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Machen Sie doch kleine Geschenke!

Am Schluss des Newsletters noch
ein Tipp zum Kippschalter «Überfluss»
 
 
Mein erster Vorschlag ist das Booklet, «Geld verstehen». Mit 36 Seiten ist es in einer guten Stunde gelesen. Es erklärt den Mangel, den unser Geldsystem auf der Welt und in den Köpfen der Menschen verbreitet und trägt so zur Befreiung unseres Denkens von destruktiven Konzepten bei. Sie können es hier gratis downloaden. Gedruckt kostet es 5 Franken pro Stück oder 30 Franken, wenn Sie zehn Exemplare bestellen. Sie können es auch nach Weihnachten noch mit einem ermunternden Neujahrsgruss an Freunde und Bekannte verschenken. (Bestellformular)

Wenn es Ihnen mehr nach Wohltat für die Seele zumute ist, setzen Sie auf die Herzkarten der deutschen Illustratorin Ann-Kathrin Busse. Sie können die Karten selber beschreiben und verschicken oder gleich das ganze Set mit zehn Karten (für zwölf Franken) verschenken. Herzkräfte sind im nächsten Jahr besonders gefragt. (Bestellformular)

Die nächste Empfehlung ist etwas heikel. Nachdem ich das Buch «unverblümt», die aphoristische Denkprosa von Erwin Jakob Schatzmann, schon auf mehreren Toiletten bei Freunden entdeckt habe, bin ich versucht, eine Geschenkempfehlung für das stille Örtchen zu machen. Aber man kann das anregende Buch mit den kurzen Texten natürlich auch Menschen schenken, vor allem solchen, die der Existenz einen tieferen Sinn abgewinnen.
«Die Macht der schwachen Strahlung» von Corneia Hesse würde ich allen Umweltbewegten empfehlen, «Frau-Sein allen genügt nicht»  von Leila Dregger selbstverständlich allen Frauen (sowie ihren Liebhabern) und «Das nächste Geld» allen Menschen, die mit Geld zu tun haben und 250 Seiten Deprogrammierung verkraften. Es ist nicht jedermanns Sache, Irrtümer aufzudecken, besonders wenn man selber betroffen ist. Aber letztes Jahr sind Hunderte davon verschenkt worden.

Meine liebste Geschenkempfehlung ist ein Schnupperabo
des Zeitpunkt
mit drei Ausgaben für 20 Franken. Besonders gerne mache ich diese Empfehlung, nachdem ich heute morgen das Gut zum Druck für das nächste Heft gegeben und den Eindruck gewonnen habe, dass wir mit dem Thema «richtig | falsch» absolut richtig liegen. Das Geschenk liefern wir noch vor Weihnachten aus, an Sie oder direkt an die Empfänger. (Bestellformular)

Zum Schluss und als Dank für Ihre Aufmerksamkeit noch ein Satz, auf den ich gestern gestossen bin: «Geld ist etwas, das alle haben möchten, aber niemand geben will. Das ist das Problem.» Auf individueller Ebene ist es zu lösen, indem man gibt und sich dadurch der Schalter im Kopf automatisch von Mangel auf Überfluss stellt.

Meinen Sie bitte nicht, ich würde Wasser predigen und Wein trinken. Gestern verteilte ich an einem Vortrag erstmals Fünfliber an alle Anwesenden. Was die Aktion bewirkt, kann ich nicht sagen. Aber die Gesichter waren fröhlich und mir hat es Spass gemacht.

Ich danke Ihnen, dass Sie dem Zeitpunkt mit einem Abo verbunden sind, wünsche Ihnen frohe Festtage und im Neuen Jahr eine sichere Hand und einen hellen Stern auf allen Ihren Wegen.

