Schlagwort-Archive: NATUR

Die Natur hat immer recht – aber keine Rechte

http://www.zeitpunkt.ch/die-natur-hat-immer-recht-aber-keine-rechte

Drei Konferenzen zum Thema «Rechte der Natur» haben in den letzten Wochen auf ein wichtiges Thema aufmerksam gemacht, das seit Mitte der 80er-Jahre kaum noch Beachtung fand.
Bild: Wikimedia

Den Anfang machte Mitte Oktober die Gründung des internationalen Netzwerks ELGA, das sich als Lobby für die Rechte der Natur versteht. Grundlage dieser Zusammenarbeit von Umweltjuristen, Umweltwissenschaftern und Umweltorganisationen ist das Oslo-Manifest das einen juristischen Paradigmawechsel fordert. Die Erde und alles was lebt, darf nicht länger als «Sache» behandelt werden. Alle Mitgeschöpfe – darunter auch Flüsse, Wälder, Täler und andere Biotope – sollen ihr Recht auf Existenz und Entwicklung (mit Hilfe geeigneter Institutionen) vor Gericht einklagen können.

Alle Mitgeschöpfe – darunter auch Flüsse, Wälder, Täler und andere Biotope – sollen ihr Recht auf Existenz und Entwicklung vor Gericht einklagen können.

ELGA – dessen Mitglieder heute schon in nationalen oder internationalen Gremien, an Hochschulen oder als Anwälte lokaler Initiativen für diese Forderung leidenschaftlich eintreten – wollen so den Druck auf die Menschheit erhöhen, sich der Tatsache zu stellen, dass sie auf dem Wege ist, die eigenen Existenzgrundlagen zu zerstören. Sie sind davon überzeugt, dass die Belange der Natur solange unterliegen, solange nur der Mensch Rechte hat.

Unser unerklärter Krieg gegen die Natur
Drei Wochen später eröffnete das vierte «Rights of Nature Tribunal» in Bonn seine Verhandlungen. Zwei Tage legten Aktivisten und Betroffene aus aller Welt bewegende Zeugnisse über den unerklärten Krieg auf allen Kontinenten gegen die Natur ab. Fracking, Bergbau, Strassenbau und Pipelines zerstören Wälder und Lebensräume, belasten das Grundwasser und beschleunigen den Klimawandel. Und sie zerstören die Heimat und die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen. Neben der nicht enden wollenden Flut an Brutalitäten, die im Namen von Konzernen und Regierungen begangen werden, die ihre Interessen durchsetzen, waren die Teilnehmerinnen des Tribunals aber auch mit Männer und Frauen konfrontiert, die trotz Übermacht von Konzernen und Regierungen nicht aufgeben, ihre Heimat zu verteidigen. Gerichtet wurde in Bonn «im Namen der Natur», deren Rechte in der «Rights of Mother Earth-Deklaration» festgehalten sind.
Die Ankläger und Zeugen kamen aus den USA, aus Bolivien, Ecuador, Französisch-Guyana und Deutschland. Nicht nur wurden konkrete und besonders eklatante Beispielen aus aller Welt verhandelt, sondern erstmals auch «Prinzipien», darunter die Finanzialisierung der Natur oder der Freihandel.
Die Ankläger stellen fest: Immer öfter wird die Natur zur Ware. Neoliberale Konzepte machen Verschmutzungsrechte handelbar oder etablieren Kompensationsmechanismen, mit denen der Raubbau an der Natur erkauft werden kann. Natur wird als ein ortsunabhängiges Gut behandelt, das zerstört werden darf, wenn an anderen Orten eine Kompensation erfolgt – ein von Ökonomen erdachtes Regelwerk, das business as usual und einen gefährlichen Ablasshandel legitimiert.
Die Verhandlung des Falls «Freihandel» machte mehr als deutlich, wie sehr die Ermächtigung der Konzerne durch Freihandelsverträge und insbesondere mit dem Institut der Investorengerichte, dieser Zerstörung den Weg bereiten. Denn während die Natur selber keine Stimme hat und indigene Völker ohnmächtig mit ansehen müssen, wie ihre Lebensräume zerstört werden, können Konzerne ihre Interessen vor Gerichten wahren und durchsetzen. Ganze Staaten werden erpressbar.

Rechte der Natur – geht das?
Den Gedanken, der Natur Rechte zu geben, finden Bürger, die sich nie mit diesem Thema beschäftigt haben, absonderlich. Dabei steht meist ihre Beobachtung im Vordergrund, dass weder Nashörner noch Flüsse oder Biotope vor Gericht erscheinen können, um selber ihre Rechte einzuklagen. Doch dieses Argument ist schwach. Denn rechtssystematisch finden wir viele Entitäten, auf die dieser Einwand gleichermassen zuträfe, was aber niemanden daran hindert, sie als Rechtssubjekt zu respektieren. Beispiele sind nicht nur ungeborene Kinder oder unmündige Menschen, sondern auch so abstrakte Konstrukte wie Körperschaften privaten und öffentlichen Rechts. Es ist noch nicht lange her, dass der weisse Mann es für völlig absurd hielt, dass Sklaven oder Frauen auch Rechte haben könnten, womöglich sogar dieselben wie er.
Selbst immer mehr Richter sehen das so: In den letzten Jahren wurden in Lateinamerika, Indien und Neuseeland Flüsse und ein Regenwaldgebiet als Rechtssubjekte anerkannt. In den USA gibt es inzwischen 36 Gemeinden, die die Rechte der Natur in ihre kommunalen Verfassungen festgeschrieben haben. Dies gilt auch für die Stadt Mexiko.
Das reflexhafte Befremden hat aber nicht nur juristische Gründe. Westliches Denken phantasiert sich als Herrscher über die Natur und nicht als ein Teil derselben. Schon das Wort Umwelt ist entlarvend. Denn hat und braucht nicht jedes Lebewesen seine eigene Umwelt? Und ist nicht der Mensch die (bedrohliche) Umwelt dieser Lebewesen und wir alle einander Mitwelt?
Mit einem Fokus auf die rechtlichen Aspekte, diskutieren die Teilnehmer der dritten Tagung in Nürnberg und Ottensoos4 diese Fragen. Die Tagung in Ottensoos stellte sich grundsätzlichen ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Aspekten und einer juristischen Bestandsaufnahme.
Die Initiative «Rechte der Natur» und das «Haus der Zukunft Hamburg» hatten zu ihrer vierten Tagung eingeladen. Das vor zehn Jahren gegründete Netzwerk hat weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit eine bemerkenswerte interdisziplinäre Reihe von 20 Bänden im Metropolis Verlag publiziert. Betriebswirte, Volkswirte, Soziologen und Philosophen machen sich in diesen Veröffentlichungen auf die Suche nach einer anderen Wirtschaft und nach den Grundbedingungen für eine «Biokratie».

