Schlagwort-Archive: foodwatch

– Formular korrigiert! – Aus TTIP wird jetzt Mercosur!

Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag,
Hundertausende haben gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA protestiert, aber die EU hat nichts aus den Protesten gelernt. Denn nun bahnt sich weiteres Unheil an:

Bis vor kurzem versteckten sich mehr als 100 Verhandlungsführer aus Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und der Europäischen Union hinter den verschlossenen Türen des Olympischen Komitees von Paraguay in Asunción. Ihr Ziel: Der Abschluss eines Mega-Handelsabkommens zwischen der EU und ihren südamerikanischen Partnern („Mercosur-Handelsabkommen“). Sie und ich sollen aber nicht erfahren, was dort ausgehandelt wurde. Das ist demokratiefeindlich und völlig inakzeptabel. Ich bitte Sie, schließen Sie sich uns an und kämpfen Sie gemeinsam mit uns gegen diese Geheimniskrämerei. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.

Dieser Mega-Deal wird genauso wie TTIP und CETA Verbraucherrechte verwässern, zur globalen Umweltzerstörung beitragen und unsere Demokratie beschädigen. Aber es kommt noch schlimmer: Das Mercosur-Abkommen ist nur eins von vielen. Die EU verhandelt gegenwärtig dutzende neuer Handelsabkommen mit der übrigen Welt. Die Strategie dahinter ist perfide: Sie unterstellt, die Menschen glauben, dass TTIP vom Tisch ist und damit die Probleme gelöst sind.

Leider weit gefehlt! Die Handelspolitik der EU, unterstützt von den Mitgliedsstaaten und vorneweg von Deutschland, nimmt den Widerstand der Bürgerinnen und Bürger schlichtweg nicht zur Kenntnis und setzt rücksichtslos die Interessen der Konzerne im weltweiten Maßstab durch, auf Kosten der Umwelt, des Gesundheits- und Verbraucherschutzes, der Menschen- und Bürgerrechte.

Unterstützen Sie uns, dieses arrogante Vorgehen zu stoppen und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.

foodwatch hat weitere geplante Handelsabkommen (z.B. mit Mexico, Vietnam, Japan und Indonesien) analysiert. Wir waren schockiert! Es kommt noch schlimmer als bei CETA und TTIP:

Neben Sonderklagerechten für Konzerne, Ausschüssen ohne ausreichende demokratische Kontrolle, Regenwaldzerstörung durch Rindfleischerzeugung in Brasilien und Palmölproduktion in Indonesien sowie der Gefährdung des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes wird in allen Verträgen das sogenannte „Vorsorgeprinzip“ aufgeweicht.

Gerade das Vorsorgeprinzip ist eines der wichtigsten Errungenschaften in Europa: Danach darf eine Substanz verboten werden, wenn es einen begründeten Verdacht für deren Schädlichkeit gibt, und nicht erst, wenn jemand zu Schaden gekommen ist. Dieses vorsorgliche Herangehen soll jetzt nicht mehr ohne Wenn und Aber gelten und die Zulassung riskanter Substanzen erleichtert werden. Für uns ist klar: Die EU arbeitet, getrieben von Konzerninteressen, systematisch am Abbau des Vorsorgeprinzips. Obwohl dieses – ja, es ist nicht zu fassen – in der europäischen Verfassung (Vertrag von Lissabon) verbrieft ist! Helfen Sie uns, diese schädlichen Verträge zu kippen und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.

Eine gravierende Konsequenz dieser Handelsverträge ist, dass die Lebensmittelkonzerne künftig die Gesetze für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz mitschreiben. Damit wird eindeutig der Bock zum Gärtner gemacht. Wie schon bei TTIP und CETA gilt: Die Konzerne können durchsetzen, dass die Standards im Verbraucherschutz eingefroren werden und dringende Verbesserungen – wie eine Ampel-Kennzeichnung bei Lebensmitteln – kaum mehr möglich sind. Das ist ein echter Albtraum! Liebe foodwatch-Interessierte, wir müssen und werden in den kommenden Monaten alles tun, damit dieser Alptraum nicht wahr wird.

Unser Ziel ist es: Diese neuen Handelsabkommen der EU müssen vom Tisch. Bitte helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch:

Jetzt klicken und Fördermitglied von foodwatch werden

Wir werden in Brüssel, in unseren foodwatch Büros in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden alles in unserer Macht stehende tun, um diese Abkommen zu verhindern und für eine neue Handelspolitik der EU zu kämpfen; wir brauchen eine Handelspolitik, die Bürgerrechte und Demokratie sowie Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsschutz respektiert. Es muss eine neue Handelspolitik her, die für die Menschen und die Umwelt da ist, und nicht vornehmlich für die Konzerne!

Ich bitte Sie, helfen Sie uns dabei! Wir müssen uns wehren und das geht nur gemeinsam. So wie wir uns schon gegen TTIP und CETA gewehrt haben. Wir dürfen nicht zusehen, wie Handelsabkommen, die unser Rechte beschneiden, stillschweigend hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Kommen Sie zu uns und werden Förderer/Förderin von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Thilo Bode
Gründer und Geschäftsführer

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Weiterführende Informationen und Quellen:
Newsletter-Text mit vollständigen Quellenangaben
Fotos: Hände: fotolia.com/Cecilie Arcurs, Montage: foodwatch, Wasserfall: fotolia.com/Kushnirov Avraham, Wahlurne: fotolia.com/picsfive und fotolia.com/Mardre, Montage: foodwatch
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Advertisements

Noch schlimmer als TTIP!

Hallo und guten Tag, 

Hundertausende haben gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA protestiert, aber die EU hat nichts aus den Protesten gelernt. Denn nun bahnt sich weiteres Unheil an:

Bis vor kurzem versteckten sich mehr als 100 Verhandlungsführer aus Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und der Europäischen Union hinter den verschlossenen Türen des Olympischen Komitees von Paraguay in Asunción. Ihr Ziel: Der Abschluss eines Mega-Handelsabkommens zwischen der EU und ihren südamerikanischen Partnern („Mercosur-Handelsabkommen“).

Sie und ich sollen aber nicht erfahren, was dort ausgehandelt wurde. Das ist demokratiefeindlich und völlig inakzeptabel. Ich bitte Sie, schließen Sie sich uns an und kämpfen Sie gemeinsam mit uns gegen diese Geheimniskrämerei. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.

Dieser Mega-Deal wird genauso wie TTIP und CETA Verbraucherrechte verwässern, zur globalen Umweltzerstörung beitragen und unsere Demokratie beschädigen. Aber es kommt noch schlimmer: Das Mercosur-Abkommen ist nur eins von vielen. Die EU verhandelt gegenwärtig dutzende neuer Handelsabkommen mit der übrigen Welt. Die Strategie dahinter ist perfide: Sie unterstellt, die Menschen glauben, dass TTIP vom Tisch ist und damit die Probleme gelöst sind.