Mit herzlichem Gruss


Christoph Pfluger, Herausgeber


Das süsse Glück von palästinensischen Bauern
Der Verein «Adopt a Palm» importiert seit nun zehn Jahren Datteln aus Jericho nach Europa. Und sichert damit Kleinbauern ein Überleben (mehr).
Trinkwasser-Initiative: Übergabe der Unterschriften am 18. Januar
Vorher soll ein Flashmob auf dem Bundesplat für Aufsehen sorgen. In knapp neun Monaten hat das kleine Komitee die Unterschriften für diese Initaitve gesammelt, nach der Bauernhöfe, die Pestizide ausbringen, nicht mehr subventioniert werden sollen.  Mehr
Hilfe, ich bin Arzt!
«125 Franken pro Stunde im Minutentakt abgerechnet…» symbolisieren den Kniefall der Medizin vor der Ökonomie. Ein offener Brief von Dr. med. Christian Larsen an seine Patienten. Mehr

Verwenden statt Verschwenden
Früher war nicht alles besser. Aber einiges schon. Zum Beispiel unser Essverhalten wie ein neues Kochbuch zeigt. Mehr
Der Schritt ins Neue Jahr
Steal like an artist – stehlen wie ein Künstler, dies ist der Titel des Kalenders des texanischen Künstlers Austin Kleon. Doch die inspirierenden Illustrationen hat er natürlich selber gemacht. Mehr
  Maiezyt: Ein Bergbauernhof, der Hoffnung weckt
Die idyllische Anlage stand kurz vor dem Aus. Jetzt arbeiten wieder sechs Menschen dort. Und man kann wunderbar Ferien machen. Mehr

Mit einer App günstig Abendessen
Was Restaurants Abends wegschmeissen, kann mit einer App einfach und günstig bestellt werden. Mehr
  Ein Liter Sonnenlicht – unzählige Möglichkeiten
Das Prinzip dieser Solarlampe ist einfach und geradezu genial: Das Sonnengglas speichert während des Tages Energie, die es dann nachts in Form von Licht wieder abgibt. Mehr

Kreative Kalender für 2018
Beinahe ist unser Leben durch-digitalisiert – doch ein Kalender aus Papier hat noch immer einen eigenen Charme. Zwei Tipps der Redaktion für 2018. Mehr

  Das echte soziale Netzwerk
Keine Lust mehr auf Facebook? Die geplante Plattform «Human Connection» könnte eine Alternative werden. Mehr

Das Klangfestival ruft
In der aktuellen Ausgabe „laut | leise“ des Zeitpunkts haben wir die Klangwelt Toggenburg vorgestellt. Sputen muss sich, wer am kommenden Naturstimmen-Festival dabei sein will. Mehr
Nationalrat gefährdet Demokratie durch Privatisierung des Frankens
Mit der Ablehnung der Vollgeld-Initiative stellt der Nationalrat das Geldherstellungs-Privileg von UBS, CS und anderen Geschäftsbanken höher als die Souveränität der Demokratie. Mehr
Bücher für die nächste Welt

«Frau-Sein allein genügt nicht» die ungekürzten Erfahrungen von Leila Dregger als Aktivistin für Frieden und Liebe

«Unverblümt», die aphoristische Denkprosa von Erwin Schatzmann, die auch in kleinen Häppchen enorm anregend wirkt

Wenn Sie noch ein paar Argumente für die Energiewende brauchen:
«Die Macht der schwachen Strahlung», Cornelia Hesses eindrücklich illustrierte Schilderung von dem, was uns die Atomindustrie verschweigt

«Das nächste Geld», für das ich selber meine ganze Schreibkunst mobilisiert habe, um Sie aus den zehn Fallgruben des Geldsystems zu führen.
Manchmal ist es hilfreich, die Probleme zu kennen, bevor sie einem auf den Kopf fallen.

 
Geld-Magazin, Österreich:
«Christoph Pfluger ist wohl eines der besten Bücher zum Thema ‹Geld› gelungen. Wer es liest, versteht, was Sache ist.»

Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. 2. rev. Aufl., 2016. 252 Seiten, Fr. 23.-/€ 21.- (hier bestellen)
 
 
 

Veränderungen kann man nicht bestellen,
aber die Anregungen dazu.

Wer den Zeitpunkt für ein Jahr abonniert, bezahlt, was er will. (Hier bestellen).

Den Zeitpunkt verschenken: (Bestellformular für Geschankabos)

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Die Krise als Chance nutzen, etwas Neues hervorzubringen

In einem offenen Brief fordert Heike Pourian den deutschen Bundespräsidenten auf, auch Parteilose zu Gesprächen für die Bildung einer Minderheitsregierung einzuladen.

