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Ja, ich habe den Neuen Krefelder Appell unterschrieben: ‚Raus aus der Nato!‘ — ZEITPUNKT

https://zeitpunkt.ch/ja-ich-habe-den-neuen-krefelder-appell-unterschrieben-raus-aus-der-nato

Eugen Drewermann verteidigt seine Erstunterzeichnung des Neuen Krefelder Appells mit klaren Worten: «Ich lehne die Nato ab, weil sie die schlimmste Angriffsarmee der Weltgeschichte ist und weil sie die Chance zum Ende des Kalten Krieges 1989 mit System zerstört hat: 1990 umfasste sie noch 16 Mitgliedstaaten, heute sind es 30.» Der Neue Krefelder Appell bewertet auch die Pandemie-Massnahmen als Kriegsmittel.

CC – Eugen Drewermann als Abschlussredner einer Friedensdemonstration am 23. Mai 2009 während des 32. Evangelischen Kirchentages in Bremen.

Ein Blick in die Geschichte: Im November 1980 wurde in Deutschland der Krefelder Appell gegen Nato-Doppelbeschluss von 1979 veröffentlicht. Zur Erinnerung: Parallel zur Entscheidung für die Stationierung nuklearer Mittelstreckenraketen in Europa sollten Abrüstungsverhandlungen zwischen den Supermächten begonnen werden. Doch vor allem die USA hatte überhaupt kein Interesse an einer Entmilitarisierung ihrer europäischen Bündnispartner. Die Verhandlungssprache mit sowjetischen Führern blieb provokativ und aggressiv. Die Angst vor einem nuklearen Krieg beeinflusste Leben, Denken und Fühlen (m)einer ganzen Generation. Durch den Appell vereinigten sich in Deutschland Menschen weit über das sozialistische oder traditionell pazifistische Lager hinaus. Fünf Millionen unterschrieben den Appell, der nach der unscheinbaren Stadt Krefeld am Niederrhein benannt war. Darunter die noch junge, noch pazifistische Grüne Partei, viele SPD-Mitglieder und Millionen junger Menschen. Es war der Beginn einer grossen Friedensbewegung mit bis dahin nicht gekannten Massenaufläufen auf Friedensdemonstrationen: überwältigender Ausdruck eines neues Friedensbewusstseins. In der Sache scheiterten sie jedoch zunächst: Im November 1983 beschloss der deutsche Bundestag die Aufstellung der Mittelstreckenraketen, im Dezember bereits wurden die ersten «Pershing II» stationiert. Wenige Jahre später darauf Michail Gorbatschow mit einer einseitigen Initiative zur Abrüstung. 

Im letzten November versuchte eine Gruppe, an die verbindende Kraft des damaligen Krefelder Appells anzuschliessen. Sie veröffentlichte einen «neuen Krefelder Appell» – verfasst aus dem Umfeld der «Neuen Rheinischen Zeitung» rund um Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann. Die Reaktion aus den verschiedenen Lagern war zu erwarten: «Versuch des Etikettenschwindels?» fragten die einen; «Achtung Querfront!» warnten die anderen.

Kein Wunder. Der Appell fordert schliesslich nicht nur: «Raus aus der Nato», sondern erweitert den traditionellen Kriegsbegriff um Wirtschaft und Gesundheit. Unter der Überschrift «Den Kriegstreibern in den Arm fallen» heisst es: «… die Machthaber dieser Welt führen Kriege auch an neuen, andersartigen Fronten. Unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung wird das Leben von Milliarden Menschen gefährdet. Dahinter steht die Strategie des ‚Great Reset‘ des Forums der Superreichen, das sich ‚Weltwirtschaftsforum‘ nennt, mit dem der Kapitalismus über einen gezielten Zusammenbruch und einen ‚Neustart‘ auf eine noch perversere Stufe gehoben werden soll – unter weitergehender Verletzung der bürgerlichen Rechte, der Menschenrechte und des Völkerrechts – d.h. mit weniger Rechten und mehr Überwachung für den überwiegenden Teil der Menschheit.» 

Friedensengagement im militärischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bereich zu verbinden, das könnte man als logisch oder ganzheitlich bezeichnen. Den neuen Krefelder Appell aber brachte es in Verdacht der Verschwörungstheorie und des Antisemitismus – und einige der Unterzeichner unter den Druck der Öffentlichkeit.

Drewermann sagte der christlichen Zeitschrift Publik-Forum auf deren Vorwürfe: «Ja, ich habe unterschrieben. Wer alles ihn noch unterschrieben hat, weiss ich nicht und muss ich auch nicht wissen; man kann im Richtigen zusammenstehen, auch wenn an vielen anderen Stellen die Meinungen weit auseinandergehen, und es gibt keinerlei Erlaubnis, sich daraus wilde Zusammenhänge zu konstruieren, schon gar keine ‚antisemitischen‘. Ich lehne die Nato ab, weil sie die schlimmste Angriffsarmee der Weltgeschichte ist und weil sie die Chance zum Ende des Kalten Krieges 1989 mit System zerstört hat: 1990 umfasste sie noch 16 Mitgliedstaaten, heute sind es 30. ‚Die Nato wird sich nicht nach Osten ausdehnen.‘ So kann man lügen.» 

Doch was passiert, wenn man Partei ergreift für Menschen, die Gründe haben, sich nicht impfen zu lassen?Ist man dann eine Gefahr, vor der man warnen muss wie vor dem Virus selber? 

Zum Pandemie-Geschehen äussert sich Drewermann so: «Ich bin kein Mediziner, aber immer wieder berichten mir Leute von Nebenwirkungen der mRNA-Impfung, die von ihren Ärzten nicht ernst genommen und nicht weitergemeldet werden, und das macht natürlich wieder misstrauisch. Und dann der Meinungsterror! Warum ist es offenbar schon eine Todsünde, den Mikrobiologen Sucharit Bhakdi oder den Statistiker John Ioannidis auch nur zu erwähnen? Sie und andere sagen, dass wir jetzt Zeugen von Grossversuchen an Menschen sind, und warnen aus guten Gründen davor; warum muss man sie verteufeln? Doch was passiert, wenn man Partei ergreift für Menschen, die Gründe haben, sich nicht mit mRNA impfen zu lassen, auch weil ihnen ihre politische Freiheit durch Meinungshomogenisierung und Kontrollzwang im Sinne von Michel Foucault aufs Äusserste bedroht erscheint? Sind sie, ist man dann schablonengemäss ein Verschwörungstheoretiker, ein Antijudaist, eine Gefahr, vor der man warnen muss wie vor dem Virus selber?»

Den Appell unterschrieben trotz der Anfeidungen aller Seiten mittlerweile über 5000 Menschen, darunter Mathias Bröckers, Wolfgang Wodarg, Michael Ballweg,Claudia von Werlhof, Daniele Ganser und Albrecht Müller von den «Nachdenkseiten».

Hier gibt es ihn im Wortlaut: peaceappeal21.de/

21. September 2022
von:

Christa Dreggerh

Krieg/Frieden

Christa Dregger

Submitted by cld on Sa, 09/17/2022 – 12:37

Christa Dregger-Barthels (auch unter dem Namen Leila Dregger bekannt). Ich bin Redaktionsmitglied des Zeitpunkt, Buchautorin, Journalistin und Aktivistin. Ich lebte fast 40 Jahren in Gemeinschaften, davon 18 Jahre in Tamera/Portugal – inzwischen wieder in Deutschland. Meine Themengebiete sind Frieden, Gemeinschaft, Mann/Frau, Geist.

