche Debatte über die Risiken der Abkommen mit den USA und Kanada.

Haben die Verantwortlichen aus den Protesten gelernt? Ja. Aber ganz anders als wir – und wahrscheinlich auch Sie – sich das vorstellen. Denn: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit verhandelt die EU derzeit über eine ganze Reihe von neuen Freihandels-Deals rund um den Globus, unter anderem das sogenannte JEFTA-Abkommen mit Japan. Aber nicht etwa werden die bei TTIP und CETA kritisierten Punkte dabei ausgespart. Nein, genau wie bei dem geplanten Abkommen mit den USA und bei dem Kanada-Abkommen geht es bei JEFTA nicht nur darum, dass die – ohnehin niedrigen – Zölle zwischen den Handelspartnern wegfallen, sondern auch um eine weitreichende Zusammenarbeit bei der Gesetzgebung. Standards und Normen, etwa im Umwelt- und Verbraucherschutz, sollen in Zukunft angepasst oder gegenseitig anerkannt werden. Zudem sollen einflussreiche „Handelsausschüsse“ etabliert werden, in denen Vertreter der EU und Japans sitzen sollen – aber keine Volksvertreterinnen und Volksvertreter aus den Parlamenten.

Und dieses weitreichende Japan-Abkommen will die EU nun in weiten Teilen einfach alleine durchdrücken – ohne, dass der Bundestag und die Parlamente in den anderen Mitgliedsländern mitentscheiden dürfen!

Um das zu erreichen, bedient sich die Kommission eines Tricks: Das Abkommen wurde in zwei Teile geteilt: einen Handelsteil und einen Investitionsteil. Rein rechtlich fällt der Handelsteil in die alleinige Zuständigkeit der EU („EU-only“). Deshalb kann er im Alleingang von den EU-Gremien in Kraft gesetzt werden. Über den Investitionsteil sollen die EU und die Mitgliedstaaten gemeinsam entscheiden. Doch dieser Teil existiert bisher noch gar nicht. Trotzdem soll der große Rest des Abkommens bereits in Kraft treten, sobald EU-Rat und Europaparlament entschieden haben. Mit diesem Kniff will die EU-Kommission anscheinend vermeiden, dass sich der Ärger um das EU-Kanada-Abkommen CETA wiederholt. Auch hier wollte die Kommission durchsetzen, dass die nationalen Parlamente NICHT abstimmen dürfen. Erst nachdem einige Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – dagegen protestierten, lenkte die EU-Kommission ein: Die nationalen Parlamente dürfen mitentscheiden. Die gewählten Abgeordneten haben damit entscheidenden Einfluss: Stimmt zum Beispiel der Bundestag mit „Nein“, ist das GESAMTE CETA-Abkommen gestoppt – nicht nur der Teil, der zweifelsfrei in die nationale Zuständigkeit Deutschlands fällt.

Genau das will die Kommission bei JEFTA jetzt offenbar mit allen Mitteln verhindern und dazu den Einfluss des Bundestages und der anderen Abgeordneten in den EU-Mitgliedstaaten beschneiden. Das Abkommen soll im Schnellverfahren an den nationalen Parlamenten vorbei beschlossen werden.

Wir wollen das nicht einfach hinnehmen! Wenn die EU künftig im Alleingang über Freihandelsabkommen entscheidet, werden wichtige Debatten über Handel, Handelsabkommen und deren Folgen für uns Verbraucherinnen und Verbraucher erstickt. Wir fordern daher den Bundestag auf, sich dieses Vorgehen nicht gefallen zu lassen. Wir wollen, dass unsere gewählten Volksvertreter im Bundestag mitentscheiden über ein Abkommen wie JEFTA. Schreiben Sie daher jetzt an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter: Stoppen Sie JEFTA, solange es nicht zu spät ist!

Hier Protestbrief an Bundestag unterzeichnen!