«Dass die Parteipolitik, wie sie heute betrieben wird, ein Auslaufmodell sein könnte, deutet sich schon seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten an», schreibt die Zeitpunkt-Autorin Heike Pourian in einem offenen Brief an den deutschen Bundespräsidenten Walter Steinmeier. Anzeichen seien «Politikverdrossenheit, rechtspopulistische Tendenzen und die Tatsache, dass die Grenzen zwischen den großen Parteien immer mehr verschwimmen».

Und weiter:
«Wenn unsere Politiker*innen also gar nicht anders können, als sich zu verbiegen, muss etwas am System falsch sein. Immer wieder höre ich von Abgeordneten, dass jene Gespräche am fruchtbarsten und erfreulichsten verlaufen, in denen es (noch) keinen Fraktionszwang gibt, z.B. weil das Thema so neu auf der politischen Agenda ist, dass die Partei noch keine Position dazu entwickelt oder die Abstimmung freigegeben hat.
Es ist an der Zeit, die Frage zu stellen, ob die Idee der Parteien, wie wir sie heute kennen, ausgedient haben könnte. Das mag ein unerhört anmutender Gedanke sein. Aber ich meine, wir kommen nicht umhin, uns ihm zu widmen.»

In dieser «Stunde Null» sei eine «Minderheitsregierung … momentan der ehrlichste Ausdruck der Lage im Lande und würde uns täglich mahnen, dass wir uns in einer Ausnahmesituation befinden».

Laden Sie nicht nur Parteivertreter*innen zu Gesprächen nach Bellevue ein, sondern auch Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen, Bürgerrechtler*innen, Philosoph*innen und Visionär*innen. Laden Sie das wirklich Neue nach Berlin ein – wir brauchen es.

Konkret schlägt sie Steinmeier vor:
1. Laden Sie nicht nur Parteivertreter*innen zu Gesprächen nach Bellevue ein, sondern auch Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen, Bürgerrechtler*innen, Philosoph*innen und Visionär*innen. Laden Sie das wirklich Neue nach Berlin ein – wir brauchen es.
2. Wirken Sie darauf hin, dass eine Minderheitsregierung entstehen kann – als Ausdruck der derzeitigen Ratlosigkeit und dafür, wie dringend Veränderung vonnöten ist.
3. Setzen Sie sich dafür ein, dass für die Legislaturperiode dieser Ausnahmeregierung ein Gremium berufen wird, das zu einem erheblichen Teil aus Parteilosen besteht, und das parallel zu den laufenden Regierungsgeschäften Visionen und gangbare Schritte erarbeitet für eine tiefgreifende und zeitgemäße Umstrukturierung und Erneuerung unseres politischen Systems.

Den vollständigen offenen Brief an Walter Steinmeier finden Sie hier zum download.

Heike Pourian, Jg. 67, Dipl. Kulturpädagogin, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, lebt in Nürnberg. Sie ist Autorin des Buches „Eine berührbare Welt“ und diverser Artikel in Zeitschriften, Tänzerin und Tanzpädagogin. Kern und Herzensanliegen ihrer Arbeit ist es, die improvisatorische künstlerische Praxis als Übungs- und Experimentierfeld für den gesellschaftlichen Wandel zu betrachten. www.beruehrbarewelt.de

Sauberes Trinkwasser rückt einen grossen Schritt näher

Die sog. Trinkwasser-Initiative hat die nötigen 100’000 Unterschriften beisammen und wird im Januar eingereicht.
Landwirte, die Pestizide ausbringen, sollen nach dem Willen der Initianten keine Direktzahlungen mehr erhalten. Foto: publicdomainpictures.com

Phänomenal: In nur acht Monaten hat die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und  den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» die nötigen 100’000 Unterschriften geschafft. Hinter der Initiative steht keine potente Organisation, sondern ein kleines, vor allem weibliches Komitee um Franziska Herren. Das Ziel der Initiative ist einfach und hat offenbar überzeugt: Landwirte, die Pestizide ausbringen oder präventiv Antibiotika einsetzen und dadurch das Trinkwasser verschmutzen, sollen keine Subventionen mehr erhalten.
Noch bevor die Initiative lanciert wurde, warnte der Bauernverband, «sie würde die Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz stark einschränken und die Abhängigkeit von Importen erhöhen».

