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Traumatas verändern das Erbgut und werden vererbt

http://www.zeitpunkt.ch/traumatas-veraendern-das-erbgut-und-werden-vererbt

Aus Kindern, die nicht geliebt werden, werden Erwachsene, die nicht lieben können (Pearl S. Buck)
David H. Lee, MD, FRCPC; Penny A. Henderson, ART; Morris A. Blajchman, MD, FRCPC [CC BY-SA 2.5 Wikicommens

Missbrauch und Gewalt an Kindern verändern das Erbgut, und sie können vererbt werden. Ein internationales Forscherteam hat die Samenzellen von 34 Männern untersucht, von denen einige als Kinder misshandelt wurden, oder emotionalen bzw. sexuellen Missbrauch erlebt haben.

Die Wissenschaftler konnten diese Erfahrungen in zwölf Regionen der DNA wiederfinden. Die Wissenschaftler halten es sogar für möglich, den Zeitpunkt der Verletzungen anhand der DNA bestimmen zu können. Solche Veränderungen des Erbgutes könnten daher in Zukunft als Beweis in Gerichtsverfahren dienen.

Die Ergebnisse lassen auch vermuten, dass diese Traumata vererbt werden. In der Tierwelt lassen sie sich über drei Generationen hinweg nachweisen, und haben Folgen für die Gesundheit und das Verhalten des Nachwuchses.

 

Groß denken für kleine Tiere

http://www.zeitpunkt.ch/gross-denken-fuer-kleine-tiere

Während der Insektenschutz in diesen Tagen Aufwind hat, finden im Hintergrund die Verhandlungen um die Zukunft der EU-Agrarpolitik statt. Es geht um viel.

Heute findet in Berlin das Nationale Forum zur Biologischen Vielfalt statt. Vor einer Woche berieten in NRW die Agrarminister darüber, wofür Landwirte in Zukunft noch Steuergelder erhalten sollen. Gestern kündigte die Bundesregierung ein 100 Millionen Programm gegen das Insektensterben an. Im Zentrum dieser Beratungen steht immer wieder die Landwirtschaft, deren Umgang mit Chemikalien, dem Boden und Flächen.

Insektensterben: Im Zentrum steht die Landwirtschaft

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) veröffentlichten gestern eine gemeinsame Stellungnahme zum Schutz der Insekten in Deutschland.  Es ist ein Plädoyer für eine Wende in der Agrarpolitik.

Plädoyer für eine Agrarwende

„Die dramatische Abnahme der Insekten in Deutschland ist inzwischen klar belegt. Sie ist insbesondere eine Folge der derzeitigen Formen der Landnutzung mit ihren vielen schädigenden Auswirkungen auf die Natur“, erläutert Prof. Manfred Niekisch, stellvertretender Vorsitzender des SRU.

„Maßnahmen zum Schutz von Insekten müssen daher prioritär bei der Landwirtschaft ansetzen, um großflächig wirksam zu werden. Dazu zählt eine Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes und damit die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln.“  Prof. Peter Feindt, Vorsitzender des WBBGR betonte: „Die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU bietet eine wichtige Chance für erfolgreiche Maßnahmen im Insektenschutz. Insbesondere sollte es darum gehen, die flächenbezogenen Direktzahlungen stärker mit Landschaftsvielfalt zu verknüpfen.“

Er forderte mehr Geld für standortangepasste Maßnahmen und eine insektenfreundlichen Landschaftsgestaltung. Naturverträglich wirtschaftende  LandwirtInnen sollten stärker belohnen.

Im Hintergrund laufen die GAP-Verhandlungen

Im Hintergrund laufen derzeit die Verhandlungen um die Zukunft der EU-Agrarpolitik auf Hochtouren.  Schon lange  fordern Natur- und Umweltschützer eine Stärkung der „Ersten Säule“.

Das sind die Fördermittel, die Landwirte erhalten, wenn sie etwas für die Allgemeinheit tun. Bisher ist die Größe der Betriebe für die Höhe der Förderung entscheidend.

Was macht England nach dem Brexit? 

Mit großem Interesse schauen alle Landwirtschaftsexperten derzeit nach England, das sich auf die Zeit nach dem Brexit vorbereitet und seine Landwirtschaftspolitik neu formulieren muss.

Die britischen Landwirte hatten sich mehrheitlich für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Aber viele fürchten jetzt den Wegfall der EU-Fördermittel und die Folgen der neuen Handelsverträge mit den USA und anderen Export-Agrarnationen.

UK Gesetzesentwurf leitet Agarwende ein

Das neue Landwirtschafts-Gesetz, das jetzt beraten wird, soll für UK die Agrar-Förder-Wende bereits bringen. Der Landwirtschaftsminister spricht sich gegen eine Flächenförderung aus, und für die Förderung naturverträglichen Wirtschaftens. Englands einflussreiche Großgrundbesitzer-Klasse läuft gegen diese Ankündigung Sturm.

 

 

11. OKTOBER 2018 
VON: 

  

Reparieren oder neu kaufen?

http://www.zeitpunkt.ch/index.php/reparieren-oder-neu-kaufen

Reparieren ist für die Umwelt fast immer das Beste. Die jüngsten Untersuchungen des Öko-Instituts in Freiburg bestätigen diesen Befund.
cc: Ökoinstitut Freiburg

Den kaputten Staubsauger reparieren oder einen Neuen kaufen?

Die Waschmaschine nach zehn Jahren gegen eine Effiziente austauschen?

Den defekten Kühlschrank auf den Recyclinghof oder zur Reparatur bringen?

Das Öko-Institut in Freiburg hat sich im Auftrag des Umweltbundesamtes erneut mit diesen Fragen ausführlich auseinandergesetzt .

