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RUBIKON — Das Anarchismus-Klischee

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Das Anarchismus-Klischee

Anarchisten sind keine Gewalttäter, sondern Menschen, die an Vernunft ohne Zwang glauben — so gesehen, gibt es mehr davon als man denkt.

von Neue Debatte

Foto: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Die Chancen stehen gut, dass Sie schon einmal etwas davon gehört haben, was Anarchisten sind und was sie angeblich glauben.

Und die Chancen stehen gut, dass fast alles, was Sie gehört haben, Blödsinn ist. Viele Leute scheinen zu denken, dass Anarchisten Befürworter von Gewalt, Chaos und Zerstörung sind, dass sie gegen jede Form von Ordnung und Organisation sind oder dass sie verrückte Nihilisten sind, die einfach alles in die Luft sprengen wollen.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Anarchisten sind einfach Leute, die glauben, dass Menschen in der Lage sind, sich vernünftig zu verhalten, ohne dass man sie dazu zwingen muss. Das ist wirklich ein sehr einfacher Gedanke. Aber es ist einer, den die Reichen und Mächtigen immer als extrem gefährlich empfunden haben.

RUBIKON — Die unerträgliche Freiheit

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Die unerträgliche Freiheit

Einige hochaktuelle Passagen aus Schillers „Don Carlos“ zeigen: Freiheitsentzug ist immer Menschenverachtung. Teil 2/2.

von Agnes Imhof

Foto: Liudmyla Guniavaia/Shutterstock.com

Wäre Friedrich Schiller heute noch am Leben, würde er Maske tragen. So sagte es jedenfalls Corona-Inquisitor Christian Drosten. Wirklich? War da nicht noch was mit Gesslerhut und „Geben Sie Gedankenfreiheit“? Besonders der „Don Carlos“ scheint sich den Vereinnahmungsversuchen durch eine Clique zu widersetzen, deren Politik allenfalls die Ruhe eines Kirchhofs zu erzeugen vermag. Schillers Werk zeigt in zeitloser Weise auf, wie sich Mächtige zu Überwesen zu stilisieren versuchen, denen alles Menschliche fremd ist. In ihrer sterilen Überlegenheitspose denken sie gering von den Bürgern, zwingen diese in die Rolle von Kindern und sehen sich selbst als „Erziehungsberechtigte“. Aber auch einen Ausweg zeigt das Drama auf: Die Natur ist auf Freiheit gegründet, und Freiheit ist es auch, was wiederhergestellt werden muss. Denn der Mensch ist nicht zum Sklaven bestimmt, er ist „der Krone Zweck“. Die Fortsetzung von Agnes Imhofs Artikel „Die unerträgliche Freiheit“.

RUBIKON — Aufbruch in die Weite

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Aufbruch in die Weite

Die zweite „Für den Frieden“-Konferenz in München will ein Netzwerk in stürmischen Zeiten sein.

von Isabelle Krötsch

Foto: traXX/Shutterstock.com

Im Verpuppungsstadium wirkt der Schmetterling wenig attraktiv. Er verharrt regungslos und eingesperrt in seinem grauen Kokon. Manchmal scheint es, als seien viele Menschen — ja die ganze Gesellschaft — im Zustand der Corona-Starre ebenfalls in einem solchen beklagenswerten Stadium. Aber das Schöne ist ja: Wir wissen, dass die Befreiung naht, dass sich der Schmetterling frei und bunt gewandet in die Lüfte erheben wird. Was den einen vom anderen Seinszustand trennt? Bei Menschen ist es vor allem der Mut. Erzeugt wird dieser besonders in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Am 17. und 18. Juli kommen in München mutige Menschen zur zweiten „Für den Frieden“-Konferenz zusammen.

Unter anderem werden Gunnar Kaiser, Sucharit Bhakdi, Reiner Fuellmich, Franz Ruppert und Daniele Ganser sprechen. Das wird ein starkes Feld des Zusammenhalts und der Freude kreieren. Gerade in einem historischen Moment, in dem die Mächtigen immer perfider agieren, ist es wichtig, Wahrheit und Heilung zu stärken.

Wir müssen Sand im Getriebe eines Systems sein, das sich gegen die Menschen gewandt hat. Nur wer sich selbst als eine freiere und mutigere Person entpuppt hat, kann jedoch auch für andere eine Inspiration sein. Sicherlich wird die Konferenz, die von der Autorin hier voller Vorfreude angekündigt wird, einige Anstöße in die richtige Richtung geben.