Plattform des von mir geleiteten Terra-Nova-Netzwerkes: terra-nova.earth

weitere Artikel von Christa Dregger

Leeren bitte! Die grosse Umverteilung am Energiemarkt — ZEITPUNKT

Ich werde Ihnen sagen, wie man reich wird.
Seien Sie ängstlich, wenn andere gierig sind.
Seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind.     
Warren Buffett
Die Staaten subventionieren die Gewinne der Energiekonzerne und übernehmen ihre Verluste


Während die Energiekonzerne Rekordgewinne erzielen, subventionieren die Staaten Europas die Stromkosten.

Hinter den explodieren Stromkosten verbirgt sich eine gigantische Spekulation.
Gasstrom hat nur einen Anteil von 17,9 Prozent am europäischen Elektrizitätsmarkt. Zudem betrug die Preissteigerung beim Erdgas in den letzten 12 Monaten «nur» 67 Prozent und nicht bis zu 1000 Prozent wie beim Strom.

Welche Mechanismen und langfristigen Pläne am Werk sind, erklärt die neuste Ausgabe des Zeitpunkt: «Leeren bitte! Die grosse Umverteilung am Energiemarkt», die am 29. September in den Versand geht.

Die Preissteigerungen am Energiemarkt haben eine lange Vorgeschichte: Desinvestition in fossile Energieträger seit mehr als zehn Jahren über Jahre laufende Massnahmen zur Verdrängung von Russland aus dem Gas-Markt unhaltbare Versprechen der grünen Energiewende absurde Preisbildung an den Strombörsen (merit-order-Prinzip)
Resultat: «Übergewinne für die Energiekonzerne: BP (Verdreifachung), Total (Steigerung um einen Faktor 2,5), Shell und Repsol: Verdoppelung) Subventionierung der Energiepreise (= Sicherung der Gewinne durch den Staat) staatliche Rettung der Energiekonzerne, die sich verspekuliert haben, z.B. die Axpo
Den Energiemarkt zu verstehen, ändert zwar die Preise nicht. Aber man erkennt mindestens die Ursachen der historischen Verwerfung.
  Wir freuen uns, Ihnen die Hintergründe einer verrückten Entwicklung transparent zu machen.


Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber




PS: An unserer Website arbeiten drei Redaktorinnen und eine wachsende Zahl von freien Autorinnen und Autoren. Das alles kostet, bringt aber keine Einnahmen – eigenes Versäumnis.

Wenn Sie die Arbeit trotzdem unterstützen möchten – warum eigentlich nicht? –, dann finden Sie hier die Kontoanghaben:
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Vorgestern fand die Uraufführung von «Ithir» statt, der neusten Produktion unserer Freunde des Tanztheaters Rigolo.

Für die Aufführung von morgen Samstag gibt es noch freie Plätze, für die der Zeitpunkt Tickets mit 25 Prozent Rabatt anbieten kann, also für Fr. 30.– statt 40.– (Normalpreis Kinder 20.–/ Studierende 29.–)

Bestellen Sie Ihre Tickets mit dieser eMail mit dem Stichwort «Tonerde». Passend zur Abstimmung über die Massentierhaltung Ein junger Eber entflieht, von Sehnsucht und Abenteuerlust getrieben, dem heimischen Pferch und tauscht die Sch(w)einsicherheit gegen die Freuden und Gefahren eines ungebundenen Lebens. Am Ende der Lektüre werden auch Sie den Pferch verlassen und allen Tieren Freiheit schenken wollen.
Erwin Jakob Schatzmann (Text) und und Christine Gluch (Illustrationen): Schweini – eine Fabel über Freiheit und Anpassung. Mit 38 Illustrationen, 60 S. Sonderangebot: Fr. 25.– (davon Fr. 5.– zugunsten der Initaitve
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Neu im Zeitpunkt-Infoportal
 

«Ich habe viel über Medizin, Juristerei und Spiritualität gelernt»
22. SEP 22 
REDAKTION
Bruno Hensler ist selbständiger Unternehmer und hat schon früh erkannt, was hinter der Coronakrise steckt. In unserer Serie «Was ist aus uns geworden?» erzählt er, wie sich sein…


Die Geburt Europas – Goethe und Napoleon – eine historische Begegnung
21. SEP 22 
ANDREAS BEERS
Zwei Männer mit gegensätzlichen Idealen? Der eine ringt im Geiste – auf Papier, mit Worten und Schreibfeder, der andere im Verstand – auf dem Schlachtfeld, mit Bajonett und…


Ja, ich habe den Neuen Krefelder Appell unterschrieben: ‚Raus aus der Nato!‘ 
21. SEP 22 
CHRISTA DREGGER
Eugen Drewermann verteidigt seine Erstunterzeichnung des Neuen Krefelder Appells mit klaren Worten: «Ich lehne die Nato ab, weil sie die schlimmste Angriffsarmee der…


«Jedes System hat seinen Anfang und sein Ende» 20. SEP 22 
REDAKTION
Viele Reisen, Auslandaufenthalte und bewegende Momente: So das Leben von René Hirschi. Heute wohnt der 51-Jährige, Vater von drei Kindern, mit seiner Patchwork-Familie im Ökodorf…

 
Glück oder Grundeinkommen?
21. SEP 22 
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Eine verführerische Idee lässt nicht locker: Nachdem vor einigen Jahren die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen gesamtschweizerisch an der Urne deutlich Schiffbruch…
 
Keine Angst im Kapitalismus! Zum 80. Geburtstag von Dieter Duhm
19. SEP 22 
CHRISTA DREGGERH
Ist er nun Marxist, esoterischer Prediger oder Sex-Guru? Aktivist oder Therapeut? Pazifist oder Krieger? Künstler oder Wissenschaftler? 
 

Homöopathie soll in Deutschland aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen werden

19. SEP 22 
BARBARA HAGMANN
Hetze gegen Homöopathie: Während die Gegner behaupten, dass Globuli nichts nützen, verlangen Befürworter, die Lehre bereits ins Medizinstudium zu integrieren. 


Der eingebildetste Schüler der ganzen Schule
18. SEP 22 
NICOLAS LINDT
Wie ich auf meinem Feldzug für eine schülerfreundliche Schule den Englischunterricht als «Kindergarten» bezeichnete. Was nicht ohne Folgen blieb. 

Gold oder Geist – Philipp der Schöne und der Impuls der Tempelritter
17. SEP 22 
ANDREAS BEERS
Wer Gold hortet, verliert seine Seele. Wer Gold verteilt, schafft Werte. Zwei unvereinbare Ideale, damals wie heute. Der französische König Philipp IV wollte alles Gold der Erde…
 
Die Protokolle der Weisen von Santa Monica
17. SEP 22 
CHRISTOPH PFLUGER
Ein getürktes Dokument des US-Thinktanks Rand Corp. macht die deutschen Grünen zum Hauptinstrument der Zerstörung der europäischen Wirtschaft. Nutzniesser sind jedoch die grossen…
 


«Grüner Korridor» Ukraine – Ökodörfer bieten Geflüchteten eine Heimat
17. SEP 22 
ANASTASIYA VOLKOVA
Anastasiya Volkova ist Leiterin der NGO «Permakultur in der Ukraine» und Mitglied von «GEN Ukraine» und lebt seit 9 Jahren im Ökodorf Zeleni Kruchi bei Kiew. 