Immer mal wieder hören wir: In Zeiten von Donald Trump kann man doch nicht mehr gegen Handelsabkommen sein. Um es klar zu sagen: Wir reden keinesfalls Protektionismus und Nationalismus das Wort. Aber die Alternative kann eben nicht heißen: Noch mehr Handelsabkommen, die nur den großen Konzernen dienen und einen besseren Verbraucherschutz verhindern! Die Alternative muss ein gerechterer, an den Interessen der Menschen ausgerichteter Welthandel sein. Abkommen müssen fair sein, sie müssen transparent und demokratisch entschieden werden und sie sollten zu einer Verbesserung der Standards führen! Abkommen wie JEFTA sind das Gegenteil davon. Deshalb wehren wir uns dagegen! Unterstützen Sie uns und schließen Sie sich jetzt unserem Protest an:

Hier Aktion unterzeichnen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir können es nicht oft genug sagen: Wir sind nicht gegen Handel, aber gegen undemokratische Abkommen, die hinter verschlossenen Türen zugunsten der großen Konzerne ausgehandelt werden. Deshalb recherchieren wir, klären auf und protestieren. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen für eine neue Handelspolitik in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
foodwatch-Report „Handel um jeden Preis?“
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Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
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Bayer und Monsanto dürfen nicht bestimmen, was auf unsere Teller kommt!

Das Horror-Paar:
Bayer & Monsanto
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Hallo und guten Tag,

unser Essen hat einen hohen Preis: verschmutztes Grundwasser, Klimaerwärmung und gequälte Tiere. Das ist der traurige Alltag unserer Landwirtschaft. Unkrautkiller wie Glyphosat sind Teil dieses perversen Systems, das die Profitinteressen von Saatgut- und Chemiekonzernen bedient, sich aber nicht um den Schutz der Umwelt, das Wohlergehen der Nutztiere und die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher schert.

Doch – erinnern Sie sich? Letztes Jahr ist Unerhörtes passiert: Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in Europa hatten genug von Glyphosat und haben bei der EU-Kommission protestiert. Die Folge: In Brüssel lag endlich der Vorschlag auf dem Tisch, Glyphosat zu verbieten. Ein gigantischer Erfolg! Ohne diesen breiten Protest wäre es nie so weit gekommen. Aber was passierte dann? Deutschlands Stimme war das berühmte „Zünglein an der Waage“. Und was tat der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt? Er stimmte gegen das Verbot und setzte durch, dass die Zulassung von Glyphosat um weitere fünf Jahre verlängert wurde. Wieder einmal hatte sich der Agrar-Multi Monsanto behauptet – mit willfähriger Hilfe unseres Ministers. Aber gezeigt hat sich auch: Wir sind zwar Zwerge, aber völlig chancenlos sind wir nicht. Es lohnt sich: Unterstützen Sie uns bitte weiterhin gegen die Übermacht der Agrarmultis und werden Sie Fördermitglied von foodwatch:

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Dieser Kampf ist notwendig, denn Monsanto wird noch mächtiger. Der deutsche Konzern Bayer übernimmt das Unternehmen für 60 Milliarden (!) Dollar. Ein Grusel-Szenario: Bayer-Monsanto wird zum größten Agrarchemiekonzern der Welt. Nur noch drei Konzernriesen, nämlich neben Baysanto die Konzerne ChemChina und Dow/Dupont, werden danach den größten Teil des Weltmarktes für Saatgut und Chemikalien unter sich aufteilen und damit maßgeblich über unsere Ernährung bestimmen. Und zwar nach schmutzigen Regeln.

