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PHONELESS IN DOHA — thinkagain

Kürzlich hatte ich an einem modernen Flughafen ein paar Stunden Aufenthalt ohne mein Smartphone zur Hand zu haben. Da musste ich an den Roman „Eyeless in Gaza“ von Aldous Huxley denken –  ich war „Phoneless in Doha“.


Nummer eins unter den Schönsten und Besten

Vor Kurzen hatte ich einen Stopp in Doha, der Hauptstadt Katars. Der Flughafen ist atemberaubend schön, praktisch und gut organisiert. Baubeginn war 2004, der Betrieb startete 2013. Es ist phantastisch zu sehen, was Professionalität, moderne Technik und der Wille zur Perfektion mit viel Geld anstellen können – sozusagen ein Kontrapunkt zum Flughafen „Willy Brandt“. Der Airport und die Qatar Airways werden nicht zu Unrecht laufend zur Nummer eins unter den Schönsten und Besten auf der Welt gekürt.

Ich verbrachte die Wartezeit in der Business Lounge, wobei der Begriff irreführend ist; es handelt sich um einen Freizeitpark mit Wasserspielen, vielen Restaurants, Bars, ja, und auch ein paar Lounges sind da. Da saß ich also mit einem Glas Bier, wenig entfernt von einer etwa Vierzigjährigen, die zeitweise meditierte und dann wieder freundlich in die Gegend schaute. Ich bemerkte sofort, dass wir beide etwas gemeinsam hatten und ich sprach sie an: „Wohin geht die Reise?“

„Nach Sri Lanka“, war die Antwort, sie würde dort im Rahmen eines UN-Projektes etwas gegen die Armut tun. Sie klagte über die Korruption in dem Land und sprach begeistert von der alten Kultur. Dann wollte sie wissen, was mich nach Doha brächte, und schnell erfuhren wir eine Menge von einander. Sie hieß Christine, hatte eine 16-jährige Tochter, stammte aus Minnesota, und auch ihr Mann war viel unterwegs.

Eyeless in Gaza

Was war es, das wir beide gemeinsam hatten? Was war es, das und von den übrigen tausend Wartenden am Flughafen unterschied? Wir hatten kein Handy, wir waren die einzigen in dem riesigen Airport die nicht auf diesen winzigen Bildschirm vor uns starrten. Wir waren „Phoneless in Doha“!

„Phoneless in Doha“ – diese Worte sind einem 1936 erschienenen Roman von Aldous Huxley nachempfunden: „Eyeless in Gaza“ – in Gaza und blind. Und Huxley wiederum hatte von John Milton (17. Jh) kopiert: aus dessen Gedicht über den Giganten Samson, dem ehemals mächtigen Kriegshelden, der von seiner Liebsten Deliah verraten, von den Philistern gefangen und des Augenlichts beraubt worden war. Für diese musste er jetzt als Sklave arbeiten und klagte: „Eyeless in Gaza at the mill with slaves“ – blind in Gaza, mit Sklaven in der Tretmühle.

Warum aber sollte man einen Sklaven blind machen? Nun, um in der Tretmühle zu arbeiten braucht man keine Augen, und das ist gut so. Könnte ein Sklave sehen, dann würde er erkennen, was es alles Schönes auf der Welt gibt und er käme auf dumme Gedanken; vielleicht würde er fliehen oder Sabotage verüben – besser man hält in blind, dann kann er nicht mit eigenen Augen erkennen, was hier und jetzt um ihn herum geschieht; er kann nur gehorsam den Befehlen folgen.

Der Bildschirm, der die Welt bedeutet

Man braucht dem Menschen nicht die Augen auszustechen, um ihn seines Willens zu berauben und gefügig zu machen, man kann ihm auf andere Weise den Blick in die Welt vernebeln. Man braucht ihn nur zu zwingen, vom morgendlichen Erwachen bis zum nächtlichen Einschlafen die Augen wie gebannt auf einen kleinen Bildschirm zu richten. Dann wird er nicht mehr erkennen, was es alles Schönes auf der Welt gibt, dann kommt er nicht mehr auf dumme Gedanken; dann kann er nicht mehr erkennen, was hier und jetzt um ihn herum geschieht; er kann nur noch gehorsam den Befehlen folgen.

Er wird mit der Zeit den Bildern mehr vertrauen als seiner eigenen Wahrnehmung. Er wird ganz deutlich die 0,02 Grad jährliche Erderwärmung fühlen und sich aus Todesangst vor Corona oder vor dem dritten Weltkrieg in sein Zimmer einsperren lassen und sonst brav in seiner TRetmühle arbeiten. Sein Leben wird jetzt von Ereignissen gelenkt, die er niemals wahrgenommen hätte, würden sie nicht Tag und Nacht auf diesem verfluchten Bildschirm abgespielt.

Und egal, wo auf der Welt wir sind, Geist und Seele werden von den immer gleichen Bildern gefangen gehalten. Wohin der Körper auch reisen mag, die Gedanken sind bei Facebook und Twitter. Und auch mir wäre es am Flughafen in Doha nicht anders ergangen, hätte ich nicht dummerweise meine Reisetasche samt Handy eingecheckt. Dann hätte ich mir statt des anregenden Gesprächs mit besagter Christine ein paar lustige Tiktok-Videos reinziehen können.


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QUALIFIKATION FÜR BERLIN — thinkagain

Falls Sie als Pilot oder Baggerführer angestellt  werden möchten, dann müssen Sie eine entsprechende Ausbildung nachweisen. Die Befürchtung ist nämlich, dass Sie anderenfalls mehr oder weniger großen Schaden für die Allgemeinheit anrichten könnten. Keine Ausbildung müssen Sie vorweisen, wenn Sie Bundesminister werden wollen – da müssen Sie nur einen Eid aufsagen können.


Ein Kranführer kann Schaden anrichten

Falls Sie als Pilot, Baggerführer, Medienkaufmann, Fluglotse, Handelsfachwirt, Wirtschaftsassistent, Lagerlogistiker, Notarfachangestellter, Beamter für Vermessung, Bilanzbuchhalter, Chirurgisch-technischer Assistent, Informatiker oder Elektroniker angestellt  werden möchten, dann müssen Sie eine entsprechende Ausbildung nachweisen. Die Befürchtung ist nämlich, dass Sie anderenfalls mehr oder weniger großen Schaden für die Allgemeinheit anrichten könnten.

Keine Ausbildung müssen Sie allerdings vorweisen, wenn Sie Bundesminister werden wollen. Da müssen Sie nur einen Eid aufsagen können:

„Ich schwöre, dass  ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden…“

Um also Schaden von 83 Millionen zu wenden und deren Nutzen zu mehren ist keine Ausbildung von Nöten. Wirklich? Wenn eine Regierung in ihrer Ignoranz oder Verantwortungslosigkeit Kraftwerke im Wert von zig Milliarden abreißt, um dann festzustellen, dass die Alternativen Energiequellen bei Schatten und Flaute nichts liefern? Fällt das unter die Rubrik „Nutzen mehren“? Fragt sich nur wessen Nutzen; den des deutschen Volkes oder den der Wind- und Sonnenbarone?

Wenn man die Entwicklung von Wirtschaft, Bildung, Sicherheit und Eintracht im Deutschland der vergangenen Dekaden betrachtet, dann kommt man nicht umhin, sich etwas mehr Kompetenz bei den politischen Entscheidungsträgern zu wünschen.

Die „Big Five“ der Qualifikation

Welche Kompetenz? Ich möchte hier  fünf fundamentale  Anforderungen für ein Amt in der Regierung auflisten, sozusagen meine „Big Five“ in Sachen Qualifikation für den Dienst am Volk. Das sind nicht die einzigen Tugenden die es braucht,  aber wenn wir nur die hinbekämen, dann wäre das schon ein phantastischer Fortschritt.

  1. Integrität (IN)

Integrität ist die Übereinstimmung der Aufgabe, die wir übernommen haben mit unserer inneren Überzeugung. Nehmen wir an, ein Minister hätte die Verantwortung für die Energieversorgung des Landes angenommen, dann muss es sein innerstes Verlangen sein, dem Wohle des Landes zu dienen, indem er sicherstellt, dass  genügend Energie verlässlich und preiswert zur Verfügung steht. Alle anderen Aspekte haben Nebensache zu sein. Er hat seinen Eid vor dem deutschen Volk abgelegt und nicht vor dem Weltwirtschaftsforum oder dem IPPC. Er hat auch nicht das Recht, jetzt, wo er die „Macht“ dazu hat,  auf einem  Egotrip eine persönliche fixe Idee umzusetzen.