Leider weit gefehlt! Die Handelspolitik der EU, unterstützt von den Mitgliedsstaaten und vorneweg von Deutschland, nimmt den Widerstand der Bürgerinnen und Bürger schlichtweg nicht zur Kenntnis und setzt rücksichtslos die Interessen der Konzerne im weltweiten Maßstab durch, auf Kosten der Umwelt, des Gesundheits- und Verbraucherschutzes, der Menschen- und Bürgerrechte.

Unterstützen Sie uns, dieses arrogante Vorgehen zu stoppen und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch.

foodwatch hat weitere geplante Handelsabkommen (z.B. mit Mexico, Vietnam, Japan und Indonesien) analysiert. Wir waren schockiert! Es kommt noch schlimmer als bei CETA und TTIP:

Neben Sonderklagerechten für Konzerne, Ausschüssen ohne ausreichende demokratische Kontrolle, Regenwaldzerstörung durch Rindfleischerzeugung in Brasilien und Palmölproduktion in Indonesien sowie der Gefährdung des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes wird in allen Verträgen das sogenannte „Vorsorgeprinzip“ aufgeweicht.

Gerade das Vorsorgeprinzip ist eines der wichtigsten Errungenschaften in Europa: Danach darf eine Substanz verboten werden, wenn es einen begründeten Verdacht für deren Schädlichkeit gibt, und nicht erst, wenn jemand zu Schaden gekommen ist. Dieses vorsorgliche Herangehen soll jetzt nicht mehr ohne Wenn und Aber gelten und die Zulassung riskanter Substanzen erleichtert werden. Für uns ist klar:

Die EU arbeitet, getrieben von Konzerninteressen, systematisch am Abbau des Vorsorgeprinzips. Obwohl dieses – ja, es ist nicht zu fassen – in der europäischen Verfassung (Vertrag von Lissabon) verbrieft ist! Helfen Sie uns, diese schädlichen Verträge zu kippen und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.

Eine gravierende Konsequenz dieser Handelsverträge ist, dass die Lebensmittelkonzerne künftig die Gesetze für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz mitschreiben.

Damit wird eindeutig der Bock zum Gärtner gemacht. Wie schon bei TTIP und CETA gilt: Die Konzerne können durchsetzen, dass die Standards im Verbraucherschutz eingefroren werden und dringende Verbesserungen – wie eine Ampel-Kennzeichnung bei Lebensmitteln – kaum mehr möglich sind.

Das ist ein echter Albtraum!

Liebe foodwatch-Interessierte, wir müssen und werden in den kommenden Monaten alles tun, damit dieser Alptraum nicht wahr wird.

Unser Ziel ist es: Diese neuen Handelsabkommen der EU müssen vom Tisch. Bitte helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch:

Jetzt klicken und Fördermitglied von foodwatch werden

Wir werden in Brüssel, in unseren foodwatch Büros in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden alles in unserer Macht stehende tun, um diese Abkommen zu verhindern und für eine neue Handelspolitik der EU zu kämpfen;

wir brauchen eine Handelspolitik, die Bürgerrechte und Demokratie sowie Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsschutz respektiert. Es muss eine neue Handelspolitik her, die für die Menschen und die Umwelt da ist, und nicht vornehmlich für die Konzerne!

Ich bitte Sie, helfen Sie uns dabei! Wir müssen uns wehren und das geht nur gemeinsam. So wie wir uns schon gegen TTIP und CETA gewehrt haben. Wir dürfen nicht zusehen, wie Handelsabkommen, die unser Rechte beschneiden, stillschweigend hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Kommen Sie zu uns und werden Förderer/Förderin von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Thilo Bode
Gründer und Geschäftsführer

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Weiterführende Informationen und Quellen:
Newsletter-Text mit vollständigen Quellenangaben
Fotos: Hände: fotolia.com/Cecilie Arcurs, Montage: foodwatch, Wasserfall: fotolia.com/Kushnirov Avraham, Wahlurne: fotolia.com/picsfive und fotolia.com/Mardre, Montage: foodwatch
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Der Coca-Cola-Report

„Coca-Cola-Report“ von foodwatch kritisiert unverantwortliches Marketing des Weltkonzerns. Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag,
dutzende Journalistinnen und Journalisten waren vor Ort, Kamerateams und Hörfunk-Sender drängten sich vor dem Podium, foodwatch-Aktivisten gaben ein Interview nach dem anderen: Als wir von foodwatch am Mittwoch in Berlin unseren „Coca-Cola-Report“ über den größten Zuckergetränke-Hersteller der Welt vorstellten, war ganz schön was los. Der große Andrang und das Interesse der Medien, von Tagesschau bis Spiegel Online, hat uns gefreut. Denn endlich gibt es eine breite Debatte darüber, wie gefährlich Zuckergetränke wirklich sind – und welche Verantwortung ein Mega-Konzern wie Coca-Cola für ernährungsbedingte Krankheiten trägt. Wir hatten ganz bewusst einen Konferenzraum direkt neben der Deutschlandzentrale des Konzerns gebucht, mit Blick genau auf das rote Coca-Cola-Gebäude. Und wir hatten den Konzern eingeladen, bei unserer Pressekonferenz auf dem Podium ihre Argumente vorzubringen – Coke lehnte ab.

Aber bei so viel Medienrummel direkt vor der eigenen Tür konnte sich Coca-Cola nicht verstecken: Ein hochrangiger Manager trat vor die Tür und gab ebenfalls Interviews. Richtig so! Wir finden: Coca-Cola muss sich endlich einer öffentlichen Debatte über die Gesundheitsgefahren seiner Produkte und über seine unverantwortlichen Lobby- und Marketingmethoden stellen!

Denn: Natürlich weiß wohl jedes Kind, dass Cola, Fanta, Sprite und Co. nicht gesund sind. Aber es geht nicht um ein bisschen zu viel Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation sieht überzuckerte Getränke als „wesentliche Ursache“ für Fettleibigkeit und Diabetes. Schon eine Dose am Tag erhöht das Risiko signifikant. Anders als beispielsweise Süßigkeiten, bei denen „eine Handvoll“ täglich als unproblematisch gilt, sind Zuckergetränke schon in vergleichsweise geringen Mengen gesundheitsgefährdend. Denn Zuckergetränke liefern nur „leere Kalorien“ ohne wichtige Nährstoffe und ohne eine entsprechende Sättigung zu verursachen, was zu einer überhöhten Kalorienaufnahme führt.

Und die Zuckergetränke-Industrie, allen voran der Weltmarktführer Coca-Cola, stellt nicht bloß die Produkte ins Regal und überlässt den Konsumentinnen und Konsumenten die freie Wahl.