Die wichtigste Empfehlung: Aus ökologischer Sicht lohnt es mit wenigen Ausnahmen immer besser, defekte Haushaltsgeräte reparieren zu lassen und sie so lange wie möglich zu nutzen. Das spart Energie und Ressourcen, die für die aufwändige Herstellung neuer Produkte nötig sind. Und wenn man ein neues Produkt kauft, sollte man stets qualitativ hochwertige Produkte bevorzugen – sie haben in der Regel eine lange Lebensdauer und sind damit aus Umweltsicht und in vielen Fällen auch finanziell vorteilhafter.

„Die Energieeffizienz von zahlreichen Geräten hat sich, vor allem aufgrund der europäischen Richtlinien zum Energielabel und zum Ökodesign, in den letzten Jahren deutlich verbessert“, sagt Siddharth Prakash, Experte für nachhaltigen Konsum am Öko-Institut. „Da zukünftig keine großen Energieeffizienzsteigerungen zu erwarten sind, können Konsumentinnen und Konsumenten nur dann zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen, wenn Sie in hochwertige und langlebige Geräte investieren und defekte Geräte reparieren lassen.“

Konkrete Rechenbeispiele für fünf Produktkategorien

Um sie bei dieser Entscheidung zu unterstützen, haben die Expertinnen und Experten des Öko-Institut konkrete Empfehlungen für Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Spülmaschinen, Wäschetrockner und Staubsauger zusammengestellt.

Das Ökoinstitut fordert die europäische Politik und Gesetzgebung auf deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, um die Rechte und Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken, damit sie aktiv zur Förderung von langlebigen und reparaturfreundlichen Produkten beitragen können. Dazu gehört unter anderem, bessere Rahmenbedingungen für Reparaturen zu schaffen,

Mindestanforderungen an die Haltbarkeit und Qualität von Produkten zu formulieren und die rechtlichen Instrumente, wie Gewährleistung und Garantien zu verbessern, um Obsoleszenz entgegen zu wirken.

12. OKTOBER 2018 
VON: 

  

Tatsächlich: Friedensarbeit braucht Mut – ZEITPUNKT.ch

http://www.zeitpunkt.ch/

Null!

Jede Woche erfreut und beschäftigt mich eine bekannte Business-Networking Plattform mit dieser Information. Das macht mich von Herzen froh!

Ist es nicht schön, wenn man von einem Mailroboter Nachts um 3.03 Uhr, solch liebevolle Mails bekommt? Andere, die unter Schlaflosigkeit leiden, und mit ihrer Existenz hadern, könnten das Gefühl entwickeln, dass sie niemand lieb hat. Dass niemand sie braucht. Dass sie zum alten Eisen gehören.

Ich rate, die Sache positiv zu sehen. Ich schmiege mich entspannt in meine Hängematte. Burn Out ist ausgeschlossen. Leben im Hier und Jetzt. (Wann auch sonst?) Tue nur was ich wirklich, wirklich will. Und dazu gehört der Besuch einer Plattform, die so gehässige Lügen über mich verbreitet, ganz sicher nicht.

Diese Welt bleibt draußen.

Ich genüge mir selber, und bin auf dem sicheren Weg zum Buddhatum. War ein hartes Stück Arbeit. Aber kommt gut.

 

und vieles mehr …

CHRISTOPH PFLUGER
Herausgeber

Liebe Leserinnen und Leser,

Wer sich für Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzt, muss mit verbaler und medialer Gewalt rechnen. Dies ist die bedenkenswerte Erfahrung, die ich als Mitveranstalter der Kundgebung «Werte für den Frieden» von friedenskraft.ch vom kommenden Freitag in Bern machen musste.

Die Berner Tageszeitung «Der Bund» unterstellte dieser Friedensinitiative in einem ganzseitigen Artikel «Steiniger Weg zum Frieden» eine Verharmlosung des mörderischen Assad-Regimes». Grundlage des an den Haaren herbeigezogenen Vorwurfs ist ein Artikel im Zeitpunkt vom März 2017, in dem Eva und Markus Heizmann über ihre positiven, ausdrücklich als «subjektiv» bezeichneten Erfahrungen ihrer Syrienreise befragt wurden. «Entsetzlich» sei das, sagte ein Mitglied des GSoA-Vorstandes

Zum einen hat der Text nichts mit dem Verein friedenskraft.ch zu tun, zum andern wurden die Erfahrungen der Heizmanns mehrfach bestätigt, u.a. vom Luzerner Anwalt Vital Burger, der bereits zwei öffentlich ausgeschriebene Reisen nach Syrien durchgeführt hat. Eine dritte findet in diesem Oktober statt. Die Teilnehmer seiner Reisen machen allerdings eine seltsame Erfahrung: Man will ihren Augenzeugenberichten einfach keinen Glauben schenken.

Gestaunt hat auch der britische Starreporter Robert Fisk, der aufgrund der bedrohlichen Warnungen der westlichen Mächte vor einer humanitären Katastrophe in Idlib an die Front gereist ist. Gefunden hat er Schafherden, Kamele – und ein paar wenige Soldaten. (hier sein Bericht)

Selbstverständlich billigt friedenskraft.ch keine unterdrückerischen Regierungen, sondern setzt sich dafür ein, dass gerade auch in Konfliktgebieten wie Syrien das Völkerrecht befolgt wird. Und dieses verbietet in Art. 2 der UNO-Charta die Androhung und Anwendung von Gewalt, es sei denn, sie sei vom Sicherheitsrat gebilligt.

Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten ist ein Irrtum. Seit sich die rot-grüne deutsche Regierung 1999 an den völkerrechtswidrigen Bombardierungen von Serbien beteiligt hat, wird der Einsatz von Gewalt gegen unliebsame Regierungen auch von Teilen der vormals pazifistischen Friedensbewegung immer wieder befürwortet. Die langfristigen Folgen solcher Operationen sind durchwegs negativ, wie die Beispiele von Afghanistan, Irak, in Libyen, Somalia oder Yemen zeigen.