  1. Wissen (WI)

Wissen ist der Besitz von gesicherten Erkenntnissen, die seit Menschengedenken angesammelt wurden, und ohne die  ein optimaler Entscheidungsprozess nicht möglich ist. So wissen wir etwa, dass man einer Energiequelle nicht mehr Energie  entziehen kann, als sie uns anbietet; dass man also bei einem gewissen Wind maximal soundso viel Megawatt ernten kann, egal wie viele  Turbinen man noch aufstellt.

  1. Erfahrung (ER)

Erfahrung ist Erkenntnis, die wir durch eigenes Erleben erworben haben. Erfahrung ist detaillierter als erworbenes Wissen, und sie hat wesentlich mehr Überzeugungskraft auf uns. Ein Entscheidungsträger, der schon einmal wegen Stromausfalls stundenlang bei Dunkelheit  in einem Kohleschacht gefangen war, der hat zum Thema Blackout ein anderes Verhältnis, als wenn er darüber nur gelesen hat.

  1. Intelligenz (IZ)

Intelligenz ist notwendig, um Wissen und Erfahrung beim Treffen von Entscheidungen in komplexen Situationen einsetzen zu können. Auf den ersten Blick könnte man glauben, es gäbe Intelligenz im Überfluss, denn niemand beklagt sich darüber, zu wenig abbekommen zu haben,  während es ja sonst immer mehr Menschen gibt, die jammern, in irgendeiner Hinsicht benachteiligt worden zu sein. Es gibt keine „Me Too“ Bewegung der kognitiv Benachteiligten, keinen Jahrestag, an dem wir der <90 IQ  gedenken. Dennoch scheint da hin und wider ein Mangel an Intelligenz zu herrschen, etwa wenn gefordert wird man solle das Zusammenleben täglich neu aushandeln – als wären wir im Dschungel oder im Neandertal. 

  1. Menschlichkeit (ME)

Menschlichkeit steht hier für die Grundhaltung, den Menschen und dem Leben in Liebe zu begegnen. Diese Liebe ist ein starker Antrieb. Der Gegenpol dazu ist das Ressentiment, und der daraus folgende Impuls ist nicht weniger stark.  Ressentiment ist der Vorsatz, sich an der Welt dafür zu rächen, dass man vom Schicksal in irgend einer Hinsicht benachteiligt wurde. Das ist nicht gut, und unter den  schlimmsten Herrschern der Geschichte findet man solche  Kandidaten.

Rechenaufgabe für Sie

Ich habe unten eine kleine Hausaufgabe für Sie vorbereitet: bitte geben Sie jedem der Kandidaten für jede der „fünf Tugenden eine Punktezahl von 0 bis 3. Und jetzt wird`s schwierig. Vergeben Sie zuerst Ihre Wertung für Integrität IN. Dann bewerten Sie bitte  die vier weiteren Tugenden und addieren diese – im Kopf. Jetzt multiplizieren Sie das Ergebnis  mit „IN“ und schreiben das Resultat in die Spalte QU.

Ich erläutere das an einem Beispiel, etwa an der Bundesministerin des Äußeren.

Integrität = IN = 1 von 3 Punkten  (ich vermute, dass sie sich ihrer Partei mehr verpflichtet fühlt als ihrem Amtseid. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie auf Grund der geringen Welterfahrung und des geringen Wissens – ja, sie hat ein Buch geschrieben, ja, sie hat einen beeindruckenden Lebenslauf – wenig Vertrauen in die eigene Urteilskraft hat und daher von WWF, WEF oder ähnlichen Organisationen beeinflussbar ist. Daher meine geringe Wertung in Sachen Integrität)

Wissen = WI = 1

Erfahrung = ER = 1  ( hinsichtlich Karriere in der Partei hat sie Erfahrung, aber hilft die, wenn es um die Verteidigung deutscher Interessen gegen andere Länder geht?

Intelligenz = IZ = 2

Menschlichkeit = ME = 3 (sie hat nicht diesen typischen feministischen  Gesichtsausdruck: „ich bin unglücklich und ihr seid schuld daran“, den viele Politikerinnen und Aktivistinnen durch die Welt tragen  und der ihre Ressentiments verrät.)

Also, liebe Annalena:

Die Summe WI + ER + IZ + ME = 1 + 1 + 2 + 3 = 7

multiplizieren wir jetzt  mit Integrität IN = 1 und wir bekommen

Qualifikationszahl QU =  7

… von maximal 36 möglichen Punkten – wie sie vielleicht ein gewisser Helmut Schmidt erreicht  hätte.

Sie  protestieren jetzt.  Sie finden, Annalena ist sympathisch und sie macht sich gut, solange sie keine Reden auf Englisch hält. Mag schon sein, aber ist sie auch die beste Wahl um deutsche Interessen gegen die Interessen anderer Länder durchzusetzen?

Ohne Integrität ist alles sinnlos

Und noch etwas: Warum wird die Integrität nicht auch einfach addiert, so wie die anderen Punkte?

Weil ohne Integrität all die anderen Qualifikationen nutzlos, ja vielleicht sogar gefährlich sind. Lassen Sie mich einen hypothetischen Politiker konstruieren, der es in WI, ER und IZ auf insgesamt 9 Punkte bringt, der aber eine  intensive Abneigung gegen alles Deutsche hat, der auf Nationalhymne und schwarz-rot-gold neurotisch reagiert, und der die deutsche Fußball-Nationalmannschaft umgetauft hat in „Mannschaft“. Der sogar seine Abneigung gegenüber der eigenen Partei hemmungslos zur Schau stellt und der bei bedarf das Grundgesetz missachtet. So jemand könnte kaum Schaden von Deutschland wenden, geschweige denn den Nutzen für sein Volk  mehren, egal wie gescheit, erfahren und intelligent er sein mag. Wenn Integrität gleich null, dann ist die ganze Qualifikation null – oder sogar darunter. Deswegen heißt es „mal  IN“.

Wo bleibt die Qualitätssicherung?

Wenn man also die Qualifikation für diese wichtigen Ämter so leicht bestimmen kann, dann wäre eine entsprechende Qualitätssicherung doch relativ einfach durchzuführen. Warum passiert das nicht?

Nun im Prinzip passiert das  schon.

Da gibt es einen Präsidenten, von dessen Urteil die Bestallung der Diener des Volkes abhängt, aus dessen Händen die Minister und Kanzler ihre Urkunden überreicht bekommen. Er hat seine politische Laufbahn in linken Studentenbewegungen begonnen und residiert jetzt  in einem Palast mit 50 Zimmern. Hat er nicht die Herzensbildung, die weltmännische Erfahrung und das Allgemeinwissen, um die geeigneten Kandidaten auszusieben?  Die hat er leider nicht. Er demonstrierte  seine Inkompetenz in Sachen jüngerer deutscher Geschichte, indem er kürzlich eine gewisse Gudrun Ensslin, Terroristin der  Roten Armee Fraktion, als eine der großen Frauen der Weltgeschichte bezeichnete.

Was kann man da erwarten. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Und nun sind Sie an der Reihe; ihr Resultat bitte im Leserbrief bekanntgeben.


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WOZU ZIVILISATION? — thinkagain

Bild: Arno Senoner / unsplash

Das Zusammenleben muss nicht täglich neu ausgehandelt werden, es  gibt eine Alternative: die Zivilisation. Sie hat sich über Jahrhunderte auf unterschiedliche Weise in weiten Teilen der Welt entwickelt und den Menschen Lebensqualität und vieles mehr gebracht. Wir müssen derzeit leider feststellen, dass Zivilisation nicht unkaputtbar ist.


Der Teil und das Ganze

Es hat sich herausgestellt, dass Menschen in einer Gruppe besser überleben können als alleine. Die Gruppe wiederum kann – zum Wohle ihrer Mitglieder – Teil einer größeren Gruppe sein, und diese kann zu einer noch größeren gehören. Jede Gruppe hat ihre eigenen Spielregeln, teils geschriebene, teils ungeschriebene, wobei letztere die entscheidenden sind.

Die Gruppen sind vom Rest der Welt durch eine physische oder symbolische Hülle abgegrenzt, die nur mit Einwilligung ihrer Mitglieder durchschritten werden darf.

Die kleinste Gruppe ist offensichtlich die Familie.  Jede Familie hat ihre eigenen Spielregeln, und sie erwartet nicht, dass andere Familien diese übernehmen. Umgekehrt würden sie sich nicht die Spielregeln anderer Familien aufdrängen lassen.

Durch klare Abgrenzung entsteht gute Nachbarschaft zwischen Familien: „Good fences make good neighbours“. Wir können mit den anderen Familien in regem Austausch stehen, lassen uns aber nicht vorschreiben, was wir zum Frühstück essen oder wie wir das Wohnzimmer einrichten. Das ist geheiligtes Revier der Familie.