Nein: Coca-Cola nimmt mit millionenschweren Marketingkampagnen im Internet und im Fernsehen bewusst Kinder und Jugendliche als Zielgruppe ins Visier. Gleichzeitig versucht der Konzern durch gezielte Lobbyarbeit wirksame Regulierungen wie Werbeverbote oder Sondersteuern zu torpedieren und hat nachweislich versucht, mit gekauften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Zweifel an der Schädlichkeit von zuckerhaltigen Getränken zu säen – ganz ähnlich wie früher die Tabakindustrie. Das alles zeigt sehr detailliert der 108-seitige „Coca-Cola-Report“ von foodwatch.

Coca-Cola versuchte am Mittwoch, in Reaktion auf den foodwatch-Report, erneut die Gefahren von Zuckergetränken kleinzureden und betonte außerdem, man habe ja schon den Zuckergehalt in vielen Produkten gesenkt.

Um es deutlich zu sagen: Es geht nicht darum, Zucker oder zuckerhaltige Getränke wie Cola oder Limo zu verbieten. Und natürlich ist jeder für seine Ernährung, oder die seiner Kinder, selber verantwortlich. Aber ein Konzern wie Coca-Cola hat eben auch eine Verantwortung – für die Produkte, die er herstellt und für seine Marketing- und Lobby-Aktvitäten. Coca-Cola erweckt zwar durch eine Selbstverpflichtung den Eindruck, keine Werbung an Kinder zu richten. Doch die Praxis sieht anders aus, wie unser „Coca-Cola-Report“ zeigt: Mit Fußballstars in der Werbung und Aktionen wie dem Coca-Cola-Adventskalender oder der Coke-Weihnachtstruck-Tour werden gezielt Kinder angesprochen.

Lesen Sie hier mehr über unseren „Coca-Cola-Report“ – und sagen Sie es dann weiter!

Der „Coca-Cola-Report“

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: foodwatch gegen Coca-Cola – wir haben uns mit einem mächtigen Gegner angelegt… Für Coca-Cola arbeiten weltweit mehr als 700.000 Menschen, das Werbebudget beträgt 4 Mrd. US-Dollar, der Lobby-Einfluss des größten Zuckergetränke-Herstellers ist enorm. Wir von foodwatch halten mit unserem kleinen Team von nicht einmal 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dagegen. Dabei finanzieren wir uns überwiegend über Mitgliedsbeiträge und sind unabhängig vom Staat, Parteien und der Lebensmittelindustrie. Helfen Sie uns dabei, mächtigen Konzernen wie Coca-Cola etwas entgegen zu setzen! Werden Sie jetzt Mitglied von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
„Der Coca-Cola-Report“
Zahlen, Fakten, Quellen
Reaktion von Coca-Cola
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Süß war gestern!

Eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke zeigt in Großbritannien Wirkung. Und in Deutschland? Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

In Großbritannien tritt ab nächster Woche eine Herstellerabgabe für Zuckergetränke in Kraft. Denn stark zuckerhaltige Getränke fördern nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Und die geplante Abgabe zeigt Wirkung: Ein Großteil der Hersteller auf dem britischen Markt – darunter Coca-Cola, Lidl und Nestlé – hat schon jetzt den Zuckergehalt seiner Getränke drastisch gesenkt. Doch die neue Bundesregierung lehnt eine solche Regelung für Deutschland bislang ab. Sie will es sich offenbar nicht mit der Lebensmittelindustrie verscherzen. Das muss sich ändern: Wir fordern die Bundesregierung auf, den Rat von Ärzteverbänden und Fachorganisationen zu befolgen und effektive Maßnahmen gegen Fehlernährung zu ergreifen!

Hier klicken und mitmachen

Hallo und guten Tag, Sylvia Linnenkohl,

Cola ist ungesund. Das weiß jedes Kind. Doch was viele nicht wissen: Bereits eine Dose am Tag fördert ernste Krankheiten wie Typ-2-Diabetes! Großbritannien hat wie viele andere Länder reagiert: Ab Anfang April müssen Getränkehersteller eine Abgabe bezahlen, wenn ihre Produkte besonders viel Zucker enthalten. Bereits im Vorfeld zeigt die Abgabe Lenkungswirkung: Die führenden Getränkeunternehmen Coca-Cola, Britvic, Lucozade Ribena Suntory, die Handelskonzerne Tesco und Lidl, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sowie mehrere kleinere Getränkehersteller haben seit Ankündigung der Regelung vor zwei Jahren den Zuckergehalt etlicher Produkte deutlich gesenkt.

Die Abgabe in Großbritannien funktioniert so: Sobald Getränke mehr als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, müssen Hersteller eine Abgabe leisten. Bei mehr als 8 Gramm wird eine höhere Abgabe fällig. Besonders gut: Die Erlöse sollen zweckgebunden in Präventionsprojekte fließen, etwa für gesundes Schulessen. Der britische Marktführer Coca-Cola hat den Zuckergehalt seiner Getränke Fanta und Sprite seitdem unter die 5-Gramm-Marke gesenkt. Zum Vergleich: In Deutschland enthalten Fanta und Sprite aktuell mehr als 9 Gramm Zucker!

Auch der Hersteller Lucozade Ribena Suntory hat den Zuckergehalt in sämtlichen Produkten unter die 5-Gramm-Marke gesenkt, darunter auch das in Deutschland bekannte Getränk Orangina. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat angekündigt, dass drei seiner San Pellegrino-Limonaden ab April 2018 ebenfalls weniger als 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten werden. Und auch die Handelsketten Tesco und Lidl gaben an, dass nach Rezepturänderungen sämtliche Eigenmarken nicht von der Abgabe erfasst werden.

Die Beispiele zeigen: Die Abgabe wirkt! Wir fordern eine Hersteller-Abgabe auf übersüßte Getränke auch für Deutschland. Die Industrie braucht einen Anreiz, um den Zucker in ihren Produkten zu senken. Außerdem fordern wir eine bessere Nährwertkennzeichnung und eine Beschränkung des Kindermarketings für ungesunde Produkte!

Hier Protestaktion unterstützen

Großbritannien reiht sich neben Irland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Mexiko, Südafrika und Frankreich in die immer länger werdende Liste von Ländern ein, die mit steuerlichen Anreizen aktiv gegen Fehlernährung, Fettleibigkeit und Diabetes vorgehen. Doch die neue Ernährungsministerin Julia Klöckner hält eine Zucker-Abgabe „für den falschen Weg“, wie sie gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte.