Staatsziel neu formulieren
Konkrete Handlungsansätze wurden für Deutschland vor allem in einer Neufassung des Verfassungsgrundsatzes 20a identifiziert, der Anfang der 90er-Jahre fixiert wurde. Er verpflichtet den deutschen Staat dazu, die Natur als «Lebensgrundlage des Menschen» zu schützen. Die Natur ist folglich nur insoweit schützenswert, als sie dem Menschen nützt. Sie hat weder eine Würde, noch wird sie um ihrer selbst willen geschützt.

Solange wir die Gesetze der Natur nicht anerkennen, ist die Zukunft der Menschheit auf diesem schönen und einzigartigen Planeten gefährdet.

Auch die Ausweitung des Verbandsklagerechts wurde diskutiert, denn auch das könnte ein Weg sein, schnell und pragmatisch den Schutz der Natur um ihrer selbst willen zu stärken. Am Beispiel des Wolfes wurde deutlich gemacht, wie so etwas aussehen könnte. Denn Wölfe und andere Tiere und Pflanzen, die unter strengem Artenschutz stehen, wurden insoweit Rechte zuerkannt, als sie nicht nur ein Recht auf Leben haben, sondern auch auf eine «Umwelt», die ihr Gedeihen braucht. Dem Menschen sind klare Grenzen gesetzt, um ein gutes Miteinander zu ermöglichen.
Im Nürnberger Rathaus brachte Gemeinwohlökonom Christian Felber mit seinem Kopfstand die Herausforderung auf den Punkt: Wir müssen unser Denken und unsere Wahrnehmung der Natur vom Kopf auf die Füsse stellen. Denn ob es uns gefällt oder nicht: Die Natur sitzt jeden Tag über uns zu Gericht. Solange wir die Gesetze der Natur nicht anerkennen und uns ihr mit Demut, Intelligenz und Kreativität beugen, ist die Zukunft der Menschheit auf diesem schönen und einzigartigen Planeten gefährdet.

Mehr zum Thema «richtig | falsch» im Zeitpunkt 153

Welt der Wunder, Welt der Vernunft

http://www.zeitpunkt.ch/welt-der-wunder-welt-der-vernunft

Leben wir in einer Welt des Wunders, in der die Natur letztlich das Sagen hat, oder in einer Welt der Vernunft, in der der Homo sapiens die Kontrolle hat? Vier Bücher geben Antworten.
impakter.com

Ist die Natur von unseren Definitionen abhängig, oder geht sie dem menschlichen Bewusstsein voraus und transzendiert es zugleich? Signalisiert der Begriff «Anthropozän» eine apokalyptische Verschiebung, die uns in den Mittelpunkt des Universums rückt, und wenn ja, ist der Tod der Natur auf uns gerichtet, oder irren wir uns? Könnte es nur ein weiteres Beispiel für die Hybris des Homo sapiens sein, die unsere Zerstörungsfähigkeiten überbewertet?
Die amerikanische Umweltschriftstellerin Annis Pratt ist kürzlich auf vier Bücher gestossen, die helfen, diese Fragen zu beantworten. Ihr Beitrag ist auf Impakter erschienen; die DeepL-Übersetzung ist redigiert und gekürzt.

*

Die Bücher betreffen vier sehr unterschiedliche Persönlichkeiten: Alexander von Humboldt, ein preussischer Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts, der Vater der Ökologie; Peter Wohlleben, ein Ökologe, der über zwanzig Jahre für die Forstverwaltung in Deutschland gearbeitet hat; Nina Munteanu, eine Limnologin, Universitätslehrerin und preisgekrönte Ökologin. Alle drei sind Wissenschafter, die die Natur aus nächster Nähe beobachteten und sich über die Komplexität der Vorgänge wunderten.  Der vierte, der israelische Historiker Yuval Noah Harari, hat eine dramatisch andere Haltung eingenommen: Er bedauert unsere Epoche, in der menschliche Egoismen am Boden zerstört wurden und die Natur selbst in Gefahr gebracht wurde.
Wert des Wunders 1: Humboldt, der erste Ökologe, hat die Natur als Prozess gesehen
Zu Beginn der wissenschaftlichen Untersuchung im achtzehnten Jahrhundert wurde angenommen, dass die natürliche Welt immer genau die gleiche war, unverändert seit Beginn der Zeit. Es wurde allgemein angenommen, dass Gott, der himmlische Uhrmacher, die komplizierten Funktionen der Erde entwickelt, sie in Gang gesetzt und dann einfach zurückgetreten und sie laufen gelassen hatte.  Aufklärer verstanden die Natur und den Kosmos als statisch, konstituierten sich auf die gleiche Weise und arbeiteten genau so, wie sie es von Anfang der Welt an getan hatten. Dann folgte Alexander von Humboldt (1769–1859), Genie, Universalgelehrter, Forscher und aufmerksamer Beobachter botanischer Phänomene, der die Natur in einem ständigen Wandel vorfand.
In The Invention of Nature: Alexander Von Humboldts Neue Welt hat die Design-Historikerin und Autorin Andrea Wulf eine exzellente Biographie verfasst, die auch einen atemberaubenden Beitrag zur Geistesgeschichte der Wissenschaft leistet.