Denn eins ist klar: Diese wirtschaftliche Macht ist eine politische Macht. Die erneute Zulassung für den Unkrautkiller Glyphosat beweist es: Die europäischen Behörden schätzten Glyhosat als unbedenklich ein und beriefen sich dabei auf „wissenschaftliche“ Studien, die Monsanto SELBST (!) durchgeführt hat. Das ist ungefähr so, wenn für die Abgastests bei der Zulassung neuer Kraftfahrzeuge VW zuständig wäre …! Die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen stuften Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Ich weiß, liebe foodwatch Interessierte, unsere Chancen, diese Macht zu brechen, sind winzig. Aber sollen wir denn nichts tun? Nein, das kommt nicht in Frage, wir kämpfen weiter. Bitte helfen Sie uns dabei und unterstützen Sie uns als Fördermitglied!

Gerade in Deutschland können wir etwas bewegen, indem wir die Konzernhörigkeit deutscher Behörden und Politiker öffentlich machen. Denn nicht genug damit, dass sich europäische Behörden auf „Monsanto-Studien“ beriefen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), auf dessen Glyphosat-freundliche Einschätzung die EU-Entscheidung basierte, hat sogar ganze Textpassagen fast wörtlich aus Studien von Monsanto übernommen!

Doch bei Glyphosat ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Denn die EU-Entscheidung bedeutet erst einmal nur, dass Glyphosat prinzipiell weiter zulässig ist. Deutschland kann deshalb jetzt selber über die weitere Zulassung von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln – die meisten stammen von Monsanto – entscheiden. Angeblich will die Bundesregierung die Anwendung von Glyphosat „so schnell wie möglich grundsätzlich“ verbieten, heißt es im Koalitionsvertrag. Doch was gut klingt, ist ein fauler Trick. Denn mit „Verbot“ ist nicht gemeint, was Sie vielleicht unter Verbot verstehen. Agrarministerin Julia Klöckner hat eine riesige Nebelkerze geworfen: Sie will – und das ist eine Lachnummer – zwar Glyphosat in öffentlichen Parks und für uns Privatleute untersagen, aber ausgerechnet in der Landwirtschaft soll das Gift weiter auf dem Acker angewandt werden dürfen! Es soll allenfalls Einschränkungen für die Landwirte geben und zahlreiche Ausnahmen! Helfen Sie uns, diese dreiste Täuschungspolitik von Frau Glöckner, öffentlich zu machen. Werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch!

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Ob Glyphosat tatsächlich krebserregend ist oder nicht – wir wissen es nicht. Ein solides Urteil kann solange nicht gefällt werden, wie die von der Industrie angefertigten Studien geheim bleiben. Unter diesen Umständen dürfen die Verantwortlichen schlichtweg keinerlei Risiken eingehen! Wir fordern deshalb: Die Bundesregierung muss endlich Schluss machen mit Glyphosat auf dem Acker. Umstrittene Pestizide wie Glyphosat dürfen nicht länger auf Grundlage von Studien, die die Industrie selbst durchgeführt hat, zugelassen werden.

Liebe foodwatch-Interessierte, es geht um viel mehr als um Glyphosat. Es geht darum, welche Art von Landwirtschaft wir wollen – eine die ohne Ackergifte auskommt, oder eine Landwirtschaft am Tropf von Bayer und Monsanto. Es geht darum, wer über solche wichtigen Fragen entscheidet: die Großkonzerne – oder wir. Deshalb bitte ich Sie: Machen Sie uns als unabhängige Verbraucherorganisation stark. Seien Sie dabei als Förderin/Förderer von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Thilo Bode
Gründer von foodwatch

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderin/Förderer, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Weiterführende Informationen und Quellen:
Newsletter-Text mit vollständigen Quellenangaben
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Uran im Wasser – das geht gar nicht!

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Hallo und guten Tag, 

sicheres Wasser – das sollte in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es aber nicht überall. In Sangerhausen zum Beispiel, einer kleinen Stadt im Harz, ist das Trinkwasser stark mit Uran, Nitrat und Sulfat belastet – eine Gefahr vor allem für Säuglinge und Kleinkinder. Schon seit Jahren warten die 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheres Trinkwasser aus einem nahegelegenen Stausee pumpt. Die dafür nötige Anschlussleitung ist gerade einmal acht Kilometer lang. Doch obwohl das nötige Geld längst bewilligt wurde, hatte der zuständige Wasserverband den Baubeginn immer wieder verschleppt.