Auch die grossen Umweltorganisationen hielten sich mit der Unterstützung der Initiative zurück. Man gönnt sich wenig und hilft sich nur, wenn man einer Gegenleistung sicher sein kann. Das ist bei kleinen Komitees mit beschränkter Lebensdauer unsicher, und so bleiben die Etablierten unter sich.
Trotzdem hat sich der Erfolg bereits im Herbst abgezeichnet, als erste Medien meldeten, die Initiative sei in trockenen Tüchern. Das ist aber gemäss heutiger Mitteilung erst jetzt der Fall. Gesammelt wurden 115’000 Unterschriften. Selbst wenn bei der Beglaubigung zehn Prozent durchfallen, hat es die Trinkwasser-Initiative geschafft.

Der Zeitpunkt ist an dem schönen Erfolg nicht ganz unbeteiligt. Dem Magazin lag schon früh ein Unterschriftenbogen bei, und Leserinnen und Leser unterstützten den Start mit rund 10’000 Franken.
Wir gratulieren Franziska Herren und ihrem Komitee zum grossartigen Erfolg und wünschen viel Kraft für den anspruchsvollen Weg zur Abstimmung.

An drei von vier Wasserfassungen im Mittelland liegen die Pestizidrückstände über dem Anforderungswert.

Die Schweiz zählt zu den Ländern mit dem höchsten Pestizideinsatz Europas. Die gesetzlichen Anforderungswerte werden in fast allen bisher genauer untersuchten Oberflächengewässern … in hohem Masse überschritten. «An drei von vier Wasserfassungen im Mittelland liegen die Pestizidrückstände über dem Anforderungswert», erklärte Roman Wiget, Präsident der «Kommission Wasserressourcen» des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs bei der Lancierung der Initiative am 22. März. Dessen ist sich auch die Politik bewusst, die seit den 1990er Jahren den Pestizideinsatz reduzieren will – mit sehr beschränktem Erfolg.

Der Bundesrat hat versprochen, die Probleme des exzessiven Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft mit einem «Aktionsplan» anzugehen. Bis 2026 sollen die Gesetzesüberschreitungen halbiert werden – für die Urheber der Trinkwasser-Initiative eine «unglaubliche Respektlosigkeit gegenüber Natur, Menschen und Tieren». Und gegenüber dem Gesetz, muss man ergänzen.

Mehr zur Initiative:
http://www.zeitpunkt.ch/index.php/news/artikel-einzelansicht/artikel/di…
http://www.zeitpunkt.ch/index.php/news/artikel-einzelansicht/artikel/ke…

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. „Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen“.

Internationale Bankenaufsicht: Geld auf Schweizer Konten nicht sicher!

Nach Einschätzung des Basel Committee on Banking Supervision ist die Einlagensicherung mit sechs Mrd. Franken ungenügend.
Ein Bank-run, wie er sich 2007 in England ereignete, ist auch in der Schweiz nicht auszuschliessen. (Bild: Wikimedia)

Was die Initianten der Vollgeld-Initiative schon länger beanstanden, wird jetzt von höchster Stelle bestätigt: Die Einlagensicherung für Schweizer Bankkonten ist laut einem Bericht des «Basel Committee on Banking Supervision» der Bank für Int. Zahlungsausgleich nicht sicher.
Kritisiert wird unter anderem die Obergrenze der Einlagensicherung von nur sechs Milliarden Schweizer Franken. Die Vollgeld-Initianten betonen schon länger, dass die Obergrenze für die Einlagensicherung mit sechs Milliarden viel zu tief ist. Im Falle einer Finanzkrise müssten mehrere hundert Milliarden Schweizer Franken gesichert werden – die sechs Milliarden der Einlagensicherung sichern also nur rund 1 bis 2 Prozent der Guthaben. In einer grösseren Krise reicht dieser Einlagenschutz daher nicht aus, um allen Bankkunden ihr Geld auszuzahlen. Die Sichtweise der Vollgeld-Initianten wird anscheinend vom Basel Committee on Banking Supervision geteilt, das kürzlich einen Bericht zur Sicherheit der Schweizer Banken veröffentlicht hat.

Problem entsteht durch Bankengeld
Ein Guthaben auf dem Bankkonto ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern nur ein selbst hergestelltes “Versprechen” der Bank, bei Bedarf Bargeld auszuzahlen. Deshalb liegen auf den Bankkonten heute keine echten Schweizer Franken. Diese elektronischen Guthaben umfassen mittlerweile 90 Prozent unseres Geldes, was die Einlagensicherung nötig macht.