Humboldt, ein eifriger Botaniker, der sich manchmal widerstrebend gezwungen sah, sich als Höfling seines Mäzens, des preussischen Königs Friedrich II. zu ernähren, war überschwänglich enthusiastisch, unermüdlich, neugierig auf alles und ein unermüdlicher Redner. Er besuchte und verzauberte zahlreiche europäische und amerikanische Intellektuelle, darunter Thomas Jefferson, Louis-Hector Berlioz, William Wordsworth, Prince Albert und Charles Darwin. Letzterer war so fasziniert von seiner Methodik und seinen Beobachtungen, dass er alle sieben Bände von Humboldts Autobiographie mit auf die HMS Beagle nahm, das Schiff, auf dem er fünf Jahre lang um das Wort herum reiste: eine Reise, die ihn in seine wissenschaftlichen Untersuchungen einführte.

Humboldts grösste Leidenschaft war es, so weit weg von Europa zu reisen, wie er nur konnte, um Pflanzen in verschiedenen Klimazonen zu studieren.  Nach einem Vergleich der Flora und Fauna Südamerikas und Europas bewies er, dass sich die Arten je nach ihren materiellen Gegebenheiten verändern, wie z.B. die Höhenlage auf einer Bergkette oder das Eindringen einer neuen Art in ihr Gebiet.

«Bildungsreich», erklärt Wulf, ist ein «formativer Antrieb», eine Kraft, die die Körperbildung prägte. Jeder lebende Organismus, vom Menschen bis zum Schimmelpilz, hatte diesen prägenden Antrieb. Für Von Humboldt stand bei seinen Experimenten nichts Geringeres auf dem Spiel als das Verderben dessen, was er den «gordischen Knoten der Lebensprozesse» nannte. Das Schlüsselwort ist «Prozess» im Gegensatz zur Stagnation.

Humboldts Entdeckung, dass Naturphänomene Elemente eines Ganzen sind, die über ein «unsichtbares Netz des Lebens» miteinander verbunden sind und interagieren, machte ihn zum ersten Ökologen. Er war auch der erste, der die Zerstörung der natürlichen Welt durch den Menschen bemerkte: In seiner Beschreibung von «imperialen Ambitionen, die koloniale Kulturen ausnutzten» etwa kommt er zum Schluss, dass «die unruhige Tätigkeit grosser Menschengemeinschaften die Erde allmählich ausplündert».

Während Humboldts Karriere waren die Wissenschaftler ziemlich strikt, wenn es darum ging, Emotionen aus ihren Schlussfolgerungen zu entfernen. Humboldt hingegen, erstaunt über das, was er entdeckte, beschrieb seine Schlussfolgerungen aus grosser Rührung heraus. Er war ein Befürworter der Naturphilosophie, die seine grossen Freunde Wolfgang Goethe und Frederich Schelling vertraten. Sein einflussreichstes Buch, «Kosmos» (begonnen 1834, als er fünfundsechzig Jahre alt war), war so durchdrungen von seiner Liebe zur Natur und seiner Freude an ihren Vorgängen, dass es Dichter und Schriftsteller wie Walt Whitman, Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau beeinflusste.

Welt des Wunders 2: Das verborgene Leben des Waldes, das Peter Wohlleben aufgedeckt hat.

Der deutsche Förster und Autor Peter Wohlleben gehört zur gleichen Schule der Naturphilosophie wie Humboldt und bringt eine ähnliche Neugierde und Verwunderung in seine botanischen Beobachtungen ein. Als Ergebnis haben Wissenschaftler sein Buch Das geheime Leben der Bäumekritisiert und seine Ergebnisse als «Anthropomorphismus» bezeichnet, trotz des Nachworts von Dr. Suzanne Simard, Professorin für Waldökologie an der University of British Columbia, das seine Ergebnisse bestätigt.
Wohlleben beobachtet, wie Bäume (auch verschiedener Arten) versuchen, sich gegenseitig zu heilen: Wenn ein Baum eine Infektion oder einen Befall spürt, sendet er Warnungen und auch heilende chemische Verbindungen an andere, die in der Nähe wachsen.  Es scheint, dass der Nährstoffaustausch und die Unterstützung der Nachbarn in Zeiten der Not die Regel ist, und das führt zu dem Schluss, dass Wälder Superorganismen sind, ähnlich wie Ameisenkolonien. Wohlleben behauptet, dass Bäume auch miteinander «sprechen», indem sie elektrische Impulse über ein unterirdisches Netzwerk aus Pilzgeflechten und Ranken senden, die wie Glasfaserkabel funktionieren.
Wie Humboldt versteht Wohlleben den Menschen als eingebettet in ein Netz des Seins, in dem jedes Element – Pilze mit Bäumen, Wälder mit menschlicher Atmung – in aufwendigen Prozessen interagiert, eine ganzheitliche Ökologie, die wir auf eigene Gefahr degradieren.

Welt des Wunders 3: Nina Munteanus verborgene Eigenschaften des Wassers
So wie Peter Wohlleben das versteckte Leben der Bäume mit einer Mischung aus wissenschaftlicher Beobachtung und enthusiastischem Staunen angeht, beobachtet die kanadische Limnologin Nina Munteanu in Water Is… The Meaning of Water die verborgenen Eigenschaften des Wassers mit dem Blick eines Wissenschaftlers für detaillierte Prozesse und ein Gefühl des Staunens über ihre Feinheiten. In Anlehnung an Humboldts Entdeckung der ineinander verwobenen Vielfältigkeiten der Natur sagt Munteanu: «Die Wissenschaft beginnt zu verstehen, dass die Kohärenz, die auf allen Ebenen – zellulär, molekular, atomar und organisch – existiert, alle Lebensprozesse steuert. Das Leben ist ein Gestaltungsprozess. Der Informationsfluss ist multidirektional und bildet ein Netz aus Pfaden, die durch Resonanz entstehen. Es ist stabiles Chaos. Und Wasser treibt den Prozess an.»