Gemeinsam mit einer Initiative von Bürgerinnen und Bürgern aus Sangerhausen machte foodwatch Druck bei dem lokalen Wasserverband. Auch foodwatch-Aktive unterstützten den Protest: Mehr als 26.000 Menschen unterzeichneten unsere Online-Petition für sicheres Trinkwasser in Sangerhausen.

Und unser gemeinsamer Protest hatte Erfolg: Die Bauarbeiten für die Trinkwasserleitung haben begonnen, schon Ende September soll endlich sicheres Wasser fließen! Das Beispiel zeigt: Wir Bürgerinnen und Bürger können etwas bewegen. Wenn wir uns zusammenschließen und gemeinsam protestieren – im Internet und direkt vor Ort.

Im November 2017 starteten die Bauarbeiten im Harz. Voraussichtlich am 30. September dieses Jahres soll die Leitung fertig sein und die Menschen in Sangerhausen mit unbedenklichem Wasser versorgen. Wir bei foodwatch werden den Fall natürlich weiter beobachten, damit das Wasser am Ende des Jahres auch wirklich fließt!

Für uns ist aber auch klar: JEDER Mensch in Deutschland sollte ohne Angst vor Gesundheitsgefahren den Wasserhahn aufdrehen können. Wir haben das große Glück und Privileg in einem reichen Land zu leben – sicheres Trinkwasser muss hier bei uns selbstverständlich sein. Dafür kämpfen wir weiter!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: foodwatch deckte bereits 2008 auf, dass Trinkwasser und Mineralwasser in Deutschland teilweise mit Uran belastet ist. Für Trinkwasser gilt seit 2011 immerhin ein Grenzwert. Dieser ist jedoch so hoch angesetzt, dass zwar Erwachsene, nicht aber Säuglinge und Kleinkinder ausreichend geschützt werden. Und für Mineralwasser, abgefüllt in Flaschen, fehlt ein Grenzwert bisher völlig. Wir kämpfen daher weiter für gesundheitlich unbedenkliches Wasser – das ist unser Recht! Wir würden uns freuen, wenn Sie uns unterstützen würden. Denn unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte werden Sie jetzt Fördermitglied von foodwatch:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Start der foodwatch-Protestaktion in Sangerhausen
Mehr Informationen zu Uran in Wasser
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2.000 Ärzte schlagen Alarm!

„Wir haben die Geduld verloren“ – 2.000 Ärzte appellieren an die Bundesregierung! Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo und guten Tag,

das war ein echter Paukenschlag: Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte, darunter mehr als 1.300 Kinderärzte und 58 Medizin-Professoren, dazu Fachorganisationen wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Bundeszahnärztekammer, die Diakonie Deutschland sowie die Krankenkassen AOK und TK, fordern in einem Offenen Brief an die Bundesregierung, endlich ernst zu machen im Kampf gegen Fehlernährung und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit. Die klare Botschaft: Statt wie bisher auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie zu setzen, muss die Politik endlich wirksame Maßnahmen durchsetzen. Dazu gehören eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung in Form einer Nährwert-Ampel, eine Sonderabgabe auf gesüßte Getränke (in Großbritannien hat eine solche Steuer dazu geführt, dass viele Limos weniger Zucker enthalten), Werbebeschränkungen für ungesunde Kinderlebensmittel sowie besseres Schul- und Kitaessen.

Auch der bekannte TV-Arzt Eckart von Hirschhausen steht hinter der Initiative. Warum er eine Limo-Steuer für sinnvoll hält, erklärt er in einem kurzen Video-Statement:

Bisher lehnt die Bundesregierung verbindliche Maßnahmen gegen Fehlernährung ab. Ernährungsministerin Julia Klöckner setzt stattdessen auf eine freiwillige „Reduktionsstrategie“: Die Lebensmittelhersteller sollen aus freien Stücken weniger Zucker und Fett in ihre Produkte tun.