Die Bundesregierung will sich anscheinend nicht mit der Getränkeindustrie anlegen und schaut lieber tatenlos zu, wie die Hersteller kiloweise Zucker in ihre Produkte kippen. Wir wollen das ändern: Schreiben Sie mit uns an die Bundesregierung. Sie darf sich nicht länger von der Industrie an der Nase herumführen lassen!

Jetzt unterzeichnen

Die Limo-Abgabe in Großbritannien hat allerdings einen großen Haken! Getränke, die Süßstoffe enthalten, sind von der Regelung nicht erfasst. Und so haben viele britische Hersteller den Zucker in ihren Getränken durch Süßstoffe ersetzt. Das ist nicht die Lösung! Rezepturänderungen sollten darauf abzielen, nicht nur den Gehalt von Zucker, sondern den Süßgeschmack insgesamt zu verringern, um der allgemeinen Süßgewöhnung bei Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken. Daher sollte die Herstellerabgabe in Deutschland – ähnlich wie in Frankreich – auch süßstoffgesüßte Getränke mit einbeziehen. Schließen Sie sich unserer Protestaktion an! Fordern Sie jetzt mit uns eine effektive Hersteller-Abgabe für Deutschland!

Hier unterschreiben

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Die Getränke-Industrie macht Geld mit flüssigen Krankmachern – und ist damit in den vergangenen Jahrzehnten übermächtig geworden: Alleine für Coca-Cola arbeiten weltweit mehr als 700.000 Menschen. Wir von foodwatch halten mit unserem kleinen Team von gerade mal 16 Leuten dagegen. Dabei finanzieren wir uns überwiegend über private Kleinspenden und sind unabhängig vom Staat, Parteien und der Lebensmittelindustrie. Helfen Sie uns dabei, den mächtigen Konzernen etwas entgegen zu setzen! Werden Sie jetzt Mitglied von foodwatch!

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
Mehr zur Zuckerreduktion in Großbritannien
So zuckrig sind Erfrischungsgetränke in Deutschland wirklich
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Aldi und Lidl: Sind Euch unsere Kinder egal?

Aldi und Lidl müssen auch in Deutschland Kinder vor gefährlichen Energy Drinks schützen! Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

In Großbritannien verkaufen Aldi Süd und Lidl keine Energy Drinks mehr an Kinder und Jugendliche. Richtig so!

Denn Mediziner warnen seit langem vor den gesundheitlichen Risiken der aufputschenden Getränke. Nur was ist mit dem Kinder- und Jugendschutz in Deutschland? Hierzulande wollen die Discounter keine Altersbeschränkung einführen. Das können wir ändern! Helfen Sie uns dabei: Fordern Sie Aldi und Lidl mit uns auf, auch die Kinder in Deutschland vor den gefährlichen Wachmachern zu schützen!

Jetzt protestieren!

Hallo und guten Tag, 

als wir hörten, dass Aldi Süd und Lidl ab März in Großbritannien keine Energy Drinks mehr an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verkaufen, waren wir erst einmal begeistert: Endlich übernehmen die Discounter Verantwortung für die Gesundheitsrisiken der gefährlichen Wachmacher! Aber wollen die Handelsketten auch die Kinder in Deutschland schützen? Wir hakten bei Aldi Süd nach und erfuhren: „Beim Verkauf von Energydrinks sieht unsere Unternehmensgruppe aktuell keine Altersbeschränkung vor. Pläne, eine solche einzuführen, gibt es derzeit nicht.“ Und auch Lidl erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Energy Drinks weiterhin an alle Altersgruppen zu verkaufen.

Was sollen diese Doppelstandards? Die Gesundheitsrisiken für die jungen Konsumentinnen und Konsumenten von Energy Drinks sind überall dieselben. Wir fordern: Aldi und Lidl dürfen auch in Deutschland keine Energy Drinks mehr an Kinder und Jugendliche verkaufen!

Unterzeichnen Sie hier!

Energy Drinks können Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen verursachen. Sogar Todesfälle werden mit den Getränken in Verbindung gebracht. Die Gesellschaft der Europäischen Kinderkardiologen und die Expertinnen und Experten der Weltgesundheitsorganisation haben sich deshalb bereits für eine Altersgrenze für Energy Drinks ausgesprochen. In Lettland und Litauen ist der Verkauf von Energy Drinks an Jugendliche unter 18 Jahren gesetzlich verboten. Das deutsche Bundesernährungsministerium lehnt gesetzliche Maßnahmen jedoch bislang ab. Wir von foodwatch finden: So lange es keinen gesetzlichen Schutz gibt, müssen die Handelsketten Verantwortung übernehmen!

Hier protestieren!

Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind Energy Drinks beliebt: 68 Prozent der Jugendlichen in der EU greifen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zufolge zu den Getränken.

Und Jugendliche verzehren nachweislich gefährlich große Mengen: Jeder vierte jugendliche Konsument trinkt drei oder mehr Dosen auf einmal und überschreitet damit selbst die für Erwachsene maximal empfohlene Koffein-Dosis von 200 Milligramm!

Aldi Süd und Lidl haben in Großbritannien gezeigt, wie es geht – jetzt müssen sie auch Kinder und Jugendliche in Deutschland schützen!

Machen Sie mit!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Ob der Verkauf von Energy Drinks an Kinder, das Überangebot stark gesüßter Zuckergetränke oder die verbraucherunfreundliche Nährwertkennzeichnung – auf dem Lebensmittelmarkt gibt es viele Baustellen. Wir legen die Missstände offen und kämpfen dafür, sie zu beseitigen. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Kampagnenarbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie Fördermitglied:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
Schriftwechsel mit Aldi
Koffein-Risikobewertung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA (2015)
Konsumstatistiken der EFSA zu Energy Drinks
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Diese 3 Probleme gehen uns alle an:

Nur wenn wir gemeinsam Druck
ausüben tut sich was!
Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag,

seit 2002 gilt in der EU ein prinzipiell fortschrittliches Lebensmittelrecht: Es verspricht „ein hohes Gesundheitsschutzniveau„, den „Schutz der Verbraucherinteressen„, und berücksichtigt auch „den Tierschutz, die Pflanzengesundheit und die Umwelt„.

Aber: Merken wir was davon? Wird dieses Recht in der Praxis auch durchgesetzt? Leider äußerst selten! Trotz der wohlklingenden gesetzlichen Zielsetzungen, liegt leider noch vieles im Argen. Trotz dieser Fortschritte gibt es immer noch haarsträubende Probleme, vor denen wir nicht die Augen verschließen dürfen. Drei Beispiele:

Tierleid: Immer noch leiden Tiere in unseren Ställen Tag für Tag unermessliche Qualen. Fast alle sind sich einig, dass es so nicht weitergehen darf. Tatsächlich ändert sich aber kaum etwas. Dabei geht es keineswegs nur um die Frage, wie viel Platz ein Tier hat, ob es angebunden bzw. im Käfig lebt oder Auslauf ins Freie hat. Es geht um Krankheiten, die durch die Haltung entstehen! Entzündete Euter bei Milchkühen, Organveränderungen bei Schweinen, Knochenbrüche bei Legehennen: Ein Blick in wissenschaftliche Studien legt nahe, dass – statistisch gesehen – jedes vierte (!) Tierprodukt von einem kranken Tier stammt.