Es gibt keine Alternative zur Gewaltlosigkeit. Und das Gewaltverbot der UNO muss wieder ins öffentliche Bewusstsein kommen und Leitlinie der politischen Praxis werden. Dies ist das Ziel des Vereins friedenskraft.ch. Ich freue mich, wenn Sie Mitglied werden, den Friedenskraft-Newsletter abonnieren oder an diesem Freitag auf den Waisenhausplatz in Bern zu unserer Kundgebung kommen (Beginn: 18.30 Uhr). Es sprechen der Ethiker Prof. Thomas Kesselring und der Friedensforscher Dr. Daniele Ganser. Und es spielen und singen die Band Liquidroots und die Sängerin Recha Maria Daengeli.

Falls Sie nicht kommen können und trotzdem ein Zeichen für den Frieden setzen wollen, habe ich einen Vorschlag: Ich bin in diesem Frühjahr unmittelbar nach dem Raketenangriff auf Syrien mit einem selbst gebastelten Schild auf den Marktplatz in Solothurn gestanden, um auf das Gewaltverbot der UNO aufmerksam zu machen. Die Reaktionen waren sehr positiv. Es hat ein bisschen Mut gekostet, hat aber auch mir selber sehr gut getan. Inzwischen gibt es von dem Poster eine schön gestaltete Version im Format 59 x 84 cm, gedruckt auf wetterfestem Hohlkammer-Plastik. Selbstkosten: Fr. 17.– (plus Porto). Bestellung per eMail.

Und jetzt noch der unvermeidliche Hinweis darauf, dass man den Zeitpunkt zum freien Abopreis abonnieren oder verschenken kann (Schnuppergeschenk: 3 Ausgaben für Fr. 20.– statt 30.– am Kiosk, reguläres Geschenkabo mit sechs Ausgaben: Fr. 54.–). Bestellung hier.

http://www.zeitpunkt.ch/index.php/abo#no-back

Wir nehmen natürlich auch gerne Spenden entgegen (IBAN CH08 0900 0000 4500 1006 5 ), noch lieber verschicken wir dafür unser Magazin.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und bleibe
mit herzlichen Grüssen

Christoph Pfluger, Herausgeber


Der Zeitpunkt für ein Abo
oder ein Geschenkabo ist da!

http://www.zeitpunkt.ch/index.php/abo#no-back

Kleinanzeigen

Was die Zeitpunkt-Leserschaft alles zu bieten hat.

http://www.zeitpunkt.ch/kleininserate

Die guten Adressen

für  Gesundheit, für sanften Tourismus, zur Horizonterweiterung und für empfehlenswerte Webshops

http://www.zeitpunkt.ch/die-guten-adressen

 


Ist es richtig, zwischen höheren und niederen Genüssen zu unterscheiden?

Julian Baggine, Autor von „Eine kurze Geschichte der Wahrheit“ und Gründer des „Philosophers Magazine“ sagt, es kommt nicht auf das WAS an, sondern auf das WIE. Weiterlesen

Philosophie? Von wegen überholt

In Zeiten von Globalisierung, entfesseltem Kapitalismus und Fake News wünschen wir uns Ruhe, Gewissheit, Sicherheit. Aber woher nehmen? Weiterlesen

Wir haben nur noch die Wahl zwischen Sozialismus und Sozialismus

Während die einen im Luxus ersticken, kann der Kapitalismus gar nicht anders, als Güter zu verknappen, die Menschen besonders dringend brauchen. Weiterlesen

Europa! Es ist Zeit, die Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum zu beenden

Appell europäischer Wirtschaftswissenschaftler aus 28 EU-Staaten. Weiterlesen

Versöhnung der Geschlechter

Man stelle sich vor, Moses begegnet auf dem Berg Sinai einer Frau und erlebt ein grosses erotisches Glück. Wie klingen seine zehn Gebote dann? Weiterlesen

Also doch: Israel unterstützt islamistische Kämpfer in Syrien

Israel hat «Rebellen» in Syrien mit Waffen, Munition, Treibstoff und Bargeld unterstützt. Dies bestätigte gemäss einem Bericht der Jerusalem Post das israelische Verteidigungsministerium. Weiterlesen

«Singen ist meine bevorzugte Meditationsform»,

sagt Matthias Gerber, der zusammen mit seiner Frau Karin Jana Beck das Grosssingen «paz cantamos» gegründet hat, das am kommenden Samstag in Bern stattfindet. Weiterlesen

Auf zeitpunkt.ch

BerglandHof: Hier wächst alles richtig
Grundlage des BerglandHofes in Ernen im Oberwallis sind Landwirtschaft, Tourismus und die Zucht seltener, vom Aussterben bedrohter Haustier-Rassen. Weiterlesen
Zentralstelle für Wiederverwendung
Die „Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien e.V. “ in Berlin versteht sich als Zwischenlager für Dinge und Materialien, die viel zu schade für den Müll sind. Weiterlesen

Zensierter Film enthüllt geheime Facebook-Kampagne des Israel-Projekts

Das Israel Project, eine grosse Interessenvertretung mit Sitz in Washington, führt eine geheime Einflusskampagne auf Facebook durch. Weiterlesen

Finanzmärkte sollen im Dienst der Gesellschaft stehen

Nach #aufstehen geht mit #finanzwende jetzt eine zweite große Wandel-Initiative an den Start. Ihr Ziel: Eine Gegenmacht zur Lobby der Finanzindustrien aufbauen. Weiterlesen

Tausend Fragen und ein paar Antworten

Die Nacht der 1000 Fragen findet – nach kurzer Pause – seit 2016 wieder alle zwei Jahre in der Bieler Altstadt statt. Dieses Mal geht es um «Wiederholung ist Veränderung». Weiterlesen


Bildung – das Haus der Hoffnung

Familien im Nordosten Thailands in der Bildung ihrer Kinder zu unterstützen, ist das Ziel der Stiftung Hopehouse. Weiterlesen

 

und mehr … http://www.zeitpunkt.ch

Es wird gestern geschehen

http://www.zeitpunkt.ch/es-wird-gestern-geschehen

Ich muss Sie leider mit diesem unmöglichen Titel verwirren. Aber die Digitalisierung der Gesellschaft geht so schnell und der Widerstand ist so schwach, dass die Prototypen im Grunde schon Wirklichkeit sind.

