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Schlusspunkt ● — S&G 2

„Diese Dinge lassen das globale Finanzsystem wie ein Haifischbecken erscheinen. Kann etwa, wer Geld und damit Macht hat, anderen Unternehmen ganz legal Schaden zufügen, sie ausweiden, sie zerstören und sich dadurch hemmungslos bereichern? […] Deshalb besteht eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Zeit in meinen Augen darin, diesen auf uns zukommenden Konflikt zu nutzen und soviele Menschen wie irgendmöglich, über den Charakter und die Funktionsweise des gegenwärtigen Geldsystems aufzuklären. Um so die Tür aufzustoßen für ein anderes System, eines, das nicht einer Minderheit dient, sondern der Mehrheit und das nicht auf Gier, Machtstreben und den Raubbau der Ressourcen der Erde aufbaut, sondern auf einer friedlichen, vernünftigen und sozial verträglichen Nutzung dieser Ressourcen – und das zum Vorteil von uns allen.“

Ernst WolffDie Redaktion (wie./mik./het.)

 

Impressum: 10.1.20S&G ist ein Organ klarheitsuchender undgerechtigkeitsliebender Menschen aus aller Welt.Ihre Artikel erhält sie von ihrer Leserschaft.Sie kommt, wann sie kommt, und es bestehenkeinerlei kommerzielle Absichten.Verantwortlich für den Inhalt:Jeder Schreiber, Zeuge oder Verfasser sowie jeder, der eineQuelle angibt, ist nur für sich selbst verantwortlich. S&G-Inhaltespiegeln nicht unbedingt die Sichtweise der Redaktion wider.Redaktion:Ivo Sasek, Verlagsadresse: Nord 33, CH-9428 WalzenhausenAuch in den Sprachen:ENG, FRA, ITA, SPA, RUS, HOL, HUN, RUM, ISL, ARAB, UKR,TUR, SWE, LIT – weitere auf AnfrageAbonnentenservice:www.s-und-g.infoDeutschland: AZZ, Postfach 0111, D-73001 Göppingen

Das schlimmste aller Derivate: die Kreditausfallversicherung — S&G 2

Die Kreditausfallversicherung is tin den 90er Jahren von einem Team von J. P. Morgan-Bankern erfunden worden und hat bereits zweimal entscheidend dazu beigetragen, dass das globale Finanzsystem fast kollabiert wäre. Um zu verstehen, wie die Kreditausfallversicherung funktioniert, stellen Sie sich folgendes vor: Sie haben einiges Geld auf der Bank und wollen eine bestimmte Summe davon einem Unternehmen als Kredit zur Verfügung stellen. Dazu schließen sie mit dem Unternehmen einen Vertrag ab, in dem alle Einzelheiten geregelt werden. Um ganz sicher zu gehen, dass Sie ihr Geld am Ende der Laufzeit auch inklusiv Zinsen zurückerhalten, gehen sie zu einer anderen Bankund lassen sich den Kredit versichern. Das heißt, Sie zahlen der Bank einen bestimmten Betrag und die Bank garantiert im Gegenzug, dass Sie das Geld selbst dann bekommen, wenn das Unternehmen während der Laufzeit des Kredits pleite gehen sollte. Jetzt kommen die Banker von J. P. Morgan ins Spiel. Deren Kreditausfallversicherung kann nämlich nicht nur vom Kreditgeber, sondern von jeder beliebigen Person oder Institution, die nicht an der Kreditvergabe beteiligt war, abgeschlossen werden. Und das bei beliebig vielen Banken. Es bewirkt, dass sich der Schaden im Fall des tatsächlichen Zusammenbruchs eines betroffenen Unternehmens vervielfacht, da die Ausfallversicherungen nicht nur an den Kreditgeber, sondern an all diejenigen ausgezahlt werden müssen, die Kreditausfallversicherungen abgeschlossen haben. Wer also über sehr viel Geld verfügt, kann folgendermaßen vorgehen:

Er sucht sich ein Unternehmen, das nicht auf festen Beinen steht, schließt massenweise Kreditausfallversicherungen darauf ab, kauft es anschließend auf, schlachtet es aus und treibt es in den Ruin. Die Folge: Das Un-ternehmen ist pleite, Arbeitsplätze gehen unwiederbringlich verloren, aber der Verursacher der Misere streicht ein Vermögen ein.