Munteanu teilt einige Vorlieben Humboldts. «Goethe, ein versierter Universalgelehrter und Wissenschaftler, sagte über die konventionelle Herangehensweise in der Wissenschaft: Was immer du nicht berechnen kannst, von dem glaubst du nicht, dass es real ist. Munteanu betrachtet sich selbst als «Querdenkerin der wissenschaftlichen Gemeinschaft», aufmerksam dafür, was ihre Kollegen als «seltsames Wasser» bezeichnen – Aspekte der eigentümlichen Art und Weise, wie Wasser aus der chemischen Trägheit entweicht.
Wie Humboldt und Wohlleben analysiert Munteanu die konstante Bewegung und Metamorphosen der materiellen Welt und stimmt mit dem «universellen Fluss» des Quantenphysikers David Bohm überein, der «eine dynamische, bewegte Ganzheit in einem vernetzten Prozess» beschreibt. Wasser, so Munteanus Ergebnisse, demonstriert «die Gaia-Hypothese, die besagt, dass lebende und nicht-lebende Teile unseres Planeten in einem komplexen Netzwerk wie ein Superorganismus interagieren. Die Hypothese geht davon aus, dass alle Lebewesen eine regulierende Wirkung auf die Umwelt der Erde ausüben und so das Leben insgesamt fördern. Vieles in der Natur, wenn nicht gar alles, umfasst diese verborgene Ordnung, die ich als stabiles Chaos bezeichne.»

Welt der Vernunft: Hararis Verzweiflung im Anthropozän
Der israelische Historiker Yuval Noah Harari rühmt in seinen frühen Kapiteln von Sapiens: A Brief History of Humankind die Jäger und Sammler als «die ursprüngliche Wohlstandsgesellschaft». Unsere Lebensmittel waren vielfältig, wir besassen sehr wenige Güter, bewegten uns saisonal in Gruppen von Freunden und Verwandten, waren viel gesünder als unsere landwirtschaftlichen und industriellen Nachfolger und wussten mehr: «Der durchschnittliche Feldarbeiter verfügte über ein breiteres, tieferes und vielfältigeres Wissen über ihre unmittelbare Umgebung als die meisten seiner modernen Nachkommen.» Dennoch waren wir in eine mächtige Naturwelt eingebettet, vor deren unkontrollierbaren Kräften wir uns klein und mickrig fühlten. Wir haben dieses Gefühl der Hilflosigkeit überwunden, indem wir Baum und Wasser, Sonne und Stein mit kraftvollen animistischen Eigenschaften ausgestattet haben – das heisst, wir haben Geist in sie hinein projiziert, den wir dann zu besänftigen suchten.

Harari sieht den Homo sapiens, besonders in unseren religiösen Institutionen, als destruktiv selbstsüchtig an. Schon sehr früh, vermutet Harari, waren wir für die Ausrottung der Neandertaler verantwortlich. Überall, wo wir uns niedergelassen haben, löschten wir Mammuts und andere Grosstiere aus. «Die Geschichte», schliesst er, «lässt den Homo sapiens wie einen ökologischen Serienmörder aussehen.»

Harari dokumentiert «die kognitive Revolution» als einen Quantensprung in der menschlichen Weisheit vor etwa 70.000 Jahren; aber von da an ging es bergab. Die Landwirtschaft brachte soziale Schichtung und Versklavung sowie grausame und hierarchisch strukturierte religiöse Institutionen mit sich. Kultur wurde »eine Art psychische Infektion oder Parasit, mit dem Menschen als unwissentlichem Wirt». Die industrielle Revolution, die die Menschheit «von der Abhängigkeit vom umgebenden Ökosystem befreit» hat, hat der Menschheit keinen dauerhaften Nutzen gebracht: «Viele sind davon überzeugt, dass Wissenschaft und Technologie die Antworten auf all unsere Probleme bietet, aber wie alle anderen Teile unserer Kultur ist sie von wirtschaftlichen, politischen und religiösen Interessen geprägt.» Wir richten ständig Verwüstungen auf das umgebende Ökosystem an, suchen wenig mehr als unseren eigenen Komfort und Vergnügen, finden aber nie Befriedigung.

Aufstand der Natur?
Es überrascht nicht, dass Harari den neuen populären Begriff «Anthropozän» akzeptiert, um die Zeit, in der wir leben, zu beschreiben. Wie Kurt Caswell in einer Rezension des Anthropozän Blues schreibt: «Die zentrale Frage des Anthropozäns ist, ob unsere Spezies die biologischen, geologischen und chemischen Prozesse der Erde irreversibel verändert, wie es der Chemiker Paul Crutzen sagt, der als erster Wissenschaftler den Begriff vor etwa einem Jahrzehnt verwendet hat. Normalerweise dauern epochale Veränderungen Millionen statt Tausende von Jahren. Das Holozän ist nur etwas mehr als 10.000 Jahre alt – die kürzeste Epoche bis jetzt.»

Humboldt, Wohlleben und Munteanu verstehen die botanischen und hydrologischen Phänomene als unabhängig von menschlicher Kontrolle und daher als kohärent in sich selbst und für sich selbst. Während Harari den Homo sapiens mit apokalyptischen Fähigkeiten ausstattet, scheinen die drei Wissenschaftler der Gaia-Hypothese näher zu sein, die die Natur als voller Leben begreift und die vermutlich imstande ist, menschliche Torheit zu überdauern. Im Rahmen von Gaia agieren die Menschen zwar schädlich auf das System – auf unsere masslosen Kohlenstoffemissionen reagiert die Natur mit Stürmen, Waldbränden und Überschwemmungen. Aber sind diese heftigen Katastrophen nicht ein Beweis für die Fähigkeit der Natur, sich über und gegen das zu erheben, was wir ihr antun? Die globale Erwärmung kann die Zivilisation und vielleicht auch die menschliche Spezies beenden, zusammen mit so vielen anderen, die wir zerstört haben.

__

Annis Pratt ist Umweltschriftstellerin und Aktivistin und lebt in der Nähe von Detroit, Michigan. Sie promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Columbia University und lehrte an der Emory University, dem Spelman College und der University of Wisconsin-Madison.

__

Buchnachweise
Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur. Bertelsmann, München 2016 (The Invention of Nature: Alexander von Humboldt’s New World. New York 2015)
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt. Ludwig, Kiel 2015
Nina Munteanu: Water Is … The Meaning of Water. Vancouver 2016
Yuval Noah Harari: Sapiens: A Brief History of Humankind. New York 2015

12. FEBRUAR 2018 
VON: 

  

Spreche mit den Bäumen – Eine spirituelle Sicht auf die Natur

http://transinformation.net/spreche-mit-den-baeumen-eine-spirituelle-sicht-auf-die-natur/

Von Jessie Klassen, Gastautorin für Wake Up Welt; übersetzt von Taygeta

Vernimmst du die Stimme der Natur?