Morgen erscheint der neue Zeitpunkt mit dem Schwerpunktthema «öffentlich | geheim»

Es gibt nicht mehr viel zu entscheiden. Die Datenstaubsauger sind da, die Algorithmen funktionieren und die Masse macht mit.
Wenn wir nicht Inder, Chinese oder Amerikaner sind oder etwas Verrücktes tun, merken wir im Alltag noch nicht viel davon.

Aber alles ist da, um uns «ins System zu bringen», wie sich PayPal-Chef Dan Schulman ausdrückte. Der Eingang in dieses System ist praktisch und angenehm. Wenn Sie im «Amazon Go»-Laden einkaufen, können Sie sich nach dem Herunterladen einer kostenlosen App nach Belieben bedienen, Ihre Meinung ändern und Produkte auch wieder ins Regal stellen. Wenn Sie das Geschäft verlassen, weiss das System, was Sie gekauft haben und bucht den entsprechenden Betrag von Ihrem Konto ab.

Praktisch. Aber die Kontrolle über unser Leben, die wir damit einem System übergeben, ist erheblich.

 

Alles, was aus Daten besteht, kann gehackt, geleakt oder missbraucht werden – und wird es früher oder später auch. Dann verwandelt sich die totale Transparenz in undurchdringliches Chaos.

 

Als Individuen sind wir vorderhand noch nicht gezwungen, da mitzumachen. Aber die Menschheitsfamilie als Ganzes bewegt sich in diese Richtung. Wenn wir uns dem Trend entziehen, müssen wir lernen, als Alpöhi in der Grossstadt oder als Amische zu überleben. Vielleicht macht das sogar Spass. Aber es braucht bestimmt deutlich mehr Mut und Ausdauer, als dem durchschnittlichen Menschen zur Verfügung steht.

Ein exklusives Leben ist eben nicht jedermanns Sache.

Sie kennen vermutlich das Gefühl: einsam in der Masse. Daran muss sich gewöhnen, wer in der schönen neuen Welt der digitalisierten Gesellschaft frei bleiben will.

Dazu möchten wir mit dem Schwerpunktheft «öffentlich | geheim» eine kleine Trainingseinheit bieten. Wir sind nicht viele, aber wir sind nicht allein.

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Mehr zum zum Thema im Zeitpunkt 157 «öffentlich | geheim»

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Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. „Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen“.

ZEITPUNKT-News

CHRISTOPH PFLUGER
Herausgeber
Inhalt

Grosse Friedenskundgebung am 21. September in Bern
Kleinanzeigen: Was die Zeitpunkt-Leserschaft alles zu bieten hat
Die guten Adressen für Gesundheit, sanften Tourismus und Horizonterweiterung
Nachrichten
Veranstaltungen

Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn man mit einer Sache nicht vorankommt, muss man mit dem Schwierigsten beginnen – oder sich etwas anderem zuwenden. Aber letzteres kommt bei diesem Newsletter, der seit zwei Monaten nicht mehr erschienen ist, nicht in Frage.

Also das Schwierigste: Gestern rief mich ein langjähriger Leser an, um mir ein dickes Lob zu übermitteln und Dankbarkeit für das Engagement des Zeitpunkt – und um sein Abo zu kündigen. Er habe zu viel zu lesen und sei mit dem Newsletter gut bedient. Dass es den Newsletter und das ganze Engagement nur gibt, weil Abonnenten einen freien Beitrag leisten und damit die Kosten unserer Lebenshaltung decken, habe ich ihm nicht gesagt. Es schien mir selbstverständlich, dass auch wir Ende Monat Rechnungen zu bezahlen haben.

Warum ich Ihnen diese typische Geschichte erzählen? Weil die Zahl unserer Abonnenten seit anfangs Jahr merklich gesunken ist – um sechs Prozent, um genau zu sein und weil mir diese kleine Differenz bereits Sorgen bereitet. Wir haben ja keine dicken Polster und schieben auch keine Gewinne vor uns her, sodass wir mit den Einnahmen und Ausgaben ständig «im Hick» bleiben müssen.

Natürlich bleiben wir sparsam und ziehen die Schrauben etwas an. Aber wir machen auch vorwärts. Seit einigen Wochen kümmert sich Christine Ax um unsere Präsenz im Internet. Und auch im neusten Heft hat die gewiefte Autorin («Die Könnensgesellschaft») schon ein paar Marken gesetzt.

Ich bitte Sie aber auch – und das fällt mir nicht leicht –, die Verbreitung des Zeitpunkt zu unterstützen. Das neue Heft «öffentlich | geheim», das auf sehr gute Resonanz gestossen ist, eignet sich bestens dazu. Sie können dies mit Schnuppergeschenken (hier bestellen), indem Sie Hefte an Veranstaltungen auflegen (mit dieser eMail können Sie kostenlose Probehefte bestellen) oder Freunde auf diesen Newsletter hinweisen.

Wir haben den Newsletter neu gestaltet und werden ihn zu einem eigenständigen Medium ausbauen und wöchentlich verschicken. Er enthält nicht nur Hinweise auf die neuen Artikel unseres Infoportals, sondern auch Lesetipps und Veranstaltungshinweise. Früher oder später wird er auch einen Spende-Button enthalten. Wenn Sie nicht darauf warten wollen, finden Sie hier die IBAN unseres Postkontos: CH08 0900 0000 4500 1006 5.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen viel Spass beim Weiterscrollen. Das Beste, Sie wissen es, kommt immer am Schluss.

Herzlich
Christoph Pfluger, Herausgeber

PS: Was viele nicht wissen: Art. 2 der UNO-Charta verbietet die Androhung und Anwendung von Gewalt unter den Nationen. Um dieses vergessene Grundelement des Völkerrechts ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, hat sich auf Initiative des Zeitpunkt im Frühjahr der Verein «friedenskraft.ch» gebildet.

Er will Menschen aus allen Gesellschaftsschichten dazu motivieren, sich für das Gewaltverbot der UNO einzusetzen, durch Mahnwachen, das Setzen von Friedensfahnen (hier Infos zum Sommerspiel), in der Meditation – jede(r) auf seine Art.

«Werte für den Frieden» lautet das Motto der grossen Kundgebung von friedenskraft.ch, die am int. Tag des Friedens, am Freitag, den 21. September auf dem Waisenhausplatz in Bern stattfindet. Es gibt Musik, zwei interessante Referenten – Prof. Thomas Kesselring und Dr. Daniele Ganser – und viele Menschen, denen der Friede mehr wert ist, als nur ein Lippenbekenntnis.

Ich möchte Sie herzlich zu dieser Kundgebung einladen. Falls Sie Werbematerial (Flyer A5 und Plakate A3) möchten, senden Sie uns bitte eine Mail (verlag@zeitpunkt.ch). Hier download des Web-Flyers zur Verbreitung.
Gemäss Bewilligung müssen wir auch einen «Sicherheitsdienst» stellen. Wenn Sie nicht bedrohlich aussehen und heitere Gelassenheit verbreiten können, melden Sie sich bitte beim Verantwortlichen des Sicherheitsdienstes, Sandro Meier. Einmal ein bisschen Security zu spielen, könnte die Erfahrung wert sein. Je mehr Frieden, desto mehr Sicherheit (und nicht umgekehrt).


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Was die Zeitpunkt-Leserschaft alles zu bieten hat.

Die guten Adressen

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Was ist das ökologische Grundeinkommen?

Kann mit dem ökologischen Grundeinkommen die Diskussion über eine menschenwürdige Grundversorgung neu lanciert werden? Weiterlesen

Vom teuren Sorgenkind zum geschützten Partner
Warum Landwirtschaft und Konsumenten ein Ja zur Initiative für Ernährungssouveränität brauchen. Weiterlesen

«Krieg der Gebärmütter»

Im Heiligen Land wird nicht nur mit der Einschränkung von Bürgerrechten, Protestmärschen und Waffen gekämpft, sondern auch mit der Bevölkerungszahl. Weiterlesen

«Touristen sind Terroristen»
Als Touristen sind wir Teil einer Kraft, die (meist) das Gute will und stets das Böse schafft. Weiterlesen
Der Generationenvertrag bricht
Er hat alle Umwälzungen überlebt. Aber schon bald wird der Generationenvertrag ­Geschichte sein – und vielleicht selber eine Revolution auslösen. Weiterlesen

Auf zeitpunkt.ch

Selbsthilfe – zahlt sich nicht aus
Im Norden Ugandas entstehen derzeit die grössten Flüchtlingslager der Welt. Weiterlesen

Null Öl, null Gas, null Kohle

Fossiler Kohlenstoff gehört verboten, Punkt. Ohne das lässt sich der Klimawandel nicht bewältigen. So radikal einfach ist es. Dies ist in etwa die Botschaft des neuen Buches von Marcel Hänggi. Weiterlesen

Es wird gestern geschehen
Die Digitalisierung der Gesellschaft geht so schnell und der Widerstand ist so schwach, dass die Prototypen im Grunde schon Wirklichkeit sind. Weiterlesen

Unter Raubtiere gefallen

Steueroasen finanzieren Raubfischerei und Sojaanbau im Amazonas! Auch wer kein Anhänger/in von Verschwörungstheorien ist: Diese Fakten tun weh. Weiterlesen

Man hat nur zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn man merkt, dass man nur eines hat.

(Dieses Zitat haben wir aufgeschnappt, ohne uns die Quelle, einen spanischen Autor, zu notieren)

Veranstaltungen
8. und 9. September: 1001 Gemüse & Getreide. Vielfaltsmarkt auf der Halbinsel Rheinau. (Details)
8. September: Friedensritual und Trommeln

Dieses Ritual lädt ein zu Kraft, Mut, Zuversicht und inneren Frieden. Es wird von Gabriella Bugari geleitet und mit Trommeln und Gesang von Paddy Bösch und seiner Sing- und Trommelgruppe Earthdrummer aus dem Zürcher Oberland begleitet. Samstag, 8. September 2018 . 16.00-19.00 Uhr. Treffpunkt: Pfadiheim & Co Adler . Tannerstrasse 75 . 5000 Aarau

11. September «Was Erbsen hören und wofür Kühe um die Wette laufen» 

von Florianne Koechlin und Denise Battaglia. Buchvernissage, 11. September 2018 um 19.30 Uhr, Buchhandlung Bider&Tanner, Aschenvorstadt 2, 4051 Basel. (Details)

13. bis 16. September: Friedenssymposium im Kientalerhof

Wo gibt es das schon – vier Tage intensive persönliche Friedensforschung? Über Frieden aus den verschiedensten Blickwinkeln vor- und nachdenken, konkret und beharrlich?  19 Friedens-Fachleute falten einen breiten und bunten Fächer von Impulsen aus. 13. bis 16. September, Kientalerhof. Programm.

15. September: Führung durch die Alpine Permakultur Schweibenalp. Samstag, 15. September & Samstag, 13. Oktober 2018 jeweils von 11-13 Uhr. CHF 28/Person, Kinder bis 12 J. gratis, bis 16 J. 50%. http://www.alpine-permakultur.ch

22. September: Das Material der Kraft (Beton) bekommt neue Kräfte am Kraftort Rheinau

Samstag, 22. September 2018 / 10.00 h – 16.00 h. Kloster Rheinau, 8462 Rheinau (Details)

26. September: Literaturclub Albisrieden im BücherSCHOPF

Die Autorin Tanja Kummer, der Philosoph Martin Kunz, der Kabarettist Ralf Schlatter und der Journalist Urs Heinz Aerni über diese Bücher: „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsy (Kiepenheuer & Witsch), „Die Vegerarierin“ von Han Kang (Aufbau), „Unverblümt“ von Erwin Jakob Schatzmann (Zeitpunkt) und „gredi üüfe“ von Hanspeter Müller-Drossaart (Bildfluss). 26. September 19:30 Uhr. Im Schopf, Altestetterstraße 334, 8047 Zürich. (Details)

27.–30. September: Energiewende: Nachhaltig oder hinterhältig? Ein Seminar zu Wasserkraft und Co. 27.–30. September 2018 mit Aqua Viva, CIPRA Schweiz, Grimselverein, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, WOZ, Salecina, u.a. Anmeldung und Infos: SALECINA – Ferien- und Bildungzentrum Tel. 081 824 32 39, http://www.salecina.ch

Die Schönsten

http://www.zeitpunkt.ch/die-schoensten

Liebe Freude der Schweizer Alpen: Nirgendwo sind die Berge schöner als in den ­Dolomiten. Schuld daran sind die Korallen der Urzeit, die Vulkane des Urmeeres Tetys und fünf Schluchten.
Er ist einer der Grossen der Dolomiten: der Langkofel, Saslonch auf Ladinisch. (Bild: C.Pfluger)

Superlative sollte man nicht allzu ernst nehmen, schon gar nicht bei weichen Kriterien wie der Schönheit. Aber wenn man den Chauvinismus von Schweiz-Liebhabern – wie ich einer bin –, etwas herausfordern kann, dann darf man ausnahmsweise etwas dick auftragen.

Ich behaupte also, dass die Dolomiten das schönste Gebirge der Alpen sind. Sogar der ganzen Welt, meint Reinhold Messner, aber er stammt von dort und ist vermutlich voreingenommen. Zur Prüfung des Wahrheitsgehaltes muss man zuerst wissen, was die Dolomiten sind und wo sie sich befinden, schliesslich gibt es neben den eigentlichen Dolomiten im Südtirol auch noch die Unterengadiner oder die Bergeller Dolomiten.

Der Name geht zurück auf den französischen Naturforscher und Mineralogen Déodat Gratet de Dolomieu, der 1789 in den «bleichen Bergen» des Südtirols unterwegs war und eine erstaunliche Feststellung machte. Im Gegensatz zu normalem Kalkstein, dem vermuteten Hauptbestandteil des Gebirges, reagierten die Gesteinsproben, die Dolomieu im Gebiet sammelte, nicht mit Salzsäure. Dolomieu liess die Proben von seinem Naturwissenschaftler-Kollegen de Saussure (ja, der von der 20er-Note von 1979) untersuchen, der einen ausserordentlich hohen Magnesium-Anteil von 80 Prozent feststellte. Das neu entdeckte Gestein erhielt den Namen «Dolomit».
Die englischen Reiseschriftsteller Josiah Gilbert und George Cheetham Churchill machten mit ihrem Buch «The Mountains of the Dolomites» aus den bleichen Bergen dann die Dolomiten, als die sie heute in aller Welt bekannt sind.

Das Besondere am Dolomit ist seine helle Grautönung und vor allem die Tatsache, dass er mit Wasser kaum reagiert. Dieser Umstand ermöglicht imposante Felsformationen, wie sie einem im Gebiet der Dolomiten auf Schritt und Tritt begegnen: Pfeiler, Zinnen und schroffe Wände, die das Herz eines jeden Kletterers höher schlagen lassen. Sie bildeten sich aus riesigen Korallengebirgen im Urmeer Tetys, reagierten unter der Hitze submariner Vulkanausbrüche und bildeten die imposanten Zacken, währenddem die Sedimente rundherum im Lauf der Jahrmillionen abgetragen wurden.

Aber nicht nur Bergsteiger sind fasziniert von den eindrücklichen Gipfeln, auch normale Menschen werden irgendwie ganz anders angesichts der wilden Schönheit der Dolomiten. Es ist, als ob sie ein einziger grosser Kraftort wären, der einen mit Energie auflädt. Ich schreibe das, weil ich weiss, dass es anderen auch so ergangen ist. Wer einmal dort gewesen ist, hat Bilder fürs Leben.

Zum besonderen Gebirge kommt ein einzigartiges soziales Biotop. Die fünf Südtiroler Täler der Dolomiten sind alle durch Schluchten oder Talengen begrenzt. Vor der Schlucht spricht man deutsch, dahinter im wesentlichen ladinisch, dem Rätoromanischen verwandt. Als Italien das Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg übernahm, zog es die Grenzen der Provinzen so, dass alle Täler in verschiedene Verwaltungseinheiten zu liegen kamen. So bilden die Ladiner in allen eine verschwindende Minderheit. Aber mindestens das Grödnertal, auch bekannt als Val Gardena, das ich auf Einladung des dortigen Tourismusbüros besuchte, wusste sich zu helfen: Eine Anstellung bei den Gemeinden bekommt nur, wer deutsch, italienisch und ladinisch spricht.