Man glaubt es als Außenstehender kaum, aber das ist im Finanzsystem gängige Praxis

Derivate – ein gedankliches Experiment zum besseren Verständnis — S&G 2

Stellen Sie sich die Weltwirtschaft einmal als einen Großmarkt vor, auf dem Bauern ihre Waren anbieten, auf dem Zwischenhändler diese Waren aufkaufen und sie anschließend an Einzelhändler weiterverkaufen. Neben diesem Großmarkt befin-det sich eine Bank, die Kredite vergibt, und zwar an die Bauern und die verschiedenen Händler. Das Geschäft dieser Bank läuft solange gut, bis eines Tages die Bauern genügend Felder haben, die Zwischenhändler ausreichend Autos besitzen und die Einzelhändler ihre Läden abbezahlt haben. Jetzt gerät die Kreditvergabe der Bank ins Stocken. In dieser Situation kommt der Banker nun auf eine Idee.

Er eröffnet auf dem Großmarkt einen eigenen Stand und bietet dort Wetten an. Er lässt die Leute darauf setzen, ob an einem Tag mehr Äpfel oder mehr Kartoffeln verkauft werden. Der Plan des Bankers geht auf. Immer mehr Bauern und Händler, aber auch immer mehr Kunden des Marktes nehmen an seinem Wettgeschäft teil. Der Grund: Mit Wetten lassen sich schnell hohe Gewinne machen. Das Ganze bleibt aber nicht ohne Folgen. Mit der Zeit vernachlässigen immer mehr Bauern und Händler ihre eigene Tätigkeit. Außerdem hat die entstandene Wettsucht noch eine weitere Folge: Diverse Bauern und Händler verzocken sich und gehen Pleite. Einige wenige dagegen machen Riesengewinne und verabschieden sich aus ihren Berufen, um Profizocker zu werden.

Der größte Gewinner aber ist die Bank, die ja von Anfang an, an jeder einzelnen Wette verdient hat und die aufgrund ihres Informationsvorsprungs am Ende alle Beteiligten beherrscht und das Spiel grenzenlos zum eigenen Vorteil manipulieren kann. Und genau das ist die Situation, in der wir uns heute weltweit befinden. Die Ausuferung von Derivaten hat dazu geführt, dass die Realwirtschaft verkümmert und das Wettkasino sich dreht wie nie zuvor.

Was sind Derivate? — S&G 2

Derivate* sind Finanzprodukte, deren Preis sich vom Preis eines anderen Produktes ableitet. Bei diesem anderen Produkt kann es sich um alles mögliche handeln, z.B. einen Rohstoff, einen Aktienkurs oder auch einen Zinssatz. Bei Derivaten setzt man darauf, dass der Basiswert entweder steigt oder fällt, das heißt, ein Derivat ist im Grunde nichts anderes als eine Wette. Der Derivatesektor ist mittlerweile der mit Abstand größte Bereich des Finanzwesens. Trotzdem ist er heute noch großenteils unreguliert und dient Profizockern im Finanzkasino als wichtigste Bereicherungsplattform.

* derivare (lat.) = ableiten

Hedgefonds haben keinen gesellschaftlichen Nutzen –S&G 2

Da Hedgefonds wie Banken operieren dürfen, deren Einschränkungen aber nicht unterliegen, haben zahlreiche Großbanken entweder eigene Hedgefonds gegründet, oder sie lassen all die Geschäfte, die ihnen verboten sind, über Hedgefonds erledigen. Auf der anderen Seite sind diverse Hedgefonds inzwischen so groß geworden, dass ihnen wiederum ein Großteil der Banken gehört. Während klassische Spekulanten immerhin noch versucht haben, am Erfolg von Unternehmen teilzuhaben, ist Hedgefonds deren Wohlergehen vollkommen gleichgültig. Im Gegenteil, sie führen deren Niedergang sogar vorsätzlich herbei, wenn sie damit Profit erzielen können. Das heißt, Hedgefonds erfüllen sowohl volkswirtschaftlich als auch gesellschaftlich keinerlei nützliche Funktion, sondern dienen einzig und allein der Bereicherung von Spekulanten. Diese Bereicherung vollzieht sich in unserer Zeit hauptsächlich im Bereich der Derivate.