Das ABC der Gruppen

Jedes Individuum ist Teil mehrerer Gruppen, denn Gruppe A ist in eine Gruppe B eingebettet, die wiederum in eine größere Gruppe C etc. wobei jede Gruppierung ihren Mitgliedern gewisse Vorteile bringt, ihnen aber auch Beiträge abverlangt.  Um bestimmte Leistungen anbieten zu können  muss die Gruppe eine  gewisse mindeste Größe haben. Ein Krankenhaus, eine Universität oder eine zuverlässige Stromversorgung kann sich ein einzelnes Dorf nicht leisten.  Dazu ist es in einen Landkreis oder ein Bundesland eingebettet.

Jede Gruppe besitzt größtmögliche Autonomie und steht mit anderen Gruppen auf der gleichen Ebene im fairen Wettbewerb. Andererseits vertreten Gruppen gleicher Ebene ihre gemeinsamen Interessen gegenüber den höheren Gruppierungen. Der Wettbewerb spornt die Leistungsbereitschaft an und die Solidarität zwischen den Gruppen garantiert nachbarschaftliche Hilfe in Notfällen.

Eine harmonisch abgestimmte Gruppenstruktur mit ihren entsprechenden Institutionen wird allgemein als Zivilisation bezeichnet. Zivilisation macht es überflüssig, dass das Zusammenleben täglich neu ausgehandelt werden muss, so wie es die Vizepräsidentin des Bundestages und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung in einer genialen Eingebung gefordert hat. Sehen Sie, Frau Staatsministerin Özoguz: Man braucht in zivilisierter Gesellschaft eben nicht morgens mit der Keule in der Hand vor seine Höhle zu treten, um dem nächst besten den Schädel einzuschlagen um auszuhandeln, dass ihm seine Beute und seine Frau jetzt nicht mehr gehören. 

Damit Zivilisation funktioniert muss jede Gruppe wirtschaftlich autonom sein. Sie muss in der Lage sein, für Leistungen, die sie von anderen Gruppen empfängt, die entsprechenden Gegenleistungen zu liefern. Ein Bundesland etwa, das sich permanent von anderen, leistungsfähigeren Ländern aushalten lässt, das also die Verantwortung für das eigene Überleben an andere delegiert, rutscht in eine parasitäre Existenz und verabschiedet sich damit von der Zivilisation. Berlin ist ein mahnendes Beispiel für diesen Verfall.

Stallgeruch der neuen Heimat

Was wäre die größte Gruppe, die nützliche Leistungen erbringen könnte, zu denen kleinere Gruppierungen nicht in der Lage sind?  Und könnte sich solch eine Mega-Gruppe noch auf geschriebene und ungeschriebene Regeln fürs Zusammenleben einigen? Dazu muss es offensichtlich ausreichend Gemeinsamkeiten geben, und das wird umso schwieriger, je größer eine Gruppe ist.

Jahrtausende Geschichte der Menschheit haben nun gezeigt, dass eine Voraussetzung für gemeinsame Zivilisation die gemeinsame Sprache ist. Das ist zwar keine hinreichende Voraussetzung – siehe ehemalige DDR und ehemalige BRD – aber doch eine notwendige.

Mit dem Erlernen der Sprache als Kleinkind nehmen wir nicht nur Vokabeln und Grammatik auf, sondern nonverbale Informationen und Instruktionen, die uns ein gewisses Weltbild mit seinen Wertvorstellungen  vermitteln, und die uns gesellschaftsfähig machen. Und ebenso wenig wie man als Erwachsener eine neue Sprache perfekt lernen kann, so wenig kann man sich das typische zwischenmenschliche Kolorit einer anderen Zivilisation aneignen, welches sich über viele Generationen entwickelt hat.

Man kann bei Auswanderern beobachten, wie sie sich ernsthaft bemühen, so zu sein wie die Einheimischen; aber es gelingt ihnen nicht. Ihre Kinder dagegen nehmen ganz spontan und mühelos den Stallgeruch der neuen Heimat an.

Angriff auf die Zivilisation

Die größte praktikable Gruppe ist also die Nation, definiert durch ihre gemeinsame Sprache, ihre ungefähre geographische Lage, und eben ihre eigene Tradition. Dabei bleibt sie eine Nation, auch wenn sie  in ihrer Geschichte viele  verschiedenen Staatformen durchlebt hat.  Deutschland gibt es seit hunderten von  Jahren, in denen sich Regierungen und Grenzen sehr oft geändert haben, und den meisten anderen Ländern Europas geht es ähnlich.

Zu versuchen aus einer halben Milliarde Europäern mit 24 verschiedenen Sprachen eine Gruppe zu formen, mit  gemeinsamen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen, das ist absurd, unmöglich und überflüssig. Die Nationen können auch ohne  gemeinsame Regierung ungestört mit einander lebhaften Austausch jeglicher Art treiben. Das können sie als  gute Nachbarn mit guten Grenzen bilateral machen, wie sie das schon seit Hunderten von Jahren sehr effizient  getan haben.

Aber wir dürfen uns nicht vormachen, wir hätten mit den anderen mehr gemein, als es der Fall ist, und das  „Gemeinsame Europa“ hat ganz offensichtlich zu wenige Gemeinsamkeiten. Die forcierte Vereinigung durch immer mehr europäische Gesetze ist ein Angriff auf die nationalen Identitäten und damit auf die Zivilisation in Europa überhaupt. Denn es gibt keine europäische Zivilisation,  es existiert  nur die Vielfalt der einzelnen nationalen Zivilisationen.

Auf keinen Fall Geschwister

Als wäre dieser Angriff machtversessener europäischer Bürokraten auf die nationalen Identitäten nicht schon schlimm genug, so steht in Deutschland auch der andere Grundpfeiler der Zivilisation unter Beschuss: die Familie. Sie ist die geheiligte kleinste Gruppe, ohne die menschliche Existenz nicht möglich wäre.

Deren Autonomie wird immer mehr in Frage gestellt. Das hat zwar Tradition in Deutschland, aber nicht unbedingt eine gute. Vor genau 100 Jahren, am 14.6.1922 wurde das „Reichsjugendwohlfahrtsgesetz“ verabschiedet, welches die „Übernahme staatlicher Verantwortung für die Erziehung der Jugend“ formalisierte. In der NS Zeit wurde das Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder weiter beschnitten. In der Bundesrepublik wurden dann später das Jugendwohlfahrtsgesetz und die entsprechenden Jugendämter implementiert.

Nun mag es Ausnahmesituationen geben, in denen Familienmitglieder auf externe Hilfe angewiesen sind. Da sind solche Ämter wichtig; aber wie viele andere Institutionen in Deutschland sind auch diese zu rotgrünen Indoktrinationsfabriken entartet.

Es gibt da Erfahrungen, dass Mitarbeiterinnen dieser Ämter es als ihre vordringlichste Aufgabe ansehen, Jugendliche von ihren Eltern zu entfremden. Statt Frieden und Harmonie bringen sie Barrieren in die Familien, die der Versöhnung im Wege stehen. Die sublime Botschaft ist: „Vergiss es Junge / Mädel, das wird nichts. Familie ist Out.“

Es gibt aber noch einen weiteren Angriff auf die Familie, es gibt den totalen Krieg gegen  das Leben: keine Kinder mehr! Da berichten dann Influencerinnen von ihrer „schönsten Abtreibung“ und falls dann doch schon ein liebes Kleines seinen Weg in die Welt geschafft haben sollte, dann darf es auf keinen Fall ein Geschwisterchen bekommen. Dafür ist kein Platz mehr auf dem Planeten.

Falls es dann demnächst also nur noch Senioren und insbesondere Seniorinnen gibt, dann sind wir alle Sorgen los und brauchen ab dann keine Zivilisation mehr.


EINE PSYCHOSE NATIONALER TRAGWEITE — thinkagain

Bild: https://unsplash.com/@cdd20

Die Psychose ist eine Geisteskrankheit, bei der das Opfer Überzeugungen annimmt, die der Realität widersprechen, die es aber vehement verteidigt. Das bedeutet nicht, dass solch ein Mensch gefährlich wäre, es ist eher wahrscheinlich, dass er sich selbst Schaden zufügt. Es gibt nun Anzeichen dafür, dass die deutsche Nation unter einer derartigen Geisteskrankheit leidet.


Warum die Autos in London links fahren

Die Überzeugung etwa, dass  in England Rechtsverkehr herrscht, die meisten Autos aber auf der falschen Straßenseite fahren, würde das Leben in London gefährlich machen. Und nicht nur das, diese Wahnvorstellung würde den Psychotiker auf Schritt und Tritt begleiten, sie würde zu einem zentralen Thema in seinem Leben. Für den Gesunden dagegen sind die Verkehrsregeln eine selbstverständliche Nebensache, die er kaum bewusst wahrnimmt.