Und das obwohl der Tierschutz in Deutschland sogar als Staatsziel (!) im Grundgesetz steht!

Aber heißt das, dass wir uns darauf berufen können, um eine bessere Tierhaltung einzufordern? Nein, das können wir nicht!

Damit wollen, damit werden wir uns nicht abfinden. Wir haben deshalb einen konkreten Vorschlag ausgearbeitet, wie eine wirkliche Wende in der Tierhaltung möglich ist – und zwar für alle Tiere. Und wir werden uns dafür stark machen, diese Wende durchzusetzen! Helfen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch.

Glyphosat: Die EU-Kommission hat gerade erst dem umstrittenen Glyphosat für weitere fünf Jahre die Zulassung erteilt. Weitere fünf (!) Jahre für einen massenhaft in Unkrautvernichtern eingesetzten Wirkstoff, den die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ einstufen! Und das obwohl sich bereits Hundertausende Bürger dagegen ausgesprochen haben.

Es stimmt zwar: EU-Behörden wie die EFSA sehen kein Krebsrisiko. Doch genau für solche Fälle, wenn die Wissenschaftler sich streiten, hat die EU im Lebensmittelrecht das „Vorsorgeprinzip“ eingeführt: Ist die Sache unklar, sollen Risiken vermieden werden.

Eigentlich.

Denn heißt das, dass wir uns darauf berufen können, um gegen die weitere Zulassung von Glyphosat vorzugehen? Nein, das können wir nicht!

Wir wollen uns eine solche Missachtung des Verbraucherschutzes nicht mehr länger bieten lassen. Wir sagen: „Jetzt erst recht!“ und mobilisieren so viele Menschen wie möglich, um zumindest in Deutschland ein nationales Glyphosat-Verbot durchzusetzen. Helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch:

Gentechnik: Die große Mehrheit der Menschen lehnt Gentechnik auf dem Acker ab – und meidet Lebensmittel, die mithilfe von Agrargentechnik hergestellt wurden. Doch genveränderte Pflanzen werden nur selten als Lebensmittel, sondern meist als Futtermittel eingesetzt – und die Produkte von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter gefressen haben, werden gar nicht erst gekennzeichnet!

Beim Einkauf von Milch, Fleisch oder Butter ist die Gefahr also extrem hoch, dass wir den Anbau von genveränderten Pflanzen unterstützen, obwohl wir diesen vielleicht aus den unterschiedlichsten Gründen ablehnen!

Dabei verspricht die zentrale europäische Kennzeichnungsverordnung, „die Bereitstellung von Informationen“, damit wir Verbraucherinnen und Verbraucher „eine fundierte Wahl“ treffen können. Hilft uns das?

Heißt das also, wir können die fehlende Kennzeichnung einklagen, unsere Wahlfreiheit vor Gericht durchsetzen? Wieder nein, das können wir nicht!

Es gibt kein Recht zu klagen. Trotz der schönen Paragraphen hängt es allein vom Willen der zuständigen Politikerinnen oder Politiker ab, wie gut wir über Gentechnik informiert werden. Und damit von uns Verbraucherinnen und Verbrauchern: Wir müssen für eine bessere Kennzeichnung kämpfen! Helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch!

Liebe foodwatch-Interessierte, all diese Tatsachen widersprechen dem Geist des Verbraucherschutzrechts. Aber was nützen die großartigsten Ziele und Absichten in unserer Verfassung oder im EU-Recht, wenn sie immer wieder durch Gesetzeslücken oder mangelhafte Paragraphen unterlaufen werden? Und vor allem: Wenn wir als Verbraucherin oder Verbraucher keine Möglichkeit haben, gegen diese Missstände vor Gericht zu ziehen?

Tierleid, Glyphosat und Gentechnik sind nur drei Beispiele von vielen. Ständig wird gegen die Prinzipien des Lebensmittelrechts verstoßen:

Verschleppte Rückrufe, gesundheitsgefährdende Lebensmittel, versteckter Zucker, überflüssige Zusatzstoffe und, und, und… Klar ist leider auch: Wenn wir uns nicht um die Behebung dieser Missstände kümmern, dann wird es keiner tun. Die Lebensmittelindustrie hat noch nie Maßnahmen ergriffen, die ihre Gewinne gefährden könnten. Nur wenn wir gemeinsam Druck ausüben, tut sich was! Diesen Druck kann keine einzelne Verbraucherin, kein einzelner Verbraucher ausüben.

Dafür müssen sich viele zusammenschließen und eine Gegen-Lobby aufbauen. So, wie es bei foodwatch geschehen ist. Die Möglichkeit, wirklich etwas zu ändern, wird umso größer, je mehr wir werden. Deshalb: Beteiligen Sie sich und setzen Sie ein Signal, indem Sie ein Teil von uns werden. Werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

Zu unseren Zielen gehört es auch, bessere Klagemöglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher zu erstreiten. Es kann nicht sein, dass gegen das Lebensmittelrecht verstoßen wird, ohne dass dies Konsequenzen hat! Die Skandale um Dioxin, Gammelfleisch und EHEC oder Betrugsfälle wie Pferdefleisch und Fipronil, sie alle haben danach stattgefunden, trotz dieses Lebensmittelrechts. Das zeigt, wie groß unsere Aufgabe noch ist. Helfen Sie mit: Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr
Martin Rücker
Geschäftsführer foodwatch Deutschland

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Fördererinnen und Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin, und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Weiterführende Informationen und Quellen:
Newsletter-Text mit vollständigen Quellenangaben
Fotos: Tierleid: fotolia.com/Martina Berg, Glyphosat: Chafer Machinery/CC BY SA 2.0/flickr.com, Gentechnik: fotolia.com: orinocoArt/Mara Zemgaliete/by studio/Marion; Montage: foodwatch, Iris Kaschl
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

+++ Betroffene gesucht! +++ Online-Händler im Test +++ unsere Forderungen an die GroKo

Wir haben 5 große Online-Lebensmittelhändler getestet. Das sind die Ergebnisse: Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag, 

den Wocheneinkauf ganz bequem online erledigen und sich die schweren Tüten bis an die Haustür liefern lassen – das hört sich verlockend an. Auch wenn die allermeisten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland immer noch lieber selbst im Laden einkaufen, gilt der Onlinehandel mit Lebensmitteln als Zukunftstrend. Wir haben fünf große Anbieter genauer unter die Lupe genommen und Testkäufe bei Rewe, Amazon Fresh, Bringmeister, Mytime und Allyouneedfresh durchgeführt.

