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Verleumdet, denunziert, überwacht — foodwatch

Die Monsanto-Akten: Jetzt eskaliert es! Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo und guten Tag, ,

auch wer für eine gemeinnützige Organisation arbeitet, darf nicht nur Zuspruch erwarten. So weit, so gut. Dass unsere Arbeit kritisch hinterfragt wird, zum Beispiel von Medien oder auch der Lebensmittelwirtschaft, halten wir für selbstverständlich – und sogar wichtig. In den vergangenen Jahren nehmen wir jedoch aus manchen Kreisen eine zunehmend feindliche, aggressive Stimmung wahr, die foodwatch wie viele andere gemeinnützige Vereine trifft – und sogar einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Inzwischen werden dabei zunehmend Grenzen überschritten: Organisationen wie foodwatch und die Menschen, die dort arbeiten, werden verleumdet, denunziert, observiert. Von Konzernen, Wirtschaftslobbyisten und von politischen Kräften.

Das ist leider keine Übertreibung. Die jüngste Eskalation: Wie die französischen Medien France 2 und Le Monde enthüllten, führte Monsanto geheime Listen seiner Gegner. Listen von Personen, die der Gentechnik-Konzern als Gefahr für die weitere Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat einstufte. Listen von Menschen, die es zu „erziehen“ oder gar zu „überwachen“ (!) gelte. Über Journalisten, Politiker oder Umwelt- und Verbraucherschützer erfasste Monsanto persönliche Informationen – Adressen, politische Einstellungen, zum Teil sogar Hobbys und persönliche Vorlieben und Bewertungen. Auf einer der geheimen Monsanto-Listen stehen auch zwei meiner foodwatch-Kolleginnen aus Paris. Sie waren geschockt, als sie von den Enthüllungen erfuhren.

Ob solche Überwachungslisten zulässig sind? Nein, aber das hat Monsanto offenbar nicht weiter gestört. Der deutsche Bayer-Konzern, der Monsanto vor einigen Monaten übernahm, behauptet, von alledem nichts gewusst zu haben. Ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte – und warum? Weil Menschen eine andere Position vertreten und damit offenbar dem Geschäftsinteresse von Monsanto im Wege stehen!

Wir möchten Konzernen wie Bayer-Monsanto das Signal geben: Es hilft nichts, uns unter Druck zu setzen! Wir machen weiter, weil wir von unseren Zielen überzeugt sind. Das können wir, wenn möglichst viele Menschen hinter uns stehen. Helfen Sie uns dabei, stärken Sie uns den Rücken – und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

Hier foodwatch unterstützen!

Mit Diffamierungen müssen wir schon lange leben. Vor Jahren schon hat der Cheflobbyist der Lebensmittelindustrie foodwatch als „Sekte“ beschimpft und damit versucht, uns ins Zwielicht zu rücken. Die Monsanto-Akten aber haben eine neue Qualität: Sie stehen für eine Entwicklung, in der sich Aktivistinnen und Aktivisten sowie ganze Organisationen einem massiven Druck ausgesetzt sehen. Das Beste, was wir dem entgegensetzen können, ist: weiter machen! Wenn Sie das auch so sehen, helfen Sie bitte mit, unsere Arbeit zu ermöglichen und unterstützen Sie uns als Förderer/Förderin von foodwatch!

Seit einigen Jahren hat sich das Klima für Nichtregierungsorganisationen verschärft:

  • Nachdem foodwatch und andere Non-Profit-Organisationen immer wieder Informationen über Handelsabkommen wie TTIP an die Öffentlichkeit gebracht haben – Informationen, die uns Regierungsvertreter vorenthielten! – mussten wir uns nicht selten öffentlich der Unwahrheit oder der Lüge bezichtigen lassen. Selbst wenn alle Belege auf dem Tisch lagen. Entsetzt trug uns ein Bürger zu, wie ein einflussreicher Bundestagsabgeordneter und TTIP-Unterstützer foodwatch bei einer öffentlichen Veranstaltung in Süddeutschland als „semikriminelle Vereinigung“ bezeichnet und mit der „Mafia“ verglichen haben soll.
  • Nach unternehmenskritischen Veröffentlichungen erreichen uns schon mal Drohanrufe. Industrienahe oder wirtschaftsradikale „Medien“ und „Think Tanks“ (sog. „Denkfabriken“) brüsten sich damit, Organisationen zu „observieren“ und verbreiten im Internet Falschinformationen. Manche renommierte Zeitung macht sich solche Texte zu eigen, oft ungeprüft. Einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten es schon erleben, dass sie persönlich angegriffen und zum Beispiel öffentlich der Lüge bezichtigt oder z.B. als ahnungslose „Theaterwissenschaftler“ herabgewürdigt wurden.
  • Bei einem persönlichen Gespräch im Bundestag drohte uns eine hochrangige Abgeordnete aus der Regierungskoalition ganz unverhohlen mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit, wenn wir so weiter machen würden. Würde dies geschehen, wäre es für foodwatch existenzbedrohend! Da in einem Rechtsstaat zum Glück nicht Parteien oder Politiker nach Lust und Laune über die Gemeinnützigkeit von Organisationen entscheiden können, glauben wir zwar nicht, dass es passiert – und würden uns natürlich auch mit aller Kraft dagegen wehren. Aber es ist kein gutes Gefühl zu wissen, dass es politische Kräfte gibt, die mit solchen Drohungen auf kritische Organisationen wie foodwatch reagieren…

Liebe foodwatch-Interessierte, ich verspreche Ihnen: Wir lassen uns nicht entmutigen und bleiben unbequem. Vielleicht sind solche Drohungen der beste Beweis dafür, dass wir unseren Finger in offene Wunden legen. Viel Feind, viel Ehr? Das mag sein, aber ich will nicht verhehlen, dass es nicht immer einfach ist, mit den Angriffen umzugehen. Und dass es für manche Mitarbeiterin und manchen Mitarbeiter eine Belastung sein kann, wenn sie persönlich angegriffen werden, weil sie einfach nur ihre Meinung sagen oder Fakten präsentieren. Bitte stärken Sie uns den Rücken: Helfen Sie uns als Förderer/Förderin von foodwatch!

Ich meine: Wir müssen uns wehren — und sagen: Jetzt erst recht! Wir können nur dann in einer lebendigen, demokratischen Gesellschaft leben, wenn das Engagement von Bürgerinnen, Bürgern und Organisationen gefördert statt bekämpft wird! Und gerade im Lebensmittel-Sektor bedarf es einer Organisation, die der Übermacht der Lebensmittelkonzerne etwas entgegensetzt und die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher vertritt. Bitte zeigen Sie gerade jetzt, dass Sie foodwatch für eine Organisation halten, die sinnvoll und notwendig ist, – unterstützen Sie unsere Arbeit und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

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Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihr
Martin Rücker,
Geschäftsführer

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So dreist geht die Gastro-Lobby gegen uns vor — foodwatch

„Topf Secret“ bei Frontal 21 Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo , 

die Gastro-Lobby wehrt sich mit Händen und Füßen gegen unsere neue Online-Plattform „Topf Secret“. Auf der Seite können Sie mit wenigen Klicks die Hygieneberichte von Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben bei den zuständigen Behörden abfragen – und dort auch veröffentlichen. Das ist Ihr gutes Recht! Doch der Lobbyverband der Hotel- und Gaststättenbranche will das unbedingt vermeiden. Mit welch dreisten Methoden er agiert, zeigt das ZDF Polit-Magazin Frontal 21. Außerdem begleitet die Sendung einen Bürger, der bereits einen Antrag über „Topf Secret“ gestellt hat.

Hier Beitrag ansehen!

Herzliche Grüße

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) ist mit seinen 65.000 Mitgliedern ein mächtiger Lobby-Player. Seit Jahren sorgt der Verband erfolgreich dafür, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel nichts von den Ergebnissen der amtlichen Hygiene-Kontrollen in Bäckereien, Restaurants und anderen Lebensmittelbetrieben erfahren. Wir von foodwatch mit unseren rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern halten dagegen und wollen das ändern. Unsere Arbeit ist jedoch nur möglich mit Ihrer Hilfe – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

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24 Grillprodukte im foodwatch-Test

So (un)gesund sind Grillprodukte. Um den Newsletter online zu lesen,
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Keine Geheimnisse: Ampel-Studie veröffentlichen!

https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/e-mail-aktion-ampel-studie/

Grillfleisch oder Veggie-Alternative? Eistee oder Saftschorle? Frucht- oder Milcheis? Bestimmt haben Sie in den letzten Wochen bereits mit Familie und Freunden ein gemütliches Grillen im Garten oder ein Picknick im Park veranstaltet. Die Auswahl an Grillprodukten ist riesengroß. Doch die Produkte weisen bei der Zusammensetzung von Nährwerten wie Zucker, Fett und Salz große Unterschiede auf. foodwatch hat 24 typische Grillprodukte getestet und mit der Lebensmittelampel Nutri-Score verglichen. Das Ergebnis ist oft überraschend: Von grünem A bis rotem E ist alles dabei. Überzeugen Sie sich selbst: 

Zum foodwatch-Grillprodukte-Test

Hallo ,

ob mariniertes Grillfleisch, vegane Grillprodukte, Getränke, Eis, Aufback-Baguettes oder Saucen: Innerhalb all dieser Produktgruppen gibt es deutliche Unterschiede bei der Nährwertzusammensetzung. Nur sind sie für Verbraucherinnen und Verbraucher leider nicht einfach zu erkennen. Wie soll man auf einen Blick auch wissen, ob jetzt der marinierte Hähnchenspieß oder das marinierte Hähnchenfilet eine gesündere Nährwertzusammensetzung hat? Oder, in der Kategorie der Fleischalternativen, das viel diskutierte „Beyond Meat“ oder die klassischen Soja-Burger gesünder sind? Sie denken, es gibt da keinen Unterschied? Sehen Sie selbst nach!

Hier geht’s zum Vergleich!

Alles wäre so schön einfach, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig im Supermarkt auf einen Blick erkennen könnten, welches Produkt gesünder ist. Doch Bundesernährungsministerin Julia Klöckner weigert sich bislang, diese leicht verständliche Ampelkennzeichnung einzuführen. Dabei liefert der von unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte Nutri-Score eine sehr hilfreiche Gesamtbewertung der Nährwertzusammensetzung: Ernährungsphysiologisch günstige Nährwertbestandteile wie Ballaststoffe, Proteine, Obst und Gemüse werden mit ungünstigen Bestandteilen wie etwa gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz verrechnet. Das Ergebnis wird auf einer von grün nach rot abgestuften Farbskala, die mit den Buchstaben A bis E hinterlegt ist, eingeordnet. Im foodwatch-Grillprodukte-Test können Sie sich von der Einfachheit dieser Kennzeichnung überzeugen. Viel Spaß beim Durchklicken (und vor allem beim  Grillen☺)!

Hier die Bilderstrecke ansehen

Herzliche Grüße

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Bald ist es 10 Jahre her, dass die europäische Lebensmittelindustrie mit einer milliardenschweren Kampagne die Einführung einer Lebensmittel-Ampel verhindert hat. Doch jetzt kommt endlich wieder Bewegung in die Debatte: Unternehmen wie Iglo und Nestlé wollen die Nutri-Score-Ampel, die Lebensmittelwirtschaft ist uneins und die Politik unter Druck. Diese Chance wollen wir nutzen! Wir kämpfen weiter für eine klare Kennzeichnung – bitte unterstützen Sie uns dabei! Am besten mit einer regelmäßigen Spende als Fördermitglied, denn dann unterstützen Sie uns nicht nur finanziell, sondern geben unserer Stimme mehr Gewicht:

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Uff! — foodwatch

Schluss mit zuckriger Schulmilch – dank Ihnen! Um den Newsletter online zu lesen,
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Unser Protest hat gewirkt: Die Förderung gezuckerter Schulmilch gehört bundesweit der Geschichte an. Als letztes Bundesland stoppt nun auch Nordrhein-Westfalen die Verwendung von Steuergeldern für die Extra-Portion Zucker für Schulkinder. Ein wichtiger Schritt hin zu einer ausgewogenen Schulverpflegung – der gegen den massiven Widerstand der Industrie erkämpft werden musste. Das haben wir nur mit Ihrer Hilfe geschafft!

Hallo und guten Tag, 

erst einmal möchten wir uns bei Ihnen bedanken. Denn zusammen mit 21.034 weiteren Verbraucherinnen und Verbrauchern haben Sie sich gemeinsam mit uns für ein Ende der Subvention von zuckriger Schulmilch ausgesprochen – mit Erfolg! Erst sind Hessen, Berlin und Brandenburg ausgestiegen, nun hat auch die NRW-Landesregierung angekündigt, ab dem nächsten Schuljahr nur noch ungesüßte Milchprodukte zu fördern. Damit verzichten alle Bundesländer auf die staatliche Förderung des Zuckerkonsums!

Ein Comiczeichner würde die Reaktion im foodwatch-Büro auf diese gute Nachricht wahrscheinlich mit zwei Sprechblasen darstellen: „Juhu!“, stünde in der einen – und „Uff!“ in der zweiten. Denn das war ein hartes Stück Arbeit. Und ein Lehrstück darin, welch dicke Bretter selbst bei einem vermeintlich überschaubarem Thema wie der Schulmilchförderung zu bohren sind. Denn alle Argumente gegen Subventionen für gezuckerte Milch liegen bereits seit Jahren auf dem Tisch. Kinderärzte, Zahnmediziner, Ernährungsexperten und viele Lehrer sprechen sich seit langem GEGEN Zucker-Milch-Förderung an Schulen aus. Doch die Milchwirtschaft wehrte sich vehement dagegen, diese Einkommensquelle zu verlieren und nur noch ungezuckerte Schulmilch zu liefern. Mit zum Teil illegalen Werbeaussagen wie „Kakao steigert die Intelligenz“ oder „Kakao zum Frühstück verursacht weniger Karies als Wasser“ vermarkteten Landliebe und Co. ihre zuckrigen Produkte direkt an Schulen. Und die Politik ließ sich von den Industrieargumenten beeinflussen.

Wie so oft zählten am Ende nicht die besseren Argumente. Öffentlicher Druck und der gemeinsame Protest von Verbraucherinnen und Verbrauchern gegen eine verfehlte Politik waren nötig, um den Stein ins Rollen zu bringen. Dies zu organisieren, darin verstehen wir unsere Aufgabe. Bitte unterstützen Sie uns und machen Sie weitere Aktionen und Kampagnen von uns möglich, indem Sie Förderin/Förder von foodwatch werden!

Denn jetzt muss es weitergehen. Dass der Staat den Zuckerkonsum von Schulkindern nicht länger auch noch ankurbelt, ist das eine. Doch von der Förderung einer ausgewogenen Ernährung ist er noch lange entfernt. Wir setzen uns dafür ein, dass:

– das Essensangebot an den Schulen endlich ausgewogen ist und die offiziellen, von der Bundesregierung initiierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in allen Schulen verpflichtend umgesetzt werden.
– an den Schulkiosken nicht unbegrenzt Junkfood und Softdrinks verkauft werden dürfen.
– Ernährungsunterricht nicht von Unternehmen oder Lobbyverbänden gestaltet wird.
– wo nötig, Wasserspender und ausgewogene Frühstücksangebote gefördert werden, um Fehlernährung vorzubeugen.

Bitte helfen Sie uns dabei und unterstützen Sie unsere Arbeit zugunsten einer ausgewogenen Ernährung für Kinder – werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihr
Martin Rücker
Geschäftsführer

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Die Nestlé-Ministerin

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Hallo und guten Tag, 

Julia Klöckner hat ein Video gemacht und im Internet verbreitet. Es ist hübsch anzusehen. Unsere Bundesernährungsministerin steht gemeinsam mit einem sympathischen Herrn mittleren Alters vor der Kamera, die beiden scheinen sich zu mögen. Wer der freundliche Herr neben ihr ist? Marc-Aurel Boersch, der Deutschland-Chef von Nestlé, dem größten Lebensmittelkonzern der Welt.

Gemeinsam erklären sie, wie wichtig es ihnen ist, Salz, Fett und Zucker in Fertiglebensmitteln zu reduzieren. Man hilft sich gegenseitig, so scheint es. Die Zuschauer erfahren nur Positives über Frau Klöckners Politik – und über Nestlé. Wie viel Zucker der Konzern in seinen Produkten bereits reduziert habe, welche Ziele es noch gebe. Kritische Anmerkungen, die einer Ernährungsministerin zu Nestlé schon einfallen könnten? Fehlanzeige!

Das Video hat hohe Wellen geschlagen, weil es bezeichnend ist: Für ein Ministerium, das seit langem ganz bewusst mit der Industrie paktiert statt mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Diese unverhohlene Nähe einer Ernährungsministerin zur Wirtschaft zeigt, wie wichtig eine unabhängige Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Genau das wollen wir bei foodwatch sein! Schließen Sie sich uns an und werden Sie Förderer/Förderin ein Teil von foodwatch!

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Viel Kritik gibt es seit dem Nestlé-Video an Frau Klöckner. Von „Schleichwerbung“ ist die Rede, von einer unangemessenen Nähe. Selbst die konservative FAZ warf Frau Klöckner Industrielobbyismus vor. Doch anstatt sich mit den Reaktionen ernsthaft auseinanderzusetzen, beschimpfte sie ihre Kritiker auf Twitter als „Hatespeaker“, als Hass-Redner. Was bitteschön ist das für ein Verständnis von Politik und Demokratie?

Doch es geht mir nicht so sehr um dieses eine Video, liebe foodwatch-Interessierte. Schließlich ist Frau Klöckner eine Art „Wiederholungstäterin“: Sie hat schon öffentliche Elogen auf den Chemie- und Pestizidkonzern BASF gehalten und wirkte dabei wie ein Fan. Sie war sich nicht zu schade, als „Bierbotschafterin“ das Werbemaskottchen der Brauer-Lobby zu geben. Und sie ist als Landwirtschaftsministerin Mitglied der Landfrauen, eines landwirtschaftlichen Interessenverbandes – für dessen Themen sie kurz nach Amtsantritt ein eigenes Referat in ihrem Ministerium eingerichtet hat. Man kann die Arbeit der Landfrauen mögen und dennoch kritisch sehen, wie die Ministerin ihr Amt ausübt.

Genau darum geht es mir: um das Politik- und Amtsverständnis. Darum, dass eine solch unkritische Nähe zur Wirtschaft offenbar gar nicht mehr in Frage gestellt wird – und am Ende vor allem wir Verbraucherinnen und Verbraucher das Nachsehen haben. Wir bei foodwatch meinen: Eine Ministerin darf sich nicht als Dienstleisterin der Unternehmen verstehen. Sie ist dem Allgemeinwohl verpflichtet – und nicht den Interessen der Konzerne! Wenn Sie das auch so sehen, dann unterstützen Sie bitte unseren Einsatz für eine unabhängige Ernährungs- und Agrarpolitik – als Förderer/Förderin von foodwatch!

Dass – und zwar nicht nur in kleinen Internetvideos – Frau Klöckner Konzerne kritiklos als „Partner“ behandelt, ist leider kein Einzelfall. Dieses Rollenverständnis hat schwerwiegende Folgen. Nur fünf Beispiele:

1. Die „Reduktionsstrategie“ für Zucker, Fett & Co. bestand für Frau Klöckner von Anfang an darin, die Hersteller lieb zu bitten, ob sie nicht ihre Rezepturen FREIWILLIG (!) ändern mögen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft fand das so vage, dass sie das Begleitgremium von Frau Klöckner unter Protest verlassen hat. Maßnahmen gegen die Interessen der Unternehmen plant die Ministerin nicht – noch nicht einmal Werbebeschränkungen bei kleinen Kindern oder eine verständliche Nährwertkennzeichnung mit Ampelfarben.

2. Ganz im Interesse von Schlachtkonzernen und Bauernverband stimmte Frau Klöckner zu, dass die betäubungslose Kastration von Ferkeln noch weitere zwei Jahre erlaubt bleibt – obwohl ein Verbot der grausamen Praxis schon 2013 beschlossen worden war und Handel, Schlachthöfe und Landwirte mehr als fünf Jahre Zeit hatten, sich darauf einzustellen.

3. Nun sollen Schweinehalter auch noch bis zu 17 Jahre (!!) Zeit bekommen, bevor sie die quälend engen „Kastenstände“ für Muttersauen vergrößern müssen – dabei hatte ein Gerichtsurteil die kleinen Käfige bereits 2016 als Gesetzesverstoß verurteilt.

4. Weil die Lebensmittelkontrollbehörden viel zu wenig Personal haben, fallen Tausende von vorgeschriebenen Hygienekontrollen einfach aus. Der Vorschlag von Frau Klöckner dazu? Mehr Personal? Nein, im Gegenteil: Es sollen einfach weniger Kontrollbesuche vorgegeben sein!

5. Bei der Zulassung von Pestiziden mit und ohne Glyphosat setzten sich die Frau Klöckner unterstellten Behörden über die Bedenken von Umweltbundesamt oder Krebsforschern hinweg – zur Freude von Bayer-Monsanto & Co. Erst im März wurden 18 neue Pflanzenschutzmittel zugelassen, darunter auch eines mit dem umstrittenen Glyphosat!

Liebe foodwatch-Interessierte, natürlich müssen Ministerinnen mit Unternehmen und Verbänden reden. Daran ist nichts auszusetzen. Aber es ist nicht ihre Rolle, sich mit wirtschaftlichen Interessen gemein zu machen! Nestlé, Monsanto oder der Verband der Schweinehalter sind keine „Partner“, sondern Unternehmen mit Interessen, denen Frau Klöckner mit kritischer Distanz begegnen sollte. Wenn Sie das auch so sehen, unterstützen Sie bitte unsere Arbeit – als Förderer/Förderin von foodwatch!

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Was wir tun können? Wir können unabhängig recherchieren und öffentlich Stellung beziehen. Wir können Lobby-Einflüsse sichtbar machen und Position für die Anliegen der Verbraucherinnen und Verbraucher ergreifen. Wir können selbst dazu beitragen, dass UNSERE Interessen für sichere, gesunde Lebensmittel nicht unter die Räder geraten, weil alles nach der Pfeife der Konzerne tanzt. Wenn Ihnen das ebenso wichtig wie uns, dann helfen Sie uns bitte dabei: Machen Sie unsere Arbeit möglich, in dem Sie Förderin/Förderer von foodwatch werden!

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Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihr
Martin Rücker,
Geschäftsführer

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Schluss mit dieser Sauerei! — foodwatch

Betäubungslose Ferkelkastration: Die Handelskonzerne könnten sie stoppen! Um den Newsletter online zu lesen,
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Haben Sie schon unseren Newsletter zur betäubungslosen Ferkelkastration gesehen? Jedes Jahr werden in Deutschland 20 Millionen Ferkel betäubungslos kastriert. Und das, obwohl es längst praxistaugliche Alternativen gibt. Den Ferkeln werden grauenvolle Schmerzen zugefügt, die vermeidbar wären. Bereits mehr als 50.000 Menschen haben unsere Protestaktion an Rewe, Edeka & Co. unterschrieben. Sie fordern die Handelskonzerne auf, den Verkauf von Fleisch aus betäubungsloser Ferkelkastration zu stoppen. Trotz des gewaltigen Protests stellen sich die Unternehmen bislang stur: Keine der Supermarktketten hat auf unsere Petition geantwortet. Doch wir geben nicht auf! Erhöhen Sie mit uns den Druck auf die Konzerne und unterstützen Sie unsere Protestaktion. Jede Stimme zählt! Weiter unten lesen Sie noch einmal unseren Newsletter…

Hier Aktion unterzeichnen!

Hallo ,

eigentlich sollte sie längst der Vergangenheit angehören: die betäubungslose Kastration von Ferkeln. Doch der Gesetzgeber hat sich von der Agrarlobby ausbremsen lassen und das Verbot dieser grausamen Praxis um weitere zwei Jahre verschoben. Dabei gibt es längst marktreife Alternativen! Das beweist der Discounter Lidl: Lidl schließt eigenen Angaben zufolge bereits seit 2016 vertraglich mit allen Lieferanten aus, Fleisch von Schweinen, die betäubungslos kastriert wurden, zu vermarkten. Wir fordern von Edeka, Rewe & Co.: Nehmt euch ein Beispiel und verkauft kein Fleisch mehr, für das Schweine so sinnlos leiden mussten!

Hier Petition unterzeichnen!

In Deutschland werden jährlich etwa 20 Millionen männliche Ferkel geboren und meist ohne Betäubung kastriert, um zu verhindern, dass ihr Fleisch später den sogenannten „Ebergeruch“ abgibt. Dabei gibt es längst Alternativen wie die Impfung männlicher Ferkel gegen den strengen Geruch (Immunokastration) oder die Ebermast.
Unabhängig von den völlig unzureichenden gesetzlichen Regelungen haben es die großen Handelsunternehmen in der Hand, von ihren Lieferanten nur noch Fleisch von Schweinen abzunehmen, die nicht betäubungslos kastriert wurden. Ob weiterhin Ferkel auf diese bestialische Art gequält werden oder nicht, hängt damit ganz entscheidend von den Handelskonzernen ab!

Edeka, Rewe & Co.: Übernehmt Verantwortung!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

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1 Mio. Stimmen gegen die grausame Käfighaltung — foodwatch

Schluss mit der grausamen Käfig-Tierhaltung in der EU! Um den Newsletter online zu lesen,
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Mehr als 300 Millionen Tiere in der europäischen Landwirtschaft leiden in Käfigen. Nicht nur Hühner, sondern zum Beispiel auch Schweine oder Kaninchen müssen oft unter engen, qualvollen Bedingungen leben. Gemeinsam haben wir jetzt die Möglichkeit, mit der Europäischen Bürgerinitiative „Käfighaltung beenden“ ihr Leiden zu stoppen. Wir benötigen eine Million gültige Unterschriften, um die Europäische Kommission aufzufordern, die Käfighaltung in der gesamten EU zu verbieten. Unterschreiben Sie jetzt, um die Tiere aus den Käfigen zu befreien! 

Hier protestieren!

Hallo,

viele von uns kennen wahrscheinlich die traurigen Bilder von Legebatterien: Hühner, eingepfercht in engen, dreckigen Käfigen – ein absolut unwürdiges Leben. Dabei sind Tiere „fühlende Wesen“, so steht es im EU-Grundlagenvertrag von Lissabon. Trotzdem werden nicht nur Legehennen hier bei uns in der Europäischen Union noch immer millionenfach unter grausamen Bedingungen in Käfigen gehalten. Auch die allermeisten Sauen fristen in Käfigen, sogenannten Kastenständen, rund um die Geburt der Ferkel monatelang ein trostloses Leben. In den engen Verschlägen können sich die großen und intelligenten Tiere nicht einmal umdrehen! Anderes Beispiel: Kaninchen. 120 Millionen von ihnen werden in der EU fast ausschließlich in Käfigen gehalten. Ihr gesamtes Leben verbringen sie – oft vollgepumpt mit Antibiotika – in den Drahtverschlägen.

Eine Europäische Bürgerinitiative will dieses Leid der Tiere jetzt beenden. In ganz Europa können Bürgerinnen und Bürger unterschreiben. Wenn mindestens eine Million gültige Stimmen zusammenkommen, muss sich die EU-Kommission endlich mit dem Thema befassen. Die Forderung: Die Käfighaltung in der EU verbieten!

Diese so wichtige Initiative wollen wir bei foodwatch unterstützen. Unsere Bitte daher heute an Sie: Schließen Sie sich der Europäischen Bürgerinitiative gegen die Käfighaltung an! 

Jetzt EU-Bürgerinitiative unterstützen!

Wenn Sie Bürgerin oder Bürger der EU sind, also die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats besitzen, und alt genug sind, um an Wahlen zum Europäischen Parlament teilnehmen zu dürfen, können Sie sich ganz einfach der Bürgerinitiative online anschließen. Ihnen entstehen weder Kosten noch Risiken. Und doch setzen Sie ein enorm wichtiges Zeichen gegen die grausame Haltung von Hühnern, Schweinen und Co. in Käfigen. In ganz Europa sind bereits weit mehr als 900.000 Stimmen zusammengekommen. Es fehlen also nur noch wenige zehntausend Stimmen. Dann ist die EU-Kommission laut Gesetz verpflichtet, Stellung zu beziehen und es kann eine Anhörung im Europaparlament stattfinden – eine große Chance, das Thema politisch auf die Tagesordnung zu setzen, damit das Leid der Tiere endlich aufhört. Also: Bitte machen Sie mit bei der Europäischen Bürgerinitiative „Käfighaltung beenden“!

Hier mitmachen: Käfighaltung stoppen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Die Lebensmittelbranche wirbt gerne mit schönen Bildern von glücklichen Tieren und idyllischen Bauernhöfen – die Wirklichkeit in der europäischen Nutztierhaltung sieht leider ganz anders aus… Wir von foodwatch setzen uns für eine echte Wende in der Tierhaltung ein – bitte unterstützen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied:

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Weiterführende Informationen und Quellen:
Foto: Compassion for World Farming

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Stoppt die Ferkelkastration, Edeka, Rewe & Co.! — Foodwatch

Betäubungslose Ferkelkastration: Die Handelskonzerne könnten sie stoppen! Um den Newsletter online zu lesen,
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Jedes Jahr werden in Deutschland 20 Millionen Ferkel betäubungslos kastriert! Und das, obwohl längst Alternativen zur Verfügung stehen. Die Politik versagt hier, denn die grausame Praxis ist immer noch legal. Aber die großen Supermarktketten könnten die betäubungslose Ferkelkastration sofort stoppen, indem sie einfach kein Fleisch mehr verkaufen, das unter solch tierschutzwidrigen Bedingungen produziert wurde! Fordern Sie Edeka, Rewe & Co. mit uns auf: Stoppt die betäubungslose Ferkelkastration!

Hier protestieren!

Hallo ,

eigentlich sollte sie längst der Vergangenheit angehören: die betäubungslose Kastration von Ferkeln. Doch der Gesetzgeber hat sich von der Agrarlobby ausbremsen lassen und das Verbot dieser grausamen Praxis um weitere zwei Jahre verschoben. Dabei gibt es längst marktreife Alternativen! Das beweist der Discounter Lidl: Lidl schließt eigenen Angaben zufolge bereits seit 2016 vertraglich mit allen Lieferanten aus, Fleisch von Schweinen, die betäubungslos kastriert wurden, zu vermarkten. Wir fordern von Edeka, Rewe & Co.: Nehmt euch ein Beispiel und verkauft kein Fleisch mehr, für das Schweine so sinnlos leiden mussten!

Hier Petition unterzeichnen!

In Deutschland werden jährlich etwa 20 Millionen männliche Ferkel geboren und meist ohne Betäubung kastriert, um zu verhindern, dass ihr Fleisch später den sogenannten „Ebergeruch“ abgibt. Dabei gibt es längst Alternativen wie die Impfung männlicher Ferkel gegen den strengen Geruch (Immunokastration) oder die Ebermast.
Unabhängig von den völlig unzureichenden gesetzlichen Regelungen haben es die großen Handelsunternehmen in der Hand, von ihren Lieferanten nur noch Fleisch von Schweinen abzunehmen, die nicht betäubungslos kastriert wurden. Ob weiterhin Ferkel auf diese bestialische Art gequält werden oder nicht, hängt damit ganz entscheidend von den Handelskonzernen ab!

Edeka, Rewe & Co.: Übernehmt Verantwortung!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

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Das können wir nicht länger tolerieren! — FOODWATCH

Lobbyisten zimmern sich im Bundestag ihre eigenen Gesetze. Wir halten dagegen! Um den Newsletter online zu lesen,
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Hallo und guten Tag, 

die meisten Menschen haben EINEN Job und sind damit voll ausgefüllt. Andere brauchen zwei, um irgendwie über die Runden zu kommen. Johannes Röring aber, einer der einflussreichsten Politiker, wenn es um unsere Lebensmittel geht, muss ein wahrer Tausendsassa sein. Er sitzt im Agrarausschuss des Bundestages und ist GLEICHZEITIG Chef eines Agrarlobbyverbandes in NRW und Präsidiumsmitglied des mächtigen Bauernverbandes – aber nicht nur: Insgesamt führt der Abgeordnete sage und schreibe 21 (!) Funktionen „nebenher“ auf. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, ist er selbst als Landwirt mit einem Schweinemastbetrieb aktiv. Da lobbyiert einer für die eigenen Interessen – und kann im Ausschuss und im Bundestag in eigener Sache gleich mitentscheiden…

Es darf nicht sein, dass sich Lobbyisten im Bundestag ihre eigenen Gesetze zimmern.  Zeigen Sie, dass Sie damit nicht einverstanden sind, indem Sie unsere Macht als Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen setzen und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

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Manche werden sagen: Das ist doch nur ein rein theoretisches Problem. Doch das ist es mitnichten! Erinnern Sie sich, als es vor Kurzem noch so aussah, als würde die betäubungslose Kastration kleiner Ferkel endlich verboten werden? Bauern- und Fleischlobbyisten waren in hellem Aufruhr. Die Verbände setzten alle Hebel in Bewegung, um die grausame, aber seit Jahren praktizierte Methode wenigstens noch weitere zwei Jahre zu erlauben. Auch Johannes Röring. In seiner Funktion als Bauernverbandspräsident in Westfalen wandte er sich an die Mitglieder des Bundestages – das heißt also an sich selbst in seiner anderen Funktion als Abgeordneter, und natürlich an seine Parlamentskolleginnen und -kollegen – und forderte eine „Fristverlängerung“ für die betäubungslose Ferkelkastration.

Wie praktisch, dass der Weg vom Lobbyisten zum Gesetzgeber so kurz ist.

Was ist bei Herrn Röring eigentlich Nebenjob, was Hauptberuf?

Der Rest ist Geschichte: Der Bundestag stimmte am Ende mehrheitlich dafür, die betäubungslose Kastration noch einmal zwei Jahre zuzulassen – ein echter Skandal. Bei den Ferkeln haben wir also verloren. Doch bei unserem Kampf gegen den schädlichen Einfluss der Agrar- und Lebensmittellobby dürfen wir nicht aufgeben! Wir müssen die Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik offenlegen und zum Thema machen. Ich bin mir sicher, dass der Verbraucher-, Umwelt- oder Tierschutz nur dann nicht unter die Räder kommt, wenn WIR außerhalb des Bundestages Druck machen. Helfen Sie uns dabei, eine Gegenmacht der Verbraucherinnen und Verbraucher aufzubauen und schließen Sie sich uns an als Förderer/Förderin von foodwatch!

Wie ist es möglich, dass jemand als Abgeordneter genau für den Bereich zuständig ist, indem er als Unternehmer und Lobbyist auf eigene Rechnung arbeitet? Die Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik nimmt ein Ausmaß an, das hochproblematisch für unsere Demokratie ist! Leider geht es nicht um Einzelfälle! Zum Beispiel Peter Bleser: Jahrelang oberster Verbraucherschützer seiner Fraktion, „nebenher“ Aufsichtsratschef eines Agrarhändlers mit Milliardenumsatz, 2006 „Pate“ (!) für Felder mit genverändertem Monsanto-Mais – Ende 2017 machte er sich als Staatssekretär im Namen der Bundesregierung für den weiteren Einsatz des Ackergiftes Glyphosat stark, mit dem vor allem Monsanto Profit macht.

Gibt es denn gar keine Schamgrenze? Eine solche Verquickung von Interessen DARF es einfach nicht geben! Wenn Lobbyisten in Bundestag und Bundesregierung ihre eigenen Gesetze bauen und über die eigenen Subventionen entscheiden, hilft nur eins:

WIR Verbraucherinnen und Verbraucher müssen dagegen halten! Unterstützen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

Hier foodwatch unterstützen!

Das Schlimmste ist: Im Ernährungs- und Agrarbereich gibt es eine kaum enden wollende Zahl von Überschneidungen zwischen Unternehmen, Lobbyverbänden und der Politik. Es wimmelt nur so von Interessenkonflikten, munter werden die Rollen gewechselt und vermischt:

Friederich-Otto-Ripke: erst Staatssekretär in Niedersachsen, dann Lobbyist für die Geflügelwirtschaft.
Günter Tissen: jahrelang Regierungsdirektor im Bundesernährungsministerium, heute Cheflobbyist der deutschen Zuckerindustrie.
Karl-Heinz-Funke: früher Bundeslandwirtschaftsminister, jetzt im Kuratorium der Wiesenhof-Stiftung.
Christian von Boetticher: erst Umwelt- und Agrarminister in Schleswig-Holstein, heute Lebensmittelproduzent und Vizechef des Lobbyverbandes der Ernährungsindustrie und noch immer Landeschef des einflussreichen CDU-Wirtschaftsrats.
Franz-Josef Holzenkamp: lange Zeit „verbraucherpolitischer Sprecher“ seiner Bundestagsfraktion, jetzt (und bereits neben dem Mandat) Chef des mächtigen Raiffeisenverbandes.
Silvia Breher: Holzenkamps Nachfolgerin im Bundestag, erst Geschäftsführerin eines Bauernlobbyverbandes, jetzt im Agrarausschuss des Bundestages.
Gert Lindemann: erst Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (das ist das Ministerium, das auch FÜR den Verbraucherschutz da ist!), danach Aufsichtsrat bei Nordzucker, einem Konzern, der zu den Top-Profiteuren von Agrarsubventionen gehört. Und dann, als ob nichts gewesen sei, plötzlich zum Landwirtschafts- und Verbraucherminister in Niedersachsen berufen…
Matthias Berninger: erst Verbraucherschutzstaatssekretär, dann Konzernlobbyist für Mars und Mit-Verhinderer der Ampelkennzeichnung, jetzt Lobbyist für Bayer-Monsanto  – angeblich, weil er sich dort für die Welternährung einsetzen möchte.