Klingt gut, ABER:

Mit Süßigkeiten, Limos und fettigen Snacks macht die Industrie drei Mal (!) mehr Profit als mit Obst und Gemüse. Die Industrie höflich zu bitten, im Kampf gegen Fehlernährung am selben Strang zu ziehen, ist wenig aussichtsreich! Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, Thomas Fischbach, bringt es auf den Punkt: „Man kann nicht die Frösche fragen, wenn man den Sumpf trockenlegen will.“

Um es klar zu sagen: Niemand will irgendjemandem vorschreiben, was er oder sie essen soll. Jeder Mensch ist selbst für seine Ernährung verantwortlich. Und natürlich sind die Eltern für die Ernährung ihrer Kinder verantwortlich.

Doch auch die Industrie – mit ihren aggressiven Marketing-Methoden, ihren Lobby-Tricks und versteckten Zuckerbomben – trägt eine Mitverantwortung für den massiven Anstieg von Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Nur ein Beispiel: 90 Prozent der Lebensmittel, die mit Comicfiguren gezielt an Kinder beworben werden, sind zu süß, zu fettig, zu salzig und entsprechen NICHT den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation für gesunde Kinderprodukte. Die Mitverantwortung der Lebensmittelindustrie für ernährungsbedingte Krankheiten zu ignorieren wäre so, als würde man die Tabakkonzerne von ihrer Mitverantwortung für Lungenkrebs freisprechen.

Mehr als 2.000 Ärztinnen und Ärzte sagen mit ihrer Unterschrift unter dem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verbraucherministerin Julia Klöckner und Gesundheitsminister Jens Spahn: Die Politik muss endlich handeln!

Wir sind uns sicher: Den Hilfe-Ruf der Ärzteschaft, die mahnenden Worte von Fachorganisationen und Krankenkassen, haben Frau Merkel, Frau Klöckner und Herr Spahn gehört. Doch wird die Bundesregierung auch handeln?! Erhöhen Sie jetzt den Druck: Empfehlen Sie bitte unsere Protestaktion an Ihre Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen oder Ihre Familie:

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir von foodwatch sind eine kleines Team von knapp 20 Aktivistinnen und Aktivisten. Wir kämpfen für die Rechte von Verbraucherinnen und Verbraucher und entlarven Lobby-Tricks der Lebensmittel-Konzerne. Um der mächtigen Industrie-Lobby etwas entgegenzusetzen, arbeiten wir mit Experten und Fachverbänden zusammen. Doch allein das reicht nicht: Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, desto stärker wiegt unsere Stimme. Nur so werden wir gehört – nur so kommen Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihrem Recht. Machen Sie mit, werden Sie Teil der Bewegung. Unterstützen Sie foodwatch:

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Mehr Informationen zu dem Offenen Brief von 2.000 Ärzten
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Das grausame Kükentöten beenden – helfen Sie mit!

Das grausame Kükentöten muss aufhören! Um den Newsletter online zu lesen,
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Sie sind geboren, um zu sterben: Millionen männliche Küken von Legehennenrassen werden kurz nach dem Schlüpfen getötet –  aus rein wirtschaftlichen Gründen. Schon die letzte Große Koalition hatte das Ziel ausgegeben: Es soll Schluss sein mit der grausamen Praxis. Auch im neuen Koalitionsvertrag findet sich das Ziel. Doch die Bundesregierung musste nun sogar zugeben, dass 2017 eine Million Küken mehr (!) getötet wurden als noch im Jahr zuvor. Wir fordern: Die neue Bundesregierung muss endlich wirklich Schluss machen mit Kükentöten! Zudem muss auf lange Sicht die krankmachende Hochleistungszucht beendet werden!