Sicheres Geld dank Vollgeld
Die Vollgeld-Initiative will, dass künftig allein die Nationalbank elektronische Franken erschafft. Die Banken können dann kein eigenes Geld mehr erzeugen – genauso wenig wie alle anderen Unternehmen und Privatpersonen. Das elektronische Geld auf den Konten wird so zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel wie Banknoten und Münzen. Es steht dem Besitzer jederzeit zur Verfügung, auch wenn eine Bank in eine Krise oder sogar in Konkurs gerät. Die Einlagensicherung für Zahlungskonten wird durch Vollgeld überflüssig bzw. könnte für Spareinlagen verwendet werden.

Regulatory Consistency Assessment Programme (RCAP) – Assessment of Basel III LCR regulations – Switzerland, Seite 12

Kreative Kalender für 2018

Beinahe ist unser Leben durch-digitalisiert – doch ein Kalender aus Papier hat noch immer einen eigenen Charme. Zwei Tipps der Redaktion für 2018
Asant, alias Teufelsdreck in der Wüste Kyzylkum von Uzbekistan

Kalenderbuch: Wunderbare Pflanzenwelt

In der Wüste von Uzbekistan lebt der Teufelsdreck, auch Asant genannt. Das ist ein gelber Doldenblütler, dessen harzhaltige, aromatische Wurzel im Orient als Gewürz und Heilmittel begehrt ist. Er ziert das Titelbild des Kalenderbuches «Wunderbare Pflanzenwelt» von Peter Steiger. Als selbständiger Garten- und Landschaftsarchitekt plant und baut er Gärten und als Dozent an der Hochschule Wädenswil gibt er sein Wissen weiter. «Mein Herz schlägt eben für Blüemli», sagt Steiger und beschloss, selbst einen Kalender zu gestalten, der für das Jahr 2018 bereits zum dritten Mal erscheint. Die Fotografie brachte er sich auf seinen zahlreichen Geschäfts- und Freizeitreisen selber bei, die ihn in die Regenwälder Neuseelands, die indischen Bergen oder die Buchenwälder Luzerns führten. Mit dem Buch hält man definitiv mehr als einen Terminkalender in der Hand. Bestellen kann man ihn hier für 20 Franken (exkl. Versandkosten).

Der Hornkuh-Kalender

Kühe werden aus rein kommerziellen Gründen enthornt – sie brauchen dann weniger Platz im Stall. Die Hornkuh-Initiative, über die wir nächstes Jahr wahrscheinlich abstimmen, fordert eine kleine Entschädigung für alle Bauern, die den Kühen dieses wichtige Organ lassen. Zur Finanzierung der Kampagne gibt die IG-Hornkuh seit Jahren einen schönen Hornkalender heraus, den man hier für 25 Franken bestellen (exkl. Versandkosten) kann.

26. November 2017
von:

Der Schritt ins Neue Jahr

Steal like an artist – stehlen wie ein Künstler, dies ist der Titel des Kalenders des texanischen Künstlers Austin Kleon. Doch die inspirierenden Illustrationen hat er natürlich selber gemacht.

Die Bilder, die Kleon für seinen Kalender ausgewählt hat, sprechen für sich. Er hält sich an sein eigenes Motto «creativity is subtraction».
Am einfachsten ist der Kalender, der $ 10.90 kostet, leider über eine grössere Buchmarketing-Plattform erhältlich, deren Gebrauch wir nach Möglichkeit vermeiden und deren Namen wir nicht nennen.
Austin Kleon ist bekannt geworden durch seinen Newsletter, in dem er jede Woche zehn inspirierende Entdeckung empfiehlt – ein Beispiel, wie man auch als Einzelner in der Medienwelt überleben kann.

https://austinkleon.com/2018-calendar

Weitere Kalender-Empfehlungen: http://www.zeitpunkt.ch/kreative-kalender-fuer-2018

Keine Zölle auf schmutziges Palmöl?

«Die Schweiz darf einem Produkt, bei dessen Herstellung regelmässig Menschenrechte verletzt werden, keinesfalls Vorzugsbedingungen gewähren.»