Was sind Hedgefonds? — S&G 2

Fonds im allgemeinen sind Unternehmen, die das Geld von Investoren anlegen und auf diese Weise vermehren. Hedgefonds tun genau das, unterscheiden sich aber in mehreren Punkten von den übrigen Fonds. Der erste Unterschied betrifft ihre Klientel. Wer als Privatperson in einen Hedgefonds investieren möchte, muss ein extrem hohes Vermögen nachweisen. Der zweite Unterschied betrifft die Strategie. Hedgefonds haben keinen festumrissenen Anlagebereich. Häufiger Schwerpunkt der Hedgefonds-Strategie sind Wetten auf Kurs- oder Preisschwankungen. Ein von Hedgefonds häufig angewandtes Mittel ist die Hebelung. Hebelung heißt :Spekulieren auf Kredit. Der dritte große Unterschied ist die Risikobereitschaft. Mit der Hebelung ihrer Einsätze gehen Hedgefonds hohe Risiken ein, können also nicht nur hohe Gewinne machen, sondern bei Fehlspekulationen auch sehr hohe Verluste erleiden. Der vierte Unterschied betrifft die Aggressivität. Der fünfte und sechste Unterschied zwischen Hedgefonds und normalen Fonds besteht zum einen in der Steuervermeidung und zum anderen in der Intransparenz.

Deregulierung – Banken erhalten unbegrenzt Spielraum zum Geldverdienen — S&G 2

Von 1948 – 1973 hat die Welt den Nachkriegsboom erlebt, indem die Weltwirtschaft etwa ein Vierteljahrhundert lang ununterbrochen wuchs. Der größte Nutznießer dieser Entwicklung waren die Banken, die dieses Wachstum vor allem durch die Vergabe von Krediten anheizten und dadurch von Jahr zu Jahr mächtiger wurden. Als dann in den 70er Jahren die Wirtschaft abkühlte, ging auch das Geschäft der Banken zurück. Deshalb drängten sie die Politik, ihnen mehr Spielraum zum Geldverdienen zu geben. Sie forderten, die Regeln zu lockern, also zu deregulieren. So ließ Margaret Thatcher im Oktober 1986 in der City of London unter anderem das Trennbankensystem, also die Trennung von normalen Geschäftsbanken und Investmentbanken, aufheben. Diese Trennung war einst eingeführt worden, um Bankkunden zu schützen. Sie verbot normalen Geschäftsbanken, mit den Einlagen ihrer Kunden zu spekulieren. Da für ausländische Banken dieselben Bestimmungen wie für britische Banken gelten sollten, erlebte die City of London Ende der 80er Jahre einen riesigen Zulauf und entwickelte sich schnell zum wichtigsten globalen Finanzplatz neben New York. Das übte auf den Finanzsektor anderer Länder einen gewaltigen Druck aus, so dass die meisten von ihnen nachzogen. Die Folge: Der Finanzsektor wuchs schneller als alle anderen Wirtschaftsbereiche und nahm Ausmaße an, die die Welt bis dahin nicht gesehen hatte. Zwei Folgeerscheinungen waren die Zunahme von Hedgefonds und der Boom im Bereich der Derivate.