Intellektuell ist es einfach, die vielen Gründe zu verstehen, die eine Veränderung notwendig machen in Bezug auf die Art und Weise, wie wir auf unserer Erde leben. Launenhaftes und unberechenbares Wetter, ausgelaugte Böden, verschmutztes Trinkwasser, Entwaldung und dezimierte Tierwelt sind alles offensichtliche Anzeichen dafür, dass die Gesellschaft, die wir geschaffen haben, nicht nachhaltig ist.

Aber auch mit diesen eklatanten Beweisen vor uns sind viele Menschen immer noch nicht bereit etwas zu ändern oder sogar anzuerkennen, dass es ein Problem gibt, das wir beheben müssen. Oder, was das Schlimmste ist, sie spüren nicht, dass sie selbst einen Unterschied in dieser so grossen, dysfunktionalen Gesellschaft machen können. Viele klammern sich immer noch an veraltete Ideale und Überzeugungen, die sie wie eine alte Sicherheitsdecke benutzen, in der Hoffnung, dass wenn sie sich unter ihr verstecken, die Probleme verschwinden werden. Oder sie sind zu bequem, um sich von gewissen Aspekten ihres Lebens zu trennen, von denen sie denken, dass sie notwendig für ihr Glück seien. Es scheint so viel einfacher zu sein, weiter zu machen wie gewohnt.

Aber warum werden die Warnzeichen noch immer nicht wirklich wahrgenommen? Unsere Nahrungsmittelsicherheit, die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken, das Leben wie wir es kennen, all das steht buchstäblich auf dem Spiel. Reicht das denn nicht, um die Menschheit aufzurütteln?

Vielleicht ist das eigentliche Problem das abgetrennt Sein von der Erde, in der ein grosser Teil der Menschheit lebt. Die Erde wird immer noch als ein „Ding“ gesehen und nicht als unsere Heimat und unsere Mutter, die sich danach seht, uns in ihre Obhut zu nehmen.

Wenn wir getrennt sind von ihr, können wir ihre Schreie nicht hören, oder die Bedrängnis dieser Zeiten nicht fühlen, oder die einfachen Lektionen und die Liebe nicht akzeptieren, die die Natur mit uns zu teilen kann.

Wenn wir uns der Natur mit einer offenen, spirituellen Einstellung nähern, erkennen wir bald, dass unser Leben auf dieser Erde zu einem Austausch und einer Interaktion mit unserer natürlichen Umgebung wird. Es gibt dann, wenn du dich der Natur öffnest, keinen einzigen Augenblick, in dem sie sich nicht für dich einsetzt.

Sobald wir uns wieder mit ihr verbinden, löst sich die Illusion der Trennung auf und wir werden uns wieder der Einheit bewusst, die das ganze Leben umfasst.

Die alten Kulturen lebten so ihr Leben und atmeten in dieser Weise, und es gibt Gemeinschaften auf der ganzen Welt, die dies noch immer tun. Glücklicherweise kann jeder von uns, auch in dieser modernen Welt, ziemlich einfach ein Leben führen, das spirituell mit unserer Erde verbunden ist. Egal, ob du mitten in einer geschäftigen Stadt lebst oder ob du auf dem Land wohnst, du bist umgeben von der Natur. Natürlich ist sie für einen Stadtbewohner nicht so leicht zugänglich, und manchmal kann es eine Herausforderung sein, sie wahrzunehmen, aber du wirst überall Luft atmen und die Sonnenstrahlen fühlen können. Es gibt überall Pflanzen, Bäume, Tiere und Vögel, wo dann die Natur mit dir ist.

Letztlich sind wir alle ihre Kinder, und diese Verbindung lebt in jedem von uns und wartet darauf erweckt zu werden.

Wir dürfen keine Zeit verschwenden bei der Rückgewinnung unserer göttlichen Verbindung mit Mutter Erde. In der Tat ist dies der Wunsch unserer Seele und ein Teil unseres Daseinszwecks hier in dieser entscheidenden Zeit.

Vielleicht die schönste Entdeckung bei der Rückverbindung mit der Natur, die du haben kannst, ist die Einsicht, dass die Natur geduldig auf deine Rückkehr zu ihr gewartet hat. Die Natur hat darauf gewartet, dass du dich wieder mit ihr verbindest, auf diesen Akt der Heilung, seit dem Zeitpunkt deiner Geburt. Dies erklärt auch, warum Babys und Kleinkinder immer glücklich sind, wenn sie nach draussen mit in die Natur genommen werden. Sie werden sofort ruhig, denn die Natur ist ihnen vertraut.

Egal, wie viele Jahre du ’abwesend’ gewesen bist, wenn du die Verbindung mit der Natur wieder aufnimmst, wirst du feststellen, dass du deswegen weder gescholten, noch gerügt oder bestraft wirst. Die Natur empfängt uns mit offenen Armen und bedingungsloser Liebe, sie akzeptiert uns und schätzt uns genau so, wie wir sind und weil wir sind.

Die Natur kann unser göttliches Licht sehen, und sie lehrt uns, das göttliche Licht auch in allem anderen Leben zu sehen.

Wir erkennen, dass alles auf dieser Erde ein Bewusstsein hat, und dass jede Pflanze und jedes Tier, jeder Felsen, jedes Mineral, jede Schneeflocke, jeder Tropfen Wasser, absolut alles, einen Zweck hat und eine Rolle spielt. Wir beginnen die Rolle zu verstehen und zu würdigen, die wir alle spielen, während wir uns gegenseitig bei unserem Aufstieg und dem Aufstieg unserer Erde helfen.

Wir alle zusammen haben beschlossen, während dieses Prozesses hier auf der Erde zu sein, und die Erde hat sich dafür entschieden, uns dabei zu unterstützen. Jeder Akt der Liebe, den wir anderen zukommen lassen, hilft anderen und uns selbst, lichtvoller und strahlender zu werden, eine ’aufgestiegene Version’ von uns selbst – genau so, wie jede niedrig schwingende Handlung, wie Gier, Eifersucht, oder gedankenlose Aktionen, unsere Schwingung fallen lassen.