Bei der deutschen Psychose nationaler Tragweite geht um die Wahnvorstellung, das Land könne durch die Umgestaltung seiner Energieversorgung einen günstigen Einfluss auf das Weltklima ausüben. Diese Vorstellung widerspricht der Realität.

Suizidale Gedanken?

Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum zu diskutieren, ob das Narrativ zum weltweiten Klimawandel realistisch ist oder nicht. Es geht darum zu erkennen, dass die deutsche Klimapolitik unsinnig ist, unabhängig davon, ob menschengemachtes CO2 nun die Atmosphäre erwärmt oder nicht. Denn auch wenn die offizielle Sichtweise zum Thema Klimawandel zuträfe, auch dann hätten Deutschlands Anstrengungen zum Klimaschutz keinen Einfluss auf die Temperatur der Atmosphäre. Das erkennt man sehr schnell, wenn man Deutschlands CO2 Beitrag in ppm umrechnet, mit dem globalen CO2 Ausstoß vergleicht, und dann in die Betrachtungen zur „Klimasensitivität“ einsteigt. Die resultierende Abschätzung der erwarteten Erwärmung in Abhängigkeit von ppm CO2 macht deutlich, dass Deutschlands Beitrag vernachlässigbar ist.

Mit anderen Worten: für eine Maßnahme, die der Menschheit, weder im eigenen Lande, noch weltweit irgend einen Nutzen bringt, ist man bereit Lebensqualität, Wirtschaft und Landschaft zu zerstören. Das psychotische Deutschland aber hält unerschütterlich an seiner Wahnvorstellung der Weltenrettung fest, auch wenn es sich dabei selbst ruiniert.

In der klinischen Psychologie sind solche Verläufe bekannt: Man hat beobachtet, dass psychotische Patienten häufig suizidale Gedanken haben.

Es war einmal…

Lassen Sie mich diese unglaubliche und dramatische Entwicklung noch einmal anders darstellen: Hätten wir die Form der Energieversorgung aus dem Jahr 2000 beibehalten, dann wäre das Klima um keinen Deut anders als es derzeit ist. Wir hätten dann aber noch ein Land mit gesunder Wirtschaft, mit höchster Lebensqualität und wir könnten unsere herrlichen Landschaften mit Bergen, Wäldern, Wiesen und Küsten frohgemut genießen – ohne Verunstaltung durch Monokulturen,  Photovoltaik und Windräder . Und nicht nur das, die Energieversorgung wäre, so wie damals, eine selbstverständliche und preiswerte Nebensache, die zuverlässig funktioniert und die man kaum wahrnimmt.

So war das einmal, ob Sie es glauben oder nicht. Aber in den zwanzig Jahren seither hat sich das Land von der Vernunft verabschiedet und auf den Weg in Richtung Wahnsinn gemacht. Das geschah, so wie bei manchen Menschen, in Millimeterschritten, von denen jeder einzelne unauffällig war, aus denen aber letztlich eine Reise in den Abgrund wurde.

Ideologie statt Logik

Ein Rückweg zur Vernunft ist jetzt schwer vorstellbar. Denn so wie der menschliche Psychotiker seine Wahnvorstellungen vehement gegen gut gemeinte, logische Argumente verteidigt, so lässt sich auch Deutschland nicht durch Logik von seinem selbstzerstörerischen Pfad abbringen. Rationalität und mathematische Betrachtungen sind das Machwerk  von alten weißen Männern und rechten Verschwörungstheoretikern.

Dank der systematischen Umstellung der Schulausbildung von logischem Denken auf ideologischen Gehorsam wird heute die eigene Urteilskraft von einfachsten Problemen überfordert. Die Bürger folgen dem offiziellen Narrativ so kritiklos und gewissenhaft wie der Stimme aus dem Navi im Auto, welche uns das Denken abnimmt. Es weist uns an: „in 200 m links abbiegen“ (und denkt sich dabei „…mehr braucht du nicht zu wissen, du Idiot“).

Früher gab es noch Straßenkarten, da verschaffte man sich erst einmal einen Überblick, und konnte dann, dank eigener Urteilskraft, selbst entscheiden wie man fuhr. Und wenn man sich verfahren hatte, dann wusste man zumindest so ungefähr, wo man war. Aber haben Sie schon einmal erlebt, wie hilflos man ist, wenn das Navi einen im Stich lässt oder falsch programmiert ist? Wenn Sie „Jemen“ statt „Bremen“ eingegeben haben?

Was aber die Navigation in der deutschen Politik angeht, da hätte ich einen Vorschlag der gegenwärtig immer und überall richtig wäre „Bei nächster Gelegenheit umkehren“.


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DAS GESCHÄFT MIT DEM UNMÖGLICHEN — thinkagain

Wenn Sie nach „nuclear fusion breakthrough“ googeln, dann bekommen Sie über drei Millionen Hits; bei „electric aviation“ sind es 120 Millionen. Auf Deutsch sind es weniger Treffer, aber immer noch Tausende. Was wird da eigentlich angeboten?


Sperblondie und die „Gull Wings“

Bitte schauen Sie sich dieses Video an, es lohnt sich.

Superblondie präsentiert Ihnen ein elektrisches Flugzeug. Dazu erklärt sie Ihnen, wie häufig die Straßen in Los Angeles verstopft sind, wie praktisch es ist, auf einem Helipad zu landen und wie toll sie die „Gull Wing“ Türen des Flugzeugs findet, die sich auf Knopfdruck von selbst öffnen. Des weiteren lobt sie die Farbgebung der Sitze, das hübsche Computer-Display und den praktischen Getränkehalter in der Mittelkonsole.

All das hat natürlich nichts mit elektrisch Fliegen zu tun, es könnte ebenso in einem herkömmlichen Helikopter zu finden sein. Aber Blondie hat uns damit positiv auf dieses aufregende Fluggerät eingestimmt. Jetzt kommen die Firmengründer Fred und Adam ins Bild, die mit professioneller Gelassenheit ein paar technische Details fallen lassen, etwa dass hinter den Sitzen des Fliegers die Batterien untergebracht sind, die 75 Kilowattstunden speichern können und eine halbe Tonne wiegen. Aber davon lassen sich weder Blondie noch die Zuschauer jetzt die Laune verderben.

Mit Superblondie am Strand

Die 75 kWh reichen für 30 Minuten in der Luft. 30 Minuten sind auch die mindeste Reserve, die ein Flugzeug immer an Bord haben muss, um unvorhergesehenen Schwierigkeiten ausweichen zu können. Das ist nicht nur Vorschrift, sondern auch vernünftig, insbesondere, wenn man über Los Angeles unterwegs ist, wo man bei Strommangel weder auf einem überfüllten Highway noch zwischen den Wolkenkratzern runtergehen möchte.

Das vorgestellte Vehikel ist also praktisch nicht flugtauglich, auch wenn es auf einem verlassenen Flugplatz schon mal einen Hüpfer gemacht hat, aber nicht einmal das gelingt immer. Erst eine  vernünftige Stromversorgung, die bei gleichem Gewicht 500 kWh oder mehr liefert, die würde den Unterschied machen. Aber die gibt es heute nicht. Die Gull-Wind Türen oder das schicke Design der Sitze halten den Flieger auf jeden Fall nicht in der Luft. Es fehlt also noch das Wesentliche.

Das Video ist wie das von einem Burschen, der den geplanten Urlaub mit Superblondie auf seine Facebook Seite stellt: tropische Strände, luxuriöse Restaurants, verführerische Mariachi Musik – alles ist bis ins letzte Detail geplant, nur Superblondie fehlt ihm– quasi die Stromversorgung für seinen Urlaub.

Ja, natürlich könnte es passieren, dass eine unerwartetes Ereignis plötzlich die erwartete Lösung bringt, aber es ist keine gute Strategie auf unerwartete  Ereignisse zu warten.

Hauptsache Mainstream

Ein weiteres Lieblingsthema für solche Videos ist die Kernfusion, wo einem modernen Daniel Düsentrieb in seiner Garage angeblich das gelingt, woran sich gigantische internationale Institutionen die Zähne ausbeißen. Und auch hier präsentieren sich optimistische junge Unternehmer, die auf der Suche nach Investoren sind. Und auch dieses Thema fällt, so wie das elektrische Fliegen, voll in den Mainstream: saubere Energie, kein CO2.

Anders ausgedrückt, man bietet in dieses Videos das Unmögliche an und man findet anscheinend Käufer dafür.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich verurteile nicht die pfiffigen Ingenieure, die solche Startups ins Leben rufen, die vielleicht sogar selbst an ihre Versprechen glauben und eine Zeit lang gutes Geld damit machen. Ich habe sogar eine gewisse Sympathie für sie.

Ich sehe aber eine Gefahr in dem Trend, dass rein wissenschaftliche, sachliche Themen in verführerisches Marketing gepackt werden, welches uns auf emotionaler Ebene anspricht. So entsteht der Eindruck, man könne auf komplexe Fragen wie elektrisch Fliegen, Kernfusion, Klimawandel oder Corona schon eine qualifizierte Antworten geben, weil man gefühlsmäßig eine Haltung dazu eingenommen hat.

Diese Zeitströmung, in der Gefühl über Logik dominiert, wird auf die Dauer nichts Gutes bringen. Der gigantische Schaden, den die Bundesregierung durch ihre Corona Politik und die Energiewende über Deutschland gebracht hat wäre verhindert worden, wenn die Mehrzahl der Bürger der eigenen logischen Urteilskraft vertraut hätte, statt sich von den Märchenerzählerinnen der Mainstream Medien täglich einlullen zu lassen.


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DIE LIEBE ZU DEUTSCHLAND — thinkagain

bild: zulifahmi khani / unsplash

Die Geschichte lehrt uns, dass nach erfolgten Revolutionen meist Regimes herrschen, die grausamer sind als die vorherigen. Dabei hatten die Revolutionäre dem Volk doch den Himmel auf Erden versprochen, und einige von ihnen hatten selbst daran geglaubt. Als sie dann aber an der Macht waren  merkten sie, dass es einfacher ist, Forderungen zu stellen als Forderungen zu erfüllen.


Zero Car-Wash

Ich möchte dieses Erwachen aus der Naivität als „JEHADUKA“ Effekt bezeichnen – „Jetzt hast Du’s auch kapiert!“. Dieser Effekt tritt keineswegs nur in blutigen Revolutionen auf, er gehört zum Alltag der heutigen Politik auf allen Ebenen.

Nehmen Sie eine Bürgerbewegung, welche fordert, man solle das Waschen von Autos verbieten, um dem weltweiten Mangel an Trinkwasser zu begegnen. Man verbreitet Bilder von durstigen afrikanischen Kindern, die sich um einen verrosteten Wasserhahn drängen; im Hintergrund liegen welke Plantagen auf verdorrtem Boden.

Die Kampagne ist erfolgreich und die Bürgermeisterin der Stadt erlässt unter dem Slogan „Zero Car-Wash“ ein striktes Waschverbot. Bald aber werden Fragen laut: Gilt das Verbot auch für Krankenwagen und Taxis? Sind auch Innenraum und Fenster betroffen? Und dann klagen die Betreiber von Waschstraßen gegen die Vorschrift, welche ihre Investitionen von einem Tag auf den anderen vernichtet.

Der JEHADUKA Effekt schlägt zu und die Bürgermeisterin erkennt, dass das Ganze keine gute Idee war. Ihre Forderung war unrealistisch. Um das Gesicht nicht ganz zu verlieren reduziert sie das Waschverbot auf SUVs an Feiertagen – „um ein Zeichen zu setzen“.

Nicht nur Plakate malen

Es ist unvermeidlich, dass eine Opposition – sei es auf der Straße oder im Parlament – ihren Forderungen Ausdruck gibt, ohne deren praktische Realisierbarkeit durchdacht zu haben. Mitglieder der Regierung aber müssen ganz anders handeln. Sie haben ja Verantwortung, sie haben geschworen, ihre „..Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren, Schaden von ihm zu wenden…“

Dazu aber muss man willens und in der Lage sein, alle Aspekte und Konsequenzen einer Maßnahme zu analysieren. Wie will man sonst Schaden vom deutschen Volk abwenden?  Deswegen liegt in dem mühelosen Übergang eines Politikers aus der Opposition in die Regierung ein großes Risiko. Die Person mag ja durchaus Routine besitzen, wenn es darum geht zu fordern, zu kritisieren, sich zu empören, zu verhindern oder Zeichen zu setzen. Diese Qualifikationen reichen aber nicht aus, um verantwortungsvoll Entscheidungen zu treffen, die in das Leben von Millionen von Menschen eingreifen. Das erfordert kognitive Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen, die weit über das Malen von Plakaten, das blockieren von Verkehrswegen und das skandieren von Parolen hinausgehen.

Die Weltmeister im Fordern und Verhindern

Auf einer Demo gegen den Krieg in der Ukraine mag ein Demonstrant den Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen mit Russland „für immer“ fordern. Kommt solch eine Forderung aber aus dem Außenministerium, dann wird sie vielleicht ernst genommen. Das ist dann nicht nur peinlich, sondern auch gefährlich, und zwar nicht nur für die Person, die sich so geäußert hat, sondern auch für besagtes deutsche Volk.

Ein ganz dickes JEHADUKA hat unsere Grünen ereilt, die unbestrittenen Weltmeister im Fordern und Verhindern. Jetzt in der Regierungsverantwortung müssen sie plötzlich feststellen, dass der Abriss von Atom- und Kohlekraftwerken wenig nützlich für die zuverlässige Energieversorgung Deutschlands ist.

Bei dem Eiertanz zwischen Realität und grünem Dogma sind ihnen jetzt die Hände gebunden. Die einzig vernünftige Lösung wäre jetzt ein sofortiger Stopp der Energiewende und die Rettung bzw. Reanimierung der verbliebenen konventionellen Infrastruktur. Damit aber würde die Partei ihre Raison d’etre verraten. Und so flüchtet man sich auf den Nebenkriegsschauplatz LNG, der das Problem kaum lösen wird. Man kann dann später behaupten, alles versucht zu haben, um den Blackout zu verhindern.

Aber es ist nicht die Aufgabe einer Regierung etwas zu versuchen, oder sich zu rechtfertigen; sie hat den Auftrag Ergebnisse zu liefern, die dem Wohle des deutschen Volkes dienen.

Ein unausgesprochenes Einverständnis

Demokratien funktionieren auf dem unausgesprochenen Einverständnis, dass die Parteien nur solche Kandidaten für ein Amt vorschlagen, die dafür ausreichend qualifiziert sind. Das Wirtschaftswunder und die Renaissance von Wissenschaft und Technik in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik konnten nur auf dieser Basis gelingen.  Heute aber ist Qualifikation gänzlich irrelevant. Was zählt sind Haltung und Gender.

Das reicht nicht aus, um die von vorigen politischen Generationen ererbte Freiheit und den Wohlstand zu wahren, geschweige denn zu vervollkommnen. Aber das will man und frau auch gar nicht. Für die neue Generation von Politikern stehen Selbstverwirklichung und ideologische Rechthaberei im Vordergrund. Zur geschworenen Pflichterfüllung gegenüber der Bevölkerung ist man weder willens noch in der Lage, denn die moderne Politiker*in wird von  ihren Ressentiments angetrieben und nicht von ihrer Liebe zu Deutschland.


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DAS MURMELTIER AM ROTEN MEER — think-again

WIR BRAUCHEN NICHT
MEHR LINKS ODER MEHR RECHTS.
WIR BRAUCHEN MEHR LOGIK.

Alljährlich grüßt das Murmeltier, diesmal aus Sharm el Sheikh. Die 27. UN-Konferenz zum Thema Klimawandel findet 2022 im Taucherparadies an der Südspitze der Halbinsel Sinai statt. Und auch diesmal wird man in harter Arbeit zu dramatischen Erkenntnissen und dystopischen Prognosen kommen, die den Rest der Welt in Angst und Schrecken versetzen werden.


Das Murmeltier als Symbol sinnloser Wiederholungen stammt aus einem Film mit Douglas Murray, der als Reporter alljährlich über ein meteorologisches Ereignis berichten muss, in dem das possierliche Nagetier eine wichtige Rolle spielt. Die unerbittliche Wiederholung dieser ungeliebten Aufgabe erzeugt in ihm die Illusion, die Zeit sei stehengeblieben. Die UN Klimakonferenz, die sich seit 1995 jedes Jahr wiederholt, erinnert an diese Geschichte; in jeder Konferenz wird von Neuem betont, es sei fünf vor zwölf.  Seit einem viertel Jahrhundert also steht die Uhr still.

Tatsächlich ist diese Veranstaltung – Sie haben das vielleicht schon geahnt –  ein internationaler Wettbewerb in Sachen Betroffenheit und Gutmenschentum, wo sich Gleichgesinnte gegenseitig Medaillen umhängen und anschließend an den Trögen mit den Dollars um die Pole-Position rangeln. Bei der COP25 in Madrid im Jahr 2019 rangelten sich da übrigens 35.000Teilnehmer.

Die Wissenschaft steht im Hintergrund, es geht tatsächlich nur um Politik und Geld. Was als Ergebnis veröffentlicht wird ist dann ein Potpourri aus Horrormeldungen über das Ende der Welt, das nur vermieden werden kann, wenn wir uns alle mit Uhu auf die Straße kleben. Ziel ist es, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, um sie gefügig zu machen.

Dieser Artikel soll Sie über die Fakten aufklären. Er ist die Schutzimpfung gegen das Angstvirus der Klimapandemie, welches in den Laboratorien vom International Panel of Climate Change entwickelt wurde und jährlich in neuen Mutationen freigesetzt wird. Und falls es mit dieser einmaligen Immunisierung nicht klappen sollte, dass werden wir Ihnen demnächst ein Booster anbieten.

Erderwärmung oder Klimawandel?

Zunächst eine Unterscheidung: Beim Klimawandel geht es weder um Plastikmüll am Strand noch um Smog in den Metropolen. Es geht ausschließlich darum, dass es wärmer wird und dass die Menschheit daran schuld ist.  

Diese Behauptung kann man in sechs Thesen aufteilen. Das tun wir jetzt und prüfen jede These auf ihre Plausibilität:

These 1: Es wird immer wärmer

Wo steht eigentlich dieses wichtige Thermometer, welches die Temperatur unserer Erde misst? Nun, die mittlere Erdtemperatur ist eine fiktive Zahl, die aus Tausenden von Messungen errechnet wird, die, über den Globus verteilt, an Land, auf See, im Sommer, im Winter, Tag oder Nacht laufend durchgeführt werden. Davon nimmt man dann einen Mittelwert.

Seit es Satelliten gibt misst man die Temperatur vom Weltraum aus. Da sind solche kontaktlosen Thermometer an Bord, wie wir ihnen während Corona auf Schritt und Tritt begegnet sind. Die schauen sich die Wärmestrahlung an, die vom menschlichen Körper oder von der Erdoberfläche ausgeht, und berechnen dann, wie warm es ist.

Der Mittelwert liegt so bei 14°C, und der  ist in den letzten 50 Jahren um ca. 0,4°C angestiegen.

Zwischen 2001 und 2012 ist die Temperatur übrigens konstant geblieben. Die Experten sprachen dann von einer Pause (lat.: „hiatus“) im Erwärmungsprozess. Sicherheitshalber tauften sie ihr Anliegen bei der Gelegenheit um: statt von „Global Warming“ spricht man jetzt von „Climate Change“. Das Klima wird sich ja immer ändern, bei der Temperatur ist man aber unsicher geworden.

Was ist also unser Urteil zu These 1? ist sie richtig oder falsch? Sie ist plausibel.

These 2: Die Konzentration von CO2 in der Luft hat zugenommen

Das ist eine einfach zu messende Größe. Ihr durchschnittlicher Wert ist in den vergangenen 50 Jahren von 330 auf 430 ppm angestiegen. Anders ausgedrückt, vor 50 Jahren hätte man unter einer Million Luftmoleküle 330 CO2 Teilchen gefunden, heute findet man 430. Das ist nicht viel, weniger als ein halbes Molekül unter tausend, aber es genügt, um die Pflanzenwelt auf unserem Planeten am Leben zu erhalten. Ohne CO2 könnten also auch wir nicht leben.

Das CO2 kann örtlich weit über diesem Wert liegen, etwa in Räumen mit vielen Personen, die Sauerstoff ein- und CO2 ausatmen. Da kann es dann durchaus mal 1000 ppm geben, aber dann wird spontan der Ruf nach frischer Luft laut.

Anders als Smog oder Schwefeldioxid verteilt sich CO2 ziemlich gleichmäßig über die Welt. Wenn die Fabriken in China also so viel Dreck ausstoßen, dass man den Himmel über Peking nicht mehr sieht, dann bleibt der weiß-blaue Himmel über Bayern davon unberührt.  Das CO2 aber, das aus den chinesischen Kraftwerken kommt, das verteilt sich global.

Unser Urteil zu These 2: keine Frage, die ist richtig.

These 3: Die Zunahme von CO2 ist vom Menschen verursacht

Wenn man die oben angegebene Zunahme von ca. 100 ppm auf die gesamte Erdatmosphäre umlegt, dass kann man die Tonnen CO2 berechnen, die hinzu gekommen sind. Vergleicht man das mit der Menge an Kohlenstoff, der in Form von Kohle oder Erdöl in der Zeit von der Menschheit verbrannt wurde, und bedenkt man, dass aus jedem Kilogramm Kohlenstoff 3,7 kg CO2 erzeugt wurden, dann sieht man, dass wir Menschen dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet haben.

Unser Urteil zu These 3: sie ist plausibel

These 4: Die CO2-Zunahme verursacht eine Erwärmung der Erde  

Die Erdoberfläche nimmt eine solche Temperatur an, dass die von ihr in Form von infraroter Strahlung ins Weltall abgegebene Leistung im Mittel gleich der von der Sonne empfangenen ist (Wärmequellen im Inneren der Erde vergessen wir mal).  

Wird die infrarote Abstrahlung aber irgendwie behindert, dann erhöht sich die Temperatur so lange, bis das Gleichgewicht Output = Input wieder hergestellt ist. Eine solche Behinderung findet nun tatsächlich in der Atmosphäre statt, in der so genannte Treibhausgase gewissen Anteilen der infraroten Strahlung bei ihrer Reise ins Universum im Wege stehen.

In erster Linie sind das der Wasserdampf in der Luft und dann das CO2. Ohne die beiden läge die Temperatur der Erde nicht bei angenehmen 15°C, sondern vermutlich in der Nähe von -7°C. An dieser Stelle also ein kurzes Dankeschön an CO2 und H2O, welche die Erde dazu bringen, sich ein paar Grad freundlicher zu zeigen. Die Frage ist nun, ob die in These 2 besprochene Zunahme von CO2 vielleicht ein Zuviel des Guten sein könnte.

Gegenfrage: wie viele Wärmegrade verursacht denn der Anstieg um 100 ppm CO2 in der Atmosphäre?  Hier lagen die Antworten der Klimapäpste und -Kaplane immer falsch. Aber das kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen, denn es lässt sich nicht berechnen. Solch entscheidende Faktoren wie die Zunahme von Wolken, die das Sonnenlicht an ihrer weißen Oberseite gleich mal zurück ins All reflektieren, lassen sich nicht berechnen, auch nicht von den teuersten Computern.

Was man den Klimapäpsten durchaus vorwerfen kann ist, dass sie das nicht zugeben.

Unser Urteil zu These 4: Eine geringe Erderwärmung durch mehr CO2 ist plausibel, man kann ihr Ausmaß aber nicht berechnen.

These 5: Die durch CO2 verursachte Erwärmung gefährdet Lebensräume von Mensch und Tier.

Hier warnen die Klimajünger vor Anstieg des Meeresspiegels, schmelzenden Eiskappen und „extremem Wetter“. Was diese Warnungen gemeinsam haben: es sind groteske Übertreibungen. Da zeigt man Bilder vom Kölner Dom unter Wasser, aber tatsächlich ist der Meeresspiegel seit 1880 um gerade mal 25 Zentimeter angestiegen. Von diesen 25 cm entfallen übrigens 10 cm auf eine Zeit vor der  „industriellen Explosion“, nämlich von 1880 bis 195o, sind also nicht menschengemacht.

 Die durch Klimawandel realistischer Weise zu erwartenden Risiken sind im Vergleich zu den seit jeher existierenden Gefährdungen durch die Natur vernachlässigbar. Die veröffentlichten Zahlen der Opfer von „konventionellen“ Naturkatastrophen – Erdbeben, Fluten, Wirbelstürme, Tsunamis, Erdrutschen etc. seit Beginn des Jahrtausends sind – zwar unterschiedlich – aber meist in der Größenordnung von einigen Hunderttausend. Es ist schwer vorstellbar, wie eine Erwärmung um ca. 1°C vergleichbaren Schaden anrichten soll.

Unser Urteil zu These 5: Die von den Experten angegebenen Konsequenzen des Klimawandels sind nicht glaubhaft

 These 6: Die Regierungen der Welt müssen dafür sorgen, dass der CO2 – Ausstoß reduziert wird.

Einem Risiko kann man auf zweierlei Weise begegnen: man kann versuchen die Wahrscheinlichkeit seines Eintretens zu verringern, und man kann dafür sorgen, dass der Schaden so gering wie möglich ausfällt, falls es doch eintritt.

Ersteres ist angeblich das Ziel der seit 1995 jährlich stattfindenden, eingangs erwähnten Klimakonferenzen. Hier vereinbart man Maßnahmen, um den Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre zu reduzieren. In den 26 Jahren seither ist dieser Wert aber stetig und kräftig gewachsen: von  23 Milliarden Tonnen CO2 im Jahr 1995 auf 36 im vergangenen Jahr. 26 Mal waren die mächtigsten Männer und Frauen dieser Erde also nicht in der Lage, das CO2 in der Atmosphäre um ein paar lächerliche Millionstel zu reduzieren.

Ja, Deutschland macht da bedeutende Anstrengungen in Form der Energiewende. Das hat zwar die CO2 Emissionen des Landes wenig beeinträchtigt, aber auch wenn man auf Null Co2 käme hätte es keinen Effekt, wenn die anderen Länder unvermindert weiter emittieren. Der Preis der Energiewende wird aber für Deutschland astronomisch sein.

Warum geht man eigentlich nicht den anderen Weg, warum reduziert man nicht den Schaden für die Bevölkerung im Falle, dass das angeblich unvermeidbare Risiko eintritt? Warum evakuiert man nicht Hamburg? Warum schätzt man sich nicht vor Malaria? Warum? Weil es offenbaren würde, dass der Kaiser nackt ist

Unser Urteil zu These 6: Die Regierungen der Welt sind nicht willens wirksame Maßnahmen zu verabschieden, weil ihnen klar ist, dass Klimawandel nur ein Theater  für die dumme Bevölkerung ist.

Vielleicht haben Sie diese Zeilen etwas immun gegen das Virus namens Erderwärmung gemacht.

Dennoch, ich glaube nicht, dass Worte den Lauf der Dinge aufhalten werden. Aber ich meine doch, dass sie ausgesprochen werden müssen, damit nicht spätere Generationen – wenn es solche überhaupt gibt – unsere Periode für wahnsinnig halten. (Max Born, Physiker)

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DAS AHRTAL IN CHILE — THINK-AGAIN

https://think-again.org/das-ahrtal-in-chile/

Im vergangenen Sommer kamen mehr als hundert Personen bei einer Flut im Ahrtal ums Leben. Ein verantwortungsvoller und kompetenter Katastrophenschutz hätte damals vermutlich viele Menschenleben gerettet.

Im Februar 2010 sind in Chile in einer Küstenregion südwestlich der Hauptstadt Hunderte von Personen bei einem Tsunami ums Leben gekommen. Und auch hier fehlte professionelles Krisenmanagement. Nachdem bereits mehrere Menschen in den Fluten den Tod gefunden hatten verkündete die Präsidentin des Landes, dass kein Tsunami zu befürchten sei, die Bevölkerung solle sich ruhig schlafen legen. (Mein aktueller Aufenthalt in Chile motiviert mich zu diesem Beitrag)


Seit Ende der Regierung von Augusto Pinochet im Jahre 1990 hatte Chile sechs verschiedene Präsidenten, teils konservativer, teils sozialistischer Prägung. In dieser Zeit machte das Land einen gewaltigen Sprung nach vorne, von der dritten in die erste Welt. Chile wurde zum Powerhouse Lateinamerikas, die Hauptstadt Santiago mit sechs Millionen Einwohnern, kann es heute mit jeder Metropole weltweit aufnehmen.

Ein Problem aber kann auch der wirtschaftliche Aufschwung nicht beseitigen: die Erdbeben. Das Land liegt auf der Linie, an der sich zwei tektonische Platten über einander schieben, angeblich mit einer Geschwindigkeit von 80 mm pro Jahr. Dabei türmen sich Gebirge mit Vulkanen auf, die Anden, und wegen der Reibung gibt es manchmal ruckhafte Bewegungen, die Erdbeben. Leichte Erschütterungen, so genannte „Temblores“, gibt es fast wöchentlich. Schwere Beben, in deren Verlauf der Verlust von Menschenleben zu beklagen ist gibt es ein paarmal pro Jahrhundert.

Den Schaden begrenzen

Die Wahrscheinlichkeit dieser Beben kann man nicht beeinflussen, wohl aber den Schaden, der angerichtet wird. Das wirtschaftlich arrivierte Chile hat es gelernt Gebäude so zu bauen, dass sie Erschütterungen standhalten, und so steht in Santiago heute, mit 300 Metern, das höchste Gebäude Lateinamerikas. Aber nicht nur das, es gibt diverse staatliche Einrichtungen, welche die Bevölkerung rechtzeitig vor Beben und insbesondere vor Tsunamis warnen sollen.

Teil des chilenischen Innenministeriums ist die  “ONEMI”, die staatliche Organisation zum Katastrophenschutz, deren Direktorin eine von Präsidentin Bachelet eingesetzte Journalistin ist. Zu ONEMI gehört das Zentrum für Frühwarnung CAT. Neben dieser zivilen Einrichtung gibt es den Hydrographischen und Ozeanographischen Dienst der Marine (SHOA), der insbesondere für die Beobachtung von Tsunamis zuständig ist.

Ein verdammtes Beben von Stärke 9-10

Ein regionaler Mitarbeiter von ONEMI, ein „ausgebildetet Beobachter“, war einer der Ersten, der den Beginn des mörderischen Bebens vom 27. Februar 2010 am eigenen Leib zu spüren bekam. Er wohnte in der Gegend des Epizentrums und die Möbel in seinem Haus fielen über ihn her. Er rief über Festnetz besagtes CAT in Santiago an, wissend, dass die Verbindung jederzeit abbrechen würde. Er schrie ins Telefon, dass er in einem Erdbeben Stärke 9 bis 10 säße, aber der Diensthabende am anderen Ende wiegelte ab, man hätte nur Information über Stärke 7. Er wiederholte dann noch einmal: „Hör mal zu, du Hurensohn, wir haben hier ein verdammtes Beben von Stärke 9-10“.

Das Zentrum für Frühwarnung ignorierte diese Information, und das war nur eine in der Reihe von unsagbaren Pannen. So hatte ein Mitarbeiter des US Pacific Tsunami Warning Center (PCTW) in Hawaii die SHOA über die Gefahr eines Tsunami an der chilenischen Küste informiert, aber auch diese Information ging unter. Es könnte daran gelegen haben, dass auf chilenischer Seite niemand Englisch sprach und der Anrufer aus Hawaii kein Spanisch.

Auch die Meldung, dass bereits eine der Inseln des Juan Fernandez Archipels, 700 km vor der chilenischen Küste gelegen, durch Tsunami verwüstet worden sei, führte nicht dazu, dass Alarm für Chile gegeben wurde. Eine Warnung an die Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt wäre sehr hilfreich gewesen, denn die Wellen kamen in großen zeitlichen Abständen, und die dritte richtete die schlimmsten Verheerungen an. Hätten die Verantwortlichen ihre Pflicht erfüllt, dann hätte es deutlich weniger Opfer gegeben.

Der Staatsanwalt untersuchte später die Tragödie und ging dieser Frage nach, ob ein effizientes Krisenmanagement Menschenleben hätte retten können.  Letztlich aber gab es für die Verantwortlichen bestenfalls einen Klaps auf die Finger. Immerhin aber trat die Direktorin des ONEMI zurück, nachdem sie vor der Kamera pflichtschuldig ihre Tränen vergossen hatte, und das tat sie sofort, und nicht erst nach einem Jahr.

Haltung statt Kompetenz

Im öffentlichen Dienst vieler Länder herrscht die Anschauung vor, man könne  Kompetenz durch Haltung ersetzen, insbesondere sozialistische Haltung. Fachfremde politische Entscheidungsträger verteidigen sich dann gerne mit der Feststellung, ihnen stünden gute Experten für die fachlichen Fragen zu Verfügung – aber wie wollen die das beurteilen, wenn sie selbst nichts vom Fach verstehen. Dazu kommt die Einstellung, Ministerien und nachgeordnete Ämter seien primär für die Amtsinhaber da und nicht für den Dienst an der Bürgerschaft, die ja die Gehälter bezahlt. Der Schaden, der durch derartige Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit verursacht wird ist nicht immer so unmittelbar zu beobachten wie bei Fluten und Erdbeben, aber er kann durchaus auch langsam und stetig angerichtet werden und eine Nation zu Grunde richten, wenn sich die Bürger das gefallen lassen.

Der Zeitgeist hat es sich nicht nehmen lassen, diese Tragödie  auch für das Streben nach Gendergerechtigkeit zu instrumentalisieren. Es entstand eine engagierte Aktion, die fast lächerlich wäre, wenn es sich hier nicht um ein schreckliches Unglück handeln würde. Man hat angeblich festgestellt, dass bei Tsunamis meist mehr Frauen als Männer ums Leben gekommen sind und man hat auch gleich die Erklärung dafür gefunden: es ist die patriarchalische Hierarchie. Aber es gibt Hoffnung Dank weiblicher Aktivistimmen in Chile, über die folgendermaßen berichtet wird:

„…Diese Frauen haben gezeigt, dass Widerstandsfähigkeit ein Weg ist, um angesichts des Tsunami-Risikos langfristige Veränderungen in der Gleichstellung der Geschlechter herbeizuführen.“

Beim Risikomanagement während des chilenischen Tsunamis im Jahre 2010 hatten ja durchaus auch Frauen das Sagen: die Präsidentin des Landes und die Präsidentin des Katastrophenschutzes.

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ERDERWÄRMUNG AUS SICHT DER AUSSERIRDISCHEN — thinkagain

Bild: Olena Sergienko / Unsplash

Eine fortschrittliche, außerirdische Zivilisation ist bei ihrer Suche nach intelligentem Leben im Universum auf einen Planeten gestoßen, der ihre Aufmerksamkeit weckt; man kann die digitale Kommunikation der dortigen Lebewesen mit Hilfe hochentwickelter Antennen und Computer problemlos nachverfolgen. Dabei wird offensichtlich, dass viel über eine mögliche Erwärmung, über eine „Klimaveränderung“ diskutiert wird, und dass in dem Zusammenhang häufig der Begriff „Greta“ fällt. Daher gibt man diesem galaktischen Objekt den Namen „Planet G“.


Knapp daneben

Um die Zusammenhänge zu verstehen untersuchen die außerirdischen (ET) Wissenschaftler nun, wie die Temperatur auf Planet G  überhaupt zustande kommt. Auf Grundlage einer in der gesamten Milchstraße zugänglichen Veröffentlichung berechnen sie die Strahlung, die Planet G von der Sonne empfängt, und wieviel der dank seiner eigenen Temperatur abstrahlt.

Die Energie der Strahlung, welche die Sonne über die Entfernung von 150 Millionen Kilometern auf Planet G abliefert ist 1,4 Kilowatt pro Quadratmeter. Das sind 180 x 1015 Watt für die ganze Erde. Im Laufe der Jahrtausende hat der Planet nun diejenige Temperatur angenommen, bei der er selbst genau diese Leistung von 180 x 1015 Watt in Form von infraroter Wärmestrahlung abgibt.

Mit Hilfe der „Stefan-Boltzmann Gleichung“ errechnen die Außerirdischen nun eine mittlere Temperatur von 280 Kelvin. Durch Abhören der Wetterberichte und von Vorträgen auf Klimakonferenzen erfahren sie aber, dass die Temperatur tatsächlich 15 ° Celsius beträgt – so nennen die G-Bewohner das, was man in der Galaxie als 288 Kelvin bezeichnet. „Was haben wir bei unserer Rechnung falsch gemacht?“ fragt der Forschungsleiter in die Runde seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter, warum liegen wir 8 Grad daneben?

Hitzige Diskussion der ET Forscher

Es gibt eine Krisensitzung der Forscher und ein junger, vorwitziger ET stößt dazu. Er fragt „woher wisst ihr überhaupt, dass Planet G existiert?“, „Man kann ihn ganz deutlich im Teleskop sehen!“ ist die Antwort. „Dann haben wir den Fehler schon gefunden“, sagt der Grünschnabel. Seine Erklärung geht dann folgendermaßen:

Was man sehen kann, dann sendet Licht aus. Woher soll das Licht von Planet G kommen? Es ist Reflexion des Sonnenlichts. Würde er nichts reflektieren, dann wäre er total schwarz und man könnte ihn vom schwarzen Hintergrund des Alls nicht unterscheiden. Planet G absorbiert also  nicht 100% der Sonnenstrahlen, sondern reflektiert einen Teil. Tatsächlich sieht man den Planeten als bläulich  weißliche Scheibe. Tatsächlich wirft der Planet insgesamt ca. 30% der einfallenden Strahlung zurück ins Weltall. Dann stimmen aber  die 1,4 kW pro Quadratmeter in der Gleichung nicht, dann sind es nur 70% von 1,4, also ≈ 1 kW/m2.

„Wenn wir jetzt diese 1,0 kW in die Gleichung einsetzen, dann wird die Temperatur von Planet G aber noch niedriger, und nicht etwa höher. Unser Ergebnis ist ja schon um 8 Grad zu niedrig.“

Und wieder hat der kleine ET-Einstein Rat: „Ihr habt noch einen Fehler gemacht, und zwar bei der Berechnung der abgestrahlten Leistung.“ „Willst du etwa sagen, die berühmte Stefan-Boltzmann Gleichung sei falsch? Die abgestrahlte Leistung ist doch proportional zu T hoch 4!“

Die Zahnlücken im Spektrum

Die weitere Diskussion zwischen den ET Experten gebe ich nun in eigenen Worten wieder. Die berühmte Gleichung von Stefan-Boltzmann:

L = 5,67 x 10-8 x T4 Watt / m2

gilt nur für Körper, deren Oberfläche eine besondere Beschaffenheit hat.  Und das müssen wir uns genauer anschauen.

Ein warmer Körper sendet elektromagnetische Wellen verschiedener Wellenlängen aus, wobei die Wellenlänge λ = 2.900 μm / T am stärksten vertreten ist. Bei der Temperatur von rund 290 K von Planet G liegt dieses λ bei 10 µm, das ist ein Hundertstel Millimeter. Das ist aber nicht die Einzige Wellenlänge mit der dieses Körper strahlt. Es gibt da noch ein ganzes Spektrum kürzerer und längerer Wellen, die sich in sanfter Hügelgestalt um diese besagten 10 µm verteilen. Der berühmte Physiker Max Planck von Planet G hat sich die Mühe gemacht auszurechnen, wie stark die einzelnen Wellenlängen vertreten sind und hat uns das sogar aufgemalt. Das ist die gestrichelte Kurve in der Graphik. So sähe das Spektrum aus, wenn die Erde ein idealer Körper wäre, der von den Physikern auch „Schwarzer Strahler“ genannt wird.

Die ET Forscher wussten das natürlich und entschieden, dass man Planet G jetzt auf der dunklen Seite genauer untersuchen müsste. Sie schickten gerade mal eines ihrer Infrarot- Weltraumteleskope in die Nähe von G, stationierten es im Schatten des Planeten und analysierten das Spektrum der Strahlung. Und siehe da: der vorwitzige ET Einstein hatte wieder einmal recht gehabt. Planet G war kein idealer Strahler!

In der harmonischen Planck-Kurve klafften erhebliche Zahnlücken. Und das erklärte, warum Planet G weniger Leistung abstrahlte, als von Stefan-Boltzmann behauptet. Man musste diesen mysteriösen Faktor 5,67 in der Gleichung durch eine kleinere Zahl ersetzen. Aber damit dann wieder genau so viel Energie abgestrahlt wird, wie die Sonne liefert, muss die Temperatur T ja größer werden ! Wie viel?

Und auch darauf hat ET Einstein eine Antwort: „Auf genau die Temperatur, von der die Bewohner von Planet G immer reden: 288 K – statt der 280 K, die wir berechnet hatten! Statt 7°C sind es  15°C.“ Bingo.

Bild: Cambridge University Press

Planet G hat eine Atmosphäre!

Mit dieser Erkenntnis aber wollte man sich nicht zufrieden geben. Sie fragten, so wie das für Vierjährige und Forscher typisch ist: „Warum?“. Warum waren da diese Lücken im Infrarot-Spektrum, welches Planet G abstrahlt?

Der Atomphysiker unter ihnen hatte sofort die Antwort: Planet G hat eine Atmosphäre, in der es bestimmte Moleküle gibt, welche die Strahlung bestimmter Wellenlängen daran hindern, ins Weltall zu entweichen. Und mit Kennerblick auf die obige Kurve identifizierte er rasch die üblichen Verdächtigen: Es waren die Moleküle von Methan, Wasser, Ozon und CO2.

Und da erinnerten sich die Forscher wieder an Aufzeichnungen, die man von Gesprächen und digitaler Kommunikation auf Planet K gemacht hatte. Und da war immer wieder von CO2 und dessen Anstieg und vom Ende der Welt die Rede. Und die Forscher schauten in der Graphik des infraroten Spektrums aud diesem Tal, das mit „CO2“  gekennzeichnet war.  Wenn das vielleicht ein paar Millimeter tiefer wäre, dann sollte die Welt untergehen? Sie schüttelten ungläubig den Kopf.

Schließlich berichteten sie dem sehr anspruchsvollen und etwas ungeduldigen ET Forschungsleiter von ihrer Arbeit.

Der fragte etwas verärgert:

„Kommen wir also zu Planet G. Konnten Sie denn diese angebliche Erwärmung der Atmosphäre bestätigen?“

„Nein Herr Professor, das war nicht möglich; wir können eine Erwärmung aber auch nicht ausschließen.“

„Und wie steht’s um intelligentes Leben auf Planet G?“;

„Das können wir ausschließen“.


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