Natürlich zieht die faszinierende Bergwelt auch die Massen an. Es hat Hotels und Herbergen zum Abwinken. Und die Skigebiete bestehen grösstenteils aus Waldschneisen mit Beschneiungsanlagen. Im Talhauptort St. Ulrich hat es sogar Rolltreppen im Dorf. Ich finde, ausserhalb der Hochsaison kann man damit leben, denn der Ökotourismus wird auch in den Dolomiten zunehmend grösser geschrieben und zwischen den von Bahnen und Strassen erschlossenen Gebieten regiert der Zauber der Zinnen. Wegen ihnen sollte man in die Dolomiten gehen. Die bemerkenswerte gastronomische Qualität der Berggasthäuser und der freundliche Menschenschlag sind Zugabe.

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Alles über das Grödnertal: www.valgardena.it
Dolomiten allgemein: www.dolomiten.net

 

22. JULI 2018 
VON: 

  

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. „Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen“.

13 Monde

http://www.zeitpunkt.ch/13-monde

Eine kleine Ausstellung in Interlaken ehrt den „Grünen Tag“, der ausserhalb der Zeit liegt.

Viele alte Kulturen haben einen Kalender, der dreizehn Monde umfasst. Der Mond benötigt durchschnittlich rund 28 Tage, um die Erde zu umkreisen. Dreizehn Mal umkreist er sie pro Jahr. Der Maler und Schriftsteller José Argüelles lehnte seinen 13-Monde-Kalender, den er auch Dreamspell nannte, an den Maya-Kalender an und wählte den 26. Juli als ersten Tag. An diesem Tag geht die Sonne zusammen mit Sirius auf, dem hellsten Stern am Horizont, und Erde, Sonne und Sirius bilden eine Linie.

Fehlt nur noch ein Tag, der Grüne Tag, der 25. Juli, der Tag ausserhalb der Zeit, der Tag zum Übergang in den neuen Zyklus. Dieser Tag wurde von vielen indigenen Völkern als Friedenstag gefeiert. Schulden wurden erlassen, nach Streitigkeiten im vergangenen Jahr ging man wieder aufeinander zu. Als Zeichen für den Frieden haben einige Länder den 25. Juli als zusätzlichen Feiertag aufgenommen.

Eine Ausstellung mit Installationen, Performances, Bildern und eingeladenen Künstlern feiert den Grünen Tag im Blago Bung an der Rugenparkstrasse 8 – einem ehemaligen Hotel gleich beim Bahnhof Interlaken.

Vernissage: 25. Juli ab 18 Uhr, mit getanzten, gesprochenen und gesungenen Beiträgen von Nicoleo Zaccaron, MC Juli, Tomtell und Täne ab 19 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung am 27. Juli ab 19 Uhr und am 28. Juli ab 16 Uhr.

https://www.facebook.com/blagobung

  1. JULI 2018
    VON:

REDAKTION

 

KULTUR

Die Wahrheit wollen wir gar nicht wissen

http://www.zeitpunkt.ch/index.php/die-wahrheit-wollen-wir-gar-nicht-wissen

Die Vermögensstatistik ist ein Politikum und darum umstritten.

Die alternative Denkfabrik «economy4mankind» schreibt über die Situation in Deutschland:

«Das Statistische Bundesamt fälscht im Auftrag ihres Dienstherrn – der Bundesregierung – die Vermögensstatistik.

Kein einziger Reicher ist Teil der Statistik. Kein Bürger mit einem Einkommen ab 18 000 Euro wurde mit einbezogen.

Das Mitzählen der reichsten Bürger hält das Statistische Bundesamt für «methodisch unzulässig». Die Erhebungsmethode stellt das Statistische Bundesamt nicht infrage. Zudem basieren die «Daten» auf den freiwilligen Angaben einer Umfrage. Bei freiwilligen Umfragen zu Einkommen und Vermögen legt keine reiche Person ihre finanzielle Situation offen. Arme Personen neigen hingegen dazu, ihre Armut zu verbergen, da Armut in unserer Gesellschaft als Schande gilt. Deshalb erfinden sie in Umfragen ein Einkommen und Vermögen, das sie gar nicht haben. Und schliesslich hat das Statistische Bundesamt die Ehrlichkeit der brisanten Angaben nicht nachgeprüft, nicht einmal in Stichproben.»

Nach offiziellen Angaben besitzen in Deutschland die oberen 10% der Bevölkerung 60% des Vermögens. «economy4mankind» schätzt die tatsächlichen Verhältnisse wie folgt:
■     Die unteren 10% der Bundesbürger sind verschuldet.
■    Die untere Hälfte der Bundesbürger besitzt keinerlei Vermögen.
■    Das obere Drittel besitzt 90% des Vermögens.
■     Die oberen 10% besitzen 80% des Vermögens.
■     Das obere 1% besitzt 50% des Vermögens.
https://www.economy4mankind.org

Bauer, landlos, sucht

http://www.zeitpunkt.ch/bauer-landlos-sucht

Während viele Bauern keinen Nachfolger finden, suchen frisch ausgebildete Landwirte einen Hof. Wie können sie sich finden?
Glückliche Finder: Landwirtin Anna Mosimann mit Mann Martin und Tochter . Heute sind sie bereits zu viert. (Bild: zVg)

Bauer sein, das ist bis heute eher Bestimmung als Beruf. Und noch bis vor wenigen Generationen galt: Wenn die Eltern eines Tages nicht mehr können, werden Tochter oder Sohn ihr Lebenswerk weiterführen. Dass das heute nicht mehr zwingend so ist, mag befreiend sein, stellt jedoch viele Landwirte vor die Frage: Was geschieht mit dem Hof, wenn ich in Pension gehe?