Die Natur ist für uns da, wir müssen einfach unsere Herzen öffnen.

Spreche mit den Bäumen, sage dem Vogel, wie sehr du seinen Gesang liebst, lasse dein Haustier wissen, wie gerne du es hast und wie dankbar du bist für seine Liebe. Die Natur ist telepathisch, also musst du nicht laut mit ihr sprechen. Du kannst dies alles im Stillen sagen, wenn du aus dem Auto steigst oder die Strasse hinunter gehst, oder auch wenn du beim Einschlafen an sie denkst, denn Dankbarkeit eine gute Möglichkeit um Geist und Körper zu entspannen. Du wirst feststellen, dass du in friedlicher Stimmung aufwachen wirst, oder dass du im Traum von einem Boten aus der Natur besucht worden bist, der dir eine Weisheit mitbrachte, oder der vielleicht einfach nur seine Dankbarkeit zum Ausdruck brachte.

Wie gesagt, die Natur ist bereit und willens, uns zu unterstützen. Wir haben seit so vielen Jahren abgetrennt von ihr gelebt, dass ich oft erlebt habe, wenn ich zum erstem Mal mit einem Tier zu kommunizieren versucht habe, dass es durch meine Offenheit völlig überrascht war. Die Tiere sind zum Schluss gekommen, dass wir nicht auf sie hören wollen.

Gehe barfuss, so oft du kannst, spüre die Erde, trete sanft auf, nehme die Empfindung des Windes auf deinem Gesicht wahr, die Sonne auf deiner Haut, den Geruch in der Luft nach einem Regen. Erlebe die Natur mit allen Sinnen und auf alle möglichen Weisen, welche die Natur vorgesehen hat.

Oftmals habe ich Insekten zugeschaut, wie sie auf meiner Haut gelandet sind, habe sie beobachtet, wie sie auf meinem Arm hinauf und hinunter geflitzt sind. Ich hatte oft das starke Gefühl, dass es vor allem ihre Neugier und ihr Staunen über mich war, was sie auf meiner Haut landen liessen.

Werde gewahr, wie sich Pflanzen danach sehnen, unsere Berührung auf ihren Blättern zu fühlen.

Bitte die Natur, dich zu lehren und dich zu heilen. Sei offen für die vielen verschiedenen Wege, auf denen die Natur mit dir kommuniziert. Sei aufmerksam allem Leben gegenüber, das deine Wege kreuzt. Vertiefe dich in die Pflanzen- und Tiersymbolik. Erlaube dir, herumzuwandern und zu sehen, zu was du dich hingezogen fühlst. Versuche, tagträumend deine Lieblingsorte zu entdecken. Wie schaut die Landschaft aus? Gibt es Wasser, Berge, Wald, Wüste, Höhlen, Felder oder Weiden? Welchen Charakter hat die Tier- und Pflanzenwelt? Wie ist das Wetter? Finde heraus, welcher Teil der Natur zu deiner Seele spricht. Frage sie, was du wissen musst.

Sei hartnäckig. Sei aufrichtig. Sei geduldig. Du wirst eine Freundschaft mit der Natur entwickeln, wie du Freundschaften mit anderen Menschen hast, und es gilt beim Aufbau einer Freundschaft mit der Natur die gleichen Höflichkeiten zu respektieren. Ja, die Natur möchte kommunizieren, aber versuche nicht zu aufdringlich oder zu fordernd zu sein. Und sei nicht wählerisch in Bezug auf die Art, wie die Interaktionen geschehen. Ich wurde im vergangenen Frühjahr von einer Hummel gestochen, um mich daran zu erinnern „aufzuwachen“ und meinem eigenen Herz zu folgen. Ich habe im vergangenen Jahr eine Menge Wachstum erlebt, und ich habe mich nicht immer um die Mitteilungen gekümmert oder die Art, wie ich sie erhalten habe, aber ich bin wirklich dankbar und vertrauensvoll, dass es immer in meinem besten Interesse war.

Die Natur ist eine ständige Widerspiegelung des Lebens, das um sie herum vorhanden ist, und deshalb kommuniziert sie ständig mit uns. Jenen, die zuhören, teilt sie ununterbrochen ihre Weisheiten mit. Manchmal zeigt sie uns ein Spiegelbild von etwas, das wir nicht besonders mögen, aber es kommt immer zusammen mit einem Fingerzeig und weist uns auf Möglichkeiten hin, zu wachsen. Kein Leben ist besser als ein anderes. Wir sind weder bevorzugt noch überlegen.

Für die Natur gibt es keinen Tod. Sie ist in einem Zustand des ständigen Ansteigens und wieder Verebbens, wie die Gezeiten. Sie ist in beständigem Wandel und ist glücklich, etwas von sich zu geben. Deshalb ist es von grösster Bedeutung, der Erde für die Nahrung, die sie uns gibt und ihre Unterstützung, die sie zur Verfügung stellt zu danken. Ein stiller Dank, bevor wir einen Bissen von unserem Abendessen nehmen, oder den Bäume unsere Wertschätzung zu zeigen, dass sie sich für unsere Häuser zur Verfügung stellen, oder sich einen Moment Zeit nehmen, um den Himmel zu bewundern, egal bei welchem Wetter – alle diese einfachen Handlungen der Dankbarkeit erweitern unser Bewusstsein und das Bewusstsein unserer Erde.

Erinnere dich immer daran, dass absolut kein Akt der Freundlichkeit und Güte gegenüber der Natur unbemerkt bleibt. Es sind nur die Menschen, die oft die Feinheiten des Lebens nicht bemerken. Die Natur möchte dir immer helfend antworten.

Während sich unsere Verbindung mit der Erde festigt, wird es für uns unmöglich, nicht unser ganzes Leben in Ausrichtung auf diese Verbindung zu leben. Wir werden uns danach sehnen, mehr Zeit im Freien zu verbringen und friedvoll die Natur zu geniessen, ohne den menschengemachten Lärm. Wir werden nichts einfach wegwerfen und werden ein weggeworfenes Stück Müll auflesen. Wir werden Fürsprecher für das Recycling und die Reduzierung von Abfall sein, wir werden das, was wir brauchen achtsam einkaufen, von verantwortlich handelnden und mitfühlenden Landwirten und Unternehmen.