Dies ist die Einschätzung von Thomas Braunschweig, bei «Public Eye» für die Handelspolitik zuständig, zu den laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Malaysia. Rund 40 Prozent der Palmölimporte in die Schweiz stammen aus Malaysia. Dort hat sich die Produktionsfläche in den letzten dreissig Jahren um durchschnittlich 500 Fussballfelder pro Tag erweitert. Die riesigen Monokulturen sind nicht nur ein Problem für die Umwelt, auf ihnen werden auch systematisch Menschen- und Arbeitsrechte verletzt, wie Amnesty International dokumentiert hat. Dies gilt auch für die vom Roundtable for Sustainable Palmoil (RSPO) des WWF zertifizierten Plantagen, wo Umweltgifte wie Paraquat eingesetzt werden dürfen. Vor rund zwei Jahren verbot der RSPO seinen Mitgliedern öffentliche Kritik, worauf kleinere Mitglieder wie PanEco austraten.

Palmöl ist heute in jedem zweiten Nahrungsmittel zu finden. Es gibt zwar bio-zertifiziertes Palmöl aus Lateinamerika, aber nur in kleinen Mengen, sodass Konsumenten im Moment nur der Verzicht auf palmölhaltige Produkte bleibt. Die Entwicklungsorganisation «Brot für alle» forderte den Detailhandel deshalb auf, keine Produkte mit Palmöl mehr zu verkaufen. Zurzeit wird auf Palmöl ein Zoll von 100 Prozent des Warenwertes erhoben. Malaysia möchte das Öl zollfrei einführen. Die Verhandlungen sind jedoch ins Stocken geraten. Eine für diesen Herbst anberaumte Verhandlungsrunde wurde ausgesetzt. Ein nächster Termin ist noch nicht öffentlich bekannt – Zeit, um den Druck auf die Schweizer Delegation zu erhöhen.

Dokumentation von Public Eye über das Freihandelsabkommen mit Malaysia
https://www.publiceye.ch/de/news/freihandelsabkommen_mit_malaysia_strei…

PanEcos Begründung für den Austritt aus dem RSPO
https://paneco.ch/en/paneco-resigns-from-rspo-over-sheer-level-of-inact…

Christoph Pfluger ist seit 1992 der Herausgeber des Zeitpunkt. „Als Herausgeber einer Zeitschrift, deren Abobeitrag von den Leserinnen und Lesern frei bestimmt wird, erfahre ich täglich die Kraft der Selbstbestimmung. Und als Journalist, der visionären Projekten und mutigen Menschen nachspürt weiss ich: Es gibt viel mehr positive Kräfte im Land als uns die Massenmedien glauben lassen“.

Augenblicke – Lightscapes

Die Serie «Augen-Blicke» der Autorin Francisca Tièche sind augenzwinkernde Aufforderungen zum Philosophieren, Nachdenken oder Geniessen

Ist drüben das Jenseits?

das Jenseits schon da?

Über Engeltreppen hüpfe ich himmelwärts, hinein in den Lichtertanz.

Lichtvoll fragile Kunst aus dem Moment, wie ein kostbares Glück. Wohin führt dieses Spiel?

Die äussere Schau wird zur Inneren, als trüge ein sanfter Windhauch mich durch die Nacht.

Wo bin ich? graurosa Schatten reflektieren das hingeworfene Licht.

Habe ich geträumt, gelacht, geliebt?

Habe ich gelebt?

Mehr Augen-Blicke unter: www.kunstbus.ch

Augen-Blick vom letzten Sonntag: eine kleine Geste

Wie eine Europäische Verteidigungsunion geschaffen wurde

http://www.zeitpunkt.ch/wie-eine-europaeische-verteidigungsunion-geschaffen-wurde

Am Morgen des 14. November 2017 erfuhren die erstaunten Bundesbürger aus den Medien, dass sie ab sofort in einer „Europäischen Verteidigungsunion“ leben. Wie war das möglich geworden?

Am Vortag hatten sich 23 der 28 Mitgliedstaaten der EU auf eine „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit in Fragen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ mit der merkwürdigen englischen Abkürzung Pesco geeinigt.

Die amtierende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bezeichnete diesen Beschluss euphorisch als Start einer „Europäischen Verteidigungsunion“.