RUBIKON — Sand im Getriebe

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Sand im Getriebe

Statt durch Konformität die Systemrädchen zu ölen, sollten wir sie durch Ungehorsam verschleißen lassen.

von Margit Geilenbrügge

Foto: Jacob Lund/Shutterstock.com

Nicht jeder Bürger sitzt im Gefängis — zum Glück. Aber die Denkkategorien und Disziplinierungsmaßnahmen des Gefängnisses sind längst in unseren Alltag eingesickert. Schon der aus dem Strafvollzug bekannte Begriff der „Lockerung“ zeigt das. Straffe Hierarchien, schwarze Pädagogik, Totalüberwachung durch weitgehend unsichtbare Mächte und eine Kultur des Denunziantentums prägen den Umgang der Obrigkeit mit „ihren“ Bürgern. Sie setzen uns bewusst unter Konformitätsdruck, um uns besser regierbar zu machen. Es überrascht gar nicht so sehr, dass in den Regierenden der Welt die Lust auf mehr Machtbefugnisse erwacht ist;

merkwürdig nur, dass auch die meisten Regierten sich dies widerstandslos gefallen lassen.

Werden wir uns dieser Mechanismen bewusst und sabotieren wir sie mit anarchischer Fantasie!

RUBIKON — Das vorstellbare Glück

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Das vorstellbare Glück

Sich eine heile Welt auszumalen, ist nicht bloß Selbsttäuschung — es hilft uns, die Richtung zu finden, in die wir gehen können.

von Elke Grözinger

Foto: 13_Phunkod/Shutterstock.com

„Vielleicht hältst du mich für einen Träumer, aber ich bin nicht der einzige.“ John Lennon entwarf in seinem Lied „Imagine“ eine der berühmtesten Positiv-Visionen. Auch Martin Luther King begeisterte mit seiner Rede „I have a dream“. Ist all das nur Weltflucht? Sollten wir nicht statt dessen vernünftig und realistisch bleiben?

Nicht unbedingt.

Auch Idealvorstellungen, wie sie die Autorin in diesem Artikel entwirft, sind eine Form von Kritik — nur ohne die deprimierende Wirkung, die die Erzeugnisse von Schwarzsehern haben. Wer die Richtung nicht kennt, in die er gehen will, wird vermutlich gar nicht erst aufbrechen und jammernd in seiner Misere steckenbleiben. Das gilt auch für gesellschaftliche Missstände.

Die Autorin entfaltet, anknüpfend an den Halbsatz „Wenn die Welt in Ordnung wäre …“, ein faszinierendes Szenario.

RUBIKON — Die Macht der Güte

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Die Macht der Güte

Um unsere Entfremdung zu überwinden und liebevoller miteinander umzugehen, brauchen wir vor allem Übung.

von Kerstin Chavent

Foto: fizkes/Shutterstock.com

Viele wissen es: Die Materie wird vom Geist geformt. Es sind unsere Gedanken und Gefühle, die die Welt zu dem machen, was sie ist.

Mit unserer Schöpferkraft haben wir auch die Macht der Liebe wiederentdeckt. Wenn wir uns nicht verirren wollen auf dem Weg zur ganz großen, bedingungslosen, alles umfassenden Liebe, müssen wir uns gut im Boden verankern.

Bevor wir uns hinaufschwingen in die Gefilde des Allerhöchsten, sollten wir uns darin üben, kleine Brötchen zu backen.

RUBIKON — Emanzipation und Glückseligkeit

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Emanzipation und Glückseligkeit

Die Einkehr ist eine von mehreren Möglichkeiten, sich von dem uns umgebenden Machtsystem zu emanzipieren.

von Daniel Sandmann

Foto: Jacob_09/Shutterstock.com

Der Philosoph Daniel Sandmann versteht das Netz der Corona-Maßnahmen als eine totalitäre Maschinerie, die grundsätzlich schon zuvor gegeben war. Er stellt die Beschaffenheit und insbesondere den Antrieb dieser kafkaesken Maschine und damit der Wirklichkeit einer Zivilisation heraus, die vollumfänglich von dieser Maschine geprägt ist, und spielt im Anschluss vier Varianten durch, mit dieser Maschine klarzukommen:

Flucht, Einknicken, Glückseligkeit und Einkehr als Emanzipation. Während die ersten drei Verhaltensweisen sich im Grunde selber erklären — sie sind auch historisch nicht neu — und vielleicht lediglich in einzelnen Ausformungen ein erkenntnistheoretisches Ausrufezeichen zu erzeugen vermögen, wird die sonderbare vierte Form eingehender besprochen:

Wie ist es möglich, die Einkehr ins System — sei es über Schweigen, sei es über die Übernahme von Mustern aus der Maschine — als eine Fortsetzung jener Emanzipation zu verstehen oder zumindest zu deklarieren, die bis Januar 2020 die Muster, über welche der Heimgang ins System und also in die Maschine nun vollzogen wird, noch als Muster der Herrschaft beziehungsweise der Macht aufgedeckt hat?