Ein Gefährt, das passt!
03. SEP 22 
ANTON BRÜSCHWEILER
Ein Rollator ist nicht einfach ein Rollator. Und auch wenn unser Autor noch gut zu Fuss unterwegs ist, er hat sich umgeschaut und vor-informiert. Kolumne.

Bei Christoph Brand raucht der Colt
16. SEP 22 
CHRISTOPH PFLUGER
«Wir haben nicht spekuliert», behauptet der Axpo-Chef. In einem Beitrag in der Weltwoche bestätigt er das Gegenteil.
 


«Jede Silbe muss sitzen»
16. SEP 22 
BORIS BITTEL
Mein Handy ist während den Ferien meistens auf Flugmodus. Doch dieses mal hatte Roger Glück und erreichte mich. Knapp zwei Wochen später bin ich im Studio und kurze Zeit darauf im…


 

König Charles der Letzte
15. SEP 22 
CHRISTOPH PFLUGER
Als Promotor des Great Reset wird der neue britische Monarch entweder vom World Economic Forum zum Vizekönig degradiert oder von den kommenden politischen Erdbeben verschlungen.

Der Westen gegen den Rest – und gegen «trojanische Pferde»
15. SEP 22 
GERMAN FOREIGN POLICY
Die EU zielt im Machtkampf gegen Russland und China auf eine globale Blockbildung und wird im Inneren gegen «trojanische Pferde» auswärtiger Mächte vorgehen. 

Rund die Hälfte der Schweizer Haushalte hat keinen Notvorrat
15. SEP 22 
REDAKTION
Ein Drittel ist für eine Woche gerüstet, ein Viertel für ein paar Tage. Der Rest hat nur den Kühlschrank.

Deutschland ist der postpandemische Geisterfahrer Europas 
15. SEP 22 
MARCO CAIMI
Mit dem Infektionsschutzgesetz steht der Regierung der gesamte Lockdown-Instrumentenkasten erneut zur Verfügung. Somit wird die Grundrechtseinschränkung zum Regelfall.



Die Spekulation, nicht der Krieg, treibt vor allem die Preise — ZEITPUNKT

https://mailchi.mp/zeitpunkt/gibt-es-einen-dritten-weg-2886519?e=f405ba948e

An der Börse muss man nicht alles wissen,
nur alles verstehen.           André Kostolany
Energiepreise: Die Politik will das Problem lösen, ohne es zu verstehen
Liebe Leserinnen und Leser

Neben dem Tod der Queen und dem Ende einer Ära stehen die Energiepreise im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Die Preissteigerungen für Strom von bis zu 1000 Prozent innerhalb eines Jahres sind zur Hauptsache das Resultat von Börsen- und Preisbildungsmechanismen.

Grundlage ist die grüne Energiewende, die das komplexe System der Stromversorgung vom Gas abhängig gemacht, das nun aufgrund der Sanktionen im Preis gestiegen ist.

Aber während der Erdgaspreis in den letzten 12 Monaten «nur» um 57 Prozent teurer wurde, stieg der Strompreis am European Energy Exchange um 300 bis 400 Prozent.

Quelle: finanzen.net Quelle: EEX/bricklebrit.com
Was dazwischen passiert, ist das Entscheidende. Ich habe dies am Beispiel des Rettungsschirms für die Axpo zu erklären versucht: «Die Axpo hat sich wahrscheinlich verspekuliert».

Die Materie ist nicht ganz einfach, aber essentiell, wenn man das Problem verstehen und die «Lösungen», die nun diskutiert werden, beurteilen will. Die Energiekonzerne erzielen zur Zeit  horrende Gewinne. Sie sind der Preistreiber, nicht der Krieg.

Leider haben wir es erst mit der Spitze des Eisbergs zu tun. Noch könnten die Politiker das Heft wieder in die Hand bekommen. Aber wer die «Märkte» Jahrzehnte gewähren liess, kann jetzt nicht übernehmen. Zudem fehlt es dem führenden Personal nicht nur an Willen, sondern offensichtlich auch an Sachverstand,

Wie unglaublich verwirrt der deutsche Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck über so Grundlegendes wie eine Pleite spricht, können Sie hier in einem Ausschnitt von anderthalb Minuten aus seinem kürzlichen Gespräch mit Sandra Maischberger nachhören. Es ist zum Fremdschämen. Gleich anschliessend dann erfrischend klar: Sahra Wagenknecht.

Im Übrigen möchte ich mich kurz halten und Ihnen ein schönes Wochenende wünschen.


Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber




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Neu im Zeitpunkt-Infoportal   Biedermanns Comeback  10. SEP 22  THOMAS BRÄNDLE Wie aktuell ist das Werk «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch? Der Schriftsteller Thomas Brändle holt den Klassiker aus dem Bücherschrank und adaptiert ihn an die Gegenwart. Die EU soll sich endlich mit den Risiken von Mobilfunk und Digitalisierung befassen 10. SEP 22  REDAKTION «verbunden, aber geschützt» ist die erste offizielle Europäische Bürgerinitiative, die sich mit den negativen Aspekten des Mobilfunks und der Digitalisierung beschäftigt. beschäftigt. Sie sammelt eine Million Unterschriften, um die längst überfällige parlamentarische Debatte durchzusetzen. Die britische Polizei bereitet sich auf «grössere Unruhen» vor10. SEP 22 REDAKTIONKnapp 190’000 Briten haben sich verpflichtet, ihre Energierechnungen ab dem 1. Oktober nicht mehr zu bezahlen, falls die Bewegung bis dann eine Million Mitglieder erreicht. «Ithir»: der ewige Tanz um Werden und Vergehen09. SEP 22 Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder werden. Das weltbekannte Tanztheater «Rigolo» aus dem Toggenburg feiert am 21. September die Uraufführung seiner neuen Produktion «Ithir».



Die Axpo hat sich wahrscheinlich verspekuliert08. SEP 22 CHRISTOPH PFLUGERDie Gründe für den Rettungsschirm zugunsten des Stromkonzerns bleiben undurchsichtig. Es ist unmöglich, mit selber produziertem Strom an den Börsen so hohe Risiken aufzubauen, dass der Staat einschreiten muss.   «Meine Strahlensensitivität hat mir geholfen, die Corona-Geschichte zu durchschauen»08. SEP 22 SUSANNE RYFFELImmer mehr Menschen leiden an Strahlensensivität; auch Susanne Ryffel ist davon betroffen. Aus unserer Serie «Was ist aus uns geworden?»    Was ist los im Staate Dänemark?08. SEP 22 CHRISTINE BORNGespräch mit dem dänischen Politiker Mads Palsvig, Gründer der dänischen Volkspartei «Jorden Frihed Kundskab» (JFK). JFK wurde weltweit bekannt mit wochenlangen Demonstrationen vor dem dänischen Parlament. 3 Fragen an Salomé Fässler, Mitgründerin von Valeriana07. SEP 22 REDAKTIONValeriana ist ein Non-Profit Social Impact Projekt mit dem Ziel, die Gesellschaft näher zusammenzubringen. Die Wurzeln unserer Naturwissenschaft – Aristoteles und die Feldzüge Alexanders des Grossen06. SEP 22 ANDREAS BEERSIn der Nacht von Alexanders Geburt ging der Tempel der Artemis zu Ephesos in Flammen auf. Viele gaben dem Ereignis damals die Deutung, dass ein grosses Unglück über Asien kommen würe.   Des einen Leid, des andern Freud05. SEP 22 CHRISTIAN KREISDie Analyse zeigt: Von der deutschen Außen- und Wirtschaftspolitik profitieren die Energiekonzerne und die USA.