Dass über eine solch weitreichende Entscheidung zuvor weder im Bundestag debattiert noch darüber abgestimmt wurde und der Vertrag von einer nur noch amtierenden Verteidigungsministerin unterzeichnet worden war, zeugt von einem zweifelhaften Demokratieverständnis in der Bundesrepublik und in der EU.

Freudig begrüsst wurde „Pesco“ aber auch vom ebenfalls nur noch amtierenden Aussenminister Sigmar Gabriel. Und das, obwohl in der Vereinbarung das NATO-Ziel von zwei Prozent Verteidigungsausgaben pro Land ausdrücklich genannt wird! Wie war das gleich mit der SPD-Kampagne im Bundestagswahlkampf gegen das Zwei-Prozent-Ziel der NATO?

Alles lange vergessen!

Mehr dazu: Auf dem Weg zur Europaarmee?

21. NOVEMBER 2017 
VON: 

  

 

Der Kongokrieg im Gerichtssaal

http://www.zeitpunkt.ch/der-kongokrieg-im-gerichtssaal

Über sechs Millionen Tote hat der Kongokrieg bereits gefordert. Alle blieben ungesühnt. Filmemacher Milo Rau hat die Verbrechen als fiktives Tribunal in einem Dokumentarfilm aufgearbeitet
Milo Rau anlässlich der Präsentation des Films im Dorf Mushinga, Süd-Kivu, im Juli 2017 © Vinca Film

Laut klopft Jean-Louis Gilissen, Mitbegründer des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, mit dem Hammer auf den Tisch. Man könne sich jetzt wieder setzen, das Kongo Tribunal sei eröffnet. Alte Holzstühle knorzen, vereinzeltes Murmeln und Räuspern geht durch den Gerichtssaal, bevor wieder eine seltsame Ruhe einkehrt und die ersten Beweismittel vorgeführt werden.

Bereits über sechs Millionen Tote hat der Kongokrieg in mehr als 20 Jahren gefordert. Doch die Bevölkerung leidet unter Straflosigkeit, keines dieser Verbrechen wurde je untersucht. Der preisgekrönte Schweizer Filmemacher und Theaterregisseur Milo Rau hat 2015 in der Demokratischen Republik Kongo und in Berlin ein Tribunal inszeniert, das die Menschenrechtsverletzungen anprangert. Aus dem über 500-stündigen Filmmaterial entstand der Dokumentarfilm «Das Kongo Tribunal», der ab sofort in den Schweizer Kinos läuft.

«Als Künstler kann man einen symbolischen Raum schaffen und aufzeigen, was eigentlich in der Realität passieren sollte», sagt Milo Rau. So war das Tribunal zwar fiktiv, die Teilnehmer jedoch nicht: im Zeugenstand stehen Direktbetroffene, Opfer wie Täter, als Richter treten internationale Fachleute auf und verhandeln die mehrtägigen Hearings.

«Die Schweiz ist eine der weltweit wichtigsten Drehscheiben für Rohstoffhandel, insofern ist sie der Hauptprofiteur von diesem Konflikt im Kongo.»

Präsentiert wird dabei ein erschütterndes Tableau von Verflechtungen: So stehen nicht nur die Rebellengruppen oder Politiker des kongolesischen Staates im Mittelpunkt, vielmehr werden auch die internationale Gemeinschaft, multinationale Rohstoffkonzerne, Weltbank und EU an den Pranger gestellt. Auch wenn die jeweiligen Analysen mehr in die Tiefe gehen dürften, so schafft Milo Rau es eben genau mit dieser Dichte die verschiedenen Teile des jahrelangen Krieges zusammenzufügen und so ein Abbild seiner Komplexität und zahlreichen Verbindungen, auch zu unserem europäischen Alltag, herzustellen. Für Milo Rau ist dabei auch die Rolle der Schweiz zentral: «Die Schweiz ist eine der weltweit wichtigsten Drehscheiben für Rohstoffhandel, insofern ist sie der Hauptprofiteur von diesem Konflikt im Kongo.»

Neben dem jetzt erscheinenden Film wird es bald ein Internetarchiv geben, in dem das komplette Filmmaterial abrufbar sein wird. Ausserdem erschien dieses Jahr ein Buch zum Projekt und ein Computerspiel wurde entwickelt. Das Kongo Tribunal geht weiter.

Der Film läuft ab Do 23.11 in den Deutschschweizer Kinos:

24. NOVEMBER 2017 
VON: