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Die Antrittsrede — hansjoachimantweiler am 20. Januar 9 NZ

Die Antrittsrede des Professors
In der namhaften Universität
des Staates ohne Land

Vernehmen wir denn solcherart
bezeugt und stadtbekannt willkommen
meine lieben Geschwisterwesen

In Vorlesungen denn bewandert
habe also Juristerei und Ökonomie
Medizin Politologie und ach Theologie

Darselbst denn Soziologie und
Anthropologie nebst Historie und
Kunstgeschichte denn studiert gelehrt

Doch heute meine liebenden Geschwister
ist dieses alles nur noch Makulatur
Schnee von gestern Kompost der Geschichte

Allemal die Stufen einer Treppe
die in die Unendlichkeit führt
nennen wir es Methaphysik

Zauberei Scharlatanerie Esoterik
Geisteswissenschaft die den Geist
aus intelektuellem Hochmut nicht leugnet

Und einer Seele die biochemische
elektromagnetische Etikette Psyche gibt
seis drum wir die hier Versammelten

Wissen wenn auch noch unbewusst
das jetzt und hier der Tor ein Weiser
der Narr ein Gelehrter das Kind der Lehrer ist

Ich danke euch für das herzliche Gehör
und bin gewiß das goldne Zeiten
Nun das Leben neu gebären

haluise :: very fine und extraordinaire und biblisch

Die Rede — hansjoachimantweiler am 19. Januar 9 NZ

Eine Rede haltend
ist denn so bloßstellend
wie sich als Aktmodell entkleidet

Nackt in einem Zeichenkurs
jeglicher Umhüllung entblößt offen
darzubieten Eva und Adam gleich

Denn worüber auch immer die Rede
gehalten so sagt sie doch mehr
ja alles über das Wesen

Des Sprechenden aus
ja im tiefsten Grunde
spricht und zeugt der Mensch

Vor aller Welt als Zuhörerschaft
nur von sich selbst und dies
ist allemal das Spannenste

So möge diese kurze Ansprache
tonlos da nur geschrieben dennoch
einen Nachgeschmack des Wohlklanges

Dir mit nach Hause geben
so anmutig wie der Strauß Blumen
der vor dem Pulte denn prangend steht

haluise::: ICH grüsse dich , nacktes blümchen und freue mich darob

Wetter — hansjoachimantweiler am 18. Januar 9 NZ

Heute Winter inniglich
alles Leben weiß wie der Engel
Fittiche hüllt ein das Erdengrau

Der Schnee die Seele mir verinnerllcht
bald drängt der Frühling Auferstehn
feiert zartes Hoffnungsgrün

Knospender Gewissheit ach
Sommer hitzig üppig prall wie
der Liebe Same Hoffnung Frucht

Nun die Geistessonne strahlt
und kündet Reichtum schenkend
Mensch und Tier Angenommenheit

Herbstesabschied Neubeginn
ernten wir froh gesäeten Dank
voll die Speicher freudenschwer

haluise:: nicht nur das wetter , hahaaa

Der Wiedergefundene — hansjoachimantweiler am 16. Januar 2021

Einer von den vielen ja allen
vermeintlich Verworfenen
ja der Einheit selbst fand sich

Gelöst vereinzelt einsam und
ungewohnt frei da wieder wo wir
gerade alle angekommen sind

Zunächst verunsichert überrascht
verblüfft betroffen auch verwirrt
zu Zeiten gar von Angst gepackt

Und sorgenvoll bedrücktwo wie
was warum wieso wozu rang sich ihm
mancher Frage Klage aus seinem Busen

Und dann dann nach Jahren vieler
und umgetrieben aller Orten reich
an Erfahrung Schätzen allemal

Erschauend jäh von der Erkenntnis Blitz
getroffen sein forschend Geist
das er erwacht in einem Traum

Der Träumer und Geträumtes ist
Jetzt da Lieben ihn so zärtlich
wachgeküßt beglückt erfunden

Die Reise — hansjoachimantweiler am 15. Januar 2021

Alles was wegführt
von der Häuslichkeit
ist denn schon Reisen

Allemal das S-Bahnfahren
Landschaften kurz besehen
schon hinweg Bäume Wälder

Felder Häuser Dörfer auch
Leben bergend wohl behaust
Bahnhöfe sind Schicksalsorte

Neu hinzugestiegen und abgefahren
Enstation manchesmal fällt ein
Zug aus nur ich falle nicht gehalten

Auf meinem Weg in die Unendlichkeit
ist Reisebegleiter Lieben mir
zur Seite Herzensbrot genährt

haluise:: leichter ists die UNENDLICHKEIT erklimmen – durchreisen

DENN

eines kleinen GEISTES zu be-er-fahren

…mal kurz vorbeischauen — hansjoachimantweiler vom 14. Januar 2021

Ich grüße dich überraschend wie das Leben
ich will nur mal kurz vorbeischauen
einfach so ohne Grund weil du Es bist

Denn worin gründet alles Leben
was war ist und noch werden wird
im verbunden sein verwurzelt

Erdentief und himmelshoch
schaue wie dirs geht
mir geht Es voran allzeit

Darin wohlgeborgen versorgt
sorgenfrei wie der Vogel draußen
auch sein Winterfutter geliebt denn findet

Die Wirklichkeit — hansjoachimantweiler vom 13. Januar 2021

Ich erwache hellwach
meine Seele schlüpt wieder
in ihren Körper begeistert

Denn der Geist ist ein Feuer
sprühenden Wollens gleich dem
Kinde das heute die Welt entdeckt

Arbeiten aus Freude am Tun
Sprechen aus Liebe
Denken als Schöpungsaktl

Lächeln bestätigen ermutigen
empfehlen erinnern spiegeln
ach und all derssen mehr

Feierabend feiern Tanzen gehen
Freunde treffen Cafes besuchen
Theaterluft schnuppern

Dann dann erwachte ich
in einem Alptraum
der heute zuende geht

Einssein — hansjoachimantweiler vom 12. Januar 9 NZ

Dem Muslim seinen Koran
dem Kind sein Sandspielförmchen
alles ist Anbetung und Verehrung

Des scheinbar getrennten Seins
in der verzehrenden Sehnsucht
nach Vereinigung Verinnigung

Feuer sucht die Kälte
und Dunkelheit das Licht
Angst ist nur der Wahn

Im Lieben als Ich verloren
zu gehen wo doch das Leben
ein Netz ist und ich eine

Masche darin du hälst mich
ich trage dich manchmal
lächelnd auch ertragend

Doch ein Staubkorn auf dem Gefieder
des Adlers ist ein Lächeln des Himmels
im donnergrollenden Gewitter nur