Das Schaudern vor der Sinnlosigkeit04. SEP 22 NICOLAS LINDTWie ich mich das erstemal verliebte – und zugleich in literarische Abgründe stieg. Als ich mich in die Welt verliebte – Chronik einer Leidenschaft #27 Ein Gefährt, das passt!03. SEP 22 ANTON BRÜSCHWEILEREin Rollator ist nicht einfach ein Rollator. Und auch wenn unser Autor noch gut zu Fuss unterwegs ist, er hat sich umgeschaut und vor-informiert. Kolumne. Gemeinschaftlich leben senkt das Demenzrisiko03. SEP 22 CHRISTA „LEILA“ DREGGERDie Zahl der Demenzfälle wird sich bis 2050 weltweit auf mehr als 150 Millionen verdreifachen. Aber ist denn alt immer alt? Eher können wir sagen: alt, einsam, abgeschoben, nicht gebraucht, nicht herausgefordert wird mit höherer Wahrscheinlichkeit dement. Jedes JA für mehr Tierwohl ist auch eine Stimme für das Menschenwohl!03. SEP 22 FRANZISKA HERREN, TRINKWASSER-INITIATIVE15 Millionen Nutztiere leben in der Schweiz. Fast doppelt so viele wie Menschen. Diese Massentierhaltung verbraucht enorm viel Wasser, Ackerland und Antibiotika. Weitere Artikel auf: ZE!TPUNKT.ch
Unsere Redaktoren veröffentlichen regelmässig Interviews und bewegende Geschichten und berichten über aktuelle Ereignisse.

Der neue Zeitpunkt «Blow-up – die gleichzeitige Veränderung von allem» hat sehr kontroverse Reaktionen ausgelöst (Inhaltsübersicht)
Es gab überschwängliches Lob und Kündigungen mit drohendem Unterton. Für Journalisten ist das ein Hinweis, das man es vermutlich getroffen hat.

Sie können die Ausgabe 169 «Blow-up» hier als
Einzelnummer und hier als
Schnupperabo (mit zwei Ausgaben Für Fr./€ 20.- bestellen.
Hinweise
  Schon wieder: Offizielle Falschinformationen im Abstimmungsbüchlein «Ein «Nutztier» ist im Abstimmungsbüchlein kein Nutztier, sondern ein mathematisches Phantasiewesen», schreibt U.P. Gasche im Infosperber. «Eine erwachsene Kuh gilt als 1 Grossvieheinheit, ein kleines Masthuhn dagegen zählt nur als 0,004 Grossvieheinheit. Die Bundeskanzlei vergleicht also 250 zusammengepferchte Masthühner, die nie ins Freie kommen, mit einer einzigen Kuh. Da neun von zehn Kühen und Rindern ab und zu ins Freie kommen, erklärt die Bundeskanzlei ‹78 Prozent der Nutztiere› seien regelmässig nach draussen gekommen. Zählt man aber jedes Huhn als ein «Nutztier», was es auch ist, dann haben eben nur 13 Prozent aller Nutztiere Auslauf ins Freie.» Fazit: Die Information im Abstimmungsbüchlein kann nur als beabsichtigte Irreführung bezeichnet werden. Die Initiative gegen die Massentierhaltung zielt vor allem auf die Geflügel- und Schweinehaltung. Indem er alle Nutztiere in «Grossvieheinheiten» umrechnet, zeichnet er ein eindeutig falsches Bild der Lage. Zufall kann das nicht sein.
  Übersterblichkeit wegen Hitze? Seit zehn Wochen verzeichnet die Schweiz eine anhaltende Übersterblichkeit im Sommer. Das gab es noch nie, und die NZZ musste sich in einem Artikel damit befassen. Die Zeitung zitiert Experten, die die Übersterblichkeit auf die Langzeitfolgen einer Covid-Infektion und auf den Klimawandel zurückführen. Trifft das zu? Der Statistiker R. Hagemann zerlegt in einem Video die Argumentation. Schauen Sie selbst und bilden sie sich eine eigene Meinung. https://www.youtube.com/watch?v=ipaz1eEwrA8 Krieg und Frieden Vortrag von Daniele Ganser am 16. September in Bern

Warum töten sich Menschen? Warum leben wir nicht einfach in Frieden zusammen? Schüren unsere Medien den Krieg oder fördern sie den Frieden? Braucht es inneren Frieden, um den äusseren Frieden zu sichern? Und wenn sich alle Länder der Welt an das UNO-Gewaltverbot halten würden, wäre dann Frieden für immer? Diese Fragen beleuchtet der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser in seinem Vortrag unter Einbezug der aktuellen globalen Entwicklung. Der Vortrag, organisiert von «Die Quelle», kann man auch per live-stream verfolgen. Infos und Tickets (Fr. 25.-)

Der Trompeter, Komponist und Bandleader Peter Schärli ist einer der führenden Jazzmusiker der Schweiz. Aufgrund seiner kritischen Haltung zu den Corona-Massnahmen und Verleumdungen eines inzwischen verurteilten Journalisten verlor er alle Konzerttermine. Jetzt kann Peter Schärli mit verschiedenen Formationen wieder sein Publikum begeistern! Hier finden Sie seine Termine im September und im Oktober (in Olten, Basel, Luzern und Aarau)
Bücher für die nächste Welt  
Erwin Jakob Schatzmann (Text) und Christine Gluch(Illustrationen): Schweini – eine Fabel über Freiheit und Anpassung. Mit 38 Illustrationen. 2022. 60 Seiten, Fr. 29.00.-/€ 29.00.-. ISBN: 978-3-907263-08-2. Erscheint Ende April. Bestellen.

 
Sinn in der Krise finden
Auf Angst reagiert der Mensch mit Kampf, Flucht oder Erstarrung. Reife Persönlichkeiten allerdings lassen sich gar nicht erst Angst einjagen von der Politik und den Massenmedien. 32 Geschichten, in denen es durch alle emotionalen Register geht. Für die Autorinnen und Autoren aber ist immer klar: Ich stehe aufrecht da, für mich, für die Freiheit und für die direktdemokratische Schweiz.
Prisca Würgler (Hrsg): Unser Jahr unter Corona – ein Blick in 32 Tagebücher. edition Zeitpunkt, 2021. 104 Seiten, Fr. 15.00.-/€ 15.00.- (Bestellung)
 

Der Aufstieg ist langsam, der Niedergang schnell. 
Aber das ist nur das Erste, was man über die kommende Zeit wissen muss.
Dmitry Orlov: Die Lehre vom Kollaps– die fünf Stufen des Zusammenbruchs und wie wir sie überleben. edition Zeitpunkt, 2020. 144 Seiten, Fr. 15.00.-/€ 15.00.- (Bestellung)

 
«Die Strategie der friedlichen Umwälzung – eine Antwort auf die Machtfrage» von Christoph Pfluger.
Die Reformen, die unser Planet so dringend braucht, werden alle verwässert, verzögert oder ins ­Gegenteil verkehrt. Wenn wir Zukunft haben wollen, müssen wir uns den Mächten stellen, die Frieden und ­Gerechtigkeit verhindern.
Die Strategie der friedlichen Umwälzung identifiziert den großen Gegner und entwickelt Werkzeuge zu seiner Entmachtung. Das Gute daran: Bereits die ersten Schritte bringen Befriedigung und Freiheit.
Es braucht keine Mehrheit und auch nicht viele. Aber es braucht dich!
 
«Das AntWort – die Wahrheit des Absurden», das Buch von Anton Brüschweiler hat einen guten Start erlebt. Rund 600 Exemplare dieser humoristischen Textsammlung haben in den letzten Wochen Leser gefunden. Hier können Sie in dem Buch blättern. Die edition zeitpunkt hat vom Autor die Erlaubnis, dieses Buch ausdrücklich auch als Lektüre für das stille Örtchen anzupreisen. Wenn das keine Empfehlung ist!
«Unverblümt», die aphoristische Denkprosa von Erwin Schatzmann, die auch in kleinen Häppchen enorm anregend wirkt. 148 S. geb. Fr. 18.–


 
«Das nächste Geld», für das ich selber meine ganze Schreibkunst mobilisiert habe, um Sie aus den zehn Fallgruben des Geldsystems zu führen.
Manchmal ist es hilfreich, die Probleme zu kennen, bevor sie einem auf den Kopf fallen.

   

Geld-Magazin, Österreich:
«Christoph Pfluger ist wohl eines der besten Bücher zum Thema ‹Geld› gelungen. Wer es liest, versteht, was Sache ist.»

Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. 2. rev. Aufl., 2016. 252 Seiten, Fr. 23.-/€ 21.- (hier bestellen)   
Veränderungen kann man nicht bestellen,
aber die Anregungen dazu.

Wer den Zeitpunkt für ein Jahr abonniert, bezahlt, was er will. (Hier bestellen).

Den Zeitpunkt verschenken: (Bestellformular für Geschankabos)

Schnupperabo (2 Ausgaben für Fr. 20.–, null Risiko), Bestellformular
Postadresse:
ZeitpunktWerkhofstrasse 19Solothurn4500SwitzerlandAdd us to your address book

Was kann der «Antikriegstag»? — ZEITPUNKT

Jeder Krieg in den letzten 50 Jahren
war ein Resultat medialer Lügen.
Julian Assange
Kommt Frieden, wenn wir gegen den Krieg sind?
Liebe Leserinnen und Leser

Gestern war «Antikriegstag». Anlass ist der Überfall Deutschlands auf Polen vom 1. September 1939. Der Gedenktag geht auf eine gewerkschaftliche Initiative zurück und wird seit 1957 begangen. Er richtete sich damals gegen die 1956 eingeführte Wehrpflicht und gegen die Aufrüstung.

Die grosse Frage lautet: Wird uns der Widerstand gegen den Krieg Frieden bringen? Ich mag nicht daran glauben. Der Kampf gegen das Schlechte – manchmal durchaus unumgänglich – wird uns nicht das Gute bringen. Wie oft wurde mit der Beendigung eines Krieges der Same für  nächste Kriege gelegt!

Aus der Erkenntnis, dass Ungleichheit der historisch wichtigste Grund für Krieg, Revolution und Staatsversagen ist, bin ich daran, ein Konzept für den «Dritten Weltfrieden» zu entwickeln. Einen ersten Text dazu finden Sie auf meinem persönlichen Blog mit der Bitte zur Kommentierung.

Am 25. September stimmen wir u.a. darüber ab, ob Nutztiere in Zukunft bessere Lebensbedingungen haben sollen. Ein entscheidender Faktor für die Entscheidung, ist die Frage ob wir diesen Mitgeschöpfen so etwas wie eine Seele zubilligen.

Nicht umsonst heisst «Tier» in den lateinischen Sprachen «animal», von «anima» (Seele). Wer Tieren als beseelten Wesen begegnet und sie entsprechend behandelt, wird berührende Erfahrungen machen.



Erwin Jakob Schatzmann hat mit «Schweini» eine wunderbare Fabel über Freiheit und Anpassung geschrieben, illustriert von Christine Gluch. Es ist die Geschichte eines Schweins, das sich nicht zur Sau machen liess.

Schweini entflieht seinem Pferch, erlebt seine Abenteuer in der Freiheit und verliebt sich in Grunzi, ein hübsches Wildschweinmädchen. Ihr Vater ist mit der Liaison nicht einverstanden, und es gelingt Schweini auch nicht, seine Freunde im Pferch mit dem reichlichen Futter von den Vorzügen der Freiheit zu überzeugen. So macht er sich schliesslich auf den Weg ins Morgenland, wo kein Schweinefleisch gegessen wird.

Die Fabel, obwohl vor der Initiative gegen die Massentierhaltung geschrieben, passt ideal zum Abstimmungskampf. Wir bieten Ihnen das Buch deshalb zum Spezialpreis von Fr. 25.- an, zusätzlich gehen Fr. 5.- an den Abstimmungskampf.

Ich freue mich wenn dieses berührende Bilderbuch für Menschen von 9 bis 99 Jahren dazu beiträgt, Tiere als beseelte Mitgeschöpfe zu behandeln und die politischen Regeln entsprechend zu gestalten.


Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber



  Passend zur Abstimmung über die Massentierhaltung
Ein junger Eber entflieht, von Sehnsucht und Abenteuerlust getrieben, dem heimischen Pferch und tauscht die Sch(w)einsicherheit gegen die Freuden und Gefahren eines ungebundenen Lebens.
Am Ende der Lektüre werden auch Sie den Pferch verlassen und allen Tieren Freiheit schenken wollen.

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Es reicht nicht, nur gegen den Krieg zu sein — ZEITPUNKT

Ist es nicht besser, für eine Sache zu stehen,
an die man glaubt, wie an den Frieden, als für eine Sache zu leiden,
an die man nicht glaubt, wie an den Krieg?
Albert Einstein
Gibt es einen Weg zum Dritten Weltfrieden
Liebe Frau Sylvia Hanah Linnenkohl

Zweimal im Jahr ist Davos der Nabel der Welt: Im Winter, wenn sich die globale Teppichetage zum grossen WEF trifft und im Sommer, wenn sich rund 250 Aktivisten am WEFF auf den neusten Stand im kleinen Universum der Weltverbesserung bringen.



Alec Gagneux und Thomas Künzli haben nun bereits zum vierten Mal eine inspirierende Tagung mit interessanten Themen, kompetenten Referentinnen und vielen Vernetzungsmöglichkeiten auf die Beine gestellt (hier Programm und live-stream).

Man wünscht sich mittlerweile, dass die imposante Holzbaufirma Künzli, die ihre Räume grosszügigerweise zur Verfügung stellt, noch grösser sei, damit die Teilnehmerzahl nicht auf 250 beschränkt und so viele Interessenten abgewiesen werden müssten.

Auch Workshops zur Vertiefung und spontane Gruppendiskussionen neben den Vorträgen müssten eigentlich zu einem solchen Gipfeltreffen gehören. Aber das wird bestimmt noch werden. Ich bin ja nicht der einzige, der sich das wünscht.

Ich hatte am WEFF erstmals Gelegenheit, Idee und Konzept des Dritten Weltfriedens einer wohlwollenden Öffentlichkeit vorzustellen. Die Überlegung: Es reicht nicht, gegen den Krieg zu sein. Frieden erfordert konstruktive Schritte hin zu einer wirklich gerechten Welt, konkret: Schuldenerlass, Vermögensreform und ein gerechtes Geldsystem.

Leider wurde die Diskussion durch einen unvorhergesehenen Auftritt von Georg Schmid verunmöglicht, der als Berichterstatter für die Sekteninformationsstelle «Relinfo» am WEFF teilnahm. (Offenbar wird, wer für Frieden einsteht und einen Schuldenerlass verlangt – eine biblische Forderung –, bereits einer Sekte zugeordnet.) Georg Schmid trifft keine Schuld, es hat sich einfach so ergeben.