Wir werden auch in einfachen Tätigkeiten Erfüllung finden, und wir werden feststellen, dass das Bedürfnis für viele „Dinge“ aus unserem Leben zu verschwinden beginnt und wir erkennen, wie unnötig viele von ihnen wirklich sind.

Nicht nur das, wenn wir empfindlicher werden für die Stimme der Natur, werden wir auch empfindsamer für die Stimme des eigenen Körpers. Wir werden Veränderungen feststellen in Bezug auf die Lebensmittel, nach denen wir ein Verlangen haben. Indem wir bewusster werden für die Bedürfnisse unseres Körpers, erkennen wir, wie sich auch in unserem Lebensstil gesunde Veränderungen vollziehen. Wir wachen zu unserer eigenen Natur auf, und es ergibt sich eine Verschiebung hin zur umfassenden Heilung und zu mehr Vitalität.

Indem sich unsere Verbindung zu Natur vertieft, wird unsere Präsenz einfühlsamer, und wir werden nicht nur feststellen, wie wir und die Natur uns gegenseitig anziehen, sondern dass auch andere Leute sich von uns angezogen fühlen. Sei darauf gefasst, dass du Kommentare zu hören bekommst wie: „Wie ruhig du bist!“ oder „Du scheinst so glücklich zu sein.“

Als ein Elternteil wirst du feststellen, dass die Verbindung mit der Natur dein inneres Kind erwecken wird, und dass du eine tiefere Bindung zu deinen eigenen Kindern entwickelst. Du wirst dich wieder wie ein Kind fühlen, und deine Kinder werden darauf reagieren. Sie werden dich auf eine Art sehen, wie sie dich nie zuvor gesehen haben, und sie werden erkennen, dass du sie so siehst, wie sie wirklich sind.

So wird, wenn wir von der bedingungslosen Liebe unserer Mutter Erde eingehüllt werden, unsere eigene Schuldlosigkeit und unser göttliches Licht, sowie die göttliche Gegenwart des Universums frei und ungehemmt durch uns fliessen können. Unsere wahre ungestüme Natur offenbart sich uns und wird frei sein in einem Raum der bedingungslosen Liebe.

Also bitte, schreite um die Käfer auf dem Boden herum, geniesse den Gesang der Vögel, würdige die Bestimmung aller Kreaturen, einschliesslich der Ratten, Schlangen und Mücken. Zeige unbeschämt deine Dankbarkeit für die Nahrung, die du isst und die Luft, die du atmest. Kaue langsam, atme tief. Danke dem Wasser, wenn du davon trinkst oder dir deine Hände wäschst oder ein erfrischendes Bad nimmst. Lass es dir gut sein in dieser Verbindung mit deiner Mutter Erde, und du wirst dabei, ohne es zu merken, anderen ein Beispiel sein, damit sie das gleiche tun.

Und so verstehen wir dann wirklich die Gründe, weshalb es notwendig ist, die Art, wie wir auf dieser Erde leben zu ändern. Tatsächlich leben wir dann in jedem Augenblick unseres Lebens in Verbindung mit der Erde – weil sie in unser Wesen integriert sein wird.

Wir werden zu liebevollen Betreuern unserer schönen Erde. Es ist Sehnsucht und Zweck unserer Seelen, dies zu tun.

Lassen wir die Erde jenen magischen Ort sein, den sie in Wirklichkeit ist. Und wenn wir dies tun, werden wir entdecken, wie auch unser Leben ebenso magisch sein wird.

Denke daran, es geschieht alles Schritt für Schritt, Moment für Moment, ein Tag nach dem anderen. Es ist eine lange Strecke, diese Verbindung herzustellen. Sei also nicht ungeduldig mit dir, wenn du das Gefühl hast, dass nicht alles schnell genug geschieht oder wenn du jemals das Gefühl bekommen solltest, dass deine Arbeit nicht gut genug ist, um ein wertvoller Verwalter der Erde zu sein. Die Natur kennt dein Herz. Wir alle gelangen dahin, und wenn wir offen bleiben für Verbesserungen, werden die Änderungen geschehen und unsere Erde wird in guten Händen sein.

****************************************************************************************************************************
Unterstütze Transinformation.net:
Print Friendly, PDF & Email

Sielmann Ehrenpreis | Update: Vogelwarte Rossitten |Natur-Paradies schützen

 Logo

Liebe Leserin, lieber Leser,

Inge Sielmann 
Dr. Fritz Brickwedde

der Herbst dieses Jahres steht ganz im Zeichen des Naturschutzes und der Menschen, die sich um ihn verdient gemacht haben. Am 30.10.2017 verleihen wir den Heinz Sielmann Ehrenpreis für besonderes Engagement an zwei herausragende Unterstützer unseres Projekts „Jeder Gemeinde ihr Biotop“, das mit der erfolgreichen Umsetzung im Biotopverbund Bodensee den Grundstein für ein nationales Projekt legt.

Auch eine andere Region haben wir momentan besonders im Fokus: das Grüne Band. Das Herzensprojekt Heinz Sielmanns, das er erstmals 1988 bei den Dreharbeiten zu „Tiere im Schatten der Grenze“ genauer in Augenschein nahm, ist heute so aktuell wie eh und je. Nicht nur hat die Heinz Sielmann Stiftung seit 1996 ihre Stiftungszentrale auf Gut Herbigshagen und damit wenige hundert Meter von der ehemaligen Grenze entfernt, sie setzt sich auch aktiv für den Schutz dieser Landschaft ein. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) würdigt diesen Einsatz nun mit dem 25. Deutschen Umweltpreis.

Zum Abschluss unseres Jubiläumsjahres bietet sich direkt vor den Toren von Gut Herbigshagen eine einzigartige Gelegenheit: Im Rahmkebachtal steht momentan eine Fläche zum Verkauf, die wir für den Artenschutz
sichern möchten. Dafür benötigen wir Ihre Hilfe.