Finanzcrash 2007/08 – Was geschah danach? –S&G 2

Was 2007/2008 passierte, wird oft mit dem Crash von 1929 verglichen. Dabei gibt es einen fundamentalen Unterschied. Während 1929 das System trotz der großen Depression aus eigener Kraft wieder auf die Beine kam, musste es 2008 mit öffentlichen Geldern gerettet werden. Das ging nur mit der größten Vermögensumverteilung aller Zeiten, und der Verabreichung von „lebenserhaltenden Drogen“ durch die Zentralbanken: Einerseits wurden riesige Geldmengen geschaffen und andererseits für deren Vergabe immer weniger Zinsen verlangt. Den Bürgern wurde damals erklärt, dies sei notwendig, um die Wirtschaft anzukurbeln. Heute wissen wir: Es war eine Lüge! Das Geld ist nämlich kaum in die Realwirtschaft, sondern größtenteils in die Finanzspekulation geflossen. Zur Stabilisierung der Märkte haben die Zentralbanken später Staatsanleihen und Verbriefungen gekauft, also genau die Papiere, die in der Krise von 2007/2008 als Brandbeschleuniger gewirkt haben. Wem haben diese Rettungen genützt? Genau denen, die die Krise verschuldet haben, und die sich über Recht und Ordnung stellten, indem sie sich von der Politik für „too big to fail“* erklären ließen. Heute können sich die großen Finanzinstitutionen jede noch so riskante Spekulation in dem Bewusstsein leisten, dass man sie im Notfall retten wird. Damit haben wir schlimmere Zustände als im Absolutismus** erreicht. Denn während früher die Herrscher nur geographisch begrenzte Reiche dominierten, herrscht die Finanzindustrie heute weltweit.

* wörtlich: zu groß um zu scheitern

** Alleinherrschaft ohne politische Mitbestimmung des Volkes

INTRO — S&G 2

Wenn man sich heute in der Welt umsieht, dann wird das Bild vor allem durch eine Eigenschaft bestimmt: durch Instabilität. […] Während es im sozialen Bereich vor allem zunehmende Unruhen, im politischen Bereich Zerfall und im wirtschaftlichen Bereich Stagnation gegeben hat, kennen die Finanzmärkte seit elf Jahren jedoch nur eine Richtung: aufwärts. Egal, was geschah, egal, welche Umwälzungen die Welt hinnehmen musste, die Finanzmärkte haben sich durch nichts erschüttern lassen. Und das, obwohl wir 2007/08 die größte Finanzkrise aller Zeiten erlebt haben. Wie erklärt sich das? Haben die Finanzmärkte nichts mehr mit dem Rest der Welt zu tun? Sind sie das einzig Gesunde in einer Welt, die man heute nur noch als krank bezeichnen kann? Ganz und gar nicht!“, so Ernst Wolff, deutscher Finanzexperte, an der 17.  AZK-Konferenz (2019) in seinem erhellenden Vortrag „Globales Finanzsystem: Die Lunte brennt“. Seine wichtigsten Antworten auf diese entscheidenden Fragen wurden in dieser Ausgabe in sieben Artikeln auf den Punkt gebracht. Die Redaktion (wie./mik./het.)

 

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Schlusspunkt ● — S&G 1

Alle sagten: „DAS GEHT NICHT!“ Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat`s einfach gemacht. … Gefunden in der Kent-Depesche,22/2016, S. 15

Impressum: 3.1.20 S&G ist ein Organ klarheitsuchender undgerechtigkeitsliebender Menschen aus aller Welt.Ihre Artikel erhält sie von ihrer Leserschaft.Sie kommt, wann sie kommt, und es bestehenkeinerlei kommerzielle Absichten.Verantwortlich für den Inhalt:Jeder Schreiber, Zeuge oder Verfasser sowie jeder, der eineQuelle angibt, ist nur für sich selbst verantwortlich. S&G-Inhaltespiegeln nicht unbedingt die Sichtweise der Redaktion wider.Redaktion:Ivo Sasek, Verlagsadresse: Nord 33, CH-9428 WalzenhausenAuch in den Sprachen:ENG, FRA, ITA, SPA, RUS, HOL, HUN, RUM, ISL, ARAB, UKR,TUR, SWE, LIT – weitere auf AnfrageAbonnentenservice:www.s-und-g.infoDeutschland: AZZ, Postfach 0111, D-73001 Göppingen