Die verpasste kritische Diskussion möchte ich nun online nachholen, indem der Redetext hier in einem geschützten Link mit Kommentarmöglichkeit zugänglich ist. Bitte machen Sie regen Gebrauch davon. (Passwort: «Weltfrieden»)


Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber



  Abonnieren Sie auch unseren Telegram-Kanal, um unsere neusten Beiträge nicht zu verpassen. Der neue Zeitpunkt «Blow-up – die gleichzeitige Veränderung von allem» hat sehr kontroverse Reaktionen ausgelöst.
Es gab überschwängliches Lob und Kündigungen mit drohendem Unterton. Für Journalisten ist das ein Hinweis, das man es vermutlich getroffen hat.

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Verwenden Sie für Ihre Bestellung diese eMail. 30. August, 19.00 Uhr, öffentlicher Vortrag in Zug

Aufbruch zum Dritten Weltfrieden
Nur gegen den Krieg zu sein, wird keinen Frieden bringen

Wer Frieden will, muss die Ursachen von Krieg erkennen und beheben. Die gegenwärtige Situation bietet eine einmalige Chance, Gerechtigkeit unter den Menschen, Völkern und Nationen herzustellen. Wie dieser Weg aussehen könnte, erkläre ich auf Einladung des Vereins Para Zug.

Ort: ParaZug, Oberneuhofstr.11, Baar (Karte)
Datum: 30. August 2022, 19.00 Uhr
Anmeldung auf Telegram: tony @maccchiavelli
Eintritt: Mitglieder CHF 25.-, Nichtmitglieder CHF 35.- (inkl. Buch «Die Strategie der friedlichen Umwälzung»).
 

Im Herzen den Sommer verlängern– ZEITPUNKT

Es ist der revolutionärste Akt,
in unserer Gesellschaft öffentlich glücklich zu sein.
Patch Adams
Im Herzen den Sommer verlängern
Liebe Leserinnen und Leser

Es war ein Sommer, wie er schon lange nicht mehr war: voller Leichtigkeit und guten Begegnungen. Und das Wetter spielte mit.

Ich war erstaunt, wie locker sich viele Menschen fühlten und wie leicht man mit ihnen ins Gespräch kam. Manchmal brauchte es nur ein freundliches Wort oder ein Lächeln und schon kam eine Konversationen zustande, wie es für Mitglieder der Menschheitsfamilie eigentlich normal ist.

Natürlich toben um uns herum noch heftige Auseinandersetzungen. Und die Politik wird nicht müde, grau-schwarze Wolken herumzuschieben, mit denen wir uns früher oder später ganz konkret auseinandersetzen müssen.

Aber das wird uns nur im Bewusstsein gelingen, dass wir Menschen zutiefst soziale Wesen sind, die es eigentlich mit fast allen ganz gut können.

Genauso wie die Angst ansteckend ist, können sich auch Leichtigkeit und Freude ganz von selbst verbreiten, wenn man sich selber bleibt und offen ist.

Ich wünsche Ihnen (und mir), dass es uns gelingt, die sommerliche Leichtigkeit in den Herbst hineinzutragen und unter dem Deckel der Politik eine Kultur der Menschlichkeit entsteht, die uns widerstandsfähig macht.

In diesem Sinn und

mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber


 
30. August, 19.00 Uhr, öffentlicher Vortrag in Zug

Aufbruch zum Dritten Weltfrieden
Nur gegen den Krieg zu sein, wird keinen Frieden bringen

Wer Frieden will, muss die Ursachen von Krieg erkennen und beheben. Die gegenwärtige Situation bietet eine einmalige Chance, Gerechtigkeit unter den Menschen, Völkern und Nationen herzustellen. Wie dieser Weg aussehen könnte, erkläre ich auf Einladung des Vereins Para Zug.
Ort: ParaZug, Oberneuhofstr.11, Baar (Karte)
Datum: 30. August 2022, 19.00 Uhr
Anmeldung auf Telegram: tony @maccchiavelli
Eintritt: Mitglieder CHF 25.-, Nichtmitglieder CHF 35.- (inkl. Buch «Die Strategie der friedlichen Umwälzung»). 5. September, 19.30 Uhr, Konservi, Seon:

Vom Übergang unseres heutigen Wertesystems in eine geldfreie Gesellschaft – Vision oder Illusion?
Podiumsgespräch mit Bilbo Calvez (Autorin von «Saruj – stell dir vor, es gibt kein Geld mehr»), Olivier Kessler (Direktor des Liberalen Instituts, Zürich) und Christoph Pfluger.
Eintritt: freier Beitrag
Ab 17.30: Gaumenprogramm. Infos und Anmeldung
 UND MEHR …

Postadresse:
ZeitpunktWerkhofstrasse 19
Solothurn 4500 Switzerland

Was ist aus uns geworden? — ZEITPUNKT

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte,
begrüsste ihn mit den Worten:
«Sie haben sich gar nicht verändert.»
«Oh!», sagte Herr K. und erbleichte.
Bertolt Brecht
Was ist aus uns geworden? Wie die Pandemie-Jahre uns verändert haben

Liebe Leserinnen und Leser

Zurzeit beginnt fast jedes Gespräch mit einem Kommentar übers Wetter. Es wird vor einer «grossen Gefahr für die Gesundheit» gewarnt, und wir sind dazu aufgerufen, uns zu vergewissern, ob ältere Menschen in unserer Nachbarschaft wohlauf sind.

Vielleicht sind Sie bereits in kühlere Gefilde geflüchtet und haben den neuen Zeitpunkt zum Thema «Blow up» als Ferienlektüre mitgenommen. Doch wir bleiben trotz Hitze auch online am Ball und richten den Blick auch über die Schweizer Grenzen hinaus. Zum Beispiel nach Südasien, wo die Energieversorgung zu kollabieren droht, oder nach Holland, wo die Proteste von Landwirten drohen, das ganze Land lahmzulegen.  

Ausserdem wagen wir einen Blick zurück und stellen uns und Ihnen die Frage, wie die zwei letzten Jahre uns verändert haben. Im Rahmen der Sommerserie «Was ist aus uns geworden?» erzählen uns verschiedene Menschen, wie sich ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Beziehungen verändert haben – und ob es ihnen heute vielleicht sogar besser geht.

Es geht um Fragen wie Hat sich Ihre Arbeitssituation in der Pandemie verändert und was ist davon geblieben? Wie hat sich Ihr Freundeskreis in der Pandemie verändert? Stellen Sie eine Veränderung der Gesprächskultur fest und wenn ja, welche? Wie beurteilen Sie das Niveau der Zuversicht bei Ihnen persönlich und in Ihrem Umfeld? Gastwirt Günter Diexer etwa erzählt, warum er zu einer Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt wurde, und Lehrerin Rahel Vollenweider spricht über ihr neues Leben in Südafrika. Wenn Sie uns auch Ihre Geschichte erzählen möchten, freuen wir uns über Zuschriften (Formular).
Alle bisherigen Texte zur Frage «Was ist aus uns geworden?»

Last but no least dürfen wir einen neuen Autor im Zeitpunkt-Team begrüssen: Schriftsteller Thomas Brändle schreibt ab dem 23. Juli regelmässig für uns Kolumnen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen!


Mit herzlichen Grüssen

Nicole Maron
Redaktorin Zeitpunkt





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Neu im Zeitpunkt-Infoportal   Die fünf Grundgesetze der menschlichen Dummheit09. AUG 22 CHRISTOPH PFLUGERUnd: Die Dummen sind gefährlicher als die Banditen   Wenn die Schwalben vom Himmel fallen 08. AUG 22 ARTHUR FIRSTENBERGDie Niederlande und Frankreich verzeichnen diese Brutsaison einen starken Rückgang der Seevögelkolonien. Offiziell heisst es, die Vogelgrippe habe gewütet. Der wahre Grund könnte aber woanders liegen; die Brandseeschwalben sind teilweise einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt.

Was schenken die drei Könige? — ZEITPUNKT

Diplomatie ist, jemanden so zur Hölle zu schicken,
dass er sich auf die Reise freut.
Winston Churchill
Was führt die «drei Könige» Scholz, Macron und Draghi nach Kiew?
Liebe Leserinnen und Leser

Heute besuchen die «drei Könige» der EU, Scholz, Macron und Draghi den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Kiew. Was bringen sie mit?

Geschenke werden es nicht sein. Die würden sie lieber allein überbringen, der publizistische Ertrag wäre grösser.

Wahrscheinlicher ist, dass sie Selenskyj eine dringliche Forderung überbringen: endlich die Tür für Verhandlungen zu öffnen. Um Selenskyj zu überzeugen, dessen politisches Überleben auf dem Spiel steht, reisen sie zu dritt an. Mit von der Partie der drei Könige ist noch ein Herzog, der rumänische Präsident Klaus Johannis.

Die drei Politiker haben erkannt, dass sie ihre Zukunft und die ihrer Länder gefährden, wenn es nicht zu irgendeiner Einigung zwischen Russland und der Ukraine kommt. Das würde ihnen noch vor dem kalten Winter einen Ausweg aus der Sanktions-Sackgasse erlauben.

Alle drei haben mit wachsendem innenpolitischen Widerstand zu kämpfen. Macron steht vor Wahlen, Scholz wirkt zögerlich und Draghi hat im eigenen Land substanziellen antiamerikanischen Gegenwind.

Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine würden ihnen zudem helfen, ihr Gesicht zu wahren, bevor die Niederlage der Ukraine auch zu ihrer eigenen wird.

Von Scholz, der vom ukrainischen Botschafter in Deutschland, Melnyk, als «beleidigte Leberwurst» bezeichnet wurde, wird schon lange eine Reise nach Kiew gefordert. Jetzt kann er seinem Gang nach Canossa mit hochrangiger Begleitung eine ganz andere Färbung geben.  

Der Besuch der drei Könige offenbart aber auch den grösser werdenden Riss in der NATO. Warum reist Kaiser Biden nicht mit oder Vizekönig Johnson, die beiden tatkräftigsten Förderer eines langen Krieges?

Der kleine Gipfel in Kiew wird ausser Bildern, schönen Worten und kleineren Zusagen offiziell vermutlich nicht viel bringen. Die Diplomatie darf in dieser heiklen Frage noch nicht deutlich werden.

Zur Sache wird es erst gehen, wenn die letzten Vertreter der NATO, mit denen Russland noch reden kann, ein Verhandlungsmandat erhalten: Orban und Erdogan. Das liegt noch so fern, dass es genausogut auch nicht eintreten kann.


Der vereinigte Westen steht vor der schwierigen Aufgabe, in der sich abzeichnenden Niederlage der Ukraine das Narrativ zu ändern
und sein Gesicht zu wahren. Meine Überlegungen dazu finden Sie auf meinem Blog:
Wer wird schuldig gesprochen, wenn die Ukraine verliert?
Wie ändert der Westen sein Narrativ und wem wird der Schwarze Peter zugespielt?

Warum soll man sich jetzt, wo die Kriegsbegeisterung merklich nachgelassen hat, noch mit der Ukraine befassen? Oft geschehen die entscheidenden Dinge in einer Phase reduzierter Dramatik.

Zudem stehen nicht nur die Ukraine und Russland im Krieg, sondern der vereinigte Westen, zu dem sich auch die Schweiz zählt, welche die Sanktionen der EU übernommen hat.

Die Frage der Neutralität könnte durchaus eine Dimension erhalten, die sich nicht mit neuen Begriffen beschwichtigen lässt. Wenn es ans Eingemachte geht, was der Schweiz durchaus blühen könnte, wird es uns alle betreffen. Handlungsfähig sind wir nur, wenn wir den Konflikt verstehen.

Das soll uns allerdings keineswegs daran hindern, den Sommer, die frische Luft und das kühle Wasser in vollen Zügen zu geniessen. Das wünsche ich Ihnen und bleibe


mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber



 
Die Schweiz soll mit ihren guten Diensten das blockierte Getreide in den ukrainischen Häfen befreien. Das hatte ich vor einer Woche Bundespräsident Cassis und den Mitgliedern der aussenpolitischen Kommissionen von National- und Ständerat in einem Brief vorgeschlagen (hier Text dazu).

Während die Betroffenen vornehm schwiegen, habe ich sehr viel ermunternde Feedbacks erhalten, für die ich mich herzlich bedanke.

Besonders ausführlich war der Basler Arzt Marco Caimi in seinem Caimi-Report, den ich an dieser Stelle allen Freundinnen und Freunde von Gerechtigkeit und Freiheit empfehle. Marco Caimi: Ein grosses Kompliment an Christoph Pfluger. 13. Juni 2022
Youtube-Kanal von Marco Caimi.
Flavio von Witzleben, der den Videokanal der Plattform Rubikon betreut, hat vor kurzem ein Gespräch mit mir über die Neutralität der Schweiz und die angebliche Bündnisfreiheit der NATO geführt, das seit kurzem online ist.
RUBIKON: Im Gespräch: „Verlorene Neutralität“ (Christoph Pfluger und Flavio von Witzleben)
https://www.rubikon.news/format/8/artikel

Mittwoch, 15. Juni 2022, 15:00 Uhr von Flavio von Witzleben

Die Sanktionen fordern die ersten politischen Opfer — ZEITPUNKT

https://zeitpunkt.ch/index.php/die-sanktionen-fordern-die-ersten-politischen-opfer

09. Juni 2022
von:

Christoph Pfluger

Boris Johnson hat 42 Prozent seiner eigenen Fraktion gegen sich. Die schwedische Regierung übersteht eine Vertrauensabstimmung mit grösstmöglicher Knappheit. Und in Estland zerbricht die Koalition – alles innert weniger Tagen.

Boris Johnson: Sein Rücktritt ist eine Frage der Zeit. (Illustration: Pete Linforth / pixabay.com)

Kriegsbegeisterung hält selten lange. Dass dies auch für einen Wirtschaftskrieg gilt, erfahren die europäischen Regierungen zur Zeit mit zunehmender Schärfe.

Boris Johnson überlebte am Montag die Misstrauensabstimmung seiner eigenen Fraktion mit einem «Sieg» von 211 zu 148 Stimmen. Mit anderen Worten: 42 Prozent seiner eigenen Leute haben kein Vertrauen mehr in eine Zukunft mit ihm! Teresa May hatte 2019, ebenfalls in einer Vertrauensabstimmung, nur 117 gegen sich – und musste ein paar Monate später trotzdem zurücktreten. Johnsons Tage als Permier sind gezählt.

Als Gründe für Johnsons Niedergang werden an erster Stelle meist seine verbotenen Corona-Parties genannt. Aber wenn die Wirtschaft brummt und die Leute mehr Geld in der Tasche haben, werden exzessive Lebensfreuden gerne entschuldigt. Aber Grossbritannien steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 70 Jahren.

Beschleuniger und Hauptursache von Rezession und Inflation sind die Sanktionen, die Russland schädigen sollten, aber jetzt auf Europa zurückfallen, und auf Grossbritannien ganz besonders.

Es war Boris Johnson, der als erster Waffen lieferte und als erster von Selenskyj die Ablehnung von Verhandlungen forderte. Neben Polen war Grossbritannien der grösste Scharfmacher – als ob die Probleme im Donbass, die mit der Durchsetzung des Minsker Abkommens hätten gelöst werden können, die Sicherheit der Briten tangierten und einen grösseren Krieg wert seien.

Die Falken in Brüssel verlieren mit Johnson eine treibende Kraft.

Johnsons schwankende Position ist auch für die EU von Bedeutung. Obwohl nicht Mitglied der EU, hatte  Grossbritannien aufgrund seiner forschen Kriegspolitik und seiner Position in der NATO mit der «special relationship» zu den USA überproportionalen Einfluss auf die Politik der EU genommen. Die Falken in Brüssel verlieren mit Johnson eine treibende Kraft.

Johnson ist nicht der erste Politiker, der die Quittung für seine Kriegsbegeisterung erhält. In Estland ist ein paar Tage früher die Regierungskoalition zerbrochen, wegen der «Sicherheitslage in Europa», wie Ministerpräsidentin Kaja Kallas sagte. Kallas – «die härteste Frau Europas» (Watson) – setzte sich lautstark für schärfere Sanktionen gegen Russland und sogar für militärische Aktionen der NATO ein. Estland hat als erstes EU-Mitglied zusammen mit Lettland und Litauen ein totales Embargo auf russisches Öl beschlossen.

Eine Stimmenthaltung – der parteilosen iranisch-stämmigen Kurdin Amineh Kakabaveh – rettete am Dienstag die schwedische Regierung vor dem Rücktritt. Die Vertrauensabstimmung war von den «Schwedendemokraten» beantragt worden, die der Regierung unter der Sozialdemokratin Magdalena Andersson vorwarfen, zu wenig gegen die Bandenkriminalität zu tun.

Trotz des innenpolitischen Konflikts lag die Geopolitik schwer über dem schwedischen Parlament. Kakabaveh spielt eine wichtige Rolle bei der Weigerung Erdogans, Schweden als Mitglied in die NATO aufzunehmen, solange das Land kurdische «Terrororganisationen» unterstütze.

Das Öl-Embargo wird die EU weiter destabilisieren. Vor kurzem beschlossen, wird es von Ungarn bereits wieder in Frage gestellt. Zudem gilt es nur für Öl, das mit Tankern geliefert wird, da einige Binnenländer praktisch komplett vom russischen Pipeline-Öl abhängig sind. Einige EU-Staaten werden billiges Öl aus Russland haben, andere teureres aus entferteren Quellen.

Aber es gibt auch technische Probleme bei der Raffinierung: Rohöl gibt es in Hunderten von Sorten. Aber nur die russischen «Urals» haben die optimale Zusammensetzung für den in Europa populären Diesel. Damit Mischungen von schwereren und leichteren Sorten verarbeitet werden können, müssen die Raffinerien kostspielig und zeitaufwändig umgerüstet werden. Zudem sind die Lieferketten in Handel und Verarbeitung von Rohöl derart durchoptimiert, dass kleinere technische Änderungen grössere Disruptionen verursachen können.

Dazu kommt, dass das «Embargo extra-light» (FAZ) erst 2023 voll greift. Bis dahin profitiert Russland von steigenden Preisen, die von den europäischen Konsumenten bezahlt werden müssen – ein doppelter Misserfolg, mit dem kein Wahlkampf zu gewinnen ist.

Wohl nicht ohne Grund sprach der türkische Premier Erdogan am Sonntag an einem Treffen seiner Partei von einer «Panik», die in Europa wegen des Kriegs in der Ukraine zu beobachten sei. Für einigermassen erfolgreiche Verhandlungen mit Russland ist die Position der EU zu schwach. Und sie wird schwächer, je weiter der seit Monaten propagierte baldige Sieg der Ukraine in die Ferne rückt.

Auf maximal zwei Monate befristete Kissigner am WEF in Davos das Fenster für Verhandlungen. Das scheint angesichts seines hohen Alters etwas gar gemütlich.

Vermutlich werden vorausschauende Politiker in verschiedenen europäischen Ländern bereits jetzt im Kreml nach gangbaren Wegen nach dem Krieg suchen. Es dürften die Leute sein, welche die Johnsons von heute ablösen werden.

09. Juni 2022
von:

Christoph Pfluger

Europa

Krieg/Frieden

Politik

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Die Zeitpunkt für gute Dienste ist da — ZEITPUNKT

Auch ein ungerechter Frieden ist besser
als der gerechteste Krieg.
Cicero
Der Zeitpunkt für gute Dienste ist da
Liebe Leserinnen und Leser

Wenn ein Krieg gewollt ist, wird bereits der Vorschlag für Verhandlungen angegriffen. Das ist Henry Kissinger geschehen, der kürzlich am WEF gesagt hat, dass bis in zwei Monaten Verhandlungen mit Russland aufgenommen werden müssten.

Sonst verhärten sich die Fronten so weit, dass das politische System ins Rutschen kommt. Das kann schnell gehen. In den letzten acht Tagen gab es in drei europäischen Staaten Vertrauensabstimmungen (hier mehr dazu).

Wenn ein «Endsieg» unwahrscheinlich ist, wie im Fall des Ukraine-Kriegs, müssen sich die Parteien früher oder später am Verhandlungstisch finden. Nur draufloskämpfen ist einfach keine Lösung.

Eine gute Gelegenheit für die Schweiz, ihre Neutralität und ihre guten Dienste unter Beweis zu stellen, ist die Deblockierung des Getreides in den ukrainischen Häfen.

Gemäss den Mainstream-Medien blockiert Russland das in Afrika dringend benötigte Getreide. Putin sagt, die Schiffe könnten wegen der verminten Häfen nicht auslaufen.

Nach einem Gespräch mit Wladimir Putin erklärte Macky Sall, Vorsitzender der Afrikanischen Union, Russland würde sich verpflichten, die entminten Häfen nicht für Angriffe zu nutzen.

Alle betroffenen Seiten würden von der Vermittlung der Schweiz gewinnen: Die Ukraine könnte einen Exporterlös erzielen, Russland sein Image etwas verbessern, Millionen von Menschen hätten wieder zu essen und die Schweiz könnte ihre Neutralität mit guten Diensten unter Beweis stellen.

Ich habe in dieser Sache an Bundespräsident Cassis, an das IKRK und an die Mitglieder der aussenpolitischen Kommissionen von National- und Ständerat geschrieben – ohne falsche Hoffnungen, einfach um das zu tun, was man als Bürger dieses Land und als winziger Teil der Menschheit unternehmen kann.

Es wäre schön, wenn Sie den Ball aufgreifen und selber den Politikern schreiben. wir müssen jetzt alles tun, um die Tür für Gespräche wenigstens einen Spalt breit zu öffnen. Die Adressen von National- und Ständeräte finden Sie hier.

Bleiben wir guten Mutes und tun wir etwas dafür!


Mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger
Herausgeber



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