All diese und weitere spannende Themen lesen Sie in dieser Ausgabe des Newsletters. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

Mit herzlichen Grüßen von Gut Herbigshagen

 Unterschrift Inge Sielmann  Unterschrift Dr.-Ing E.h. Frutz Brickwedde
Inge Sielmann     Dr.-Ing E.h. Fritz Brickwedde
Ehrenvorsitzende     Stiftungsratsvorsitzender
100 Jahre Heinz Sielmann | Deutscher Spendenrat | Initiative Transparente Zivilgesellschaft

„100 Jahre Heinz Sielmann”
(Teil 10) Das Grüne Band –
eine Vision wurde Wirklichkeit

Als Heinz Sielmann im Jahr 1988 an der deutsch-deutschen Grenze Teile für seinen Dokumentarfilm „Tiere im Schatten der Grenze“ drehte, entstand eine Idee, die das Leben Sielmanns nachhaltig beeinflussen würde.

Hier erfahren Sie mehr dazu

Alternativtext

Einmalige Gelegenheit: Wir gestalten ein einzigartiges Natur-Paradies

Im Rahmkebachtal, direkt vor den Toren Gut Herbigshagens, stehen rund 10 Hektar Land zum Verkauf, die wir für den Naturschutz sichern möchten. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung.

Hier können Sie helfen

Alternativtext

Wunderbare Neuigkeiten von der Vogelwarte Rossitten

Ein Brand zerstörte die Mitarbeiterunterkunft der zur Vogelwarte Rossitten (heute Rybatschi) gehörenden Fangstation Fringilla. Nun gibt es Neues zu berichten.

Hier erfahren Sie mehr dazu

Alternativtext

Ausgezeichnet: Naturschützer erhalten Preis für ihr Engagement

Ende Oktober wird Inge Sielmann mit dem Deutschen Umweltpreis geehrt. Zudem zeichnet die Heinz Sielmann Stiftung zwei besondere Naturschützer für ihr Engagement in der Bodenseeregion mit dem Heinz Sielmann Ehrenpreis aus.

Hier erfahren Sie mehr dazu

 Alternativtext

Exklusiver Live-Stream zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises

Mit einem Preisgeld von 500.000 Euro ist der Deutsche Umweltpreis der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Dieses Jahr ist Inge Sielmann eine der Preisträgerinnen.

Seien Sie am 29. Oktober von 11:00 bis 12:30 Uhr live dabei.

Hier geht es zum Live-Stream

 Alternativtext

Unsere Zugvögel: Der aktuelle Naturführer ist da

Jahr für Jahr machen sich Millionen Zugvögel auf den Weg in die warmen Winterquartiere. Mit unserem aktuellen Naturführer lernen Sie die gefiederten Reisenden näher kennen.

Hier erfahren Sie mehr dazu

 Alternativtext

TV-Tipp: Inge Sielmann im Portrait

In dieser Ausgabe der Sendung „nano spezial” werden die diesjährigen Preisträger des Deutschen Umweltpreises der DBU vorgestellt.

nano spezial –
Deutscher Umweltpreis 2017
Freitag, 27.10.2017, 18:30 Uhr, 3sat

Hier können Sie sich den Beitrag in der Mediathek ansehen

 Alternativtext

Aktuelle Termine

27.10.2017
Kranich-Safari

(Anmeldung erforderlich)
Natur-Erlebniszentrum Wanninchen

27., 28., 29.10.2017
Kranichbeobachtung

Natur-Erlebniszentrum Wanninchen

29.10.2017, 11:00 Uhr
DBU Preisverleihung des 25. Deutschen Umweltpreises u. a.
an Inge Sielmann

Braunschweig

30.10.2017
Verleihung des Heinz Sielmann Ehrenpreises

Museum für Naturkunde Berlin

31.10.2017
Sielmanns Ferienzeit –
geheimnisvolle Lichterreise

Natur-Erlebniszentrum Wanninchen

02.11.2017
Sielmanns Ferienzeit –
Faszination Wolf

Natur-Erlebniszentrum Wanninchen

10.11.2017
Vom Mauerfall bis zum Grünen Band – Erzählcafé mit Kaffee und Kuchen

Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen

03.12.2017
Entfällt wegen Bauarbeiten: Weihnachtsmarkt

Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen

Alle Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen finden Sie hier

Impressum

Heinz Sielmann Stiftung
Gut Herbigshagen, 37115 Duderstadt, Germany
Tel.: +49 (0)5527 914-0
Fax: +49 (0)5527 914-100
www.sielmann-stiftung.de
Zuständige Aufsichtsbehörde: Regierung von Oberbayern
Vorstand: Michael Beier
UST-IdNr.: DE176874786

Spendenkonto: Sparkasse Duderstadt
IBAN: DE62 2605 1260 0000 0003 23Logo

Trumps Angriff auf den Naturschutz stoppen!

Grüne Meeresschildkröte

Trumps Angriff auf den Naturschutz stoppen!

Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,

noch können Meeresschildkröten durch die Korallen im Pazifik gleiten, leuchtend rote Soldatenfische ihre Bahnen ziehen und Riffhaie sich ungestört im Wasser tummeln.

Bisher sind die Tiere und ihr Lebensraum vor menschlichen Eingriffen geschützt. Sie leben in einem Meeresschutzgebiet, das aus Tausenden von Korallenriffen, Atollen und tropischen Inseln besteht. Die Pacific Remote Islands sind ein „Nationales Monument“ der USA im Pazifik. Mit fast 1,3 Millionen Quadratkilometern ist es gut dreimal so groß wie die Ostsee.

US-Präsident Trump möchte nun zehn solcher Nationalen Monumente verkleinern und zur Ausbeutung freigeben, damit die Agrar-, Fisch-, Bergbau-, Holz- und Ölindustrie die Naturschätze plündern kann.

Einzigartige Naturparadiese sind bedroht. Neben drei riesigen Meeresschutzgebieten im Pazifik und Atlantik auch sieben Schutzgebiete an Land, darunter Cascade-Siskiyou, ein Berggebiet mit einer einzigartigen Biodiversität.

Bitte unterstützen Sie unsere Petition. Fordern Sie mit uns die Trump-Regierung dazu auf, die Verordnung zurückzuziehen und die Schutzgebiete zu erhalten:

ZUR PETITION  

Freundliche Grüße und herzlichen Dank

Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e. V.

Ihren Freunden empfehlen:
Facebook Twitter WhatsApp E-Mail