Dass es sich bei diesem als Emanzipation begriffenen Heimgang um einen Weg handelt, den vor allem linke Systemkritikerinnen und -kritiker gegangen sind und weiter noch gehen, dürfte nicht nur eine Hannah Arendt und andere emanzipierte Geister des 20. Jahrhunderts ein paar Drehungen im Grabe kosten. Er ist wohl auch für manche Leserin und manchen Leser des Rubikon als eines im Selbstverständnis emanzipativen Mediums nicht leicht verdaubar.

RUBIKON — Wodargs Sprechstunde

Rubikon

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Wodargs Sprechstunde

In einem neuen Videoformat beantwortet Dr. Wolfgang Wodarg die Fragen der Leserinnen und Leser zu seinem soeben im Rubikon-Verlag erschienenen Bestseller „Falsche Pandemien“.

von Nicolas Riedl

Foto: Natali _ Mis/Shutterstock.com

In diesen Zeiten der großen Verunsicherung bleiben eine Menge Fragen trotz der Fülle an Literatur ungeklärt. Die Anzahl der Menschen, an die man sich ratsuchend wenden kann, ist sehr überschaubar.

Beugen sich viele doch den Normen der Corona-Politik, ohne dass sie diese hinterfragen.

Ein neues Videoformat mit Dr. Wolfgang Wodarg soll nun Abhilfe schaffen — in seiner virtuellen „Sprechstunde“ wird detailliert auf die Fragen der Leserinnen und Leser eingegangen.

RUBIKON — Wohlergehen statt Wohlstand

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Wir können die Welt noch retten, wenn wir den radikalen Umbruch im eigenen Leben vollziehen. Exklusivabdruck aus „Reset: Weniger ist mehr“. Teil 2/2.

von Erika Helene Etminan

Foto: PopTika/Shutterstock.com

Unser bisheriger Lebensstil führte uns in eine globale Krise, die wie eine Sackgasse erscheint. „Der Wandel“ ist in aller Munde und notwendig. Viele Autoren veröffentlichen Bücher mit Ideen, wie er gelingen kann: Klaus Schwab schreibt in „Covid 19 — The Great Reset“ darüber, dass der globale Kampf gegen das Virus eine günstige Gelegenheit für einen kompletten Neustart unserer Welt ist.

Er sieht für die „schöne neue Welt“ die Verschmelzung großer Konzerne mit staatlichen Strukturen vor, also die Errichtung des autoritären Korporatismus, einer Spielart des Faschismus (1). Sven Böttcher setzte dieser menschenverachtenden Vision sein Werk „Wer, wenn nicht Bill?“ entgegen und entwickelt darin eine Alternative zum Plan der technokratischen Weltenherrscher: die Vision des „Team Mensch“, das auf Güte, Vertrauen, Recycling und Selbstversorgung setzt.

Erika Helene Etminan griff ebenfalls zur Feder und beschreibt in „Reset: Weniger ist mehr — Auf der Suche nach einem neuen Lebensstil“, wie jedes Individuum zum Wandel im Sinne der Menschlichkeit selbst konkret beitragen kann. Packen wir es an.

RUBIKON — Die Selbstermächtigung

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Die Selbstermächtigung

Die Bevölkerung Chiles ringt um eine neue Verfassung.

von Roman Müller

Foto: Maxim Ermolenko/Shutterstock.com

Es gibt auch Länder der Erde, aus denen gute Nachrichten kommen und wo mehr statt weniger Demokratie gelingt. In Chile haben die unabhängigen Kandidaten der Bürgerbewegungen für den Verfassungskonvent einen überwältigenden Wahlsieg eingefahren, auf Kosten der politischen Parteien

Die neu auszuarbeitende Verfassung soll die Ära Pinochet endgültig überwinden. Die bis heute gültige Verfassung, die nur unwesentlich von jener abweicht, die unter der Diktatur in Kraft war, war nämlich ein Machwerk neoliberaler Einflüsse, mit deren Hilfe die Privilegien der reichen Eliten verewigt werden sollte.

Die tapferen Menschen in Chile erkämpften sich mit ihren Sozialprotesten im Oktober 2019 zumindest die Chance auf einen Neuanfang. Ob sich die fortschrittlichen Kräfte gegen Lobby- und Klasseninteressen durchsetzen können, bleibt abzuwarten.