Laut Forschungsergebnissen von Agroscope haben 33 Prozent der Landwirte über 50 Jahre keinen Nachfolger. Das sind 9830 Betriebe, für die in den nächsten 15 Jahren ein Nachfolger gefunden werden muss, 655 pro Jahr. Zählt man jene Betriebe dazu, bei denen die Nachfolge noch unsicher ist, kommt man auf 1100 Betriebe pro Jahr. Laut Bundesamt für Statistik schliessen als Folge davon jährlich bis zu drei Betriebe ihre Türen, für immer.

Das müsste nicht sein, findet die Kleinbauernvereinigung Schweiz. «Dem Bauernhofsterben steht eine grosse Nachfrage nach landwirtschaftlichen Betrieben gegenüber», sagt Séverine Curiger, Kommunikationsverantwortliche des Vereins.

Jährlich schliessen um die 1000 Landwirte und Landwirtinnen ihre Ausbildung ab. Dazu kommen gegen 120 Agrarpraktiker, 300 Absolventen im Nebenerwerbskurs sowie weitere Hochschulabsolventen und Bäuerinnen mit Fachausweis. «Es sind durchaus Berufsleute da, die potentiell Betriebe übernehmen können», folgert Curiger. Um diese zwei Parteien von Suchenden zusammenzuführen, hat die Kleinbauernvereinigung 2014 eine Anlaufstelle für ausserfamiliäre Hofübergabe ins Leben gerufen. Hofabgebende und einen Hof Suchende können auf der Webseite ein Profil mit ihren Kriterien anlegen und werden von der Vereinigung zusammengeführt. Derzeit liegen dem Verein rund 60 solcher Profile vor.

Zwei, die sich auf diesem Weg gefunden haben, sind Anna Mosimann und Martina Schneider. Anna Mosimann, 34 Jahre, ist zwar auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen; die Eltern hatten den Hof jedoch nur gepachtet und bereits früh wieder abgegeben. Sie studierte Umweltwissenschaften und arbeitete danach als Agrarökologin. «Irgendwann fehlte mir die Arbeit auf dem Feld», sagt sie. Da ihr Mann weiterhin als Maschineningenieur arbeiten wollte und nur beschränkt auf einem Hof aktiv sein würde, suchte das Paar mit der 3-jährigen Tochter lediglich nach einem kleinen Betrieb. Einige Monate, nachdem sie bei der Kleinbauernvereinigung ein Profil aufgegeben hatten, meldete sich Martina Schneider.

Die 56-Jährige kam 1999 als Aussenstehende zu dem Hof, als ausserfamiliäre Hofübergabe noch gar kein Begriff war. Sie bewarb sich auf den in einer Zeitung ausgeschriebenen Betrieb oberhalb von Toffen bei Bern und wurde schliesslich unter 40 Bewerberinnen ausgewählt. Mit Mutterkuhwirtschaft und Geissen-Trekking führte sie den Betrieb quasi im Alleingang während 18 Jahren.
Es war in einem heissen Sommer, als ihr beim Heuen plötzlich die Frage aufkam: «Sehe ich mich mit 64 noch mit Maschinen an den stotzigen Hängen stehen?» Die Antwort war Nein. Da ihre Kinder noch zu jung sind, um sich mit der Nachfolgefrage auseinanderzusetzen, suchte Martina Schneider nicht neue Käufer, sondern Pächter. Auch für die Mosimanns kam von Anfang an nur die Pacht in Frage. «Ein Kauf wäre finanziell niemals möglich gewesen», sagt sie und spricht damit eines der Kernprobleme an: Ausserhalb der Familie verkauft man den Betrieb zum freien Marktwert, der den Ertragswert um ein Vielfaches übersteigt. Zudem hängen viele Landwirte an ihrem Bauernhaus, behalten es als Wohnhaus und verkaufen das Land dem Bauern nebenan. Die Folge davon ist eine höhere Konzentration von landwirtschaftlichen Betrieben.

Diese Hürden sind mit ein Grund, warum die Zahlen von erfolgreich durchgeführten Übergaben eher bescheiden sind: Vier Pachten und zwei Verkäufe in vier Jahren hat die Kleinbauernvereinigung vermittelt. Doch der Erfolg dürfe nicht allein an diesen Zahlen gemessen werden, findet Séverine Curiger. «Eine gelungene ausserfamiliäre Hofübergabe ist nur das sichtbare Resultat.» Davor stehe ein langer Weg, zu dem viel Wille, Ausdauer und Engagement gehören. «Wir empfehlen allen, sich frühzeitig mit der Nachfolgerfrage auseinanderzusetzen.» So will der Verein für das Thema sensibilisieren und bietet auch eine Beratungsstelle für Finanzfragen an.

Gemessen an den vielen Hürden ging Martina Schneiders Hof fast reibungslos in die Hände der Mosimanns. Da sie von früher bereits ein Leben ohne Landwirtschaft kannte, fiel ihr auch der Wegzug in das Einfamilienhaus im Dorf nicht so schwer. Die Mosimanns ihrerseits waren froh, die behornten Mutterkühe und die Maschinen übernehmen zu können. «Alles hat gestimmt», sagt Mosimann. «Im Wissen, dass eine solche Gelegenheit selten ist, sagten wir zu.»

Samanta Siegfried ist Absolventin der Zeitenspiegel-Reportageschule in Reutlingen und berichtet als freie Journalistin über Gesellschafts- und Umweltthemen. Immer auf der Suche nach leisen Tönen und mutigen Taten.