Hier protestieren!

Hallo und guten Tag, 

etwa 45 Millionen (!) Küken, gerade aus dem Ei geschlüpft, werden auf grausame Weise getötet – Jahr für Jahr, allein in Deutschland. Eine unfassbare Zahl. In der Regel werden die kleinen Tiere mit Kohlendioxid vergast.

Die Praxis des Kükentötens ist Standard in der Eierproduktion – bei konventionellen Betrieben ebenso wie bei ökologischen Eiererzeugern. Denn „moderne“ Legehennen sind auf maximale Legeleistung gezüchtet – sie setzen aber viel zu wenig Fleisch an, als dass die männlichen Küken wirtschaftlich aufgezogen werden könnten. Deshalb werden Sie einfach aussortiert: Geboren, um zu sterben. Mit Tierschutz hat all dies nichts zu tun.

Die gute Nachricht ist: Die Bundesregierung hat das Thema auf der Agenda. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Das Töten von Eintagsküken werden wir bis zur Mitte der Legislaturperiode beenden.“ Doch wir haben Grund zur Skepsis. Denn auch die letzte Große Koalition hat Ähnliches versprochen. Schon 2015 sagte Frau Klöckners Vorgänger Christian Schmidt: „Mein Ziel ist es, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört.“ Immer wieder betonte er, er wolle das Kükentöten „schnellstmöglich“ beenden.

Aber was ist passiert? Gerade erst musste die Bundesregierung zugeben: 2017 wurden in Deutschland sogar noch einmal eine Million mehr Küken getötet als im Jahr zuvor! Und das Töten geht bis heute weiter. Deshalb fordern wir: Keine weiteren Ausflüchte, die Bundesregierung muss ihr Versprechen halten und Schluss machen mit dem millionenfachen Kükentod – diesmal wirklich! Unterzeichnen Sie hier unsere E-Mail-Aktion:

Schluss mit Kükentöten!

Ein Verbot des Kükentötens ist ein wichtiger, aber gleichzeitig nur ein kleiner Schritt. Denn dass wir überhaupt männliche Küken aussortieren, ist Ergebnis einer fatalen Hochleistungszucht. Legehennen-Rassen wurden – anders als Masthühner – dahingehend „optimiert“, dass sie immer mehr Eier legen. Sie setzen aber kaum noch Fleisch an – die Erzeugerbetriebe können die männlichen Küken daher nicht rentabel als Masthähnchen vermarkten.

Doch die vermeintlichen Zuchterfolge sind auch für die Legehennen ein riesiges Problem: Hohe Sterblichkeitsraten, Knochenbrüche und Brustbeinschäden infolge einer zu geringen Knochenfestigkeit, Eileiterentzündungen, eine große Anfälligkeit für Infektionskrankheiten – Legehennen leiden auch deshalb, weil sie darauf gezüchtet wurden, immer noch mehr Eier legen zu können.

Es reicht daher nicht aus, „nur“ das Kükentöten zu beenden. Wir müssen die Ursachen der Probleme in der Tierhaltung bekämpfen, nicht allein die Symptome. Das heißt: Auf lange Sicht muss die einseitige Hochleistungszucht beendet werden. Würden nur die gesundheitlich robusten Zweinutzungs-Hühner eingesetzt, müssten die Tiere unter weniger Krankheiten leiden und die Hahnenküken wären keine Ausschussware mehr! Helfen Sie mit und unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner:

Protestaktion an Ministerin Klöckner unterzeichnen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wussten Sie, dass foodwatch keine staatlichen Fördergelder annimmt? foodwatch ist unabhängig und finanziert sich aus Förderbeiträgen und Spenden. Jede und jeder kann Fördermitglied werden! Seien auch Sie dabei und unterstützen Sie unsere Arbeit:

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Foto: Animal Equality
Stellungnahme der Bundesregierung
Christian Schmidt zum Kükentöten (zeit.de)
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