Das Resultat? Überwiegend zufrieden waren wir mit dem Zustand der gelieferten Lebensmittel oder der Pünktlichkeit der Zustellung. Nicht überzeugen konnte uns in Fällen jedoch die Kennzeichnung der Produkte: Bei vier der fünf Anbieter waren beispielsweise die Angaben zur Herkunft von Obst und Gemüse unzureichend oder fehlten ganz – das halten wir für rechtswidrig. Und: Für den Komfort des Onlinehandels zahlen die Kundinnen und Kunden mit ihren Daten. Alle Anbieter hatten Defizite beim Datenschutz. Nicht zuletzt hinterließen die Testkäufe bei einigen Anbietern enorm viel Verpackungsmüll.

Und: Im Onlinehandel besteht ein echtes Kontrolldefizit, weil die kommunal und offline organisierten Lebensmittelbehörden noch nicht im globalen Online-Zeitalter angekommen sind. Die zuständigen Lebensmittelkontrolleure schaffen es schlichtweg nicht, neben dem Bäcker vor Ort auch noch die großen Online-Supermärkte und die unzähligen Nischenanbieter im Internet zu kontrollieren, die zufällig ihren Sitz in diesem Ort haben. Hier ist die Politik gefordert, die Überwachung von Online-Lebensmittelhändlern auf Bundesebene neu zu organisieren.

Zu den Testergebnissen und der Fotostrecke

WEITERE THEMEN 

Betroffene gesucht!

Hähnchensnacks wurden wegen gefährlichen Bakterien zurückgerufendoch weder der Hersteller noch die Behörden warnten klar und deutlich vor den Gesundheitsgefahren. So geschehen Ende Dezember 2017. Der Hersteller „Zur Mühlen“ hatte mehrere (deutschlandweit verkaufte) Hähnchenfleischprodukte aufgrund einer möglichen Belastung mit Listerien zurückgerufen. Listerien sind Bakterien, die insbesondere bei Schwangeren, Säuglingen sowie immungeschwächten Menschen eine seltene, oft schwer verlaufende Infektionskrankheit (Listeriose) auslösen können – in Einzelfällen sogar mit tödlichem Ausgang.

„Zur Mühlen“ informierte in seiner Pressemitteilung jedoch weder über mögliche Krankheitssymptome noch über die Gesundheitsrisiken, sondern bat die Menschen lediglich lapidar, die Produkte nicht zu verzehren. Und die zuständige Kontrollbehörde der Stadt Delmenhorst verzichtete darauf, eine angemessene Information der Verbraucherinnen und Verbraucher durch das Unternehmen anzuordnen. Folglich wurden auch in Medienberichten meist keine gesundheitlichen Risiken benannt.

Ein Rückruf aufgrund gefährlicher Keime, ohne dass die Menschen über die Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden – aus unserer Sicht ist das verantwortungslos! Wenn eine Behörde eine so lückenhafte Information einfach durchwinkt, setzt sie die Gesundheit von Menschen auf’s Spiel. Wir haben deshalb Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt.

Und wir suchen dringend Betroffene: Falls Sie oder Bekannte von Ihnen die belasteten Hähnchenteile der Marken Güldenhof, Böklunder, Gutfried, Penny to go, Redlefsen und Snacktime verzehrt haben UND wenn Sie sich danach wegen einer Listeriose beim Arzt behandeln lassen mussten, melden Sie sich bitte bei uns! Am besten per E-Mail an info@foodwatch.de oder über unser Kontaktformular:

Melden Sie sich bei uns!

Unsere Forderungen an die GroKo

Was lange währt, wird endlich… gut? Nach dem Votum der SPD-Mitglieder ist der Weg nun frei für eine neue große Koalition und das vierte Kabinett Merkel. Ob die neue GroKo die Brache, die die alte GroKo im Bereich der Verbraucherpolitik hinterlassen hat, beackern wird? Wir lassen uns nicht entmutigen! foodwatch hat acht konkrete Forderungen aufgestellt – zum Beispiel zur Tierhaltung oder zu Lebensmittelkontrollen. Hier hat die neue Verbraucherministerin Julia Klöckner viel zu tun!

Unsere 8 Forderungen

Herzliche Grüße,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Ob Versäumnisse bei der Warnung vor gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln oder Lücken bei der Kontrolle von Online-Händlern – die Probleme des Lebensmittelmarktes müssen vor allem politisch gelöst werden, nicht durch vermeintlich kluges Einkaufen des Einzelnen. foodwatch deckt Missstände auf und kämpft dafür, sie zu beseitigen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
Bringt’s das? – foodwatch-Vergleichstest zum Online-Handel
Informationen über die mit Listerien belasteten Hähnchenteile
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Wir brauchen noch einmal Ihre Hilfe, um Mercosur zu stoppen!

Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag, 

Sie und 40.000 weitere Menschen haben die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström aufgefordert, das EU-Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur zu stoppen. Vielen Dank dafür!

Jetzt heißt es dranbleiben, denn eins ist klar: Das Mercosur-Abkommen hätte ähnlich negative Folgen für Demokratie, Verbraucherrechte und Umweltschutz wie die weitaus bekannteren Handelsabkommen TTIP und CETA mit den USA bzw. Kanada. Die Mercosur-Verhandlungen sind jetzt auf der Zielgeraden angelangt und sollen sobald wie möglich abgeschlossen werden!

Daher unsere Bitte: Leiten Sie unseren Protestaufruf jetzt an Ihre Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Verwandten und Bekannten weiter. Je mehr wir sind, desto lauter und wirksamer ist unser Protest!

Per E-Mail weiterleiten

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir sind nicht gegen den Freihandel – aber wir sind gegen undemokratische Handelsabkommen, die im Geheimen zugunsten der großen Konzerne ausgehandelt werden. Deshalb recherchieren wir, klären auf und protestieren. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen für eine neue Handelspolitik in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie noch heute ein Teil von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

TTIP war gestern – jetzt kommt…

Handelsabkommen Mercosur –
das neue TTIP?
Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

TTIP und CETA lassen grüßen: Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur über ein neues Handelsabkommen. Auch das Mercosur-Abkommen hätte negative Folgen für Verbraucherrechte, Umweltstandards und die Demokratie. Und es wäre acht Mal so groß wie CETA! Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss – und die Öffentlichkeit soll am besten keine Details erfahren, bevor der Vertrag unter Dach und Fach ist: Fordern Sie mit uns den Stopp der Verhandlungen und eine Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik!
Jetzt protestieren

Hallo und guten Tag, 

seit gestern tagt eine EU-Delegation mit den Verhandlungsführern des südamerikanischen Mercosur-Staatenbunds (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay) in Paraguay. Die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen befinden sich in der heißen Phase, beide Seiten wollen sie sobald wie möglich abschließen!