Diese Liste ist keineswegs vollständig. Und jetzt frage ich Sie: Wie soll die Landwirtschaft verbraucher- und umweltfreundlicher werden, der Tierschutz verbessert, der Pestizideinsatz reduziert, der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung erfolgreich geführt werden, wenn in Bundestag und Bundesregierung Politiker sitzen, die so eng mit der Branche verbandelt sind? Wenn Abgeordnete und Staatssekretäre munter durch die Drehtür in den Lobbyjob wechseln? Es gibt nur einen Weg, ihnen etwas entgegenzusetzen: Wir müssen es selbst tun! Wir müssen Verflechtungen recherchieren und Einflussnahmen öffentlich machen. Wir müssen es zum Thema machen, wenn einfach Wirtschaftsinteressen bedient werden – zum Schaden von uns allen. Helfen Sie uns, die Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken und eine Gegenlobby aufzubauen. Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Diese Interessenverquickung führt unsere Demokratie ad absurdum. Die Süddeutsche Zeitung zitierte unlängst einen Politiker, der nach einer kritischen Rede von einem Agrarminister angesprochen worden sei: „Wenn du irgendwann auch auf Linie bist, dann sorgen wir auch für dich.“ – „Lukrative Posten“ als Gegenleistung für Linientreue? Das schlägt dem Fass den Boden aus! Da sitzen Abgeordnete mit Nebenjobs, die in eigener Sache lobbyieren und dann über ihre eigenen Interessen abstimmen. Verbände und Unternehmen kaufen sich Ex-Politiker ein, die ihre Drähte in die Politik nutzen, um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Und wenn einer immer noch nicht auf Linie ist, zeigt man ihm schon mal dezent, wo es lang geht. Das können wir uns nicht länger gefallen lassen! Helfen Sie uns, eine starke Gegenlobby aufzubauen: Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

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Vielen Dank und herzliche Grüße
Ihr
Martin Rücker,
Geschäftsführer

PS: Auf die Nennung von Parteizugehörigkeiten haben wir verzichtet, weil wir die Verquickung von politischen Aufgaben und Lobbytätigkeiten für ein strukturelles Problem unabhängig von der parteipolitischen Richtung halten.

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Impressum

Herausgeber: foodwatch e.V., Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, Deutschland
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Julias Geheimnis

Ernährungsministerin Klöckner verheimlicht Studienergebnisse zur Lebensmittel-Ampel. Um den Newsletter online zu lesen,
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Macht Bundesernährungsministerin Julia Klöckner der Lebensmittelindustrie ein weiteres Geschenk? Eine zentrale Studie stellt der Nutri-Score-Ampel offenbar ein positives Zeugnis aus. Doch die Ministerin hielt die Ergebnisse zunächst zurück und veröffentlichte nun – ein halbes Jahr später – lediglich eine politisch überarbeitete Fassung der Studie. Ihr Fazit: Es brauche noch mehr Forschung. Eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung lässt damit weiter auf sich warten – ganz im Sinne der Zucker-Giganten Ferrero & Co.! Machen Sie mit bei unserer Protestaktion an Julia Klöckner und fordern Sie: Schluss mit dem Lobby-Gekuschel, her mit der Original-Studie!

Hier protestieren!

Hallo und guten Tag,

es ist wohl kein Geheimnis mehr: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner legt sich nur ungern mit der Lebensmittelindustrie an. „Freiwillige Selbstverpflichtungen“ zur Zuckerreduktion hier, runde Tische gegen Lebensmittelverschwendung dort. Auch in der Debatte um eine Lebensmittelampel, gegen die sich die Wirtschaft seit Jahren wehrt, zeigt sich offenbar erneut ihr fast schon loyales Verhältnis zur Industrie. Darum geht’s: Im vergangenen Jahr beauftragte Frau Klöckner das staatliche Max-Rubner-Institut, elf verschiedene Modelle einer Nährwert-Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen zu bewerten. Gemäß internen E-Mails des Ministeriums, die foodwatch über einen Informationsfreiheitsantrag erhalten hatte, kamen die Wissenschaftler vor rund einem halben Jahr zu dem klaren Ergebnis, dass die in Frankreich und Belgien bereits offiziell eingeführte Nutri-Score-Ampel „grundsätzlich vorteilhaft“ sei. Weiter hieß es jedoch, Ministerin Klöckner habe „ausdrücklich darum gebeten, (…) größte Vertraulichkeit sicherzustellen“. Es bedürfe zunächst „der Abstimmung mit anderen Referaten„.

Die Studie wurde also zunächst geheim gehalten. Und jetzt, sechs Monate (!) später, veröffentlichte die Ministerin dann eine offenbar politisch überarbeitete Fassung der Studie, die den Nutri-Score zurückhaltend bewertet. Da keines der geprüften Modelle eine „optimale Lösung für Verbraucher biete“, kündigte Frau Klöckner weitere Untersuchungen und die Entwicklung eines eigenen Kennzeichnungsmodells an -was wohl mehrere Jahre dauern wird. Auch auf mehrfache Nachfrage hin wollte das Klöckner-Ministerium die eigentlich vom foodwatch-Informationsfreiheitsantrag verlangte Original-Studie mit der rein wissenschaftlichen Bewertung nicht herausgeben.

Die Ministerin betont gerne, sie mache Politik auf der Basis von Wissenschaft und Fakten. Aber offenbar passen ihr die Studienergebnisse ihrer eigenen Wissenschaftler politisch nicht in den Kram. Frau Klöckner täuscht die Öffentlichkeit und spielt auf Zeit – um Zucker-Giganten wie Ferrero & Co. vor der Lebensmittelampel zu schützen!

Unterstützen Sie unsere Protest-Aktion an Julia Klöckner und fordern Sie: Schluss mit der Geheimniskrämerei – her mit der Ampelstudie!

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Interne E-Mails aus dem Bundesernährungsministerium
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Fragen und Antworten zum Nutri-Score

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