Warum uns das Sorgen macht? Das Mercosur-Abkommen hätte ähnlich negative Folgen für Demokratie, Verbraucherrechte und Umweltschutz wie die weitaus bekannteren Handelsabkommen TTIP und CETA mit den USA bzw. Kanada. Auch für das Mercosur-Abkommen sollen Schutzstandards und demokratische Prinzipien geopfert werden – zulasten der Menschen in Europa und zulasten der Menschen in Südamerika.

Beispiel Fleischimporte:

Das Mercosur-Abkommen könnte zu einer deutlichen Ausweitung der Fleischimporte in die EU führen: Fleischproduzenten etwa aus Brasilien, die enorm kostengünstig große Mengen herstellen, könnten ihre Produktion deutlich steigern – mit fatalen Folgen für die Umwelt: In Brasilien findet ein Großteil der Nutztierhaltung auf gerodeten Regenwaldflächen statt. Die Abholzung des Regenwaldes und die Landnutzung für Rinderfarmen ziehen eine massive Steigerung von Treibhausgas-Emissionen nach sich. Diese negativen Umwelteffekte werden in dem Abkommen nicht adressiert, obwohl sie international vereinbarte Klimaschutzziele und Vereinbarungen zum Erhalt der Artenvielfalt unterlaufen können.

Hier protestieren

Auch um die Menschenrechte ist es in der brasilianischen Landwirtschaft häufig schlecht bestellt: So sind zahlreiche Viehbetriebe in Landkonflikte mit indigenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verwickelt, immer wieder kommen Fälle sklavenähnlicher Beschäftigung ans Licht. Dazu kommt: 2017 wurde Brasilien von einem riesigen Gammelfleisch-Skandal erschüttert: Mehrere Konzerne hatten systematisch verdorbenes Fleisch unter ihre Ware gemischt und Hunderte Politikerinnen und Politiker bestochen!

Trotz dieser massiven Zweifel an der Lebensmittelsicherheit und der negativen Umweltauswirkungen hat die EU-Kommission bei der letzten Verhandlungsrunde angeboten, das Kontingent für Rindfleisch aus Südamerika auf 99.000 Tonnen zu erhöhen!

Hier unterzeichnen

Verstehen Sie uns nicht falsch: Wir sind nicht gegen Handel, ganz im Gegenteil! Aber Handel muss den Menschen dienen, und nicht einseitig den Interessen von Konzernen. Beim Freihandelsabkommen mit dem Staatenverbund Mercosur würde die Aufweichung des europäischen Vorsorgeprinzips von der EU genauso in Kauf genommen wie die Verletzung demokratischer Kontrollmechanismen. Genau wie bei TTIP und CETA geht es bei Mercosur nicht nur um den Abbau von Zollschranken, sondern auch um die Absenkung beziehungsweise das Einfrieren von Schutzstandards für die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Umwelt. Darüber hinaus werden die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen geführt – obwohl sie uns alle unmittelbar betreffen.

Wir fordern deshalb einen sofortigen Stopp der Mercosur-Verhandlungen und eine Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik! Unterstützen Sie uns dabei!

Unterzeichnen Sie hier

Herzliche Grüße

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Nochmal, wir sind nicht gegen den Freihandel – aber wir sind gegen undemokratische Handelsabkommen, die im Geheimen zugunsten der großen Konzerne ausgehandelt werden. Deshalb recherchieren wir, klären auf und protestieren. Je mehr Menschen hinter foodwatch stehen, umso kraftvoller können wir unsere Forderungen für eine neue Handelspolitik in die Öffentlichkeit bringen. Unsere Arbeit ist nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie noch heute ein Teil von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
foodwatch-Report „Handel um jeden Preis“
foodwatch-Forderungen für eine neue Handelspolitik
Euractiv: EU, Mercosur resume talks on trade deal
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.

Der Große Stillstand

Union und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Was bringt dieser für uns Verbraucherinnen und Verbraucher? Um den Newsletter online zu lesen,
klicken Sie bitte hier .

Hallo und guten Tag,
die Koalitionsvereinbarung zwischen Union und SPD steht. Sollten die SPD-Mitglieder Anfang März ihren Segen geben, ist der Weg endgültig frei für eine neue Große Koalition. Doch was bedeutet die GroKo für uns Verbraucherinnen und Verbraucher? Wir haben uns den Koalitionsvertrag angeschaut – und beginnen mit den guten Nachrichten.

Schluss mit Glyphosat und Kükentöten?

Union und SPD wollen laut Koalitionsvereinbarung glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel „deutlich einschränken mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden„. Wir finden: Eigentlich hätte Glyphosat aus Vorsorgegründen europaweit seine Zulassung verlieren müssen. Insofern ist die Verabredung im Koalitionsvertrag weniger, als erhofft – aber letztlich doch mehr, als erwartet. Ein nationales Glyphosat-Verbot rückt in greifbare Nähe! Das ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass noch vor rund einem Jahr die EU das Ackergift für weitere 15 Jahre (!) zulassen wollte. Der Protest aus der Zivilgesellschaft gegen diese Pläne war überwältigend. Ende letzten Jahres dann die Entscheidung der EU, Glyphosat nur noch für fünf Jahre zu verlängern. Und dass die zukünftige Bundesregierung nun ein nationales Verbot in die Wege leiten will, ist auch ein Riesen-Erfolg der mehr als 135.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, die dies mit einer gemeinsamen Petition von Greenpeace und foodwatch gefordert haben! Doch die Formulierung im Koalitionsvertrag lässt Fragen offen. Wir werden genau verfolgen müssen, ob die GroKo wirklich „so schnell wie möglich“ Schluss macht mit Glyphosat!

Beim Kükentöten werden Union und SPD dagegen konkreter: „Das Töten von Eintagsküken werden wir bis zur Mitte der Legislaturperiode beenden.“ Das heißt: Ende 2019 muss es vorbei sein mit dem grausamen, millionenfachen Schreddern und Vergasen männlicher Küken, ohne Wenn und Aber. Das klingt gut, und dennoch müssen wir daran erinnern, was Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt schon im Sommer 2015 sagte: „Mein Ziel ist, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört.“ Damit es diesmal nicht wieder nur bei Ankündigungen bleibt, ist der Druck der Zivilgesellschaft unerlässlich. Wir sind dazu bereit! Bitte helfen Sie uns dabei, indem Sie uns stark machen: Unterstützen Sie unsere Arbeit als Förderin/Förderer!

Bei anderen Ernährungs- und Verbraucherthemen fällt der Koalitionsvertrag leider ziemlich unambitioniert aus. Ein kurzer Überblick:

Kein unabhängiges Verbraucherministerium

Ob „Nein“ zur Lebensmittel-Ampel oder „Nein“ zu mehr Transparenz bei der Lebensmittelüberwachung – die Bundesregierung hat sich immer wieder im Sinne der Lebensmittellobby positioniert und Verbraucherinteressen hinten angestellt. Ein Grund: Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist das Bundeslandwirtschaftsministerium zuständig. Ausgerechnet das Ministerium, das die Interessen der Ernährungsindustrie und Landwirtschaft vertritt, soll also gleichzeitig die oft gegensätzlichen Interessen von uns Verbraucherinnen und Verbrauchern vertreten – ein unüberwindbarer Interessenskonflikt! Während der Koalitionsverhandlungen haben wir eine Eil-Aktion gestartet, der sich innerhalb von nur wenigen Tagen rund 25.000 Menschen angeschlossen haben. Unsere Forderung: Der Verbraucherschutz muss vom Landwirtschaftsministerium getrennt werden! Doch auch im künftigen Kabinett untersteht der gesundheitliche Verbraucherschutz dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Nestlé, Coca-Cola und der Bauernverband sitzen also weiter quasi mit am Kabinettstisch… Für uns kein Grund klein beizugeben. Jetzt ist es umso wichtiger, dass wir von foodwatch als Gegengewicht zur mächtigen Lebensmittelindustrie für Verbraucherrechte kämpfen!

Chance auf bundesweite Volksentscheide

Gerade in der Verbraucherpolitik haben viele Menschen das Gefühl, mit ihren Alltagssorgen kein Gehör zu finden. Statt Verbraucher- setzen sich immer wieder Wirtschaftsinteressen durch, was Wählerinnen und Wähler von den Gewählten entfernt. Das hat uns nachdenklich gemacht. Wir finden: Eine mögliche Antwort zur Stärkung der Demokratie könnte mehr Bürgerbeteiligung sein. Deshalb haben wir gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis, initiiert von der Organisation Mehr Demokratie, Unterschriften für Volksentscheide auf Bundesebene gesammelt. Mehr als 275.000 (!) Menschen haben diese Forderung unterstützt – und siehe da: Union und SPD befassen sich erstmals in einem gemeinsamen Koalitionsvertrag mit direkter Demokratie! Aber vom Ziel sind wir noch weit entfernt: Die GroKo will erst einmal eine „Expertenkommission“ einsetzen. Die soll Vorschläge erarbeiten, „ob und wie“ die parlamentarische Demokratie „durch Elemente der direkten Demokratie und weiteren Elementen der Bürgerbeteiligung ergänzt werden kann“. Wir haben also schon einiges erreicht, doch das Ergebnis ist noch völlig offen.

Ampel, „Tierwohl“-Label & Co.

Was ist mit den anderen drängenden Themen, die uns Verbraucherinnen und Verbraucher unmittelbar betreffen? Leider bleibt die GroKo mit ihrem Koalitionsvertrag zum Teil sogar noch hinter den nicht eingelösten Versprechen aus dem Koalitionsvertrag von 2013 zurück. Der hatte verbindliche Herkunftsangaben und eine klare Gentechnik-Kennzeichnung angekündigt – doch daraus wurde nichts, und im neuen Vertrag fehlen solche Zusagen. Wo klare Positionen erforderlich wären, versteckt sich die GroKo hinter Prüfaufträgen, wo Handeln geboten ist, will sie die Dinge „beobachten“.

Anstatt gesetzliche Vorgaben für die Tiergesundheit zu erlassen, damit alle Nutztiere tiergerecht gehalten werden, plant die GroKo lediglich ein freiwilliges „Tierwohllabel“, von dem optimistischen Schätzungen zufolge vielleicht 20 Prozent der Nutztiere profitieren könnten. Es gibt noch nicht einmal eine verbindliche Zusage, dass Produkte mit diesem Label sicher von gesund gehaltenen Tieren stammen.

Anstatt auf eine Ampelkennzeichnung nach französischem oder britischem Vorbild hinzuarbeiten, soll „unter Berücksichtigung der besonderen Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen“ ein eigenes Modell „erarbeitet“ werden, das „gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird“ – da sind andere Länder bedeutend weiter.

Staatliche Rezepturvorgaben?

Wenn es um gesunde Ernährung geht, werden Union und SPD an einer Stelle deutlich: Eine „Nationale Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten“ soll es geben, verbunden mit „verbindlichen Zielmarken“. Staatliche Rezepturvorgaben also? Da wären wir skeptisch. Zur Förderung gesunder Ernährung fallen uns (natürlich neben der Ampelkennzeichnung) ganz andere Dinge ein, die auch von Ärzteverbänden gefordert werden: Ein Wegfall der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse zum Beispiel, Herstellerabgaben für besonders zuckerhaltige Getränke, eine gesetzliche Beschränkung der an Kinder gerichteten Werbung für unausgewogene Produkte – doch das sieht der Vertrag nicht vor. Zum Schutz vor Mineralölen in Lebensmitteln übrigens ebenso wenig, und nicht zuletzt soll es keine Veröffentlichung aller Lebensmittelkontrollergebnisse geben.

Kurzum: Mit Blick auf die Verbraucherrechte würde diese Große Koalition eher den Stillstand festschreiben. Das zeigt uns einmal mehr: Wenn sich in der Verbraucherpolitik etwas verbessern soll, bedarf es einer starken Zivilgesellschaft! Wer, wenn nicht wir Verbraucherinnen und Verbraucher können dafür den Anstoß geben? Wir von foodwatch werden auch die nächsten vier Jahre für eine ehrlichere Kennzeichnung, für eine tiergerechtere Nutztierhaltung und für sichere und gesunde Lebensmittel kämpfen. Nicht nur mit Petitionen, sondern auch mit Medienarbeit, Protestaktionen und, wenn nötig, mit Gerichtsprozessen. Unabhängig und hartnäckig! Unsere Arbeit ist dabei nur möglich durch die Menschen, die uns finanziell unterstützen. Werden auch Sie jetzt Mitglied von foodwatch und werden Sie Teil unserer Verbraucher-Bewegung!

Jetzt foodwatch unterstützen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Bereits mehr als 37.000 Menschen unterstützen foodwatch mit ihrer Mitgliedschaft. Seien auch Sie dabei und sagen Sie es weiter – in der Familie, im Büro, beim Sport, bei Freunden!

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Weiterführende Informationen und Quellen:
Koalitionsvertrag in voller Länge
Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Info-Telefon: 030 – 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg
Geschäftsführer sind Dr. Thilo Bode und Martin Rücker.